Schoki-Test mit LAUENSTEIN ESPRESSO GEFÜLLTE SCHOKOLADE 60% CACAO

Lichtgeschwindigkeit 5495

vom Donnerstag, 9. April 2015

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Dietmar Moews meint:

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„Nach der Kirche ins Ballhaus: hier Bier gesoffen und über Griechenland und den Orient bis zur Hitze gestritten – im Museum zwei Heringe gefressen, Bier gesoffen und geraucht – von 6 bis 7 literarisches Gespräch – nach dem Fraß gegen sechs Schoppen Wasser gesoffen – ich und Mörike hinterm Pult: ich mit einem abgeschabten Magisterhut, wie ein Zigeuner, die Pfeife in der Physiognomie – Mörike mit hinunterhängenden Hosen, den Bauch aus dem Hemd streckend (…) – Ein Furz um den anderen – Fratzengesichter bis ins Abscheuliche – Lumpenlieder – Travestien.“

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(Wilhelm Waiblinger,Tagebuch)

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Ich probierte eine süddeutsche Zartbitterschokolade, mit dunkler Expresso-Trüffelcreme gefüllt, hergestellt von dem Hersteller Confiserie Burg Lauenstein GmbH Lauensteiner Straße 41 96337 Ludwigstadt / Germany

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Kurz vorab: Diese Schokolade wirkt frisch und hochfein und hat eine viel zu süße Füllung, aber nichts vom annoncierten Expressoaroma (mindest haltbar bis 10.08.2015).

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Diese Sorte von Burg Lauenstein ist eine „Bean to Bar“ handgemachte Hochqualität. Der Hersteller wird bei Georg Bernardini in seinem Schokoladen-Almanach „Der Schokoladentester“ vorgestellt.

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Für mich als Schokoladen-Liebhaber ist eine Schokolade, die dunkel ist und Bitter heißt, wie diese 60% Kakao-Bitterschokale, eigentlich nicht so angenehm. Die 80 g Tafel besteht überwiegend aus der hochsüßen Cremefüllung.

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Die sehr fein gegossene Tafel schmeckt auch nach Kakao, also auch nach dunkler Schokolade, die Konsistenz und der Schmelz überzeugen – wenngleich die angebliche Expressocreme-Füllung zu süß ist verhalten, zwar fett, aber auch leicht, klebt nicht an den Fingern, nicht im Mund klebend. Die hier gelieferte Zartbitter-Hülle ist hochfeine Spitzenqualität. Aber der angebliche Expresso – was immer damit gemeint sein sollte – scheint durch Alkohol schlecht angetäuscht.

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Was noch an Kaffee enthalten sein mag, beschränkt sich auf die Geschmacksidee. Und das natürliche Aroma würde man vermutlich erst wahrnehmen können, wenn es in der Geschmacksmischung fehlen würde. Es mag der Abrundung dienen – zumindest dem Textaufdruck entsprechend – aber geschmeckt habe ich den Kaffee nicht. Oder anders gesagt: Diese zusätzliche Geschmacks-Komponente war für mich als Kaffeeliebhaber – anders als der Textaudruck versucht zu „inszenieren“ – kein Genusserlebnis („nicht nur Kaffeeliebhaber“).

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Das Abbrechen der vorgestanzten Abbruchstreifen und das Knacken klingt gut. Es gelang nicht ein Mal, während des Zerknackens der gesamten Tafel, einen sauberen Abbruch zu machen. Immer zerfaserten schräge Kanten, statt in der Bruchkante zu brechen. Und die Füllung fiel teils heraus, oder bildete Abbruchwülste, teils aus dem Gegenstück herausgezogen, teils herauszufallen – wie gesagt: Die Testschokolade war schön frisch, also nicht etwa eingetrocknet.

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Die LAUENSTEIN ESPRESSO GEFÜLLTE SCHOKOLADE 60% CACAO würde ich nicht als Schokolade sondern als ein Mischexperiment bezeichnen, wie gesagt, insgesamt viel zu süß. Man schnuppert und riecht am Abbruch und? – es riecht nach Alkohol, nicht nach Mokka oder Espresso – wie es da hinten auch heißt: „inszenieren ein Genusserlebnis…“

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Das Beißen, Kauen, Lutschen der Schokolade im Mund ist in dem Moment übersüß, wie oft bei solchen Mix-Süßigkeiten, wenn die Kaulust die Cremefüllung durchgekaut hat. Man braucht mengenmäßig nicht so viel, wie die Tafel ergibt. Aber das Kauen und im Munde Zergehenlassen ist eben sehr süß.

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Der Kaufpreis von etwa 4 Euro ist zu hoch, Aufmachung und Verpackung angenehm und zum Inhalt passend. Es kommt als Hochwert-Confiserie daher – das feine Silberpapier, innen, ist schön Zellophan, die äußere Pappschachtel ist originell gefaltet und geklappt und ganz sorgfältig verarbeitet, aber: Eine Mogelpackung.

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Das Außenmaß der Packung entspricht einer konventionellen 100-Grammpackung – enthält aber außenrum 1,5cm Luft und eine Schokoladeneinwaage von nur 80 Gramm.

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LAUENSTEIN teilt folgende Zutaten auf der Rückseite der äußeren Pappe in deutscher und englischer Sprache mit – regelgerecht werden die Bestandteile dem Mengenanteil der Reihe nach, begonnen mit dem größten Anteil:

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http://www.lauensteiner.de

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Dunkle Bitterschokolade: Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Sahne, Spirituose: Weinbrand, Butter, Butterreinfett, Wasser, Vollmilchpulver, Glukosesirup, 1,1% Espresso-Bohnen gestoßen, natürliches Aroma, Kakao mindest 60% in der Zartbitterschokolade. Kühl lagern zwischen 14-18 Grad bei maximal 60% Luftfeuchtigkeit.

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Dazu ebenfalls auf der Hinterseite eine Nährwert-Analyse-Tabelle in den beiden Sprachen in winziger Schriftgröße, die keine Mensch ohne Sehhilfe ablesen kann – Angaben für 100 Gramm; und für 80 Gramm; die Tafel hat 80.

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Brennwert: 402 kcal /1.682kJ, Fett 27,4 g, Kohlenhydrate 33,4 g, Eiweiß: 3,7 g, Natrium 0,02 g.

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EMPFEHLUNG: Wer eine dunkle Bitterschokolade hoher Qualität erwartet wird enttäuscht. Diese Lauenstein ist ein „kreativer“ Confiserie-Gag. Die wenige Schokolade ist sehr fein und hochwertig, treffliche Süße und wenig Fett. Aber das Ganze ist obersüß – viel zu süß. Der Tester wird sie sich nicht kaufen.

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Georg Bernardini gibt Lauenstein 4 von 6 Kakaobohnen und schreibt zu Lauenstein:

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Verarbeitungsstufe: Schokolade nach Maß.

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Der Liebe eines Berliner Konditors zur Müllerstochter aus der Fischbachsmühle ist es zu verdanken, dass wir heute Produkte der Confiserie Lauenstein genießen können.

Lothar Feddrich schloss sein Café Unter den Linden, um seiner großen Liebe bis an das nördlichste Ende Bayerns, in den Frankenwald nahe der Grenze zur damaligen DDR, zu folgen. Da er nicht nur von der Liebe leben konnte, entschloss er sich 1964 die damalige Getreidemühle in eine Pralinenmanufaktur auf zwei Produktionsebenen umzubauen. Im Jahre 1988 bekam das Unternehmen wirtschaftliche Probleme und wurde schließlich von Dr. Erich Kaub mehrheitlich aufgekauft. Im Jahre 1991 folgte ihm der Münchner Kaufmann Thomas Luger … in die Spur zu bringen ..es gelang ihnen mit Bravour … Nachdem das Unternehmen saniert und wieder erfolgreich war, konnte … ihr kleines aber feines Standbein in der Branche aufbauen. Seit Herbst 2001 führt sie am Münchner Viktualienmarkt das Fachgeschäft Chocolade & More, in dem sie außer Lauenstein-Produkten auch viele andere Marken führt. Lauenstein verwendet keine Standard-Kuverture, sondern lässt sich diese nach eigenen Vorstellungen produzieren.

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Fazit: Es ist erfreulich, mit Lauenstein einen qualitativ hochwertigen deutschen Hersteller gefunden zu haben. Thomas Luger hat hervorragende Arbeit geleistet …“

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EMPFEHLUNG: Die veredelten Schokoladen empfehlen sich für Liebhaber solcher Spezialität, das Konfekt allen, die deutsches Konfekt mögen“

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Dietmar Moews meint: Ich möchte noch anmerken, dass der Faible des SCHOKOLADENTESTERS auch hier wieder weniger der puren Schokolade zugewendet ist, sondern stattdessen Georg Bernardini mehr fürs Gedöns übrig hat als für Kakao und Schokolade – Bernardini lobt den kaufmännischen Unternehmer für die Schokolade

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Und so lesen wir denn eben auch auf der Mogel-Luftpackung von Lauenstein ESPRESSO gefüllte Schokolade (die Bernardini nicht getestet hat):

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Feine gefüllte Tafelschokoladen aus der Lauenstein Confiserie werden von unseren Confiseuren in der eigenen Manufaktur liebevoll von Hand gefertigt. Nur beste Kakaobohnen und Rohstoffe bilden die Grundlage für diese Spezialitäten.“

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Und als Zugabe auf der Packungsrückseite minikleinst in weiß auf braun: „Ein Schokoladenmoment, der alle Sinne betört und Geniesser auf köstlichste Weise stimuliert. Edle Zartbitter-Schokolade umhüllt dunkle Espresso-Trüffelcreme. Weinbrand, Zartbitterschokolade, Butter, Sahne, Mokka und Espresso-Bohnen verleihen dieser edlen Füllung ihre kräftige Note und inszenieren ein Genusserlebnis, das nicht nur Kaffeeliebhaber begeistert“.

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