Fidel Castro 1926 – 2016 – Kurznachruf

November 26, 2016

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Vom Samstag, 26. November 2016

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Der kubanische Revolutionär und langjährige Staatsführer, Fidel Alejandro Castro Ruz, wurde am 13. August 1926 in Biran im Osten Kubas geboren, ist jetzt 90-jährig, am 25. November 2016, in Havana gestorben.

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Die kubanische Führung hat eine neuntägige Staatstrauer ausgerufen. Die Trauer gelte ab Samstag und werde bis Sonntag, den 4. Dezember dauern, erklärte der Staatsrat in einer kurzen Mitteilung. In dieser Zeit würden „alle öffentlichen Aktivitäten und Veranstaltungen“ ausgesetzt. Am 4. Dezember werde Castro dann beigesetzt.

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Fidel Castro hatte noch zwei Brüder und vier Schwestern sowie mehrere Halbgeschwister. Fidel Castro wurde zeitlebens von vielen Kubanern für die Befreiung Kubas von der Vorherrschaft der USA verehrt. Verheiratet war Castro mit Mirta Diaz-Balart (1948-1955) und Dalia Soto del Valle (1980). Er hat einen Sohn mit Mirta Diaz-Balart, fünf Söhne mit Dalia Soto del Valle. Zudem ist offiziell bekannt, dass er eine uneheliche Tochter hat; weitere uneheliche Kinder werden ihm nachgesagt.

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Fidel Castro hatte als Kind wohlhabener Plantagenbauern Zugang zur „frühkapitalistischen“ sozialen Welt auf Kuba seiner Zeit, war ein (römisch-katholischer) Jesuitenschüler, konnte dann die Rechte an der Universität Havana studieren, politisierte sich sozialkritisch und nahm sehr bald an den Rebellionen in der Dominikanischen Republik und in Kolumbien teil. Castro wollte im Jahr 1953 den kubanischen Präsident Fulgenico Batista durch einen gewaltsamen Angriff bei den Moncada Barracks beseitigen. Das misslang und nach einem Jahr Haft ging Castro nach Mexiko, wo er eine Revolutionsgruppe bildete – die „26. Juli-Bewegung“. Beteiligt war auch sein jüngerer Bruder Raúl Castro, der heute Fidel Castros Nachfolger als kubanischer Präsident ist. Beteiligt war auch der prominente argentinische Revolutionär Ernesto Che Guevara. Sie begannen einen Guerillakrieg zur kubanischen Revolution und übernahmen im Jahr 1959 gewaltsam die militärische und politische Macht in Kuba. Nach der Machtübernahme der pro-amerikanischen Regierung bildete Castro unter dem Einfluss der damaligen Sowjetunion eine kommunistische Regierung. Der Diktator Fulgencio Batista wurde vertrieben. Fidel Castro wurde Premierminister.

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Castro führte eine Landreform und die Verstaatlichung von Unternehmen durch und hatte schnell die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion, begab sich aber immer weiter in die Abhängigkeit. Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise, die das kommunistische System aber allen Unkenrufen zum Trotz überlebte. Der Not gehorchend rangen sich Fidel und sein Bruder Raúl Castro zu begrenzten marktwirtschaftlichen Reformen durch.

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Dietmar Moews meint: Schon als Kind empfand Castro die sozialen Verhältnisse auf der Insel als zutiefst ungerecht.

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Fidel Castro war eine Jahrhundert-Persönlichkeit, mutig, intelligent und mit allen realpolitisch-tragischen Verantwortungs-Konflikten, auch auf blutige Weise konfrontiert. Castro ließ Opponenten und Dissidenten öffentlich hinrichten oder wegsperren. Um Castro einzuschätzen darf man sich vor Augen halten, dass das castroische Kuba, mit ständigen Subventionen aus Moskau, ein hochentwickeltes Sozial-Hilfssystem aufgebaut hat. Kuba hat eine weltweit anerkannte medizinische Forschung und Praxis. Wir haben den Michael Moore-Patienten-Einsatz unversorgter USA-Patienten, die Hilfe in Kuba erhielten (als schwarze Seite der hängenden rückständigen „OBAMA-CARE“) lebhaft vor Augen.

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Es ist Fidel Castros Schaffenskraft zu verdanken, dass KUBA unter allen lateinamerikanischen US-Kolonien eine würdevolle Autarkie entwickelt konnte, die jedenfalls im Vergleich zu allen anderen US-Kolonien einzigartig dasteht. Ob in Haiti oder der Dominikanischen Republik, ob in Kolumbien oder El Salvador, von Mexico bis Argentinien, sind die selbständigen Staaten, wie Chile und Kuba, als ein Inselstaat, historisch herausragende Ereignisse, mit einem allgemeinen weitreichenden staatlichen Bildungs- und Gesundheitssystem. Darunter ist Fidel Castro, einschließlich der Schritte auf die USA hinzu, wie zuletzt der Besuch US-Präsidents Obama bei Kubas Präsident Raúl Castro, immer mit Wandel- und Zukunftshoffnungen beschäftigt gewesen.

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Es ist mit Spannung zu erwarten, was Fidel Castro, der in den vielen Jahren seiner Machtausübung in unzähligen mehrstündigen Reden an das kubanische Volk, stets die Bindung und die Sicht zur politischen Lage erklärt hatte, noch zusätzlich an Einsichten hinterlassen haben mag.

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Was hat es aus Castros Sicht mit den empirischen Entwicklungen des „kommunistischen“ Kubas auf sich?

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Kuba musste stets unter enormem ökonomischem und politischem Druck der USA um das unabhängige Überleben kämpfen. Und konnte währenddessen dennoch humanitäre und militärische Hilfe in Angola (Afrika, mit angeblich über 300.000 kubanischen Soldaten) und in Lateinamerika leisten. Während die Kubaner gleichzeitig selbst an der Schnittstelle zwischen Ost und West auch an Irrtümern und falschen Hoffnungen mehr anthropologischer und soziologischer Art, im Sinne „revolutionärer“ Partizipation bzw. politischer Verkümmerung litten.

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Wer nicht – wie Castros Schwester Juanita oder seine uneheliche Tochter – nach Florida abhaute, trank einen Rum, rauchte eine Havana, freute sich über die hervorragenden kubanischen Amateurbox-Sportler bei olympischen Spielen und über das freundliche Klima und fand sich weitgehend mit der friedlichen Stagnation des Lebens im Castro-Sozialismus ab.

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USA / Kuba – Anachronismus diplomatischer Augenhöhe

Juli 20, 2015
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vom Montag, 20. Juli 2015

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Anne-Katrin Mellmann schrieb heute, 19. Juli 2015, für die ARD-Tagesschau:

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Offizieller Neustart der Diplomatie: USA und Kuba eröffnen Botschaften

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Historischer Moment nach jahrzehntelanger Eiszeit: Kuba und die USA eröffnen wieder Botschaften im jeweils anderen Land. Ein weiterer Schritt der Annäherung, der vor allem Kuba verändern dürfte. Touristen drängen auf die Insel, bevor sie nicht mehr wiederzuerkennten ist.

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Dietmar Moews meint: Es ist schön, wenn die Menschheit miteinander kommuniziert und dabei Erfolge wirksam werden, die den Beteiligten Freude machen:

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Der US-Präsident Barack Obama (Democratic Party) zeigt in seiner zweiten Amtsperiode, mit seinen weltpolitischen Aktivitäten des ATOMABKOMMENS mit IRAN und mit den neuen zwischenstaatlichen Diplomatischen Beziehungen zu KUBA und zu den beiden alten Befreiungskommunisten. Fidel und Raul CASTRO.

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KUBA ist ein außenpolitisches Symbol für eine us-amerikanische Dauer-Psychose: Die United States sind vom ROTEN KOMMUNISMUS umzingelt und Kuba ist der Horchposten des STALINISMUS.

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OBAMA zeigt, dass es politische Spielräume in den USA gibt, zwischen den provinziellen Hardliners und der eingewanderten französischen Revolution, zwischen den Think Tanks der IT in Californien und den Harvard-Koryphäen, zwischen der alttestamentarischen Unerbittlichkeit und der Kultur des Voluntarismus nordamerikanischer Einwandererfamilien.

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Kuba wird jetzt gute Nerven und Erdverbundenheit brauchen, dass nicht die us-cubanischen Investoren aus Havanna Las Vegas machen.

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Es reicht Guantanamo statt Alcatras.

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Diplomatie und Krieg als Friedensordnung

April 7, 2015

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vom Dienstag, 7. April 2015

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US-Präsident Obama verhandelt mit Iran-Präsident Ruhani, Türken-Chef Erdogan reist nach Teheran, der griechische Ministerpräsident Tsipras besucht Putin in Moskau, Cuba und die USA normalisieren ihre Beziehungen – in dieser Art.

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Die aktuelle Diskussion über die deutsche Politik mit Blick auf die eigenen europäischen und westlichen Bündnisse, wie die E U, die Nato, die U N und zahlreiche weitere, bindet und trägt Deutschland.

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Von diesen internationalen Vertragsbindungen hängt wesentlich entscheidend die Verwirklichung der nationalen Interessen und der Friedenssicherung.

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Wirtschaft und Krieg werden durch den harten Entscheidungsgang um Vorteile auf Kosten anderer – da geht es nicht um Win-Win, sondern um Konfliktlagen – mit den Mitteln der bündnisinternen Beteiligung und nach außen gerichtet durch Kommunikation und Diplomatie sogenannter Außenpolitik gestaltet.

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Im Süden Saudi-Arabiens wird momentan ein gewaltiger Luftkrieg gegen den Jemen inszeniert. Viele andere arabische Staaten beteiligen sich.

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Es wird erklärt, im erweiterten „Vorderen Orient“ seien nun mal unheilbare Machtkonflikte wirksam, die sich als Ersatzkriegsschauplätze innerhalb des Islams abspielen. Es stecken angeblich immer der Iran und die schiitische Orientierung und die Sunniten auf der Gegenseite die treibenden Kriegskräfte.

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Daneben stehen aber militärische und wirtschaftliche Mitspieler, deren Einfluss und Verantwortung sehr fragwürdig sind:

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Angeblich wird der Iran von Russland unterstützt. Angeblich unterstützt der Iran die schiitischen Kräfte im Jemen gegen die sunnitisch-jemenitischen Machthaber. Aber der Iran kann die schiitischen Huthi-Rebellen nicht kontrollieren und steuern.

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Unzweideutig wird Saudi-Arabien vom Westen geradezu getragen. Dafür stehen die saudiarabischen Ölquellen, die der Westen beansprucht und weitgehend kontrolliert. Deutschland macht den Nutznießer und das Waffengeschäft. Saudi-Arabien bombardiert den Jemen mit deutscher und us-amerikanischer Rüstungstechnik.

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Der Westen kann Saudi-Arabien weitgehend steuern. Der Westen heizt den schiitisch-sunnitischen Islamzwist fortwährend an.

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Dieses ist überwiegend eine Interessenpolitik des Westens. Eine Friedensordnung ist das lediglich durch die erhoffte regionale geografische Ausgrenzung. Weder in USA noch in Europa treten die Sunniten militärisch auf.

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Charlie Hebdo sollen angeblich von jemenitisch-schiitischen Huthi ausgegangen sein. ISIS und I S sind derzeit äußerst aktive aggressive sunnitische Militärorganisationen, allerdings innerhalb der sunnitisch-arabischen Regionen (Irak, Syrien).

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Die Konfliktlinie ist leicht erkennbar:

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Sowohl die schiitischen Huthi im Jemen wie auch der die Huthi unterstützende Iran, als auch die sunnitischen ISIS – also zusammengenommen militärische ISLAM-Entitäten (auch in Afghanistan, Pakistan oder auch in Kenia und Nigeria) opponieren militärisch gegen den Westen.

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Die Kriegspolitik des Westens als eigene Friedensordnung zur Verwirklichung westlicher Wirtschaftsinteressen ist offensichtlich plump und holprig, aber gut geeignet die Vorherrschaft der USA zu festigen.

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Israel, das wirtschaftspolitisch und parlamentarisch vollkommen in das US-Herrschaftssystem integriert ist, verfolgt momentan zwei entgegengesetzte

Schlagrichtungen:

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EINS Der israelische Massakerpolitiker Ministerpräsident Netanjahu lehnt jegliche diplomatische Verhandlungen zwischen den USA und Iran ab. Israel hat selbst den Atomwaffen-Sperrvertrag nicht unterschrieben und unterhält vollkommen unkontrollierte Atomwaffen auf boden, luft- und wassergestützten Trägersytemen, sowie auf Drohnen. Israel bedroht permanent den Iran mit militärischen Angriffen und muss deshalb fürchten, dass der Iran eigene Atomwaffen anschaffen will.

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ZWEI In den Dauerkriegen des Westens in der arabischen und islamischen Welt ist Israel meist direkt und indirekt beteiligt. Momentan muss Israel ansehen, wie die USA und die Türkei mit dem Iran verhandeln, wie die E U mit Putin verhandeln – und immer geht es um Wirtschaftsinteressen und eine Friedensordnung.

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Dietmar Moews meint: Sollte Obama die Verträge mit Ruhani hinbekommen, könnten schon in Kürze wieder Botschafter ausgetauscht werden und diplomatische Beziehungen aufgenommen werden.

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Wenn Erdogan – als sunnitisches Nato-Mitglied – mit dem schiitischen Iran sich diplomatisch verständigen kann, damit auch die türkischen Regionalinteressen hinsichtlich von schiitischen Hisbollah, aber auch von sunnitischen ISIS in Syrien gepflegt werden können, auch Fragen der Atombewaffnung eruiert werden – so sind das alles bilaterale diplomatische Aktivitäten: Reden anstatt Killen und Bomben.

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Gleichzeitig wird die Kriegstreiberei seitens des WESTENs gegen klientelisierte bzw. unwillige ISLAM-Staaten vorangetrieben.

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Zweifellos hat in diesem ziemlich undiplomatischen Kraftakt der kleine Teil der kranken Massaker-Israelis explizit das Ziel, die Vielzahl der Gewaltkonflikte anzutreiben – statt überhaupt mal selbst eine Vorstellung einer möglichen praktischen Friedenssordnung (auf Hillel) zu durchdenken.

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ZUGINSFELD 27 "Man kann ja nie wissen" DMW 548.2.99, 198cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt

ZUGINSFELD 27 „Man kann ja nie wissen“ DMW 548.2.99, 198cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt

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Die deutsche Staats-Fernseh-Nachrichten hatten über Ostern eine Nahost-Thematik mit eingeblendeter Landkarte: Da waren die Flächen Israels hellgrün gefärbt – in den Grenzen von 1967 – kein Wunder, dass es in Israel Armaggedon-Politiker gibt, die von Groß-Israel“ reden:

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Ein nomadisches Volk wird sesshaft? – Waffendiplomatie über Babylon, Bagdad bis Kuwait.

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