Martin Muehle TURANDOTS leuchtender Genie-Tenor in Köln Oper

Oktober 22, 2018

Lichtgeschwindigkeit 8607

am Dienstag, 23. Oktober 2018

.

.

Am Sonntag, 21. Oktober 2018, besuchte ich eine besondere OPERN-AUFFÜHRUNG der KÖLN OPER.

.

KÖLN OPER ist derzeit ein Synonym für einen der zahlreichen Bau-Skandale, nicht nur beim BER-Flugzeugtreffen in Schönefeld, nicht nur beim Kölner Stadtarchiv (eigentlich einer absurden Köln-U-Bahn-Linie) – sondern KÖLN OPER spielt derzeit in verschiedenen Ersatz-Hallen auf der Deutzer Rheinseite, in unmittelbarer Nähe der Koelnmesse und von RTL.

.

TURANDOT – war das Werk des genialen Italieners Giacomo Puccini (1868-1924).

.

Puccini konnte TURANDOT nicht ganz vollenden. Nachkompositeure haben auf die von Puccini geschaffenen drei Teile einen Finalsatz angefügt, der sich in ein Aufleuchten des bemerkenswerten NESSUN DORMA, der großen Arie des Hauptdarstellers CALAF, als Tenor, zum CHOR und Orchester eines Großauflaufs als FINALE gipfelt.

.

Das damals bereits als gleichnamiges Theaterstück von dem italienischen Dichter Carlo Gozzi bekannte Werk wurde von Giuseppe Adami und Renato Simoni zum Opernlibretto ausgearbeitet. Puccini hat TURANDOT phrasiert und dramatisiert – in seiner meisterlichen Opern-Kunst auskomponiert.

.

TURANDOT – die Oper von Puccini – ist ein Geschenk für die Künstler. Die Regisseurin hat naturdramatischen Stoff, Solisten und Chöre sind glanzvoll beschäftigt, ein Orchester, hier eine Opernbesetzung des Kölner Gürzenich, wie auch der Kondukteur und die Korepetitoren und Supervisoren während des Durchlaufs …alle können dankbar sein.

.

Die Regisseurin Lydia Steier hat eine Sternstunde herausgezaubert. Der Kondukteur Claude Schnitzler hat, gemeinsam mit dem ferngesteuerten Mischpult, ein perfektes Orchester spielen lassen. (Ich habe im gesamten TURANDOT nur ein, zwei nicht ganz gelungene Einzelnoten gehört).

.

All diesen am 21. Oktober 2018 in Köln-Deutz begeisterten Ensemblemitgliedern muss hier eine außergewöhnliche Reprise anerkannt werden. Sie spielten begeistert und sie begeisterten. Man sah keine Schludereien, ja – alle spielten, als habe man ihnen eine Schuß Koks ins Mineralwasser gemischt, sehr wach und sehr filigran und präzise. Da wurde wirklich meisterlich regiert und ausgeführt. BRAVO.

.

Das stets vorlaut dazwischenklatschende Kölner Publikum hat eigene Rechte – man zahlt 100 Euro, dann darf man das – naja.

.

Ich will aber den TENOR MARTIN MUEHLE feiern, der hier den KALAF gab.

.

Noch kurz vorher:

.

Turandot, das Mädchen aus Turan, ist die Prinzessin in einer Erzählung aus der orientalischen Sammlung Tausendund ein Tag, die jeden Freier köpfen lässt, der ihre Rätsel nicht lösen kann. Eine weitere, wesentlich ältere Quelle des Stoffs ist das Werk Die sieben Schönheiten (dort ist es die russische Prinzessin) des persischen Dichters NEZAMI. Und schon geht es  vor den Mauern der Kaiserstadt los: Ein Mandarin verkündet dem Volke: „Prinzessin Turandot wird den ersten fürstlichen Brautwerber heiraten, der ihre drei Rätsel löst. Löst er diese nicht, wird er geköpft.“ (Und die hemmungslos postmoderne Ausstattung (nennen wir es die wandelbaren Bühnenbilder – war sympathisch, weil sie nichts vormachte, nicht tümelte und keine Kinderei des Märchenhaften aufbließ, sondern eigentlich immer auch eine freundliche Ironie abwarf:

.

Und mein Stern des Tages, Martin Muehle als CALAF, war also der letzte Bewerber der Prinzessin Turandot, der sein Leben mutwillig einsetzen wollte, die drei Rätsel aber löste und richtig antwortete, zuerst „Hoffnung“, danach „Blut“, dazu „Turandot“; aber die Aufgeblasene wollte nicht küssen. So er anschließend dann noch selbst Frage-Umstände machte (sie sollte seinen Namen raten können, bis über Nacht der Morgen dämmere) – damit es nach der PAUSE noch weitergehen musste. Schließlich hatte TURANDOT den SALAT, also den CALAF, so sein Name, nicht herausgekriegt, alle haderten, das hetzerische Volk stimmte ins heroische Chorfinale, man sang umarmt (er hatte extra seinen Bleck-Brustpanzer angelegt), zweistimmig, und dann wars aus, der Jubel groß.

.

.

Dietmar Moews meint: Nachdem die ersten gediegenen Klänge die größten Sorgen weggeblasen hatten des geduldigen Zuschauers, erschienen Figuren, ein ausgezeichneter gutgelaunter Baß, eine etwas Quetschhalsige, je perfekte Anschlüsse und Stellungsentwicklungen, bis dann die Protagonisten in der Handlung verständlich wurden (es gab diverse Ersatzbesetzungen, die nur ein Student sofort identifizieren kann). Alle Solisten sangen besonders gut. Die Damen hatten nicht ganz weiche Lautstärke, aber nicht die vollste Stimmschönheit für mein Herz und meine Ohren. Die drei Richter, Tick, Trick und Track, konnten mit Wenig, aber künstlerischer Macht, jeweils ihr einnehmendes „Kammerspiel“ im Bühnenvordergrund, wie auf Knopfdruck hineinspielen und wunderbar singen.

.

Aber jetzt:

.

Es kam ein TENOR – ich war hingerissen – nachträglich fand ich dann im Internetz, dass es der 1969 geborene, in Montevideo/Uruguay und Lübeck/Deutschland ausgebildete brasilianisch-deutsche, Martin Muehle war (der in Brasilien und an ersten deutschen Opernhäusern singt und spielt).

.

Dieser TENOR war der CALAF des PUCCINI in der weltberühmten Oper, die in dieser postmodernen Fassung TURANDOT, eines blödsinnigen Librettos eines Dichters, der nicht als Denker bekannt ist, aber in der Originalsprache, in italienischer Sprache, aufgeführt wurde, was den Höchstgenuss ermöglichte.

.

MARTIN MUEHLE sang wundervoll – und ich vergleiche ihn mit der Kunst des Luciani Pavarotti.

.

Das muss man hören. Das muss man gehört haben. Dieser Sänger wird noch weltberühmt gemacht werden, wenn sich nur ein kongenialer Agent findet, der MARTIN MUEHLE mit den führenden Konduktoren, Solisten und Intendanten bzw. Verlagen und den Werbetextern und Stiftungs-Vorständen der USA zusammenbringt. Man muss ihn in internationale Fernseh-Oper-Präsentationen bringen – Pavarotti ist tot. Es gibt heute keinen besseren zu hören als Martin Muehle.

.

Muehles Überlegenheit, seine Reserven, Stimmschönheit, laut und leise, perfekt gestützt, selbst wenn die Ungeschicklichkeit der Regie MUEHLE die NESSUN DORMA, die große ARIE, im Sitzen vortragen lässt. Und als endlich das Morgengrauen angesungen wurde, versagte die Lichtgregie, eine Morgendämmerung einzuspielen.

.

.

Das war unerhört begeisternd. Man müsste Martin Muehle an den besten Häusern der Opernwelt die höchsten Gagen anbieten – denn – er ist unteilbar, nicht alle können ihn bekommen. Der Schritt von Kassel nach Bonn, nach Köln hat die Herausforderung für die westliche Kulturindustrie zugespitzt:

.

Wird man fähig sein, diesen Mann so rauszubringen, wie es die größten Opern verdienen, die ihren Weg täglich neu bahnen müssen, was ja nur mit grandiosen Sängern, Diven und Divanen möglich ist.

.

.

FINE E COMPATTO

.

WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

 

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

.

gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

.

hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

.

Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

.

WARNUNG: recommended posts

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

Advertisements