Jacques Offenbach und die Jacques-Offenbach-Gesellschaft von Bad Ems

Februar 10, 2019

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am Montag, den 11. Februar 2019

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Die Stadt Köln hat ein Offenbach-Jahr eröffnet. Vor 200 Jahren wurde der Kölner Preuße, Jacques Offenbach (1819-1880), einer jüdischen Musikerfamilie abkommend, geboren. Sein Vater war Kantor der Kölner Synagoge und auch Geiger, der seine Kinder zu Musikern erzog. Der 15-jährige Jakob Offenbach wurde in Paris zum Studium versetzt, wo er bald als virtuoser Cellist mit den besten Musikern der Welt professionell auftreten durfte sowie in diversen Pariser Ensembles mitspielte. Darauf wurde er zum Kompositionsstudium zugelassen und brachte bald eigene Kompositionen hervor, deren Aufführungen er mit Nachdruck und Erfolg zu organisieren verstand. In dieser Art „rasant“ verlief eine Weltkarriere.

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Ich studiere derzeit den Kölner Jubilar Jacques Offenbach, seine Lebenszeit, seine Gedanken und seine Werke. Dabei stieß ich heute darauf, dass die Kurstadt Ems an der Lahn, als Bad Ems bei WIKIPEDIA ins Alphabet eingereiht zu finden ist, daselbst unter der Prominenz dieser früheren Weltstadt der europäischen Kurgesellschaft Jacques Offenbach nicht genannt wird, während doch über Jahrzehnte Offenbachs Musik sowie er selbst als prominenter Kurgast sich gegenseitg die Ehre gaben.

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So fand ich die Bad Emser Jacques-Offenbach-Gesellschaft:

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Gründungstag der Jacques-Offenbach-Gesellschaft ist der 19. Oktober 1979. Dort schreibt man:

„Die Jacques-Offenbach-Gesellschaft hat ihren Sitz in Bad Ems, was sich dadurch erklärt, daß sich Jacques Offenbach zwischen 1858 und 1870 wiederholt zur Kursaison im Hochsommer an die Lahn begab. Erst in zweiter Linie der Erholung wegen. In erster Linie suchte und fand er dort sein Publikum, denn ein maßgeblicher Teil der Gäste stammte aus Frankreich, insbesondere Paris. So kam es, daß Offenbach sein eigenes Ensemble mitbrachte, als Dirigent seiner Werke in Erscheinung trat und an neuen Stücken für den Winter in Paris weiterarbeitete. Wesentliche Teile seines „Orpheus“ etwa sind in der entspannten Atmosphäre des mondänen Kurbads Ems entstanden. Zum Emser Stolz gehören auch die acht Werke, die im heute noch erhaltenen Marmorsaal ihre Uraufführung erlebt haben, darunter „Les Bavards“ (1862), „Il Signor Fagotto“ (1863), „Lischen et Fritzchen“ (1863), „Jeanne qui pleure et Jean qui rit“ (1864) und „Coscoletto“ (1865).

Die Jacques-Offenbach-Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Aufgabe verschrieben hat, das Werk Offenbachs bekannt zu machen, durch Aufführungen wie durch wissenschaftliche Forschung. Ist das nötig? Wird Offenbach nicht landauf landab gespielt? Schon, aber es sind fast immer dieselben Stücke. Der Werkkatalog von Jean-Claude Yon verzeichnet 110 Nummern. Aber wer kennt schon „Tromb-Al-Ca-Zar“ (1856), „Les Trois Baisers du diable“ (1857), „Mesdames de la Halle“ (1858), „Geneviève de Brabant“ (1859/67), „Le Fifre enchanté“ (1864/68), „Les Bergers“ (1865), „La Diva“ (1869), „Madame l’Archiduc“ (1874) oder „La Foire Saint-Laurent“ (1874)? Es gibt viel zu tun!
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1979, im Jahr vor der 100. Wiederkehr von Jacques Offenbachs Todestag, hatte der damalige Kurdirektor von Bad Ems, Heinz Wadepuhl, die Idee, eine Jacques-Offenbach-Gesellschaft ins Leben zu rufen. „Bad Ems als Sitz einer ‚Offenbach-Gesellschaft’ zu wählen, bot sich … an, weil diesem Ort noch immer der legendäre Ruf eines ‚Weltbades’ anhaftet, wobei festzustellen ist, daß die glanzvollen Tempi passati sich allenfalls noch in den Baulichkeiten aus der Blütezeit dieses Badeortes widerspiegeln.“ (Günther Obst) An historischer Stätte, also rund um den architektonisch bedeutenden Marmorsaal des Kursaalgebäudes, sollten Konzerte, Aufführungen und andere Veranstaltungen an den „Mozart der Champs-Elysées“ erinnern und anspruchsvolle Kultur in das einstmalige Weltbad bringen, das unter den verschiedenen Gesundheitsreformen zu kränkeln begann. Im Oktober 1979 unterschrieben im Marmorsaal 49 Emser Honoratioren den Gründungsakt, Ende 1980 waren es 200 Mitglieder, Mitte der 1990er Jahre 400. Kurdirektor Wadepuhl wußte auch, wen er mit der zu erwartenden Sisyphus-Arbeit betrauen mußte: Dr. Günther Obst (1922–2003), Studiendirektor am Bad Emser Goethe-Gymnasium, Kirchenmusiker vor Ort, aber promoviert über die komische Oper in Frankreich.

Von allem Anfang an mußte der Vorsitzende der Gesellschaft und Organisator der seit 1980 im Oktober stattfindenden „Festwochen“ den Spagat zwischen der Werbung für den Kurort Bad Ems und der Werbung für den Komponisten Jacques Offenbach zusammenbringen, mußte Kultur für die Menschen vor Ort und anspruchsvolle Arbeit an einem „verkannten Genie“ gleichzeitig geleistet werden. Die Programmhefte seit 1981 spiegeln beredt wider, wie beides manchmal nebeneinander herlief, aber mit der Zeit immer besser aufeinander zulief und in glücklichen Momenten an die Synthese des 19. Jahrhunderts heranreichte. Im Anhang zu diesem Text sind die diversen Aktivitäten zwischen 1980 und 2008 aufgelistet.

1991 expandierten die „Festwochen“ zum „Internationalen Festival“ mit ausgeweitetem Finanzvolumen und rückten terminlich in die witterungsmäßig attraktivere Frühsommerzeit, beginnend mit dem Pfingstwochenende. Die Stadt Bad Ems trat als Veranstalter auf und beauftragte die JOG mit der Durchführung. „… wer nicht in der Mittelmäßigkeit verharren will, die im übrigen nichts verändert, der muß etwas wagen, auch auf die Gefahr hin, Federn zu lassen“, war Günther Obsts Motto 1990. Dies funktionierte mit mal mehr und mal weniger Einvernehmen bis zum Ende der Amtszeit des Gründungsvaters 2001 über das Interim des Musikdirektors der Universität Koblenz-Landau, Dr. Jürgen Böhme (2001–2004) bis in die Anfangsjahre eines jungen Teams um den Frankfurter Hochschulprofessor Dr. Peter Ackermann (2004–2007). 2008 übernahm die Stadt das Festival in Eigenregie und kehrte zum Oktobertermin der Anfangsjahre zurück.

Die JOG unter dem Vorsitzenden Dr. Ralph-Günther Patocka (seit November 2008), Theaterwissenschaftler aus München, wird sich in Zukunft der Pflege des Offenbachschen Andenkens auf andere als die bisherige Weise zu widmen haben: mit wissenschaftlicher Arbeit und Koordination der so zahlreichen, aber auch so verstreuten Aktivitäten rund um ihren Lieblingskomponisten. „Die ‚Offenbach-Gemeinde’ ist insgesamt gar nicht so klein und unbedeutend, wie man gemeinhin annehmen könnte. … Die Offenbachianer sind nur weit verstreut in Europa und Übersee, so daß das eigentlich anstehende Problem in einer gezielten und wirkungsvollen Information über die kulturellen Aktivitäten der ‚Jacques-Offenbach-Gesellschaft’ steckt.“ So Günther Obst schon 1988. Die 1994 anvisierte Gründung eines Forschungszentrums zu Jacques Offenbach scheiterte an mangelnden finanziellen Ressourcen und damit auch an personellem Potential. Wir wollen die damals geäußerten Ideen unter geänderten Vorzeichen wiederbeleben.“

Quellen:
Günther Obst: La Sté Offenbach de Bad Ems, in: Opérette 82, 1992, S. 15-16
Günther Obst: Die Jacques-Offenbach-Gesellschaft e.V. Bad Ems, in: Rhein-Lahn-Kreis. Heimatjahrbuch 1995, S. 152-154
Günther Obst (Hg.): Betrifft: Gründung eines Forschungsinstitutes zu Jacques Offenbach in Bad Ems. Grußworte – Referate – Dokumente (= Bad Emser Hefte 142 / Offenbach-Reihe 15, hg. von Ulrich Brand), Bad Ems 1995

Peter Hawig: „Das Lahntal hat dem Meister Glück gebracht“. 150 Jahre Jacques Offenbach in Bad Ems, in: Rhein-Lahn-Kreis. Heimatjahrbuch 2008, S. 32-36
Programmhefte der Offenbach-Festwochen bzw. -Festivals 1981ff.

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Alphonse Silbermann, „Das imaginäre Tagebuch des Herrn Jacques Offenbach“; Berlin 1960 u. Piper München 1991

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Auch in Jacques Offenbachs Heimatstadt Köln wurde im Jahr 2015 eine

„kölner offenbach-gesellschaft.e.V.“ gegründet

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Dietmar Moews meint: Die meisten Menschen in unserer heutigen Welt kennen unvergessliche Musik, die Jacques Offenbach komponiert hat. Ich nenne nur die Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ und den „Can Can“ aus „Orpheus in der Unterwelt“.

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Was kann ein Musiker mehr erreichen? – außer die beste Musik zu erfinden und vorspielen und damit die Menschen begeistern.

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Z. B. der mehrfach verwendete Bach-Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“ – den kennt man – doch der ist durch viele Hände gegangen und geht auf Martin Luther zurück („Ein feste Burg ist unser Gott“) – Bach hat das „adaptiert“ – eine „normale“ Praxis in der Musik, die man dem Offenbach ankreiden zu können, meinte.

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Zu Offenbachs Zeit, Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, vor dem deutsch-französischen Krieg (1871) in Paris, war bereits der unversorgte Künstler ohne Nachfrage angesagt. Der preußische Jude aus Köln, Jakob Offenbach, konnte genialer Weise herausragend virtuos Cello spielen, sodass er mit den besten Pianisten jener Zeit, wie Rubinstein, Liszt und Mendelssohn-Bartholdy, ja dem Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy aus Leipzig, auftreten durfte. Offenbach konnte also als Erwerbs-Cellist und Cello-Lehrer, bereits als 15-jähriger Pendejo, sein trocken Brot verdienen.

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Offenbach hat ein permanentes und druckvolles Marketing aufgezogen, nachmittags in Cafés, abends in Salons und Gesellschaft, seine jüdische Kontakte, antichambrieren bei Damen, bei Soubretten und beim Adel, seine pausenlosen kleinen Kompositionen, seine eigenen Cellisten-Auftritte, seine kurze und ferne Korrespondenz, Verlegerkontakte bis in den Kurort Ems an der Lahn, optimierter Opportunismus, Bestechung auf allen Ebenen, intrigante Gespräche und selbstgeschriebene Elogen in allen möglichen Zeitungen im In- und Ausland. Er wurde Arbeitgeber für 67 Mitarbeiter gleichzeitig an seinen privatwirtschaftlichen Musiktheatern in Paris, hatte Frau und Familie, vier nachwachsende Kinder, letztlich Dirigate und Gastspiele von Paris, nach London nach New York, Wien, Berlin und Köln – mit Gicht und rheumatischen Behinderungen.

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Jacques Offenbach hat eine zeitgemäße politische Oper entwickelt. Es wurden über 600 Kompositionen. Seine Orpheus in der Unterwelt-Oper zählt noch heute zu den meistgespielten Stücken, ebenso das schließliche Meisterwerk zu ETA Hoffmann, Les Contes d’Hoffmann / Hoffmanns Erzählungen, das Offenbach bis zu seinem Tod, Oktober 1880, aufzäumte: Uraufführung 1881.

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Joachim Kaiser 1928-2017 Kurznachruf

Mai 13, 2017
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Vom Sonnabend, 13. Mai 2017

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Der Münchner Musikkritiker Joachim Kaiser, geboren am 18. Dezember 1928, in Milken, Kreis Lötzen, Ostpreußen, ist jetzt am 11. Mai 2017, 88-jährig in München gestorben. Kaiser konnte bis zum Jahre 2011 noch seine Aufmerksamkeit für das Kunstgeschehen erbringen und publizieren. Dann waren seine Kräfte krankheitsbedingt so weit eingeschränkt, dass er jetzt sterben musste.

Joachim Kaiser war Heimatvertriebener und seit 1959 leitender Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, sogar seit 1977 bis 1996 Professor für Musikgeschichte an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Stuttgart. Er war seit 1953 bei der „Gruppe 47“ (Salonpersonnage) integriert und später Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland,

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Kaiser hat sich im Dunstkreis des Sozi-Milieus und der ADORNITEN derart eingenistet, dass um seine Publikationsmacht nie zu fürchten war. Kaiser hatte allerdings nicht das denkerische Format, sich mit den Anmaßungen von ADORNO und der Frankfurter Schule ernstlich auseinander zu setzen.

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Was Kaiser vermochte war, von den ausübenden Musikern ernstgenommen und respektiert zu werden, ungeachtet seiner adornitischen Macken, weil Kaiser insbesondere für Klaviermusik und für die großen „Klassiker“ den zeitgenmäßen Kritik- bzw. -Berichtsstil fand, den er durch die Süddeutsche Zeitung jederzeit in die Debatte werfen durfte. So war er „mächtig“,

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Während also die politische Implikationen von Joachim Kaiser zugunsten der Kulturindustrie und des Kunstbetriebs als angepasster, affirmativer Schreiberling hervorkam, brachte er als individueller Konzertkritiker stets beachtliche Hörweisen/Sichtweisen heraus. Ich habe in den 1980er-90er Jahren die Süddeutsche Zeitung und die Musik in München selbst intensiv miterlebt.

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In den vergangenen Jahren ist Joachim Kaiser von der publizistischen Bildfläche verschwunden – niemand hat ihn vermisst. Ihm geht es wie allen stalinistischen Dialektikern, deren Theorien überflüssig nur der Partei und dem Eigennutz dienen.

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Als Musiker und Musikkritiker ist mit Joachim Kaiser jetzt eine Kapazität gestorben, deren Tod grundsätzlich ein unersätzlicher Verlust für die lebendige Musik- und Konzertdynamik in Deutschland ist.

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Schoki-Test mit ALTO PIURA – PEROU CRIOLLO BLANCO 85 % DE CACAO LIMITED EDITION PIERRE MARCOLINI

Januar 27, 2017
Lichtgeschwindigkeit 7098

Vom Freitag, 27. Januar 2017

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Dietmar Moews meint:

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O sink hernieder, Nacht der Liebe,

gib Vergessen, daß ich lebe;
nimm mich auf in deinen Schoß,
löse von der Welt mich los!
So stürben wir, um ungetrennt –
ewig einig, ohne End’,
ohn’ Erwachen – ohn’ Erbangen –
namenlos in Lieb’ umfangen,
ganz uns selbst gegeben,
der Liebe nur zu leben!
Ohne Nennen, ohne Trennen,
neu Erkennen, neu Entbrennen;
ewig endlos, ein-bewußt:
heiß erglühter Brust
höchste Liebeslust! „
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(Richard Wagner (1813-1883): aus Tristan und Isolde 1865)

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Ich probierte eine belgische ALTO PIURA – PEROU CRIOLLO BLANCO 85 % DE CACAO LIMITED EDITION PIERRE MARCOLINI, 80 Gramm dunkle Schokolade, hergestellt von einem industriellen belgischen Hersteller bzw. Vertreiber, der sich nicht näher vorstellt, nicht mal eine Ortsangabe der Produktionsstätte.

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www.marcolini.be

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Kurz vorab: Diese Schokolade von Pierre Marcolini ist teuer und die bislang kostspieligste überhaupt, die hier Für die LICHTGESCHWINDIGKEIT von Dietmar Moews getestet wurde: 10 EURO für 80 Gramm. Sie ist „BEAN to BAR“ hergestellt und qualitativ kostbar. Sie duftet gut beim Öffnen der Packung und ist als 85% kakaohaltige dunkle Schokolade eine beachtliche Mischung. Das besondere ist hier die rare und teuerste KAKAO-Sorte des CRIOLLO BLANCO“, mit der Ursprungsangabe:

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Plantación LAS PALMAS Voluptueux et élégant, un chocolat frais et une belle présence cacao.

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Man hat ein 80 Gramm Gebinde in der Quadrat-Gussform. Es ist quasi optimal kakaoige wunderbare dunkle Schokolade, aus Kakaomasse, des weiteren Zucker, Kakaobutter, als Emulgator Soja-Lecithini – Salz wird nicht erwähnt.

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Herkunft und das Anbauland des CRIOLLO BLANCO Kakaos dieser dunklen Schokolade ist PERU, hohe Lage in den Anden. Die Conchier- oder Rührzeiten, Rösttemperatur und Röstdauer sind nicht bekannt. Die Nährwertangaben noch Kalorien sind außen auf der einfachen, leicht wiederzuschließenden silbermetallisierten Pappschachtel zu finden:

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Nährwertangaben in Gewichtsprozenten auf 100 Gramm bezogen:

2283,38 KJ / 550,88 KCal; Fett 43,22; gesättigtes Fett 10,97; Kohlenhydrate 35,90; Zucker 23,81; Fibres 7,69; Eiweiß 8,42;

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Das Haltbarkeitsdatum mit Qualitätsgarantie lautet auf 30.08.2017, aufgedruckt auf einem billigen Selbstkleber. Die Tafel ließ sich gut brechen, knackte einwandfrei und sauber, roch intensiv und war frisch.

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Die äußere Aufmachung in der „quadratischen 80 Gramm-Tablette“ ist in eine silbermetallic bedruckte Pappschachtel wiederverschließbar verpackt. Das Gebinde hat durch die feine dunkelgraue, und weiße unlesbar kleine Schrift eine vornehm-edle Mimik. Die Werbetexte sind nicht informativ, in belgischer Sprache, sowie etwas Französisch und English.

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Der Kaufpreis im MARCOLINI-Laden in PARIS betrug 10 EURO für 80 Gramm. Das ist ein Hochpreis und wirklich sehr teuer. Doch sind die CRIOLLO BLANCO eine Rarität, ein knapper Rohstoff auf dem Welt-Kakaomarkt. Die 80 gr. Tafelpackung enthält die etwa 5 mm starke, mittelbraune Tafel mit drei mal drei kleinrechteckigem Bruchkanten-Relief oben. Die Unterseite ist ungemustert.

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Die Marke wurde 1995 in Brüssel gegründet. Pierre Marcolini wurde 1964 in Charleroi in Belgien geboren, est un homme inspiré : par sa famille, ses origines italiennes. Dès l’âge de 14 ans, il a su qu’il voulait être chocolatier. Son éducation lui a donné une grande soif d’apprendre et l’envie de se battre pour réaliser ses plus grands rêves. En 1983, à la fin de ses études, il devient chef pâtissier et travaille au côté des plus grands professionnels en Belgique. Marcolini hat mit seinem Filialsystem die ganze Welt erobert, von Japan, Knokke, London, New York, Kuweit City, Paris, Nagoya. Inzwischen macht er auch Kuchen und Desserts.

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Die Packung enthält keine Gütesiegel. Bio- oder Fair Trade-Siegel hat diese PIERRE MARCOLINI ALTO PIURA – PEROU GRAND CRU DE PROPRIÉTÈ Chocolat nicht.

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EMPFEHLUNG: Der Tester empfiehlt diese 85% dunkle Schokolade aus CRIOLLO BLANCO zur Probe. Sie ist besonders fein, sehr dezent gering gezuckert. Die Emulgator-Soya-Lecithin-Beimischung macht der hervorragend feine Schmelzeigenschaft einen anschließenden leichten Schleim, auf den der Tester gerne verzichtet hätte. SOYA als genmanipulierte Design-Unart sollte ohnehin vermieden sein.

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Der Schokoladentester Georg Bernardini erwähnt PIERRE MARCOLINI in seinem SCHOKOLADE – DAS STANDARDWERK mit superlativer Bewertung von SECHS von SECHS „KAKAOBOHNEN, für alle dunklen Schokoladen. Diese hier, dunkle Schokolade, CRIOLLO BLANCO aus PEROU, hebt Bernardini lobend hervor.

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Ich möchte noch anmerken, wenn die Fragen nach ÖKO-SIEGEL, FAIR-TRADE und so weiter gestellt werden.

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Wer hohe Qualität inhibieren und genießen will, muss nicht nur viel zahlen, sondern er muss Wissen und Erfahrung haben, um letztlich selbst zu beurteilen, ob ein Einzelhändler und ein Chocolatier echt, gut und anständig arbeiten. Denn oft bzw. meist fehlen den Produkten die prominenten Lables der E U oder von namhaften selbsternannten NGO-Gütesiegel-Beschützer.

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Das Problem für kleine Qualitätshersteller ist, dass diese angeblichen Qualitätslabels für industrielle Produzenten die große standardisierte Stückzahlen herstellen – wo also tonnenweise braune Zuckerfett-Massen aus Fließbändern kommen, die an sich nicht hochwertig sind und hart ausbeuterisch, von der Plantage bis zum Sortimenter im Discount, entstehen.

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Ein Hochpreis-Marke wie PIERRE MARCOLINI, hier, hat kein Fair-Trade-Label, weil hier die Spielräume in Gewinnmargen umgesetzt werden, ohne dass die Kakaobauern, Handel und Transport oder die Qualität selbst, maximiert entgolten wären.

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FAZIT der BEWERTUNG: MARCOLINIS CRIOLLO BLANCO PEROU 85% erhält hier ebenfalls SECHS von SECHS Bewertungspunkten – Bernardinis Sechs von Sechs wird bestätigt – MARCOLINIS Selbstsignatur „HAUTE CHOCOLATERIE“ ist hier schon zutreffend. Bessere Information, Bio und Fair Trade sind wünschenswert.

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Herta Müller: RETTUNG ist Heimweh nach Zukunft beim BÖLL-Preis 2015

November 25, 2015
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Vom Mittwoch 25. November 2015

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Bildschirmfoto vom 2015-11-25 12:57:32

Herta Müller in Köln mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker (Stadt Köln, November 2015)

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Herta Müller nahm als Schriftstellerin den Heinrich-Böll-Preis in Köln an und hielt ein Plädoyer für Menschen auf der Flucht – Herta Müller erhält den Heinrich-Böll-Preis 2015 der Stadt:

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Krieg ist ein politischer Feind, und Kriegsflüchtlinge sind politisch verfolgt, und jeder einzelne braucht Schutz.“ Dieser Schutz könne nicht begrenzt werden, nur weil ihn so viele brauchen. …“

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Flucht habe nichts mit Aggression zu tun, sagt Müller und verurteilt Redewendungen, die von Lawinen und Invasion sprechen. „Flucht ist in jeder Einzelheit, aus der sie besteht, defensiv.“

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Köln verantstaltete eine besondere öffentliche Preisverleihung an einem Freitagabend in der Piazzetta des Historischen Rathauses.

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Das lag zum einen an einer außergewöhnlichen Schriftstellerin die geehrt wurde – Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Und es lag zum anderen an der Frau, die den Preis an diesem Abend übergab – die nach dem Messerattentat ins Rathaus zurückgekehrte neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

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Ich bin glücklich, endlich wieder unter vielen Menschen sein zu dürfen“, sagt die Gastgeberin vor ihrer ersten Amtshandlung als OB. Dieser Auftakt sei auch ein Bekenntnis zur Seele dieser Stadt, der Kultur. …

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Reker meinte, „an den Büchern Herta Müllers und denen von Heinreich Böll schätze sie besonders deren Sensibilität und Detailgenauigkeit. „Das hat beide davor bewahrt, ihre Wahrheiten in die Aufklärungs-Klischees zu pressen. Ja, Herta Müllers Literatur ist für uns alle verfügbar. Aber nicht allzu leicht.“

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Herta Müller sprach selbst anlässlich der Preisverleihung:

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Die Schriftstellerin eröffnete ihre Dankesrede mit scharfer Kritik an den „Spaziergängern“ von Dresden, die von Demagogen angeführt würden.

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Wenn Worte wie Volksverräter und Lügenpresse lang genug spazieren gehen, geht auch mal ein Messer spazieren.“

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Herta Müller zeigte sich enttäuscht, dass nach dem Attentat die Wahlbeteiligung in Köln so gering war.

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Den Schwerpunkt ihrer Rede legte die Preisträgerin auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland und Europa: „Krieg ist ein politischer Feind, und Kriegsflüchtlinge sind politisch verfolgt, und jeder einzelne braucht Schutz.“ Dieser Schutz könne nicht begrenzt werden, nur weil ihn so viele brauchen.

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Dabei hat sie in ihrem Geburtsland Rumänien Flucht und Diktatur am eigenen Leib schmerzvoll erfahren müssen – ein Land in dem Tausende „ihr halbes Leben im Konjunktiv der Flucht“ verbracht haben. Flucht habe nichts mit Aggression zu tun, sagt Müller und verurteilt Redewendungen, die von Lawinen und Invasion sprechen. „Flucht ist in jeder Einzelheit, aus der sie besteht, defensiv.“

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(Bild fehlt) Herta Müller war mit Oskar Pastior, 2006 sogar in Norwegen

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Das heutige Deutschland sei eine Heimweh-Heimat geworden. „Nicht nur für uns, die wir hier leben. Auch für Menschen, die aus Diktatur und Krieg fliehen müssen. Die haben Heimweh nach Frieden und Sicherheit. Und weil Deutschland ihnen das bieten kann, haben sie Heimweh nach Deutschland. Zu Tausenden haben sie dasselbe Heimweh, das Osteuropäer in meinem Alter sogar ohne Krieg noch gut kennen – Heimweh nach Zukunft.“

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Das Kölner Gremium der Böllpreisvergabe erklärte im Sommer 2015:

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Herta Müller wird im November mit dem Böll-Preis ausgezeichnet. In ihrem Schaffen finde sich der Grundtrieb des Böll’schen Schreibens wieder, lobte die Kölner Jury.

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Die Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller erhält den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln. Keine andere Autorin sei in ihrem Schaffen dem künstlerischen und kritischen Geist Bölls so verwandt wie die 61-Jährige, begründete Kölns Oberbürgermeister und Jury-Vorsitzender Jürgen Roters (SPD) die Entscheidung. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 20. November im Historischen Rathaus von Köln verliehen.

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Die Jury lobte Müllers „schonungslose Schilderungen“ ihrer rumänischen Heimat. Man könne meinen, dass es nach dem Literaturnobelpreis 2009 keinen Grund mehr gebe, die im deutschsprachigen Banat geborene und seit 1987 in der Bundesrepublik lebende Schriftstellerin abermals zu würdigen. Doch das Gegenteil sei der Fall. „Der Grundtrieb des Böllschen Schreibens findet sich darin wieder: das Aufwachsen in einem repressiven Heimatland und dann das Erlebnis der Befreiung in einer neuen Gesellschaft; im Falle Bölls im selben Land nach 1945, im Falle Müllers durch die Ausreise nach Deutschland.“

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In ihrem Werk thematisiert Müller die Folgen der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Sie studierte von 1973 bis 1976 in Rumänien deutsche und rumänische Philologie und arbeitete danach als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Nach Schreib- und Publikationsverbot floh sie 1987 vor der Ceausescu-Diktatur nach Deutschland.

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Seit 1995 ist Herta Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zu ihren wichtigsten Werken gehören die Bücher Der Fuchs war damals schon der Jäger (1992), Herztier (1994), Hunger und Seide (1995) sowie Der König verneigt sich und tötet (2003). 2014 erschien der Gesprächsband Mein Vaterland war ein Apfelkern, in dem sie auf ihr Leben zurückblickt. Nicht zuletzt die Novelle Die Atemschaukel.

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Dietmar Moews meint: Ich liebe und verehre Herta Müller, weil die Wahrheit ein individuelles Schicksal individuell anzunehmen und dazu die Erkenntnisse in gültige Lehrbücher auszuarbeiten, ein menschliches Wunder durch sie, Mensch unserer Menschheit, ist.

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Das Irre ist dabei das Normale:

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Lese ich die Anmerkungen der beiden Kölner, jetzt Oberbürgermeisterin Frau Reker (parteilos) und des Herrn bisherigen Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD), möchte man ja einerseits verzweifeln, wie unfähig hier an Literatur nichts weiter gefunden wird als die Beziehung zu den Kölner Wählern unter dem Stichwort BÖLL.

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Während doch – sowohl zum Schriftsteller Heinrich Böll durchaus Spezifisches herauszuheben wäre, wie eben seine politische Zeitgeist-Moralprediger-Linie eines einäugigen katholischen Zeitzeugen – wie auch zu Sprachkunst der Herta Müller die außergewöhnlich feine Einfachheit ihrer Wortkunst zu Metaphern, die immer mehr bietet als semantische Mitteilungen, anregen, inspirieren – konkret im kunstschaffenden Sinn.

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BEISPIEL für Nichtliteraten zum Verstehen, was Metapher ist – ein Wort-Bild, eine Versinnbildlichung für eine sinnliche (physische) Benennung, auf deren übersinnliche (metaphysische) Bedeutung (auf was und wie deutet es uns hin?) dieses Gegenstandes wir auf weiteres Verstehen des Gegenstandes und seiner Welt und unserer Welt und auf die Bedeutungs- und Deutungsspielräume, bis zur Poesie des Sinnlichen und der Poesie des Übersinnlichen) – folglich ein BEISPIEL einer Herta Müller-METAPHER:

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Atemschaukel-Metapher wird im Text herbeigeführt und steht dort. Sie ist weder eine Schaukel, noch ein Pendel oder eine Wippe – sie besteht auch nicht im Unwillkürlichen menschlicher Körperfunktionen oder im willkürlichen Ein- und Ausatmen. Atemschaukel ist keine YOGA-Metapher.

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Atemschaukel zwingt uns in der anscheindenden Beliebigkeit der Wortkomposition zum ÜBERLEGEN: Wir LEGEN Gedanken und Verständnisbemühungen ÜBER dieses zusammengesetzte Wort Atemschaukel. es bekommt eine große Theorie: Das Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur. Es bekommt eine kleine Theorie: Der individuellen text-semantischen Interpretation und eine konkrete Praxis im biografischen Roman: Wie die beiden Lagerhäftlinge ihre Atemschaukel bei der Zwangsarbeit entdecken und daraus eine „ästhetische Schutzhaut“ gegen die totale Unterworfenheit und Hilflosigkeit werden kann, wenn ein Mensch diese Atemschaukel anruft, und,wenn mindestens zwei Menschen die Anmutung erlebenbzw. Wenn wir Leser nun verspätet lesen, was dort LEBEN war.

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Ich bitte um Entschuldigung, liebere Leserin und lieber Leser dieser LICHTGESCHWINDIGKEIT, für diese Darlegung – denn sie ist keine Empfehlung und keine Gebrauchsanweisung. Man kann sich nicht darauf verlassen: Immerhin ist es meine schnell und kurzgefasste Benennung dessen, was ich Herta Müller im Unterschied zu Heinrich Böll als bemerkenswert und preisverdient zuspreche.

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Herta Müller zeigt, das viel mehr drin ist, als man gewöhnlich rausholt. Ihre Literatur überbrückt die unsensible Alltagsdösigkeit der Demokratiekundschaft, die der eigenen gemütlichen Umgebung nicht die sinnliche Aufmerksamkeit zollen und deshalb nicht sehen, was sichtbar ist, nicht denken, was gedacht werden muss.

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Wer nicht Herta Müller liest – dem ist eigentlich nicht zu helfen.

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FRIEDRICH NIETZSCHE 170: „Gott ist tot“ im Kölner Stadt-Anzeiger

Oktober 15, 2014

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am Mittwoch, 15. Oktober 2014

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Heute feiert der Kölner Stadt-Anzeiger, die Haupt-Tageszeitung der rheinischen Freiheits-Kultur, in einer kleinen Randbemerkung den Geburtstag des Philosophen Friedrich Nietzsche, geboren im Jahr 1844 in dem Dorf Röcken, bei Lützen, bei Leipzig, gestorben im Jahr 1900 in Weimar.

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Der Kölner Stadt-Anzeiger brachte auf Seite 13: „FRAGE DES TAGES: Wer war Nietzsche?“ und erklärt auf der Kinderseite: „Er wurde schon mit 24 Jahren zum Professor ernannt, was sehr selten ist: Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 geboren – vor genau 170 Jahren. Bis heute zählt er zu den wichtigsten Philosophen weltweit. Ein Philosoph denkt sehr genau über die Welt, das Leben und sich selbst nach. Nietzsche machte den Spruch berühmt „Gott ist tot“, weil zu seiner Zeit Kirche und Glaube für die Menschen nicht mehr so wichtig waren wie früher… „

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Dietmar Moews meint: So geht es dahin. Erfährt das zeitungslesende Kind mal was, was das Straßenkind ohne Buch nie hört – dann so ein Mist: „Gott ist tot“. Wer so will, kann Nietzsches Kulturkritik unter anderem auch darauf bringen – aber bitte erst, nachdem Wichtiges anzusprechen wäre:

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Nietzsche ist der erste sozialphilosophische Tiefbohrer, der Kants Frage, „Was ist der Mensch?“ auf eine höhere Stufe gehoben hat, die Farbigkeit des Individuums und der Aktivitäten als Kunst des Lebens.

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Und so also die Nietzsche Philosophie, als Vorstellungstechnik, die Lebensbedrohung und alles Mögliche Böse durch eine Technik der Umarmung des Schicksals zu meistern: „Der Mensch wird Herr über den Stoff durch die Kunst der Lüge“.

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Nietzsche meint nicht Unwahrheit, Lüge und Zeugnisfälschung. Sondern es geht um den Menschen, der seine menschliche Wirklichkeit zu einer Lebenskunst machen kann. Das Leben als Kunst (das ist in Etwa, was Joseph Beuys bei Nietzsche entnommen hat, ohne den Meister Nietzsche zu nennen).

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In aller Kürze hieße es dann nicht „Gott ist tot“, sondern „Sei wer du bist“.

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Wäre das für Kinderleser im Kölner Stadt-Anzeiger zu schwierig? – Sei wer du bist!

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