Wolfgang Leonhard 1921- 2014 – Kurznachruf

August 17, 2014

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Lichtgeschwindigkeit 4792

am Sonntag, 17. August 2014

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Heute ist Wolfgang Leonhard im Alter von 93 Jahren in der Eifel gestorben. Leonhard war der letzte noch lebende Zeitzeuge aus dem innersten Führungskreis der deutschen Kommunisten, der nach 1945 die Gründung der DDR vorbereitete. Seine Wandlung vom begeisterten Kommunisten zum Sowjetkritiker beschrieb er 1955 in dem Bestseller „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ und „Euro Kommunismus“.

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Leonhard war 1945 als Mitglied der „Gruppe Ulbricht“ – so benannt nach dem späteren DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht – aus Moskau nach Deutschland zurückgekehrt. Er war 1935 mit seiner vom Kommunismus begeisterten Mutter in die UdSSR geflohen und später zum Führungskader ausgebildet worden. In der sowjetischen Besatzungszone in Ost-Berlin, nach 1945, wuchs seine Gegnerschaft zum Stalinismus. 1949 floh er nach Jugoslawien und wenig später in die Bundesrepublik.

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Wolfgang Leonhard ist ein einzigartiger Zeuge der deutschen Geschichte des „Hitler-Stalin-Paktes“ und die Folgen.

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Die Deutschen aus der Ostzone durften bis 1989 nichts von Leonhard wissen. Für den Rest bildeten Leonards Berichte die Eselsbrücke zum Gulag, zu Solschenizyn und Kopelev, zu Jorge Semprùn und Arthur Koestler, zu Willi Münzenberg, von Tito zu Herbert Wehner und Egon Bahr. –

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Leonhard, als Wladimir getauft, wuchs als Jugendlicher im stalinistischen Moskau des HOTEL LUX, elternlos in Heimen auf, wo die zukünftigen Nachwuchskommissare der westlichen Länder ausgebildet worden sind.

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Sie sollten nach dem Welt-Krieg, 1945, in ihre Herkunftsländer gesendet werden, den Kommunismus durchzusetzen und aufzubauen – (so: Gruppe Ulbricht, zehn Leute, die nördlich Berlins im Sommer 1945 mit einem kleinen Flugzeug abgesetzt wurden). Die zogen unter Ulbrichts und Wilhelm Piecks Führung unverzüglich in die Berliner Rathäuser. Setzten die den Krieg in Berlin überlebenden Nazigegner ab, die in den Bezirken des zusammengebrochenen Berlins den politischen Anfang versuchten. Sie wurden weggemobbt. Aus KPD und SPD schmiedete Kommissar Ulbricht die SED. Der West-SPDist Otto Grotewohl ließ sich freiwillig zum Ost-Hampelmann von Staatspräsident Wilhelm Pieck in der SED wählen. (Bald wurde in West-Berlin eine neue SPD gegründet – bei den Wahlen bekam die SPD dann etwa 23 Prozent Stimmenanteile, die SED wenig über zehn Prozent; Ulbrichts SED wurde in den russischen Sektor Ost-Berlin zurückgedrängt).

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Leonhard hatte an einen jungen deutschen Kommunismus des „Komintern“ geglaubt (jeder kommunistische Staat sollte seinen eigenen Kommunismus entfalten dürfen). Aber 1947 orderte Stalin Ulbricht und alle Kommissare nach Moskau und bestimmte den „Kominform“: Die internationalen kommunistischen Sateliten erhielten aus der Stalinzentrale in Moskau „Information“ wie und was nach Stalins Vorgaben als „Kominform“, statt „Komintern“, durchzuführen sei.

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Ulbricht lenkte sofort – von jetzt auf gleich – ein, „informierte“ seine Gruppe-Ulbricht in Berlin, während alle Dissidenten beseitigt wurden. Wolfgang Leonhard, dessen kommissarische Zuständigkeit war, Schulungsskripte für die kommunistische Partei-Volkserziehung zu schreiben, wähnte sich betrogen. Leonhards enge Zusammenarbeit mit stalin-dissidenten jugoslawischen Komintern-Kommunisten zwang ihn, heimlich abzuhauen, während er noch kurz zuvor mit Ulbricht über die „Befreiung“ seiner Mutter, der „deutschen Kommunistin“, verhandeln musste.

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Leonhard organisierte und ergriff heimlich seine Flucht (über Jugoslawien nach Westen), was in allerletzter Sekunde glückte, wobei er sein persönliches Stalindrama durchlebte: Leonhard war als Kind seiner idealistischen kommunistischen Berliner Mutter, vor Hitler „in Sicherheit“, über Skandinavien nach Russland gebracht worden. In Moskau verschwand die Mutter, von der Partei politisch ins Abseits, während das Kind Wladimir (Wolfgang) – nicht erfuhr, wo sie war und ob sie überhaupt noch lebte – als Heimkind zum Komintern-Kader gedrillt wurde. Als Leonhard im Jahr 1947 – auch nach zynischen Erlebnissen mit „Markus“ Wolf – Ulbricht heimlich verlassen und fliehen wollte, gelang es ihm zunächst nicht, seine Mutter (die nicht einsichtig war) aus den Fängen Stalins zu befreien. Dramatische Not und Misstrauen bis aufs Blut brannten sich – jetzt Wolfgang – Leonhard ein: Die Revolution erstickte an ihrer Nachgeburt.

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Entsprechend vom Kominform entsetzt landete das kommunistische Jugoslawien unter Tito, das den eigenen Komintern fortsetzte, in Feindschaft zum Stalin-Sowjet-Imperium. (Das jugoslawisch-serbische Militär richtete seine alljährlichen Manöver in russischer Himmelsrichtung aus).

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Jetzt musste Wolfgang Leonhard im hohen Alter, zuletzt im Krankenhaus, an einer schweren Krankheit sterben. Er lebte in der Eifel.

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Ein Termin für die Gedenkfeier werde später festgelegt, um Kollegen und einstigen Studenten die Teilnahme zu ermöglichen. Leonhard hatte 21 Jahre lang bis 1987 als Professor an der US-Eliteuniversität Yale über die Sowjetunion und den Kommunismus gelehrt.

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Dietmar Moews meint: Wolfgang Leonhard hat sowohl mit seinem Bericht über die Gruppe Ulbricht im nach-1945er Berlin wie in der Auseinandersetzung mit den sogenannten 68ern, die einem seltsamen West-Marxismus anhingen, indem Hegel, Marx und Freud eine bekloppte stalinistische Ideologie ergaben, die sie „Kritische Theorie“ nannten (Adorno / Habermas) und mit seinsgebundener empirischer Urteilskraft eines Wolfgang Leonhard nicht klar kamen.

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Leonhard wurde also in die USA durchgereicht, weil die Bundesrepublik den „Moral-Pakt“ zwischen Hitler und Stalin lieber verdrängten. Desto wichtiger, die Zeugnisse Wolfgang Leonhards ins Curriculum deutscher Demokratiekunde aufzunehmen.

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Lichtgeschwindigkeit 113

Dezember 19, 2009

Lichtgeschwindigkeit 113 GATES NOCH

die ungeschnittene Podcast-Piraten-Presseschau –

am Freitag, 18. Dezember 2009, von Dr. Dietmar Moews,

Piratenpartei Deutschland, am Schloss Schönhausen in

Berlin-Pankow Niederschönhausen; bild.de, DLF, dradio.de,

heise.de, piratenpartei.de, BZ, BILD Berlin/Brandenburg

und Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. Dezember 2009,

FAZ + Piratenigel, dazu Karl Liebknecht, KPD-Mitgründer,

Denker und Marxkritiker: Studien über die Bewegungsgesetze

der gesellschaftlichen Entwicklung

Das Piratenthemen hier: CDU verlangt Verfassungsänderung

für den Krieg; Bill Gates will mehr Steuern zahlen; Umweltschutz

in Kopenhagen passt nicht zum Bombenkrieg in Afghanistan.

BZ von Freitag, 18. Dezember 2009 titelt: Weihnachten bei Mutti.

BZ Seite 30 berichtet Martina Kaden: Echt schön, das neue

Schloss Schönhausen. Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem

Rittergut Niederschönhausen, nördlich Berlin, gebaut, bald von

den Hohenzollern erworben, Mitte 1740 bis 1797 Wohnsitz der

Königin Elisabeth Christine, Ehefrau des Alten Fritz, der in

Potsdam residierte und hier nie gewesen sein soll. Nazideutschland

versammelte in Schloss Schönhausen die beschlagten modernen

Kunstwerke, die die Nazis als entartet behandelten und verkauften.

Die DDR richtete den Amtsitz des Präsidenetn Wilhelm Pieck in

Schönhausen und bis 1964 den Staatsrats hier ein und nannte es

auch Schloss Niederschönhausen, weil es innen und außen baulich

völlig heuntergekommen war, aber mit einer riesige DDR-Festungsmauer

eingemauert war – schade um den schönen Park an der Panke,

mit wundervollen riesigen Eichen.

BILD Berlin/Brandenburg am 18. Dezember 2009 titelt:

NEUER JUSTIZIRRSINN 50.000 Euro Schmerzensgeld für

Gewaltverbrecher! – Hertha holt Gekas und Schalke-Star.

Nackte Frau-Abbildung; BILD Seite 3 von C. Von Duehren:

Ich schenk Berlin ein Schloss zu Weihnachten: <Nach 345

Jahren öffnet Stiftungs-Chef Hartmut Dogerloh erstmals

Schloss Schönhausen für alle. Wilhelm Pieck empfang hier

1957 Ho Chi Minh, zwei Jahre später Chruschtschow.

Jetzt emfängt es endlich alle Berliner … BILD Seite 16:

Öko-Vibrator kommt mit Handkurbel; BILD seite 24:

GATES NOCH „ich habe zu viel Geld, ich will mehr Steuern

zahlen“. Der reichste mann der Welt meint, dass er zu viel

Geld hat 50 Milliarden Dollar … hat sich einer Lobby angeschlossen,

die sich beim US-Senat für höhere Vermögenssteuern einsetzt.

Dietmarmoews sagt: Der Eröffnungsempfang fand im Nebenbau

bei der Bundesakademie für Sicherheitspolitik statt.

Ein unsäglicher Redner sagte: Das Schloss liegt in einem Park,

der im Sommer sehr schön ist. Wers nicht mit Schnee gesehen hat …

Die Rote-Kreuz-Sanitäter durften eine junge Zusammengebrochene

raustragen, während die gesamte Anlage von einem riesigen

Polizeiaufgebot und Wachpersonal vollgestellt war. Diese

Podcast-Aufnahme war eiskalt aber gewaltfrei.

Dietmarmoews sagt: BANG: Über Nacht kam bereits eine

weitere Ungereimtheit aus MERKELS Kanzlerdunst: Die CDU

will eine Verfassungsänderung initiieren, damit die neuen Kriege

rechtlich gedeckt sein sollen – ja, sie sind es nicht.

Wenn Kanzlerin Dr. Merkel in Kopenhagen zu Klimaschutz und

Umweltverschmutzung ernstgenommen werden wollte, dürfte sie

nicht den Hindukusch bombardieren und Waffen exportieren.

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin: Piratencrew Berlin;


Lichtgeschwindigkeit 113

Dezember 19, 2009


Lichtgeschwindigkeit 48 NRW-Linke wechseln

November 18, 2009

Lichtgeschwindigkeit 48 NRW-LINKE wechseln von Walter Ulbricht

Piraten-Presseschau am Freitag, 30. Okt. 2009,

von Dr. Dietmar Moews vor der Wilhelm-Pieck-Villa am Majakowski-Ring,

Niederschönhauesen, in Berlin-Pankow; Aufnahmezeit um 15 Uhr;

Piratenthema hier: Linke wechseln zu den Piraten hier als Piratenthema

und als Wahlkampfthema für die kommenden Landtagswahlen in

NRW, 2010; Frau Lieberknecht (CDU) siegte als Ministerpräsidentin

von Thüringen im dritten Wahlgang für die Schwarz-Rote Koalition

gegen den LINKE-Kandidaten und wurde vereidigt; Margot Honecker

feiert in Chile 60 Jahre DDR, der sozialistische Dichter Wladimir

Majakowskij und die DDR-Oberen Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht,

Johannes R. Becher, Otto Grotewohl, ferner Deutschlandfunk,

BILD vom 30. Oktober 2009 und BILD vom 29. Oktober 2009

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin: Piratencrew Berlin