Deutschlandfunk: Religion in EUROPA mit TOMÁS HALIK und BURKARD SCHÄFERS

November 2, 2016
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Vom Donnerstag, 3. November 2016

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DLF.de titelt am 2. November 2016:

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Säkularisierung – Kehrt die Religion nach Europa zurück?“

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DLF-Redakteur Burkhard Schäfers leitet ein:

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Die Welt erlebt eine Wiederkehr der Religion, sie kommt in der Gestalt des Islams ins säkularisierte Europa zurück – sagt der tschechische Soziologe und Religionsphilosoph Tomáš Halik. Atheistische Denker widersprechen Haliks These: Sie sehen nach wie vor einen Niedergang der Religion, zumindest in unseren Breiten. Wer liegt richtig?“

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Hier in der LICHTGESCHWINDIGKEIT wird aus dem unentgeltlichen Geplänkel von DLF-Schäfers und Tomás Halik eine empirische Materialprüfung:

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Nachweisliche empirische Tatsache menschlichen Lebens ist zu lebende Religiösität – ob man will oder nicht. Das hat nichts mit Glauben, glauben können oder glauben mögen oder Skepsis gegenüber immaterialistischen Vorstellungen zu tun. Es führt auch nicht unbedingt zu Götter-Vorstellungen, Gottglaube oder Atheismus.

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Religiösität ist der Ursprung von Religionen. Religion ist immer individuelle, meist dazu soziale Ideologie. Einfach – was man sich so vorstellt, wie es sein könnte, was man nicht anders versteht.

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Religion entsteht aus Religiösität – nicht umgekehrt.

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Der Mensch lebt in der Zeit, die er nicht begreifen kann, weder die undeutliche Vergangenheit, noch die ungewisse Zukunft, weder seine Triebhaftigkeit, noch die Willenskräfte reichen aus, den Tod, die Liebe, Thanatos und Eros zu kontrollieren. Kontrollschwächen sind riskant, und damit lebt der Mensch in ständiger Daseinsbedrohung – frei und gefesselt.

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Nur mit einzulernender Lebenskunst können sich Menschen einbinden – angeborene Instinkte reichen nicht aus.

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Wo Ungewissheiten das Dasein erschweren, sucht sich der Mensch individuell Behelfsvorstellungen. Von Mensch zu Mensch finden sich hierzu noch kollektive Sozio-Kulturen, deren Wertsetzungen die erlebten Führungsunsicherheiten und Fühlungsdefizite balancieren sollen. Diese Sozio-Kulturen werden ritualisiert, auf Dauer gestellt, genealogisch tradiert und ständig neu eingeübt. So entstehen konservative Ausprägungen, die meist veraltet und teils dem aufgeklärten gebildeten Menschen unverständlich sind bzw. die durch „Religionswissenschaft“ und durch „Theologie“ gesellschaftlich prolongiert werden.

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Allerdings zeigen die empirisch gelebten Religionen in dem Maße, wie sie institutionalisiert sind und auf Organisationsstrukturen abgestellt werden, starre, oft autoritäre Ausprägungen, die die individuell erlebten Religiösitätswahrnehmungen oft nicht befrieden können. Hier ergeben sich stets neue – meist ephemere – Nischen für Moonies-Sekten, Bagwan-Kolonien und Life-Style-Kulte.

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Das reicht heute im weltweiten NETZ „www.“ sogar zu leeren, enttäuschenden, imaginierten Kollektivqualitäten.

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Betreiber der sogenannten „SOZIALEN MEDIEN“ der IT-Revolution, die lediglich Geschäftsmodelle mit IT-Medien sind und selbst keinerlei Sozialität erzeugen – werden als „Affenzucker“ unter junge unentwickelte, unentfaltete Teilnehmer gebracht, die hier die große Zahl bilden.

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Diese an sich sinnlich asozialen Medien können keine zwischenmenschliche Integration erzeugen, ja, nicht mal unterhalten. Sondern in Folge der FAKE-Kultur im Internetz selbst entsteht lediglich eine dümmliche Ausbeutung der Teilnehmer und ihrer persönlichen Daten, während sie bestenfalls erhebliche soziale Irritation hervorbringen, die als FLASH-MOB oder CLOUD-Intelligenz inzwischen hinlänglich als Junk erkannt und bekannt sind.

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EINS: Wir sprechen von Religion als eine eigene menschliche VORSTELLUNGSART, Nichtfassbares durch Ideologie an Fassbares anzubinden.

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So gesehen ist Religion ein Befund der Religiösität der Menschen.

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ZWEI: Religion (von lateinisch religio ‚ gewissenhafte Berücksichtigung‘, ‚Sorgfalt‘, zu lateinisch relegere ‚bedenken‘, ‚achtgeben‘, wird weltweit gelebt.

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Religion ist immer auf Vorstellungen bezogen, die ein Aspekt der menschlichen Religiösität sind. Die vorstellungsorientierten Menschen entfalten ihre Religiösität als eigenmächtige, überwiegend sozio-kulturelle Orientierungshandlung. Die Menschen entdecken ihre individuelle Religiösität zunächst als esoterische (innerliche) Selbstwahrnehmung, die Irritationen auslösen können. Dabei wird die eigene Sinnlichkeit in der exoterischen Außenwelt nicht unbedingt behelligt. Folglich sind esoterische Erlebnisse nicht einfach der Alltagserfahrung zu integrieren.

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Individuen erleben innere Irritationen und Befremdlichkeiten, die sie nicht ohne Weiteres sozial anbinden können, als Orientierungsverunsicherung.

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Sobald vorhandene oder aufkommende Ungewissheiten sich nicht durch alltäglich-positive oder positivistisch-wissenschaftliche oder durch Instinktverhalten lebensbejahend deuten lassen, handhaben oder bannen lassen, entfaltet sich die Religiösität – zunächst als Religiösitäts-Bereitschaft, als Religiösitäts-Prädisposition.

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Religiösität, als Vorstellungsverhalten infolge subjektiver Mangelempfindung, führt im nächsten exoterischen Schritt auch zur Sozialbeziehung „Mensch zu Mensch“. Menschen suchen Sozialpartner auf, und die empirischen Religionen, als gelebte Sozio-Kulturen, erhalten zusätzlich äußere Struktur, nicht nur als Bindung, sondern auch als Verunsicherung.

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VIER: Die Institutionalisierung von Religionen durch soziale Riten, Mund zu Mund-Tradierung, durch Textfassungen, durch Dauerstellung von Religions-Organisations-Strukturen, wie

staatliche,

marktwirtschaftliche,

voluntaristisch-intermediäre und

informelle „Agenturen“,

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wurden zur Gründung von weltlichen Religionsformen z. B. der abendländischen christlichen Kirche geführt.

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Diese Kirche war zunächst ein aufkommender Machtfaktor, durch den etablierte Herrschaft berührt wurde.

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Bald wurde aus der Kirche ein Machtapparat in der Gesellschaft, der dann im europäischen Herrschaftskampf über weltliche und geistliche Machtsphären zur Säkularisierung hinlangte. Bis zur lutherschen „Zwei-Reiche-Theorie“.

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FÜNF: Die institutionalisierte Religion hat durch ihre exoterischen, zu Macht- und Profitzwecken instriumentalisierten Sozialspiele die Religiösität und die Religions-Nachfrage der „Gläubigen“ zu weit aus den Augen verloren. Die Kirche als Moralunternehmen ist weitgehend mit weltlicher Herrschaft und Materialismus beschäftigt.

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So werden Religionsbedürfnisse erlebt, die solche Kirchen nicht bedienen bzw. sogar verkümmern lassen. Folglich entstehen permanent neue Sekten, vom Voodoo-Kult bis zum Alkoholismus, von Entlastungs-Verhaltensweisen der Irrationalität und Irreführbarkeit über missbrauchte Fühlung.

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Vorstehende religionzeugende Religiösität passt nach wie vor in die menschliche Aufklärungsgeschichte, die anfänglich stärker instinktgeleitet und -orientiert gewesen sein mag. Bis heutige Paganität, Agnostik, Atheismus oder Skeptizismus in den Bereich „Wellness“, „Therapie“, „Ajurveda“, Spiritualität, „Freizeit- und Unterhaltung“ übergeleitet wurden und damit Massen ansprechen. Oder andersgestimmte paganere Menschen distanzieren sich davon, weil sie was Besseres zu tun haben.

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Ebenfalls dem Erlebnisfeld der menschlichen Religiösität, und zwar im informell-folkloristischen Verhalten und Führungsbedürftigkeit sind Hilfsorientierungen des Psychologischen und Sozialpsychologischen. Dazu gehören Vorurteil, Stereotyp, Feindbilder, Rassismus, Fremdenhass, Majoritäts-Minoritäts-Opportunismen, wie unmäßige Angsthandlungen, Arschkriecherei, Notlügen-Beschwörungen, Glücks- und Unglücks-Fixierungen und Ähnliche.

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Solche – weitverbreiteten – Verhaltensschablonen führen auch dazu, Ratgeber, Wahrsager, Geisterbeschwörer, Kartenleger oder Berufs-Führer, wie die vielfältigen „Geistlichen“, „Seelsorger“, Personaltrainer und Analysanten, Psychoanalytiker, die persischen Hodscha (Meister, Lehrer), türkisch Hoca, aufzusuchen. Oder es werden entsprechende folkloristische Orientierungsschriften, wie etwa Horoskope, Astrologieanwandlungen, Zukunfts- und „Weissagungen“, wie Nostradamus oder Swedenborg, Gurdjeff, Salomo, Bibel-Propheten gesucht und ausprobiert. Oft entstehen daraus praktische Einstellungen, Stimulationen, Entscheidungen oder Handlungen, gegenüber erlebten Mängeln und Schwächen. Vielfach folgen auf Leiden und Krankheiten Spontanbesserungen, die wie Wunder, Zauber, Placebo oder Hexerei interpretiert werden. Während es sich lediglich um notwendige Zufälle handelt, die in statistischer Häufigkeit eintreten, etwa einer Erkrankung und einer Gesundung, einer guten Laune oder Missmutigkeit, oder schwerwiegender, Melancholie und Grandiosität und Hochstimmung, eines „bösen Blicks“, einer Wetterwendigkeit oder Vollmond-Irritation.

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TOMÁS HALIKs Hypothese bzw. Behauptung, dass die Menschen im abendländisch-christlichen Europa und deren Religiösität bereitwillig vom Islam oder vom orthodoxen Islamismus angesprochen werden können, lässt sich empirisch nicht auffinden. Denn praktisch – abgesehen von Zeitgeist- und Modewandlungen – mögen die Europäer zur Abwechslung auch Krautsalat und Döner Kebab, aber Mohamed als alten Kriegskamerad, der sich schließlich selbst aufs Alte Testament und Jesus bezog, findet zwar zahlreiche Mängelwesen als Konvertiten. Doch die treffen auf einen bunten Marktplatz von angängigen konkurrierenden Seeligkeits-Vorschlägen und Instant-Kharma-Studios. Während die Integration der analphabetischen Anatolier, der moslemischen Afrikaner oder anderer Islamisten, sich als lernfähige weihnachtsfeiernde Mitbürger bei uns in Köln und anderswo zeigen, die sich einfach eingewöhnen. Das Fremde wird im Verlauf der Zeit bekannt.

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Spätestens, wenn diesen Einwanderern die Weibchen ausgehen, weil die eigenen Töchter und Enkelinnen lieber den Vorhang öffnen, um ins freiere Leben zu gelangen, werden auch die alten UNWISSENHEIT, UNMÜNDIGKEIT, FATWA, Jihad, Zwangsehe und Geschwistermorde unattraktiv werden und verschwinden.

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Dem Gekreuzigten wurde das Kruzifix weggeschossen (nach Karl Kraus „FACKEL“)

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Dietmar Moews meint: Was der angebliche tschechische Soziologe Tomás Halik da beim Deutschlandfunk abgesondert hat, wird hier als weitgehend unwissenschaftlicher Nonsense beurteilt, der lediglich dem Prinzip folgt:

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Wer Herrn HALIK fragt, bekommt hier heute im DLF irgendeine nichtsgeltende Antwort. Schade – Chance vertan.

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TOMÁS HALIK behauptet im DLF, dass das ISLAM-Aufkommen eine aus den sozialen Entwicklungen gerufene Religionsnachfrage resultiere. Auch als Antwort auf die paganen Ideologien oder den Atheismus. HALIK beachtet die soziale postmoderne Situation in der IT-REVOLUTION unserer Tage überhaupt nicht, weil er an RELIGION, wie an eine dialektische SACHE von Gottglauben und Atheismus glaubt.

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Aus empirisch soziologischer Erfassung der Lage wären religions-soziologische Hypothesen zu prüfen, die die heutigen paganisierten europäisch-christlichen Menschen aus der konkret vorhandenen Religiösität und den adäquaten neuen Religionsausprägungen berücksichtigen. Der KORAN-ISLAM ist dafür vollkommen ungeeignet und wird so gesehen völlig überschätzt. Der KORAN und der gelebte ISLAM sind residuale abgenutzte Trostformen für rückständiges entwurzelt umherschwimmendes Humanum. Da ist auch mit Geburtenexplosion von Herrenhutern oder jüdisch-orthodoxen Auswahlzüchtern noch nicht viel zu gewinnen.

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Zum Thema selbst – Religion, Europa, Islamdispositionen – möchte ich die obige Exposition abrunden:

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Wir kennen folgende Begriffe:

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Religion, Glaube, Aberglaube, Bigotterie, Wahrnehmungstäuschungen, Gottglauben, Götterglauben, Apatheismus, Magie, Zauberkulte

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Deutung, Ritualisierung, Bannung, Tradierung,

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Rausch, Extase, Albtraum, sinnliche Inkonstanz, Hexerei, Massenhysterie, Epilepsie, Wahnvorstellungen.

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Alle Religionserscheinungen – ob mit Götter- und Teufelsvorstellungen oder als nüchterne Individualmythologie – gibt es als indiviuelle Ausprägungen, aber überwiegend auch als soziale, d. h. auch in kollektiven Formen.

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Dabei entstehen jeweils in der Interaktion und der Interdependenz des Sozio-Kulturellen immer zusätzliche Graubereiche der Geheimnisse, der Ungewissheiten, zwischen Liebe und Eigenliebe, form- und strukturierbedürftige Freiheiten, die oft als Risiko und als Bindungsverlust erlebt werden und zusätzliche Religiösitäts-Potenziale aufrufen. So prädisponiert entstehen Ideologien wie Sand am Meer:

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Wenn du denkst, du hast das Glück, dann zieht die Sau den Arsch zurück.“

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Und die billige Frage wird eingefädelt:

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Kann man das kaufen?“

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Wir haben in den institutionalisierten Praktiken der Kirchen, wie auch in vielen VARIANTEN in sonstigen RELIGIONEN, die auf RELIGIÖSITÄT bezogen leben, alle möglichen Deutungsspiele, Schulungskonzepte, Führungsformen, dazu historisch tradierte Arten der

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ORATION,

INHALATION,

MEDITATION und

KONTEMPLATION.

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Die im DEUTSCHLANDFUNK ausgegebenen HYPOTHESE:

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Wir entscheiden selbst „– so lautet eine Hypothese bei DLF-Schäfers-Halik.

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Das wird in LICHTGESCHWINDIGKEIT hier für blanken Unfug gehalten.

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Alle Menschen sind sozialen NOTWENDIGKEITEN anheimgestellt.

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Spätestens ein Soziologe, als solcher Tomàs Halik im DLF signiert worden ist, muss die Sozialität als eine gelebte und zu lebende NOTWENDIGKEIT erkennen und ansprechen. Folglich sind religöse Verhaltensspiele immer sozial vorgegeben, auf die sich dann jeder selbst einzulassen hat. Dabei wäre die vollkommen eigensinnige Verneinung eines „ich entscheide selbst“ lediglich eine ISOLATION in der unausweichlichen Lebensgemeinschaft.

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Deutschlandfunk am 2. Oktober 2016: Religion in EUROPA mit TOMÁS HALIK

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Auch Mohamed hatte sich selbst in eine Höhle zurückgezogen – bis ihm der Erzengel erschien und sagte: „SPRICH!“ – und Mohamed musste antworten: „Ich kann nicht lesen.“ Und schon war auch Mohamed im Sozio-Kulturellen angekommen.

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Wie weit rationalistische Lebensurteile reichen und wo spirituelle Etwaigkeiten Form erhalten, hängt jeweils von der Geistesschärfe und der individuellen Urteilskraft eines Individuums ab, sich den eigenen Affinitäten gemäß entsprechende soziale Szenerien zu suchen und zu finden.

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Die DLF-Eingangsfrage ist eine Unmöglichkeits-Formulierung:

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Säkularisierung – Kehrt die Religion nach Europa zurück?“

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Eine Religion – egal welche – kann nicht nach Europa zurückkehren. Selbst die vergangenen Religionsformen Europas stehen in den Wandel der Kulturgeschichte von heute hinaus, ihrerseits gewandelt. Dass dabei Säkularisation erkennbar ist und eventuell weniger säkuläre Religionen, wie gewisse Islamausprägungen, heute ein Expansionsfeld in Europa finden können, oder ob es nur einwandernde Rückständler sind, die demnächst in den folgenden Generationen der europäische Verweltlichung anheimfallen, werden wir sehen. Man nennt es großkotzig INTEGRATION.

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Momentan jedenfalls kehren keine Religionen zurück, sondern Billigarbeiter ziehen ihre muslimischen Familien nach, die jetzt alphabetisiert nach neuen Ufern – Speed, Crystal Meth, Alkohol, Neue Sinnlichkeit, IT-Revolution – streben und Solches auch noch als „Deutschländer“ nach Anatolien „heimbringen“.

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DIETMAR MOEWS am 22. Juni 2014 auf der Mainzer Straße Köln Südstadt

DIETMAR MOEWS am 22. Juni 2014 auf der Mainzer Straße Köln Südstadt

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Lichtgeschwindigkeit 158

Januar 12, 2010

Lichtgeschwindigkeit 158

DAS BERLINER MANIFEST Abspann,

Grundsatzprogramm oder Parteiprogramm?

Kernsätze zur Piratenpartei Deutschland von Dr. Dietmar Moews,

Piratenpartei Deutschland, im Globus mit Vorgarten,

Berlin-Pankow Niederschönhausen,

aufgenommen am Montag, 13. Januar 2010.

Ich lade wissenschaftlich Interessierte ganz herzlich ein,

mit mir das BERLINER MANIFEST auf die nächste qualitative

Stufe zu höhen. Es ist die Gründung einer freien Piraten-Universität.

Dazu werde ich mit PIRATEN besprechen, wie wir beginnen.

Das Berliner Manifest enthält verschiedene Ambitionen:

Es ist Strategie-Debatte; es ist Theorie-Diskussion;

es ist Marxismus-Streit;

es ist Abgrenzungs-Streit gegenüber anderen Parteien;

es zielt auf Chancen beim Wähler;

es berücksichtigt die Piraten-Personnage, also wie, wer und

was, welche Menschen, sind Pirat.

Ich bin ein Künstlergelehrter. Hier spreche ich als Pirat

und IT-Soziologe.

IT-Soziologie ist eine Bindestrich-Soziologie, die auf

das Soziale gerichtet ist, das in der äußeren sozialen

Welt das IT-Erlebnis feststellt und analysiert.

Das IT-Politik-Erlebnis setzt sich zusammen aus den

sozialen Beziehungen der Produzenten und Konsumenten

und ihren Kollektiven, in deren prozessuralen Interaktionen

und Interdependenzen die IT-Politik und deren Benutzung

den Erlebnismittelpunkt bildet. IT-Politik, nicht gleich IT.

Die IT-Soziologie beginnt bereits damit, dass der Soziologe

die Höhe des Forschungsstandes beachtet und das soziale

Feld systematisch beobachtet.

Forschungsstand und Systematik sowie Publikation sind

Verflichtung jeder Wissenschaft.

Die weltweite IT-Bewegung braucht eine Gesellschaftstheorie

und einen integren Handlungsstil dazu. Hierzu gehört für

jede Piratenpartei die Selbsterkenntnis der eigenen politischen

Lage. Das Bewusstsein der eigenen gesellschaftlichen

Totalität ist horizontal, in allen Arbeitsfeldern und Teilbereichen

von Produktion, Konsumtion, Information und Distribution,

und vertikal, von lokalen Eigenarten hin zu regionalen und

weltkulturellen Unterschieden, wo immer Piratenwähler leben,

am aktuellen empirisch-wissenschaftlichen Forschungsstand

zu integrieren. Ausgehend von den selbstgesetzten Werten

der Piraten in der jeweils geltenden Parteisatzung gilt die

gesellschaftspolitische Lage in Deutschland aus IT-soziologischer

Sicht. Im Themenbaum finden sich die Strukturbaustellen der Piraten.

Motto

>Infolgedessen gehört alles, wozu man weder durch

Belohnungen noch durch Drohungen gebracht werden kann,

nicht in die Rechtssphäre des Staates< Spinoza

Baruch Spinoza: 1663/1871 Abhandlung vom Staate, S. 197:

Vom Recht des Staates, 3. Kap. § 8,

BERLINER MANIFEST

Berliner Piraten-Manifest als Denk- und Diskussionspapier

für die IT-Bewegung

Wohlverstanden, dass je präziser ein Parteiprogramm

ausgelegt wird, desto weniger Mitglieder stellen sich

dahinter, um es zu vertreten. Im Manifest geht es also um

Grundwerte, die alle miteinander verbinden, Piraten,

Piratenbewegung, IT-Bewegung, Gesellschaft.

Anlass war das schrittweise von digitalen Neuerungen

wandelnde Alltagsleben und neue Restriktionen:

Pirate Bay, kulturindustrielle Monopole der Verwerter und

Verteiler von Originalleistungen. Eine wirkliche Internationale

war konstituiert, ohne, dass die kollektivbildenden

lebensverändernden Kräfte in den politischen Folgen

angesprochen wurden. Auch die Wissenschaft schlief.

Die profitorientierte Wirtschaft blieb mit Blick auf die

finanzierenden Militärinteressen erstaunlich witzlos und

stumpf. Erst Sun Valley und Leute wie Bill Gates begriffen,

welche zivilen Aufgaben der IT-Entwicklung und einer

darauf bezogenen IT-Politik gestellt sind.

Die IT-Bewegung hat mit der weltweiten Piratenbewegung

ihre zivile Avantgarde gebildet: Das heißt: Nicht Zivilsten

haben eine revolutionäre Partei konzipiert. Sondern eine

totale Zeiterscheinung, die digitale Robotik und Telematik,

mit den virtuellen, der sinnlichen Kontrolle entkoppelten

Seinsweisen, zwingt den intelligeneren Teil der teilnehmenden

Menschheit dazu, sich politisch zu formieren.

Dem stehen die Traditionen, Abhängigkeiten und

machtbegehrlichen Dispositionen der Gegenwartswelt in

vielerlei Hinsicht entgegen. Wo ein weltweites Problem

auf lokale und regionale Menschen stößt, sind weltweite

naturwissenschaftliche Konzepte noch nicht die sozio-politischen

Lösungen. Deshalb müssen die bürgerrechtlich-liberal

angesprochenen PIRATEN jeweils kulturspezifische

Programme und Ausprägungen herstellen. Bürgerrechtler

in USA, wie Martin Luther King hatten andere Aspirationen

als Sacharow in Gorki. Heinrich Heine hatte andere als

Ralf Dahrendorf. Die europäische Revolutionsgeschichte

hat zwar Nationen in der europäischen Union zusammengebracht.

Doch man achte auf die sehr verschiedenen Ausprägungen,

sowhol der Staatlichkeiten wie der Arbeitsteilungen oder des

Liberalismus, wie in Frankreich anders als in England anders

als im 1. Deutschen Reich, im Zweiten deutschen Reich,

im Dritten Deutschen Reich und noch mal völlig verschieden

in der ersten Bundesrepublik.

Bis heute wird kaum beachtet, dass die Deutschen der

ehemaligen russisch besetzten deutschen Ostzone,

der späteren DDR, bis 1989, niemals vorher eine republikanische

Freiheit erlebt hatten. Deshalb haben die Deutschen heute ein

besonderes Problem mit Dienstklassenmentalität und

Unverständnis des Liberalismus. Die historisch völlig

verbrauchten Begriffe von Recht und Ordnung, Autorität und

Führung, bedingen, besonders unter den DDR-Ostdeutschen,

eine Ideologie eines vermeintlich dialektischen Verhältnisses

von Freiheit und Sicherheit. Freiheit als Bedrohung von

Sicherheit. Dem gegenüber steht ein idealistisch-utopistischer

Irrglaube, der sich, abgekürzt, mit dem Bild des

Kapitalismus-Vampirs. Im christlich-ideologisch geprägten

Hintergrund bietet die Erlösungshoffnung auf „Kommunismus“

den wirklichkeitsfremden Spielraum der politischen

Erleichterung. Das atheistische Heidentum der DDR-Deutschen

wirkt auch deshalb so nachhaltig, weil es die allzumenschliche

Tradition der Realitätsflucht und Erleichterung fortsetzt.

Unfreiheit, Unterwerfung, Inunrechtsetzung, Restriktionen, Bestrafung.

Es bedarf einer geistigen und einer sozialen Anstrengung,

eine Partei zu entfalten. Es ist keine Kunst, aus einem

Freiluft-Schwarm eine Caféhausgemeinschaft zu machen.

Man wartet auf einen Regenschauer und öffnet die Tür.

Mit einem Stichwort, Freiheit, Maté, Kaffee, Bier, Joint oder Ficken,

findet sich der Common Sense. Zur Aktivierung wird einfach

nach den Gegeninstanzen gerufen: Unfreiheit, Kein Saufen,

kein Rausch, kein Sex.

Aufklärung bei Immanuel Kant:

Die Kritik der Urteilskraft: Die Gemeinschaft muss sich auf

sprachlich gefasste Sätze

verständigen, die sich auf eindeutige Wertbestimmungen

und Wertverwirklichungsstrategien festlegen lassen.

Es geht um das in Geltung Setzen der Sprache. Es geht um

das Denken der Sprache vom Wissen um ein Können vom

Handeln.

Ich bin als freier Mensch geboren.

Die vier Fragen:

Was kann ich wissen?

Was muss ich tun?

Was darf ich hoffen?

Wie ist der Mensch?

Die Entzauberung des marxistischen Irrlaufs.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Werte der

Französischen Revolution.

Triebverwirklichung, Triebhemmung, Triebverzicht:

das Drama des inneren und äußeren Schweinhunds.

Die Weltgeschichte integriert ein Wunder – mit oder ohne

uns Menschen. Es gibt eine neue Sinnlichkeit infolge der

sexuellen und der digitalen Kommuni-kations-Revolution.

Sämtliche Ligaturen unserer individualen und sozialen

Traditionen sind geschwächt und im Wandel. Die

menschliche Fortpflanzung ist nicht mehr an die Paarung

von Mann und Frau in traditionellen Familien gebunden.

Die IT-gestützte virtuelle Sozio-Kultur schafft Umgangsformen

ständig wechselnder Kollektive, die keine sinnliche Ortsbindung

aufweisen und damit die gegenseitige soziale Kontrolle

auflösen. Zwischen der alten Leiblichkeit und der virtuellen

An- bzw. Abwesenheit entstehen die neuen Lebensformen

der Dynamisierung, der Lähmung, der Irritation, der neuen

Ligaturen und Anomien. Das Manifest ist auf die geltende

Satzung der Piratenpartei Deutschland bezogen und wahrt

deren Werte und Normen.