NZZ – die Neue Zürcher Zeitung muss schon wieder häuten

Dezember 15, 2014

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am Montag, 15. Dezember 2014

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Seit über 40 Jahren kaufe und lese ich die Neue Zürcher Zeitung (fast täglich – wie mehrere andere wichtige Blätter). Ich mache das als Soziologe zur Massenkommunikation, aber es war stets auch meine tägliche Weitererarbeitung von Bildung im weiteren Begriff:

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Ich möchte mich auskennen. Ich möchte die Dispositive erkennen, wie man die Verhältnisse, denen man ausgesetzt ist, mitbestimmen kann.

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Die NZZ ist, wie es die ZEIT in den 1980er Jahren war, wie es Süddeutsche und FAZ teils heute noch sind, meine täglichen Readers Digests.

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Im Laufe der Jahre wurden diese Blätter entwickelt, verändert, teils coupiert. Es gingen geniale Autoren tot, wie Armin Mohler für die WELT oder die NZZ, wie Hans Platschek, wie Annemarie Schimmel, Walther Schmieding, Petra Kipphoff, Manfred Sack, Eike Geisel oder Christian Schulz-Gerstein, natürlich schöner, sie leben – Verena Lueken und Jürgen Kaube – oder sie kommen zu kurz.

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Die NZZ wurde inzwischen mehrmals erheblich verschnitten. Ausgezeichnete Redakteursstellen und Texte von herausragenden Autoren mussten eingespart werden – das Blatt wurde dünner und dünner. Es geht den Spitzenwettbewerbern in deutscher Sprache ähnlich. SZ und FAZ müssen sich ausquetschen, die taz bettelt die schwindende Genossenschaft an, Rheinische Post, Münchner Merkur, Frankfurter Rundschau – wichtige Farben, für immer verloren. Das hat nicht mit dem Internetz zu tun. Es geht um einen disponiblen Geldbetrag am Werbe- und Kommunikationsmarkt, der von allen umkämpft wird.

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Knapp und begrenzt wird Qualitätsautoren-Arbeit stets gefragt bleiben. Es sind einfach nicht genügend Sonnenplätze vorhanden. Quote ist nicht Quote – auch wenn Geld einfach nur Geld ist.

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Jetzt hat die NZZ also den langjährigen verdienten Chefredakteur und Disponent Markus Spillmann verabschiedet:

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NZZ, Seite 25, vom 11. Dezember 2014: „Innovativer Gestalter. Zum Rücktritt von NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann …Ende Jahr von seinen Funktionen zurück. Nachstehend eine Würdigung von Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe. …“

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Dietmar Moews meint: Die NZZ blickt seit Jahren auf die wachsenden betriebswirtschaftlichen Verknappungen und sucht nach neuen Organisationsstrukturen.

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NZZ-Verlags-Eigentümer und Medienfachleute waren und sind sich einig – die NZZ muss die Leistung steigern und die Kostenseite senken. Markus Spillmann hatte schließlich andere Vorstellungen als die Entscheider der NZZ. Nun hat man sich getrennt.

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Für mich als Konsument der NZZ besteht die Hoffnung, dem NZZ-Verlag wird es auch zukünftig gelingen ein intelligentes Blatt, mit welt- und europapolitischem Scharfblick auf Deutschland und den Schweizer Föderalismus, zu liefern und wünsche dafür viel Glück.

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MERKELs NEUE SINNLICHKEIT zum ZEITUNGSKONGRESS

Oktober 1, 2014

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am Mittwoch 1. Oktober 2014

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Es gibt Müllhalden, Wertstoffsammelstellen und Recyclingtechnik. Bei den Erklärungen, Verlautbarungen und verbalen Geräuschabsonderungen der derzeitigen deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist in der Regel verschleiert, worin die interessanten Punkte der Botschaft jeweils liegen.

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Merkel verschleiert immer Hinweise auf die entscheidende Mitteilung. Meist vermeidet sie die blanke Lüge, sondern bringt Beugungen und Abwiegelungen bis zu Bullshit.

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Kölner Stadt-Anzeiger-Verleger Alfred Neven-Dumont sprach in Berlin

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Anlässlich des Zeitungskongresses: Kongress des Bundesverbandes der Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin legte Merkel eine Betonung auf zwei Aussageperspektiven:

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Für die Wähleröffentlichkeit sagte sie: Zeitungen sind Zeitungen, elektronische Medien sind im Kommen, Menschen haben Informations- und Kommunikationsbedarf, egal wie bzw. das ist eben nicht egal. Es entwickelt sich zu neuen Medien hin, von den großen Auflagen-Holzzeitungen und täglichen Abo-Lieferungen im Briefkasten weg. Aber, wer will schon ununterbrochen Online sein.

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Für die traditionelle Holzpresse sagte sie: Die Verlagshäuser werden weiterhin erfolgreich am Markt sein, wenn sie Qualitätsjournalismus anbietet. Sie werden auf eigenen Internetz-Plattformen ihre qualitativen Printinhalte als „Paid Content“ anbieten können und von den Kunden bezahlt bekommen.

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Alphons Silbermann sprach in Köln

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Dietmar Moews meint: Marktwirtschaft als selbststeuernde Nachfrageorientierung hinzustellen ist das billige Verständnis, das das Hauptthema der Verlage ignoriert: Profitorientierung / Profitzwang und Rationalisierung.

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Die unsinnliche 24-Stundenbereitstellung von weltweiten Inhalten macht den Menschen noch nicht zum 24-Stunden-Grottenolm, der permanent online ist.

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Die schwache sinnlich soziale Erscheinungsform eines 1.0-Konsumenten im Unterschied zu P to P-Beziehungen und die schrumpfenden sozialen Spielräume Tagesnachrichten, lokalpolitische und weltpolitische Inhalte zu besprechen, schwächt auch die Repräsentanz von Sozialität.

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Es ist keine Koordination der zu kommunizierenden Inhalten durch auswählende themenführende Redakteure mehr die Grundlage der täglichen Kommunikation.Sondern die auf dem weg zur Arbeit in der U-Bahn Sitzenden, die ihren App abspielen,beziehen vollkommen heterogene Themen und Inhalte, sodass über diese 1.0-beziehung keinerlei P to P-Kommunikation zu den Tageswichtigkeiten möglich ist.

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Wer täglich eine Tageszeitung im Briefkasten stecken hat, muss diese Zeitung ja nicht lesen – aber sie gehörte zu einem „normalen“ Haushalt und in jeder Familie. Nachbarn konnten sich als BILD-Leser oder ZEIT-Abonnenten FAZ- oder Lokalblatt-Bezieher gegenseitig kennen.

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Wer heute mit Ohrstöpseln auf der Straße gesehen wird, nimmt an einer ganz eigenen Vorstellungswelt teil. Er und Sie dürften nicht so ein dämliches Gesicht machen, wie fast alle, die so rumlaufen und rumstehen, damit der Anblick nicht auf die Idee bringt, hier ist ein Zeitgenosse, der weiß, was um uns herum geschehen ist und geschehen wird – wie woher sollte er das wissen.

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Frau Merkel verkennt, dass das Qualitätsargument: Da es immer Menschen höheren Bildungsgrades und höheren Informationsbedarfs gibt, können die Verleger auch in Zukunft auf Nachfrage und Absatz für kostspieligere Qualität sich verlassen, ist unsinnliches Geräusch.

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Wäre Qualität ohne sinnliche Repräsentanz absetzbar, dürften die Werke von Immanuel Kant nicht ungelesen in Regalen rumstehen.

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Die gedruckte Zeitung als sinnliches Ereignis hat eine gewichtigere Rolle in jeder Wohnung, in jedem Briefkasten und auf jedem Lokus, vor aller Augen. Eine Antenne auf dem Dach oder ein Schaltkasten auf dem Bürgersteig ein Funknetzanschluss bieten das nicht. Wer weiß schon, was sich hinter einem intelligenten wachen Gesicht verbirgt? – eine Flatrate?

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