VOLKS STIMME: Jürgen Kaube schwimmt in der FAZ-Allensbach-Propaganda

Februar 25, 2015
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vom Mittwoch, 25. Februar 2015

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Aufgepasst: Der FAZ-Lenker und Denker, leitender Redakteur und Mitherausgeber, Jürgen Kaube, äußert seine Gedanken in einem Artikel im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von heute, Mittwoch, 25. Februar 2015, unter der Überschrift:

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„Volkes Stimme. Beinahe die Hälfte der Deutschen lehnt das Gewaltmonopol des Staates ab, jeder Fünfte wünscht sich eine Revolution. Was aber sagen solche Umfrageergebnisse? Sagen sie überhaupt etwas?“

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Auch wenn hier Kaube in seinem Heimatfach empirisch sozialer Wirkungszusammenhänge von gesellschaftlichen Geschehnissen auftaucht, gefasst in zeitlichen Schnitten, hätte er hier mal Dr. Dietmar Moews zu Hilfe holen sollen.

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Ohne die empirischen Sozialforschungsmethoden und Verfahren zu kennen, kann man sich einen Wolf interpretieren über quantitativ erfasste Erklärungsnormen von Untersuchungsgruppen.

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Ganz einfach: Kaube schreibt, „… lehnt das Gewaltmonopol des Staates ab …“ so ist Kaube bereits auf einen eigenen Formulierungsirrtum hineingefallen und wird dadurch zum „falschen Propheten“ für die Leser des FAZ-Feuilletons.

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Denn zutreffend und geradezu vollkommen anderes bedeutend hätte er schreiben müssen: „… haben gesagt, das Gewaltmonopol des Staates abzulehnen…“ bzw. noch zutreffender lautet die Formulierung zur angeblich durch Umfrage erfassten Wertäußerung: „… haben auf eine nicht genau übermittelte Umfrageformulierung: Ob sie das Gewaltmonopol des Staates ablehnen? zugestimmt“.

 

Jürgen Kaube und wir alle kommen nicht um hin, zu wissen und in unsere Einschätzungen einzubeziehen, dass wir mit einer Erfassung von „Erklärungsnormen“ immer nur die Erklärungsnormen der Befragten erfahren.

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Was indes geforscht, beforscht, erforscht werden soll, und wozu letztlich die Interpretationen von Samples und solche quantitativen Umfrageergebnissen geführt werden müssen, damit daraus in der Wirklichkeit, seinsgebundene Erkenntnisse über das zu erwartende Verhalten gewonnen werden können, sind: „Verhaltensnormen“.

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Wir müssen über die Erklärungsnormen die Verhaltensnormen finden.

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Mal vorausgesetzt, die Umfragen und die Fragesamples seien methodisch ordentlich angelegt worden, fehlt zum Befund der konkreten quantitativen „Erklärungsnormen“, also zu den Wertaussagen der Befragten – ein zweiter Untersuchungsschritt, ein Verfahren, um aus den Erklärungsnormen die dahinter liegenden möglichen Verhaltensnormen zu gewinnen.

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Also nicht, was Leute mit Abstand zu einer bestimmten Situation als eigene Wertvorstellung über mögliches eigenes Verhalten erklären, ist Eins zu Eins die verlässlich zu erwartende Verhaltensnorm. Sondern, wenn in einer sicheren Situation gefragt wird: Wie benimmst Du Dich in unsicherer Situation? Dann ist die erklärte Antwort nicht, was in unsicherer Situation geantwortet würde. Und es schon gar nicht in sicherer Situation durch einfache Befragung herauszukriegen: was macht derjenige in der unsicheren Stresssituation dann tatsächlich – die Verhaltensnorm?

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Okay! Kaube verwechselt oder klärt nicht ab, den Aussagewert von quantitativen Erklärungen (als Wertäußerungen bzw. nicht die gesuchte statistische individuelle Verhaltensnorm), wenn es, wie hier in der Umfrage des „Berliner Forschungsverbunds“ um eine Revolution – einen Staatsumsturz – oder um das Gewaltmonopol des Staates geht.

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Dietmar Moews meint: Jürgen Kaube knüpft mit dieser „falschen Prophetie“, gestützt auf den „Berliner Forschungsverbund“, exakt da an, wo Alt-Nazi Elisabeth Noelle-Neumann Allensbach-Institut mit ihren Propaganda-Umfragen, den Kuckucksfragen und der Schweigespirale aufgehört hatte:

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Die empirische Soziologie weiß über die Deutung von Antworten von Befragten auf das Design von Frageformulierungen – übrigens auf Telefonbefragung (Frau fragt Frau oder Mann usw. vv) anders als auf schriftlich vorgelegte Fragestellungen – dass:

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vermutete Mehrheitsmeinungen eher geantwortet werden, als eigene, gegebenenfalls abweichende Wertvorstellungen (über solche oder solche eigenen verfügt die Mehrheit von Befragten gar nicht)

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Minderheitenmeinungen werden eher mit „weiß nicht“, „keine Meinung“ beantwortet.

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Hitlerschlauheit“ ist weit verbreitet: Der Befragte antwortet zu seiner Entlastung: !Man hat uns nicht gesagt, was los ist. Die da oben, machen heimlich was sie wollen. Was informiert wird, kann man nicht glauben“.

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Kurz, „Schweigespirale“ heißt nicht, dass die Leute in einer dringenden Situation nicht wüssten, was sie dann tun. Oder, dass sie dazu auch vorher schon zu glauben wissen, was sie tun müssten. Nein, Sie sagen es nicht, wenn sie sich vom Antworten irgendwelche Nachteile, seien es kritische Nachfragen, erwarten dürften. Dagegen eine Mehrheitsmeinung kann man ohne weitere Nachfragen angeben.

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Außerdem können Suggestionsfragestellungen die Antwort in den Mund legen. Fragetechniken – das sind keine geheimen Sprachtechniken! siehe „Kuckucksfragen“.(Frage: „Finden Sie auch, wie die überwiegende Mehrheit der Deutschen, dass das staatliche Gewaltmonopol nicht ohne weiteres hingenommen werden kann?“).

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Herr Kaube, was soll nun aus ihrem Rundumschlag verstanden werden? Was ist nun „Volkes Stimme“.

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Was glauben Sie, was die Befragten quantitativ geantwortet hätten, wenn man zum Stichwort „Gewaltmonopol“ mit Nachfrage gedroht hätte, was der Antwortende unter „Gewaltmonopol“ sich vorstellt? Oder

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wenn man zur „Revolution“ nachgefragt hätte, welche konkreten politischen Folgen aus einer Revolution vorgestellt werden?

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Vermutlich kämen dann solche Folkloredarlegungen, wie Bundespräsident Roman Herzogs „RUCK“ – die herzogsche Blödheit, dass in Sozialwesen es keinen Ruck gibt, niemals, weder durch „Gaskammern“ noch durch „Nine/ Eleven“, noch durch eine „Ruckrede“:

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Da müsste doch mal einer! – könnte man nicht? Das braucht den Ruck. Oh, nein.

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Welcher Sinn liegt darin, wenn, wie hier, Schriftleiter Jürgen Kaube selbst „Volkes Stimme“ erhebt? Er behauptet doch tatsächlich:

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Solche Umfragen böten Erkenntnisse zum „Volkswillen“. Kaubes Begriff „Volkswille“ passt so gar nicht auf angängige Fragestellungen, egal ob zu Griechenland, zu Afghanistan, zu Ukraine, Zuzug, Ttip, Minarette, Fußball in Katar … und dann folgte:

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DLF-Presseschau, heute: Der Jürgen FAZ-Kaube-Text „Volkes Stimme“ wurde zitiert und nicht kommentiert – kritisiert ohnehin nicht im DLF (das kann da keiner).

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Dabei wäre schon weniger Irreführung erreicht, hätte Kaube ein Fragezeichen benutzt: „Volkes Stimme?“.

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DER TAGESSPIEGEL, Dienstag, 24. Februar 2015

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Ähnlich schülerhaft titelte der Kommentator „Matthies“ beim Berliner „TAGESSPIEGEL“, am 24. Februar 2015. „Warum nicht mal eine Revolution?“.

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