Karl Dietrich Bracher 1922 – 2016 Kurznachruf

September 22, 2016

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Am Donnerstag, 22. September 2016

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Der Politikwissenschaftler und Historiker Karl Dietrich Bracher, geboren 1922 in Stuttgart, ist 94-jährig, am 19. September 2016, in seinem Lebensarbeits- und Wohnort Bonn gestorben.

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Karl Dietrich Bracher war neben dem kürzlich gestorbenen Ernst Nolte (1923-2016) einer der herausragenden deutschen Lehrer und Forscher zum 20sten Jahrhundert für Deutschland in der Welt. Während man Nolte, zu Unrecht, im „Historikerstreit“ für eine Relativierung der Hitlerei hinstellte, indem er auf historische Zusammenhänge von der roten Diktatur zur braunen Diktatur hinwies, ging Bracher weniger konkret und weit, indem er Strukturähnlichkeiten von rechter und linker Diktatur beschrieb. Und Bracher war Mitglied der SPD, Nolte nicht.

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Bracher entstammte einer bildungsbürgerlichen, evangelischen Familie, genoss eine humanistische Erziehung am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgart. Nach dem Abitur 1940 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und später zum Kriegsdienst in der Wehrmacht eingezogen. Er diente als Soldat im Afrikakorps und geriet im Mai 1943 in der Nähe von Tunis in amerikanische Kriegsgefangenschaft, die er bis Februar 1946 in einem Bestimmungslager im US-Bundesstaat Kansas verbrachte. Im Lager wurde er durch den kriegsgefangenen Historiker Adam Wandruszka unterrichtet.

Von 1946 bis 1949 absolvierte Bracher ein Studium der Alten und Neuen Geschichte sowie der Philosophie (u. a. bei Eduard Spranger), Klassischen Philologie (u.a. bei Otto Weinreich) und Literatur an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1948 wurde er bei Jsoeph Vogt mit der Dissertation Verfall und Fortschritt im Denken der frühen römischen Kaiserzeit mit summa cum laude zum Dr. phil. promoviert. 1949 bis 1950 absolvierte er einen Post-Doc-Aufenthalt an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts; seine dortigen Studien waren interdisziplinär angelegt und brachten ihn in Kontakt mit renommierten Wissenschaftlern wie Arthur M. Schlesinger.

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Er lehrte zunächst an der Freien Universität (West-)Berlin und war von 1959 bis 1987 Lehrstuhlinhaber für Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er trat wissenschaftlich vor allem als Totalitarismus- und Demokratieforscher hervor.

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Viele Beobachter sprechen von einer „Bonner Schule“. Bracher war zudem Mitherausgeber fachwissenschaftlicher Periodika. Er erhielt für seinen herausragenden Beitrag zur deutschen Politikwissenschaft zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz und den Pour Le Mérite und war Gastprofessor im Ausland:

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Den betroffenen Menschen sei es egal, ob sie im Namen einer ursprünglich humanen Idee (Kommunismus) oder eines atavistischen Rassenwahn (Nationalsozialismus) umgebracht würden.“

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Bei Bracher haben mehrere Generationen späterer Bonner Politiker ihre Bonner Republik gelernt. Bracher war auch für den Verbleib einer Bundeshauptstadt Bonn nach 1989, statt eines Umzugs nach Berlin.

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Schoki-Test mit CHOCOLAT BONNAT Ceylan „Asie“ Chocolat noir, 75% de cacao

Juli 1, 2016

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vom Freitag, 1. Juli 2016

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Dietmar Moews meint:

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Fischer fischen still an Flüssen

In der ganzen Welt

Fahrer fahren blind auf Wegen

Um die ganze Welt.

Kinder laufen, Mütter rufen,

Golden liegt die Welt.

Geht ein liebend Paar vorübergehen

Manchmal durch die Welt.

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Fischer fischen still an Flüssen

Bis zum Abendrot.

Fahrer fahren blind auf Wegen

Eilig in den Tod.

Kinder selig in der Sonne

Spielen Ewigkeit.

Manchmal geht ein Paar vorüber,

Mit ihm geht die Zeit.

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Fischer fischen still an Flüssen –

Einsam hängt der Ast.

Fahrer fahren blind auf Wegen

Rastlos in die Rast.

Kinder spielen, Mütter rufen,

Ewigkeit ist fast.

Geht ein liebend Paar vorüber,

Trägt der Zeiten Last.“

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(Hannah Arendt, „Die Gedichte 1942-1961)

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Ich probierte eine französische Spitzen-Schokolade, CHOCOLAT BONNAT Ceylan „Asie“ Chocolat noir, 75% de cacao. Sie ist Bean to Bar hergestellt, von dem französischen Hersteller Stephane Bonnat, Voiron, France.

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Kurz vorab: Diese Chocolat Bonnat ist vermutlich diejenige hochprozentige dunkle und kostbare Bonnat, mit der sich Bonnat den Massstäbe setzenden Hochqualitätsrang am internationalen westlichen Schokoladenmarkt verdient und zu halten scheint. 75 Prozent Ceylan „Asie“ Chocolat noir, allerfeinster Beschaffenheit, lediglich Kakao, Kakaobutter und knapp 42,6 Prozent Süße, davon knapp 25,9 Prozent Zucker. Der Kaufpreis bei Hernando Cortez in Köln ist mit 4 EURO 70 für 100 Gramm luxuriös hoch – aber man erlebt Spitzenqualität, während es dagegen weniger hochqualitative andere Anbieter mit schicken 50 Gramm-Gebinden auf dem Markt gibt, so dass ich hier das Gewicht auf die höchste Qualität lege und nicht weiter über unbillige Hochpreiserei (z. B. bietet PFUNDS-Molkerei Dresden eigene hübsche Souvenir-Auftrags-Tafeln an, die hier höchstens etwa vier von sechs Qualitätspunkten erreichen könnten, aber extrem teurer als die Spitzenschokoladen von Bonnat sind).

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Das heutige Unternehmen BONNAT wurde im Jahr 1884 von Félix Bonnat in Voiron gegründet. Bekannt geworden ist Bonnat durch sein Konfekt, besonders den „Pavés de Voiron“ (Pflastersteine aus Voiron), die schon im Jahr 1919 lange Reisen bis in die französischen Kolonien in Afrika, Indochina und Asien unternahm. … den Einsatz von Lecithin in Schokoladenprodukten lehnt er ab und scheut bei diesem Thema auch keine Konfrontation… Bonnat hat sich auf reine Ursprungsschokoladen spezialisiert … Zit. nach Georg Bernardini „Der Schokoladentester“ Seite 197.

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Bonnat gibt angeblich die Herkunftländer und Anbauregionen der Cacao-Sorten an – meist ist das leider nicht der Fall und es heißt: „les grands crus du cacao sont sélectionnés par Stéphane BONNAT. – blabla Bonnat. Gut ist die Schokolade – eine Sorten- und Herkunftsangabe fehlt.

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Diese Sorte von Bonnat Chocolatier ist eine „Bean to Bar“ gefertigte Hochqualität. Der französische Hersteller wird bei Georg Bernardini in seinem Schokoladen-Almanach „Schokolade – Das Standardwerk“ vorgestellt S. 220), und erhielt sechs von sechs möglichen Kakaobohnen – das ist superlativ und setzt BONNAT an die Spitze von allen getesteten Schokoladenherstellern.

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Diese Sorte Bonnat Schokoladen Ceylan „Asie“ gehört zur Spitze, eigentlich neben einer bestimmten Zotter und einer bestimmten Feodora ganz vorne. Sie ist am 28. Mai 2016 frisch (bis Juli 2017 supergut) wird ohne FAIR-TRADE-Siegel angeboten. Mit diesen Einschränkungen erhält dieses BONNAT von Tester Dietmar Moews eine Bewertungs-Bohne Abzug.

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http://www.bonnat-chocolatier.com

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Für mich als Schokoladen-Liebhaber ist eine Schokolade, die nicht zu hell, aber nicht ganz dunkel ist und Milch-Schokolade heißt, das Schönste von der Welt. Diese Purschokolade ist dem Tester aber, obschon mit 75% Cacao, nicht zu dunkel. Der Inhalt der 100 g Packung wirkt frisch, ist wie eine Vollkonserve datiert, wirkt als Komposition überhaupt nicht fettschmierig, klebt vorm Runterschlucken leicht im Rachen. Man schmeckt den Cacao. Die Süße stimmt – sie ist extrem fein.

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Die klassische 100 gr. Tafelpackung enthält die Schokoladentafel mit einem Bruchkanten-Relief oben, darauf ein geprägtes größeres Mittelteil mit den Schlagworten BONNAT und VOIRON. Die Unterseite ist glatt. Die Konsistenz und der Schmelz sind unglaublich fein und sehr sehr gut. Man kann sie hervorragend brechen. Man beißt ab. So ein Abbiss löst sich leicht, und superlativ klar und ganz sauber. Insgesamt dominiert die weiter nichtaromatisierte „Zartbitter“-Geschmacklichkeit – man braucht keine Zusatzaromen, keine Vanille, kein Lecithin – es ist: NUR Cacao, Cacaobutter, Zucker. Die BONNAT Chocolat Ceylan „Asie“ Chocolat noir 75% de cacao liefert hiermit zweifelsfrei beste Qualität.

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Die Aufmachung hat bei dieser Sorte Ceylan einer Tafelschokolade von BONNAT die verlässlich einfache, optimale und praktische Verpackung eines frischen Lebensmittels – kein Vakuum, keine Konservierungsstoffe – haltbar laut Kennzeichnung mindestens bis: Juli 2017.

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Ein schöner altweißer Papierumschlag mit schwarzen und golden-grünen Kunstschriften, der bekannten gestochenen Stadtansicht mit Kathedrale der Ursprungsstadt Voiron (Isère) vorne sowie rückseitig feine grünfarbene Verzierungen, dazu ein vergoldetes Familienwappen mit dem Sinnspruch: VIS MEA / In LABORE.

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Ausgepackt findet sich die Tafel in außen silbrig-metallisiertes beschichtetes innen schlichtweißes Papier, sinnvoll und damit auch noch mal gut erneut zu verschließen.

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Die Werbetexte in vielen Schrifttypen und Schriftgrößen auf dem Außenkarton sind lesbar, die Bestandteile und Nährwerte-Tabelle in Schwarz auf Weiß:

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Es heißt da: „Ce qui fait du bien au palais ne fait pas de mal á l’ame“ – „Was dem Gaumen gut tut, tut der Seele nicht weh.“

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Diese frischgeöffnete Bonnat Schokolade riecht überzeugend gut.

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Der Kaufpreis liegt mit 4 Euro 70 für 100 Gramm unter den Bonnat-Spitzensorten in der Mitte – aber man muss das mal probieren. Köln – die schöne Stadt – wo man sowas bei Hernando Cortez kaufen kann! Aufmachung und Verpackung sind passend. Die innere Chrompapier-Aufmachung ist nicht so schön wie feine Silberfolie wäre. Das macht trotzdem Abfall als Verpackung.

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CHOCOLAT BONNAT Ceylan „Asie“ Chocolat noir 75 % de Cacao teilt folgende Zutaten auf der Rückseite der äußeren Papierhülle in Französisch, Deutsch und Englisch der Schokolade ohne Herkunftsangabe, jeweils mit dem größten Anteil beginnend:

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Cacao, Beurre de cacao, sucre, (75% Cacao)

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Analyses nutritionnelles pour 100g / Nährwertanalyse pro 100g: Energie 2501 kj / 603 kcal; Fett 46 g; davon gesättigte Fettsäuren 29,65 g; Kohlehydrate 42,6 g; davon Zucker 25,9 g; Eiweiß 8,8 g; Salz 0,01 g.

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Auffällig für diese hochbewertete Spitzensorte Bonnat 75% ist die maßvolle  Abstimmung durch vergleichsweise wenig Zucker, viel Fett und Eiweißanteil, eine winzige Spur Salz.

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EMPFEHLUNG: Der Tester Dietmar Moews empfiehlt diese Schokolade – sie ist von höchster Qualität und eine der Spitzensorten von BONNAT – während seine persönliche Lieblingssorte eine andere BONNAT ist – aufgepasst:

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Die 200 Gramm „Blockschokolade“ „Bonnat maitre chocolatier, chocolat à cuire, VOIRON CHARTREUSE, RENOMMÉE mondiale, Cacao 60%, Sucre 40%“ – sie kostet EURO 8,80 – das ist eine sensationelle dicke SUPERTAFEL und kostet weniger als die Hälfte der überfeinen kostspieligen Porcelana, auch weniger als hier Ceylan 4,70/100 Gramm.

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Hiermit lernt der Mensch, was qualitativ OHNE Zusatzaromen möglich ist, nichts KÜNSTLICHES, dezenter Zucker-Anteil, einiges Fett und Eiweiß nur eine Spur Salz. Georg Bernardini hat es in seiner allgemeinen Empfehlung speziell getroffen!

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ACHTUNG: Diese BONNAT ist nicht BIO! Diese BONNAT ist nicht Fair Trade.

OHNE die Kennzeichnung BIO haben wir es folglich unter Umständen mit genmanipulierten und agrachemikalisch optimierten Rohstoffen, also Kakaobohnen, Zucker, Milcheiweiß, zu tun.

OHNE die Kennzeichnung FAIR TRADE haben wir es nicht mit einem sozialverträglichen Herstellungs- und Handelsprodukt zu tun. Leider NEIN.

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Georg Bernardini der Schokoladentester erwähnt diese BONNAT in seinem Schokoladentester-Buch im Einzeltest nicht. Er gibt den von ihm getesteten BONNAT-Schokoladen die superlative Wertschätzung 6 von 6 Kakaobohnen.

BERNARDINIS Fazit: „Die Qualität der Bonnat-Produkte hat mich überzeugt…“

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BERNARDINI Empfehlung: “Die Ursprungsschokoladen sind für Liebhaber reiner dunkler Schokolade empfehlenswert. …“

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Bundespräsident Joachim Gauck hielt Weihnachtsansprache 2015

Dezember 25, 2015
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Vom Freitag, 25. Dezember 2015

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Bundespräsident Gauck beim Phototermin in Paris, unter Ausschluss der Öffentlichkeit

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Die Internet-Bereitstellungsmedien konnten der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Gauck, heute abend im Fermsehen bereitgestellt, wenig bis nichts abgewinnen.

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Auch Printmedien hätten mehr gefunden, wäre hier ein grober Skandal passiert – z. B. Gebiss rausgefallen oder Weinkrämpfe – die Gaucksche Erleichterungsmasche, IT-Revolution und Entmenschlichung, Kapitalismus und Faschismus zu verschweigen, ist für den Mob nicht skandalös.

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Man heftete irgendwo einen Link an und wer will, kann ja das Gauck-Video schauen.

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Das ist die mediale Hintergehung der Massenkommunikation einer Gesellschaftskommunikation, der in extremem Maße die Homogenisierung allgemeiner Information und der Fragmentierung der Publika aus dem Blick verloren geht. Wer will kann sich auch am Weihnachtstag Immanuel Kants Urteilskraft als Hörbuch reinziehen – will aber keiner.

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Kurz: Gauck zeigte sich auf der Höhe seiner rhetorischen Begabung – er las seinen Text sehr gut phrasiert, betont und hervorragend artikuliert freundlich vor. Die Weihnachtsansprache war Eins zu Eins, ungeschnitten, und hatte kurz vor Schluss einen winzigen Anlautversprecher – war perfekt.

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Gaucks Weihnachtsansprache enthielt als verlässliche Chronik die Hauptthemen der Großen Koalition – Alles, was zwischen Presse und Lügenpresse im zurückliegenden Jahr durchgeschaukelt worden war, einschließlich der guten Wünsche für das kommende Jahr, hörte sich heute an, als hätte es Regierungssprecher Seibert gegengelesen.

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Was FEHLTE:

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EINS Die IT-Revolution und die Neue Sinnlichkeit der sozial entkoppelten Lebensweise.

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ZWEI Wer nicht von Kapitalismus redet, braucht von Faschismus gar nicht zu reden: Gauck erwähnte konsequent und StaMoKap-hörig beides nicht.

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Da war der evangelische Pfarrer Gauck mal mit dem Papst, der den Kapitalismus geißelt, uneins.

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Doch das ursprünglich katholische Te Deum Laudamus gilt auch als evangelisch-lutherisches „Gotteslob“ und steht im evangelischen Gesangsbuch und in einer schweizer Variante lesen wir unter „Großer Gott wir loben Dich“ eine Strophe 6, so:

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6. Mach vom Hass die Geister frei,
frei von Sündenlast und -ketten;
bricht des Mammons Reich entzwei;
du nur kannst die Menschheit retten.
Rette uns aus Schuld und Not,
Heilger Geist, barmherz’ger Gott.

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Das entspricht dem Papst Franz – aber das scheint dem deutschen StaMoKap-Bundespräsident Gauck nicht zu passen.

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Iran-Atombomben in Wien

Juli 10, 2015
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vom Freitag, 10. Juli 2015

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Der IRAN will ATOMTECHNIK treiben und beansprucht dafür das Recht der Selbstbestimmung.

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Gegner der iranischen ATOMTECHNIK argumentieren militärisch.

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Darum wird zur Zeit in WIEN verhandelt, wenn viele UN-Staatsvertreter und die USA mit IRAN-Verhandlern eine schriftliche Vereinbarung ausfechten, damit IRAN keine ATOM-Bombe bauen darf und dafür von ökonomischen Benachteiligungen durch den WESTEN befreit werden soll.

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Aber – auch wenn ein solches ATOM-STOPP-Abkommen mit IRAN zum Regierungsprogramm des US-Präsident Obama gehört, wird man sich in Wien nicht einig und drohen im Hintergrund ISRAEL und die US-Kongressmehrheit, die immer von ISRAEL dominiert werden kann damit, die Verhandlungen aufzugeben.

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Globalisierung und menschliche Intelligenz haben unzählige individuelle Aspekte und unzählige soziale Aspekte.

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Bis hin zur Esoterik sind die individualen Aspekte zunächst immer eigene Angelegenheit und werden erst mit der Aktionsrichtung des SOZIALEN zu Handlungsmotiven.

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Dagegen sind die sozialen Optionen immer relevant und immer auch als Vorurteile für die Zukunft wie als Tragelemente aus Tradition und Vergangenheit vorhanden.

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Dabei sind hierbei handlungsmotivationale Aktivitäten und Aktionsrichtungen immer zu koordinieren mit anderen sozialen Ambitionen.

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Schon sind wir bei Sprachregelungen, bei „Erzählungen“, bei Lageeinschätzungen, bei Fragen der Gegenseitigkeit und bei der großen Geschichte der Konflikterfahrungen der Menschheit.

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Ein alter und durch die Weltgeschichte anerkannter Wert ist die Goldene Regel – dass man Werte auf Gegenseitigkeit stellen muss, wenn man für seine Werte soziale Anerkennung durch andere wünscht.

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Das trifft auf Frieden und auf Krieg zu. Das heißt im Konflikt: Gleiches Recht für Alle.

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Dass ein zweifellos würdiges Lebensgebilde wie der IRAN und der persische Lebensraum heute in einer politischen Situation angekommen ist, die viele Menschen unglücklich macht und zur Emigration treibt, wäre eine Aufgabe der Politik der Interessenten.

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Der Schweizer BLICK schreibt am 10. Juli 2015:

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„Die USA wollten ein Abkommen mit Teheran, und es seien beträchtliche Fortschritte gemacht worden, sagte er in Wien am frühen Donnerstagabend, fügte jedoch warnend an: «Wir können nicht ewig warten». Schwierige Entscheidungen müssten «sehr bald» gefällt werden. «Wenn nicht, dann sind wir absolut bereit, diesen Prozess zu beenden», machte er klar.

Die Verhandlungen laufen auf Hochdruck. Sollte bis Freitag eine Einigung gelingen, dann könnte die Übereinkunft fristgerecht dem US-Kongress vorgelegt werden. Die Abgeordneten hätten dann 30 Tage Zeit zur Überprüfung.

Sollte eine Einigung erst später kommen, verdoppelt sich dieser Zeitraum auf 60 Tage, da der Kongress in die Sommerpause geht. Das würde Gegnern eines Abkommens – besonders in den USA, im Iran und auch in Israel und den arabischen Golfstaaten – mehr Zeit geben, eine Übereinkunft zu torpedieren.

Washington werde sich aber nicht unter Druck setzen lassen, betonte Kerry. Die Qualität eines Abkommens sei wichtiger als irgendwelche Fristen. «Wir werden nicht hetzen, und wir werden uns nicht hetzen lassen», machte der US-Chefdiplomat deutlich.

Auch vom Weissen Haus hiess es am Donnerstagabend, es werde solange weiter verhandelt, wie alle Parteien um eine Lösung bemüht seien. Die Erwartungen Washingtons an das zu erzielende Schlussabkommen seien aber Teheran klar gemacht worden. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass sich die Verhandlungen noch über Wochen erstreckten, sagte US-Präsidentensprecher Josh Earnest.

Nun werde versucht, «die verbleibenden schwierigen Punkte zu lösen». Die Verhandlungen bewegten sich «in die richtige Richtung», sagte Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius. Aufgrund dieser Umstände habe er beschlossen in Wien zu bleiben und bis Freitag früh an einer Lösung zu arbeiten.

Während die Diskussionen zu technischen Details eines Abkommens nach Angaben von Diplomaten gut vorankommen, hakt es immer noch bei mehreren politischen Fragen. «Wir beenden, so Gott es will, heute die technischen Themen», sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde Ali Akbar Salehi, am Rande der Gespräche.

Neben einer Reihe bilateraler Verhandlungen trafen sich in Wien auch die Chefdiplomaten der 5+1-Gruppe (USA, China, Russland, Grossbritannien, Frankreich sowie Deutschland).

Mit dem Abkommen will der Westen verhindern, dass der Iran unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms Atombomben bauen kann. Der Iran will die schnelle Aufhebung aller Sanktionen. Der genaue Ablauf des Sanktionsabbaus gilt jedoch als einer der Knackpunkte, ebenso die Frage von Waffenembargos.

Aus Sicht von Russland wäre ein Abkommen unter bestimmten Voraussetzungen schnell erreichbar. Aussenminister Sergej Lawrow betonte, es gebe «keine unüberwindbaren Probleme mehr bei den Iran-Gesprächen.»

US-Präsident Barack Obama ist in regelmässigem Kontakt mit seiner Delegation in Wien. In einer Videoschaltung habe der Präsident die Fortschritte überprüft und Anleitungen für den Abschluss eines Abkommens gegeben, das die Anforderungen Washingtons erfülle. Dies teilte Kerry Sprecherin Monica Harf mit. (SDA)“

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Dass es im IRAN eine politische Herrschaft gibt, die keineswegs die Goldene Regel anerkennt, wenn es um die eigene Machterhaltung geht, ist nicht nur Angelegenheit der Iraner, sondern betrifft die ganze Welt, insbesondere die geografische Nachbarschaft des IRAN.

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Dietmar Moews meint: Für mich gilt das heutige Leben und die Zukunft. Die bewunderungswürdige Geschichte Persiens konnte doch nicht verhindern, dass es zu einer verrückten Geschichtsepisode kam:

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Vor etwa eintausend Jahren erst – da war Perien schon uralt und höchstkultiviert – wurde der moslemische Glauben aufgebracht. Die schiitische Ausprägung des ISLAM hat nach ewigem Hin und Her die heutigen schiitischen Mullahs an die politisch-säkuläre Macht gebracht, die ein modernes Persien unmöglich machen. Stattdessen forcieren sie Krieg in Syrien, in Jemen in Irak und gegen die eigene persischen Menschen, die unter Todesdrohung an das Hirngespinst GOTT zu glauben vortäuschen müssen. Welch eine dümmliche Angelegenheit.

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Und was folgt: Kluge begabte Perser emigrieren und verlassen ihre geliebte Heimat.

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Es wird den Persern nichts übrig bleiben als die politische Befreiung von den islamistischen Despoten zu erkämpfen.

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Dass sich ein atombombengeiles Regime Atomtechnik in Nordkorea kaufen könnte, halte ich für wahrscheinlich.

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Also, was soll das Designer-Geplänkel in Wien? ISRAEL hat auch Atombomben heimlich angeschafft – und jetzt?

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AUFSTAND DER SATTEN – Vernunftlinie von Mathias Greffrath zum 1. Mai

Mai 1, 2014

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Am 1. Mai 2014

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Heute sendete der Deutschlandfunk einen Textbeitrag des Publizisten Mathias Greffrath. Es sind gewissermaßen Gedanken zum 1.Mai. Weil Arbeit als Schaffen der Menschen als traditionelles Gedenken an Emanzipation, Selbstaufklärung und den Kampf um Mitbestimmung wert ist, die Verhältnisse, denen man ausgesetzt ist, mitzubestimmen – ist der staatliche Bedenktag zum Denken zu nutzen.

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Mathias Greffrath, einer der wenigen unbestechbaren Mitdenker unserer Zeit (ein Jung-68er), hebt in seinem Text „Aufstand der Satten“ heraus, dass und wie das weltzerstörende heutige „tägliche Brot“ bedenklich ist. Greffrath zeigt die industrielle Agrawirtschaft, die nicht auf unserer Welt erträgliche und unsere gute Ernährung sondern dem Profit dient. Wir sehen, wie Erdzerstörung kapitalistisch ist:

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Aus dem DLF-Sendetext, zum Anhören bei dradio.de Mediathek, von Mathias Geffrath:

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Das Nachdenken über „unser täglich Brot“ hat die Esstische und die Kinder der Mittelschicht erreicht. Aber die Politik verzagt vor der Aufgabe einer wirklichen Ernährungs- und Agrarwende. Dabei ist der „Aufstand der Satten“ ähnlich explosiv wie die Anti-Atomkraft-Bewegung, schreibt Publizist Mathias Greffrath.

Dreißigtausend marschierten zum Kanzleramt, unter dem Banner mit der Aufschrift „Wir haben es satt!“ Und wie in den letzten Jahren war es ein bunter Zug: Manche trugen Schweinemasken, andere hatten sich als Küken verkleidet oder trugen Hahnenkämme. „Streicheln, nicht essen“ war da zu lesen, oder „Artgerecht statt ungerecht“, oder „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Imker ließen Bienen aus Pappmaché fliegen und einer wollte „Marmelade für alle“. Die Demonstranten forderten von der Regierung eine Umkehr in der Agrar-, Ernährungs- und Wirtschaftspolitik. Dreißigtausend. Mehr als der DGB am 1. Mai auf die Straße bringt. Aber der Zug hatte sehr viel mit dem 1. Mai zu tun. Auch wenn nicht gegen Arbeitslosigkeit, für höhere Löhne und soziale Sicherheit demonstriert wurde. Es ging um Arbeit, und das grundsätzlich. …

Heute wissen wir: Die explodierende Produktivität des Kapitalismus hat uns wachsenden Wohlstand in Form individuellen Konsums gebracht. Aber eben dieser produktive Weltverzehr stört immer stärker diesen Stoffwechsel mit der Natur, ja droht ihn zum Erliegen zu bringen. Das gilt für die Erschöpfung der mineralischen Rohstoffe und die Folgen ihrer Ausbeutung für das Klima. Es gilt noch mehr für den Stoffwechsel, der uns am Leben hält: für das Essen. Unser Essen, das Essen unserer Kinder, das Essen von bald schon neun Milliarden Menschen.

Forderungen für eine gerechte globale Agrarordnung

Eine andere Landwirtschaft, einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln, einen sanften Abschied vom Fleisch, das Ende der Massentierhaltung und der chemielastigen und gentechnisch aufgerüsteten Landwirtschaft, Ernährungssouveränität, eine gerechte globale Agrarordnung – so weit ausgreifend die Forderungen, so heterogen war die Schar der Demonstranten vor dem Kanzleramt. So wie zur Gründungszeit der Grünen und der Anti-Atom-Bewegung kommen da sehr unterschiedliche Motive, Gesinnungen und Interessen zusammen. Das Spektrum reicht von den Verfassern überdrehter Gourmetprosa (à la „leichte Rustikalität mit wunderbaren Durchblendungsmöglichkeiten auf eine Bio-Anmutung, die weder aromatisch noch textuell zu dominant ist“, wo es eigentlich doch nur um überbackenen Sellerie geht) über biobewusste Mittelschichtler mit ausgeprägter Vergiftungsphobie und kompromisslose Veganer („Ich esse nichts, was eine Mutter hat“), bis hin zu Kleinbauern, die es bleiben wollen und nicht den Agrarmultis weichen.

Gewerkschafter, die für die Rechte rumänischer Werkvertrags-Sklaven in niedersächsischen Schlachthöfen streiten, demonstrierten Seite an Seite mit Gentechnik-Gegnern und global denkenden Ökologen, die gegen das Glyphosat von Monsanto mobil machen, das auf den Sojamonopolkulturen in Argentinien den Boden auslaugt und die Fische in den Flüssen tötet. Viele auch marschierten vors Kanzleramt, die weniger die Sorge um ihre Gesundheit treibt, als die tödlichen Konsequenzen eines Weltmarktes, auf dem das Dumping von schlecht gekühlten Hühnerschenkeln aus deutscher Produktion die kleinen Farmer in Ghana ruiniert. Kurz, es geht in dieser breiten Bewegung um Geschmack und Gülle, um Ackern und Armut, um den eigenen Haushalt und die Ökonomie des Ganzen, um Bauern und Banken, um Urbi und Orbi.

Dieses Gemisch aus politischen und moralischen, konservativen und linken, lokalen und globalen, sentimentalen und wissenschaftlich gestützten Motiven, aus existenzieller Erschütterung, paranoider oder aufgeklärter Furcht vor Vergiftung und Sorge um „die Zukunft der Menschheit“; aber auch die, wenn mich nicht alles täuscht, die Zunahme der Tischgespräche über das, was wir essen, über seine Herkunft, über die Art seiner Herstellung und die Folgen davon – all das zusammen ergibt eine Mischung, die sich auch in der Anti-Atom-Bewegung der 70er und 80er fand, und gerade diese Mischung machte die Bewegung damals brisanter und argumentativ stärker als alle rationalen Beschwichtigungsversuche.

Dazu kamen die kleineren und größeren Katastrophen mit Kraftwerken. Heute heißt der „Fallout“ Rinderwahn, Gammelfleisch, Erdbeeren mit Noroviren, Bienensterben, und vom GAU hat keiner eine rechte Vorstellung – er wäre wohl weniger ein Knall als ein Zerbrechen natürlicher Systeme, eine letale Erschöpfung der Felder, Wälder und Meere. Aber GAU hin, Klimafalle her – auf Katastrophen ist kein Verlass; wenn sie zu klein ausfallen, sind sie immer zu schnell vergessen, und sind sie zu groß, ist es zu spät, oder die falschen Retter bekommen Oberwasser – das wäre im Falle der Ernährungskatastrophen ein autoritärer Staat, der die Agrikultur reglementiert und uns die Rationen zuteilt, die mit dem Überleben der Biosysteme verträglich sind.

Neue Bürgerbündnisse

Seit Jahren schon bilden sich an vielen Orten Bürgerbündnisse neuer Art, in denen Interessen unterschiedlicher Art zu einem Ziel zusammenfinden. Vor dem Schlachthof der Firma VION in Emstek in Oldenburg demonstrieren Tierschützer, Arbeitsloseninitiative, Gewerkschafter und Gemeindemitglieder, die gemeinsam gegen die „moderne Sklaverei“ in der Tierfabrik. Im niedersächsischen Großenkneten votierten 63 Prozent der Bürger gegen einen Schlachthof mit einer Kapazität von 120.000 Hähnchen pro Tag, weil der das Grundwasser aufbrauchen würde. In Wietze in Niedersachsen legten 7.000 Demonstranten eine Menschenkette um eine Fabrik, in der, mit sechseinhalb Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert, jedes Jahr 135 Millionen Hähnchen geschlachtet werden. Und in Bernburg in Sachsen-Anhalt protestierten der Bund für Naturschutz, eine lokale Bürgerinitiative und der Bauernbund gegen den Bau einer Fleischfabrik, in der ein italienischer Konzern pro Stunde 1.000 Schweine schlachten will, deren Schinken dann wohl, wie üblich, in Parma ihren Namen bekommen werden.

In der Böll-Stiftung spinnen sich Netzwerke zwischen deutschen, polnischen und rumänischen Kleinbauern, die allesamt ähnlich um ihre Zukunft bangen, angesichts des Zugriffs von Agrarmultis auf das Land, die mit Monokulturen den Boden auslaugen und die Vielfalt der Fauna bedrohen …

Ich breche die Aufzählung hier ab. Allen diesen Hunderten kleiner und großer Initiativen ist gemeinsam, dass sich in ihnen wertkonservativ und progressiv denkende Menschen, Junge und Alte, Linke und Rechte zusammenfinden, dass sie die Sorge um ihre Gesundheit, die Belastung ihrer unmittelbaren Umwelt verknüpfen mit einer Kritik an der totalen Industrialisierung und finanzmarktgetriebenen Expansion der Landwirtschaft – und an unserer Lebensweise, speziell: unserer Art zu Essen.

Systemnotwendig für den Kapitalismus

Aber es geht noch weiter: Eine nachhaltige Veränderung unseres Lebensmittelkonsums würde die gesamte Wirtschaft in den Zusammenbruch treiben. Übertrieben? Ich glaube nicht, denn die Art und Weise, wie wir ernährt werden, ist nicht nur gesundheitlich schädlich und unter dem Aspekt einer globalen Moral unanständig. Sie ist systemnotwendig für den Kapitalismus. Billiges Essen und Zufriedenstellung der Esser ist eine, vielleicht sogar die Hauptbedingung für die Aufrechterhaltung von Wachstum. Billiges Essen: Der Anteil der Ausgaben für Essen und Trinken in einem Durchschnittshaushalt hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als halbiert, fiel von 40 Prozent auf unter 15 Prozent der Einkommen. Und diese billigen Lebensmittel sind eine Grundvoraussetzung von – wie es so schönfärbend heißt – vernünftigen Lohnforderungen. Aber mehr noch: Nur durch diese enorme Verbilligung des Essens wurden erst die Mittel frei für den Massenkonsum von Automobilen, Elektronik, Haushaltsgeräten, größeren Wohnungen und Reisen. Erst kam das Fressen und dann eben nicht die Moral, sondern die Entfesselung des Konsums.

Eine Umstellung unseres Fleischverzehrs vom Kilo Kasseler Kamm für 2,79 auf Fleisch von Rindern, Schweinen und Hähnchen, die nicht industriell gemästet und geschlachtet werden, und weiter noch: Weg von Fertigmahlzeiten und Kartonpizza hin zu Gemüse und Rohkost würde die Lebenshaltungskosten vor allem bei den Geringverdienern steigen lassen; bei ihnen und den notorisch herbeizitierten Unterschichten bliebe dann kaum etwas übrig für Kik-Klamotten, Flachbildschirme und Plastikkram aus China. Besseres, gesünderes Essen und eine nachhaltige Landwirtschaft wären die ultimative Wachstumsbremse.

Mehr Fleisch in der Unterschicht

Die Meinungsmacher und Elitedenker rümpfen die Nase über den Massenkonsum, ob nun von Elektronikschrott, Barbiepuppen oder Billigbuletten; die Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie sind zum Allgemeinplatz geworden, vor allem bei den distinktionsbedürftigen Mittelschichtlern, die Armut gern auf Charakterfehler schieben. Aber es stimmt schon: In der Unterschicht werden mehr Fleisch, mehr Wurst, mehr Fett, mehr Süßigkeiten gegessen und drei bis vier mal mehr Softdrinks, mehr Fertigpizzen verzehrt, und so weiter und so weiter. Das Resultat nennen die Ernährungswissenschaftler „verdeckten Hunger“ – also zu wenig Vitamine und Nährstoffe – und Übergewicht. Und das ist teuer für die Gesellschaft: Die Sozialmediziner rechnen vor, dass uns die weitgehend durch Ernährung und Lebensweise bedingte Diabetes II jedes Jahr knapp 40 Milliarden kostet – das ist fast ein Fünftel der gesamten Gesundheitskosten und damit eine wichtige Profitquelle für Pharma, Kliniken und Ärzte.

Ein Staat, der seinen Auftrag zur Daseinsfürsorge ernst nähme und sich nicht scheute, in die Lebensweise seiner Bürger – und nun kommt ein verfemtes Wort: erziehend einzugreifen,

ein bisschen mehr Allgemeinbildung und Achtsamkeit für das, was wir tun, wenn wir essen – und was wir damit bewirken. Denn, auch wenn wir nicht bei jedem Bissen daran denken können – das wäre ja nicht gut für Appetit und Genuss – mit unserem Essen greifen wir ins natürliche Geschehen ein und mit unserem Essen gestalten wir die Welt, in der wir und die Menschen weit weg von uns leben und leben werden.

wer, wenn nicht diese Bildungsbürger, wäre berufen, ihre Repräsentanten ans Gemeinwohl zu erinnern.

Und dieses Gemeinwohl geböte, die Sozialbindung des Eigentums auf die politische Agenda zu rücken. Nicht nur die des Eigentums an Industrieanlagen, sondern ebenso des Eigentums an Grundbesitz. Auch sein „Gebrauch soll […] dem Wohl der Allgemeinheit dienen“, wie es der Artikel 14,2 unserer Verfassung vorschreibt. Und damit ist eben nicht vereinbar, dass die Erde, von der wir leben, unfruchtbar wird, dass Ackerboden der Mobilität geopfert wird, Getreide für die Gasproduktion wächst, der Profit der Hähnchenbarone mit der sozialen und ökologischen Verwüstung Lateinamerikas erkauft wird.

Und da alle sogenannten Selbstverpflichtungen bislang wenig genutzt haben, sowenig wie beim Steuerzahlen, kommen wir eben nicht ohne Verbote aus

Eine vernünftige Organisation des Ganzen könnte sich so mit der Selbstachtung von Millionen verbinden, die sich schlechtes Essen und unmoralischen, verantwortungslosen Konsum einfach nicht länger antun wollen. Die es pervers finden, das wir für die Ernährung unserer Kinder in der Tagesstätte 70 Cents ausgeben, wo drei Euro nötig wären. Aus ihnen allen könnte eine Bewegung werden, die denn doch einigen Politikern signalisierte: da sind Wählerstimmen drin. In einigen Wahlkreisen im Mustermastland Niedersachsen hat sich schon gezeigt, dass Aufklärung das Wahlverhalten doch ändern kann. …“

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Dietmar Moews meint: Man soll nur gute, kluge und anständige und unanständige Autoren lesen. Von denen soll man Alles lesen. Mathias Greffrath soll man also lesen, weil er gut, klug und anständig ist.

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Ich halte den Deutschlandfunk für den besten Sender in deutscher Sprache:

DLF, nicht Deutschlandradio aus Berlin. Wir haben auch bei den ARD-Landesanstalten einige hervorragende Redakteure, so beim NDR, WDR, Bayerischen Rundfunk u. a. auch – Vorsicht: Der Dudelfunk macht Alles platt: Wortnachrichten mit Hintergrundperkussion: ALARM.

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Dass Mathias Greffrath „Das Kapital“ von Karl Marx in seinem Beitrag „Aufstand der Satten“ zitiert, halte ich für eine Dummheit: ERSTENS: Die hier bei Marx aufgerufenen Werte stammen nicht von Marx, sondern sind, wie alles Gültige bei Marx, von Marx bei älteren Autoren abgeschrieben, die allerdings stehen nicht für den absurden Marxismus. ZWEITENS: Die Abschwächung durch Greffrath: Dass das falsche Fressen der Satten nicht deren geistig-kollektive eigene Leistung und Verantwortung ist, sondern eben ein zerstörerischer Kapitalismus, lenkt von der Verantwortung ab, sein eigenes Verhalten zu ändern, indem man auf Marx unsinniges „Kapital“ zeigt.

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