Sterbehilfe im deutschen Bundestag

November 13, 2014

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am Donnerstag, 13. November 2014

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Hingebungsvoll redeten heute unzählige Nobodys im Deutschen Bundestag (Kanzlerin Merkel war ja auf Weltreise), wie sie sich ein Gesetz wünschen, das eine lizensierte „Sterbehilfe“ fassen solle.

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So viel Selbstgewichtung mit Blödheit zum Thema habe ich selten angehört (ich habe es stundenlang bei TV-Phoenix mitgehört). Wie engagiert und leidenschaftlich? – wie kann das sein, wenn das Thema verfehlt wird.

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Was ist ein guter Tod? Was ist ein schlechter Tod? Was ist eine palliative Sedierung? – am Leben orientieren blablabla. Die Ärzteschaft ist jetzt aufgefordert“ …

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wie elend leer diese Geräusche! Ich würde mir als Arzt solche Labereien in der weitesten Öffentlichkeit vom Leibe halten. Als seien Ärzte hohl.

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Da fordert Edgar Franke von der SPD: Wir brauchen die Diskussion, wir brauchen den öffentlichen Diskurs zur Sterbehilfe.

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Dietmar Moews meint: Warum nur? – ich sage es: Diese absurden Bundestagsredner wollen sich mal so richtig auskotzen, in dem sie erzählen, wie sehr „gutmenschlich sie sind“, während sie täglich Mord und Totschlag, Zynismus und Drecksgeschäfte abnicken: Wer schenkt Israel die Marine-Korvetten? Wer entsendet Waffen in den Irak? Ja, so ist es hier: Sie rufen:

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Haltet den Dieb, jagt die in Graubereichen tätigen Sterbehelfer. Wieso nur?

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Es ist definitiv mit der Normierung, mit dem Zugriff aufs analoge Leben einfach: Man kann es nur totalitär dirigieren, kontrollieren und steuern. Leben totalitär? Nein, Danke!

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Genau das kann man mit der Geburt nicht – das kann man mit dem Sterben nicht. Warum nicht? Weil es jeder ganz individuell geschehen lässt. Das Neugeborene kann nicht dem Strafrecht stärker zugeordnet werden, als es heute ist.

 

Die Mutter bestimmt, es ist die Mutter, die leibeigene, dann ist es irgendwelches normiertes Fachpersonal, einschließlich Strafrecht. Wie sollte dem Neugeborenen noch stärkere Selbstbestimmung und Rechtsschutz durch Gesetz gegeben werden können?

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Und sagte die Rednerin Maria Michalk CDU, „es ist ihr ein herzliches Anliegen, allen Rednern zu danken, weil sie ganz einfach an den Anfang des Lebens geht: Niemand habe bestimmt, wann wir geboren werden … Blablabla Kinder der Liebe“.

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Welches Recht sollte denn über das Recht des Lebenden, zu sterben, gestellt werden? Und warum will man den Sterbewilligen verstärkt unters Strafrecht stellen? Warum? Weil man den Rollstuhlfahrer hindern möchte, sich eine Pistole zu beschaffen? Frage nach dem Motiv? Ja klar, aus Wichtigtuerei. Man kann ein Gesetz machen. Ja, und dann?

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Geschäft mit dem Tod? Ist verboten.

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Mord? Ist verboten.

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Totschlag, fahrlässige Tötung – Alles verboten und strafbewährt.

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Was will man jetzt über den hippokratischen Eid, der Hilfepflicht der Ärzteschaft, hinaus noch regeln, wo es nichts zu regeln gibt ?– schon gar nicht durch Marktwirtschaft.

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Ein Geheimnis kennt niemand. Wer will durch Gesetz einen Lokführer davor schützen, dass sich mit Sterbehilfegesetz jemand vor seinen fahrenden Zug wirft? – Unsinn, Blödheit, Heuchelei, Wichtigtuerei – und jeder weiß es: Mit solchen Debatten wird keinesfalls irgend eine Geburt oder ein Tod „verbessert“.

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Ist es so schwierig zu verstehen, dass ein Verbot von Flugzeugabstürzen, die Abstürze-Zahl nicht reduzieren könnte?

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Wer also aus seinem Tod eine Operette machen möchte, sucht nicht den lizensierten Sterbehelfer in der Schweiz auf. Wer sich im Rollstuhl erschießt, wirft sich nicht vor die U-Bahn, fährt nicht mit dem großen BMW gegen die Autobahnbrücke, nimmt keine gesättigte Zuckerinfusion usw. alles selbstbestimmt.

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Den Gesetzmachern geht es einzig um eine einzige Qualitätsveränderung im analogen Leben: Man will ein neues Gewerbe lizensieren.

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Wem nützt Sterbehilfe? – EINSPRUCH in JÜDISCHE ALLGEMEINE

Oktober 26, 2014

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am Sonntag, 26. Oktober 2014

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Als im Feld des Judaismus und der heutigen Israel-Problematik belesener Soziologe, beachte ich auch fortlaufend die in Deutschland publizierten und zugänglichen Medien, besonders die wöchentlich erscheinende Verbandszeitung des „Zentralrates der Juden in Deutschland“, die „JÜDISCHE ALLGEMEINE“.

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Geschmacksäußerung vorab: Mich interessieren die Neuigkeiten und von den jüdischen Redakteuren und Autoren ernsthaft betriebenen rückwärtigen Manipulationen des historischen Judentums – immer aus der heutigen lebensdienlichen Erwartung: Wer schreibt, der bleibt. (Nichts Anderes tut auch der jeweilige Papst mit seinen „Fortschritten“ – stets neu zu definieren, wie man an Gott – durch den Papst – glaubt).

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Und es stehen stets mich interessierende Darstellungen in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN. Ich finde das Blatt immer „wertvoll“, durchzuschauen, zu lesen und zu genießen. Und – rennhuhngestählter Leser von massenhaftem Zeug, das mir überhaupt nicht gefällt, mich aber interessieren „muss“, möchte ich ausdrücklich sagen: Die Wertvorstellungen zu allem möglichen Tun, Lassen, Vorstellen und Denken, mein eigenes Leben betreffend, stimmen meist mit denen in der JÜDISCHE ALLGEMEINEN gedruckten überein (wenn es nicht die Massakerkriegs-Krankheit in Israel betrifft). Das liegt am sozialliberalen jüdischen Wesen – ungeachtet religiöser Spezifitäten und orthodoxer jüdischer Lebensvorschriften. Dabei hilft zum Verständnis die geistreiche Bandbreite jüdischen Witzes, jüdischen Humors, und einer Abu Telfan-artigen Lebensbejahung.

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Mir gelten die Zeugnisse des vorchristlichen Juden Hillel zum Verständnis mehr als Talmud und alle späteren Textauslegungen. Was Juden nach Hillel, gegen Hillel bis zu den heutigen Staatsdoktrinen eines Massakerstaates Israels gereichen, halte ich nicht für jüdisch und nicht für lebensdienlich.

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BEISPIEL aktuell: „JÜDISCHE ALLGEMEINE“ vom 23. Oktober 2014, Titel-Kommentar EINSPRUCH“ von Yves Nordmann: „Wem nützt Sterbehilfe?“

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Nordmann ist Kinderarzt in Basel, meint: „gewerbliche Rechtsstellung für Sterbehilfe in Deutschland per Gesetz herbeizuführen, sei aus moralischen Gründen abzulehnen“.

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Sollen Ärzte Patienten beim Suizid unterstützen dürfen? Aus jüdischer Sicht ist eine Legalisierung der medizinisch assistierten Selbsttötung, wie sie gegenwärtig diskutiert wird, strikt abzulehnen. Der Rabbiner, Arzt und Philosoph Maimonides definierte im 12. Jahrhundert den Suizid explizit innerhalb des in der Tora definierten Tötungsverbotes.

Dahinter steht das Grundprinzip, dass der Mensch generell gemäß der jüdischen Tradition seinen Körper als Leihgabe zu betrachten hat. Dieses Konzept steht im Gegensatz zum aktuellen Trend der säkularen Ethik, der Autonomie des Patienten einen immer größeren Stellenwert einzuräumen. Es ist aber ein Irrtum, anzunehmen, dass die Entscheidung, sich selbst umzubringen, nur das Individuum selbst betrifft – und nicht die ganze Gesellschaft.

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem alten und armen Menschen, die sich ohnehin am Rande der Gesellschaft befinden, am häufigsten das „Recht zu sterben“ zugebilligt beziehungsweise nahegelegt wird. Der moralische Druck auf diejenigen, die trotz ihrer Leiden und trotz ihrer „kostenverursachenden Wirkung“ weiterleben möchten, würde dann zweifellos steigen.

Wem würde durch eine Legalisierung des ärztlich assistierenden Suizids geholfen? Dem leidenden Individuum, das unsere emotionale Unterstützung benötigt? Oder der Gesellschaft, welche die Probleme der stetig steigenden Gesundheitskosten und der limitierten Ressourcen …sich dabei „unbequemen“ Patienten entledigen könnte.

Aus jüdischer Sicht dürfen fundamentale Prinzipien wie die Unantastbarkeit und Heiligkeit menschlichen Lebens sowie das biblische Verbot der Tötung und der Selbsttötung nicht aufgehoben werden …“

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Dietmar Moews meint: Ich bin für Selbstbestimmung. Und das Würdepostulat der Präambel des Grundgesetzes reicht aus, dass sich jeder Mensch selbst entscheidet: Hillel – forderte die Lebensdienlichkeit des Wortes. Man könne und dürfe nicht die Tora gegen „Gott“ wenden.

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Etwas völlig anderes ist, dass informelles Individualschicksal zum staatlich geschriebenen Gesetz erhoben und durch Kontrolle in das Ureigenste hinein aufgewühlt werden soll.

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Natürlich kann Maimonides das Tötungsverbot extrapolieren – aber nicht gegen den älteren Hillel. Maimonides ist nicht biblisch, sondern mittelalterlich. Und das Argument scheint ja sehr gummiartig zu gelten, solange der Massakerstaat Kinder tötet. Denn Selbsttötung gemäß Tötungsverbot wird gewissermaßen hingebeugt, indem das Tötungsverbot ignoriert wird.

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Man macht mit der gesetzlichen Sterbehilfe Druck auf die an sich schon am Rande lebenden Kranken und Alten, die leben wollen und keine „Sterbehilfe-Verweigerer“ werden möchten. Denn man macht sofort die gesellschaftliche Geldabrechnung für pflegebedürftiges „Restleben ohne Sterbehilfe“.

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Ich stimme Herrn Nordmann final – nicht seinem nichtbiblischen Maimonides-Diktum – ausdrücklich zu und lehne ein Sterbehilfegesetz ab.

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Es gilt für alle die Weisheit: Ein Geheimnis kennt niemand.

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