Elbphilharmonie Hamburg eröffnet – eine demokratische Architekturleistung für Brot und Spiele

Januar 11, 2017
Lichtgeschwindigkeit 7052

Vom Donnerstag, 12. Januar 2017

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Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie Hamburg feierlich eröffnet. Die massenmedialen Belustiger reden bereits von „ELPHIE“. Eine Oboe erklingt im abgedunkelten neuen Musiksaal von Hamburg im Hafen.

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NDR-Fernsehen III übertrug diese Feier mit Konzert – sehr schlecht. Nicht nur, dass die völlig unaffine Décolletée-Barbara mit aufgesteckter Frisur hierbei nicht hätte vorne stehen dürfen, wurde überhaupt nicht die Musik auch nur eingeblendet, keine Kompositeur-Angaben, keine Titel oder Werknummern, keine Entstehungsjahre, die Libretti waren böhmische Dörfer, die Namen der Komponisten hießen POTPOURRI – was soll so ein kunstfeindlicher Darbietungsstil. Und nur immer wieder wurde gesagt – was jeder selbst hören konnte -, dass die ersten Töne von Beethoven stammten.

Auch bei einer Uraufführung wüsste man gerne, wann welcher Bertold Brecht das Stück wo komponiert hat.

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Es ist für den öffentlichen Zusammenhalt der Allgemeinheit wichtig, hin und wieder in Festtagskleidern öffentlich aufzutreten – und das Leben gemeinsam zu beschwören, Bürgermeister, Bundeskanzler, Bundespräsident – alle Mercedes-Chefs, alle, die nicht in Untersuchungshaft sind, sitzen dann da und gedulden sich symbolisch.

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Im Rahmen eines Festakts sprechen am Abend des 11. Januar Bundespräsident Joachim Gauck, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Jacques Herzog vom Architekturbüro Herzog & de Meuron und Generalintendant Christoph Lieben-Seutter. Anschließend spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester, das Residenzorchester in der Elbphilharmonie, unter der Leitung von Thomas Hengelbrock gemeinsam mit namhaften Gastsolisten das erste Konzert im Großen Saal. In dem Programm unter dem Titel »Zum Raum wird hier die Zeit« ist auch die Uraufführung eines eigens für diesen Anlass komponierten Auftragswerks von Wolfgang Rihm zu hören. Am Abend des 12. Januar wird dieses Konzert wiederholt. Beide Konzerte werden von einer einzigartigen Lichtinszenierung an der Fassade der Elbphilharmonie begleitet

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Zuerst erklangen Beethovens op. 43, „Die Geschöpfe des Prometheus“, und dann raste das Orchester durch die Geschichte.

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Gauck, der SPD-Bundespräsident, freute sich über Elphie.

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Wir hören NDR-Elphi-Orchester mit dem Leipziger Felix Mendelssohn-Bartholdy in großer Besetzung.

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Baumeister Jacques Herzog, der das Gebäude zeichnete, sprach.

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Dann Klassik-Gegeige, dann kurze Pause.

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Dann Harfen-Glissandi auf A-Dur, Skalen mit tonartlichen, Oboen-Intro, mitunter tonartenfremden Tonhöhen, mal ein Counter-Tenor, immer wieder Cluster mit Gefissel und aleatorischen Instrumentengruppen, Sonderinstrumente, Trommler, Gong, Rasseln und Becken und Percussion ohne Rhythmus und Swing, großes Blech – Strukturloses, man fragt sich, warum keine Samples. Man fragt sich, was hat dabei der Dirigent Thomas Hengelbrock noch zu tun, außer mit dem SPD-Parteibuch zu wedeln? Die NDR-Band brachte also ein Potpourri ohne Pausen, so dass dem Publikum keine Gelegenheit gegeben war, Beifall zu spenden oder eben zu versagen. Das wäre bei Debussy vielleicht anders ausgefallen als bei Liebermann oder Zimmermann oder welche Brecht-SPD-Musik da noch so gespielt worden ist.

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Die Idee, die Akustik zu demonstrieren, ist gelungen. Mit viel „la Ola-Buntlicht-Außen-Illumination an der Elphie-Silhouette von dem Architektenpaar-Herzog de Meuron, für die untere Preisklasse von Wilhelmsburg gut zu sehen.

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Come Mister tallyman tally me bananas“, mit Harry Belafonte, hätte ich hier gerne gehört.

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Es war keine Polizei zu sehen, keine Selbstschussanlagen, keine FLAK.

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Es gibt viel Elend auf der biologischen Welt – wenn das die Musik von heute sein soll, fehlen noch einige Beethoven-Overtüren-Zitate und große Schlusschöre oder Alte Instrumente für Praetorius Motettenchor, Caccini-Zwischenspiel sowie das Lauten-Harfespiel mit dem Kastraten auf Italienisch, kurz es ist eine sozialdemokratische neue Musik, alle dürfen mitspielen und auch die Unmusikalischen haben zu lachen.

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Nach der Pause waren alle wieder frisch – wer zum Musikhören gekommen war, war ja bisher nicht befriedigt worden – und dachten an Dante „Lasciate ogni speranza cui entrate“ als dann das preparierte Orchester von dem SPD-Protegée Rihm erklang. Welche Freude zur Einweihung? – ja, welche? Ja, die in C-Moll, lachhaft mit „Please me“-Zitaten von Lennon/McCartney. Bis zum Schluss mit dem Schlusssatz der Neunten eine strahlende Ode an die Freude ausgebracht werden konnte, wobei sich die Sänger gut ins Zeug legten:

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Wenn ich nicke, schlägst du zu“, sagte der Schmied zum Lehrling – er nickte nur einmal.

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Und der Dirigist Hengelbrock vom NDR hielt es für passend, in den Schlussapplaus für Beethoven und die Sänger-, Chor- und Ensemble-Leistung, eine Pappe ins Publikum mit der Aufschrift „Rihm“ zu halten. Während er doch weder den Beginn noch den Schluss der angeblichen Uraufführung von Rihm erkennbar dirigiert hatte – wie spd-demokratisch.

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Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz erklärte das Werk, das hier der Öffentlichkeit übergeben wird, zu einem demokratischen Ereignis. Und den 800 Millionenbau für demokratisch. Und die zukünftige Nutzung für demokratisch.

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Dietmar Moews meint: Zusammen mit ELPHIE ist SCHOLZIE jetzt überraschend doch zum SPD-Kanzlerkandidat reüssiert. Der SPD-Meister von Schönefeld, Klaus Wowereit, war auch sichtbar.

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Gut, dass dieses Musikhaus gebaut wurde. Gute Architekten, die hier maßnehmen durften – Herzog & de Meuron aus der Schweiz.

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Bei der Strapazion des Wortes Demokratie möchte ich widersprechen. Will man mit Demokratie Beteiligung, Zugang, Mehrheitsentscheidung – verstehen, wäre diese ELPHIE so niemals gebaut worden.

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Aber, wenn wir unsere deutsche Gegenwart der Nach-Hitlerzeit summarisch als Demokratie bezeichnen, und wenn wir dazu die Stadtbaukunst und die Architektur, die diese Nach-Hitlerzeit in Deutschland auf die Beine gebracht hat, ansehen – Köln, Hannover, West-Berlin – lauter missglückte Narben der Nachkriegsnot und der Kulturarmut – dann muss auch diese Elbphilharmonie ebenfalls als Ereignis dieser Demokratie verstanden werden.

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Kurz – wie auch Kanzlerin Merkel hierzu im Pauseninterview sagte:

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„Schön dass auch mal so ein solitäres Kleinod entstehen kann, und dann kann auch noch in hundert Jahren mal sagen, guck mal, was 2017 gebaut wurde“ (während unser heutiges Bauen doch weitgehend unter den Gleichförmigkeiten leidet! – das hat Merkel nicht ausgesprochen).

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Müssten die heutigen Führer doch, wenn sie sich zu den Wahlen stellen, härter dafür kritisiert werden, was für ein mittelmäßiger und übler Siedlungsbaustil überhaupt ständig genehmigt wird. Und der Markt, die Investoren, die freien Bauträger und Projektentwickler sind prinzipiell unfähig, gut zu bauen, weil sie stets noch kleine Profiterweiterungen auf Kosten der Sozialität suchen und finden – herauskommt niemals die beste Lösung.

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FANALISTISCH, ZU SEHEN, DASS EIN Betrüger Schneider in Leipzig und eine Freistadt Hamburg was Gutes bauen können – aber die freien Menschen in Restdeutschland so gut wie nicht.

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Mit der hier heute hineingemischten biologischen SPD-Musik sollten sie besser zum Brecht-Ensemble an den Schiffbauer Damm gehen.

 

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