Neue Sinnlichkeit 67 – Erfolgskinder

Januar 8, 2016
Lichtgeschwindigkeit 6161

vom Freitag, 8. Januar 2016

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Kurzvorstellung des Blattes Neue Sinnlichkeit 67, das im November 2015 im 36. Jahrgang in Köln erschien und nach wie vor von Dietmar Moews verantwortlich herausgegeben wird.

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TITEL

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Zum Geleit

Alles hat einen Zustand des gegenwärtigen Moments – die Gegenwart.

Alles hat eine vollkommen determinierte Vorgeschichte, wie aus der Vergangenheit die Gegenwart wurde. Meist wissen wir nicht, wie und warum die Gegenwart wurde, wie sie ist. Meist reicht es uns, Fragen des Werdens der Wissenschaft zu überlassen. Und die Wissenschaft bringt dann die Billigkeiten – nicht weil damit das Werden der Gegenwart nachvollziehbar verständlich würde, sondern weil die Kundschaft der Gegenwart mit einfachen Antworten zufrieden ist. Daraus wurde auch eine materialistisch-dialektische Gegenwartspolitik – wer ist dafür? / wer ist dagegen? / der Stärkere siegt / wer bestimmt die Gegenwart? – die Poesie der Einsicht?

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Diese Politik in die Zukunft basiert allein auf monokausaler Übergewalt. Diese Politik hat allerdings keine Wahrheit oder Erkenntnis unseres Werdens und Seins für sich, sondern die Wahrheit der Macht, die Wahrheit zu vernichten.

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Die Vernunft und Zweckrationalität der Menschen weist uns Menschen aber darauf hin, dass wir in unserem Sein und Werden nicht einfach NATUR sind. Das merkt Jeder – wir sind auch NATURVERNEINER, indem wir durch soziale Aushandlung und Lebensweise eine wünschbare Kultur in jedem neuen Lebenslauf anlegen. Unsere Kinder werden schon sehr früh von unserer Lebensweise und unseren Werten durch und durch mit fein abgestimmten Werten geimpft, wie man Naturgesetz erkennt, anerkennt und sogleich mit Naturerkenntnis die erste Natur kultiviert – so weit es gelingt.

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Was jeder intelligentere Mensch in seinem Leben lernt, ist die soziale Perspektive anzuerkennen, in die er mit seiner Individualität hineingehen kann, um Verhältnisse, denen er ausgesetzt ist, mitzubestimmen. Bzw. er kann sich fernhalten, wenn es ihn abschreckt Kulturkämpfe einzugehen.

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Es soll jeder wissen: Zwecke und Verhaltensänderungen werden NICHT erreicht, wenn man zudringlich wird. Bekehrung erfolgt nicht durch Druck. Überhaupt sind sogar Sachargumente kaum geeignete Mittel, irgendeine Wahrheit annehmlich zu machen.

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Und hierzu gibt es die Neue Sinnlichkeit:

Das versaute moderne Leben schneidet unser Leben und unseren Lebensraum ab. Doch wir ändern das nicht – als sei die Selbstzerstörung natürlich festgelegt.

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Mit Blättern, die die Welt bedeuten – Blätter für Trost durch annehmlich gemachte Wahrheiten, ist der einfache, naheliegende Aufruf verbunden:

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Klatsche zu keiner Musik, die dir nicht gefällt.

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Es gibt unzählige Wege in die Zukunft.

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Inhalt

und täglich Dietmar Moews in Lichtgeschwindigkeit

auf dem WordPress-Blog „Globus mit Vorgarten“ – die Neue Sinnlichkeit

Inhalt

Umschlag: Plakat vom STRASSENFEST 2015 Mainzer Straße SÜD KÖLN Südstadt 1

Zum Geleit 2

Inhalt 3

IMPRESSUM 3

ERFOLGSKINDER 4

WEIHNACHTSGRÜSSE mit Rudi-Bild von Franz 13

FRANZ OTTO KOPP Aus dem Dintenuniversum 14

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO 19

FRANZ OTTO KOPP MAIL-ART als Ortstagebuch 20

STRASSENFEST Mainzer Strasse Köln-Neustadt-Süd 32

MANUEL KIPER Störende Gerüche im Büro 34

DIETMAR MOEWS Kurznachruf auf Franz Otto Kopp (1938-2015) 47

DIETMAR MOEWS Kurznachruf auf Günter Grass (1928-2015) 51

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in allgemeinverständliche Klarheit; Fortsetzungen XVI. Teil 55

EDWARD SNOWDEN: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews 59

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: EBERHARD JÄGER 60

Die Kinderseiten der Epoche: Gott zögerte – dann zog er seine Schuhe an 61

Auflösung Qualitätsrätsel 66: DIETMAR MOEWS

QUALITÄTSRÄTSEL 67: Wer hats geschrieben? 63

Impressum: Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln http://www.neuesinnlichkeit.com; Verlagsanschrift:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, 50678 Köln ISSN 1432-5268

Fortsetzung Fortsetzung Fortsetzung Seite 17 Fortsetzung Seite 30

………….abschneiden und 0190 ……… augen auf, nur mut …… ……..

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Erfolgskinder

Willkommen, es geht weiter, liebste Leserin und lieberer Leser, in den Erinnerungen und in den noch schönsten Tagen des Lebens, heute, morgen und in Zukunft. Es ist doch tröstlich, dass auch harte Wahrheiten annehmlich und schön sein können, dass immer noch was Neues kommt: im neuen Blatt für Kunst und Kultur. Es ist Numero 67.

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Diese Blätter zur Sinnlichkeit wurden vom jungen Maler Dietmar Moews Mitte der 1970er Jahre erfunden, nachdem er sein pneumatisches Eigenlicht geklärt hatte und in Büchern anbinden konnte. Er nannte das „Neue Sinnlichkeit“.

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Die Neue Sinnlichkeit, in loser Folge seit 1979 hier mit der 67gsten Ausgabe, ist vom Maler und inzwischen Künstlergelehrten für Malereiinteressierte, Gelehrte und Gelehrigkeitsinteressenten ausgelegt. Dabei ist bei Dietmar Moews Malerei etwas sehr Gründliches, ja Tiefgründliches. Es ist nichts Oberflächliches, wie in der heutigen Kunst üblich.

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Kürzlich geschah etwas für mich Neues anlässlich einer öffentlichen Diskussion, an der ich mich beteiligte. Da protestierte jemand empört über einen überraschenden Gedanken, den ich beigetragen hatte. Und – das Neue geschah – ich fand, das wurde längst mal Zeit – das Hunderte zählende Kunstpublikum reagierte irritiert, teils geschockt und irritiert, teils schwiegen sie zustimmend: Jemand hatte dem schweigenden Mob widersprochen und auf die andere Seite hinstimulieren gewollt, die verstockt gegen den Künstlergelehrten Moews stand, nämlich mit folgenden Frageworten:

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Wie reden Sie denn mit einem Genie?“

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Um es klar und im Bild zu sagen: Picasso?

Dietmar Moews hatte Picasso als Beispiel für die heute kaum noch wahrgenommene Oberflächlichkeit Picassos angesprochen.

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Und jetzt wechselt hier das Ich zum Er – er hörte, als sei es in diesem Moment, wie eine mittelschöne Frauenstimme von der Straße herauf in sein Atelier drang: „Aber der soll auch gut sein; ich hab‘ es im Internet recherchiert“.

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Man kann solche Leute nicht lieben. Man erduldet Vieles – „ich habe es im Internetz recherchiert“.

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Ja, soweit taugt Picasso, dass er als Beispiel funktioniert, Picasso war sehr oberflächlich. Picassos Malerei war sehr oberflächlich. Picasso steuerte dabei eine industrielle Bilder-Stückzahl-Produktion an, die ein Weltmarketing nur in hoher Stückzahl und billiger Machart absetzen kann. Picasso kann lieben, wer will. Wir können auch über oberflächliche Liebe und tiefgründige Liebe reden. Doch hier wird eben von gründlicher Malerei gehandelt – also nicht so viel von Picasso. Nicht so viel von der Kunstmalerei des modernen West-Marketings. Denn anderswo auf der Welt sieht Malerei durchaus auch im 21. Jahrhundert gründlicher aus und wird gründlicher und sensibler gearbeitet als mit den Schrubbern und Rakeln bei Gerhard Richter oder Mark Rothko angesprochen.

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Auch Geschmack und Gefühle jedes Menschen (meinetwegen bei Picasso und Rothko und Richter), sind menschliche Aspirationen, die hier nicht in Frage gestellt werden. Was an Kunsterlebnis und Kommunikationspraxis sich die Menschen ausdenken – auch das ist ihnen unbenommen. Weil hier die Malerei den Maler interessiert – wie eine Bildkunst auf den Schultern der Riesen der Kunstgeschichte heute gemacht werden kann, wenn sie gründlich und von höchster Qualität ist. Schauen Sie den „Mexicano“ aus dem Jahr 2000, DMW 567.7.0.

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Er stellt kurz den Inhalt dieses Blattes Numero 67 vor:

Es beginnt mit dem erneuten Näh-Heftungs-Experiment, wie schon die Ausgaben Numero 13, Blätter für geistige Bewegung, November 1984, aus Hannover oder Numero 21, Blätter für heikle Schwingungen, April 1989, aus München oder Numero 50 aus Magdeburg, jetzt also Numero 67, Blätter für Trost durch annehmlich gemachte Wahrheiten aus Köln, in Hannover von Annette Kiper in neusinnlicher Beziehung genäht.

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Es folgt die Franz-Otto-Kopp / Dietmar Moews-Postkarten-Korrespondenz infolge der Künstlergelehrten-Ortstrennung ab dem Jahr 1987, als Dietmar Moews Hannover verließ und dem Jahr 2015, als Franz Otto Kopp (1937-2015) Hannover verließ.

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Leider ist dieses Ortstagebuch von Franz Otto Kopp nicht auch in Form ihm von Dietmar Moews in die Kleine Düwelstraße 16 IV., Hannover- Südstadt, gesendeten, im Korrespondenz-Zeitraum, verfügbar. Die bisherige Nachlassregelung verschleiert das bislang.

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Eine der letzten Karten (es sind insgesamt wunderschön viele) von Franz mit dem KLAPPKRO unterzeichnete Franz mit Franz KATER. Und enigmatisch werden selbst Kleinigkeiten verdaut und Jahre später in neuem Anlauf losgelassen, wie der „Dschungel-Blätter“-Text (hrsg. Alban Nikolai Herbst, Frankfurt a.M.), „annovers etter undervoll“ den er Mitte der 1980er Jahre im U unterm Raschplatz Hannover in einer Lesung von Bodo Dringenberg, Alban Nikolai Herbst, Angela Hoffmann und Dietmar Moews mit eben dem TITEL: ANNOVERS ETTER UNDERVOLL in Franz‘ Brief wieder zum Eröffnungswort worden war.

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Mit dem Tod von FRANZ OTTO KOPP, der am 9. Februar 2015 in seinem Bett gestorben ist, schwebt die hannoversche Künstlergruppe 7 OPQ, die sich bei der gemeinsamen Formierung als Kapitalistischer Realismus verstand, ist nunmehr ein besonderer Zustand da, der ganz in Ruhe abzuwarten ist: JOB CROGIER, der Film-, Foto- und Bildkünstler starb im Jahr 2004 in Mallorca. FOKKO VON VELDE, der Maler und Zeichner, lebt – vom Jahrhundertende, von der Schaffensunlust und Schlaganfall betroffen – im Rollstuhl-Pflegeheim vom Stephans-Stift Hannover. Der Verweser der 7 OPQ ist damit DIETMAR MOEWS. Dazu also ein Kurzbericht hier im Blatt 67.

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Die ruhenden Autoren der NEUEN SINNLICHKEIT reichen inzwischen neben Franz Otto Kopp, von Alphons Silbermann, Eberhard Jäger, Armin Mohler, Thomas Schmidt-Kowalski, Job Crogier, leider sind Fokko von Velde gesundheitlich stark geschwächt und Günter Schulte, der Kölner Künstlergelehrte und Philosophieprofessor ist nunmehr so dement, dass er ihn beim Besuch anlächelte, aber nicht erkannte. Es werden großartige Künstlerinnen und Künstler hinzukommen, Gelehrte und Künstlergelehrte. Hier also nach längerer Zeit ein neuer Beitrag von dem geschätzten Manuel Kiper.

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Mit dem hannoversche Künstlergelehrten und Freund MANUEL KIPER hatten wir gemeinsame Ausstellungsaktivitäten (Kopp, Kiper, Moews in Magdeburg 1996) zu verdanken. Aber auch aufklärerische Texte im Blatt wie jetzt hier die Innenraum- und Bürogerüche als „Störende Gerüche im Büro“.

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Es folgt eine Portraitzeichnung von Dietmar Moews vom Jahrhundertamerikaner EDWARD SNOWDEN – der ging für uns ins Risiko, nicht aus Dummheit, sondern mit Intelligenz, Mut und Gemeinsinn.

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Von einer Bernreise gibt es ZUGINSFELD und Original-Grafiken von Otto Nebel, dem Maler und Dichter, die die Schweizer Otto-Nebel-Expertin Dr. Therese Bhattacharya-Stettler, Kuratorin des Kunstmuseums Bern sowie Präsidentin der Otto-Nebel-Stiftung Bern, in Bern archiviert hat. Von Ihr wurde OTTO NEBEL – MALER UND DICHTER in einer großen Berner Ausstellung und mit der Monografie „Zur Unzeit gegeigt“ platzgreifend zum Weltmeister der Kunst des 20sten Jahrhunderts „musiziert“.

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Mit der 17. Folge von KNIGGE wird dieses Heft erst rund – man liest wie im eigenen Herzen von „Undank und Eigennutz“:

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Menschen sind äußerlich tugendhaft, rechtschaffen, großmütig,
gefällig, dienstfertig, gesellig, nicht aus innerem Triebe zum
Guten, nicht aus richtiger Berechnung des Nutzens, den sie dadurch,
wie ihnen die Vernunft diese Pflicht vorschreibt, der menschlichen
Gesellschaft stiften; nein! nur um damit gewisse Vorteile zu
erkaufen, sei es nun Beförderung im bürgerlichen Leben, sei es
irgendein anderer eigennütziger Plan, oder sei es endlich auch nur
des Rufs und Beifalls wegen. ...“ 
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Man könnte durchaus vorstellen, dass sich am Beispiel der Gerechtigkeit und Fairness von John Rawls, die Kundschaft einig und einverständlich ist, wenn gefordert wird:

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Solche politischen und sozialen Güter sind nicht geheimnisvoller als der Sachverhalt, dass die Musiker eines Orchesters, die Spieler einer Mannschaft oder vielleicht sogar beide Mannschaften bei einer Begegnung mit Freude und einem gewissen (berechtigten) Stolz bei der Sache sind, wenn die Aufführung oder das Spiel so gut sind, dass man sich daran erinnern möchte…“.

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Bildschirmfoto vom 2015-07-17 19:44:44

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Und wer unmusikalisch ist und keinen Fußballbazillus hat, muss hier eben verzichten, das GUTE zu begreifen. „Promise of the Real“ heißt die Begleitband von Neil Young für sein MONSANTO-Projekt. Er ist sehr begeistert – endlich mal wieder was richtig Lautes und Ernstgemeintes: Its a new day for love: A Rock Star Bucks A Coffee Shop.

Es sind quasi Enkel. Und es ist politisch: Don’t want a GMO (Genetically Modified Organism).

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Er sieht zwar, dass die Menschen eine Lebenskultur pflegen, in der es zu schwache Anknüpfung für die neue Sinnlichkeit gibt.

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Das ist aber nicht die Vorsehung. Es ist nicht die Natur, schlaue Wirkungen zu verkennen.

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Es ist nicht wirklich zu verstehen, warum zwei verhängnisvolle Kulturmachenschaften herrschen können: Profit und Gewalt. Und die große Zahl der Kulturmenschen glauben, sie selbst stecken nur wehrlos im Entmündigungsbecken.

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Alles ist verdreckt. Das Wasser der Erde bis in die tiefsten Schichten trägt dauerhafte Kunst-Chemikalien. Unsere Atemluft wird nach Grenzwerten vergiftet. Wir schlucken, wenn es heißt „Monsanto-Gene“ bringen Milliardengewinne und dienen der Ernährung von Millionen armen Menschen. Krebsursachen sind nicht nachgewiesen: Krebs – das ist doch klar – kommt von Gott.

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Das ist leicht zu verstehen:

Neue Sinnlichkeit 67 Blätter für annehmlich gemachte Wahrheiten:

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Es gibt die Poesie der Einsicht und das Vermögen zur Selbstveränderung.

Wenn unsere Welt von transnationalen Banken und von haftungsschwachen Geschäftemachern versaut und verbaut wird, muss das einer heteronomen Zweckmoral und -fairness gemäß vom Rechtsstaat verhindert werden.

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Bei Wahlen, darf man die nicht wählen.

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Parteien, die ihre Rechtspflichten in Parlamenten und Regierungen an meistbietende Profitmacher verkaufen, sind korrupt. Wähler, die diese korrupten Parteien wählen, weil sie selbst davon kurzfristig zu profitieren hoffen, aber keinen Schluck klares Wasser mehr zu trinken haben – sind verirrt.

Und es ist das Allerletzte, wenn die Einsichtigen behaupten: Der Konsument ist der Verursacher – NEIN! Die große Zahl ist unmündig und uneinsichtig, sie können nicht gegen die eigene Urteilsschwäche wählen. Die haben nicht die Wahl. Aber die Einsichtigen. Die müssen Vorbild sein und Aufklärung reklamieren.

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Ich sehe es – aber ich kann es nicht verstehen. Denn die sinnliche Qualität ist entweder zu greifen, zu sehen, zu trinken, zu essen, zu riechen, zu hören, zu schmecken oder sie ist sinnlich nicht zu verifizieren.

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Also: Wer kauft Speise, die gut schmeckt, gut aussieht, billig ist usw. die aber krebserregende Stoffe enthält?

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Wer kauft chemisch versetzte Äpfel, die sehr gut riechen, gut aussehen und schmecken, aber voller Gift sind?

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Und hierfür die sinnliche Transparenz politisch rechtsstaatlich zu verlangen, kann jeder vollwertige Mensch – die blöden ausgenommen.

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Wir sind also einem westlichen Finanzsystem ausgesetzt, das uns seine sinnliche Qualität verheimlicht. TTIP wird geheim verhandelt – warum?

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Wir können uns ganz sinnlich nicht damit zufrieden geben, wenn von oben gesagt wird: Dies und jenes ist eben systemisch.

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Die Neue Sinnlichkeit stellt doch lediglich heraus, dass uns in der angeblich freien Demokratie die eigene sinnliche Einbindung in unsere Welt genommen wird. Man will keine Genmanipulation deren Folgen nicht qualifiziert werden können. Er will keine us-amerikanischen Schiedsgerichte, die solchen Lebensvernichtern freie Bahn oder „Verlustausfall-Strafzahlungen“ zusprechen:

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Entweder Zerstörung des Erdbodens durch ein geheimgehaltenes Fracking-Chemie-Cocktail oder Strafzahlungen. Das öffnet jeder verbrecherischen Bank die Produkt-Profilierung von betrügerischen Start-Ups, um Schadensersatzprozesse in Deutschland durchzusetzen: Wie sollen sich dann keine internationale Prozesskosten-Investoren-Pools von Anklage-Designern bilden, gegen die eine kleine Gemeinde in Mecklenburg im Streit mit EXXON vor einem US-Schiedsgericht keine Chance hat? Denn kostspielige Gutachten geben den Ausschlag beim Schiedsgericht. Man weiß: In Unterhose jagt man nicht. Und arme Dorfvorsteher können nicht mal ein Flugticket zur Anreise nach Houston zahlen.

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Neue Sinnlichkeit ist die Trostvariante des Lebens. Es wird Rechtfertigung für öffentliche Zweckhandlungen verlangt und nicht nur designte Mehrheiten akzeptiert.

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Es gibt sinnliche Wahrheiten und naturwissenschaftliche Befunde. Es ist lächerlich, wenn heute der Wissenschaftsbetrieb politisch durchsetzt, dass zukünftig Forschungsförderung da hin gezahlt wird, wo Naturwissenschaftler mit „Geisteswissenschaftlern“ gemeinsam Naturwissenschaften treiben müssen. Das fehlt heute meist.

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Wer keine Ahnung hat, sollte lieber nachfragen. Und feinsinnig bedeutet das: Ein Physiker ist ein Wissenschaftler, dessen Wissenschaft keine Befehle empfängt.

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Ein guter Maler ist ein Künstler, der keine Befehle ausführt.

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Die gesamte kulturbolschewistische Machtübernahme von sogenannten Geisteswissenschaftlern in Kunst und Kultur, zusammen mit dem Mammutanteil von etwa 95 % an den Geldmitteln für Kunst und Kultur, ist die Vermittelalterlichung unserer entsinnlichten dummen Lebensweise Und fragst du warum? Wie?

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Und es wird eben auf Gutachter verwiesen, die mehrheitlich vor Gericht feststellen ließen: Systemisch ist systemisch.

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Als er ein richtiger junger Mensch war, der schon auf eigene Faust und Rechnung leben durfte, hatte er sehr bald ganz eigene Vorlieben ausentwickelt – das ganze Leben umfassend:

Lieblingsfarben (Blau, Rot, Weiß), Lieblingslandschaften (Das Meer von der Küste aus, die heiligen Orte, wie am Gorges du Tarn in den Cevennen, San Miniato al Monte oberhalb Firenze, Fex-Tal, Lüdersen mit roten Ziegeldächern und Steeple zwischen grünen Kastanien, Kaiserallee in Springe …als goethesche Ideallandschaft), Lieblingswetter (Sommerhitze), Lieblingsmenschen (eigenartig freie Sozialdynamiker), Lieblingsmusik (alle Sinnklänge), Lieblingsschriftsteller (Nietzsche, Robert Walser, Gottfried Keller, Jakob Wassermann, Walter Bauer, Ludwig Marcuse), Lieblingsfrauen (Spätmenschen, die Anstrengung witzig finden), Lieblingsarchitektur (Streulandschaftsbauten), Lieblingsmaler (Georges de La Tour, Caravaggio, Breugel Jr., Segantini, Edvard Munch, Piero della Francesca, Giovanni Bellini), Lieblingskomponist (Neil Young, Lennon / Mc Cartney, Jagger / Richards, Beethoven, Schubert, Berlioz, Tschaikowskij, Schostakowitsch), Lieblingsgitarrist (Michael Reinhards, Jimi Hendrix), Lieblingsfußballer (dünnes Müller).

Abgekürzt zu sagen – sein Tagesbogen war stets auf diese Lieblings-Höhepunkte gerichtet. Das ging meist über seine sozial Nächsten, die eine gewisse Anknüpfung zur gewählten Lieblingswelt boten und eine gewisse Sonorität zu solchen Qualitäten eigneten.

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And I was so much older than, I am younger than that now (Song von Bob Dylan).

Oder noch anders: Wussten Sie, man nennt Johann Sebastian Bach auch den fünften Evangelisten. Weil in seinen Oratorien vorwiegend vom Neuen Testament gesungen wird. Das ist die luthersche Individualprotestantik. Während der gleichaltrige Kollege Georg Friedrich Händel überwiegend das Alte Testament bringt – und da ist mehr das kollektive Israelitentum im Britischen angelegt (Jan Assmann / Notger Slenczka).

Er findet das Alte Testament interessanter.

So waren seine Atelierräume in Springe am Deister, anfang der 1970er Jahre so passend, dass sogar die Bildmaße danach bestimmt wurden – der Blick Richtung Osten passte zum Sonnenverlauf.

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Was er nicht nachvollziehen kann, dass Leute sich gegen Vertragsregelungen zwischen Menschen wenden: ZWEI Menschen erörtern einen Wert, den sie sprachlich fassen, dass sie keine Zweifel an dem gemeinsamen Wert und an der dazu verabredeten sprachlich Wertbindung haben. Semantische Verständigung – was sollte daran problematisch sein, wenn ein solcher Vertrag freiwillig verabredet wird?

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Genau so unterscheidet Mikis Theodorakis, der berühmte griechische Komponist seines Landes, Kunst – nämlich „Klang als kreative Harmonie statt Chaos“.

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In einem FAZ-Interview von Juni 2015 von Hansgeorg Hermann sagte Theodorakis zu Thomas Manns “dämonisches Potential des Klanges“: „… Die alten Griechen glaubten, die Quintessenz allen Wissens liege im Erkennen jener Gegensätze, aus denen der Kosmos entstand. Chaos und Harmonie, Leben und Tod, das Nichts und die Unendlichkeit – jeweils zwei Seiten derselben Medaille. Das Material der Musik ist der Klang. So sicher die Musik aus Klang besteht, so wenig ist Klang aber Musik. Der Klang ist lediglich ein Ausschnitt von etwas, aus dem nur dann Musik wird, wenn die Kreativität hinzukommt. Der Komponist schafft Leben, das heißt Harmonie. Und nicht Chaos, denn das wäre Tod. Dieser Gegensatz wird personifiziert von der Harmonie Beethovens und dem Chaos Hitlers – um hier ein Beispiel aus dem Land Thomas Manns zu nennen. … Unser aller Leben hatte einmal einen natürlichen Rhythmus, den haben wir verloren. Wir versinken in ungeheueren Geldbewegungen und einem Bombardement von Informationen, wir verlieren und vergessen unsere Menschlichkeit, unser Menschsein. Dabei haben wir Hunger auf echte Harmonie – nicht auf solche, die als Illusion daherkommt. Die Menschen sollten lernen, der Disharmonie entgegenzutreten und falsche Harmonie zu erkennen.

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An die Politik gerichtet: Es ist äußerst gefährlich. Situationen falscher Harmonie zu erzeugen. … Die Kraft des Chaos. Wir erleben heute das vielleicht größte Chaos, dem Menschen jemals ausgesetzt waren. Wir hatten in Europa furchtbare Kriege, doch ich fürchte, diesmal ist es schlimmer. Das Chaos wird uns eingepflanzt, jeden Tag, und es lebt in jedem von uns. In diesem Moment unseres Gesprächs werden Menschen geschlagen und getötet, überall auf der Welt. Wir sind geworden, was wir nicht sein wollen. … Ich empfinde auch hier den Unterschied zwischen dem Gesetz der Harmonie und dem des Chaos. Jene, die Krieg und Folter wollen, sind die Organe des Chaos.

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Leider muss er feststellen, dass die Kräfte des Chaos und ihre Helfer es geschafft haben, viele Menschen sind Völker, besonders in Europa, zu betrügen. Es schaudert ihn, wenn er hört, dass bestimmte Leute nicht davor zurückschrecken, die Folter als Notwendigkeit für bestimmte Fälle zu betrachten. Wer es wagt, so etwas zu sagen, ist – wie der von ihm genannte Terrorist – selbst ein Ungeheuer. … Musik ist eine Brücke. Sie drückt den Wunsch des Menschen nach Gesellschaft aus. Menschen leben in völlig unterschiedlichen, oft weit voneinander entfernten Gegenden, Ländern, Kontinenten. Die überwältigende Zahl von ihnen wird sich nie kennenlernen, nie miteinander sprechen können, wenig voneinander wissen. Aber genau diese Menschen können alle die gleiche Musik hören und lieben.

Wir haben Tausende solcher Brücken. Musik ist nur eine davon. Leider gibt es auch Brücken, die nicht beschritten werden. Doch schon immer waren wenige herausragende Persönlichkeiten – Philosophen, Musiker, Maler, Schriftsteller – mit ihren Stimmen sozusagen die Einheitswährung menschlicher Kultur und Kommunikation. … Das “Lied vom toten Bruder“, das er als zeitgenössische griechische Volkstragödie bezeichnet, wurde zum ersten Mal im Herbst 1962 in Athen vorgestellt. Sein Aufbau war inspiriert von der antiken Tragödie – mit dem Unterschied, dass er den archaischen Tanz durch ein Orchester mit volkstümlichen Instrumenten ersetzt hat und den ursprünglichen Vorsänger durch einen Liedsänger der Gegenwart. Der Bürgerkrieg war damals ein Tabuthema und die Aufführung des Stücks ein Tabubruch. Entsprechend emotional waren die Reaktionen. Wir haben das „Lied“ dann zu Beginn des Jahrtausends neu aufgenommen, mit jungen Musikern und Sängern; es vergeht jetzt kaum ein Monat, in dem es nicht aufgeführt würde. Mehr als fünfzig Jahre nach seiner Premiere ist die dem Lied innewohnende Idee von der nationalen Versöhnung zum kulturellen Besitz aller Griechen geworden. … Nun, er zumindest werde bald nicht mehr da sein. Sie schon. Sie werden noch leben. Und Sie werden zurechtkommen müssen mit dem Chaos. Wo sollen wir Hoffnung hernehmen? Man raubt sie uns ja jeden Tag. Er ist täglich umgeben vom Chaos. Und doch … plötzlich, völlig unerwartet, fällt ihm eine Melodie ein. Das ist ein Wunder. Jeder Mensch hat Harmonie in sich, er will sie, und er braucht sie. Wir könnten eine harmonische Welt herstellen, wir müssten sie nur wollen. Er spricht hier nicht von dem, was machbar ist, was Wirklichkeit sein kann. Wir dürfen dem Chaos einfach nicht erlauben, sich bei uns einzunisten. Er selbst aber will so schnell wie möglich sterben, seine Eltern und sein Bruder sind schon gegangen, sie warten. (So weit Mikis Theodorakis im Juni 2015 lm Gespräch mit Hansgeorg Hermann).

Nachdem seine ERFOLGSKINDER, politischen Angriffen gedankt, die freiwillige Lese-Kundschaft auf den wertvollen Kern verkürzt haben, darf er es sagen: WIR.

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WIR in der Neuen Sinnlichkeit und seine Künstlerfreunde – dazu muss man schon eigen sein: Wir sind wirklich eigen. Wir sind außergewöhnliche Einzelgänger. Unser Kollektiv besteht in der Heteronomie der Wege und Gangarten – auch das ist WIR.

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Leider scheinen WIR sterblich. Jedenfalls ist er froh, einige derart versprengte Zeitgenossen zu kennen – auch wenn es ein bescheidenes Programm ist. Gustav von Campe merkte Hilde Domin an. Und so zitiert er Hilde Domin hier, die schrieb:

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Hand in Hand mit der Sprache bis zuletzt“.

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Das sitzt nicht schlecht und hier: Hilde Domin (1909 Köln, wie Alphonse, 2006 in Heidelberg gestorben):

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Vaterländer

Soviel Vaterländer wie der Mensch hat

vaterlandslos

heimatlos

jede neue Vertreibung

ein neues Land macht die Arme auf

mehr oder weniger

die Arme der Paßkontrolle

und dann die Menschen

immer sind welche da

die Arme öffnen

eine Gymnastik

in diesem Jahrhundert

der Füße der Arme

unordentlicher Gebrauch unserer Glieder

irgend etwas ist immer da

das sich zu lieben lohnt

irgend etwas ist nie da

Alle diese Länder haben Grenzen

gegen Nachbarländer“

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Hilde Domins Gedicht könnte den Titel WIR

tragen.

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Und er liest über Briefe: Wenn du selbst nicht mehr ganz da bist, kannst du doch Briefzeugnisse der Restzeitgenossenschaft verfassen:

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Er muss dann immer wieder sehen, wie er auf seine eigene Wunschvorstellung hereinfällt, dass Appelle und Argumente nicht geeignet sind, zu überzeugen, wenn man die Wertübermittlung nicht annehmbar vorzunehmen vermag:

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Er hält es aber für dumm – und findet es äußerst annehmbar für jeden Leser, seine Wertäußerung auszuprobieren (Leserinnen machen sowieso nicht, was er will), wenn er darauf hinweist: „Das Wahre, das Schöne, das Gute“ ist immer das Wünschenswerte, nicht nur in der Kunst. Und es ist absurd zu blöde, wie es kürzlich Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung wiederholt erklären wollte – er meint: Das Wahre ist nicht das Wahre, das Gute ist nicht immer das Gute, das Schöne ist nicht immer das Schöne, das Wahre ist nicht das Gute, das Gute ist nicht immer das Schöne, das Schöne ist nicht immer das Wahre usw.“

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Und Burkhard Müller-Ullrich der Seifenhändler der „Achse des Guten“ hilft noch nach: Diese Verdächtigungen des „Guten, Wahren, Schönen“ bedeutet für die heutige Kunst: Das Unschöne, das Unwahre, das Ungute sollen das Gepräge der Kunst manifestieren.

Doch es ist nur dumm, das Böse auch noch mutwillig liebevoll zu gestalten. Und was soll denn ein Kunstwerk, das lieblos gemacht ist? Und ist nicht die gesamte heutige Vorstellungswelt derart unkontrolliert und meist weit unter den Möglichkeiten einer gepflegten Kultur etabliert? Darf denn jeder Sprudelkopf herummachen und noch angelacht wird, während kultivierte Haltung moralisch abgelehnt wird? ANTWORT: JA – darf.

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Und um die Ecke gefragt: Dass die Kunstkammern vor allem die Schaulust ihrer Besucher befriedigen, als geselliger Treffpunkt anstatt zur Erforschung der Welt dienten und über ihre demonstrative Nutzlosigkeit soziale Distinktion herstellen sollten?

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EINS: INKLUSION/ EXLUSION sprechen dafür, wenn es sich um sozio-kulturelle Bedürfnisse handelt, die bedient werden.

ZWEI Wie könnten die unter EINS gewonnenen Vorteile sonstige Aspirationen verhindern oder vernichten? etwa die an der sinnlich-empirischen Kunst uninteressierten Interpretations- und Diskurs-Sperenzien nicht zum Leitbild und zur Herrschaft über Herzen und Köpfen geeignet sind. Selbst nicht, wenn sie die sinnliche Kunst vernichten und verpönen.

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Und soll doch jeder in unserer JEDER IST EIN KÜNSTLER-Verhanswurstung seine belanglosen Schmierereien machen – schon beim ersten Versuch ein HILDE-DOMIN-Gedicht abzufassen, merkt jeder, wie öde Belangloses eben nur ist und eine Kindergrippe – ich übertreibe unnötig – die ersten Masern, sind unendlich inspirierender und kunstvoll in ihrer Natur, oder ob eine transzendente Quelle entsteht.

Kurz –

Leute!

Vertut euch nicht mit Verhanswurstung.

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Das BRIEFSCHREIBEN – es steht dem Altersfußlahmen an, seinen sozialen Rahmen fortzusetzen, ohne den Schlafsaal zu verlassen – man kanns auch diktieren.

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Von einem Badenweiler-Aufenthalt in der Villa Martha gibt es eine erste Vorstellung des genialen deutschen Malers und Zeichners Walter Boeckh (1904-1989) – auch zur Frage: Gibt es Kunst und Künstler, die wir im vergangenen Jahrhundert übersahen?

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Walter Boeckh war ein überragendes Augen-Hand-Genie. Zeitgenossen sprachen Boeckh als „Bildnis-Maler“ an. Tausende Handskizzen, Zeichnungen, Aquarelle, Ölmalereien und Mischtechniken. Dietmar Moews hat das jetzt digital fotografiert und dabei Boeckhs Kinder intensiv interviewt.

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Dass nun mein längst verblichener Freund Eberhard Jäger, (1915-2006) der Kirchenmusiker und Diakon, geboren im Jahr 1915 in Kamenz, wo er noch bei dem Dresdner Otto Gussmann-Kunsthistoriker ERICH HAENEL Schulunterricht genoss – das wird mit einem EBERHARD JÄGER Lexikoneintrag zu seinem Hundertsten gefeiert.

Er freut sich über das Erscheinen dieses 67sten Blattes, des schönen Mainzer Straßen-Festplakats als Umschlag und grüße ganz herzlich die neuen Abonnenten.

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Gerne gibt er eine Andeutung der Anmutung einer Weihnachtssendung, die viele schöne Jahre die Weihnachts beglitt: RUDI – das Weihnachts-Renntier der Briten. Und der Weihnachtsbrief von Franz Otto Kopp hatte die Diade vom Telefon auf das Dintenuniversum übertragen. Das war doppelt schön: Er war vom Telefon entlastet – und es entstanden solch versammelte Aussendungen.

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Dass für EDWARD SNOWDEN die freie Welt eintreten muss, muss so langsam angeschoben werden. Angeblich hat das E U-Parlament dazu einen knappen Mehrheitsbeschluss gefasst.

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Zuletzt ist allen Kunstförderern dieser Blätter wiederum ausdrücklich zu danken. Mit einem Abonnement auf Lebenszeit für einmalige Geldanlage von 500 Euro kann schon eine neue Ausgabe erscheinen. Das ist immer wieder ein kleines Fest, wenn das abonnierte Blatt per Holzpost überraschend hereinflattert (etwaigen Adressenwechsel bitte hier mitteilen). Und sehr froh ist der Künstlergelehrte, wenn aus dem Off Jemand signalisiert: HEUREKA – eine Neue Sinnlichkeit kam hier an. Denn wie sollte sonst der erfolgreiche Versand vergewissert sein?

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Dietmar Moews meint: Die besondere lose Erscheinungsfolge der Blätter Neue Sinnlichkeit für Kunst und Kultur und die von Ausgabe zu Ausgabe wechselnden Untertitel haben den Literaturpflegern des DLA Aufmerksamkeit abverlangt.

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Und jetzt findet jeder Interessent Nachweise und Bezeugung der seit 1979 erscheinenden Blätter und deren zahlreichen Künstlern und Autoren.

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Neben dem DLA-Marbach sammeln auch die Bayerische Staatsbibliothek in München, die Sächsische Staatsbibliothek in Dresden, die Deutsche Universalbibliothek Frankfurt am Main /Leipzig, die Niedersächsische Landesbibliothek, das Hannoversche Stadtarchiv, das Stadtarchiv Springe, die Nordrhein-Westfälische Landesbibliothek die Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur, ISSN 1432-5268 seit 1979 aus Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln.

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Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

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PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

 


Walter Böckh – Malerei des Sonderimpressionismus in BADENWEILER

August 30, 2015

Lichtgeschwindigkeit 5839

vom Sonntag, 30. August 2015

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Walter Boeckh, "Fliederstrauß",Ölmalerei

Walter Boeckh – VILLA MARTHA – „Fliederstrauß“ (letztes Ölbild vor seinem Tod im Jahr 1989)

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In Badenweiler, im Markgräfler Land, wird der Maler und Zeichner

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Walter Boeckh

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aktuell auf drei Etagen ausgestellt.

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Walter Boeckh, geboren 1904 in Weisweil am Kaiserstuhl, gestorben 1989, hat in Karlsruhe studiert, war Gast der “Badischen Sezession“ und Leiter einer Vorklasse an der Karlsruher Akademie.

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28. August 2015 – Dr. Dietmar Moews im Markgräfler Land

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Dietmar Moews meint: Ich hatte Gelegenheit, die Bilder von Walter Böckh (Boeckh) zu erleben und möchte hier anlässlich meines Besuches in der VILLA MARTHA, Badenweiler, dazu aufrufen, die Malerei von Walter Böckh (Boeckh) kennenzulernen.

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Böckhs (Boeckhs) Malerei umfasst sämtliche klassischen Bildgattungen, wie Stillleben, Landschaft, Figuren, Architektur, Portrait und kommt jetzt, zu Begínn des neuen Jahrhunderts, gerade im richtigen Moment, wo an den 18 Kunstakademien Deutschlands (jedes Bundesland eine eigene), Kunstakademien das Wissen und Können der künstlerischen Bildermalkunst vollkommen in eine heillose Desorientierung und Mittellosigkeit zersetzt ist. Man lehrt Oberflächlichkeit – man lernt Nichts, man lernt nicht mal sich selbst.

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Walter Boeckh war einer der besten Portraitisten seiner Zeit. Er wird auch zukünftig für Malereistudenten als Leitbild dienen müssen.

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Walter Boeckh

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BILDER AUS DER AUSSTELLUNG in Badenweiler 2015

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Walter Boeckh, „Villa Martha“ Öl auf Leinwand

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Walter Boeckh „Blumenstück“ Öl auf Leinwand

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Walter Böckh „Abendliches Bodenstück“ Öl auf Leinwand

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Walter Boeckh „Cézanne-Studie“ Öl auf Leinwand

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Walter Boeckh „Sommerstrauß“ Öl auf Leinwand

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Walter Boeckh „Dahlienstrauß“ Öl auf Leinwand

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Walter Boeckh „Markgräfler Land“ Öl auf Leinwand

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Walter Böckh „Stadtansicht Assisi“ Öl auf Leinwand

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Walter Boeckh „Selbstportrait“ Öl auf Leinwand

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Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

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