TUGCE -Kampagnenjournalismus

Dezember 5, 2014

Lichtgeschwindigkeit 5159

am Freitag, 5. Dezember 2014

.

Anscheinend hat sich die Aufblasnummer bestimmter Blätter und im Anschluss daran die ganze Horde deutschlandweit verbreiteter Massenmedien nun verausgabt, STICHWORT Tugce.

.

Aufgemacht wurde ein Todesfall einer jungen Frau namens Tugce (nicht Sarah). Sie war vor einem Schnellimbiss bewusstlos von der Ambulanz eingesammelt und in eine Intensivstation geliefert worden, wo sie mit einer schweren Kopfverletzung nach ca. einer Woche der intensivmedizinischen Behandlung nicht ins Leben zurückfinden konnte. Jetzt ist sie Tod.

.

In der Zwischenzeit wurde die Boulevard-Medien-Öffentlichkeit mit unerwiesenen, spektakulären Geschichten angefüttert, sich für das SCHICKSAL VON TUGCE, zu interessieren.

.

BILD behauptet ohne Grundlage (Zeugenaussagen? irgendwelche?):

.

„Komaschläger bewegt ganz Deutschland!“- und BILD bildet dazu einen Jüngling ab (Körperverletzung mit Todesfolge?), der angeblich Serbe ist (nicht David heißt): Der angebliche Komaschläger.

.

Zu guter Letzt fand also eine Trauerfeier und Beisetzung statt, bei der ca. 1500 Trauerfeierbesucher, ein Mullah, ein CDU-Ministerpräsident, ein türkischer Botschafter, ein Ditib-Funktionär, viele Fotografen und Redakteure sowie auch staatliches Fernsehen mitmachten:

.

Die Trauerfeier wurde jetzt zur Solidaritätsaktion in Deutschland für ein Immigrantenkind.

.

Alle Behauptungen, angebliche Geschehnisse, gegebenenfalls Mord und Totschlag, fahrlässige Tötung, Körperverletzung mit Todesfolge, Streit, Belästigung auf der Frauentoilette usw. schließlich sämtlich mit Fotos, auf denen nichts zu erkennen ist, Kurzvideos, auf denen man nichts in der Art der hypothetischen Straftaten und Straftäter identifizieren kann, eine Figur auf einem Handykurzvideo, die ohne ersichtliche Fremdeinwirkung plötzlich am Boden lag (Tugce), ein Überwachungsvideo aus dem Schnellrestaurant, auf dem man über länger als eine halbe Stunde einige Gäste, auch die später zu Schaden gekommene Tugce mal sehen kann – nichts, was mit ihrer späteren Kopfverletzung zu tun hat.

.

Offiziell wurde mitgeteilt, dass Tugce wohl auf den steinharten Boden aufgeschlagen sein muss und sich dabei die schwere Schädelverletzung zugezogen hatte.

.

Die wilden BILD-Zeitungs-Geschichten, über fast zwei Wochen als TITEL- Story, wie diese Verletzung wohlmöglich entstanden sein mag, bleiben völlig unerwiesen:

.

Ein 18-jähriger habe sich mit Tugce gestritten?

.

Ein 18-jähriger habe zwei Mädchen in der Toilette belästigt – Tugce habe die Mädchen beschützt und den Angreifer abgewehrt und ist jetzt ein HELD.

.

Der Angreifer sei in Wut geraten.

.

Später habe man sich vor der Tür auf dem Parkplatz wieder getroffen – dann sei Tugce umgefallen, während sie mit zwei Personen zusammenstand. Prügelattacke schreibt BILD – zu sehen ist nichts davon. Die schließlich zum Tode führende Verletzung sei durch den Aufprall am Boden entstanden.

.

Kein fremder Mensch, der nicht dabei war, weiß was dort geschah.

.

Auch wenn sich Zeugen finden sollten, die dieses oder jenes sagen, kann man doch, bevor man etwas weiß, nicht Tausende Menschen dazu bringen, schluchzend vor Fernsehkameras zu treten und dann zur Beisetzung einer fremden Person zu gehen.

.

.

Waren Beteiligte im Alkoholtest?

.

Waren Drogen im Spiel?

.

Wurden die Zeuginnen nicht gefunden, weil sie sich zunächst mal ausnüchtern wollten?

.

Beziehungsvorfälle wurden ermittelt?

.

Wie war das denn zur Zeit von Hexenverbrennungen? Abbildungen irgendeines jungen Verdächtigten, gegen den gar nichts vorliegt, außer, dass er dort in dem Lokal von der Überwachungskamera festgehalten wurde, während er Pommes frites aß oder Cola trank?

.

IMG_3725

.

Dietmar Moews meint: Erstaunlich, wie irre sich die Menschen aufziehen lassen, nur durch Hetzberichte und unter Vorzeigen von leeren Videos und Pseudo-Hypothesen.

.

Dann kommt BILD. Dann kommt der Hessische Rundfunk und das ZDF. Dann kommt der CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier, der die NSU-Akten schwärzen lässt und V-Leute deckt und redet persönlich auf der Beerdigung:

.

Ich verbitte mir dessen Auftritt bei meiner Aussegnungsfeier.

.

Vielleicht werden wir ja noch mal was von den konkreten Ermittlungen und Befunden der Zeugenvernehmungen hören: Tugce hatte ja nun Geburtstag und wollte sich zu Weihnachten verloben (vermutlich mit einem blonden, unbeschnittenen deutschen Zeitsoldaten, der angeblich  beim Analverkehr besondere Empfindungen hervorruft).

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

IMG_3660

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 10.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 2.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein


Deutsche Erkenntnis mit Michael Buback

Mai 11, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4395

am 11. Mai 2014

.

Äußerst zersetzend wirken die Machenschaften der Staatsanwaltschaft und des Landgerichts München beim NSU-Prozess, die ziemlich offen einen Neo-Nazi-Prozess aufgerufen haben, sich selbst aber gar nicht an Roland Freislers Volksgerichtskultur zu erinnern scheinen. Wie soll man sich all die Unregelmäßigkeiten sonst erklären, wenn sich Gericht, Staatsanwaltschaft, bayerische Justizpolitik und die Meinungsführer der Massenmedien in Deutschland fortlaufend aufführen, als habe sich die Wahrheit tonlos zu unterwerfen, so, als seien die Gesellschaft sowie ihre Mitglieder an Wahrheit und Aushandlung des Umgangs mit der Wahrheit mehrheitlich uninteressiert.

.

Hierzu hat Professor Dr. Michael Buback, Göttingen, einen „Brief an die Herausgeber der FAZ“ geschrieben, der in folgender Form abgedruckt worden ist – an prominenter Stelle, oben links, doch bislang ohne weitere Echos.

.

Buback spitzt staatliche Rücksichtslosigkeit gegen Wahrheit und Rechtsgefühle im Vergleich der gerichtlich organisierten Nichtaufklärung der anhängenden NSU-Morde mit dem Buback-Mord zu. Man muss es sich klarmachen: Der ermordete Siegfried Buback, dessen Tod nicht aufgeklärt wird, war der oberste Staatsanwalt der Bundesrepublik, der höchste Wächter unseres Rechtsstaats: Generalbundesaanwalt.

.

Ohne Erörterung, was Deutsch ist oder für Deutsch gehalten werden kann, wird hier von Deutscher Erkenntnis geredet, die Veränderungen als einen normalen permanenten Wandlungsgang des Zeitgeistes, des Volksempfindens, aber auch der kurzfristigen politischen Handlungsmaximen verstehen. Wir müssen also immer den kleinen angefeuchteten Finger in den Wind halten, um zu erkennen woher er pfeift, damit das Deutsche gelingt und nicht überstresst wird: To bite of more than one can chew – dafür muss man zur öffentlichen Sprache kommen, wo die Fallen liegen.

.

Hierzu sind ordnungspolitische Unterlassungen und staatlich auffällig aufgeführte Belanglosigkeiten beachtlich, genau wie die teils absichtlich schiefen Ausformungen normativer Spielräume. Was müsste der Staat moralisch vorbildlich machen? Was darf sich der Staat an Rechtsbrüchen leisten? Wie hält man die Gesellschaft in der staatlichen Beziehung und bei Stimmung? Sind Integration und Beteiligung oder Zersetzung gewünscht?

.

Michael Buback in der FAZ vom 10. Mai 2014, „Briefe an die Herausgeber“ – Dietmar Moews hat auf entsprechende NSU-Reflektionen in der gegenwärtig veröffentlichen Lage zu der NSU-Prozessführung am Münchner Landgericht hier im Blog ebenfalls LICHTGESCHWINDIGKEITS-Signale ausgesendet:

.

NSU und RAF – Zum Beitrag „Minirock und Bomberjacke“ /F.A.Z. Vom 5. Mai): Was bringt es, über Beate Zschäpe zu schreiben: „die Einzige, die sagen könnte, wie es war, schweigt beharrlich“? Soll das heißen, die Justiz benötigt die Unterstützung von Angeklagten, um Verbrechen aufzuklären? Angeklagte sind nicht verpflichtet, sich zu belasten. Es gibt keine Alternative zur konsequenten Arbeit der zuständigen Ermittler und Strafverfolger.

Im ausführlichen Beitrag zum NSU-Verfahren wird nicht auf die vielfältigen Parallelen zum kürzlich beendeten Stuttgarter RAF-Prozess hingewiesen. Auch beim Karlsruher Attentat wurde über sehr lange Zeit nicht gegen dringend Tatverdächtige vorgegangen, Akten verschwanden oder wurden vernichtet, und es gab Kontakte zwischen terroristischem Bereich und Geheimdienst. Der Stuttgarter Senat konnte seine Aufklärungspflicht nicht erfüllen und die Karlsruher Mörder nicht nennen. Beim NSU-Komplex sind Ermittler und Strafverfolger erst nach dem Tode von zwei Tatverdächtigen überzeugt, dies seien die Mörder gewesen, da die Tatwaffe in ihrem Bereich gefunden wurde. Beim Karlsruher Attentat zog die Bundesanwaltschaft den umgekehrten Schluss: Die zwei Personen, die bei ihrer Ergreifung die Tatwaffe mit sich führten, seien nicht die beiden Tatausführenden gewesen, da eine solch brisante Waffe an Dritte weitergegeben würde. Was gilt denn nun?

Die Verbrechensaufklärung wird offensichtlich schwer, wenn es ein Zusammenwirken geheimdienstlicher Stellen mit Personen im terroristischen Bereich gegeben hat, und die weisungsgebundene Bundesanwaltschaft stößt an ihre Grenzen. Wie soll die Aufklärung der NSU-Morde durch die Befragung von Ferienfreunden und ehemaligen Nachbarn des Trios vorangebracht werden, wenn ein Verfassungsschützer, der in Kassel zur Tatzeit beim Tatort war, nichts bemerkt hat? Wenn Geheimdienste im Spiel sind, kommt man nicht weiter, sagte mir ein kenntnisreicher Beobachter zu Beginn des Prozesses. Dies wollte ich nicht glauben. Wer Angehörige durch ein politisch motiviertes Verbrechen verloren hat, bei dem die Täterschaft in einer Grauzone liegt, muss sehr viel hinnehmen und auf Auskünfte über Tat und Täter verzichten, die nicht nur ehemalige Terroristen geben könnten. Professor Dr. Michael Buback, Göttingen“ (so laut FAZ).

.

Dietmar Moews meint: Ich finde es dankenswert, dass Michael Buback weiterhin staatsbürgerlich öffentlich mitdenkt. Ebenfalls, dass die FAZ Buback abgedruckt hat.

.

Tote werden nicht wieder lebendig. Fehler können nicht rückgängig gemacht werden. Fehlerlernen kann meist von Sonderfällen her nicht auf allgemeine Verhaltensmaßgaben umgelegt werden. So, was?

.

Die große Zahl in der Gesellschaft wird geführt. Grobe Klötze und Keile sind auch die Stilmittel, die unsere gewählten Repräsentanten dafür übrighaben. Auch deshalb, weil die Majorität in der Öffentlichkeit nicht akzeptiert, wenn sich die Hauptverantwortlichen mehr und gründlicher um Buback oder Zschäpe, um Geheimdienst und Überwachung, Sicherheit, Willkür und Verunsicherung kümmern und dazu äußern würden.

.

Die Wähler-Majorität macht den Schnitt – die Dummheit kann nicht abgewählt werden. Überforderung versaut die Stimmung. Gerne läse man mal Genaueres über ordnungspolitische Grenzgänge durch den ständig aktiven Geheimkomplex. Wo wird vorhersehbar momentan oder morgen gezündelt?

.

Noch lauern Blindgänger.