Rolling Stones NO FILTER am 26. September 2021 in St. Louis

Oktober 1, 2021

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am Sonnabend, den 2. Oktober 2021

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Rolling Stones NO FILTER am 26. September 2021 in St. Louis - featured image

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Von der Corona-Pandemie unterbrochen, wurde die „NO FILTER“ genannte, bereits ausverkaufte Konzertreihe in den USA, mit dem Neustart am 26. September 2021 in St. Louis von den heutigen Rolling Stones, massenkonzertant zum Besten gegeben.

Ich möchte eine kurze Abhandlung des kulturellen Rolling-Stones-Geschehens seit Beginn, anfang der 1960er Jahre, bis zur heutigen Pop-Freizeitunterhaltung im Corona-Jahr 2021 aufzeigen, quasi von Beatles-Mania zu Selfie-Masseneinsatz:

Ich möchte eine Videokonserve, die derzeit bei Youtube frei zugänglich ist nach vorne stellen, damit für jüngere Menschen eine Idee der damaligen Jugendkultur entzündet werden kann. Der geistige Prozess lässt sich nicht einfach als Lustorientierung, Wohlstand, Musikliebe, Kulturindustrie, Abwechslungsbedarf, Traditionszwänge, historisches Genieaufblitzen, soziale Lähmung durch Not, soziale Dynamisierung durch Not und so weiter, wie eben das Soziale soziologisch verstanden werden kann, zwischen Tradition, Veränderlichkeiten und Abhängigkeiten und Katastrophen bzw. zureichend erklären oder entschlüsseln.

In jenen 1960er Jahren, als es nach dem Zweiten Weltkrieg erstmalig „Taschengeld von Eltern für ihre Kinder“ und Jugendkonsum sowie Radio und Fernseh-Übertragungen internationaler kommunikativer Lebensformen aufkamen und industriellen Anschluss fanden, entstand eine schließlich weltweite Beatles-Mania.

Hierzu in Irland 1964 ein sw-Konzertmitschnitt. Meine Anregung soll dokumentieren, was mal war – als eine anfangs sehr beschränkte Welt sichtbar anders tickte und mit High-Tech-Waffen fernfuchtelnde Mörderkriege führte und eine Love-and-Peace-Jugend darauf konsumistisch revoltierte.

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Diese Welt bestand aus der zur Hochkultur strebende und disponierte Nachwuchselite von individuell begabten, die sich ausgefallener amerikanischer Volksmusik, Jazz und Blues mit enormer Neugierde zuwandten, die selbst amateuristisch Bands bildeten und spielten. Dazu kamen dann sehr bald ganz individuelle Musikalienhändler, wie Brian Epstein für die Beatles in Liverpool und Andrew Loog Oldham für die Rolling Stones, die in die Schlager- und Unterhaltungsmusik-Branche zielten, während die etablierte Musikindustrie, deren Verlage und Impressarios diese neue Jugendmusik BEAT kulturindustriell blockierten und ablehnten. Aus der Schmuddelecke herausgebracht, erreichten die Beatles, neben anderen wie Searchers, Hollies, Swinging Blue Jeans, Dave Clark Five, Manfred Mann, The Rolling Stones eine nie dagewesene Beliebtheit und Zulauf bei deren Auftritten in kleineren Tanzsälen von London und den englischen Städten.

Es entstanden plötzlich durch das Sonderstyling der Beatles mit Schlips und Kragen statt Lederjacken und den Pilzkopf-Haartrachten, vier niedliche „Teletubbies“, die vollkommen gleich aufgemacht waren, eigene Lieder akkurat und emphatisch spielen konnten und außerdem freundlich und witzig waren. 1963/1964 gelang der Durchbruch ins internationale Massenmediengeschäft, also Schallplattenverkauf, Radiosendeminuten, Fernsehpräsentationen, Konzerttourneen, große neuartige Pressestrategien der Beatles in den USA. Als das Geschäft anlief, die Industrie natürlich mitmachte, sprangen die Kommerzmedien auf und es folgte die Beatles-Mania.

Mit den Rolling Stones war in London eine äußerst individuelle intelligente Musikantenszene, mit Mick Jagger, Keith Richards und Brian Jones und dem Beatles-Untermanager Andrew Loog Oldham hervorgetreten, deren enorme Kraft in der Art Stücke von Jimmy Reed nachzuspielen. Diese Rolling Stones wurden allgemein und in der Bandszene Engkands hoch anerkannt, ohne dass dabei die Beatles als Maßstab galten. Dann zog der Manager Oldham die Idee „Beatles good guys“, „Stones bad guys“ auf. Als die Stones 1965 nach Deutschland kamen, kündigte BILD an: „Die Hunnen kommen“. Sie traten in der Berliner Nazi-Waldbühne als Freiluft-Konzert auf und spielten nur knapp 25 Minuten (sie waren nach Berlin gekommen, um 25 Minuten lang in Straßenklamotten und mit ungewöhnlich langen Haaren zu spielen! wer das glaubt, wird selig). Das Stones-Management hat dafür gesorgt, dass mit nur 25 Minuten Stonesgespiele Enttäuschung und Zorn der jungen Konzertbesucher entzündet wurde: Das anschließende Zerschlagen der Möbel der Waldbühne konnte ziemlich sicher von wenigen Agents Provocateurs begonnen und dann in eine Massenwut münden. (So glaube ich, dass die unten eingelinkte Videoaufnahme der Stones von 1965 in Irland ebenfalls Inszenierungen waren). – Die Leute, die die Bühne stürmten waren quasi Mitwirkende des Stones-Managements – vermute ich heute; man sieht, dass eigentlich nichts Wertvolles demoliert wird, die Instrumente blieben heil und kaum Verletzungen passierten. Hört man genau hin, wird erkennbar, dass die angebliche Live-Aufnahme nachträglich bearbeitet worden ist: Während Keith Richards beim letzten Sück „I’m Alright“ fleißig sein Lick spielt, spielt Brian Jones dazu die durchgängig hörbare Rhythmusgitarre, zu sehen ist aber streckenweise, wie er Tamburin schlägt und nicht die Gitarre. (Ich habe von dieser Session eine EP-Schallplatte „Got life if you want it“ – da variiert auch Jaggers Stimme geringfügig). Und wir sehen, wie der sensationelle Schlagzeuger Charlie Watts für die noch ohne Monitore und mieser PA auftretenden Stones eine wallende Beatmusik machen konnte, die nicht im Nachspielen ihrer Schallplatten, sondern als NEUTÖNER die Freizeitwelt aufmischten.

Die Rolling Stones haben also der Kulturindustrie und den Massenmedien reizendes Skandal-Medien-Futter „geschenkt“, was mit der Musik wenig zu tun hatte, auch die Musiker jahrelang zu pausenlosen Schwerarbeitern machte, die dann außerdem noch um Millionen gebracht wurden: The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks – sie konnten mit Steuerschulden übrigbleiben, wenn sie sich nicht selbst organisierten. Was dann bei allen im zweiten Anlauf der 1970er Jahre erfolgte.

Dreißig Jahre weiter war die gesamte Beatles-Mania so weitreichend Allgemeingut geworden, dass die folgende Massenbeglückung nicht wundert – aber diese Fußballfans gröhlten bereits 1964 fröhlich und unerschrocken „She loves You“, einem der ersten weltberühmten Beatleslieder, die wirklich musikalisch viel herausfordern, Liverpool:

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Als die Musikindustrie nunmehr selbst „Beatbands“ zusammenstellte und im Massenmedien-Mix vermarktete, wie „The Monkees“, Schauspieler die nicht mal mit den Instrumenten glaubhaft Karaoke machen konnten, wandelten die ursprünglich originellen Beatbands sich von der affirmativen Wiederholung der Charts-Verkaufserfolge ab und begannen mit Weiterentwicklungen der ursprünglichen Combo-Musik in komplizierte Stücke mit Hilfe von Playback, Multiplay und elektronischen Klangtechniken. Ergebnis war, dass die Bands ihre eigenen Studioaufnahmen nicht mehr auf der Live-Bühne bringen konnten. THE BEATLES lösten sich auf (auch, weil das lärmende Publikum in den Freiluftstadien jede Verstärkeranlage so übertönten, dass die Musiker sich nicht mehr gegenseitig hören konnten, allenfalls sehen. Die Rolling Stones mussten also vom Management betrogene Steuerschuldner von London nach Frankreich emigrieren, gründeten eine eigene Plattenfirma „Rolling Stones Records“, wechselten von DECCA zu Warners, EMI, Sony, wendeten sich den neuesten Popmusiken zu, ob Flower Power, Reggae oder Disco, beschäftigten Gastinstrumentalisten und erfolgreiche Produzenten, wechselten weiter die Majorkompanies, bis sie inzwischen vollkommen im Mainstream kulturindustriell vernetzt sind.

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Die never-ending Stones-Welttournee (die in Wahrheit mehrfach jahrzehntelang unterbrochen war) war auch davon geprägt, dass wichtige Bandmitglieder ausschieden und effektvoll ersetzt wurden. Brian Jones, der Stonesgründer und Kommunarde von Jagger und Richards, der immerfort mit neuen Klängen, Instrumenten und Neuigkeiten erregt war, trat meist als gelangweilter Rhythmusgitarrist mit auf. Während Keith Richards fleißig die schwierige Gitarrenarbeit machen musste und mitzusingen hatte, spielte Brian Jones mal virtuos Slide-Guitar, Mundharmonika, Flöten oder Zimbeln. Anfangs sang er auch mit. Auch Bassspieler Bill Wyman sang Harmonien und Background. Und der Stones-Pianist Ian Stewart spielte in Studiosessions und wurde quasi Roadie der Band. Mit dem bewährten Alleskönner Chuck Leavell, Mitsänger, Klavieristen so Nicky Hopkins, Sänger Bernhard Fowler und dem Saxophonist Bobby Keys wurden von den Stones laufend geniale Instrumentalisten der Liveband integriert, während Jagger sich als hervorragender Stones-Lyrizist entfaltete und als Jagger/Richards die äußerst rhythmische Stonesmusik als Zeitzeichen am Rande der täglich neuen industriellen Popmusik immer weiter etablieren konnten.

Ende der 1960er Jahre gingen all diese Beatbands in Kostümshows über, Blümchen, Rüschen, Glitter, Kopftücher, Hüte, reizvolle Lichtspiele, größere Hallen und Stadien, Skandalnotizen, unverschämte Selbstsignaturen. Die Musiker wie der brillante Gitarrist Mick Taylor, sein Nachfolger Ron Wood, der 1993 ausscheidende Bassspieler Bill Wyman mit dem amerikanischen Jazzbass-Virtuosen Derryl Jones als Sessionspieler spielte fortan auf den Stones-Tourneen und Studioaufnahmen. Während Bob Dylan seine handgemachten Ideen ausarbeitete, brachten andere Bands Dylan-Material aufgepusht in die Hitlisten, kamen Leute wie David Bowie auf immer ausgereiztere Aufmachungen – musikalisch waren diese Darbietungen immer, meist auf Tanzbarkeit fürs Publikum gedacht. Mit der Beatles-Mania hatte das nach etwa 1967 bis 1971 mit Jimi Hendrix dann nur noch vom Combo-Prinzip her ästhetische Verbindung.

Nimmt man nun die NO FILTER genannte Konzertreihe der CORONA-Stones 2021, wäre es banalisierend anzunehmen, wir hätten hier jetzt eine ästhetische Entwicklung, ausgehend von den Musikern und den Bandspielern, quasi eine Tradition aus der 1960er Beatmusik zu einer 2021er Rhythm&Blues-Ausfaltung, die auch als technologisch hochperfektionierte Live-Shows hundertausendfach an den Kassen verkauft werden: Das Publikum will das.

Das Publikum will die Stones-Selbstcover-Band mit den „best of“-songs, möglichst mit allen Finessen der Studioproduktionen pseudo-live hingetrickst.

Schaut man sich das heutige Stonespublikum an, so sind das keineswegs diejenigen ebenfalls mitgealterten Leute von 1965 , nein, die sicher nicht mehr. Es sind vielmehr diejenigen, die anfangs die langen Haare ablehnten, dann aber plötzlich 1975 ohrenbedeckende Haare als Männer lang trugen, und heute mit Haarausfall oder Grauweiß geworden mit Kindern und Engeln so tun, als hätten sie die guten alten Zeiten miterlebt.

Dem Absatz und der Marktwirtschaft ist es egal, wer die Preise zahlt. Und die Marktforschung weiß genau, welche Songs aus dem Stones-Songbook verlangt sind, wenn die Smartphones glühen und die Selfies starten..

Wer die Youtube-Mitschnitte vom Stones-Konzert vom 26. September 2021 durchhört, ist Zeuge, wie sich die Rolling Stones von heute bemühen, den Konsumenten zu geben, was die bezahlt haben. Dabei ist der zuletzt wegen Krankheit ausgeschiedene und nun auch 80-jährig gestorbene Charlie Watts von einem hervorragenden Schlagzeuger, Steve Jordan, vertreten worden. Und dazu, dass der Tour-Neustart nicht von Charlie Watts herkam, sondern von Corona und der unbeherrschten Seuche – das Publikum von St. Louis trug nicht Masken und hielt Abstände nicht ein. Kein Jagger sprach ein ernstes Wort hierzu als Vorsichtswarnung. Nun sind wir gespannt: Ob hier Infektionsketten starten?

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Dietmar Moews meint: Die Kunst ist frei, so weit der Markt zahlt und konsumiert, was angeboten wird.

Am 26. September spielten sie tatsächlich „Living in a Ghost town“ – und zwar sehr beachtlich und hörenswert schlicht und es saß.

Die Stones haben erheblich geprobt, mit einem Charlie-Watts-Ersatz durchzukommen, während es zugleich doch auch ein irritierendes Musikgefühl ist, wenn nicht mehr Watts/Wyman als Stonesgerüst trägt, sondern zwei überaus fähige, Derryl Jones, Bass und Steve Jordan, Drums, nunmehr als Stones-Cover-Musikanten dabei sind. Während am 26. sowohl Richards wie auch – wie noch nie so schlecht – Ron Wood in wirklicher Trauerirritation dastanden und krank wirkten.

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Dietmar Moews und Professor Alphons Silbermann in Köln 1999

Kurz, was sich nun bot, wird sicher im Laufe der weiteren NO FILTER-Konzerte noch besser zusammenkommen. Aber zum Musizieren kamen diese Stones beim Neustart eigentlich nicht. Und es lag aber an den Stones selbst, die sich als Jagger/Richards/Wood in aufwendige, wunderbar abgestimmte Bühnen-Kostümierungen hinstellten – während alle Cover-Stones schwarze Kleider trugen – aber sie waren zusammen überhaupt nicht beschwingt. Während Mick Jagger hervorragend bei Stimme ist. Die Musik kam dann von den Saxophonisten, dem Miss-You-Basssolo von Derryl Jones und einige Kurzeinlagen von Steve Jordan. Und mit Jones/Jordan auf Mitsingen von „You cant always get what you want“ oder Keith Richards gesungenen „Slipping away“ und „Happy“ – na ja, kann es nicht gehen.

Auch wenn Steve Jordan mit „Sympathy for the Devil“, „Jumping Jack flash“, „Honky Tonk Women“ oder „Satisfaction“ und auch „Gimme Shelter“ ganz hervorragenden Druck brachte, waren da zu viele Konfektionsstücke, die fast auseinander fielen – „Paint it black“, „Street fighting man“ (am 30. in Charlotte war es hervorragend), „Midnight Rambler“, „Only Rockn Roll“ – genug. Sei es, dass Keith Richards nicht mehr motiviert ist, ausreichend Gitarre zu üben, oder, dass er eben nicht mehr kann – weiß der Geier: Von freundschaftlichen Duetten der beiden Zigeuner Richards+Wood kann nicht mehr die Rede sein.

Das war jetzt Rolling Stones, wie es den Stones selbst nicht gefallen haben kann, hört man nur die begeisternden Millionenkonzerte in Rio oder das Havanna Moon auf Cuba vergleichsweise.

Ich dachte, während ich da „Under my Thumb“, „Midnight Rambler“ oder „Wild Horses“ hörte, hier wurde eine offene Bringschuld ans zahlede Publikum von den Stones freiwillig erbracht. Das ist anständig.

Für zukünftige Projekte ließe sich ein Trick in Gold verwandeln: Man hätte eigentlich nur die beiden „Stones-Cover-Sessionisten“ Jordan und Jones zu fragen brauchen: Welche Stücke aus dem Stones-Songbook sie gerne mitspielen würden?

Das könnte für sie alle inspirierend werden – auch mit 80 +: EAZY SLEAZY und wirklich sehr guter Groove beim Fadeout bei der Erstaufführung von dem etwas armen „Troubles a Comin“:

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Her Majesty Britpop Brexit

Januar 18, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8853

am Freitag, den 18. Januar 2019

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Noch zweieinhalb Monate Zeit auszuhandeln, welche Regeln ab dem 1. April 2019 zwischen dem Vereinigten Königreich Großbritannien (UK) und der Europäischen Union (EU) Handel und Wandel bestimmen sollen.

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UK ist gemäß §50 der EU-Satzung aus der EU ausgetreten. Das ist eine demokratische freie politische Entscheidung und ein Akt der souveränen staatlichen und völkerrechtlich gültigen Selbstbestimmung der Briten.

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Mit dem 1. April 2019 wollen alle Beteiligten ihre sozialen und materialen Bedürfnisse in neugeregelten Beziehungen pflegen. Dabei spielen aber geltendes Weltrecht der Welthandelsorganisation (WTO) sowie sonstige bereits vorhandene Verträge der EU mit anderen Staaten, aber auch der innerhalb des UK, wo sich Interessenkonflikte zwischen London und Schottland sowie mit Nordirland/Belfast abzeichnen.

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Als im Jahr 1960 die ganz junge neue Beatband THE BEATLES ein erstes Gastspielengagement in Hamburg antreten wollte, waren sie internationalen Berufs- und Erwerbsrestriktionen unterworfen. der damals erst 17-jährige Gitarrist George Harrison wurde ausgewiesen und musste nach England abreisen. Nachdem das UK im Jahr 1992 weitreichend Vollmitgleid der EU geworden war, konnten alle die erfolgreichen Britpop-Musiker reisen und auftreten, wie es die Beliebtheit und die Nachfrage ergaben – ohne noch Zoll oder Umsatzdeklarationen, ohne Aufenthaltsbegrenzungen usw.

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Die Popmusik aus UK ist weltbewegend und bestimmt besonders auch in Deutschland den Unterhaltungs- und Freizeitmarkt.

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Neue Zürcher Zeitung, Seite 24, am Mittwoch, 16. Januar 2019 bringt von Hanspeter Künzler aus London folgende Kolportagen:

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„Die Geister die der Britpop rief – Die britischen Pop-Musiker sind zwar mehrheitlich gegen den Brexit. Die Inselmentalität finden sie aber auch in der eigenen Tradition

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Die britische Musikszene stand praktosch geschlossen hinter Paloma Faith, als die Hitparaden-Diva mit dem Lied „Guilty“ unlängst ihre Haltung zum Brexit zum Ausdruck brachte. Sie besang das Schicksal eines „Leave“-Wählers, der merkt dass er durch falsche Informationen irregeführt worden ist…

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Niemand weiss aber, wie man sich auf die Zeit nach dem Brexit vorbereiten sollte. Die Verteilung von Tantiemen aus Tonträgern, Downloads und Streaming bleibt auch ohne EU-Mitgliedschaft europaweit geregelt. … wird es kompliziert. es dürfte ein gewaltiger Papierkrieg auf das Musikbusiness zukommen … im Zeitalter des Streamings seien internationale Tourneen noch wichtiger geworden, erklärte der Sänger Ady Suleiman kürzlich der BBC … Wenn allerdings zusätzliche Kosten anfielen, würden Konzerttourneen Defizite generieren – erst recht, wenn sich die Wechselkurse durch den Brexit verschlechtern…

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Das kollektive Entsetzen der Musikszene über den Brexit geht allerdings über wirtschaftliche Bedenken hinaus. Die Jazz-Schuppen, die Soul- und Reggae-Klubs oder die Techno-Raves … sich auszutauschen lernten. Aus diesen Begegnungen ging die stolze britische Musikszene hervor, deren Einfluss heute weltweit durchschlägt. … die Europäer würden auch weiterhin ihre britischen Lieblingsbands hören wollen.

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Seit den Sixties tanzt Europa nach Londoner Flöten … Die Abschottung widerspricht eben allem, was die Exponenten der britischen Musikindustrie aus der Geschichte ihrer Kunst denken gelernt zu haben.

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Kein Wunder, thematisieren die Musiker den Brexit immer häufiger auch in Songs. Dass streitlustige Indie-Bands wie Sleaford Mods (BHS), Idles (G.R.E.A.T) oder Enter Shikari (Take My Country Back) Anti-Brexit-Lieder singen, erstaunt kaum. Aber selbst „elder-statesmane“ der Szene wie Paul McCartney (Despite Repeated Warnings) und Mick Jagger (England Lost) haben sich zu Wort gemeldet. Morrissey und Roger Daltrey hingegen votieren öffentlich für den Brexit …

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Im Lager der Brexit-Gegner findet sich auch Damon Albarn, der in den neunziger jahre als Sänger von Blur den Britpop mitgeprägt hat. Damals ging es bereits um eine Rückbesinnung auf die urenglische Pop-Kultur von Bands wie Beatles, Kinks und Smal Faces. Auf dem neuen Projekt The Good, the Bad & and the Queen eingespielt hat, evoziert es zwar die trostlose Atmosphäre eines in sich gekehrten, inselartig abgeschotteten und absterbenden Englands. Pop-Theoretiker wie Jon Savage aber sehen just in den Britpop-Pionieren Vorreiter der derzeitigen Igel-Mentalität.. Mit der ans Fantastische grenzenden Verklärung der poppigen sechziger Jahre hätten Britpop-Bands wie Oasis und Blur bereits eine nationalistische Nostalgie heraufbeschworen. und auch diese haben den Brexit vorbereitet … Vielleicht ist ihr Einfluss auf Zeitgeist und Gesellschaft ja viel grösser, als sie heute noch zu denken wagen.“

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Dietmar Moews meint: Die Erschütterung durch Beatles, Rolling Stones,, Swinging Blue Jeans, Dave Clark Five, Hollies, Searchers, Yardbirds, Kinks, Pretty Things, Animals, Manfred Mann, Who, Small Faces – noch viele mehr – ist ein Generationsdrama, das nicht von EU oder Freihandel abhing, sondern eine sozio-kulturelle Katastrophe ohne Vergleichbarkeit war.

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Das durch die deutsche Hitlerei organisierte Böse hat beispiellos Alles was mit einer Deutschfärbung in die Welt will, auf ewige Zukunft vergiftet. Da geht es weder um deutsche Schuld oder Kollektivverantwortung, sondern um eine Ressource aller Nichtdeutschen in alle Zukunft.

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Wie Deutschland heute ein europäisches Europa mitgestalten könnte, ohne über den deutschen Materialismus in dieser Europapolitik maßgeblich zu sein, wird von den Deutschen augenblicklich nicht gebührend verstanden und nicht konstitutiv integriert. Die heutige EU ist eine undemokratisches deutsches Kommissariat durch direkte und undirekte Geldgabe.

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Wie Deutschland mit dem herkömmlichen Politiksystem (Kulturindustrie + Finanzpools + Parteien) eine Bewusstseinsverbesserung erreichen könnte, weiß niemand. Nur wird das sicher Nichts, wenn das niemand versteht und niemand anstrebt.

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Europa müsste eine Föderation auf Grundlage der UNO-Charta werden.

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Chris Squire 1948-2015 – Kurznachruf

Juni 29, 2015
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vom Montag, 29. Juni 2015

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Der britische Rockmusiker Chris Squire starb 67-jährig am 27. Juni in Phoenix Arizona infolge eines langen Leukemie-Leidens.

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Chris Squire wurde als Christopher Edward Russel Squire am 4. März 1948 in Kingsbury / London geboren, wo er aufwuchs und lebte.

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Er erlebte die Beatlemania in den 1960er Jahren in London intensiv, indem er von anfang an, schon als Schüler, Elektro-Bass spielte und – er arbeitete in einem bekannten Gitarren- und Musikalienladen. Als seine Vorbilder im Bassspiel gab Squire Paul Mc Cartney von The Beatles und John Entwistle von The Who an.

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Nachdem Chris Squire in zahlreichen jungen Beatbands mitspielte kam es mit The Syn zu den erste Studioplatten mit Verkaufserfolg und bald darauf mit dem Sänger Ion Anderson zur Gründung von „YES“.

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Squire war der einzige Yes-Musiker, der auf jedem YES-Album zu hören ist. Als einziger hat er die Band nie verlassen. Neben seinem innovativen, außergewöhnlich melodiösen Bassspiel ist auch sein Gesang bei vielen Yes-Stücken zu hören. Bereits in den späten siebziger Jahren, verstärkt aber seit der LP „90125“ ist er für den starken Pop-Rock-Einschlag verantwortlich, der Yes’ Musik seit den achtziger Jahren stark prägt. Im Jahr 1980 löste sich YES erstmalig auf – spielte dann aber weiter Studioaufnahmen, in vielfältige Besetzungen. Z. B. mit Squire, Anderson und dem Schlagzeuger Bill Bruford war Yes eine SUPER-GROUP ohne Vergleich.

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Dietmar Moews meint: Geschmack ist eine eigene Sache – meine eigene Erfahrung als Bassspieler in den 1960er Jahren reisst mich zu einer superlativen Bemerkung hin für den gestorbenen Chris Squire:

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Im Jahr 1968 war das Hit-Single-Stakkato der weltberühmten britischen Beatbands zuende.

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Man kann sagen, die erste Generation, Hollies, Beatles, Rolling Stones, Kinks, Who, Searchers, Swinging Blue Jeans, Manfred Mann, Dave Clark Five und etliche andere etwas später kommende, wie The Small Faces und Led Zeppelin, gaben den heftigen Rhythmus ständiger Neuerscheinungen auf. Man machte nun nicht mehr 1.47 Min. Hits (Hippy Shake, Love me do) sondern Langspielplatten und Programmmusik. Die Beatles hörten damit bald auf – mit „Revolution No 9“ setzten sie den ästhetischen Schlusspunkt – für alle.

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Das war „sozial-psychologische Erschöpfung“ der Musiker und der Kundschaft. Und die Musikindustrie hatte das Stildiktat übernommen, dem die Bands physisch nicht mehr Folge leisten konnten. Ab da ging es nur noch ums Geschäft.

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Es musste etwas Neues kommen.

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Und das kam dann mit den sogenannten Supergroups The Cream und Jimi Hendrix – einem Aufleuchten von ganz kurzer Dauer.

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Aber dann ergaben sich „barocke“ Ausweitungen in dieser Bandmusik, mit der britischen Collosseum, mit der Bostoner Blood Sweat and Tears, mit Genesis und mit YES, die Chris Squire mitgestaltete. Diese Gruppen waren eher Big Bands als Combos und spielten komplex und technisch sehr schwierige Sachen – nicht nur im Studio, sondern auch live.

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Wer jemals vor der Bühne von Chris Squire stand und auf dessen Finger schaute, er spielte hauptsächlich auf einem Rickenbacker 4001 Solidbody – dazu sang er lupenreine Mehrstimmen zu dem Glockenstimmensänger Ion Anderson, war einfach fasziniert von der artistisch-körperliche Leistung. Squire war als nicht klassisch ausgebildeter Bassspieler auch spieltechnisch virtuos und richtig stark kam das von der Bühne..

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