Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 20, 2014

 

Lichtgeschwindigkeit 4435

am 20. Mai 2014

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IX,6

Das Schicksal im Schönen ist das heilsame Geführtsein, dem alles menschliche Schöpfertum seine Notwendigkeit, sein Innewerden, sein Formgewissen und seine Überzeugungskraft verdankt.

Durch Zuversicht, Sinnschau, Hingabe, Könnerschaft und Beseelzucht werden Werke mit bleibender Nutzwirkung möglich.

Schicksalhafte Berufung lässt sich nicht durch Geschicklichkeit ersetzen

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4382

am 7. Mai 2014

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VIII,5

Der Richter im Schönen ist der Meister-Entscheid des sinnmehrenden Könnens, Erschaffenem jeweils zuinnerst Wertrang und Unanfechtbarkeit eines Endurteils zu sichern.

Mit Vollzugsbeispielen erster Ordnung klärt und schirmt Werkweisheit vorsorglich die Wirkbereiche des Vollbrachten.

Im Maßgeblichen waltet die Überlegenheit allgültigen Entsprechens.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 19, 2014

Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Lichtgeschwindigkeit 4317

am 19. April 2014

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VI,10

Die Vielfalt im Schönen ist jene innewohnende Bedeutungsfülle des Formguten einer sinnmehrenden Gefügeordnung, die Werkeinheit wurde.

Mit dem Schöpferischen wird dem Deutungstriebe beträchtlicher Spielraum, doch zugleich heilsamer Einhalt geboten, somit einer wilden Willkür des Auslegens der Befunde eine Abwehrgrenze gesetzt: – bloßem Vernünfteln nämlich ist beseeltes Innewerden nicht möglich.

Auch vor dem Schönen erweist sich Vermeinen als folgenschweres Verkennen.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 27, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4251

am 27. März 2014

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IV,11

Der Zwang im Schönen ist jener Zuchtgeist, der das Werden einer Sinngefüge-Einheit sowohl im Hinblick auf ihr Inhaltswahres, als auch angesichts ihres Formguten kennt und lenkt.

Ohne solche Werkzucht kann der Beseelvorgang nicht gelingen, dem es obliegt, bestimmtes Inhaltswahres in entsprechendes Formgutes zu verwandeln.

Im Vollendeten bewährt sich das innewohnende Wergewissen als das Zwingende; denn im Sinne des Einswerdens der Wirkkräfte bleibt es durchaus entscheidend.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Februar 11, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4119

täglicher Bonus von Otto Nebel

am 11. Februar 2014

Von der Unermeßlichkeit des Schönen

… 1,3

Das Walten im Schönen ist das Gegenwärtigsein des Sinns, der allein den Nutzzweck des Formguten bestimmt.

Ohne innere Zweckbestimmtheit durch den lenkenden Sinn bleibt das Formgute nutzlos.

Der Nutzzweck des Formguten offenbart sich im sinnmehrenden Beseelen, das bessert.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Februar 10, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4114

am 10. Februar 2014

täglicher Bonus von Otto Nebel

 

Von der Unermeßlichkeit des Schönen

1,1

Das SEIN des Schönen ist das Allumfassende seines ewigen Bestehens und somit die alleinige Ur-Sache des immerwährenden Möglichwerdens neuer Erscheinungen des Schönen.

Ohne das SEIN des Ewigen Schönen, das das Werden sinnfälliger Befunde des Schönen einräumt, kann nichts Schönes im Dasein erscheinen.

Das Erscheinen ermöglicht dem übersinnlichen Wahrnehmen das Erklären. …“

 

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979