Jürgen Kaube, FAZ-Mitherausgeber, geiselt die 500 JAHRE LUTHER-NUTTEN

November 1, 2016
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Vom Mittwoch, 2. November 2016

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Die weitverbreitete Selbstdarstellung der LUTHER-KIRCHEN-FÜHRER erfuhr von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine feuilletonistische BREITSEITE – leicht nachvollziehbar und höchstverdient.

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FAZ, Feuilleton, Seite 9, am 31. Oktober 2016, schrieb JÜRGEN KAUBE, Schriftleiter und Mitherausgeber:

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Lasst uns froh und Luther sein. Die evangelische Kirche macht das Reformationsjubiläum zu einem Festival des Banalen. Martin Luther wird fürs „Liebsein“ in Dienst genommen. Was er wollte und bewirkte, scheint vergessen.“ Soviel die Überschrift des Kaube-Textes.

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Und wir sehen nun, wie es gehen kann, wenn ein wacher Mitmensch aus seiner Mitte heraus fließen lassen kann, was ihm allein die Oberfläche an selbstdenunzierenden Argumenten zuspielt, wenn sich die alltägliche KUNST DES LÜGENS so dahinzieht – weil man meist damit so billig durchkommt. Da hat sich Jürgen Kaube mal bedient, ohne sich diesmal den Vorwurf der Lichtgeschwindigkeit einzuhandeln, mit etwas mehr Bedenkzeit wäre Besseres herausgekommen. Hier – anders – wars mit der leichten Feder getan: Chapeau Jürgen Kaube, der also schreibt:

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Wenn die evangelische Kirche dieser Tage die fünfhundertste Wiederkehr des Wittenberger Thesenanschlags schon einmal vorfeiert, ist das ein Fall von Produktpiraterie. Man verkauft, und zwar seit dem Jahr 2008 gleich eine ganze „Lutherdekade“ lang, das Gedenken an die Reformation, die ihren Ausgang am 31. Oktober 1517 genommen habe. Aber die eigene Gesinnung ist von Luthers Ideengut und Temperament so weit entfernt wie nur irgend denkbar. Es steht „Luther“ drauf, aber es ist kein Luther drin.

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Um das zu sehen, bedarf es nur der Lektüre prominenter Mitteilungen des evangelischen Führungspersonals. Es ist die Litanei der Wertbekräftigung, die hier die Predigten durchzieht. Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld sowie Vergebung sind gut, lässt uns etwa Heinrich von Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wissen. Hass hingegen ist nicht gut. … Dass Gott zugleich „über allen, durch alle und in allen“ sei, wie es in derselben Predigt heißt, legte zwar die Implikation nahe, dass er auch in Investmentbankern und Waffenhändlern wirkt …“

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Und mit einer der peinlichen Exponentinnen des PLAN W und Margot Käßmann fährt Jürgen Kaube bündig fort:

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Eins kann mir keiner nehmen“, setzt eine evangelische Fernsehpredigt kürzlich ein, „die pure Lust am Leben … So hat Gott, der ICH-BIN-DA, dich und mich gemeint. Das ist so schön zu spüren. Darauf lasse ich mich gerne ein.“ weil es „schön“ ist.

Margot Käßmann, die Botschafterin der evangelischen Kirche für das Reformationsjahr, das heute anbricht, rät in ähnlichem Sinne in ihrem jüngsten Buch „Sorge Dich nicht, Seele“ zum Abstand von unlieben Gedanken und George W. Bush. In der „Bild“-Zeitung versetzte sie sich dafür soeben in Luther, um uns vorzumachen, wie er heute sprechen würde, nämlich so wie Margot Käßmann auch sonst. Luther denkt darüber nach, wie man „Werte“ vermittelt. Er ist selbstkritisch: „Gut, ich war nicht tolerant, ich weiß.“ Er regt sich furchtbar über Halloween auf, konzediert aber kurz darauf durchaus, „ein bisschen Spaß haben dürft ihr auch“. Ein bisschen. Nur über den ausbleibenden Fortschritt zeigt er sich enttäuscht: „All das Morden, all das Unrecht – mein Gott, ich hätte gedacht nach fünfhundert Jahren wärt ihr klüger geworden!“

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Nicht der alberne Ton solcher Einlassungen, ihre Grammatik und ihre unfreiwillige Komik sind das Ärgernis. Es ist vielmehr die Dreistigkeit, mit der Leute solcher Gesinnung und einer durch Selbstvermarktung umschreibbaren Motivlage Ansprüche auf eine Tradition erheben, die sie mit Luther beginnen lassen. Mit Luther, der gelehrt hat, wie sehr Verzweiflung, Sorge und Elend die Existenz bestimmen. Für den Angst und Unsicherheit dem Menschen nicht von außen zustießen. Der keine sündenfreie Handlungen kannte und keine Rettung daraus durch Liebsein. Dessen Denken schon deshalb von keinerlei Fortschrittsglauben bestimmt war, weil er das Ende aller Dinge in nächster Zeit erwartete. Der für sich die Rolle des Märtyrers im Kampf gegen eine Kirche vorsah, die den Christen Trost gegen Gebühr versprach. Der meinte, gute Gründe für eine Intoleranz zu haben, der heute wohl das Attribut „fundamentalistisch“ verliehen würde. …“

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Kaube kurzreferiert einige aktuell erschienene LUTHER-Biografien – Lyndal Roper und Willi Winkler – Letzterer:

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„„…Als der Beichtvater des Kaisers Luthers Schrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ las, kam es ihm vor „als hätte ihn einer mit einer Peitsche vom Kopf bis zu den Füßen gespalten“.

Gibt es einen einzigen Text des lutherbewirtschaftenden Protestantismus, von dem so etwas gesagt werden könne? Der Katalog der religiösen Institutionen, von der Heiligenverehrung über das asketische Mönchstum und den Zölibat bis zu den Totenmessen, war für Luther eine Liste all dessen, worauf es nicht ankommt, wenn es um das Seelenheil geht. Nur darum, nicht um Weltfrömmigkeit, Friedfertigkeit oder aus Gründen der Wertevermittlung bahnte er einer paradoxen Konfession den Weg, die aus religiösen Gründen Säkularisierung bejaht …dass Liebsein in den Himmel führt, wäre für Luther, der hassen konnte und vieles hassenswert fand, eine Redensart derjenigen gewesen, die er als „weiße Teufel“ bezeichnete….“

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Jürgen Kaube kneift hier mal nicht, sondern greift ins Volle, wenn er das Geseibere der moralunternehmerischen LUTHERJAHR-Schranzen in der FAZ reklamiert:

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…Es ist darum ein merkwürdiges Schauspiel, wenn diese historische Erscheinung mit vernehmbarem Funktionärsräuspern über ihre Intoleranz, ihren Antisemitismus, ihr Wüten, aber auch sonst unter Weglassen all dessen, was sie bewegte, zum Markenzeichen erhoben wird. Der amtliche Protestantismus der Reformationsfeiern protestiert vorzugsweise gegen das, wogegen aus verständlichen Gründen so gut wie alle protestieren, die bei Verstand sind. Ein Risiko liegt darin nicht, mit Theologie hat es nichts zu tun. Wer Luther, der aus theologischen Gründen keinem Risiko auswich, für dieses Gegenwart beansprucht, hat ihn darum vermutlich länger nicht gelesen. Die Zumutungen seiner Biographie wie seiner Theologie sind bei starkem Markeninteresse offenbar zu groß, um sich dem Abgrund zu stellen, der unsere Zeit von ihm trennt. Mit viel größerem Recht könnte die FDP Gedenkfeiern für Karl Marx und die katholische Kirche solche für Dostojewski ausrichten als die evangelische Kirche für Luther. JÜRGEN KAUBE“

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DIETMAR MOEWS‘ „ZUGINSFELD“ vor der Residenz zur Wehrtagung, auf dem Odeonsplatz, München

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Dietmar Moews meint: Wer selber schreiben kann, dem ist verboten zu lesen anstatt zu schreiben. Hier hat sich die FAZ mal gelohnt – indem sie ohne christlich-amerikanisches Geschranze auskommt.

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Ich werde darauf achten und hoffe, dass hier der FAZ-Schriftleiter KAUBE den Auftakt zu einem fruchtbaren META-Lutherjahr abgegeben hat.

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DIETMAR MOEWS „Der fliegende Holländer“, 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, im Jahr 2012 in Berlin gemalt

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DIETMAR MOEWS-Kunstprojekt „Globus mit Vorgarten“ in Alt-Pankow

 

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zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

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DIETMAR MOEWS AKTUELL: Friedensdiskussion als Lokalpolitik

Juni 19, 2014

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am 19. Juni 2014

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Dietmar Moews am 19. Juni 2014, mainzer Straße Nord mit der "Artilleriebeobachter" nach Otto Neben DMW 666.13.8

Dietmar Moews am 19. Juni 2014, Mainzer Straße Nord mit der „Artilleriebeobachter“ nach Otto Nebel DMW 666.13.8

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2. Die Kunst- und Friedensdiskussion wurde am 19. Juni 2014: Mit dem Bild ZUGINSFELD 35 „Der Artilleriebeobachter“, DMW 666.13.8 , 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin gemalt, fortgesetzt.

Frage war: Woher soll man das denn wissen? Gegenfrage: was wissen? Naja, dass das eine Kunst- und Friedensdemonstration sein soll? Antwort: Sowie Sie fragen, antworte ich.

Die Aufrufpapiere wurden mehrfach an Interessenten ausgereicht.

Dann kam der Bilderretter vom Vortag. Er brachte später das Bild „Das Heldenmotiv“ zurück und stellte es an eine der Platanen. Die Passanten widmeten nunmehr zwei Bildern mehr Aufmerksamkeit, als vorher einem einzelnen.

Gut. Wind? Geht, Regen? Mal sehen. Es sollte niemand gefährdet werden, keine Autos beschädigt und kein Hund beim Pinkeln für den Frieden behindert werden.

1. Nachdem mit dem Bild ZUGINSFELD 36 „Das Heldenmotiv“, DMW 667.14.8 die Kunstaktion am 17. Juni mit der Aufstellung an der Platane vor Mainzer Straße 28 begann, begannen auch die Passanten sich darauf zu beziehen:

Vorbeigehen, auch fragen, selbst was mitteilen, fragen fragen – meist freundliche Zustimmung.

Im Dunkel der Nacht verschwand dann das Bild mit dem „Heldenmotiv“. Staatdessen kam eine Internetz-Botschaft: Das Bild sei vorsorglich privat „sichergestellt“ in der Mainzer Strasse 58 abzuholen.

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Absender: Freie Bürger in Köln

APPELL an die deutsche BUNDESREGIERUNG

vom 17. Juni 2014

Sehr geehrte gewählte Repräsentanten der deutschen Bundesregierung.

Wir fordern Sie auf, einen neuen friedenspolitischen Willen für uns Deutsche zu formieren.

So wie Rüstungs- und Militärpolitik eine praktische Fernfuchtelei ist, die heute als aufwendiges Mittel der Interessenpolitik gilt. So sehr sind Information der Öffentlichkeit und Parlamentsbindung der Bundeswehr unerlässliche Qualität der Legitimation in der repräsentativen Demokratie.

Aufklärung, Anstand und Ehrlichkeit sind aber auch die Bedingungen für eine tragfähige Integration des staatspolitischen Gelingens.

Wir fordern von der Bundesregierung, die natürliche Distanz zwischen der lokalpolitischen Lebenssphäre der deutschen Bürger und der bundespolitischen Kompetenz für Rüstung, Militär und Bündnispolitik, nicht als Abkopplung zu missbrauchen, sondern zu tragfähigen Brücken der Verlässlichkeit auszubauen:

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Keine neuen Raketen, bevor die alten nicht verbraucht sind“.

v.i.S.d.P Dr. Dietmar Moews, Mainzer Straße 28 D-50567 Köln

Unterzeichnende Unterstützer obigen Appels für den FRIEDEN:

Name Anschrift Datum Unterschrift

Keine neue Friedensbewegung, bevor die alte nicht verbraucht ist“

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Dietmar Moews meint: Die öffentliche Aufforderung des Bundespräsident Gauck, dass Deutschland sich an militärischen Ordnungsmaßnahmen in aller Welt beteiligen soll, ist praktisch als falsche Prophetie zu verstehen (Leo Löwenthal).

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Vom bedenklichen Gedenktag, 17. Juni 1953 – als Deutsche von Deutschen gewaltsam von der öffentlichen Politikdiskussion abgeschreckt worden sind, werde ich mit einer Kunstaktion für den FRIEDEN beginnen.

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Zug um Zug möchte ich meine Bilder ZUGINSFELD – zur Ächtung des Krieges und der Gesellschaft, die ihn hervorbringt, in der Mainzer Straße (Nord – Höhe Hausnummer 28) ausstellen. Es ist als Antwort zur gegenwärtigen Militärdebatte, die der Bundespräsident Gauck begonnen hat, gedacht, mit Blick auf die kommunikative Resonanz der Passanten.

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EINLADUNG:

Ich möchte Künstler anregen, ebenfalls in diese FRIEDENSDEBATTE einzusteigen.

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