Rolling Stones NO FILTER am 26. September 2021 in St. Louis

Oktober 1, 2021

Lichtgeschwindigkeit 10307

am Sonnabend, den 2. Oktober 2021

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Rolling Stones NO FILTER am 26. September 2021 in St. Louis - featured image

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Von der Corona-Pandemie unterbrochen, wurde die „NO FILTER“ genannte, bereits ausverkaufte Konzertreihe in den USA, mit dem Neustart am 26. September 2021 in St. Louis von den heutigen Rolling Stones, massenkonzertant zum Besten gegeben.

Ich möchte eine kurze Abhandlung des kulturellen Rolling-Stones-Geschehens seit Beginn, anfang der 1960er Jahre, bis zur heutigen Pop-Freizeitunterhaltung im Corona-Jahr 2021 aufzeigen, quasi von Beatles-Mania zu Selfie-Masseneinsatz:

Ich möchte eine Videokonserve, die derzeit bei Youtube frei zugänglich ist nach vorne stellen, damit für jüngere Menschen eine Idee der damaligen Jugendkultur entzündet werden kann. Der geistige Prozess lässt sich nicht einfach als Lustorientierung, Wohlstand, Musikliebe, Kulturindustrie, Abwechslungsbedarf, Traditionszwänge, historisches Genieaufblitzen, soziale Lähmung durch Not, soziale Dynamisierung durch Not und so weiter, wie eben das Soziale soziologisch verstanden werden kann, zwischen Tradition, Veränderlichkeiten und Abhängigkeiten und Katastrophen bzw. zureichend erklären oder entschlüsseln.

In jenen 1960er Jahren, als es nach dem Zweiten Weltkrieg erstmalig „Taschengeld von Eltern für ihre Kinder“ und Jugendkonsum sowie Radio und Fernseh-Übertragungen internationaler kommunikativer Lebensformen aufkamen und industriellen Anschluss fanden, entstand eine schließlich weltweite Beatles-Mania.

Hierzu in Irland 1964 ein sw-Konzertmitschnitt. Meine Anregung soll dokumentieren, was mal war – als eine anfangs sehr beschränkte Welt sichtbar anders tickte und mit High-Tech-Waffen fernfuchtelnde Mörderkriege führte und eine Love-and-Peace-Jugend darauf konsumistisch revoltierte.

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Diese Welt bestand aus der zur Hochkultur strebende und disponierte Nachwuchselite von individuell begabten, die sich ausgefallener amerikanischer Volksmusik, Jazz und Blues mit enormer Neugierde zuwandten, die selbst amateuristisch Bands bildeten und spielten. Dazu kamen dann sehr bald ganz individuelle Musikalienhändler, wie Brian Epstein für die Beatles in Liverpool und Andrew Loog Oldham für die Rolling Stones, die in die Schlager- und Unterhaltungsmusik-Branche zielten, während die etablierte Musikindustrie, deren Verlage und Impressarios diese neue Jugendmusik BEAT kulturindustriell blockierten und ablehnten. Aus der Schmuddelecke herausgebracht, erreichten die Beatles, neben anderen wie Searchers, Hollies, Swinging Blue Jeans, Dave Clark Five, Manfred Mann, The Rolling Stones eine nie dagewesene Beliebtheit und Zulauf bei deren Auftritten in kleineren Tanzsälen von London und den englischen Städten.

Es entstanden plötzlich durch das Sonderstyling der Beatles mit Schlips und Kragen statt Lederjacken und den Pilzkopf-Haartrachten, vier niedliche „Teletubbies“, die vollkommen gleich aufgemacht waren, eigene Lieder akkurat und emphatisch spielen konnten und außerdem freundlich und witzig waren. 1963/1964 gelang der Durchbruch ins internationale Massenmediengeschäft, also Schallplattenverkauf, Radiosendeminuten, Fernsehpräsentationen, Konzerttourneen, große neuartige Pressestrategien der Beatles in den USA. Als das Geschäft anlief, die Industrie natürlich mitmachte, sprangen die Kommerzmedien auf und es folgte die Beatles-Mania.

Mit den Rolling Stones war in London eine äußerst individuelle intelligente Musikantenszene, mit Mick Jagger, Keith Richards und Brian Jones und dem Beatles-Untermanager Andrew Loog Oldham hervorgetreten, deren enorme Kraft in der Art Stücke von Jimmy Reed nachzuspielen. Diese Rolling Stones wurden allgemein und in der Bandszene Engkands hoch anerkannt, ohne dass dabei die Beatles als Maßstab galten. Dann zog der Manager Oldham die Idee „Beatles good guys“, „Stones bad guys“ auf. Als die Stones 1965 nach Deutschland kamen, kündigte BILD an: „Die Hunnen kommen“. Sie traten in der Berliner Nazi-Waldbühne als Freiluft-Konzert auf und spielten nur knapp 25 Minuten (sie waren nach Berlin gekommen, um 25 Minuten lang in Straßenklamotten und mit ungewöhnlich langen Haaren zu spielen! wer das glaubt, wird selig). Das Stones-Management hat dafür gesorgt, dass mit nur 25 Minuten Stonesgespiele Enttäuschung und Zorn der jungen Konzertbesucher entzündet wurde: Das anschließende Zerschlagen der Möbel der Waldbühne konnte ziemlich sicher von wenigen Agents Provocateurs begonnen und dann in eine Massenwut münden. (So glaube ich, dass die unten eingelinkte Videoaufnahme der Stones von 1965 in Irland ebenfalls Inszenierungen waren). – Die Leute, die die Bühne stürmten waren quasi Mitwirkende des Stones-Managements – vermute ich heute; man sieht, dass eigentlich nichts Wertvolles demoliert wird, die Instrumente blieben heil und kaum Verletzungen passierten. Hört man genau hin, wird erkennbar, dass die angebliche Live-Aufnahme nachträglich bearbeitet worden ist: Während Keith Richards beim letzten Sück „I’m Alright“ fleißig sein Lick spielt, spielt Brian Jones dazu die durchgängig hörbare Rhythmusgitarre, zu sehen ist aber streckenweise, wie er Tamburin schlägt und nicht die Gitarre. (Ich habe von dieser Session eine EP-Schallplatte „Got life if you want it“ – da variiert auch Jaggers Stimme geringfügig). Und wir sehen, wie der sensationelle Schlagzeuger Charlie Watts für die noch ohne Monitore und mieser PA auftretenden Stones eine wallende Beatmusik machen konnte, die nicht im Nachspielen ihrer Schallplatten, sondern als NEUTÖNER die Freizeitwelt aufmischten.

Die Rolling Stones haben also der Kulturindustrie und den Massenmedien reizendes Skandal-Medien-Futter „geschenkt“, was mit der Musik wenig zu tun hatte, auch die Musiker jahrelang zu pausenlosen Schwerarbeitern machte, die dann außerdem noch um Millionen gebracht wurden: The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks – sie konnten mit Steuerschulden übrigbleiben, wenn sie sich nicht selbst organisierten. Was dann bei allen im zweiten Anlauf der 1970er Jahre erfolgte.

Dreißig Jahre weiter war die gesamte Beatles-Mania so weitreichend Allgemeingut geworden, dass die folgende Massenbeglückung nicht wundert – aber diese Fußballfans gröhlten bereits 1964 fröhlich und unerschrocken „She loves You“, einem der ersten weltberühmten Beatleslieder, die wirklich musikalisch viel herausfordern, Liverpool:

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Als die Musikindustrie nunmehr selbst „Beatbands“ zusammenstellte und im Massenmedien-Mix vermarktete, wie „The Monkees“, Schauspieler die nicht mal mit den Instrumenten glaubhaft Karaoke machen konnten, wandelten die ursprünglich originellen Beatbands sich von der affirmativen Wiederholung der Charts-Verkaufserfolge ab und begannen mit Weiterentwicklungen der ursprünglichen Combo-Musik in komplizierte Stücke mit Hilfe von Playback, Multiplay und elektronischen Klangtechniken. Ergebnis war, dass die Bands ihre eigenen Studioaufnahmen nicht mehr auf der Live-Bühne bringen konnten. THE BEATLES lösten sich auf (auch, weil das lärmende Publikum in den Freiluftstadien jede Verstärkeranlage so übertönten, dass die Musiker sich nicht mehr gegenseitig hören konnten, allenfalls sehen. Die Rolling Stones mussten also vom Management betrogene Steuerschuldner von London nach Frankreich emigrieren, gründeten eine eigene Plattenfirma „Rolling Stones Records“, wechselten von DECCA zu Warners, EMI, Sony, wendeten sich den neuesten Popmusiken zu, ob Flower Power, Reggae oder Disco, beschäftigten Gastinstrumentalisten und erfolgreiche Produzenten, wechselten weiter die Majorkompanies, bis sie inzwischen vollkommen im Mainstream kulturindustriell vernetzt sind.

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Die never-ending Stones-Welttournee (die in Wahrheit mehrfach jahrzehntelang unterbrochen war) war auch davon geprägt, dass wichtige Bandmitglieder ausschieden und effektvoll ersetzt wurden. Brian Jones, der Stonesgründer und Kommunarde von Jagger und Richards, der immerfort mit neuen Klängen, Instrumenten und Neuigkeiten erregt war, trat meist als gelangweilter Rhythmusgitarrist mit auf. Während Keith Richards fleißig die schwierige Gitarrenarbeit machen musste und mitzusingen hatte, spielte Brian Jones mal virtuos Slide-Guitar, Mundharmonika, Flöten oder Zimbeln. Anfangs sang er auch mit. Auch Bassspieler Bill Wyman sang Harmonien und Background. Und der Stones-Pianist Ian Stewart spielte in Studiosessions und wurde quasi Roadie der Band. Mit dem bewährten Alleskönner Chuck Leavell, Mitsänger, Klavieristen so Nicky Hopkins, Sänger Bernhard Fowler und dem Saxophonist Bobby Keys wurden von den Stones laufend geniale Instrumentalisten der Liveband integriert, während Jagger sich als hervorragender Stones-Lyrizist entfaltete und als Jagger/Richards die äußerst rhythmische Stonesmusik als Zeitzeichen am Rande der täglich neuen industriellen Popmusik immer weiter etablieren konnten.

Ende der 1960er Jahre gingen all diese Beatbands in Kostümshows über, Blümchen, Rüschen, Glitter, Kopftücher, Hüte, reizvolle Lichtspiele, größere Hallen und Stadien, Skandalnotizen, unverschämte Selbstsignaturen. Die Musiker wie der brillante Gitarrist Mick Taylor, sein Nachfolger Ron Wood, der 1993 ausscheidende Bassspieler Bill Wyman mit dem amerikanischen Jazzbass-Virtuosen Derryl Jones als Sessionspieler spielte fortan auf den Stones-Tourneen und Studioaufnahmen. Während Bob Dylan seine handgemachten Ideen ausarbeitete, brachten andere Bands Dylan-Material aufgepusht in die Hitlisten, kamen Leute wie David Bowie auf immer ausgereiztere Aufmachungen – musikalisch waren diese Darbietungen immer, meist auf Tanzbarkeit fürs Publikum gedacht. Mit der Beatles-Mania hatte das nach etwa 1967 bis 1971 mit Jimi Hendrix dann nur noch vom Combo-Prinzip her ästhetische Verbindung.

Nimmt man nun die NO FILTER genannte Konzertreihe der CORONA-Stones 2021, wäre es banalisierend anzunehmen, wir hätten hier jetzt eine ästhetische Entwicklung, ausgehend von den Musikern und den Bandspielern, quasi eine Tradition aus der 1960er Beatmusik zu einer 2021er Rhythm&Blues-Ausfaltung, die auch als technologisch hochperfektionierte Live-Shows hundertausendfach an den Kassen verkauft werden: Das Publikum will das.

Das Publikum will die Stones-Selbstcover-Band mit den „best of“-songs, möglichst mit allen Finessen der Studioproduktionen pseudo-live hingetrickst.

Schaut man sich das heutige Stonespublikum an, so sind das keineswegs diejenigen ebenfalls mitgealterten Leute von 1965 , nein, die sicher nicht mehr. Es sind vielmehr diejenigen, die anfangs die langen Haare ablehnten, dann aber plötzlich 1975 ohrenbedeckende Haare als Männer lang trugen, und heute mit Haarausfall oder Grauweiß geworden mit Kindern und Engeln so tun, als hätten sie die guten alten Zeiten miterlebt.

Dem Absatz und der Marktwirtschaft ist es egal, wer die Preise zahlt. Und die Marktforschung weiß genau, welche Songs aus dem Stones-Songbook verlangt sind, wenn die Smartphones glühen und die Selfies starten..

Wer die Youtube-Mitschnitte vom Stones-Konzert vom 26. September 2021 durchhört, ist Zeuge, wie sich die Rolling Stones von heute bemühen, den Konsumenten zu geben, was die bezahlt haben. Dabei ist der zuletzt wegen Krankheit ausgeschiedene und nun auch 80-jährig gestorbene Charlie Watts von einem hervorragenden Schlagzeuger, Steve Jordan, vertreten worden. Und dazu, dass der Tour-Neustart nicht von Charlie Watts herkam, sondern von Corona und der unbeherrschten Seuche – das Publikum von St. Louis trug nicht Masken und hielt Abstände nicht ein. Kein Jagger sprach ein ernstes Wort hierzu als Vorsichtswarnung. Nun sind wir gespannt: Ob hier Infektionsketten starten?

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Dietmar Moews meint: Die Kunst ist frei, so weit der Markt zahlt und konsumiert, was angeboten wird.

Am 26. September spielten sie tatsächlich „Living in a Ghost town“ – und zwar sehr beachtlich und hörenswert schlicht und es saß.

Die Stones haben erheblich geprobt, mit einem Charlie-Watts-Ersatz durchzukommen, während es zugleich doch auch ein irritierendes Musikgefühl ist, wenn nicht mehr Watts/Wyman als Stonesgerüst trägt, sondern zwei überaus fähige, Derryl Jones, Bass und Steve Jordan, Drums, nunmehr als Stones-Cover-Musikanten dabei sind. Während am 26. sowohl Richards wie auch – wie noch nie so schlecht – Ron Wood in wirklicher Trauerirritation dastanden und krank wirkten.

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Rolling Stones NO FILTER am 26. September 2021 in St. Louis - featured image

Dietmar Moews und Professor Alphons Silbermann in Köln 1999

Kurz, was sich nun bot, wird sicher im Laufe der weiteren NO FILTER-Konzerte noch besser zusammenkommen. Aber zum Musizieren kamen diese Stones beim Neustart eigentlich nicht. Und es lag aber an den Stones selbst, die sich als Jagger/Richards/Wood in aufwendige, wunderbar abgestimmte Bühnen-Kostümierungen hinstellten – während alle Cover-Stones schwarze Kleider trugen – aber sie waren zusammen überhaupt nicht beschwingt. Während Mick Jagger hervorragend bei Stimme ist. Die Musik kam dann von den Saxophonisten, dem Miss-You-Basssolo von Derryl Jones und einige Kurzeinlagen von Steve Jordan. Und mit Jones/Jordan auf Mitsingen von „You cant always get what you want“ oder Keith Richards gesungenen „Slipping away“ und „Happy“ – na ja, kann es nicht gehen.

Auch wenn Steve Jordan mit „Sympathy for the Devil“, „Jumping Jack flash“, „Honky Tonk Women“ oder „Satisfaction“ und auch „Gimme Shelter“ ganz hervorragenden Druck brachte, waren da zu viele Konfektionsstücke, die fast auseinander fielen – „Paint it black“, „Street fighting man“ (am 30. in Charlotte war es hervorragend), „Midnight Rambler“, „Only Rockn Roll“ – genug. Sei es, dass Keith Richards nicht mehr motiviert ist, ausreichend Gitarre zu üben, oder, dass er eben nicht mehr kann – weiß der Geier: Von freundschaftlichen Duetten der beiden Zigeuner Richards+Wood kann nicht mehr die Rede sein.

Das war jetzt Rolling Stones, wie es den Stones selbst nicht gefallen haben kann, hört man nur die begeisternden Millionenkonzerte in Rio oder das Havanna Moon auf Cuba vergleichsweise.

Ich dachte, während ich da „Under my Thumb“, „Midnight Rambler“ oder „Wild Horses“ hörte, hier wurde eine offene Bringschuld ans zahlede Publikum von den Stones freiwillig erbracht. Das ist anständig.

Für zukünftige Projekte ließe sich ein Trick in Gold verwandeln: Man hätte eigentlich nur die beiden „Stones-Cover-Sessionisten“ Jordan und Jones zu fragen brauchen: Welche Stücke aus dem Stones-Songbook sie gerne mitspielen würden?

Das könnte für sie alle inspirierend werden – auch mit 80 +: EAZY SLEAZY und wirklich sehr guter Groove beim Fadeout bei der Erstaufführung von dem etwas armen „Troubles a Comin“:

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Beat als Beatmusik der Beatlesmania 5-4-3-2-1

Januar 19, 2018
Lichtgeschwindigkeit 7874

Vom Samstag, 20. Januar 2018

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Für den Musiker und Musikmensch sind sogar die Pausen Musik. Oder wie es John Lennon mal mit ausgestreckten Armen so hinfühlte und sagte: Alles ist Rhythmus, überall ist Rhythmus. Zwischenspiel, Solo, Brücken? – Come on now.

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Mal sind es Klänge oder Klangstimmung. Mal ist es perkussiv. Mal sind es Tonintervalle oder Motive, aber auch Melodien. Aber auch kompositorische Gesamtbögen und Cluster. Bei der Chacarera ist es der synkopische Schweinsgalopp. Oft ist es eine Kleinigkeit, die den inneren Fähigkeiten eine Sonorität nahelegen. Wenn man sie unterdrücken will, spürt man wie stark sie im somatischen Grund herrschen können. Aber man kann sie austricksen. Man kann einen Ohrwurm überspielen. Wenn mir das Arpeggio von THE HOUSE OF THE RISING SUN tagelang das Nervensystem belastet, kann ich mit „THE MAN I LOVE“ und den schwierigeren Akkordveränderungen durch diese ganz andere Melodie meine Musikimagination umstimmen. Stunden Später kommt wieder ERIC BURDON hoch: „there is…“

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Beatmusik war immer ganz einfach und schrill, am besten laut und Echohall. Dabei hatte man 1963 eher selten die Gelegenheit, laut Radio oder Platten zu hören. Das flache Klangspektrum kleiner Transistor-Batterie-Empfänger wurde zur ästhetischen Maßgabe des BEAT. Meist war es Viervierteltakt, oft auch Dreiviertel. Außer den Beatles brachte die frühe Beatmusik kaum Taktwechsel. (Mit „She loves you“ und „I want to hold your hand“ hatten die Beatles gleich mal die Maßstäbe versaut). Sehr große Welthits waren oft ganz banal amerikanischer Geschwindmarsch 4/4, wie „I can’t get no Satisfaction“.

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Wenn eine solche Combobesetzung, Stimmen, Rhythmusgitarre, Melodiegitarre, Bassgitarre, Schlagzeug, erklang, war das zunächst Schlagermusik mit Brüllgesang (shout), Big Band-Schlagzeug und Crashbecken. In den Studioaufnahmen waren später oft Harmonien von Keyboard oder Streichorchester untergelegt. Dünne Stimmen wurden verdoppelt. Teilweise wurden sie Gesangsgruppen genannt: Beatles, Searchers, Hollies – da waren die Amerikaner Don und Phil Everly die Vorbilder des gleichwertigen Kontrapunktgesanges. Nur zaghaft kamen neue Elemente hinzu. Mundharmonika aus der Alpenfolklore wie vom Blues, Hawaiigitarre zur Ry Cooder-Bottlenecktechnik, irgendwann Blechbläser des Bebop und virtuose Solisten. Ohne besondere Vokalisten ging es gar nicht. Selbst Janis Joplin, später, wurde nicht durch Mobbing und kleine Titten berühmt, sondern wegen ihres gefühligen Stimmangriffes auf die Ohren.

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Jugend musiziert, Buben stehen da vorne, Mädels mit toupierten Frisuren und schwarzen Charles Aznavour-Rollkragenpullovern schauen und schunkeln dazu – Cola war schon Partyzeichen. Marsch, Skiffle, Baladen, Walzer, Combo wie Friedel Hensch und die Zypries, Buddy Holly and the Crickets oder Bill Haley and the Comets. Elvis the Pelvis hatte ebenfalls zunächst eine Combo, noch mit akustischem Stehbass. Als es elektrisch wurde, hauten die Schlagzeuger aus den Armen heraus, mit dickeren Knüppeln in Fäusten. Schlaghosen (mit Kellerfalte).

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Zur Beatzeit war eine Beatband – ganz anders als die Platten oder eine Tanzcombo -, nämlich viel lauter als Alles, was man von Radio oder Plattenspieler kannte.

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Große Stereoboxen kamen viel später, als BEAT längst vorbei war. RARE BIRD war nicht schlecht, DEEP PURPLE in ROCK, wahnsinnig,  KING CRIMSON, JETHRO TULL genial, PINK FLOYD kam langsam aus der Ecke, HENDRIX EXPERIENCE war der Neustart ins Bombastische, die Grenze von echt und unecht war erreicht.

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Ich habe hier jetzt ganz typische tolle Beatstücke – von The Moody Blues, von Manfred Mann, von The Searchers und von The Kinks. Das ist aus der Anfangszeit der Combo-Ästhetik, 1964, mal mehr von den Everly Brothers gesanglich angefixt, mal mehr ein Sänger als Frontmann. „We had no drummer, we didn’t need a drummer. We had our coordinated movements“, sagte Ray Davies.

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The Moody Blues aus Birmingham mit Ray Thomas, Flöte, Mike Pinder, Klavier, Denny Laine, Gitarre, Gesang, Graeme Edge, Schlagzeug, und Clint Warwick, Bass, „It’s easy child“ aus dem Managementpaket von dem Liverpooler Beatlesmanager Brian Epstein. Es singt der Gitarrist Denny Laine, der später auch mit Paul McCartneys The Wings sang und spielte. Der Stones Manager Andrew Loog Oldham war Lehrling bei Epstein.

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https://www.youtube.com/watch?v=x6fZuDytgnw

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Manfred Mann aus London bzw. Johannesburg, Klaus Voormann aus Hamburg spielte Bass (später auch John Lennon Plastic Ono Band).

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https://www.youtube.com/watch?v=7GBn7Ere5Hc

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Hier, bei der Band des südafrikanischen Immigrantenkind Manfred in London, genannt Manfred Mann, war es der herausragende Vokalist Paul Jones. Später dann, bei vielen Manfred Mann-Hits sang Mike D’Abo. Manfred war der jazzbezogene Keyboarder und Arrangeur, dazu Mike Hugg, Schlagzeug, Klaus Voormann, Bass, Tom McGuiness, Gitarre – (diese waren „Manfred Mann Chapter I bzw. II“)

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The Searchers waren neben Beatles und The Swinging Blue Jeans, aus Liverpool, The Hollies (auf Buddy Holly bezogen) aus Manchester, The Dave Clark Five und The Yardbirds, in London, 1962 bis 1964 „the coming thing“, die die britischen Charts erreichten, entgegen den Major-Companies. The Rolling Stones, The Animals, The Pretty Things, The Kinks – je nach dem, wer einen Power-Hit hatte, sahnte die Beachtung und die Sendezeiten ab, Mindbenders, Rory Storm and the Hurricans oder Merseybeat von Gerry and the Pacemakers aus Liverpool schafften es nicht wirklich. Erst dann kamen US-Amerikaner, The Beach Boys, The Byrds, viele Retortenproduktionen der „WRECKING CREW“ aus Los Angeles, irgendwann auch Bob Dylan als Band, Neil Young als Buffalo Springfield. Immer Combo-Besetzung mit entweder herausragender Vielstimmigkeit oder herausragender Solostimme. Inzwischen sind viele den irdischen Gang vorausgegangen, dem wir alle bald folgen (die verspätete EQUALS und Eddy Grant sangen 1968 reine Beatmusik, ohne Zwischenstück oder Solo: „I won’t be there, caus you’ve been gone“).

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Die Liverpooler The Searchers, Mike Pender Gitarre Gesang, Chris Curtis Schlagzeug Gesang, Frank Allen Bassgitarre Gesang, John McNally Gitarre Gesang, (spielten bereits auf den legendären Fender- und Gibson-Gitarren, teils auf Burns) brachten eine unglaubliche Perlenkette von Stücken – das reichte von Twist and Shout (das alle spielten wie auch die Chuck Berry-Hammer) bis „He’s got no love“, das ich immer in einer Frittenbude drückte, weil es sonst nirgends zu hören war. „When you Walk in the Room sei besser als Needles and Pins meint der Searchers-Bass-Gitarrist Frank Allen. Saturday night out war auf der deutschen PYE-Single die B-Seite von NEEDLES AND PINS.

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https://www.youtube.com/watch?v=KdPac5BY2lo

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The Kinks – von North of London, Muswell Hill. Man findet Konk-Studio heute noch in den alten Räumen Tottenham Lane. Unglaubliche künstlerische Expression mit Mick Avory, Drums, Ray, Fender und Dave Davies, Gretsch, Gitarren und Gesang und Peter Quaife mit Gibson-Bass und Gesang. COME ON NOW ist das früheste Stück vom 17-jährigen Dave Davies, der hier seine unverwechselbare Stimme erstmalig zu Markte trug.

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https://www.youtube.com/watch?v=klZZ4izbrQs

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Wer die BEATMUSIK kennen will, muss sich in diese Auswahl eingehört haben. BEAT wird heute nirgends im Radio aufgeführt – es ist ein Skandal (weil die Redakteure einige Jahre zu jung sind).

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Man kann den ästhetischen Bogen von THEM zum späteren VAN MORRISON als Beispiel nehmen, um das urwüchsige des BEATMUSIK-Wollens und -Könnens zum Alles zerfressenden Verlags- und Managementwesens in der Beatlemania, diese an sich neue Musik, zu fühlen – dass es ein furchtbarer Kampf für diese amateuristischen genialen BEATMUSIKER, hauptsächlich in London, war. Es entstanden sofort auch RETORTEN-Projekte und unbegrenzte Verlagsschiebereien: Larry Page, der Manager und Verleger der KINKS brachte DANDY mit HERMANS HERMITS in USA raus, es lief im Radio, bevor die KINKS, die dort auf Tour gingen, ihr ORIGINAL-DANDY in den Katalogen und Plattenläden hatten. Ähnlich ging es den KINKS mit Camouflage-Combos THE WHO und THE TROGGS, wo zunächst mächtig zur Benachteiligung der KINKS manipuliert wurde. Immerhin wurde dann THE WHO zu einem wirklich großen Projekt: SUBSTITUDE – heißt der scheinheilige Supersong.

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GO NOW – Gerechtigkeit kultureller AUSFALTUNGEN als profitorganisierte Musik

Januar 8, 2018
Lichtgeschwindigkeit 7847

Vom Dienstag, 9. Januar 2018

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Alle Menschen leben musikalisch. Alle Menschen leben mit Musik. Das reicht von allen möglichen sozio-kulturellen Nebennutzungen von musikalischen, von rhythmusstimulierbaren, bis hin zu weitgehend unmusikalischen Menschen – denn Musik ist fast immer dabei.

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https://www.youtube.com/watch?v=SN2fOgfFnDo

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MUSIK – dahin betrachtet, wie sie entsteht, wie Musik produziert wird, wie von Alltagsgeräuschen zum Nachtigal-Gesang, von rhythmischen Nebeneffekten der Arbeit bis zum quietschenden Bett bei Begattungsversuchen, von Melodieschöpfungen hin zu Klangorganisation, Stimmgesängen, Chorgejubel und Paukenschlag von Ehren- und Salutkanonen, all den wunderbaren Musikinstrumenten und all den tapferen begabten Menschen, die durch die Anfängerdisziplin und Übungsschmerzen hindurch es schaffen, Musik zu machen – wenn es hoch kommt meisterlich komponieren, genial zu arrangieren, übermenschlich ein Instrument zum Klingen zu bringen vermögen.

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Und dann ist da – vom blöde grinsenden Untermenschen bis zu all denen, die verstehen und wertschätzen, wenn sich Menschen über die Natur hinausgearbeitet haben und Vorspielen – das heterogene, also ganz unterschiedlich empfangsfähig, kennerhaft, professionell und emphatisch-mimetisch das kollektive Musikkonsumerlebnis als soziale Notwendigkeit schätzen und dafür politisch eintreten (dass der Staat Hochmusik-Betrieb aufrecht zu erhalten sucht).

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Bei den materiellen und ökonomischen Bedingungen für diese plurale musikalische Lebensweise wurde ein weitreichend, tief durchgreifendes Organisationsprinzip etabliert:

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DIE KULTURINDUSTRIE.

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Die Kulturindustrie ist die organisierte Musikbetrieberzeugung, die sich auf Hörer und Konsumentenbedürfnisse wie auf die Musikerlebnisse selbst (Veranstaltungen, Konzertorte, Bühnen, Studios usw.), bei denen die Musikaufführung im Mittelpunkt steht, wo sich die Konsumenten mit den Produzenten begegnen, wie auch der Produzentenseite, die aus vielen wichtigen verschiedenen Rollen besteht, vom Klavierstimmer zum Klaviertransporter, vom Pianisten zum Klavierlehrer, vom allgemeinen Schulunterricht, zu musikalischen Traditionskräften, wie Kirchen-Rituale, Feiermusik, Sexmusik, Militärmusik, Aufregungsmusik bis Einschläferungsmusik.

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Diese heutige KULTURINDUSTRIE ist ökonomisch ein „MATCH-FUND“.

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Informelle private Haushalte finanzieren Volksmusik und Musikschüler. Der Staat ist überdimensional auf Musikorganisation, als teil des Curriculums, von der Ausbildung zur Einübung zur Aufführung etabliert. Aber ein ganz gravierender, geradezu stilprägender bzw. erzwingender Organisiationszweig der Musik ist die profitorientierte MUSIKORGANISATION.

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Da gibt es jetzt ein profitorientiertes Gate-Keeping:

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Was wird vermarktet und bereitgestellt – was wird in Archiven versenkt und „darf“ nicht mehr erklingen?

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Aus musiksoziologischer Sicht ist wesentlich zu Unterscheiden, dass es individuelle MUSIERLEBNISSE gibt (mit dem das Individuum alleine ist). Etwas ganz anderes ist das öffentliche Musikerlebnis, dass die Musikqualität des Musikkonsums durchdringend prägt, schult und geradezu erzwingt, sodass ein Musiker, der was anderes singen möchte, keine Hörerschaft finden kann.

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Z. B. die DLF-Sendereihe „Klassik Pop etcetera“ hat sehr oft enorme Raritäten auf Bereitstellung, doch – es verhallt im musiksozialen OFF. Es kommt nicht wieder – Einzelnachfragen werden nicht öffentlich – Resonanz im Musikologischen kommt nicht zustande.

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Für Nachfragemarkt und Entwicklungstempo, zwischen Musiktraditionen und Innovation bei Breitenkultur, Pop-Kultur und Elitekunst, haben heute die überwiegend staatlich zugeschnittenen Personnages im Musikbetrieb die Macht darüber, wer die Preise bekommt, wer die Professuren bekommt, wer staatliche Publikationshilfen und Auftritte bekommt usw. usf. sodass musikalische Revolutionen, die wirklich von MUSIK ausgelöst werden, fast unmöglich sind.

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Doch wenn sowas mal geschieht – wie die BEATLE MANIA, anfang der 1960er Jahre – folglich das konkrete Musikgeschehen und der Musikbetrieb über den massenhaften Musikgebrauch erobert wird, bis die KULTURINDUSTRIE und all die staatlichen Musikverbreitungsmedien einer solchen Revolution sich annehmen, gibt es NEUES, das zum lebensbejahenden Bestandteil des Alltagslebens und der Sozio-Kultur wird.

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Das heißt – auch wenn NEUES hervorkommt, wird es kaum zur Öffentlichkeit und Erfahrung, sondern verhallt.

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https://www.youtube.com/watch?v=g8Paxl-I7cQ

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Und dann wird es von der KULTURINDUSTRIE erwürgt.

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Wenn NOTHING COMPARES 2 U, als die Pop-Single von Sinead O Connor in den Massenmedien angekommen war, wurde sehr plötzlich, über die PLAY-LISTS der Radio- und Fernsehsender, dieser originelle Popsong gestoppt – ein sogenannter FOLLOWER wurde publiziert, den aber kaum jemand hören wollte – und die junge Sängerin Sinead o Connor war abgeschnitten (es folgten Skandale, Kaprizen und Boulevard-Quatsch, die mit der Prominenz der Sängerin, aber nicht mit ihren künstlerischen Ambitionen „Auflage“ und „Quote“ zu machen versuchten).

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Wer das erlebt und versteht, wird desto begeisterter sein, wenn er sich die BEATLES, ROLLING STONES, KINKS, SEARCHERS, DAVE CLARK FIVE, HOLLIES, MANFRED MANN, SMALL FACES, THE WHO, BEACH BOYS, von 1962 aufwärts anschaut, die in den verrücktesten Zeit alle zwei Wochen einen neuen Power-Hit rausbrachten, die jährlich zwei LP’s (Alben) rausbrachten – die jedesmal erneut mit kleinen Innovationen ankamen und NEU zu sein es fertigbrachten: Lazy sunday afternoon.

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Dietmar Moews meint: Wo sind all die genialen Begabungen der Kohorte, der Louis Armstrong zugehörte – die machten Weltmusik für alle Zukunft. Noch heute wird man das Trompeten von Louis Armstrong saugen und lieben.

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Sind Sie – liebe Benutzerin der LICHTGESCHWINDIGKEIT und lieber Benutzer, schon auf die Liebesbeziehung zwischen Louis Armstrong und Keith Richards gekommen?

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Von Duke Ellington und Charly Parker, Chet Baker und Glenn Gould, Vladimir Horovitz und Daniiel Trifonov, Aretha Franklin und Otis der totis – die Frage:

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Wo sind all die Musiktalente, wie 1960 über Buddy Holly zu Elvis, über Skiffle und Chicago-Blues, von Bebop zu Sixteen Tons, zu Bella Ciao und Lotta Continua, Turn Turn Turn – wo sind diese vielen begabten jungen Leute heute, denen ohne das Musik-Selbermachen eine ganz wichtige kollektive Klammer abgeht, die weder mit Computer-Surfen noch Kiffen oder Saufgemeinschaften entfaltet werden kann?

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Der Superhit GO NOW (war auch wieder nur ein Cover) konnte 14 Wochen Platz 1 der britischen Charts 1964 (Verkaufszahlen) erreichen – es war einer meiner Geschenkwünsche zu meiner Konfirmation, die die Arbeitskollegen meines Vaters mir angedeihen lassen wollten, und sich dafür die Hacken abliefen – ich wusste bereits die Bestellnummer dieser MOODY BLUES-Single, die niemand kannte und diese Platte war in Deutschland noch längst nicht erschienen – eine tolle Musik. Das Geschenk kam zwei Monate nach meiner Konfirmation tatsächlich bei mir an und wurde doch zum Hit meiner Geschenkorgie (ich glaube, von Geld kaufte ich mir ein Fahrrad – es ist längst im Fahrrad-Himmel – GO NOW, die deutsche DECCA-Platte, ist noch hier).

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Der Sänger von GO NOW, Denny Laine, der jahrelang mit Paul McCartneys WINGS spielte, ist mittlerweile 73 Jahre alt. Ray Thomas, von den MOODY BLUES ist gestern 76-jährig gestorben:

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„We’ve already said: Since you gotta go, oh you had better go now.“

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Unglaublich – Denny Laine mit der Haarfärbung von Gerd Schröder

 

 

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Bill Wyman 80

Oktober 25, 2016
Lichtgeschwindigkeit 6858

Vom Dienstag, 25. Oktober 2016

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Der Bassgitarrist der Rolling Stones, Bill Wyman, erlebte am 24. Oktober 2016 seinen 80sten Geburtstag.

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Deutschlandfunk, FAZ und die wichtigsten Massenmedien in Deutschland haben den Geburtstag angesprochen:

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, am 24. Oktober 2016:

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FAZ am 24. Oktober 2016: Bill Wyman 80

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Bill Wyman spielte etwa 30 Jahre, seit 1962 bis 1992, in der epochalen Popmusik-Band The Rolling Stones aus London in unzähligen Live-Konzerten in aller Welt, Bill Wyman gilt neben Brian Jones, Mick Jagger, Keith Richards, Charly Watts und Ian Stewart zur Gründungsbesetzung der Stones. Die musikalische Ausrichtung war zunächst die US-amerikanische Blues-Rockmusik, auf die Gitarren-Combo sowie Stimmen, Mundharmonika und Klavier gestellt.

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Mit dem Aufstieg der Rolling Stones in die kulturindustrielle POP-MUSIK der 1960er Jahre entstand eine intensive BEATLES-MANIA, der langhaarigen zunächst britischen Amateurbands, deren bedeutende schöpferische Generation rückblickend als ein musikalisches Jahrhundertereignis erscheint.

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Mit dem Geburtsjahrgang 1936 zählt Bill Wyman zu den älteren dieser „Beat-Musiker“, die meist, noch Kriegskinder, um 1940 geboren sind, die überwiegend autodidaktisch in einen 60er Jahre Life-Stile eingingen und durch die Libertinage der elterlichen Kriegsgeneration den Genuss erheblicher individueller Freiheit geschenkt bekommen hatten. Sehr viele dieser britischen Beatmusiker trafen sich an Kunsthochschulen und bald auf den Club-Bühnen und Aufnahmestudios in London. Dazu kam ein sehr ehrgeiziger kleiner Kreis musikindustrieller Verwerter, Verleger und Promotoren. Beinahe alle britischen Bands der 1960er Jahre, Beatles, Rollings Stones, Hollies, Searchers, Kinks, Who u. a. wurden geschäftlich ausgenommen und in riesige Steuerschulden gestürzt.

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Bill Wyman hat sich bei den Rolling Stones künstlerisch und geschäftlich im Hintergrund aufgehalten. Sein Bassspiel ist sowohl in der Live-Band wie bei den Studio-Produktionen durch die dichte treibende Ausdruckskraft auf den Schlagzeuger Charly Watts bezogen, legendär.

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Die Rolling Stones als Hit-Pop-Band haben bis 1992 mit Bill Wyman – sowohl mit Brian Jones, Mick Taylor und Ron Wood – ihre größten bekannten Plattenerfolge erreicht – von Satisfaction, Jumping Jack Flash (wo Keith Richard den Bass spielt, den Bill Wyman ausgelegt hat), bis Brown Sugar oder One Hit To THE Body.

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Nachdem Bill Wyman bei den Stones aufgehört hat, spielten die Rolling Stones mehr als eine Mick Jagger-Band sehr aufwendige Studioplatten, mit Hilfe der besten Sessionmusiker sowie in riesigen OPEN-AIR-Konzerttourneen mit erheblichem Publikumsinteresse – hauptsächlich auf die Musik der Bill Wyman-Zeit.

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Bill Wyman hat inzwischen eigene „Amateurbands“ formiert, mit namhaften Sessionisten der alten Londoner Musikszene, insbesondere „The Rhythm Kings“, die am kommenden Wochenende prominent in LONDON konzertieren Vielleicht spielt da auch mal einer der Stones mit.

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Dietmar Moews meint: Mich beschäftigt mein Leben lang, wie phänomenal damals in England diese „Jugendbewegung“ über die Proletenmusik so intensiv zusammengekommen sein konnte, dass daraus WELTPOLITIK wurde, die mich persönlich vollkommen ergriffen hat.(Es passte meine elterliche Großzügigkeits-Erziehung – Geburtsjahrgang 1924 – zu diesen 1936 / 1944 geborenen Liberages offenbar zusammen).

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Die Beatlesmania, die von den Rolling Stones enorm akzelleriert worden ist, ging einher mit dem HÖHER SCHNELLER WEITER nach dem ZWEITEN WELTKRIEG, was man Emanzipation nannte und bis zu JIM HENDRIX formal die Grenzen (der Lautstärke und Steigerungsmöglichkeiten) überschritt, so fern Gitarren verbrennen, zerstörte Trommelfelle und Feedback keine ausbaufähigen ästhetische Aspekte mehr boten und nicht bieten. Mit Songlyrics wie Satisfaction, Get off of my cloud gehören die Stones zu den literarischen Autoren, wie Ray Davies von den Kinks, Pete Townshend von The Who, später auch John Lennon – kurz – bis hin, dass der Autor von „LIKE A ROLLING STONE“, Bob Dylan, den diesjährigen Literatur-Nobelpreis zugesprochen bekam.

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Bill Wyman ist einer dieser im zwanzigsten Jahrhundert zu historischem Rang aufgestiegenen Menschen, die mit wertorientiertem Verhalten eine erhebliche Sozialkraft entfalteten und anders als so viele Jung-Millionäre (die im öffentlichen Show- und Medien-Geschäft, wie Fußballstars – meist aus Blödheit -, eben schlechte Vorbilder abgeben) ein einfaches Menschenbild vertreten und leben. So blöd, wie Beckenbauer oder Hoeness (vielleicht Allan Price, der den Kollegen die Songrechte klaute), ist kaum einer der Hundertschaften britischer Popmusiker ins öffentliche Geschehen eingegangen.

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Hierzu gibt es inzwischen sehr wichtige umfangreiche Interviews auf YOUTUBE, die ich nur empfehlen kann, was Bill Wyman, John Lennon, Mick Jagger, Ray Davies, Pete Townshend, Phil May oder Dick Taylor von den Pretty Things so dachten und denken. Hier liegt, summarisch betrachtet, der Integrationswert von Unterhaltungsindustrie der Konsummassen. Die prominenten Adepten sind einzeln zu prüfen.

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Chris Squire 1948-2015 – Kurznachruf

Juni 29, 2015
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vom Montag, 29. Juni 2015

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Der britische Rockmusiker Chris Squire starb 67-jährig am 27. Juni in Phoenix Arizona infolge eines langen Leukemie-Leidens.

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Chris Squire wurde als Christopher Edward Russel Squire am 4. März 1948 in Kingsbury / London geboren, wo er aufwuchs und lebte.

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Er erlebte die Beatlemania in den 1960er Jahren in London intensiv, indem er von anfang an, schon als Schüler, Elektro-Bass spielte und – er arbeitete in einem bekannten Gitarren- und Musikalienladen. Als seine Vorbilder im Bassspiel gab Squire Paul Mc Cartney von The Beatles und John Entwistle von The Who an.

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Nachdem Chris Squire in zahlreichen jungen Beatbands mitspielte kam es mit The Syn zu den erste Studioplatten mit Verkaufserfolg und bald darauf mit dem Sänger Ion Anderson zur Gründung von „YES“.

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Squire war der einzige Yes-Musiker, der auf jedem YES-Album zu hören ist. Als einziger hat er die Band nie verlassen. Neben seinem innovativen, außergewöhnlich melodiösen Bassspiel ist auch sein Gesang bei vielen Yes-Stücken zu hören. Bereits in den späten siebziger Jahren, verstärkt aber seit der LP „90125“ ist er für den starken Pop-Rock-Einschlag verantwortlich, der Yes’ Musik seit den achtziger Jahren stark prägt. Im Jahr 1980 löste sich YES erstmalig auf – spielte dann aber weiter Studioaufnahmen, in vielfältige Besetzungen. Z. B. mit Squire, Anderson und dem Schlagzeuger Bill Bruford war Yes eine SUPER-GROUP ohne Vergleich.

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Dietmar Moews meint: Geschmack ist eine eigene Sache – meine eigene Erfahrung als Bassspieler in den 1960er Jahren reisst mich zu einer superlativen Bemerkung hin für den gestorbenen Chris Squire:

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Im Jahr 1968 war das Hit-Single-Stakkato der weltberühmten britischen Beatbands zuende.

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Man kann sagen, die erste Generation, Hollies, Beatles, Rolling Stones, Kinks, Who, Searchers, Swinging Blue Jeans, Manfred Mann, Dave Clark Five und etliche andere etwas später kommende, wie The Small Faces und Led Zeppelin, gaben den heftigen Rhythmus ständiger Neuerscheinungen auf. Man machte nun nicht mehr 1.47 Min. Hits (Hippy Shake, Love me do) sondern Langspielplatten und Programmmusik. Die Beatles hörten damit bald auf – mit „Revolution No 9“ setzten sie den ästhetischen Schlusspunkt – für alle.

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Das war „sozial-psychologische Erschöpfung“ der Musiker und der Kundschaft. Und die Musikindustrie hatte das Stildiktat übernommen, dem die Bands physisch nicht mehr Folge leisten konnten. Ab da ging es nur noch ums Geschäft.

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Es musste etwas Neues kommen.

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Und das kam dann mit den sogenannten Supergroups The Cream und Jimi Hendrix – einem Aufleuchten von ganz kurzer Dauer.

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Aber dann ergaben sich „barocke“ Ausweitungen in dieser Bandmusik, mit der britischen Collosseum, mit der Bostoner Blood Sweat and Tears, mit Genesis und mit YES, die Chris Squire mitgestaltete. Diese Gruppen waren eher Big Bands als Combos und spielten komplex und technisch sehr schwierige Sachen – nicht nur im Studio, sondern auch live.

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Wer jemals vor der Bühne von Chris Squire stand und auf dessen Finger schaute, er spielte hauptsächlich auf einem Rickenbacker 4001 Solidbody – dazu sang er lupenreine Mehrstimmen zu dem Glockenstimmensänger Ion Anderson, war einfach fasziniert von der artistisch-körperliche Leistung. Squire war als nicht klassisch ausgebildeter Bassspieler auch spieltechnisch virtuos und richtig stark kam das von der Bühne..

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