Bill Wyman 80

Oktober 25, 2016
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Vom Dienstag, 25. Oktober 2016

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Der Bassgitarrist der Rolling Stones, Bill Wyman, erlebte am 24. Oktober 2016 seinen 80sten Geburtstag.

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Deutschlandfunk, FAZ und die wichtigsten Massenmedien in Deutschland haben den Geburtstag angesprochen:

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, am 24. Oktober 2016:

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FAZ am 24. Oktober 2016: Bill Wyman 80

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Bill Wyman spielte etwa 30 Jahre, seit 1962 bis 1992, in der epochalen Popmusik-Band The Rolling Stones aus London in unzähligen Live-Konzerten in aller Welt, Bill Wyman gilt neben Brian Jones, Mick Jagger, Keith Richards, Charly Watts und Ian Stewart zur Gründungsbesetzung der Stones. Die musikalische Ausrichtung war zunächst die US-amerikanische Blues-Rockmusik, auf die Gitarren-Combo sowie Stimmen, Mundharmonika und Klavier gestellt.

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Mit dem Aufstieg der Rolling Stones in die kulturindustrielle POP-MUSIK der 1960er Jahre entstand eine intensive BEATLES-MANIA, der langhaarigen zunächst britischen Amateurbands, deren bedeutende schöpferische Generation rückblickend als ein musikalisches Jahrhundertereignis erscheint.

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Mit dem Geburtsjahrgang 1936 zählt Bill Wyman zu den älteren dieser „Beat-Musiker“, die meist, noch Kriegskinder, um 1940 geboren sind, die überwiegend autodidaktisch in einen 60er Jahre Life-Stile eingingen und durch die Libertinage der elterlichen Kriegsgeneration den Genuss erheblicher individueller Freiheit geschenkt bekommen hatten. Sehr viele dieser britischen Beatmusiker trafen sich an Kunsthochschulen und bald auf den Club-Bühnen und Aufnahmestudios in London. Dazu kam ein sehr ehrgeiziger kleiner Kreis musikindustrieller Verwerter, Verleger und Promotoren. Beinahe alle britischen Bands der 1960er Jahre, Beatles, Rollings Stones, Hollies, Searchers, Kinks, Who u. a. wurden geschäftlich ausgenommen und in riesige Steuerschulden gestürzt.

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Bill Wyman hat sich bei den Rolling Stones künstlerisch und geschäftlich im Hintergrund aufgehalten. Sein Bassspiel ist sowohl in der Live-Band wie bei den Studio-Produktionen durch die dichte treibende Ausdruckskraft auf den Schlagzeuger Charly Watts bezogen, legendär.

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Die Rolling Stones als Hit-Pop-Band haben bis 1992 mit Bill Wyman – sowohl mit Brian Jones, Mick Taylor und Ron Wood – ihre größten bekannten Plattenerfolge erreicht – von Satisfaction, Jumping Jack Flash (wo Keith Richard den Bass spielt, den Bill Wyman ausgelegt hat), bis Brown Sugar oder One Hit To THE Body.

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Nachdem Bill Wyman bei den Stones aufgehört hat, spielten die Rolling Stones mehr als eine Mick Jagger-Band sehr aufwendige Studioplatten, mit Hilfe der besten Sessionmusiker sowie in riesigen OPEN-AIR-Konzerttourneen mit erheblichem Publikumsinteresse – hauptsächlich auf die Musik der Bill Wyman-Zeit.

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Bill Wyman hat inzwischen eigene „Amateurbands“ formiert, mit namhaften Sessionisten der alten Londoner Musikszene, insbesondere „The Rhythm Kings“, die am kommenden Wochenende prominent in LONDON konzertieren Vielleicht spielt da auch mal einer der Stones mit.

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Dietmar Moews meint: Mich beschäftigt mein Leben lang, wie phänomenal damals in England diese „Jugendbewegung“ über die Proletenmusik so intensiv zusammengekommen sein konnte, dass daraus WELTPOLITIK wurde, die mich persönlich vollkommen ergriffen hat.(Es passte meine elterliche Großzügigkeits-Erziehung – Geburtsjahrgang 1924 – zu diesen 1936 / 1944 geborenen Liberages offenbar zusammen).

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Die Beatlesmania, die von den Rolling Stones enorm akzelleriert worden ist, ging einher mit dem HÖHER SCHNELLER WEITER nach dem ZWEITEN WELTKRIEG, was man Emanzipation nannte und bis zu JIM HENDRIX formal die Grenzen (der Lautstärke und Steigerungsmöglichkeiten) überschritt, so fern Gitarren verbrennen, zerstörte Trommelfelle und Feedback keine ausbaufähigen ästhetische Aspekte mehr boten und nicht bieten. Mit Songlyrics wie Satisfaction, Get off of my cloud gehören die Stones zu den literarischen Autoren, wie Ray Davies von den Kinks, Pete Townshend von The Who, später auch John Lennon – kurz – bis hin, dass der Autor von „LIKE A ROLLING STONE“, Bob Dylan, den diesjährigen Literatur-Nobelpreis zugesprochen bekam.

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Bill Wyman ist einer dieser im zwanzigsten Jahrhundert zu historischem Rang aufgestiegenen Menschen, die mit wertorientiertem Verhalten eine erhebliche Sozialkraft entfalteten und anders als so viele Jung-Millionäre (die im öffentlichen Show- und Medien-Geschäft, wie Fußballstars – meist aus Blödheit -, eben schlechte Vorbilder abgeben) ein einfaches Menschenbild vertreten und leben. So blöd, wie Beckenbauer oder Hoeness (vielleicht Allan Price, der den Kollegen die Songrechte klaute), ist kaum einer der Hundertschaften britischer Popmusiker ins öffentliche Geschehen eingegangen.

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Hierzu gibt es inzwischen sehr wichtige umfangreiche Interviews auf YOUTUBE, die ich nur empfehlen kann, was Bill Wyman, John Lennon, Mick Jagger, Ray Davies, Pete Townshend, Phil May oder Dick Taylor von den Pretty Things so dachten und denken. Hier liegt, summarisch betrachtet, der Integrationswert von Unterhaltungsindustrie der Konsummassen. Die prominenten Adepten sind einzeln zu prüfen.

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Pete Townshend 70

Mai 20, 2015

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vom Mittwoch, 20. Mai 2015

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Pete Townshend, britischer Beatmusiker, Gründer, Gitarrist, Sänger, Komponist und Initiator der großen Jahrhundert-Band THE WHO, geboren 19. Mai 1945 in Chiswick London, lebt und arbeitet in Südwest-London bzw. Richmond, wurde 70 Jahre alt.

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THE WHO zählen zu den ganz großen vier britischen Beatbands, neben The Beatles aus Liverpool, The Rolling Stones aus Dartford / Südwest London, THE KINKS aus North of London Muswell Hill.

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Diese Vier machten exemplarisch Alles selbst und drangen durch ihre einzigartige Publikumsresonanz in die Top Ten der musikindustriellen Schlagerfaktur ein, wodurch sich in der gesamten Branche Alles veränderte. Andere hatten auch erheblichen Erfolg und waren teils ebenso berühmt. Aber das Beatband-Projekt wuchs nach autodidaktischen eigenen künstlerischen Impulsen, nicht nach dem Markt. Sie suchten von Schritt zu Schritt eine neue Performance voranzutreiben, die sich jedesmal gegenseitig überbot, also ständig weiterveränderte. Dabei wurde sehr oft die große Zahl des kommerziellen Publikums enttäuscht. Andere ebenso kreative Startups hatten nicht diese riesigen Verkaufserfolge oder wurden derart vom Management ausgebeutet (THE ANIMALS wurden vom eigenen Organist Alan Price ausgebeutet; THE HOLLIES wurden von den Hauskomponisten mit teils unauthentischen Texten versorgt; THE PRETTY THINGS waren zu unkommerziell, THE DAVE CLARK FIVE war zu doof u. v. a. m.)

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Die großen vier Musikkombos erzielten den Klangwechsel in der populären Unterhaltungs- und Tanzmusik durch eigene Songs und eigene Lyriks mit immer grenzüberschreitenden poetischen Themen und Aussagen, elektrisch-verstärkte Lautstärke, mehrstimmigen Brüll-Gesang und Big-Band-Schlagzeug sowie ständigen Klangexperimenten.

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Pete Townshend, wie fast alle später bekannt gewordenen Typen dieser minderjährigen Band-Start-Ups, studierte in London Kunst, Art School, Fine-Arts, also in den Großstädten, Liverpool, Manchester, Birmingham, meist London.

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Play as loud as you can – lautete die Spielanweisung.

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Man orientierte sich an Skiffle und Dixieland, in London gaben Jazz-Clubs den Ton an, aber der große Einfluss lag in der Begeisterung für die schwarze US-Bluesmusik:

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Big Bill Broonzie, Robert Johnson, daraus folgten James Brown, Chuck Berry, Little Richard, es spielten die weißen Landmusiker wie Bill Haley, Buddy Holly, Elvis Presley eine große Einflussrolle, die aber von den jungen Briten selbst durchgefiltert – dann von den Beatles und den Rolling Stones, die bereits 1962/1963 in London auffielen. Selbstnachahmung im Dauerlauf von Tag zu Tag.

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Pete Townshend spielte elektrische und akustische Fender und Gibson Gitarren. Es gibt zunächst auch Showeffekte mit der berühmten Rickenbacker. Aber die Solidbody-Strat und Gibson SG über Marshallwand wurden sein Erkennungsmerkmal.

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Alle Namen, die inzwischen Legion sind, holten sich bei den Beatles und den Rolling Stones den Antrieb und den Mut, frei und aggressiver und lauter als Alles aufzutreten.

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Pete Townshend berichtet, wie er als 15-Jähriger in Richmond und in Hammersmith Odeon den ersten Auftritt der ganz neuen Rolling Stones miterlebte, Jimmy Page erzählt das selbe: Eine noch nie erlebte Dynamik und enthemmte Jugendusstrahlung.

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Dieser Hype reichte bei den Beatles bis 1966 – 1969, dann endeten sie ihre Studiogemeinschaft. Bei den Stones gab es die große Steuerflucht – man kann sagen: Not, machte erfinderisch, so dass die 1969, nach Südfrankreich emigriert, ganz neu anfangen mussten. THE KINKS erhielten infolge von schlechtem Management und Geschäftsintrigen während einer US-Tournee Auftrittsverbot und wurden nicht mehr gesendet. Die KINKS spielten fortan außerhalb der USA und Ray Davies widmete sich dem Lokalkolorid Londons, Waterloo Sunset und The last powered Steam von YOU REALLY GOT ME. Und THE WHO spielten eine ganz eigenartige Bigband-Musik mit der Combo. Keith Moon spielte am Schlagzeug Melodie, Bassist Entwistle spielte Orchester und Solobass. Pete Townshend spielte elektrische Schlaggitarre und alle vier sangen – Hauptvocals Roger Daltrey, der Sänger.

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So entstanden nach der ersten Konzeptalben Beach Boys „Pet sounds“ und Beatles „Seargent Pepper“, die erste Rock-Oper THE PRETTY THINGS „S. F. Sorrow“, THE KINKS „ARTHUR“, die Rockoper“, mehr Musical und Programmmusik THE WHO  „A quick one“, aber dann auch als Spielfilm: THE WHO mit „Tommy“ von Pete Townshend (1968), dann SMALL FACES Odgens Nut Gun, sowie das Musical THE WHO „QUADROPHENIA“, auch als Film mit David Bowie.

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Nur Pete Townshend und THE WHO brachten ihre „Opern“ selbst live auf die Tournee-Konzertbühnen – eine herausragende musikantische Leistung. In den 1970er Jahren brach die Beatlesmania als ein historischer Moment ab, bzw. läppert aus in eine riesige kommerzielle Musikindustrie, die alle kommenden Independent Lables aufsogen. Schließlich verschwanden die Impulsgeber und wurden als LAS VEGAS Special Guests nunmehr als „Rosinen“ verpulvert.

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Seit dem frühen Tod von Drummer Keith Moon, im Jahr 1978, der völlig übergedreht war, erschienen noch weiter neue Studioplatten von Pete Townshend und er komponiert und spielt bis heute immer weiter eigene neue Musik ein.

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Vor etwa zehn Jahren starb John Entwistle, der irre Solo-Bassspieler, Sänger und Komponist von THE WHO. Seitdem stellen Pete Townshend und Roger Daltrey zu besonderen Events THE WHO auf die Bühne, die dann eine Art Schattenband spielen und noch viel Freude machen (Simon Phillipps als Drummer oder Zak Starkey).

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Pete Townshend ist inzwischen häufiger Gast in US-Fernseh-Talkshows. So dass man bei Letterman auf Youtube hören und sehen kann, dass Pete Townshend wohl zu den herausragend begabtesten und intelligentesten aus dieser gesamten Beatmusik-Szenerie ist. Andere sind sehr clever, sehr geschäftstüchtig, sehr musikalisch – Pete Townshend ist ein großartiger Denker, Komponist und Dichter: „Hope I die before I get old“ – das ist wohl nicht zu überbieten – „Things they do look awfull cold“. So sang Pete Townshend über sich mit 19 Jahren als „MY GENERATION“.

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Das Gitarrenspiel der Stücke von Pete Townshend ist meist so ausgetüftelt, dass weder er noch jemand anderes es ohne weiteres nachspielen kann. In den Bühnenfassungen kennt man stundenlange Townshendpassagen mit schlechtgestimmten Gitarren – die er oft publikumswirksam auf der Bühne zerkloppte.

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Auch Pete Townshend – jetzt mit siebzig – ist ein Spiegel für diese Beatmusik-Kohorte auf der ganzen Welt, wie schwerhörig darf man sein, wie unpolitisch, wie glücklich, wie besoffen – das kann der Alles erzählen.

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