„GREIFSWALDER MANIFEST“ künstlerische Freiheit der Dilettanten beim Deutschlandfunk

Februar 2, 2018
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Vom Freitag, 2. Februar 2018

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Publikationen beim Deutschlandfunk, besonders allerdings solche aus Deutschlandradio Kultur Berlin, sind überwiegend insofern kindisch, dass da heutzutage ein Menschenbild unterstellt wird, in dem KÜNSTLER KINDISCH sind. Sie werden von begehrlichen Redakteuren bestimmt, die nicht das Wissen und die Urteilskraft haben, um Kunst und Kunstorganisationsprozesse überhaupt unterscheiden zu können. Sie verwechseln stets Kunst mit allem möglichen anderen, wie Kunstpolitik, Künstlersozialpolitik, Kultur, Kulturpolitik, Kunstökonomie usw. usf. – nämlich ein riesiges Feld, wo jede Nuance wichtig ist zu unterscheiden, aber nur die Freiheit der Kunst unter den Wert der Kunstfreiheit fällt, alles andere keineswegs. Alles, wie hier die „Greifswalder“ ist Kunst- und Kulturpolitik.

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LITERATUR: „Die organisierte Kunstförderung in der Bundesrepublik Deutschland“; Universität Bremen, Dietmar Moews, 2000)

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Äußern sich Künstler politisch, so darf das im DLF immer gerne naiv und emotionell sein – dass es ja nicht empirisch oder gar wissenschaftlich-positivistisch argumentiert wird.

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So also auch hier:

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Der Deutschlandfunk meint, das THEMA KUNSTFREIHEIT und KÜNSTLERISCHE FREIHEIT sei relevant, weil in vielen Ländern z. B. Theaterprogramme vorzensiert werden. Dazu haben nun in Mecklenburg sich selbst als Theatermacher bezeichnende Sprecher ein „GREIFSWALDER MANIFEST“ publiziert.

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DLF.de stellt das THEMA KUNSTFREIHEIT auf oberflächliche Art vor. Doch leider ist die DLF-Autorin Maja Ellmenreich nicht ausreichend mit Kenntnissen vorbereitet, dieses Thema auf einer adäquaten Höhe zu entfalten und schadet damit dem gesellschaftlich anerkannten und wünschenswerten Verfassungswert „§ 5 GG „Freiheit der Kunst“ in unserem empirischen Leben:

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Maja Ellmenreich: Seit Sonntag gibt es ein „Greifswalder Manifest“ – deutlich poetischer formuliert und kreativer gedacht ist es als so manch ein Manifest der Vergangenheit – was nicht verwunderlich ist: Denn im mecklenburg-vorpommerschen Greifswald trafen sich am Wochenende rund 200 Theatermacherinnen und Theatermacher. Aus dem gesamten deutschsprachigen Raum waren sie angereist, zur Jahrestagung der „Dramaturgischen Gesellschaft“. Ihr Thema: Die künstlerische Freiheit, die vielerorts bedroht ist – auch in Europa.

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Was uns verbindet ist
Das Wissen, dass es „die Anderen“ nicht gibt,
dass es kein Inside und kein Outside gibt,
dass es keine Grenzen gibt, wenn wir sie nicht denken.
Was wir teilen ist:
Dem Zweifel zu vertrauen
Die Krise zu begreifen
Das Chaos zu verstehen.
Was uns verbindet, ist, was uns verletzt
Was uns verbindet ist, dass wir verletzbar sind.“

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Ein Ausschnitt aus dem „Greifswalder Manifest“. Gelesen von der Verfasserin persönlich: der Theaterautorin und Schriftstellerin Maxi Obexer.

Das Manifest ist ein Ergebnis der Jahrestagung der „Dramaturgischen Gesellschaft“ – ein anderes sind Pläne für eine Vereinigung, die sich – auch international – stark machen will für bedrohte Theaterschaffende.

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Harald Wolff ist freier Dramaturg und Vorsitzender der „Dramaturgischen Gesellschaft“.

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– Berufsverbot, Zensur, die Absage von Theaterpremieren – das sind, Herr Wolff, mit Sicherheit die massivsten Formen der Einschränkung von künstlerischer Freiheit – an so etwas denken die meisten wohl. Wo aber fängt für Sie im Theaterleben die Bedrohung an? Welche subtilen Zeichen der Einschränkung nehmen Sie wahr?

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Harald Wolff: Na ja. Wir sind leider, muss man sagen, in Europa weit jenseits der Subtilität. Wir hatten Künstler da auf der Konferenz aus der Türkei, die erzählen, dass sie jeden Morgen mit der Schwerkraft kämpfen, weil sie ja aufstehen müssen. Und die kurdischen Künstler ergänzen dann, sie leben mit der doppelten Schwerkraft und was sie als Minderheit machten, sei eine Performance des Überlebens. Und das schnürt einem dann schon die Kehle zu.

Wir haben es hier in Deutschland natürlich noch sehr, sehr gut, aber das kann sehr schnell kippen. Wir beobachten das gerade in Polen und man muss dagegen kämpfen, wenn man das erhalten will. Wir hatten Márton Gulyás auf der Konferenz, ein Theatermacher aus Ungarn, ein bekannter Theatermacher aus Ungarn. Der ist in Ungarn gerade zum Staatsfeind erklärt worden – in einem EU-Mitgliedsland.

Und hier in Deutschland, wenn Sie fragen, wo fängt es an: Maxi Obexer, die wir ja gerade gehört haben, hatte letztes Jahr in Potsdam ein Stück „Illegale Helfer“. Darum gab es einen Theaterskandal, den die AfD angezettelt hat. Die wollte das verbieten lassen, dieses Stück. Und der Skandal besteht darin, dass dieses Stück Humanität fordert, und wenn das Einfordern von Humanität auf deutschen Bühnen schon skandalträchtig ist, dann wissen wir, wo wir stehen.

 

Ellmenreich: Wenn Marc Jongen von der AfD zum Beispiel in der vergangenen Woche getwittert hat, es werde ihm eine Freude und eine Ehre sein, die Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff zu nehmen, ist das bereits so eine Äußerung, die Sie auch als Bedrohung wahrnehmen und bei der sich die geplante Vereinigung in Zukunft vielleicht auch zu Wort melden wird?

Wolff: Unbedingt! Wir hatten den großen Publizisten Adam Michnik, diese Ikone des polnischen Widerstands auf dem Podium, der zu der Generation gehört, die unter großen persönlichen Gefahren die Freiheit für sein Land erkämpft hat. Der hat da bei uns auf dem Podium gesessen und gesagt: „Ich habe eine Frage an meine Nachfolgegeneration. Was habt ihr mit dieser Freiheit gemacht?“ – Und das gilt auch für uns. Was tun wir denn mit dieser Freiheit? Schmeißen wir die einfach weg?

Und wenn da irgendwelche Meute fröhlich-schmissige Sätze für ihr ressentiment-beladenes Publikum selbstverliebt vor sich herkaut und vom angeblich linken Establishment faselt, dann muss man ganz klar sagen, dass am Ende von solcher Hetze, wie Sie sie gerade zitiert haben, immer Menschen sterben.

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Ellmenreich: Jetzt haben Sie gerade schon erzählt, dass aus Polen, Ungarn, Russland und der Türkei am Wochenende Theaterschaffende zu Gast waren. Haben Sie von denen was lernen können? Sie haben gerade vom Tun gesprochen und nicht nur vom Reden. Gibt es so etwas wie kreative Antworten auf Repression im Theateralltag?

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Wolff: Ja, ganz, ganz viele. Márton Gulyás sagt ganz klar, Talking ist not enough anymore, wir müssen uns international vernetzen. Pawel Lysak, Theaterleiter aus Warschau, hat darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Strukturen aufzubauen, und das ist, was wir tun und da gab es einen riesigen Austausch.

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Márton Gulyás ist der Mensch, der mit Mitstreitern in Ungarn die wirkmächtigste Opposition gegen Orbán inzwischen aufgebaut hat, und der Mann ist eigentlich Theatermacher.

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Ellmenreich: Talking ist eine Art und Weise, sich zur Wehr zu setzen. Aber Sie haben gerade gesagt: Talking is not enough als Zitat. Nun wollen Sie sich als Vorbild der neuen Vereinigung auch orientieren an solchen Organisationen wie Reporter ohne Grenzen, die ja auf Repression im journalistischen Umfeld aufmerksam machen. Was können Sie tun? Werden Sie auch in erster Linie nur Mahner und Ankläger sein können, sich auf das Talken beschränken müssen?

Wolff: Na ja. Wissen Sie, wir hatten die türkische Autorin Ebru Celkan bei uns auf dem Podium und manchmal reicht ein einziger Satz, um einen zu Tränen zu rühren. Die hat gesagt: „The worst thing about censorship is isolation. Thank you for inviting me.“ Das Schlimmste an Zensur ist die Isolation. Vielen Dank, dass ihr mich eingeladen habt.

Demokratie heißt immer, einzelne müssen es aus persönlichem Interesse in die Hand nehmen, und natürlich werden wir das begleiten und unterstützen. Aber man muss auch gucken, was es schon gibt. Es gibt das „Artist at risk“-Programm vom Bühnenverein, vom DT, vom Gorki, mitfinanziert vom Goethe-Institut und dem IFA, dem Institut für Auslandsbeziehungen.

Das sind ja NGOs. Da ist in den letzten Monaten sehr viel fernab der öffentlichen Wahrnehmung passiert, und es gibt sehr viele Theater, die sich engagieren und auch Stellen schaffen, und wir, die Dramaturgische Gesellschaft, transportieren das über diese Konferenz ja auch zurück in die Theater und machen es wieder stärker.

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Ellmenreich: Harald Wolff von der „Dramaturgischen Gesellschaft“, die sich – im Verbund mit anderen – stark macht gegen Bedrohungen, denen sich Theaterschaffende ausgesetzt sehen. Vielen Dank

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Kunstsoziologie in Wissenschaftsfreiheit § 5 GG mit Dr. Dietmar Moews und Prof. Alphons Silbermann

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Dietmar Moews meint: Da diese DLF-Sendung und das „Greifswalder Manifest“ dummer Unfug ist, wird es darauf kaum Resonanz geben – also wenig Schaden entstehen.

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Die „Dramaturgische Gesellschaft“ hat beim besagten Jahrestreffen das proklamierte THEMA „Künstlerische Freiheit“ mit Kunstpolitik in Europa verwechselt. Die DLF-Redakteurin Ellmenreich hat es weder verstanden noch vorgestellt noch kritisiert.

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Kindische und unqualifizierte Auftritte sind heute besonders im Bereich von Kunst und Kultur die Regel. Das hat einerseits den Grund darin, dass der Künstlerberuf staatlicherseits politisch-definitorisch derart von der Organisierten Kunst-Förderung (OKF) geöffnet bzw. verwässert ist, dass quasi jeder Arbeitslose mit blanken Fehlangaben (z.B. mit der Berufsangabe „Mediendesigner“) in die deutsche KÜNSTLERSOZIALKASSE aufgenommen wird und damit den Status eines staatlich anerkannten Berufskünstlers einnehmen kann.

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Was sollen solche Würstchen dann zur Kunstfreiheit sagen? Wer kein Werk hat, auf den übt niemand Zwang der Unfreiheit aus, die mit dem Grundrecht „Freiheit der Kunst“ einklagbar sein könnte.

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Und, dass es hier heißt „Freiheit der Kunst“, nämlich Freiheit von Künstlern ohne staatlichen Zwang zu Aspekten ihrer künstlerischen Gestaltung, aber nicht FREIHEIT von ökonomischen Zwängen. Aber nicht as nicht heißt, „Anspruch auf staatliche Organisation spezieller Qualität zur Verbreitung, Bereitstellung, Publikation, Promotion von ausgewählten Werken oder Künstlerpersonen.

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Gerade hierzu gibt es in die Tiefe gehende höhere Gerichtsentscheidungen, die §5 GG Freiheit der Kunst konkretisiert, auch als die Forderung der „Enthaltsamkeit des Staats und staatlichen Personals von Kunsturteilen oder Kunstbewertungen“. Genau hieran wird weiter geknüpft, das VERBOT der „Auslagerung von Staatsaufgaben“ an nicht offiziales Personal (dagegen wird ständig verstoßen, indem sogenannte „hochkarätige Gremien„, zusammengesetzt aus Nichtoffizialpersonal, Entscheidungen über Mittelvergaben bestimmen“ – und man betont dann immer extra die Verfassungswidrigkeit, nämlich heißt es dann „unabhängige Kuratoren/ unabhängige Fachleute/unabhängige Juroren“. Doch gerade unabhängig sind die außerdem keineswegs, sondern sie gehörenm zur „SALONPERSONNAGE“ der deutschen OKF).

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So ist die Freiheit des Künstlers sein persönliches Recht, wenn er echter Künstler und Kunstschaffender ist. Wie weit dann „Theatermacher“ Künstler sind? – was soll es wovon frei halten? – wenn jede Hobbygruppe, egal ob echte oder unechte Künstler oder Laienspielgruppen – als Theatermacher ein „GREIFSWALDER MANIFEST“ unterzeichnen?

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Zwar gibt § 5 GG jedem Bürger die „Kunstfreiheit“, auch jedem Amateur oder Gelegenheits- und Hobbykünstler, aber eben betreffs der Kunstwerke. Aber doch nicht zur politischen Verfügungsgewalt. So haben diese Greifswalder im nächsten Schritt erklärt, diese unechten Künstler außerhalb der Künstlerrolle, sich „INTERNATIONAL VERNETZEN ZU WOLLEN“.

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§5 GG Freiheit der Kunst stellt Werk- und Wirkbereich von Kunstwerken in den Mittelpunkt des Kunsterlebnisses, das frei von Zwängen auf Kunst, Kunstrezeption und Kunstkonsumtion gehalten sein muss:

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Es geht um das Kunsterlebnis, in dessen Mitte das von staatöichem Zwang freizuhaltende Kunstwerk steht, gemäß § 5.3 GG „Freiheit der Kunst“.

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Das definiert gar nicht PERSONEN, die § 5.3 GG Kunstfreiheit (wie Wissenschaftsfreiheit und Pressefreiheit und Meinungsfreiheit) beanspruchen möchten. Es geht um FREIHEIT der KUNST – im Geltungsbereich des deutschen Grundgesetzes.

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UNGARN wird nicht vom deutschen Grundgesetz eingerahmt.

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Kurz, die Proklamatorinnen und Proklamatoren des „GREIFSWALDER MANIFESTs“ haben hierbei keineswegs Aspekte der Freiheit der Kunst fokussiert. Sondern sie fordern eigentlich für sich selbst Verfügung und Entscheidungsgewalt über den Gebrauch staatlicher Mittel, Theaterhaus, Bühne, Theaterpersonal, Planungssicherheit durch verbindliche Budgets usw.

was aber gar nicht als KUNST oder DIE KUNST eingeengt verlangt werden kann, wo es um staatliche INDIENSTNAHME von KUNST zur politisch gewünschten staatlichen KUNSTANSTRENGUNG der Vorhaltung von KUNSTBETRIEB sich dreht.

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Da entscheidet definitiv die OFFIZIALEBENE (also STAAT), in deren kunst- und kulturpolitischem Arbeitsfeld diese Kunstindienstnahme betrieben werden soll. Es geht nicht um „Freiheit der Kunst“, sondern um die Organisation im Wirk-, Rezeptions- und Konsumtionsbereich des Kunsterlebnisses, hier speziell durch den Staat; es könnte auch privat, marktförmig, oder intermediär organisiert sein:

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Es ist staatliche KUNSTINDIENSTNAHME – es ist nicht KUNST die frei entsteht oder die von „freien Künstlern“ geschaffen werden soll oder will. Wer freies Theater machen will, darf das im Rahmen des geltenden Rechts tun.

Ökonomische Forderungen, die als „Freiheit der Kunst“ hingestellt werden, können Künstler wie unechte Künstler oder Kunstkonsumenten nicht legal verlangen. Eine solche ökonomisch-organisierte Freistellung gibt § 5.3 nicht.

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Weder vom Staat, noch von einer intermediären Kunstförderungs-Stiftung, noch von einem Privatmäzen, noch von kunstnebennutzenden Mitbürgern ist es möglich, über §5 GG Freiheit der Kunst zu verlangen, dass jemand ein Gemälde, eine Performance, ein Hauskonzert oder überhaupt Interesse affirmiert.

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Die GREIFSWALDER sollen sich ein rotes Gummiboot kaufen und hinausrudern, bis Landwind und Strömung der Ostsee die vernebelten Hirne klärt, sodass eine faire mitbürgerliche Bescheidenheit dazu führen kann, dass tatsächlich für jeden Künstler die deutsche FREIHEIT der KUNST eine wunderbare Errungenschaft ist, nämlich,

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dass Künstler keine ästhetischen und geistigen Zwänge dulden müssen.

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Und jetzt – frisch ans Werk. Ohne noch das ungarische Theaterrecht als mehr als eine Marotte für deutsche Künstler zu blamieren.

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P. S. Dr. Dietmar Moews teilt wenige der AfD-Positionen (es sind überwiegend CDU-Positionen) – aber eine Meinungsfreiheit haben AfD-Mitglieder ebenso, wie Potsdamer Theatermacher; allerdings wenn sie Dienstleister vom Staat sind, müssen sie den Auftraggeber befriedigen – soviel zur Frage: Wird die AfD vom Verfassungsschutz hochgezogen? ist Alexander Gauland ein altes CDU-U-Boot? isr auch da der Staat der Auftraggeber?

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Psychosoziale Prozessbegleitung

Dezember 22, 2015
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Vom Dienstag, 22. Dezember 2015

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Braucht unser Rechtsstaat „Psychosoziale Prozessbegleiter“? 

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Sollte der Staat die überforderten Bürger, die aus einer absurden Fernsehgericht- Fernsehästhetik völlig irre Vorstellungen von einem Gerichtsprozess haben, während eines obligatorischen Auftritt vor Gericht „beraten“, fühlen und führen?

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Oder und müssten kulturindustrielle Unterhaltungsformate auf „Sittenwidrigkeit“, „Volksverhetzung“ und „Verblödung“ hin mehr als der Freiwilligen Selbst Kontrolle (FSK) des Produzenten und Vertreibers anheimgestellt sein?

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Kontrolle, Zensur und Sauberkeitsstempel?

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Eine jetzt in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg diskutierte psychosoziale Prozessbegleitung soll da vermitteln, wo Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, in ihren forensischen Zwängen einen Prozessbeteiligten nicht betreuen können – wo sich ein Zeuge oder ein Angeklagter aufgrund seiner Unerfahrenheit plötzlich aus eigener Sicht allein steht und sich – oft sogar vom eigenen Anwalt oder vom verhandlungführenden Gerichtsvorsitzenden – verraten fühlen und die Fassung verlieren kann.

 

Es gibt in deutschen Fernsehprogrammen seit vielen Jahren Sendeformen des „Fernsehgerichts“ – . Das ist meist ein Fernsehkammerspiel, in dem in einem bestimmten Format eine Gerichtsverhandlung mit Beschuldigung, Beweiserhebung und angeblichen Prozeduren, wie eine Gerichtstagung und Prozessführung, einschließlich Urteilösverkündung, abläuft.

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Oft wird dramatischer Streit und Klamauk von Fernsehmodells inszeniert, dessen Reiz- und Unterhaltungswert ein bestimmtes, ungebildetes Publikum anlockt. Dabei werden durchaus gewisse Rechtsstaatsstandards bei einem solchen Fernsehgericht vorgeführt, aber meist nicht erklärt und meist nicht für das Laienpublikum nachvollziehbar.

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Außer Gut und Böse, Kampf und Emotion wird Identifikation über Angst und Schadenfreude aufgebaut – . Analoges Verhalten, sollte der Fernsehzuschauer „selbst mal dran sein“, ist nicht nur nicht beim Anschauen eines Fernsehgerichts zu lernen, sondern im Gegenteil:

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Die geringgebildeten Fernsehzuschauer erhalten völlig irreführende Vorstellungen davon, was sich in den vielen verschiedenen Verfahrensformen vor einem Gericht abspielt. Wer dann mal selbst als Beschuldigter oder als Zeuge oder Geschädigter oder als „Rechthaber“ dann in einem Prozess anzutreten hat, weiß oft nicht, wie ihm geschieht.

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Was soll ein Kind als Zeuge vor Gericht tun können, wenn es bis dahin serienweise Richterin Barbara Salesch oder sonstige Unterhaltungsindustrie-Werbesendungen angeschaut hatte?

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– dazu die schießenden Kommissare und die Science-Fiction-Tatorte mit und ohne Stahlnetz.

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Wie lernfähig und gelehrig alle Menschen, mehr oder wenig, sein mögen, sollte zumindest der Gesellschaft mehrheitlich bekannt sein und von den Bildungsfachleuten auf beste Wissenschaft gestützt werden.

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Kants vierte Frage: WIE IST DER MENSCH?

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ist nach unserem in Deutschland geltenden Recht an jedem einzelnen Individuum zu erfassen und zu erkennen und anzuerkennen. Nur wird auf die Individualität letztentscheidend wenig Rücksicht genommen. Und es wird allerdings ziemlich starr und hart darauf bezogen, wie sich das Individuum auf vom Rechtsstaat in Geltung gesetzte und kontrollierte Normen angepasst verhält.

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Für „Versager“ gibt es nur wenig Nachsicht.

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Wenn geklärt werden kann, dass Nichtanpassung von individueller Unfähigkeit herkommt, unfähig zu sein zu lernen, gibt die Formal zu erkennende Unzurchnungsfähigkeit und Unmündigkeit. Dass und wie sich derjenige anzupassen hätte bzw. Situationen der Überforderung zumindest zu vermeiden suchen können müsste, wird kaum abgemildert.

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Es ist klar, dass – egal wie – jedes Individuum seine Anpassungskultur auf die eigene Urteilskraft und Bereitschaft, dem Anpassungszwang zu folgen, stellen können müsste.

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Aber es ist auch klar, dass es noch einfach ist, seine Leistungsfähigkeit zu beurteilen, wenn die Frage lautet: Kann ich das?

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Was aber, wenn jemand so mit seiner Selbstbeurteilung schwimmt und eine Anpassungsaufgabe überhaupt nicht erkennt, dass er die Frage: Leiste ich die verlangte Anpassung? nicht beurteilen kann – aber glaubt, die Leistung bringen zu können, aber es klappt nicht, er kann nicht, schafft es nicht:

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Kannst du dich in einen fließenden Auto-Straßenverkehr auf der Place de la Concorde ohne Kollision hineinfädeln und anschließend dort ohne Karambolage wieder rausbiegen, wo du gerne hinfahren möchtest?“

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Und viele Leute fahren mutig und forsch hinein – und dann kracht es.

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Sie konnten es nicht beurteilen, haben es versucht und sind gescheitert. Frage wäre dann, gelingt es beim nächsten Versuch? wird das Einschätzen und das eigene Steuervermögen im fließenden Verkehr gelernt?

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Die KFZ-Versicherungen wissen, wie Fehlerhäufigkeit bei Fahranfängern verteilt ist und wie viele Fahrer ständig schlecht fahren, Gefahr und viel Schaden anrichten.

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Dietmar Moews meint: Was erlebt ein Kind vor Gericht, das Zeuge eines elterlichen Streits mit Todesfolge erlebt hatte?

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Was kann ein Gericht mehr tun, als mit Lebenserfahrung und Fingerspitzengefühl und individueller Urteilskraft, eine Beweiskraft und Geschehensverständnis in der Vernehmung eines solchen überforderten Kindzeugen aufzubieten –.

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Oft erzählen nämlich Kinder – auch als Zeugen vor Gericht – was sie glauben, dass man gerne hören würde.

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Doch es sind erhebliche Unsicherheiten und Zweifel angebracht, will man überforderte Zeugen als ultimative Aufklärung in unklaren Fällen gebrauchen.

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Angesichts der von der Unterhaltungsindustrie „gesetteten“ irrlaufenden Vorurteile durch Fernsehgerichte-Serien, scheint die staatliche Bereitstellung solcher „Psychosozialen Prozessbegleiter“ notwendig geboten zu sein.

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Dass es dabei um geheimdienstliche Vertrauenserschleichung geht, liegt auf der Hand:

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Ein „Prozessbegleiter“ für den Prozessbegleiter, der kontrolliert, dass die überforderten Zeugen nicht verführt werden, scheint unumgänglich.

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ENDE GELÄNDE! in Garzweiler Braunkohlestopp

August 15, 2015
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vom Samstag, 15. August 2015

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Der DLF berichtete in den Mittagsnachrichten heute, Samstag, 15. August 2015, mit Silke Hahne:

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Im rheinischen Garzweiler sind Umweltaktivisten auf das Gelände des Braunkohletagebaus vorgedrungen.

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In Berichten heißt es, die Polizei sei mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgegangen. Das Bündnis „Ende Gelände“ hatte für heute zu Protestaktionen aufgerufen. Zur Begründung hieß es, die Braunkohle gehöre zu den umweltschädlichsten Energieträgern und zerstöre die Lebensgrundlage von immer mehr Menschen weltweit. Zuletzt hatten Aktivisten im Juni einen Bagger zwei Tage lang besetzt.

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auf http://www.attac-koeln.de findet sich am 15. August 2015:

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„14.-16. August im Rheinischen Braunkohlerevier: Baggerbesetzungen haben sich als effektive Methode bewährt, Sand ins Getriebe der Braunkohleindustrie zu streuen. Die Aktion „Ende Gelände“ will nun versuchen, mit vielen hundert Menschen im besten Fall gleich mehrere Kohlebagger zu stoppen.“

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Polizeisprecher Ralf Meurer sagte am 15. 8.15:

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dass die Aktion bisher friedlich verläuft. Am Morgen haben Aktivisten auf dem Weg zum Tagebau mehrere Polizeiblockaden durchbrochen. Laut Aktivisten ist dabei auch Pfefferspray eingesetzt worden. Angaben über möglicherweise Verletzte gibt es bisher nicht.

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Es gab am Morgen auch eine Demonstration auf der A61 bei Jackerath. Aktivisten hatten sich mit Transparenten von einer Brücke abgeseilt. Die Autobahn musste zeitweise gesperrt werden. (15.08.15)“

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Bei WDR 2.de um 10.14 Uhr heißt es:

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Im Rheinland sind etwa zweihundert Umweltaktivisten in den Braunkohletagebau Garzweiler 2 eingedrungen. Sie wollen dort die Bagger besetzen, um für einen Ausstieg aus der Braunkohle zu demonstrieren. Insgesamt wollten sich etwa tausend Menschen an den Protesten beteiligen. Rund 1.200 Polizisten sind im Einsatz. Aus Erkelenz Thomas Wenkert: Ein erster Braunkohlebagger wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass es zu ersten Ausschreitungen mit den Demonstranten gekommen sei. Dabei wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Informationen, dass Umweltaktivisten festgenommen beziehungsweise auch verletzt worden seien, wollte die Polizei nicht bestätigen. Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“, das zur Besetzung des Tagebaus aufgerufen hat, spricht dagegen von Dutzenden Festnahmen. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage, die Polizei habe ein Angebot zur Deeskalation abgelehnt. Von den Protestaktionen war zwischenzeitlich auch die Autobahn 61 betroffen. Hier hatten sich Umweltaktivisten von einer Brücke abgeseilt. Die Autobahn war für einige Zeit gesperrt.

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SPIEGEL-ONLINE bringt NICHTS zu ENDE GELÄNDE! zur Energiewende am 15. August 2015.

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BILD.de bringt NICHTS am 15. August 2015 zu ENDE GELÄNDE! Zur Energiewende.

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taz.de am 15. August 2015:

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Besetzung von Garzweiler: ENTSCHLOSSEN IN DIE GRUBE – Mehrere 100 Menschen besetzen den Tagebau Garzweiler Und bringen Bagger zum Stillstand. Dabei gibt es Festnahmen und Verletzte…“ Bezahl-Online-Taz

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SUEDDEUTSCHE.de, die Netzadresse der Süddeutschen Zeitung aus München hat keine aktuelle Information zu Garzweiler am Samstag, 15. August 2015.

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FAZ.net berichtet am 15. August 2015 über ZENSUR in CHINA anlässlich der Katastrophe von

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ENDE GELÄNDE! In Garzweiler unterschlägt die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Samstag, 15. August 2015.

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Dietmar Moews meint: Die deutsche Medienlage ist hinsichtlich der staatlichen Sender, insbesondere auch des regionalen ARD-Konzeptes mit WDR 2 in Nordrhein-Westfalen einigermaßen rückversichert, dass unterschlagene Informationen zumindest am Rande erscheinen – bzw. von ENE GLNDE gab es sogar O-Bilder aus Garzweiler.

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FAZ, Süddeutsche, BILD und SPIEGEL verschweigen ENDE GELÄNDE! In Garzweiler – es gab bislang keine Toten.

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Es ist doch deutlich, wenn wie heute, in den Nachrichten und in der Leitpresse vorgemacht wird, an die 1.000 vom Ägypten-Staatschef SISI im Jahr 2013 in Kairo ermordeten Muslimanhänger (von EX-Staatschef Mursi) erinnert wird, vollkommen klar wird:

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WAS NICHT in den MASSENMEDIEN gebracht wird, ist, wie sei es in dieser Welt nicht geschehen.

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Es hieß: Es ist der größte Mord in der ägyptischen Geschichte überhaupt.

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Beschämende, wenn die FAZ, die sich hierüber aufregt, oder der SPIEGEL, der über die chinesische Zensur seitens Peking zu der Explosionskatastrophe in Tianjin, Todesopfer, Evakuierung, Atomverdacht, Giftalarm sich erhebt –

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Die Verwastierung: Verwüstung, um Garzweiler, in dem dort bereits traditionell sämtliche Dörfer eingestampft werden, um einen etablierten aber längst völlig unwirtschaftlichen und veralteten fossilen Braunkohleabbau im Tagebau mit Brachialgewalt fortzusetzen, ist ein drohendes Zeichen unserer Kommunikationswelt:

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ENDE GELÄNDE! In Garzweiler wird von Umweltdemonstranten publiziert – aber die Diskussion wird in den Medien und auf den Marktplätzen verhindert:

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Weil die Menschen Idioten sind, denkfaul und hitlerschlaue Opportunisten sind – aber, weil die Medien es den verantwortlichen Parteien in NRW auch weiterhin ermöglichen, dem heimischen AFFEN den ZUCKER zu geben, Braunkohleindustrie durch ERDVERNICHTUNG.

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Dietmar Moews begreift schwerlich, wie es möglich ist, da über die vergangenen Jahrzehnte in Deutschland mit Engelsgeduld viel Intelligenz und großer Leidenbereitschaft es geschafft wurde,

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dass heute die ALTERNATIV-ENERGIE-TECHNIK ein deutscher EXPORTSCHLAGER ist,

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dass heute in Deutschland mehr Strom mittels alternativer Technologien erzeugt wird als mit der mörderischen und kostspieligen ATOMKRAFT,

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dass man einfach in Berlin keine Investitionen für MEGA-PUMPSPEICHER oder Metanspeicher bei Wolfen oder andere Techniken aufbringt, damit das Idiotenargument:

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„Wenn die Sonne mal nicht scheint – wenn mal kein Wind weht“

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als der größte BLUFF der AKW-Drecks-Profiteure durch die Massenmedien gejagt werden kann:

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Braunkohleabbau ist unnötige Zerstörung der Landschaft.

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Braunkohleverbrennung zur Elektrizitätsproduktion ist idiotische Atemluftzerstörung – fossile Brennstoffe sind vielfältiger Verbrennungsreck.

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Lügenpresse soll Nazipresse bedeuten und ist UNWORT DES JAHRES 2015

Januar 13, 2015

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am Dienstag, 13. Januar 2015

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Man schreibt das Wort Lügenpresse in Gänsefüßchen, also „Lügenpresse“, und behauptet, damit sei eine Presse gemeint, wie bereits in der Nazizeit und auch im Ersten Weltkrieg in der Öffentlichkeit von Lügenpresse gesprochen worden sei.

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Offiziell lautet die Begründung:

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Das Schlagwort „Lügenpresse“ war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien“, begründete die Jury ihre Entscheidung. „Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit“, sagte die Sprecherin der Jury, Professorin Nina Janich von der TU Darmstadt.

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Gleichzeitig mit der Kür des Wortes Lügenpresse zum unschönen Wort, häufen sich die unqualifizierten Einlassungen von Vertretern der Lügenpresse gegen die Verwendung des Wortes Lügenpresse, weil sie sich dadurch mit Nazipublizisten verglichen fühlen.

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Gleichzeitig kamen gestern anlässlich der allmontäglichen PEGIDA-Versammlung in Dresden die Forderungen von Zensur bzw. Selbstzensur zum Zuge, dass das Wort Lügenpresse nicht in Sprechchören skandiert werden solle.

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Gleichzeitig hat bei den PEGIDA-Verantwortlichen die Ablehnung durch staatliche Repräsentanten und durch Parteienvertreter bewirkt, dass nun über Sprachpolizei und Sprachverbote bzw. die Androhung von Sanktionen (Volksverhetzung) diskutiert wird.

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Herausragend sind die Entgleisungen des Bundesjustizministers, Heiko Maas (SPD), der mit einer abstrusen Scheinlogik aufgeregt behauptete:

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PEGIDA sei gegen die freie Presse. PEGIDA nenne die freie Presse Lügenpresse.

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PEGIDA will aber schwarze Solidaritäts-Trauerschleifen tragen.

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Das sei Heuchelei für die Anschlagopfer von Paris. Denn mit den Charlie Hebdo-Publizisten sei die freie Presse angegriffen worden.

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Dietmar Moews meint: Sprachverbote und Sprachpolizei können durchaus Mittel der staatlichen Sitte- und Ordnungspolitik sein, die auch der Verteidigung der Freiheit dienen soll.

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In der momentanen Auseinandersetzung um die Sprachherrschaft werden einige Begriffe vermischt:

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Zwar heißt es „Die Gedanken sind frei“. Frei heißt – willkürlich selbstbestimmt, in Abwesenheit von äußerem Zwang.

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Aber „Meinungsfreiheit“ und freie Meinungsäußerung sind was anderes: Seine freie Meinung hat man und darf man haben. Die Meinungsäußerung nunmehr ist allerdings an Bedingungen geknüpft, die Sitte, Ordnung und Strafrecht bestimmen und erzwingen können: Du darfst nicht frei, was du willst!

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Die Trauer- und Solidaritätskundgebung bei PEGIDA stehen zweifellos gegen Extremismus und für die Mordopfer.

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Die schwarzen Schleifen stehen ohne Heuchelei für die Pressefreiheit. Sie stehen aber auch für eine professionelle Pressearbeit anstatt Propaganda und Desinformation durch die freie Presse (Lügenpresse).

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Der Angriff vom BMJ Heiko Maas (SPD) mit dem Begriff Heuchelei trifft ihn tatsächlich selbst. Maas, als Mitglied der derzeitigen Bundesregierung tut so, als verteidige er die freie Presse. Davon kann angesichts der massiven Einflussnahmen durch die Blockparteien auf die Deutschen Staatssender nicht die Rede sein. Insofern wäre dann die schwarze Solidaritäts-Schleife von Heiko Maas (SPD) über Heuchelei: Soll Maas sich doch mal in kritischen Fällen für die Pressefreiheit einsetzen, statt mit Sprachpolizei und Sprachverboten zu spielen bzw. nicht willfährigen Journalisten kündigen zu lassen (der parteilose ZDF-Manager Nikolaus Brender wurde ausgetauscht).

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Die Diskussion über Lügenpresse und Nazi-Propaganda kann nur der Volksaufklärung und der Urteilsfähigkeit der Deutschen dienen. Man wird auf Ähnlichkeiten und Unterschiede kommen – man wird auf die Bedeutung der Bildungsverpflichtung des Staats und von professioneller Führung und Fühlung in der repräsentativen Demokratie kommen müssen.

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Professionelle Publizistik statt Profitschinderei, Information und Kommunikation statt Lügenpresse und Bullshit-Presse.

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DIETMAR  MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

DIETMAR MOEWS
„Mexikano“ DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

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FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kritisiert rechtsfreie Zone

Oktober 21, 2014

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am Dienstag, 21. Oktober 2014

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Man muss nicht glauben, Verlage würden Ihren Chefredakteuren politische Linien vorschreiben. Ja, klar, von Fall zu Fall wird schon mal dem Einen und dem Anderen ein Gefallen getan, aber die Linie heißt heute: WENDEHALS / JEKAMI / „es gibt nur einen Satz in der Journalie – das ist der Umsatz“.

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Früher sagte man SPIEGEL ist eher links, BILD eher rechts, Rheinische Post katholisch-kleinbürgerlich, neues deutschland DDR-Nostalgie usw.

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Kürzlich las ich, Xavier Naidoo wird als staatsfeindlicher rechter Irrläufer von den staatlichen Sendern und Veranstaltern boykottiert. Die Stadt Mannheim habe Naidoo offizial als Lehrer und Stadtprominenz gestrichen. Was war geschehen?

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Ich lese in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: was jeder politische Gebildete ohnehin weiß: Deutschland hat keine staatliche Souveränität; seit der Kapitulation 1945 haben die Besatzungsmächte das Bevormundungsrecht. Die Souveränitätsfrage ist einem Friedensvertrag vorbehalten, dem alle vier Besatzer zustimmen müssen. Und das schreibt auch die Süddeutsche: Die USA stimmen nicht zu. Die USA verstehen sich auch nicht als Befreier der Deutschen, sondern als Sieger und Besatzer.

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Nichts anderes sagt Xavier Naidoo. – Staatsfeind Naidoo?

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Ja, so kann ich die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitieren, wie dort die Gesetzblätter, samt Datierung und Nummer, der vertraglichen Beschränkung der staatlichen Souveränität Deutschlands gegenüber den Besatzungsmächten USA, Frankreich und Großbritannien gedruckt worden sind.

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Zitiert man das öffentlich, wird man gegebenenfalls als Volksverhetzer oder „Staatsfeind“ sanktioniert und verdächtigt und möglicherweise angeklagt.

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Wer beliebig unschuldig wegen Volksverhetzung angezeigt wird, erhält von der freien Presse bei jeder Gelegenheit die belastende Anmerkung: „Gegen Soundso ist von der Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung ermittelt worden.“

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Rufmord ist die billige Methode unbescholtene Bürger anzuschießen, jedenfalls nicht an der öffentlichen politischen Diskussion mit kritischen Argumenten teilzunehmen, sondern hitlerschlau zu verstummen: ich weiß nichts – ich will auch nichts wissen – ich bin der schweigende Mob.

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Nun also die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Montag, 20. Oktober 2014, Seite 14, es schreibt Konstanze Kurz in dem seit drei Jahren in der FAZ laufenden IT-Aufklärungs-Format:

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AUS DEM MASCHINENRAUM Rechtsfreie Zone. Die Regeln für den NSA-Ausschuss werden in Washington gemacht.

Nach den vielen turbulenten Monaten, in denen die Neuigkeiten über die Machenschaften der Geheimdienstkreise erst durch die NSU-Mordserie, dann durch die Skandale der NSA und ihrer Komplizen jede Woche aufs Neue Schlagzeilen produzierten, hätte man glauben, nun habe man wirklich alles über den Dunstkreis der Geheimen gehört und gelesen. Immerhin arbeitet nach den NSU-Ausschüssen mit ihren geharnischten Abschlussberichten nun ein weiterer parlamentarischer Untersuchungsausschuss, um den Abgeordneten Informationen und Schlussfolgerungen an die Hand zu geben, wie mit den Praktiken von NSA, GCHQ und BND umgegangen werden soll. Dementis über die Veröffentlichungen aus den Snowden-Papieren gibt es kaum, sowohl die Massenüberwachung als auch das offensive Angreifen von Netzwerken und Computern wird eingeräumt …

Wer nicht Ross und Reiter vertauschen will, der sollte klarmachen, dass jede Zurückhaltung von Informationen durch die Bundesregierung zu rechtfertigen ist und Akteneinsicht nur in sehr engen Grenzen verweigert werden kann. Denn dass eine Regierung sich schützend vor ihren Geheimdienst stellt, ist auch hierzulande kein einmaliger Ausrutscher. Daher hat das Bundesverfassungsgesetz im Jahr 2009 die Rechte des Parlaments in seinem Urteil zum damaligen BND-Untersuchungsausschuss eindeutig klargestellt.

Es keimt der Verdacht, dass die Gründe der Regierung für ihr Gebaren die Untersuchung der massenhaften Datenabfragen und -analysen zu sabottieren, nicht in Berlin, sondern in Washington zu suchen sind. ABC-News meldete am Freitag aus den üblichen Geheimdienstkreisen, dass ein ranghoher Beamter unter der Bedingung der Anonymität gesagt habe, die amerikanische Seite sehe sich in der Position, die Unterlagen, die an den NSA-Untersuchungsausschuss gingen, vorab zu sichten und zu kommentieren … Das dürfte schon dem Journalisten Glenn Greenwald klar gewesen sein, als er dem NSA-Ausschuss im Sommer mit dem Hinweis absagte, er wolle nicht Teil eines bloßen Rituals sein, das nur den Anschein einer Untersuchung“ erwecke…“

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Dietmar Moews meint: Der mündige deutsche Bürger hat die staatsbürgerliche Pflicht, die demokratischen Rechte, sich an der Demokratie zu beteiligen, auszuüben. Das beginnt mit Information und freier Debatte.

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Es kann nicht sanktioniert werden, wenn man in der deutschen Öffentlichkeit in Deutschland Argumente aus der Frankfurter Allgemeine benutzt. Es kann nicht still hingenommen werden, wenn Xavier Naidoo dafür bestraft wird, politische Fakten zu benennen, die in der freien Medienwelt publiziert werden.

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BOYKOTT der MENSCHENRECHTE und Fußball-WM

Mai 15, 2014

 

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am 15. Mai 2014

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Die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien steht bevor. Wie schon bei den Winterspielen in Sotschi werden politische Probleme des Gastgeberlandes zum Politikum für die Sportler, die nach Brasilien reisen wollen.

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Hanns Joachim Friedrichs interviewt den Maler der Sportmotive im ZDF Aktuellen Sportstudio

Hanns Joachim Friedrichs interviewt den Maler der Sportmotive im ZDF Aktuellen Sportstudio

Dietmar Moews meint: Ich bin für die weltweite Sportlergemeinschaft und weltweite Sportfeste, weil Sportfeste ein Politikum des Friedens sind.

Ich bin gegen jeden Boykott von unsportlichen Staaten durch Sportler und Sportorganisationen.

Internationale Sportwettkämpfe und Sportlertreffen bilden verlässliche gesellschaftliche Inseln des friedlichen, geregelten Miteinanders, selbst in Despotien und unzivilisierten Staaten.

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Ewald Lienen, Fußballer von Borussia Mönchengladbach

Ewald Lienen, Fußballer von Borussia Mönchengladbach

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Die Fußball-WM in Brasilien oder die Olympischen Spiele in Sotchi zeigen, wie absurd die Diskussion über die Bedeutung der Menschenrechte für die Vergabe sportlicher Anlässe ist. Den Sportorganisationen ist zu empfehlen, auch künftig Ereignisse in Ländern durchzuführen, in denen die Menschenrechte mit Füssen getreten werden.

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Götz Fieseler Verlag, Dietmar Moews Sportgrafik

Götz Fieseler Verlag,
Dietmar Moews Sportgrafik

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Wir haben erlebt, wie die vom us-amerikanischen Westen boykottierten Spiele von Moskau zu einer Art Spartakiade wurden und die vom Osten boykottierten Olympischen Spiele von Los Angeles, eine Art Adidas-Fernseh-Show.

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Wir haben gesehen, wie die Chinesen bei den Spielen von Peking mit dem Thema von freier Berichterstattung und Zensur, Echtzeitsendungen und eingeschränkter Medienöffentlichkeit, Weltoffenheit und internationalen Vergleichen konfrontiert wurden – angesichts des einzigartigen „Vogelnest-Olympiastadions“.

Wir müssen momentan sehen, wie die Weltöffentlichkeit mit sozialen Spannungen in Brasilien beschäftigt wird. Die Teilnahme der Welt an der staatlich organisierten Menschlichkeit in Brasilien gibt den Brasilianern Hoffnung und eine gewisse Sicherheit vor polizeilichen Grenzüberschreitungen.

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Dietmar Moews meint: Kommunikation stellt auf Gegenseitigkeit. Kommunikation schafft soziale Interdependenz und Selbstkorrektur.


Internetz-Kontrollen über Porno-Angst: Eine Freundin emailt – Doktor Winterlatt antwortet

März 30, 2014

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am 31. März 2014

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Gruß

Lieber Kuckuck. Wir haben kürzlich Jugendschutzfilter am Internetz und für Netzseiten diskutiert. Ich sehe die sogenannten Jugendschutzfilter kritisch, weil sie oft zuviel oder zu wenig weg filtern und ich eigentlich nicht möchte, daß in einer Demokratie Jugendliche mit Zensur groß werden.

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Da muß es andere Möglichkeiten geben.
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Naja, Jugendschutzvorschriften sind vermutlich überhaupt Zensur in diesem Sinne. Da gibt es auch schlicht keine Alternative zu, so lange das Ziel ist, Kinder und Jugendliche nicht mit für sie in ihrer Entwicklungsstufe ungeeigneten Schriften (im weiten Sinne des StGB, also einschließlich Bilddarstellungen, Filmen und Lautäußerungen) zu konfrontieren.

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Was meinen Sie als Internetz-Soziologe?

Gruß

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Antwort
Es ist immer sinnvoll, die Verlautbarungen anzuschauen, welche Motive und Interessen dahinter stecken mögen, wenn Begründungen angeführt werden, die mit dem Verhalten derjenigen, die hier reden, nicht ganz stimmig scheinen.

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Wenn es heißt „das Gute“, dann schaue ich, ob es wirklich gut ist. Oder wird nur behauptet, Gut und Schlecht seien doch ganz klar. Denn – im Falle des Zensur/Schutz-Verlangens ist offensichtlich die Zensur lediglich Zensur – Zensur macht dumm – und Schutz wäre demnach Schutz vor Intelligenzentfaltung und Urteilskraft – das hält dumm und ist eindeutig abzulehnen.

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In meiner Familie gab es offene Bücherschränke und Bücherregale, Radio, Plattenspieler und Fernsehgeräte – nie Beschränkungen. Die Bücher habe ich bis zum Alter von ca. 15 Jahren komplett durchgelesen – es waren mehr als tausend. Da war Manches dabei, was mir wenig sagte und viel Geduld abverlangte. „Anna Karenina“ von Tolstoi war mir wirklich nicht ganz geheuer. Heute weiß ich, es ist ein durchaus bedeutender Roman, für den ich damals mangels Lebenserfahrung und Literaturwissen nicht das notwendige Bildungsinteresse mitbringen konnte: Ich verzweifelte daran, mir alle Personen zu merken (die dann nicht mehr wiederkamen).

Hat es geschadet? Während, was es da an erotisch-sexuell anregendem Material gab – war eben erotisch-sexuell anregend. Manchmal reichte es, wenige Zeilen zu lesen … Schaden? Haare zwischen den Fingern?

1. Mir scheint manches im Jugendschutz eher Krypto-Pietismus zu sein (Von „cryptos“ – „verborgen“ und „pius“ – „fromm“). Es geht da eher um religiöse oder quasi-religiöse Vorstellungen, als um Jugendschutz. So in der Art: „Wir fühlen uns nicht wohl, wenn wir Pornos ansehen, aber sein lassen wollen wir es auch nicht, dann verbieten wir es den Jugendlichen, dann haben wir unsere Pflicht getan.“

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Viele Jugendliche werden das so wahrscheinlich nicht sagen, aber doch so ähnlich fühlen.

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Und es macht einfach einen Unterschied, ob man glaubt, man würde vor schwierigen Situationen bewahrt, bis man alt genug ist, damit umzugehen, oder ob einem hier (quasi-)religiöse Vorstellungen aufgezwungen werden.

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Vorbild, Vorbild!! das kann immer wieder betont werden: Wer als Erwachsener den Kindern die Liebe predigt, schafft eher Prediger als liebevolle Menschen: Besonders, wenn die Leute, die einem Vorstellungen aufzuzwingen versuchen, sich selber nicht daran halten – sind sie den jungen Leuten lediglich langweilig, aber keine glaubhafte Orientierungshilfe.
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2. Die Sexualmoral ist in einem heillosen Vorurteilssumpf. Es ist einfach schwierig zu erklären, warum man ab vierzehn Sex haben darf, aber erst ab achtzehn Pornos ansehen. Es ist schwierig zu erklären, wo die Jugendlichen die Informationen her bekommen sollen, die sie brauchen, um mit vierzehn eine verantwortliche Entscheidung zu fällen. Es ist auch schwierig zu erklären, warum man in Kindergärten Sexualaufklärung machen soll, warum Eltern ins Gefängnis kommen, wenn sie ihre Kinder der Zwangs-Aufklärung in der Schule entziehen wollen. – Aber Pornos ansehen verboten ist.
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Die widersinnige Irreführung sieht man auch bei der Prostitution-Politik: Vor ein paar Jahren hat man das zum normalen Beruf erklärt, jetzt wird es verboten. – Wir kennen die Argumente. Aber wenn sich die Erwachsenen so uneins sind, nicht nur in der Frage, sondern in praktisch jeder, dann ist die Gesetzgebung gegenüber Jugendlichen einfach schwer zu erklären.
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Und ein volljähriger Vertreter der mündigen Internetzbenutzung steht immer in der Situation, dass er auch ein Vertreter der Erwachsenen ist, und das gegenüber ungebildeten Eltern zu rechtfertigen hat. Und wenn er sagt, dass es die Erwachsenen auch nicht regeln können, ist damit noch keine mündige Urteilskraft bei einer „Kundschaft“ geschaffen, die gegenüber parteipolitischen und massenmedialen Irreführungen ziemlich schwimmt. Mob und Volksverhetzung wird immer wieder mit plumpen Angstansagen mobilisiert.

3. Es ist nicht so recht klar, wovor die Jugendlichen eigentlich geschützt werden müssen. Und wenn es eine Gefahr gibt, dann müssten die Jugendlichen über diese Gefahr aufgeklärt werden – ähnlich wie man das bei Alkohol, Drogen, Straßenverkehr, und bei Geschäfts- und Vertragsleben auch macht. Da sorgt man doch auch dafür, dass die Jugendlichen, wenn sie in die Situation kommen, möglichst auch eine verantwortliche Entscheidung fällen können, weil sie um die Konsequenzen wissen.
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Für das Internet gibt es einen sehr fragwürdigen „Internet-Führerschein“. Mir hat bislang niemand einen „Sex-Führerschein“ angeboten. Aber was könnte das sein?

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Als Lehrer an einer Haupt-und Grundschule – in den 1970er Jahren – habe ich mal im Lehrerzimmer unter Kollegen und Kolleginnen den Vorschlag gemacht, es wäre sicher eine erhebliche Hilfe, wenn die geilen männlichen Jugendlichen vor dem Unterricht ein Häuschen an der Schule besuchen könnten, wo ihnen die sexuelle Lust befriedigt werden könnte – und sie folglich mehr Konzentrationsfähigkeit für den folgenden Unterricht bringen könnten. Damals wurde allseitig erheblich über die unbändigen Jungmänner als Störung der gesamten Unterrichtsarbeit gelitten. Wie könnte also ein Sexlehrplan für einen Sex-Führerschein aussehen?

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Als Lehrplan würde ich vorschlagen:

– Verhütungmittel

– Körperliche Veränderungen durch Schwangerschaft und Mutterschaft
– Gesetzliche Altersgrenzen
– Zustimmung, Zustimmung unter Alkoholeinfluss, unfreiwillige Zustimmung
– Entsprechende Missbrauchsdefinitionen
– Soziale Konsequenzen, Slut-Stud, Doppelmoral
– Sorgerecht und Unterhalt

Und für die Fortgeschrittenen:

– Religiöse und säkulare Wertesysteme
– Statistiken, und wie sie gefälscht werden

Es gibt durchaus Aufklärung. Aber der aktuelle Bildungsplan von Landesregierungen sieht Punkte vor, die die Interessen einer bestimmten Lobby den Kindern gegenüber vertreten. Dafür gibt es in der Richtung nachvollziehbare Gründe, dass man erreichen möchte, dass die Kinder keine Probleme machen. Dabei macht man sich zu wenig Gedanken darüber, was die Kinder zur Entfaltung ihres Urteilsvermögens und für ihre eigenen Interessen wissen müssten, damit sie sich möglichst pfiffig Problemen gegenüber entfalten können. Das wirft also Fragen auf, ob die Zensur wirklich dem Schutz der Kinder dienen kann und ob die Zensur tatsächlich so begründet ist?

4. Der Jugendschutz wird zur Zensur für Erwachsene benutzt. Es gibt kein anerkanntes Mittel, Kinder und Jugendliche von Internetseiten fern zu halten. Nun zwingt man Seiten, komplett vom Netz zu gehen. – Übrigens auch da nach einem Muster, das nach Lobbypolitik von Inhalten, und nicht nach Jugendschutz aussieht. Und insofern ist der sogenannte Jugendschutz im Internet in besonderer Weise kritikwürdig.

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http://www.youtube.com/watch?v=CPtmvBhYTv8
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Und wenn man das nicht beachtet, dann wirkt man halt leicht wie der
Alte, der ohne Handy aufgewachsen ist, und den Kindern jetzt sagt, dass
sie folglich auch keines brauchen.

Kuckuck