Wahlbeteiligung unter 50 bei Landtagswahlen SACHSEN 2014

August 31, 2014

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am Sonntag, 31. August 2014

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Das Wahlergebnis der Landtagswahlen 2014 in Sachsen aus Dresden hat eigentlich die Erwartungen bestätigt: Ministerpräsident Tillich (CDU) wird erneut eine Regierung bilden können. Verhandlungen für eine Regierungsmehrheit werden mit der SPD (so, wie in Berlin) oder mit den Grünen vereinbart werden. Eine Große Koalition mit der Linkspartei und auch mit der AfD sind aufgrund einiger essentiellen Unvereinbarkeiten nicht zu erwarten.

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Die FDP und die NPD wurden mit unter fünf Prozent abgewählt.

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EINS Das Wahlergebnis ist eine zu erwartende Bestätigung der Regierung Tillich, mit der eine sichere Mehrheit der wahlberechtigten Sachsen zufrieden ist.

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ZWEI Die Wahlbeteiligung von 49 Prozent plus ist nicht an sich bedeutend klein:

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a) Die bisherige Regierung sollte in Sachsen wiedergewählt werden.

 

b) Es war sehr schlechtes regnerisches Wetter: Die Vorhersagen und noch mittags während des Wahltages in staatlichen Sendern (das ist rechtswidrig) zeigten, dass die CDU eine Regierungsmehrheit erhalten wird. Sodass nachmittags die Wahlberechtigten, die mit diesem vorausgesagten Ergebnis einverstanden sind, nicht mehr notwendig ihre Stimme dazu abgeben mussten.

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c) Eine Wahlbeteiligung ist immer dann bedenklich, wenn sie ungewöhnlich hoch ist (im Vergleich zu der gewohnten Beteiligung) oder, wenn besonders wenig Wähler sich beteiligen. Heute, bei der Sachsenwahl 2014, wurde zwar die Marke von 50 Prozent Wahlbeteiligung der Wahlberechtigen unterschritten. Doch ist die Abweichung gegenüber der vorherigen Landtagswahl Sachsen 2009, von 52 Prozent, nicht gravierend: Sachsen hatte schon mehrfach eine eher geringe Beteiligung gemessen an 100 Prozent. Nach den publizierten offizialen Statistiken hat Sachsen heute die zweitniedrigste Wahlbeteiligung nach dem Krieg gewählt.

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d) Der Anteil der Wahlberechtigten Sachsen, die noch eigene biografische Erfahrungen mit dem Quasi-Zwang zur Stimmabgabe zu DDR-Zeit haben, drücken ihre Beteiligung ganz im Sinne der „freien demokratischen Wahlen“ aus, nämlich auch das Recht nicht zu wählen.

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e) Die soziologischen Bedenken über geringe Wahlbeteiligung, wie in Sachsen 2014, müssen den soziologischen Erkenntnissen entsprechend interpretiert werden: Wir haben keine Radikalisierung, aus der Mitte weg, nach links oder rechts. Im Gegenteil, die Linken und Rechten, haben verloren. Die NPD ist sogar mit unter fünf Prozent abgeschlagen in der außerparlamentarischen Opposition gelandet.

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f) Unter dem Aspekt der Nichtradikalisierung nach links und rechts, ist der hohe gestiegende Anteil der Nichtwähler nicht in dem Sinne bedenklich, dass hieraus die „größte Partei der Nichtwähler“ die absolute Mehrheit anzeigt, die abgeholt werden könnte.

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g) Die Parteien können die Nichtwähler nicht als Ausdruck von Zufriedenheit unter den Wahlberechtigten werten. Es muss ausdrücklich erkannt werden, dass die neue Militär- und Kriegspolitik der Großen Koalition auf Bundesebene, wegen der Bundeskompetenz zwar nicht bei der Landtagswahl gefragt war. Dennoch sind es die sogenannten Volksparteien, die als Regierungsparteien damit rechnen müssen, dass die Wähler „hitlerschlau“ sind: Man kann das heutige Erfolgsergebnis für CDU und SPD tatsächlich nicht als Bestätigung für die aktuelle deutsche Kriegspolitik bewerten.

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h) Wahltag am Ende der Schulsommerferien dämpft die Wahlbeteiligung.

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Dietmar Moews meint: Ob Krieg oder Merkel-Sprechblasen – die Wähler in Sachsen bewegt überwiegend lediglich, wie es ihnen besser gehen könnte als Bayern. Man sollte von den sächsischen Wählern nicht erwarten, dass nun gerade die Leute mit DDR-Geschichte diese deutsche Demokratie besonders wertschätzen sollten.

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Die geringe Wahlbeteiligung sollte die gewählten Politiker daran erinnern, dass sie ohne den Respekt der Mehrheit Politik machen. Der AfD-Zuspruch ist keine Regierungsbestätigung.

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Landtagswahlen SACHSEN 2014

August 31, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4838

am Sonntag, 31. August 2014

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L1010327

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Die ersten Informationen zum Wahlergebnis aus Dresden haben die Erwartungen exakt bestätigt:

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Ministerpräsident Tillich (CDU) wird erneut eine Regierung bilden können.

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Die FDP als Regierungskoalitionspartner wird abgewählt.

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SPD und LINKE bleiben in der sozialistischen Geschichte verfangen, die kaum ein Sachse ernsthaft in betracht zieht: Genau so sterben die LINKEN so langsam weg und die Sozialdemokraten (SPD Ü 10) wählen CDU.

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Die neue neo-liberale anti-EURO-Partei AfD erhielt auf Anhieb ca. 10 Prozent – das kann man nur Durchbruch nennen. Damit kommt die AfD sogar rechnerisch für eine Regierungskoalition in betracht. Doch ist der AfD-Erfolg als Kritik an der CDU zu gewichten.

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In einem ähnlichen Stimmenanteil werden sich die Grünen einfinden müssen. Die Grünen kommen immer noch als „Alternative“ erste neue Partei nach dem Beitritt der DDR-Bevölkerung zur Bundesrepublik heraus. Und die Spitzenkandidatin Antje Hermenau ist eine freche bauernschlaue Dekoration der Mediokratie, die kein Tillichwähler ertragen könnte.

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Piraten sind in Sachsen da, wo sie hingehören – in ihrem eigenen Internetz-Forum, im Piraten-Liquid Feedback und in ihrer eigenen Flaschenpost. Solange es den Piraten nicht einfällt, dem CCC gefallen zu wollen, werden sie auch zukünftig nicht mal bei der „Freiheit statt Angst“ genannt werden.

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Snoopy + Dietmar 1980  in Kirchhorst

Snoopy + Dietmar 1980 in Kirchhorst

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Dietmar Moews meint: Solange die Dresdner erfolgreich wirtschaften, werden sie sich nicht um diejenigen kümmern, denen es schlecht geht. Ob Krieg oder Merkel-Sprechblasen – den Sachsen bewegt lediglich, wie er besser stehen könne als Bayern, ohne nach Bayern auswandern zu müssen; denn in Dresden ist es dem Dresdner am Schönsten.

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Es wäre wirklich zu viel verlangt, zu erwarten, dass nun gerade die Leute mit DDR-Geschichte die deutsche Demokratie verzieren sollten.

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Mollaths Etikettierung und die politische Majorität als Mob

August 31, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4837

am Sonntag, 31. August 2014

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Die Gedanken sind frei. Ja, aber nicht frei auszusprechen. Mir kommt täglich zugute, dass ich als studierter Jurist ziemlich gut die sprachlichen Spielräume in Grenzbereiche hin nutzen kann, um zuspitzen zu können. Ich verstehe die praktische Schweigespirale. Denn die meisten Mitbürger halten lieber ihre Schnauze, bevor sie auflaufen.

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Wenn jemand einen Brief an eine Zeitung schreibt (es sei denn einen „Offenen Brief“ – die werden nicht gedruckt), der muss keine Angst haben, dass ihn die Brief-Redaktion mit gerichtsträchtigen Formulierungen drucken und auflaufen lässt (es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass strafbewährte Inhalte vom Briefschreiber intern weiter benutzt werden).

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Jedenfalls haben wir mit dem System der Legitimation durch Mehrheitswahlen eine gewisse Polsterung, wenn Unheil geschieht, dafür persönlich nicht in Haftung genommen zu werden. Wir verschwinden in einer Mehrheit oder werden als Minderheit überstimmt.

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Nun bestehen aber – außer bei Halbe Halbe – immer Majorität gegen Minorität und sei es nur knapp. Machen wir also große Koalition.

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Ein Problem ist aber immer und verlässlich mit dem Mehrheitssystem verbunden:

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Alle politischen Entscheidungen – alle wichtigen Entscheidungen überhaupt – erfordern Kenntnisse und Urteilskraft. Wer bescheuert ist kann nicht mal ein passendes Auto kaufen.

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Wir haben also stets Kenntnisse, besser noch Spezialwissen, Expertenurteil, Profitum in allem und jedem nötig. Und – egal in welchem Arbeitsfeld – sind diejenigen, die Ahnung haben in der Minderheit. Bei jeder Mehrheitsabstimmung dominiert die große Majorität der Kenntnisschwachen, Emotionsorientierten und Desinteressierten, eine wirklich leidende Minorität von Menschen mit Einblicken, die das Unheil immer schon kommen sehen.

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BUCHTITEL Die Affäre Mollath der Mann der zu viel wusste

BUCHTITEL
Die Affäre Mollath
der Mann der zu viel wusste

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Wer erkundigt sich also für einen „Mollath“, um eine eigene Meinung entfalten zu können? –

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Antwort: Niemals die Majorität.

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Wenn es einem „Mollath“ irgendwie gelingt, eine sprachfähige Minorität zu mobilisieren, dann ist er dennoch auf sehr viele Randbedingungen angewiesen, die er selbst nicht steuern kann.

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Vor einigen Tagen schrieben also Leser der Süddeutschen Zeitung bzw. von all denen, die da in den letzten Wochen geschrieben hatten, wurden zwei Auszüge nebeneinander gestellt, in denen sehr erhellend das MOB-Motiv deutlich wird: Majorität sticht Minorität.

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Wer mal, wenn er alt geworden ist, in eine Heimeinweisungsmangel kommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Jedenfalls nicht, so lange der Horst Seehofer von Bayern Horst Seehofer heißt – der, wenn überhaupt, nur auf Druck reagiert.

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Süddeutsche Zeitung vom 28. August 2014: „FORUM & LESERBRIEFE. Gustl Mollath. Fehlerhaftes System „Glanz und Elend eines Freispruchs“ vom 18. August:

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ÜBERSCHRIFT: „Lektion in Anpassung. Dieses kleinmütige Urteil war das Äußerste, was zu erwarten war. Wäre die Beweisaufnahme noch viel positiver ausgefallen und wären alle Beweisanträge Mollaths berücksichtigt worden, so hätte trotzdem kein bayerisches und wohl auch kein deutsches Gericht eine volle Rehabilitierung ausgesprochen. Zu groß waren in den Vorinstanzen das Versagen und die Intriganz auf richterlicher Ebene, sodass man sich fragen muss, ob an dem System etwas nicht stimmt. Und zu einer Systemschelte, und nichts anderes wäre eine volle Rehabilitierung Mollaths gewesen, ist kein Gericht bereit. Man braucht gar keine Verschwörung zu konstruieren, um zu verstehen, dass ein Gericht, dessen Mitglieder eine jahrzehntelange Sozialisation durchgemacht haben, der Auseinandersetzung mit den Vorinstanzen ausweicht und die Gelegenheit benutzt, dem knorrigen Sonderling Mollath eine Lektion in Anpassung zu erteilen. Dr. Andreas Triebel, Bochum“

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Briefschreiber Dr. Triebel betont, was hier in der Lichtgeschwindigkeit vor Monaten bereits ausgeführt worden ist: Zum Gelingen der Ex-Frau-Mollath-Attacke war keine Verschwörung notwendig. Sondern, alle nachweislich tätigen Mitwirkenden haben den zureichenden Erfolg aus eigenen Motiven „selbsteuernd“ synergetisch erzeugen können.

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Die FORUM-Redaktion der Süddeutschen vom 28. August 2014, S. 13, schließt an obigen Text direkt an:

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ÜBERSCHRIFT: „Gegen den eigenen Willen. Der Kommentar streift ein Thema, das zum Teil noch mehr Unrecht birgt als die Etikettierung gesunder Menschen als Psychopathen: die Einweisung vieler alter Menschen in Pflegeheime gegen ihren Willen. Tausende kommen etwa nach einem Sturz ins Krankenhaus und werden unter rechtliche Betreuung gestellt, die das Ziel hat, die Heimeinweisung in die Wege zu leiten. Sie werden genauso wenig ernst genommen wie viele angeblich psychisch kranke Menschen. Ein großer Teil der behandelnden Ärzte diagnostiziert schnell Demenz – und die Unfähigkeit, im eigenen Zuhause leben zu können. Leider sind die hochbetagten Menschen zu schwach, um sich zu wehren und haben weniger Unterstützer als Herr Mollath. Margot Klein, Mannheim“

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Dietmar Moews meint: Herzlichen Dank, Frau Klein und Herr Dr. Triebel, dass sie mit einem Leserbrief hervortraten. Ich wünsche der Angelegenheit eine ausufernde Diskussion – auch zum Problem der schweigenden Mehrheit.

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Nur die Majorität, die still ist, wird in jeder wichtigen menschlichen Frage zum Mob, weil Minderheiten und Einzelne kein politisches Gehör erhalten.

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Zur demokratischen Staatsbürgerlichkeit gehört ein erheblicher Schuss „Citoyen“. Wem es gut geht und wer zufrieden ist, darf davon ausgehen, dass er einer Majorität angehört, an der immer eine Minorität in Permanenz leidet.

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Jede Majorität ist eine Angstkraft. Tja.

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Luftwaffe und Witztheorie

August 31, 2014

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am Sonntag, 31. August 2014

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Bildschirmfoto vom 2014-08-17 16:58:34

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Die technische Entwicklung militärischer Kampf- und Verteidigungsmittel als Flugzeuge, Krieg aus und in der Luft und der Witztheorie, insbesondere Soldatenwitze haben eine entscheidende theoretische (metaphysische) Gemeinsamkeit: Das ist die Beteiligung von Menschen.

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Beim Menschen müssen wir stets zu unterscheiden wissen, welche menschlichen Aktivitäten sind individuell-anthropologischen Ausgangs und welche – im Grunde völlig anders – sind die individuell-sozialen.

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Ohne ein Individuum in seinen anthropologischen Dispositionen zu verstehen, kann man sich nicht auf dessen Aktivitäten einstellen.

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Allerdings ist die individuell-anthropologische, willkürliche und auch unwillkürliche Aktivität immer auch eine Reaktivität und Interaktivität.

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Folglich müssen wir unsere Einsicht, im Anschluss an das Anthropologische, auf die Interdependenz von individuell-anthropologischen Sonderlingen – jedes anders und eigenartig – einstimmen. Sie stehen alle unter wechselseitiger Beeinflussung und – das ist wirklich meta Physik – sie tun das alle so vor dem Hintergrund konkreter und / oder vorgestellter sozialer Szenerie, z. B. bekannte und / oder fremde Zeugen.

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Aufgepasst: wir handeln vor konkreter und vor nur so vorgesteller sozialer Szenerie. Wir antezipieren soziale Vorgänge mit Menschen, die wir uns nur vorstellen, vielleicht sogar in Zukunftsvorstellungen (z. B. ob sich etwas rächt oder lohnt).

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Das ist die Sozialität: isch binänne kölsche Jong, wat willse machn?

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Und das tut man besser mit Kenntnissen der Soziologie – die heute selbst sogenannte Soziologen überwiegend nicht haben. Die meisten halten sich mit der Beschreibung von individuellen Super-G-artigen, Lebenshindernisse umfahrenden oder anrammenden Abfahrtsläufen auf – ohne das Soziale zu begreifen. So, als ginge ein Mensch im Wald zwischen den Bäumen umher. Wie Heinrich Heine meinte: Was gehn dich die grünen Bäume an?

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Nein – man geht zwischen Menschen anders umher, als zwischen Bäumen. Mitenschlichkeit und Soziales sind eben nicht reine Physik.

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Übersehen wird dadurch, dass das Soziale eben nicht einfach handlungsmotivational und zweckrational angelegt ist, sondern interdependierend, stets mit dem konkreten Anderen, mit der Gruppe, mit der sozialen Szenerie gefärbt. Ohne Aufschließen des Sozialen kann auch ein allein handelndes Individuum nicht verstanden werden.

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Ich sehe es als ein Hauptproblem unserer schnellen Zeit an, dass Soziologie unterdrückt und verfälscht wird – ich sage nur MAX WEBER (der gar kein Soziologe war und keinerlei Soziologie wissenschaftlich gearbeitet hatte, sondern der journalistische Befindlichkeitsberichte der Gesellschaft beschrieb und in die Zukunft hinausspekulierte: Max Weber? Alles unentgeltliches Geschreibsel ohne Wert bzw. mit viel Schaden bis heute).

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Ja, lieber Leser, so ist es mit Dr. Dietmar Moews. Kann wohl sein, dass er was zu sagen hat. Aber bevor er so zu Potte kommt!

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Also Kriegsflugzeugtechnik und Witze stehen in Zusammenhang, weil beide sozialen Widmungszwecken zugeordnet sind und schon in der Entwicklung, das Soziale einbezogen wird: Sozialität als Bemessungsgrundlage für Witz und Drohne.

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Da ist also kurz geschlossen die Frage: Lassen sich welche auch immer vorgesetzten Werte und Ziele verwirklichen?

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Zunächst ganz kurz zum Witz: Ein Witz ist eine metaphysisch angebundene Bewegung, die einen reflektierenden mitfühlenden Menschen individuell berührt und zum Lachen bzw. in ein Schmunzeln, Grienen, fröhliches Abschweifen, eine Lächerlichkeit versetzt. Es ist eine Bewegung, die, auch wenn sie nur einen Einzelnen bewegt, immer soziale Zusammenhänge oder Szenerien, soziale Situationen mitschwingen lässt, die dabei sein könnten, selbst, wenn sie nicht dabei sind.

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Schließlich ist ein Witz immer nur dann ein Witz, wenn man lacht – wenn einer lacht, weil man lachen könnte oder würde, wäre man dabei.

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Und damit Schluss der Witzmetaphysik hier: Wenn das Witzmaterial erzählt oder vorgeführt oder erlebt wird und keiner lacht, dann ist es kein Witz.

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Damit ist hier jetzt „der Witz“ als Prototyp des Sozialen überhaupt zu erkennen: Soziologie ist Witztheorie mit angeschlossenen empirischen Seinsbindung-Forschungen.

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Und schon bin ich beim Kampfflugzeug, bei Drohnen oder Luftschiffen, Fesselballonen, Sateliten und Selbstlenkraketen, bei Munition, Fallschirmen, „Weihnachtsbäumen“, Obersalzbergeinnebelung und Giftgas.

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Immer strebt die militärische Flugzeugentwicklung danach, die soziale“ Bewegung, unter Berücksichtigung der sozialen Bewegung des Feindes günstig einspielen zu können.

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Auch beachtlich ist für die Rüstungsentwicklung die Finanzierung: Man muss es bezahlen können. Allerdings gibt es heute unbegrenzt weltweit Kredite für Rüstung – sogar über Rentenfonds gespeist.

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Außerdem ist Rüstungszukunft am besten aus einer Hand, doch nicht ohne das technisch beste Kennen und Können tragfähig.

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Inzwischen haben wir durch immense digitale Rechner- und Steuerungstechnik eine Überschneidung der analogen (mit Soldaten) und virtuellen (robotisch-automatisierten) Waffen, bis hin zum Cyber War, nämlich die digitalen Steuerungen des Feindes auszuschalten oder in Echtzeit zu manipulieren.

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Ein anderer Aspekt ist der Umstand, dass Krieg von Nationalstaaten finanziert wird. Während das Rüstungsgeschäft der transnationalen Finanzwelt zufällt. Und das reicht natürlich bereits in das Design der Waffen und der Kriegsstrategien hinein.

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Dann wäre nämlich stets das Dümmste, aber Teuerste, am Zuge, während alle diejenigen Generäle, die von der Kriegskunst herkommen, schnell rausgeschmissen werden müssen, um durch Generäle der profitorientierten Rüstungsindustrie ersetzt werden zu können.

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Natürlich haben wir im freien Deutschland hierfür unsere freien Wahlen – da stehen diese Fragen natürlich niemals auf dem Wahlprogramm. Da heißt es: Wollt ihr Kamelle oder Bongospielen? Und der Witz ist dann ohne Theorie: Bongospielen!

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Kurz und gut: Seitdem also die Kriegsparteien – mindestens zwei Kontrahenten, durch das oben skizzierte Waffenentwicklungsproblem, günstiger mehrere kleinere und am besten noch sogenannte asymmetrische Konflikte – alle Beteiligten von den selben Ausrüstern bewaffnet werden, die auch gleichzeitig die Abwehr- und Verteidigungswaffen darauf abstimmen, kommt es natürlich – die sind ja nicht blöde – zu sozialen Auslegungen by Design.

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Kurz gesagt: Wenn beim Iron Dome im Massakerstaat die heiße Abrüstung zur Konjunkturbelebung der internationalen Rüstungsindustrie 4.0 akzelleriert werden kann, wird das algorithmisch veranlasst: Der Rechner sagt, wann es losgeht, nämlich, wenn es sich rechnet:

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Mit dem Abschuss einer blödsinnigen, etwas größeren Panzerfaust von Gaza aus, wird automatisch das Iron-Dome-Abwehrsystem gestartet. Beide steuern in der Luft aufeinander zu und – es knallt (natürlich automatisch per Video aufgezeichnet und im Massendatenspeicher digital abgelegt). Und sofort erfahre ich das in Echtzeit Online.

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Damit komme ich zum Schluss – wo es witzig wird. Und wo, Witz und Flugzeugentwicklungstheorie korrespondieren:

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Wer mit großräumigen ferngesteuerten „Airliftern“ (großräumigen Transportflugzeugen, mit knappesten Start- und Landemöglichkeiten (am besten Senkrechtstarter) und geringerem Treibstoffverbrauch – also, großen Reichweiten, gleichzeitig in „Stealth-Auslegung“ möglichst schwer vom nur bis zum Horizont jeweils reichenden feindlichen Radar zu orten („Tarnkappenflugzeug“), aber über Sateliten), also Lebensmittel und Hilfsgüter und gleichzeitig Waffen, Munition, und Bombenabwürfe, gleichzeitig machen will, muss folgendes Problem beachten.

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Der Versorgungs-Lifter soll über Donezk oder Gaza abwerfen: Geladen sind große Kanister mit Salzwasser, Augenbinden und Ohrstöpsel für Gaza, und Panzergranaten und Atombomben für den Massakerstaat – dann ist bereits beim Beladen des Versorgungs-Lifters darauf zu achten, dass während des Abwurfs es nicht zu unsymmetrischen Entlastungen des Lifters kommen kann, indem beispielsweise einfachheitshalber die Güter für Gaza unter der linken Tragfläche und die Knallkörper für die Massakermenschen auf der rechten Seite nicht getrennt aufgehängt sein sollten .

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Denn, ohne große Witz-Theorie weiß jeder: Wenn die eine Seite durch Auslösung der Abwurftechnik ausklinkt, kriegt die ganze Kiste Schlagseite und kommt selbst in Gefahr.

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Nun ist Gaza doch geometrisch/geographisch so klein, dass es beim Abwurfsversuch mehrfach hin und her zu überfliegen sein wird, ohne selbst dabei automatisch oder von den Hamassöldnern oder den Massakermenschen abgeschossen zu werden. So dass im Wechsel, mal Waffen für das Massaker, mal Salzwasser und Ohrstöpsel für die Gazakinder, abgeworfen würden, ohne dass es zur ladegewichtsbedingten Schlagseite kommt. Schon echtes analoges Schlingern ist für so eine schwerbeladene süße Frachtmachine gefährlich.

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Es muss also beim Laden auf gleichmäßige Vermischung der Abwurflast, nach Gewichtsbalance geachtet werden – am besten mit einer Lifter-Lade-Logistik-Software gesteuert – einer neuen fortschrittlichen Leistung unserer fortschrittlichen IT-Arbeitswelt.

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Dietmar Moews meint: Soziologie ist Witztheorie mit angeschlossenen empirischen Seinsbindung-Forschungen. Erst wenn Freund und Feind, Angriffs- und Abwehrwaffen aus einer Hand IT 4.0 gesteuert werden, entfallen zahlreiche organisatorische Probleme.

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Denn dann ist es egal, wer wann gerade mal Salzwasser oder Iron-Dome-Systeme auf den Kopf geworfen bekommt – die Gegenwaffe wird ja stets mitgeliefert.

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Nur eines darf nicht geschehen:

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Ein Krieg darf niemals enden. Er darf nicht abschließend gewonnen werden. Deshalb hat sich ja die Ausbildung und Bewaffnung von Bin Laden, Al Qaida und ISIS jetzt durchgesetzt.

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Was mit der Pilotenausbildung der 9/11-Piloten schon äußerst erfolgreich war, wird mit internationalem Wachstumsbestreben der Casino-Finanz automatisch prolongiert.

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Die Mehrheit (Majorität) der Menschheit, die die ausgeführten Zusammenhänge nicht verstehen kann (RTL= Rammeln, Töten, Lallen), kann lachen. Das macht die viehischen Machenschaften zu Witzen. Die etwas indignierte Minorität, die nicht lacht, hat einfach mal nichts zu lachen – na und? – Oder lacht fast niemand, weil die Majorität nur Bratkartoffel versteht, aber über Bratkartoffel nicht lachen muss.

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Während allerdings die soziale Rüstungsentwicklung, auch der Luftwaffe, auch theoretisch vollkommen eindeutig erkennbar ist. Auch diese zu beobachten ist ein Witz.

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Und wir wissen spätestens seit Nietzsche: das Allzumenschliche spielt sich jenseits von Gut und Böse ab. Was nicht heißt, dass es nicht Gut und Böse gäbe.

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Neues Spitzenpersonal auf EU-Sondergipfel bestimmt

August 30, 2014

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am Samstag, 30. August 2014

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Federica Mogherini aus Italien und Donald Tusk aus Polen haben die EU-Staaten-Chefs nun bestimmt.

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Doch liegt die Personalfrage hauptsächlich in der Zuweisung von Bedeutung und Handlungskompetenz durch die Staatschefs. Entscheidend ist, ob und was dieses EU-Personal tun darf und tun soll. Erst in zweiter Linie zählt, ob sie hübsch oder polyglott sind, Führungserfahrung oder wissenschaftliche Intelligenz und Urteilskraft haben.

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Bislang arbeiteten diese EU-Rollenträger als Repräsentanten auf Geheiß, der maßgeblichen Staatsführer im EU-Rat.

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Wie undemokratisch das EU-Konstrukt bis heute aufgezogen ist, lässt sich daran ablesen, dass sämtliche EU-Rollenträger nicht von den europäischen Bürgern gewählt werden können. Es gibt nicht einmal einen allen gemeinsamen Wahltermin. Und es gibt bislang kein einziges Mal Parlamentswahlen (z.B. in Deutschland), bei denen Europapolitik entworfen und angeboten würde. Es gibt auch nicht das konkrete Personal, das diese Europapolitik innereuropäisch und außereuropäisch verwirklichen sollte bzw. die 28 EU-Staatsführungen suchen und wählen solches Spitzenpersonal nicht.

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Das ist heftig: Eine Staatengemeinschaft, EU genannt, sucht sich nicht das beste Personal und stellt das auch nicht den Wählern zur freien Wahl.

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Beobachtet man die Bundeskanzlerin Dr. Merkel, ist eindeutig, dass sie die EU stets als Sündenbock für ungelöste Probleme hinstellt, aber der EU keinerlei politische Handlungsmacht überlässt (Die anderen EU-Staaten machen ebenso).

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Letztlich sorgt die deutsche Bundesregierung auch nicht dafür, dass die EU überhaupt als kompletter Staatenverbund, Union oder Dachverband angelegt wird: Es fehlt eine Satzung, eine Militärkonzeption und es fehlt ein zentrales Controlling für sämtliche Politikfelder.

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Die 41 Jahre alte Italienerin und der 57 Jahre alte Pole, die beim EU-Sondergipfel am Samstag in Brüssel zu Europas neuer Außenbeauftragten und zum Präsidenten des Europäischen Rates gekürt worden sind, bilden in all ihren Gegensätzen genau den nötigen Proporz ab, der eine Einigung unter den 28 Mitgliedsstaaten erst möglich werden lässt. Diese Einigung auf diese beiden Leute bedeutet, dass sich die EU nicht einig ist.

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Sie ist Sozialdemokratin, er Liberal-Konservativer.

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Dietmar Moews meint: Drogenfreie Verwaltungsleiter ohne Flugangst wären als EU-Spitzenvertreter nicht schlecht.

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Vielsprachigkeit ist nicht unabdingbar. Denn welcher Berufspolitiker kann alle europäischen Sprachen verhandlungssicher sprechen, lesen und schreiben?

Wichtiger ist die großherzige und nüchterne Persönlichkeit, die in aller Welt auch ohne Worte respektiert würde: Wachheit und Führungs- und Fühlungskompetenz für die einfache Auslegung der Goldenen Regel, wie sie in aller Welt verstanden und geschätzt wird. Wer machtpolitische Interessenpolitik im Schilde der EU führen will, sollte mal die Präambeln der geltenden Verfassungen und der UN-Menschenrechts-Charta studieren.

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Stattdessen schmiedet Großbritannien mit einigen anderen EU-Staaten an einer 11000 Mann starken Ukraine-Einsatztruppe, die nicht auf Brüssel abgestellt ist.

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Was die EU momentan und als Anhängsel des „Westens“ treibt, wird sich rächen. Man kann sein eigenes Dauern nicht auf Unfairness und auf Unrecht stellen.

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Neurussland und Volksrepublik Donezk in der Ukraine

August 30, 2014

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am Samstag, 30. August 2014

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Nun eine aktuelle Lageeinschätzung zu „Neurussland“ oder „Volksrepublik Donezk“ in der Ostukraine, wo zwischen Ukrainern und Russen offener Krieg getrieben wird. Dabei sind angeblich über 800 000 Russen nach Russland geflohen und über 100 000 Ukrainer in die Westukraine.

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Ein Atomkraftwerk hat man im neurussischen Kampfgebiet auch, nicht nur in Tschernobyl – mal sehen, wer das aus Versehen beschädigen wird (natürlich in einer Not).

Anbetracht der eskalierten allseitigen Propaganda und dem elementaren Vertrauensverlust sowie die Unmöglichkeit Proklamationen und tatsächliche Geschehnisse über die Bereitstellungsmedien verifizieren zu können, reicht es mir jetzt.

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Unsere gewählten politischen Repräsentanten behandeln ihre Wähler und die Deutschen insgesamt als Idioten und unmündige Bürger, denen man keine entscheidende Verantwortung überlässt. Ich bin auf die nächsten Wahlen gespannt (am kommenden Wochenende wählt Sachsen – CDU und SPD bzw. die Linke als Opposition stehen zur Wahl).

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Nach Lage der Dinge aus meiner Sicht, sind die Deutschen nach wie vor „hitlerschlau“. Was sie nicht wissen sollen, wollen sie auch nicht wissen und sagen dann hinterher: Wir wussten nichts.

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Aber – das ist das Entscheidende für das politische Verhalten der Deutschen als tatsächliche Majoritätsorientierung:

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So lange es ihnen auf diese Weise so exklusiv materiell gut geht – soll es so weiter gehen (Sachsens Tillich (CDU) darf sich schon auf seine Wiederwahl freuen). Kanzlerin Merkel und die Koalitions-SPD kann sich weiter freuen – auch wenn die „schweigende Hitlerspirale“ teilweise gewisse Basisgeräusche von sich gibt: Das ist doch nicht die christliche Programmatik! – das ist doch nicht die sozialdemokratische Programmatik! – das ist doch nicht die Grüne „Alternative“!

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Wir haben also viel Gerede und Interpretationen des geltenden Rechtes, der vertraglichen Verpflichtungen und so weiter, von allen Seiten, die da jetzt in der Ukraine mitmischen. Aber die Teilnehmer und Bewerber sind sich nicht einig. Und ihre Uneinigkeit ist auch nicht durch die Propagandakonflikte aufzumischen – deshalb wird ja auch dieser Krieg von allen Seiten akzelleriert.

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Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen den Konfliktseiten.

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Während die Machtträger in Kiew von Anbeginn von „Weltkriegslage“ und von „Weltkrieg“ reden (drohen), erklärt der Russe: Das ist eine innerukrainische Auseinandersetzung – die Ukrainer und die neurussische Sezession sollen miteinander einen friedlichen Modus verabreden. Aber – der Russe betont – Russland ist auf der Seite der Neurussen. Und Russland wird den Ukrainern zukünftig geringere Eselsbrücken bauen, die ukrainische Armut zu kreditieren.

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Und nun die praktische Lage:

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Putin ist seiner neuen (kapitalistisch/marktwirtschaftlichen) russischen Sozialsituation ausgesetzt. Darin gibt es jetzt – bei aller staatlichen Propagandaübermacht – dissidente Diskussionen zum russischen Patriotismus und zum Ukrainekonflikt.

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Putin hat für die russische Zukunft eine regionale und eine weltpolitische Vorstellung, die darin Ausdruck finden, dass regional mehrere Kampf-Divisionen an der neurussischen Grenze bereit stehen. Dass die einsatzbereit sind, zeigt sich an den konkreten Interventionen auf ostukrainischen Gebiet um Donezk.

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Putin verlangt mindestens zwei Essentials (a) und c)):

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a) Direkten ungehinderten Landweg zu den Schwarzmeer-Marine-Stützpunkten – also Landverbindung Russland zur und auf die Krim,

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b) konföderative sozio-politische Selbstbestimmung der Neurussen in Neurussland als Teil der unabhängigen Ukraine,

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c) keine nicht ehedem verabredete Änderung der internationalen Militärpolitik – dass an den russischen Grenzen keine festen auf Dauer gestellten NATO-Einheiten anzusiedeln sind.

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Kiew sieht das Alles anders:

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Kiew macht jetzt Bombenangriffe auf Donezk – was man niemals mehr aus der Welt bekommen wird.

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a) Weil Kiew behaupten will, selbstbestimmt, mit nationalem Gewaltmonopol, die bisherige ukrainische Macht- und Rechtsordnung auch in der Ostukraine durchzusetzen.

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b) Kiew verlangt die Krim zurück.

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c) Kiew will volle Selbstbestimmung hinsichtlich eigenständiger Militärbündnisse auf dem ukrainischen Staatsgebiet.

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d) Kiew will die russische Bevölkerung in der Ostukraine und auf der Krim unterwerfen und ist nicht bereit, mit denen zu verhandeln: mit „Terroristen“ verhandelt ein „Rechtsstaat“ nicht.

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Dr. DIETMAR MOEWS von FOKKO VON VELDE fotografiert

Dr. DIETMAR MOEWS
von FOKKO VON VELDE
fotografiert

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Dietmar Moews meint: Die unmittelbare Kriegszukunft wird von zwei Aspekten bestimmt sein:

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EINS Wenn die militärische Polarisierung in zwei Kampfblöcke: Für den Massakerstaat und gegen den Massakerstaat den zusätzlichen Kampfplatz Ukraine verkraften zu können meint (der vom Massakerstaat so definierte DER WESTEN), dann wird es in der Ostukraine „westliche“ Luftunterstützung und Waffenlieferungen geben.

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oder ZWEI Wenn der Massakerstaat endlich begreifen könnte, dass sich auf diesem Weg Israel abschafft, wenn es weiterhin „Armageddon“ spielt, dann wird man sich militärisch mehr auf den Konflikt mit der Kalifat-Arabischen Qaida, genannt ISIS, versuchen zu beschränken. Aber hier wird die Rechnung schwierig. Wir sehen es gerade mit den UN-Geiseln auf dem Golan.

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Ob ich den nüchternen Blick Obamas und die vernünftige Urteilskraft des Massaker-Westens kommen sehe? Sehen tue ich das zur Zeit nicht.

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internationale Sportler und Künstler wurden damals, anfang der 1980er Jahre, von Hannover aus initiert.

internationale Sportler und Künstler wurden damals, anfang der 1980er Jahre, von Hannover aus initiiert.

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Die Idee, dass tatsächlich die Wahnvorstellungen der israelischen Siedlerpartei den Taktstock schwingt, finde ich absurd. Eher ist es eben die kollektive internationale Kommunikation- und Vernunftoptimierung, die so erbärmlich davonkommt.

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Die nichtsouveräne deutsche Regierung der US-Statthalterei darf sich im Moment weiterhin „hitlerschlau“ aus der Affäre ziehen: Mitmachen, Schnauze halten, Wohlstand genießen.

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Schweigespirale zu „Gaucks“ neuer Militärbereitschaft

August 29, 2014

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am Freitag, 29. August 2014

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Die neue Kriegspolitik Deutschlands, als Anpassung an die Kriegspolitik der bestimmenden USA, nicht mehr nach eigenem deutschen Friedensgebot sich von Kriegsbeteiligung zurückzuhalten, ist jetzt gebrochen:

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Deutschland macht Krieg und Deutschland macht Krieg mit. Und Deutschland flankiert die eigene Kriegsbereitschaft mit Kriegspropaganda. Es werden keinerlei Gegenstimmen berichtet, die andere befreundete Staaten äußern, die nicht Krieg mitmachen wollen. Dagegen werden ausländische Kriegsverlangen geradezu als Warnung in Deutschland verbreitet.

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In der deutschen Kriegspropaganda werden alle Methoden und Mittel benutzt, die der Kommunikationsführung, der Propaganda und der Meinungsunterdrückung zur Verfügung stehen: Gefälschte Nachrichten (veraltete Massaker-Videos), hochkarätige Fachleute (sogenannter Friedensforscher-NGOs und von „Internationalen Beziehungen“), Auswahl von Zeugen durch Redakteure staatlicher Sender (Guido Westerwelle wird nicht interviewt, was die heutige Lage in Libyen betrifft), Unterdrückung von Kriegstatsachen, Massaker, Genozid, Kriegsverbrechen an Kindern (sieben Wochen Gaza-Massaker durch den Gaza-Massaker-Staat) sowie das Verschweigen von Machenschaften (MH 17, Absturz des malayischen Großflugzeuges aus Amsterdam über Ukraine wird nicht aufgeklärt) usw.

Schweigespirale ist eine Erkenntnis aus der us-amerikanischen Soziologie, die die Alt-Nazi Noelle-Neumann aus Allensbach als eigene Erkenntnis propagierte, die aber – so oder so – nicht zur politischen Führung benutzt wird. Schweigespirale bedeutet:

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Die Leute, Bürger, Wähler, Menschen, die man nach ihrer Meinung in sogenannten Meinungsumfragen befragt, sagen nicht, was sie denken, sondern sie verschweigen ihre Werthaltung in jedem Fall.

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Befragte sagen nie (nur ausnahmsweise Gustl Mollath) was sie für wahr halten. Sie sagen immer (Ausnahme Gustl Mollath) was sie glauben, dass billig ist:

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a) das als Mehrheitsmeinung öffentlich bekannt ist,

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b) was der Frager / Interviewer als Antwort gelten ließe,

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c) Was der Befragte sagen kann, ohne dass nachgefragt wird oder komplizierte Begründungen nachgefragt würden – man vermeidet Nachfragen nach Argumenten (weil man meist zu wenig Ahnung von politischen Sachen hat)

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d) Man antwortet lieber was Angepasstes anstatt einfach zu sagen:

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da) Mein Arzt hat mir verboten, meine Meinung öffentlich zu sagen

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db) Ich weiß es nicht

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dc) Ich will meine Meinung zu ihrer Frage nicht sagen. Kurz gesagt: was Sie hier erfragen, ist lediglich geeignet, die Antworten zu erheben, keineswegs aber das voraussichtliche Verhalten oder auch nicht, was die Befragten ehrlich glauben zu meinen.

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dd) Die wirklichkeitsnahe Antwort wäre: Ich verhalte mich situativ und der sozialen Szenerie, die ich jetzt zum Fragezeitpunkt nicht kenne, angepasst. Also kann es sein, dass das, was ich jetzt sagen könnte, möglicherweise ganz anders werden wird.

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Die öffentliche Meinung, die in Umfragen herausgeholt wird, sammelt nach angeblich „repräsentativer Auswahl“ des Samples O-Töne auf vorgefasste Fragestellungen. Heraus kommt immer eine „Erklärungsnorm“ (s. Schweigspirale). Heraus kommt niemals die „Verhaltensnorm“.

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BEISPIEL: Auf dem Weg in die Fußball-Fernsehkneipe in Dortmund antwortet der neutrale Fan: Dortmund (Erklärungsnorm – weil er glaubt, diese Antwort funktioniert in der Fragesituation). Es kann aber sein, dass er eher an den Französischen Fußballmeister glaubt – nur das sagt er nicht (Verhaltensnorm).

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Kurz – öffentliche Meinungsäußerungen und öffentliches Verhalten lassen sich nicht einfach „blank“ erfragen. Es sind empirische Sozialforschungsmethoden nötig, wenn man das wahrscheinliche mögliche Verhalten als Verhaltensnorm ermitteln wollte.

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Dietmar Moews meint: Die heute breitwandig verbreitete Einschätzung, „die Deutschen stimmen in der überwiegenden Mehrheit der neuen Kriegspolitik zu“, ist reine Zweckbehauptung und Propaganda. Angepasstes Verhalten in einer unehrlichen Meinungsäußerung wird durch psychologischen Druck gefördert, mit Phrasen, die jeder hören muss:

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„Die Deutschen sind noch nicht reif, über die neue Militärpolitik zu diskutieren!“ behauptet die Propaganda.

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ZUGINSFELD 27 "Man kann ja nie wissen" DMW 548.2.99, 198cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt

ZUGINSFELD 27 „Man kann ja nie wissen“ DMW 548.2.99, 198cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt

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„Die Deutschen akzeptieren Waffenlieferungen zur Notabwehr, noch nicht Entsendung von Bundeswehr-Kampfeinheiten und Soldaten!“ behauptet die Propaganda – ohne zu beweisen, dass solche Waffenlieferungen die (welche?) erhoffte Wertverwirklichung bezwecken und bewirken können.

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ZUGINSFELD 41 DMW am 3. Juli 2014 in der Mainzer Straße Südstadt Köln, in Köln im Jahr2014 gemalt

ZUGINSFELD 41 DMW am 3. Juli 2014 in der Mainzer Straße Südstadt Köln, in Köln im Jahr2014 gemalt

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„Wir nennen es nicht mehr Friedenspolitik, sondern Interessensicherung weltweit!“ wird behauptet.

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ZUGINSFELD 26 DMW 198 cm / 198 cm von DIETMAR MOEWS 1999 in Dresden gemalt

ZUGINSFELD 26 DMW 198 cm / 198 cm von DIETMAR MOEWS 1999 in Dresden gemalt

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Wir propagieren, dass es nicht um Angriffskrieg sich handelt, sondern um die Verteidigung der gemeinsamen Interessen mit unseren Bündnispartnern! – behauptet die Propaganda.

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ZUGINSFELD 32 "O Veitstanz" DMW 660.7.8 am 30. Juni 2014

ZUGINSFELD 32
„O Veitstanz“
DMW 660.7.8
am 30. Juni 2014

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Schließlich wird also behauptet, die überwiegende Mehrheit der Deutschen schweigen gegenüber der deutschen Kriegs-Führung, weil sie einverstanden sind. (Vielleicht wollen sie lieber die alte Friedenspolitik von Kohl und Westerwelle: keine Soldaten! und keine Waffen in Kriegsgebiete)

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ZUGINSFELD 37 DMW 667.14.8., 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand

ZUGINSFELD 37 DMW 667.14.8., 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand

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So betriebsblind war Hitlers Führung am 1. September 1939 auch, als bekannt wurde, dass England und Frankreich Deutschland den Krieg erklären würden, wenn die Wehrmacht nicht unverzüglich aus Polen zurückgezogen würde. Hitler zog nicht zurück, wenngleich er und seine Führung selbst wussten, dass Zweifrontenkrieg gegen England nicht gehen wird (Hitler nennt selbst die Lehren aus dem Ersten Weltkrieg in seinem öden Buch „Mein Kampf“).

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ZUGINSFELD 37 DMW 667.14.8., 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand

ZUGINSFELD 37 DMW 667.14.8., 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand

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Die Naziführung hielt das Schweigen der deutschen Öffentlichkeit nicht für „Schweigespirale“ oder Einschüchterung der Deutschen durch das Nazi-Regime, sondern irrtümlich als Zustimmung und als Kriegsbereitschaft. Ebenso wurde Englands Kriegsbereitschaft (Chamberlaine: „never to go in war with one another again“), zur Unterstützung Polens, unterschätzt.

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ZUGINSFELD 37 DMW 667.14.8., 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand

ZUGINSFELD 37 DMW 667.14.8., 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand

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Schon hier sieht man, dass die eigenen Wünsche (wie Vorurteile wirken) erschweren, richtig einzuschätzen, aus welchen Gründen und mit welchen Motiven etwaig Andersdenkende in Umfragen eine angepasste Meinung erklären, dann aber anderes Verhalten an den Tag legen, wenn es so weit kommt und sie gefordert werden.

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ZUGINSFELD THOMAS WIPF proklamiert im Goethe-Institut Dresden 2003

ZUGINSFELD
THOMAS WIPF proklamiert im Goethe-Institut Dresden 2008

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Der Großen Koalition in Berlin könnte es so ergehen, wie den großen italienischen Parteien in den 1980er Jahren – plötzlich waren sie weg, aufgelöst, ersatzlos gestrichen.

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ZUGINSFELD THOMAS WIPF proklamiert im Goethe-Institut Dresden 2006

ZUGINSFELD
THOMAS WIPF proklamiert im Goethe-Institut Dresden 2006

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Cinque Stelle, die neue italienische Alternativpartei, erhielt auf Anhieb 25 Prozent bei den Wahlen in Italien. Im Frühjahr 2012 erklärten ca. 30 Prozent der Deutschen, sich vorstellen zu können, die PIRATEN zu wählen.

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Offener Brief an die Heimatstadt Springe: SCHULNAME

August 28, 2014

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am Donnerstag, 28. August 2014

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Die Kernstadt Springe braucht einen Namen für die Schule. Ich bekomme das in der Ferne mit und war selbst auf der nach Göbel benannten Mittelschule in Springe. Bürgerbeteiligung ist verlangt. Etwas Kenntnisse zur Stadtgeschichte, der Tradition, der Abhängigkeiten und der Veränderlichkeiten, speziell der Menschen dieses Ortes, wären wünschenswert, damit ein guter passender Name gefunden wird.

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Springe am Deister, an der Eisenbahn von Hannover nach Hameln, in Niedersachsen, ist heute eine Samtgemeinde von etwa 30 000 Bewohnern, mit 16 Ortsteilen zahlreicher ursprünglich eigenständiger Orte. Alle haben eine eigene Schulgeschichte. Hauptort und Kommunaladministration ist die sogenannte Kernstadt Springe. Hier befinden sich heute die wichtigen Schulen von Gesamtspringe. Es gibt eine angestammte Heimatzeitung – zeitweise gab es sogar drei Redaktionen: BILD, HAZ und NDZ. Man hat also Erfahrung mit Namenslöschungen und Neunamensgebungen (inzwischen tragen alle außerdem das Ehrenzeichen des Fortschritts – wie Lise Meitner – nämlich ein „.de“, NDZ.de, HAZ.de, BILD.de).

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Namensvorschlag für die zukünftige IGS in Springe:

Vorab noch eine Grundvoraussetzung für den zu suchenden Namen. Frei, je nach politischem Willen der Springer, ließe sich jedes Jahr ein anderer attraktiver Name für die Schule wählen – es bliebe immer IGS-Springe.

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Welcher Name passt zum Otto-Hahn-Gymnasium von Springe am Deister?

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Die Grundvoraussetzung für den Schulnamen sind Wertschätzung, Achtung und Respekt und Liebe, die jede Gesellschaft mit jeder Schule haben sollte. Es sind also alle Bürger gemeint, alle Springer gefragt, alte wie junge, Steuerzahler und Schulkinder, Alteingesessene und Zugezogene. Doch ist nicht die Frage, ob der Name den Unbedarftesten gefallen soll (IGS-McDonald), ob kleine Mädchen eine IGS-Barbie cool fänden oder die IGS-Manuel-Neuer mehrheitsfähig wäre – es zählt hingegen die Bedeutung des Namens für eine imaginierte Wertschätzung durch alle Menschen in unserer Welt.

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Hat man dies verstanden, dann drängt sich der Name der Schule für Springe auf. Denn in Springe gibt es eine Otto-Hahn-Schule. Das OHG hat auf diesem Weg bereits mit Springe und mit den Springer Schulnamen zu tun.

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Dazu passt wunderbar der Name einer bedeutenden Frau und Naturforscherin, der, wie man weiß, selbst Otto Hahn sehr viel verdankte.

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Folglich lautet der Vorschlag: Lise Meitner – die bedeutende Naturwissenschaftlerin für die IGS-Springe.

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Lise Meitner ist nämlich Kollegin von Otto Hahn gewesen – für den sich schon vor vielen Jahren berufene Springer Namensfinder gemeinsam entschieden hatten – der das Otto-Hahn-Gymnasium seitdem in Springe verziert.

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Lise Meitner. Beide, Meitner und Hahn haben in Berlin am Wannsee ihre unglaublichen Entdeckungen zur Atomphysik gemacht und erste labortechnische Versuchsanlagen gebaut und zur Forschung eingesetzt.

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Was also Legionen von Schülern auf Berlin-Klassenfahrten erleben, den Besuch des Lise-Meitner-Instituts am Wannsee, fände mit „Otto Hahn“ und „Lise Meitner“, zwei Sternen der Wissenschaft unserer Welt – durch die Benennung der wichtigen Schulen in Springe Ausdruck des Hoffens auf Können durch Wissen.

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Zum Peinlichen noch dies: Ich hatte als Wissenschaftler für das ZDF im Jahre 2005 ein Gutachten zu dem aus Springe stammenden Heinrich Göbel erstellt. Darauf hat das ZDF und auch das Deutsche Museum München bestätigt, dass Göbel keinerlei Teilhabe an der Entstehung der Osram-Glühlampen gehabt hatte. Das Deutsche Museum hat etwaige Zuschreibungsverirrungen seitdem auch benannt.

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Was ich nach jahrelangem Gesamtstudium des sehr umfangreichen Konvoluts in us-amerikanischer Sprache, ca. 6.000 Blatt Gerichtsakten (im Springer Heimatmuseum) sowie des unerwartet umfänglichen Quellenreichtums in den internationalen Elektrotechnischen Zeitungen der Elektrifizierungszeit im 19. Jahrhundert (in Rethen, im Archiv der Leibniz-Universität) fand, war zweifelsfrei aufschlußreich und äußerst zeitintensiv.

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Es wundert mich nicht, dass der flüchtige „Göbel-Kriminalroman“ des Lehrers Chr. Rohde, der beim Verlag von Dietrich zu Klampen als Schnellschuss erschien, ohne das Studium all dieser Dokumente auskommen muss. Man glaubte so, irgendwie -, statt nach wissenschaftlichem Wissen zu fragen.

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Was ich an Rohde, zu Klampens und Callies Springer Irreführung der Öffentlichkeit bedauere ist, dass die Schlusszusammenfassung von Rohdes Göbelbericht aussagt:

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Der eine glaubt dies, der andere das – Rohde glaubt an Professor Callies und die Althistoriker von Hannover, die von der Elektrotechnik-Geschichte so wenig wie von einer methodisch ordentlichen systematisch-semantischen Inhaltsanalyse verstehen. Oder den Text gar nicht gelesen und nicht betreut haben. Das heißt ganz einfach, ein Kategorienfeld von Hilfshypothesen zusammenzustellen, also ein vollständiges Fragensystem und dazu sämtliches Textmaterial durch zu prüfen, den Befund zusammenzufassen und zu interpretieren.

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Rohde hätte besser das vorhandene Material gesichtet und vollständig gelesen, bevor er mit lückenhaften Etwaigkeiten rausgekommen wäre – und die Universität Leibniz hätte sich einen Promotions-Skandal erspart, wenn professionelle Technikgeschichtler und nicht Althistoriker mitgewirkt hätten.

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Hätte Rohde einen belastbaren Forschungsstand zu Göbel erarbeitet und die vorhandenen Dokumente gründlich ausgewertet, wäre auch ihm klar geworden, dass keinerlei elektrotechnische Leistung dem Springer Auswanderer entsprang. In Wirklichkeit entsprach dem eine zeitlang das Deutsche, heute nur noch das Springer Gerücht zur Göbel-Bastei, zum Geburtshaus und zum 4711-Flaschen-Nachbau des Museumsgründers, Architekt Günter Haupt, aus den 1970er Jahren, die Professor Callies mittels Lügenbriefen an Ministerien und Briefmarkengremium, im Jahre 2004 noch,  auf die Briefmarke hat hieven lassen.

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Modell Callies / Rohde 2004

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Was für ein törichter Mann Herr Göbel war, wird an der Transatlantikausreise deutlich: Göbel, der bis dahin das Deistertal höchsten zu Fuß oder auf einem Langholz-Pferdewagen verlassen hatte, beschliesst auszuwandern. Wie idiotisch das geschah, kann man empfinden, wenn man weiß, Göbel, Ehefrau und zwei Wickelkinder überquerten den Atlantik im Winter. Sie stachen ohne außergewöhnliche Not im November 1848, von Bremen aus, mit einem kleinen Zweieinhalbmaster in See.

Im April 1849 landeten sie in New York Eastside Manhattan. Zwei Querstraßen vom Kai entfernt mietete sich Heinrich Göbel als Henry Goebel, Optiker (wo von er überhaupt keinerlei Ahnung hatte), in der Monroe Street ein und machte eine Art An- und Verkauf Empfangsgeschäft für Einwanderer aus Deutschland (woher er auch eine Auswahl von Kuriositäten und Raritäten hatte, die er gegen die ersten Dollars zu Tiefpreisen in Zahlung nahm – Beschiss und Streit sind überliefert – und im Schaufenster als Eigenmanufaktur ausgab). Da blieb er bis zum Lebensende.

Noch einmal:

November bis April, also über den Winter, mit einem kleinen Segler und zwei Kleinkindern über den Nordatlantik – kein moralisch sauberer Mensch macht sowas ohne Zwang?

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Zwischen 1878 und 1895 wurden von den führenden Technikern, Edison, Westinghouse, Tesla, die Elektrifizierung, Folge des neuen Elektromotors, weltweit diskutiert, von Amerika bis Russland, England, Frankreich, selbst Werner von Siemens in Berlin entwarf Glühlampenideen u. a., zehn Jahre dauernde Prozesse zwischen Lampenentwicklern, Patenthaltern und der damals neuen Lampenindustrie wurden in New York geführt. Alle Prozesse gingen zunächst um Patentqualitäten und dann um Lizenzbetrug. Henry Goebel hatte mit diesen Prozessen gar nichts zu tun, lediglich als Stadtklatsch über Prozesse zum Elektrischlicht fanden die deutschen Einwanderer ab 1880 auch in der deutschen Zeitung Informationen – und man redete natürlich darüber. Goebel hatte eine kleine Mappe mit ausgeschnittenen Zeitungsberichten zu den Edison-Entwicklungen gesammelt, haben seine Kinder vor Gericht bezeugt.

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Dabei sind die Entwicklungsgeschichte und die tatsächliche Patentgeschichte der Glühlampen vollkommen klar und eindeutig. Es wurden in allen modernen Ländern Elektro-Fachzeitschriften gegründet, die noch heute da sind (s. die deutsche ETZ). Sie waren damals so epochal und avantgardistisch wie heute die IT-Revolution ist. Geradezu jeder kleine Trick wurde international diskutiert und ist in den Fachzeitschriften sowie in Briefwechseln dokumentiert.

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Die Elektrophysik beginnt zielgerichtet bereits im 17. Jahrhundert und schleppte sich hin, weil man nur schlappen Batteriestrom erzeugen konnte. Dann, mit der Dampfmaschine und dem Dynamo explodierte die Elektrifizierungsgeschichte. Und das ganz neue Patentrecht entstand, das lediglich innerhalb nationaler Grenzen galt und überall extra anzumelden war. So standen die Laboratorien von Edison / General Electric mit französischen und insbesondere britischen Entwicklern in engem persönlichen Kontakt und Austausch, was geht und was nicht.

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Edisons Durchbruch für die High-Tech-Lampe erfolgte im Jahr 1879, mit der Konzeption die der Brite Lane-Fox in England bereits 1878 patentieren gelassen hatte – doch der konnte seine eigene Entwicklung nicht bauen und hielt das dann auch für unmöglich. Als alle anderen die hochohmige Vakuum-Konzeption aufgegeben hatten, gelang dann dem Edison-Team in New York eine zu bauen und, die eine bemerkenswerte Betriebsstunden-Brenndauer erreichte.

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Bauen konnte das Erfolgspatent dieser feinmechanischen Hightech-Entwicklung von Edison im Jahr 1879 nur Edison selbst. Wichtiger Bestandteil der ersten Patente waren nicht mal technische Neuerungen, sondern bestanden in der delikaten Herstellungsgeschicklichkeit. Von Serienproduzierbarkeit, Transportfähigkeit, Stromverbrauchsgünstigkeit und marktgängigen Verkaufspreisen war noch nichts zu sehen. Deshalb wurden dann auch sehr bald verbesserte, technisch sehr veränderte Folgelampen entwickelt und patentiert (Wechselstrom, Metallglüher, Gas usw.).

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Mit seinen Glühbirnenpatenten und den Lizenzprozessen gegen Lizenzbetrüger war das in Deutschland so sehr beneidete Universal-Erfindergenie Thomas Alva Edison pleite gegangen und hatte seine Laboratorien an eine Aktiengesellschaft verloren – General Electric. Erst die Finanzkraft der General Electric half die Patente durchzusetzen – als sie nach 15 Jahren ausgelaufen waren – wurde also dennoch kein Geld damit verdient.

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Heinrich Göbel Senior taucht als Henry Goebel SR. am Ende der vier Elektro-Lampen-Lizenz-Klagen, ganz kurz, im Jahr 1892 (also über zehn Jahre nach den wichtigen Edisonpatenten, in den Elekrotechnischen Fachblättern) als gekaufter Zeuge auf, in vier verschiedenen US-Staaten, mit von ihm bezeugten schriftlichen Erklärungen, auf Seiten der Lizenzbetrüger (belegt ist auch, dass sich Goebel bereits im Jahr 1885 den Anwälten als falscher Zeuge gegen Edison angeboten hatte – die haben ihn geprüft und als nutzlosen Betrüger erkannt. Während der selbe Quatsch dann 1891 zur Verschleppung der Verfahren als „Goebel-Defense“ in die Lizenzprozesse eingeführt wurde: Man wollte Edison die Patent-Lizenzen nicht zahlen, mit der unerwiesenen Behauptung begründet, angeblich Goebel habe bereits 25 Jahre vor Edison eine elektrische Lampe gebaut, was der beschwören wollte) – es erwies sich als Unsinn. Aber die frühesten Edison-Glühlampen-Patente verjährten durch Prozessverschleppung:

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Es waren Firmen gegründet worden, die mit Edisons Patenten Lampen herstellten und vermarkteten, aber keine Lizenzen erwarben oder bezahlten. Die brachten 12 Jahre nach der entscheidenden Edisonpatent-Anmeldung schließlich den alten Goebel, der auch noch nach Boston reisen musste, um Beweisstücke nachzubauen – was ihm weder gelang, noch wusste er, wie es gehen sollte. (Vorgelegt wurden „Affidavits“ – es handelt sich um von Anwälten aufgesetzte Texte, die nur ausnahmsweise Goebels Unterschrift tragen; das Gleiche mit den Patentanmeldungsversuchen – überall fremde Handschriften, ab und zu nur Goebels Maikäfergekracksel; Goebel hatte dem Gerichtsvollzieher beglaubigt, dass er nur in deutscher Sprache bezeugen könne – bald ging es dann munter in Juristen-Amerikanisch weiter (Fotokopien davon in Springe und in meinem eigenen Archiv). Goebel hat da als bezahlter falscher Zeuge Sachen unterschrieben und bezahlt genommen, die er gar nicht lesen konnte – Bezahlungen sind für Henry Goebel Jr. belegt).

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Heraus kommt außerdem – und das ist eben haarklein und peinlichst belegt – dass Göbel ausgehend von den frühen Edisonpatenten und von den frühen Edisonlampen in New York als Patentbetrüger aufgetreten ist und Investoren betrügerisch um viel „Kleingeld“ gebracht hat.

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In diesen Fällen war Goebel selbst von den verschiedenen Geschädigten als Betrüger entlarvt, in Zivilklagen in New York angeklagt und verurteilt worden. Mal hat er eine Dampfmaschine mit Stromgenerator geklaut, mal hat er das Investment einfach verbraucht und keine Lampen liefern können. Dann hat er keine Abrechnungen gemacht, unterschlagen, wenn Rendite zu zahlen gewesen wäre.

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Goebel ist also selbst als Betrüger in Gerichtsverfahren verurteilt worden! (Davon auch NICHTS bei Chr. Rohde und zu Klampen)

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Mehrfach hat Goebel von Patentanwälten Edisonpatente auf seinen eigenen Namen anzumelden versuchen lassen, was vom US-Patentamt natürlich mehrfach – ausführlich mit Textbegründung, an welchen Stellen Goebel zu klauen versucht hatte – abgelehnt worden ist (liegt Alles schriftlich in Springe vor).

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Nachdem die ersten Bogenlampen in New Yorks Straßen grell leuchteten und knatterten und Edisons Demonstration seines Glühlampensystems eindrucksvoll vollbracht war, begann ein Elektrolampen-Goldrausch in New York.

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Einige von Edisons Speziallaboranten hatten eine eigene Lampenfirma (American Light) gegründet, um mit ihrem Insiderwissen selbst auf den Markt zu kommen. Henry Goebel Sr., der davon Zeitungsausschnitte in der Deutschen Zeitung gefunden hatte, meldete sich auf die Suche nach einem Handwerker, zunächst einen Uhrmacher (drei Goebels hatten sich die Berufsbezeichnung „Uhrmacher“ genommen, Henry Sr, Adolph Otto und Henry Jr.) der Verbindungsklemmen anfertigen sollte, später dann einer, der Kohle-Glühfäden brennen könne, bei dieser neuen Lampenfirma, ganz in der Nähe, Grand Street, als angeblicher Spezialist. Sein Sohn Adolph Otto brachte dann seinen Vater, Henry Sr. gleich noch als eingeweihten Handlanger mit. Beide erhielten Ende 1881 einen Arbeitsvertrag auf Probe für sechs Monate, Im Mai Adolph, am 5. September 1881 Henry Sr. (diese Verträge sind in Springe im Museum und in der Schule, als Abschriften oder Kopien archiviert). Goebel wurde sehr bald, vor Ablauf der Probezeit, entlassen, weil Goebel keine einzige brauchbare Kohle herstellen konnte.

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Die Glasbläser, die von der Lampenfirma geschickt wurden, um Goebels Kohlen einzubauen, haben unabhängig von einander in den Gerichtsprozessen bezeugt, dass Goebel handwerklich sehr ungeschickt war und ihnen Kohlen (Glühelemente) gab, die er aus gekauften Edison- und Maxim-Glühlampen herausgeholt hatte, denn die er selbst zustande brachte ließen sich nicht verwenden. Und das wars.

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So hatte aber Goebel Sr. direkt und konkret mit der ganz jungen New Yorker Lampenindustrie Kontakt gehabt. Sein Sohn Adolph Otto war noch bis 1882 als Hilfsarbeiter dort tätig und konnte noch von den weiteren Misserfolgen berichten, bis die Firma „American Light“, pleite war. Das hieraus bezogene Insiderwissen versuchte Goebel dann selbst zu vermarkten, was zumindest indirekt – als falscher Zeuge in den Prozessen 1892 – noch auf kriminelle Weise geschah. Während Goebel selbst sich schon vorher als Zeuge, im Jahr 1885, New Yorker Anwälten angeboten hatte. Wurde er von denen interviewt. Sie durchschauten Goebels Versuch als Trittbrettfahrer und schickten ihn weg (auch das steht in den Prozessakten, zitiert in den Elektro-Zeitungen; nachzuprüfen in Universitätsbibliothek der Leibniz Universität Hannover in Rethen).

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Das ist schon kurios, dass Henry Goebel Sr, der mit einem kleinen Ponywagen und einem Fernrohr für Pennyspenden in Manhattan nächtliche Sternbeschauungen für Touristen durchführte, mit einer Guiseppe Verdi-Verkleidung seiner Zeit, dem Bart und dem Gehrock herumzog, und wie er die Touristen mit Judenwitzen unterhielt. Die Leute lachten, wenn Goebel den Stern „Jupiter“ als „Jew Peter“ aussprach. Er sprach nur gebrochen Amerikanisch.

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Betrachtet man die Lebensszenerie der Einwandererfamilie Henry Goebel Sr, ergeben sich soziologische Tatsachen, die hervorzuheben sind, will man sich ein Bild machen.

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Goebel war ohne Geld und ohne soziale Beziehungen nach Manhattan gekommen, wendete sich an Deutsche, die er zufällig traf. Dadurch bekam er die Adresse einer deutschen „Pilgrim“-Freimaurerloge in New York – ein Geselligkeitsverein – dem er bald beitreten konnte. In diesem Verein von Deutschen in New York verkehrte Goebel wie unter Parteigenossen. Man beredete die Belange der Einwanderer, gab sich Tipps, vermittelte Kontakte oder schloss auch persönliche und familiäre Freundschaften. In diesem Deutschenverein fand Goebel alle seine Möglichkeiten der sozialen Expansion, einen Buchhalter, der ihm Geld lieh, einen Schmuckhändler der kleine Erfindungen machte und ein Patent hatte, der ihm Kommissionsware in den Laden besorgte, der Goebel einen deutschen Patentanwalt vermittelte, Herrn Göpel. Innerhalb vieler Jahre seiner Mitgliedschaft bei den „Pilgrims“ hatte Henry Goebel Sr. – davon selbst völlig unbekümmert – zahlreiche schreckliche Streitereien und Prozesse, beklagt vor dem New Yorker Gericht.

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Man muss es selbst nachlesen: Goebel lebte ausschließlich in Eastside, Downtown Manhattan, dem Einwanderplatz von New York in Amerika. Goebel verkehrte mit neuen deutschen Einwanderern und mit den Deutschen, die er in der Pilgrim-Loge kannte. Goebel sprach kaum Amerikanisch. Aber auch Deutsch lesen und schreiben konnte er kaum. Sein täglicher Kampf mit dem Trödelladen im Wohnhaus Monroestreet, und den Reparaturaufträgen spannte die gesamte Familie mit ein. Wir können das daher wissen, weil zu den von Goebel im Jahr 1891 für die Anwälte der Edison-Widersacher unterzeichneten Eidesstaatlichen Erklärungen, die eigentlich das gesamte Leben Goebels in America zeitlich umfassen, sämtliche noch fassbaren Zeugen persönlich vor Gericht gezogen worden waren. Diese Zeugen, meist solche, die in Goebels Werkstatt gearbeitet hatten oder Hausnachbarn waren (und gar nichts von Lampen wussten), wurden ja unabhängig voneinander in den Prozessen, teils in Kreuzverhören, vernommen, aber jeweils zu den selben Geschehnissen. Also:

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War Goebel im Jahr 1854 bei der Polizei, weil er auf seinem Hausdach eine Explosion verursacht hatte? Hatte Goebel eine öffentliche Vorführung von angeblich „eigenen Lampenpatenten“? Welche Unregelmäßigkeiten gab es mit Kuhlenkampf, dem Patentpartner von Goebel? usw. usf.

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Es finden sich also Gerichtsakten – die gar nichts mit Edison oder mit Lampenpatenten zu tun hatten – und Zeugenprotokolle über all die Jahre in America. Allein die Angebergeschichten Goebels über die teils kuriosen Raritäten in seinem Ladenschaufenster, eine Zahnarztpuppe, eine Fernrohrlinse, gläserner Wohnzimmerspringbrunnen, Kuckucksuhren u. a. die er verschiedenen Zeugen zu verschiedenen Zeiten erzählt hat, ergeben eine disaströse Farbe.

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Es ging eigentlich immer um grenzwertige Ausnutzungen und Betrügereien, Vertrauensbrüche und Rücksichtslosigkeiten. Goebel hinterlässt ein wirklich übles niederträchtiges Persönlichkeitsbild, gerissen und dumm gleichzeitig, vermutlich auch aus einer gänzlich unkultivierten Kreatürlichkeit des Lebenskampfes, unfähig sozial verlässlich zu sein. Anbetracht all der Zeugnisse zum Verhältnis Goebels innerhalb der Goebelfamilie und der unglaublich platten Denunziationen seiner Söhne, als falsche  Zeugen vor Gericht

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Sieht man Goebels Handschrift, auch die seiner Söhne (Postkarten im Deutschen Technikmuseum Berlin), war es eben damals für Einwanderer mit der Sprache, Lesen und Schreiben, schwer. Und wir wissen, dass Heinrich Göbel als Kind schon in Springe kaum die Schule besucht hatte und ein unglaubliches Abgangszeugnis als Abschrift im Archiv liegt, auf dem ein mitleidiger Pastor noch mildernde Worte drunterschrieb.

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Goebel Sr. sowie weitere Söhne und Töchter sowie besonders Henry Goebel Jr. wurden von den Gerichten der gerichtlichen Falschaussagen und der Bestechlichkeit überführt. Henry Jr. hatte zuletzt behauptet, Vater Henry Sr. sei ein Stümper gewesen, hätte handwerklich gar nichts gekonnt, weder Löten noch Glasblasen. Die zerbrochenen angeblichen Göbellampen habe er, Henry Jr., gemacht.

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Dann waren alle möglichen New Yorker Glasbläser vor Gericht und jede einzelne vorliegende Lampe konnte den verschiedenen Glaskünstlern zugeordnet werden – von der Einkaufsquittung der Rohlinge (zusätzlich Zeugnis des Glasverkäufers) bis zu den benutzten Werkzeugen. Solche evakuierten Elektrokolben waren sehr schwierig herzustellen. Es ist von allen Glasbläsern bezeugt, die bei Goebel in der Werkstatt /Ende 1881 im Auftrag der American Lights (aus der Grand Street) Glasarbeiten gemacht hatten, dass Göbel selbst absolut nicht fähig war einen Kolben abzuisolieren, sodass das Vakuum hielt. Goebel hatte aus Edisonlampen die Glühfäden entnommen, um sie in den Glasarbeiten der Glasbläser zu verwenden. Er hatte zwar ein Brenneisen, konnte dennoch selbst keine haltbaren Bambus-Glühfäden herstellen.

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Das Wort „air-washing“ und die Bedeutung für das „filament“ kannte Goebel bis zu seinem Lebensende nicht. Dabei handelt es sich um einen technische Erfindungstrick Edisons, ohne den keine haltbaren Bambus-Glühfäden herzustellen waren, nämlich okkludenten Sauerstoff durch Vorglühen aus den Kohlefäden herauszuholen. (Vom „air-washing“ hat Krimiautor Lehrer Rohde, der die Glühlampenentwicklung thematisiert, nichts gewusst. Es ist aber exakt das technische Nadelöhr hinsichtlich der Tauglichkeit von Bambus als Filament, worum es den Springer Göbel-Indianern stets ging).

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Göbel hatte noch ein Jahr vor seinem Tode versucht, zur Demonstration seiner Behauptungen in Boston, Nachbauten vor Zeugen zu machen. Er fuhr dafür nach Boston – konnte und wusste es aber nicht wie es ging. Zum Beispiel fehlte das „air-washing“. Der alte Göbel, mit zittrigen Händen, war extra von New York nach Boston gereist und konnte nicht mal mehr ein Glas erhitzen – war zwar scharf auf das Zeugengeld, doch er konnte nichts, was vor Gericht Geltung hätte haben können). Die dabei entstandenen „Beweisstücke“ wurden von verschiedenen Lampenbauern der Beacon-Pump in Boston gebaut, hatten keine Leistung im Test (und wurden inzwischen in einem US-Museum in einer Kiste wiedergefunden – die wurde alle nicht von Goebel, bei Goebel, sondern in Boston von namentlich bekannten Lampenbauern erstellt).

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Noch heftiger der Goebelsohn Henry Jr. Der Sohn Henry brachte für Bestechungsgeld einige nachgebastelte Glaskolben vor Gericht und beschwor Alles und wurde schließlich wegen Falschaussage überführt, weil er plötzlich von Allem das Gegenteil behauptete. Henry Jr. hatte die Seiten gewechselt und erhöhtes Bestechungsgeld von der Gegenpartei vor Gericht bezogen. Schließlich wurde er vom Gericht als Betrüger, an der Grenze von Schwachsinn, rausgeschmissen.

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Man kann es in den weltweit publizierten Dauerberichten über die Patentprozesse nachlesen (Alles in Rethen frei zugänglich). Alles peinlich für Goebel. Aber soll das auch peinlich für Springe sein?

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Henry Goebel Sr. hatte die letzten Gerichtseskapaden seiner Söhne, insbesondere Henry Jr.s, der ihn ja vor Gericht denunziert und beleidigt hatte, nicht mehr mitgekriegt. Es war in Goebels Todesjahr und er lebte in einem Altenheim – ohne Eigenbau-Elektrolampen.

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Aula der Heinrich-Göbel-Realschule in Springe, 1967

Aula der Heinrich-Göbel-Realschule in Springe, 1967

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Nach all den niederträchtigen – ich will es mal „Überlebenskampf eines armen Einwanderers“ nennen – Zeugnissen, wie Goebel alle seine deutschen Einwandererfreunde betrog und belog, die Freimaurerloge der Deutschen, die ihn anfänglich mit einem Patentanwalt zusammengebracht hatte (der lesen und schreiben konnte), den er dann betrog und tätlich angegriffen hat (gerichtsnotorisch). Wie er seine eigene Ehefrau, Mutter von 13 bis 14 Kindern, fertig machte, sie über die Fähre nach New Jersey jagte, Botengänge zu machen, wie er seine erwachsenen Söhne schlug, wie er unglaubliche Angebereien verbreitete. Die Akten sind voll damit: Goebel war ein übler, geifernder Wicht. Bis hin zu einer in New York in der Zeitung angekündigten Vorführung neuer Goebel-Elektropatente, die er dann aber gar nicht vorzeigen konnte, weil er keine hatte – all das ist dokumentiert (allerdings nicht in Rohdes Kriminalroman).

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Dass hauptsächlich einige deutsche Hochstaplernaturen, einschließlich der Neuen Deister Zeitung (NDZ) von IC Erhardt in Springe, einen Göbel-Erfinder erfanden (NDZ-Beleg aus dem 19. Jahrhundert), dem muss man schrittweise nachgehen, um sich vor den Kopf zu schlagen, wenn man sieht, wie Calenberger-Kollektiv-Intelligenz geführt werden kann:

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Eine Elektrozeitung wird zum Geburtstag falsch zitiert. Ein späterer Widerruf „the biggest fraud in electric-history“ wurde dann zwar wieder von der ETZ (Elektrotechnische Zeitung) gebracht, jedoch in der NDZ vom kleinen Springe stand das nun nicht. Die NDZ stützte sich später lieber auf die deutsche Lampenindustrie und den Brockhaus, voran OSRAM. Später stützten dann auch Siemens und das Deutsche Museum München diese rein deutsche Göbelaffäre. Bis die Nazis „Göbel vs. Edison“ hochzogen.

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Schließlich konnten Altnazis, wie der zugewanderte Springer Stadtdirektor Gustav Degenhardt, der nach dem Krieg den Springer Juden den Judenfriedhof als Wohnhaus-Baugrundstück abschacherte, ja abpresste (links neben der alten Superintendentur, Völksener Straße). Dieser Degenhardt baute auf dem Judenfriedhof sein Privathaus -, der sich nicht gescheut hatte, an Bundespräsident Theodor Heuss verlogenen Briefe aus Springe zu schreiben, und zum Jahrestag 1954 ein Stadt-Fest zur Lampenerfindung inszenierte. – Mancher Springer, nach dem Krieg, im Gefühl der Deutschen Fußballmeister von Hannover 96 und der Fußballweltmeisterschaft in Bern, wird sich noch erinnern können, wie groß der Umzug war, ein Licht-Chor, ein Motivwagen mit Riesenfernrohr, ein großes OSRAM-Reklameleuchtzeichen an der Deisterpforte, alle Schulen machten mit, alte Springer und die vielen zugewanderten Heimatvertriebenen – sogar das Wetter war gut beim Licht-Fest 1954.

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Mit der 1939 auf den Weg gebrachten Mittelschule für Springe kam es zur ersten Namensnennung.

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Ich ging selbst zur Heinrich-Göbel-Kreisrealschule für Jungen und Mädchen in Springe. Zuerst in der „Neuen Schule“, 1951 Hinter der Burg / Ecke Schulstraße gebaut und in der „Baracke“, später mit Umzug in den Schulneubau von 1965 (Schulzentrum Süd / Schwarzer Koppelweg).

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Ich finde und wir – ehemalige Schüler mit denen ich noch heute Kontakt habe – finden dieses Idolproblem der Nachkriegszeit heute, nach dem Motto „wir haben ja sonst nichts“ oder „Hameln hat ja auch den Rattenfänger“, nun, nachdem man das besser weiß oder wissen könnte, für erledigt.

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Wie absurd einige Springer Geschichtsfälscher aufgeladen waren und sind, sieht man noch im Ankauf des letzten überhaupt gedruckten Brockhaus für die Springer Stadtbibliothek. Man sieht den Göbel-Idolisierer Chr. Rohde auf dem Zeitungsphoto, OHG-Lehrer in Springe, der stolz den neuen Brockhaus vorzeigt, in dem wiederaufgenommen unter dem Buchstaben „G“, ganz in der Nähe von Goebbels, infolge vollen Einsatzes der Springer Museumsaktivisten gegen die Brockhaus-Redaktion, Callies und Rohde, wieder „Göbel“ gedruckt worden war:

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„Göbel, Heinrich (geboren 1818 in Springe -1893 in New York gestorben) der 25 Jahre vor Edison…“ (also fast noch in Springe) bereits die erste Parfüm-Pressglasflasche zur Glühflasche umgebastelt haben soll, die im Jahr 2004 von Professor Callies, Lehrer Manthey und Rohde auf die Briefmarke gebracht worden war. 

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Also, so eine 4711-Lampe ist technisch nicht möglich, weil das Pressglas nicht zu verarbeiten ist. Außerdem haben die Strom führenden Drähte völlig anderes Wärme-Ausdehnungsverhalten als das Glas, so dass kein Vakuum zu halten wäre. Ohne Vakuum verbrennt aber jeder Glühfaden usw usf. es ist einfach nur dummer Quatsch, den bis heute kein Springer Physiklehrer den Springer Schülern mal demonstriert hätte – wirklich schlimm. Kein Springer Lehrer hatte den Mut oder das technische Wissen, als ich meine empirische Forschung zum Idol Göbel durchführte (in den Jahren 2004 und 2005), in einem Tiefeninterview hierzu Angaben zu machen.

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Die meisten Lehrer in den sechzig Jahren seit 1950 waren ja ebenfalls fremde zugezogene Neuspringer, die das Lokalidol nicht anzweifeln mochten.

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Und so ist auch das Lavieren des Lehrers Rohde zu erklären: Die einen glauben dies – die anderen nicht.

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Da stehen schließlich eine Göbel-Bastei, ein falsches Göbel-Geburtshaus, eine Göbelstube mit Göbelteller, eine Göbelstraße, eine Unter der Göbelbastei, eine Göbelabteilung im Museum, Jubiläumstage, die Lexikoneinträge, die Briefmarke, ein Schulname und all die Lehrer der HGR auf dem Spiel – wie bitte? über sechzig Jahre lang haben Lehrer in Springe die Schüler mit dem großen Sohn der Stadt belogen und getäuscht.

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Man sollte jetzt aufhören damit.

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Hinterm Deister, aus Hannoverscher Sicht, sollten mehr zukunftsweisendere Impulse entstehen können. (Es gibt ja eine wegweisende LED-Lichtelektrik-Industrie in Völksen). Das Paar Lise Meitner und Otto Hahn zu versöhnen wäre ein überregionales Zeichen und für das Deistertal eine selbstgestellte Aufgabe für die Zukunft.

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Man hat uns Schüler damals bewusst angelogen. Der damalige Rektor der Mittelschule hatte mit Schülern im Englischunterricht Gerichtsakten mit Göbel ins Deutsche übersetzt (liegen in der Schule). Ich habe die Originale aufgesucht und musste erkennen, dass der Rektor an all den Stellen die Übersetzungen abgebrochen hatte, wo deutlich war, dass Göbel ein Idiot und ein peinliches Grossmaul war. Ich habe noch Schüler von damals gefragt, warum denn da, wo es interessant wird, die Übersetzungen abbrechen? Die Schüler der Mittelschule von 1953 und 1954 wussten es nicht.

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Ich weise zuletzt auf eine Gedicht von Martin Jäger hin, dem Springer Forstmann, der in Springe den städtischen Forst leitete und der zur ersten Werbung der deutschen Lampenindustrie mit dem Namen Göbel in Springe „50 Jahre Glühbirne“ – das Ganze fand im bedrängten Jahr 1929 statt – mitwirkte. Martin Jäger, der eingewanderte Sachse aus Leisnig und Kamenz, der in der Springer Feldmark im Deistertal Windbrüche und Pappeln als Blickpunkte pflanzte, dichtete: „das Licht wurde den Springern von Fremden gebracht“ und machte sich noch lustig (Das Gedicht hat auch die NDZ gebunkert). Der Martin-Jäger-Allee“- Jäger, der hatte das Licht im Schatten von Springe verstanden.

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Martin Jäger hätte auch für Lise Meitner als Namenspatronin für eine wichtige Schule gestimmt, davon bin ich überzeugt.

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P. S. Im Springer Stadtarchiv sind zahlreiche Ausgaben der „Neue Sinnlichkeit“ Blätter für Kunst und Kultur vorhanden, in denen umfangreiche Göbelmaterialien und Studien, Gutachten und faksimilierte Dokumente zu finden und ins Deutsche übersetzt sind, die ich herausgegeben habe.

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Illusorisch deutsche Waffen zu kontrollieren

August 28, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4831

am Mittwoch, 27. August 2014

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Heute nun die SPD: „Es ist illusorisch deutsche Waffen zu kontrollieren“. So sagte heute der SPD-Denunziant aus Friedrichs Zeiten (ehemaliger CSU-Innenminister BMI) Thomas Oppermann im Deutschlandfunk.

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Die Große Koalition ist also komplett – nachdem Volker Kauder gestern von akademischer Diskussion sprach.

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Neuester Stand deutscher Kriegspropaganda ist nunmehr, dass „die Diskussion über Entsendung deutscher Soldaten für die deutsche Öffentlichkeit noch zu früh käme.“ (Wenn sie käme).

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Ich fasse zusammen: „Ein Krieg bricht aus“ – der böse Krieg. Eine Diskussion käme zu früh (praecox) – also kommt sie gar nicht (interruptus).

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Das ist selbstredend reine Propaganda. Die Lügensprache ist den Sprechern (sie sind von uns gewählt) gar nicht mehr so bewusst (wenn der Krieg nun mal unbedingt ausbrechen will).

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So wurde heute im Deutschlandfunk die Information spärlichst rausgebracht: Es befinden sich seit heute sechs deutsche Soldaten im nordirakischen Kurdistan. Das sind keine Kampftruppe – die Deutschen machen nur, was die Peschmerga nicht können.

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Dietmar Moews meint: Wie elegant wir die Kurve kriegen? War ja klar: 1914 und 2014.

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Wir müssen uns bündnistreu verhalten.

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Dazu gehört, dass wir genau erkennen, wer unseren Interessen nützt und wer unsere Interessen durchkreuzt.

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Ja – auch meine Interessen, denn „es ist illusorisch deutsche Waffen zu kontrollieren“. Ebenso illusorisch ist, deutsche Soldaten zu kontrollieren. Besonders illusorisch ist, deutsche Kriegspolitiker zu kontrollieren.

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Die letzten Tage der Menschheit - 1914

Die letzten Tage der Menschheit – 1914

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Der Deutschlandfunk-Redakteur Stefan Detjen brachte es gestern fertig, eine Horde wildgewordener Kriegstreiber, die sich selbst als hochkarätige Weltpolitiker bezeichneten, wie den NZZ-Redakteur Eric Gujer, erschüttert die Frage besingen zu lassen: Ob Deutschlands Politiker denn die Kompetenz hätten, weltpolitische Kriegsszenarien zu beurteilen?

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ZUGINSFELD 33 „Bummm“ DMW 661.8.8,
Öl auf leinwand, 190 cm / 190 cm

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Die Gegenidee, dass im Falle Libyens, Westerwelles und Merkels Mitmachverweigerung sich nachträglich als richtig und das US-Amerikanische Weghauen von der Machtbande Gaddhafis nun als verheerend deutlich geworden sei – die abschmetternde Dummantwort:

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ZUGINSFELD 22 "Der Krieg ...Haare stehen zuberge" DMW 455.1.91 in München gemalt

ZUGINSFELD 22 „Der Krieg …Haare stehen zuberge“ DMW 455.1.91 in München gemalt

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Das sei ja ein Beispiel dafür, wie falsch und unmöglich es ist, wenn Deutschland weltpolitisch ausschert: DAS GEHT NICHT.

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Okee Dokee – es ist illusorisch den falschen Propheten Stefan Detjen zu kontrollieren.

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Man löst das Problem mit der Kriegserklärung: „Putin ist atavistisch“.

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Nicht nur Krieg bricht aus, auch Propaganda bricht aus.

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FAZ Nebel über Wowereits Likör

August 27, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4830

am Mittwoch, 27. August 2014

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Wowereit ist als einer der führenden deutschen Politiker der vergangenen zwanzig Jahre natürlich beachtlich. Seine Rücktrittsankündiging von gestern hat auch als Aktualitäts-Gegenstand die notwendige Aufladung dafür, die weiteren und engeren politischen Fragen anzusprechen.

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Wichtige Personen und besondere Ereignisse sind immer gleichzeitig dazu geeignet, über Politik zu informieren und die immer vom allgemeinen Trallala übertönten situativen, sozio-szenarischen Bedingungen zu erklären.

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Es gibt eben nichts in der Welt, was ohne Kenntnisse und ohne kritische Urteilskraft verständlich ist. Immer haben wir Tradition, immer haben wir bekannte und unbekannte Abhängigkeiten und Veränderungspotenziale.

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Dabei ist Politik keine Liebhaberei oder Geschmackssache, sondern Politik und die sozio-politischen Kräfte und deren Kommunikationsqualitäten sind immer ganz konkret auf die Verhältnisse bezogen, denen ein Mensch und seine Menschen ausgesetzt sind. Es geht immer darum, den Lebensverhältnissen, denen man ausgesetzt ist, die eigenen Wünsche und Vorstellungen entgegen zu bringen. Das geht nicht, ohne Kenntnisse und ohne sprachliche Kompetenz für die Politik.

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Okee Dokee.

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Unsere heutigen Tageszeitungen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, als Verkaufszeitungen am Massenmedienmarkt dafür sorgen müssen, gefragt und gekauft zu werden – darüber wird dann Werbung und Quote eingeholt.

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Kurz – die Titelseite muss täglich den positiven Teaser machen. Dazu muss das Wichtigste professionell geboten werden.

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Das Wichtigste für eine führende Tageszeitung ist Verlässlichkeit: Verlässlichkeit auf die Auswahl der Themen, die Einordnung, die Meinungsgeltung usw.

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So ist logisch, dass heute auf der Titelseite der FAZ „Wowereit“ angesagt war. Es schrieb der hier als „Wadelbeißer“ eingeordnete Jasper von Altenbockum mit der Überschrift: „Wowereits Likör“.

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Der FAZ-Autor Jasper von Altenbockum hat einfach eine Stunde gegoogelt. Er hat alle Klöpse von Wowereit, von der SPD, von Berlin, von der Freizeitbelustigung zusammengepastet – haben wir gelacht:

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Einige Beispiele: „…Wowereit trat so zurück, wie ..er regierte: kaltschnäuzig, aber mit einer Miene, als bestehe politische Macht aus einem ganz speziellen Likör … Wowereits Likör benebelte schon lange nicht mehr so richtig … Eröffnung des Willy-Brandt-Flughafens … als peinliche Panne heruntergespielt als Kaskade von Skandalen und Skandälchen… Amt empfand er als lästige Pflicht … zum Typus des Politikers, der weder für Verantwortungs- noch für Gesinnungsethik steht, sondern für …Spaßkultur …  Hiobsbotschaft zu Hiobsbotschaft …ironisches Überspielen … ungezwungenen Umgang der SPD mit der Linkspartei vorwegnahm … Unter Wowereit wurde zwar gespart, „dass es quietscht“, aber das führte nirgendwo dazu, dass es brummt. … „Wowi“…der irgendwie „sexy“ sein will… Wowereit blieb dafür die Personifizierung, die auch dazu führte, dass die Landespartei das Schicksal der Bundespartei vorwegnahm: das einer Dreißig-Prozent-Partei“.

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Dietmar Moews meint: Der FAZ-Autor verhuscht, was in dem politischen Werk von Klaus Wowereit zum Ausdruck kommt, wenn man hinschaut und, wenn man es verstehen will, ob, wie und was denn geschehen ist: Wie Politik in Berlin in der Welt disponiert war.

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Der FAZ-Autor zählt Stichworte zum Namen Wowereit auf, versäumt aber zu zeigen, welche Szenerie seiner Berliner Welt die Wahl Wowereits von der Berliner SPD bestimmte, und die Bereitschaft, der Berliner sich in eine neue historische Situation – Zusammenbruch des Ostblocks und der SED in Ostberlin, Öffnung der Mauer, Freude und Angst, weltweite Beachtung, völlige Misswirtschaft aufgrund einer seit 1945 weitgehenden wirtschaftlichen Kastration und Subventionslage, einzufinden. All diese harten Bedingungen für die Berliner sahen aus den entgegengesetzten Blickrichtungen der Ostberliner und der Westberliner und der in Berlin bestimmenden kolonialen Alliierten-Statthalter, vollkommen verschieden aus. Die deutsche Sprache funktionierte überhaupt nicht mehr – weder in Ost noch in West.

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Ich spare mir weitere Beispiele der Szenerie von Berlin in der einer Bürgermeister werden sollte, um im Abgeordnetenhaus westlichen Parlamentarismus als Statthalter der Amerikaner betreiben zu können – was nach den nach wie vor geltenden Besatzerstatuten völkerrechtlich von ihm verlangt ist. Und was die Ostleute nicht zu wissen scheinen.

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Es liegt auf der Hand, dass so ein junger, unbedarft lustig auftretender Wowereit eine gelungene Lösung war, überhaupt eine Führungskonstellation zu integrieren – weder streng wie die Stalinisten, preußisch wie die SED oder die Nazis, fähig mit Allen halbernst zu reden, nicht vor der rheinischen oder Frankfurt a. M.- deutschbankigen Macht-Personnage als Bettelvogt in die Knie zu gehen usw.

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Die Berliner Lage in der Wowereit-Zeit war derart leistungsschwach und verlorene Zeit, die zweite Bundesrepublik zu konstituieren. Es war aus meiner Sicht Berlin die falsche Entscheidung von Kanzler Kohl – es hätte Bonn bleiben müssen. Nun war es Berlin. Nun musste man so ein weltstaatsmännisches Denkgenie wie Klaus Wowereit finden:

 

DEUTSCHES VOLK, DASS DU MICH GEFUNDEN HAST – hat Jasper von Altenbockum (FAZ v. 27. August 2014 Titelkommentar) gar nicht verstanden. Er hat nicht verstanden, dass und wie politische Fehlentscheidungen historische Dimensionen haben, wie hier in der neuen zweiten Bundesrepublik, Berlin zur neuen Hauptstadt zu bestimmen.

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Damit dieser Spuk verstanden werden könnte und aufhören könnte, hätte Wowereits Abgang allerdings in der Situation seines Abganges zu diesen spezifischen sozialen Berliner Fragen exponiert werden müssen:

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An was glauben die?

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Was halten die für wahr?

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Wie wollen sie miteinander repräsentiert und geführt werden?

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Das hat die FAZ hier mit „Wowereits Likör“ leider vernebelt (versemmelt).

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Die sozio-kulturelle und die sozio-politische Situation in Berlin sind nach wie vor voller genie-selbstverdächtiger Flachmaten, die die soziale Szenerie prägen. Wer hier Regierender werden will, muss sich über die mediokre Ansprechhöhe dieser Mittelkundschaft und deren arschkriecherischen Bezirksparteipolitiker durchsetzen. Durchsetzen durch vagen Opportunismus – das war auch die Taktik von Wowereit.

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Für eine Strategie der Beantwortung großer Fragen und Lösung komplexerer nicht nur  tagesaktueller Probleme, fehlt die Ansprechbarkeit der arbeitslosen Partykundschaft und das geistige Format der Parteien in Berlin.

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Der nächste „Wowereit“ wird zwangsläufig erneut eine Antwort auf diese Mediokrität sein müssen: Berlin Berlin – Lasciate ogni speranza.

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