Geistloses Schloss der Preussen in Berlin eingeweiht

Juni 13, 2015
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vom Samstag, 13. Juni 2015

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Der Bürger hat Rechte vom Gesetz und durch den Rechtsstaat.

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Gestern wurde das Richtfest des „Berliner Schlosses“ mit staatlichem Getöse gefeiert.

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Ich habe Rechtsstaatsrechte. Meine Rechte werden so oft verletzt, dass ich diesem Berliner Regime nicht traue. Sie zerstören die lokale Politikbindung und den Föderalismus.

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Ich fühle mich zwischen IT-Drohnen, aktiver Käuflichkeit und Ethik schlecht geführt!

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Privatpersonen, Organisationen, Firmen und der Staat verletzen meine Rechte. Der deutsche Staat trickst die öffentliche Meinung aus und verhindert, dass Argumente und Meinungsbildung entstehen können.

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Und die gekaufte Wissenschaft rahmt den geistlosen Unkulturprozess mit mediokrem Personal und paradoxen Pseudo-Gutachten ein:

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Globus mit Vorgarten: Berlin Alt-Pankow 2010

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Wir hören:

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Bürgerinitiative: Die Kämpfer und Finanziers für dieses Wiederbauwerk „Berliner Schloss“ werden als erfolgreiche „HELDEN“ im Staatsfernsehen herausgestellt, anstatt zu zeigen, dass hier Halbwissen und Inkompetenz Geld und Massenkommunikation zur Durchsetzung schädlichen Stumpfsinns durchsetzen – mit letzter Luft wurde die Kampfparole „Humboldt“ ausgerufen:

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Keiner der Propagandisten des „Berliner Schlosses“ konnte eine anständige Vorstellung entwickeln, dazu. was mehr als das raumordnende Element der Fassaden und des camouflierten Beton-Kubus‘ gewonnen werden kann. (Wie weit die Werdersche Kirche vom Klassizisten Karl Friedrich Schinkel wirklich aufgenommen wird oder das Hauptgebäude der Humboldt-Universität oder der Berliner Dom?  – all diese eisenhölzernen Wunderwerke der Architektur – und die Kronprinzenpalais und Zeughaus, das Theater?)

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Dieses „Pseudo-Schloss“ wird ein brachiales Monument der zukunftslosen Geistlosigkeit sein. (Wir können schon mit der Umnutzungsfantasie oder der Abbruchfinanzierung beginnen).

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Der abgerissene „Lampenladen“ wäre zumindest ein denkmalschutzwertes Gebäude einer bedenklichen Architekturphase gewesen – denn die Asbestgebäude formten einen weiten „Alex“.

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Während jetzt die preussistische Angeberei der „Bauhelden“ nur zu retten wäre, wenn man den Dom (ähnlich Goethes Gartenhaus-Doublette von Weimar) originalgroß oben auf das Neubauschloss stellen würde: Eisenholz / Teakholz-Velours.

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EINS „Humboldt-Forum“ soll das neue „Berliner Schloss“ zukünftig genannt werden. „Humboldt“ soll hier der Weltreisende (jüngere) Humboldt, Alexander, sein: Alexander, der romantische Explorer Brasiliens, als Inspirator eines „Humboldt-Forums“ im Berliner Schloss-Neubau-Nachbau.

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ZWEI Berlin – historisches Hauptstadt-Stadtbild

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DREI Deutsche Tradition von Preussens Gloria und Hohenzollerns Staatsgeschichte

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Dietmar Moews meint: Ich bin schockiert, wie die Debatte um die raumordnenden Wertsetzungen und konkreten Maßnahmen des Hauptstadtbaus bislang gelaufen sind.

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Es begann mit der missglückten Bestimmung des neuen Ortes der deutschen Hauptstadt: Berlin hätte es nicht werden dürfen.

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Alles sprach und spricht für Keetenheuves Bonn! (Wolfgang Koeppen „Das Treibhaus“)

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Dresden, Hamburg, München, Karlsruhe, Frankfurt am Main sind Deutschland, haben unter Preussen gelitten, und wären ein weniger belasteter Neustart ins europäische Vereinigungsdeutschland gewesen.

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Der Königsweg lautet: Bonn + gesamtdeutsche neue Verfassung.

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Zu EINS: „Humboldt-Forum“ soll das neue „Berliner Schloss“ zukünftig genannt werden. „Humboldt“ soll hier der Weltreisende (jüngere) Humboldt, Alexander, sein: Alexander (1769-1849), der romantische Explorer Brasiliens, hat noch mit dem älteren Bruder Wilhelm Humboldt (1767-1835) einen leitenden preussischen Beamten als Universitätspräsident von Hegels (1770-1831) Gnaden zur Verstärkung.

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Was soll ausser der preussisch-deutschen Selbstbestimmung, Rückblick und Kolonialbewusstsein mit dem Humboldt-Thema geeignet sein, die Welt und die Integration Europas schmackhaft zu machen?

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Weder Alexander noch Wilhelm von Humboldt noch Georg Wilhelm Hegel sind, ausgehend von der altehrwürdigen britischen und französischen Akademie der Wissenschaften, international beeindruckend.

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Leibniz (1646-1716) war der deutsche (sächsische / hannoversche) Vorkämpfer gegen die preussische Rückständigkeit in Berlin. Leibniz war der Gründer der Preussischen Akademie der Wissenschaften und der ersten Universität zu Berlin. Leibniz – Weltbürger und Weltreisender seiner Zeit, hielt lebendigen Kontakt zu den „deutschen“ Fürstentümern und deren Wissenschaftlern. Leibniz war in Paris, in London, in Wien, und konnte beim preussischen König die Bräsigkeit des Militarismus und der Religiösität durchbrechen. Leibniz bildete die frizianische Eselsbrücke zu Voltaire (1694-1778), nicht die Humboldts, nicht Hegel (1770-1831), Letzterer Recht- und Ordnung, Restauration und die Repetition des Wiener Kongress‘ aus preussischer Beamtensicht inspirierte.

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Der angeblich auf Europa und die Welt – und auf das deutsche Weltbürger-Entfaltungswesen selbst – ausstrahlende Impuls eines „FORUMS“, wie es das „Berliner Schloss“ angeblich werden soll – ist entweder ein bespaßter Indoor-Partykeller oder auch ein Inspirationskern mit erheblicher Aufladung und Nutzbarkeit:

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Dafür steht herausragend der Universalgelehrte und Weltbürger Gottfried Wilhelm LEIBNIZ – es ist das Lebenswerk von LEIBNIZ, dass darauf wartet, gehoben zu werden. Es liegt im Leibnizhaus in Hannover. Die Leibniz-Gesellschaft sitzt an der Nikolaikirche in Alt-Berlin.

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Unsere Schloss-Helden haben davon keinen Schimmer.

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Die Preussen-Propagandisten von Schloss und Humboldt scheinen nicht zu wissen, was Preussen mit Leibniz noch zu tun hätte. Der Ostpreusse Immanuel Kant steht hier als schockierende Biografie mit Weltbedeutung, was Preussen konnte: Preussen hatte seine Chance – und vergurkt: Der große Kant war lebendes Zeugnis der Vergurkung.

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Zu ZWEI Das Stadtbild der heutigen deutschen Bundeshauptstadt wird von mehreren stofflichen Tatsachen bestimmt:

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Erstens ist Berlins historische Herkunft nicht annähernd so tragend, wie viele große Orte – Aachen als fränkische Kaiserpfalz, Köln des Albertus Magnus und Römerort, Magdeburg als europäische Hauptstadt des Otto I., Dresden als sächsisches Philosophiemodell von Herrschaft und Kultur, Karlsruhe als Ort der badischen Demokratie nur als Andeutung. Die preussischen Könige hielten sich bevorzugt in Potsdam auf, nicht im Berliner Schloss.

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Zweitens ist Berlin keine bedeutende Stadtanlage, sondern ein aus den Dörfchen Berlin und Kölln zusammengewürfeltes Haufendorf, an einer jahreszeitlich wechselnden Wasserscheide von Spree und Havel.

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Drittens wurde Berlin im Zweiten Weltkrieg derartig zerschlagen, dass es keinen Wiederaufbau, sondern einen armseligen Neuaufbau aus der Not der Zeit nach 1945 werden musste.

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Viertens hat die Teilung und Aufteilung des unsouveränen Deutschlands, in drei Westzonen und eine Ostzone, in der ehemaligen Reichshauptstadt eine städtebauliche und sozio-kulturelle Neuauslegung erhalten: WEST war die Frontstadt der westlichen „Bundesrepublik Deutschland“ geworden. OST war die Hauptstadt der östlich-sowjetischen „Deutsche Demokratische Republik“.

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Damit war nach der Zerstörung der Vorkriegsbaustrukturen die gesamte soziale Funktion der beiden Teile Berlins hart zerschnitten. Was zusätzlich durch den Ostberliner Mauerbau von 1961 und die militärischen „Staatsgrenzen“ durch das gesamte Restdeutschland bestätigt worden war.

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Ost- und Westberlin blieben durch eine Gesamtumzingelung sowjetischer Sperranlagen, die Berlin umgaben, nach 1945 zwar zusammengeklammert, aber durch die militärische Staatsgrenze und die Mauer geteilt. Nur die alte S-Bahn, die Einflugschneisen und die wasserdurchflutete Landschaft dauerten als kontinuierliche stoffliche Verbindung der Stadt Berlin insgesamt. Die alte U-Bahn wurde von sowjetischer Seite abgeriegelt. Im Westberlin lebten Westberliner und „Wehrpflichtflüchtlinge“ – in Ostberlin lebte die SED-Nomenklatura. Die bedeutende Berliner Industrie sowie die ganzen Stammsitze der deutschen Weltfirmen waren gemeinsam verloren.

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Freie Universität West und Ost-Universität seit 1949 „Humboldt-Universität“ verfolgten geistig vollkommen getrennt gegensätzliche Wissenschaftsgrundsätze, wobei die Naturwissenschaften gemeinsam blieben.

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Ostberlin wurde zu einem „sozialistischen Hauptstadt-Stadtplan“ ausgelegt. Westberlin blieb im westlichen Wartestand – nicht mehr Produktionsort, nicht mehr Verwaltungsort, nicht mehr deutscher Herrschaftsort, aber westdeutscher Sozio-Politikort, ohne wesentliche städtebauliche Ambitionen. Man gebar aus dem Mangel die „Kiez-Szenerie“ Kreuzbergs – das alte Berliner Dorf kam wieder: Wedding blieb für sich, Spandau blieb für sich, Westend oder Grunewald. Tiergarten und Mitte – als Symbol das ehemalige Kommunikationszentrum „Potsdamer Platz“ – lagen brach. Moderne Ambitionen brachten die Nachkriegsarchitekten mit dem „Hansaviertel“, später mit dem postmodernen Spreeufer und herausgehoben, das heutige Kulturforum nahe Potsdamer Platz.

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Wer nach Dresden kommt, erlebt, was eine hohe Lage ist, was ein heiliger Ort ist – allein von der Stadtanlage. Dresdner erhalten quasi „per Geburt Schönheit ins Blut“. Berlin ist der schlechtgemalte Rinnstein, statt die gutgemalte Schlosstreppe: Auf nach Potsdam!

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Zu DREI: Wem die Reichshauptstadt Berlin als Fanal Preussens nicht genügt, genau an dem Ort nicht wieder anzufangen – wem die „Hauptstadt der DDR“ nicht zum Halse raushängt, weil vom Dynamo-Stadion bis zum Majakowski-Ring die von innenangerauhten Arbeitshemden den freien Atem ersticken, weil die Karl-Marx-Allee einen Privilegien-Mob verkörperte, wem die imperialistischen Botschaftsgebäude am Pariser Platz unsympathisch sind, wer sich 70 Jahre lang die bundesrepublikanischen Preussen-Elogen hat antun lassen, um dann im Potsdamer „Sanssouci“ auf Filzschuhen rumzurutschen, wen das schwarz-weiße Dress der Gesamtdeutschen Fußballer nicht an Hohenzollern erinnert, wer mehr in Kant die weltbedeutenden Universalien Leibniz‘ erkennt als beim beamtischen Hegel und trotzdem Berlin, das „Berliner Schloss“ und ein „Humboldt-Forum“ sich wünscht, wird sich auch zukünftig mit dialektischen Ereignissen abzufinden haben – die dann als „Paradoxien“ dekonstruiert werden werden.

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Die Vordenker und inhaltlichen Ansager für die zukünftige Nutzung des „Humboldt-Forums“ können einem nur das gerechte Grausen überstülpen.

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Weder der nominierte Intendant, der Brite Neil McGregor, noch der Wissenschafts-Simulant Horst Bredekamp kommen zu mehr als zu leeren Behauptungen:

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Das Humboldt-Forum ist keine zeitgenössische Wunderkammer, und das Humboldt-Forum wird das gestohlene Ehrenwort „Wunderkammer“ nicht lange missbrauchen können.

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Sowie die ersten Müllhalten der Artists in Residence als „Wunderkammer-Inhalte“ zur Schau gestellt werden und dazu, statt Leibniz‘ Genialität, Humboldtsche Romantik auf dem inferioren Versammlungsort des preussischen „Ordens pour le merite“, von Günther Ücker bis Durs Grünbein, als Falschgeld aufläuft, wird sich das internationale Interesse abwenden: Di hamma ooch – wird der stolze Sachse sagen. (Das Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss enthält die Wunderkammer von August dem Starken Liebhaber).

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POSTSKRIPTUM: Bereits bei der Neugestaltung des ehemaligen Reichstagsgebäudes – jetzt der „Deutsche Bundestag“ im Berliner Regierungsviertel, wurde, mit geradezu mafiotischer Härte durchgesetzt, dass alle die Zerstörung von 1945 überstandenen Innenausbauten, Sekundärarchitektur, Holzpaneele, Dekorationen, Wandgestaltungen, – einst von Paul Wallot und Otto Gussmann geschaffenn – die noch heute existieren, verheimlicht wurden.

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Alle diese harten Fakten in die Fach-Diskussion über die neue Ausgestaltung (nach 1990) des Reichstags überhaupt, die erwogen und diskutiert werden konnten, wurden von der Bundesregierung unterdrückt, Die denkmalgeschützten Auslegungen des Architekten Paul Wallot und des Innenarchitekten Otto Gussmann blieben  – natürlich –  in den 1990er Jahren mit staatlicher Gewalt spurlos beseitigt.

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So ist es mit der gesamten Innengestaltung des „Berliner Schlosses“ ebenfalls. Es wurden viele original erhaltene Elemente der Innenarchitektur unterdrückt und überhaupt nicht zur Diskussion zugelassen. Was wir jetzt bekommen, ist ein amorpher Stahlbetonklotz – außen wie innen ohne Geist. Wer es so möchte – bitteschön – auch ohne deutschen Geist: Wer in Deutschland nicht Geist abmahnt, kommt gar nicht erst zu Fragen eines deutschen Geistes (was das ist?)

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DIETMAR MOEWS auf der Augustusbrücke vor der Dresdner Frauenkirche

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Ich eröffne die Diskussion zur Frage, was ist deutscher Geist bei Leibniz? Was ist sächsischer Geist bei Leibniz? Was ist hannoverscher Geist bei Leibniz? Was ist preussischer Geist bei Leibniz? Was ist Geist zu Stadtentwicklung und Architektur?

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Was die „beste aller Welten“ bei Leibniz im „Satz vom zureichenden Grunde“ ist, wird auch der Laie nachempfinden können: Eine Honigsaugung.

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Leinwand öffne dich! – 65. Berlinale zur Kulturindustrie als Code

Februar 5, 2015
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vom Donnerstag, 5. Februar 2015

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Leinwand öffne dich! – heute abend wurde die Eröffnungsfeier der diesjährigen Film-Berlinale auf 3Sat-TV übertragen: Saal, Bühne, Anke Engelke, Berliner Dauerfex Dieter Kosslick, die internationalen Juroren, das Publikum als deren freie Mitarbeiter, die beiden Redner Kulturstaatsministerin Grütters und der neue Regierende Bürgermeister Müller:

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Die KULTURINDUSTRIE schafft das KUNSTWERK, das im Zentrum des KUNSTERLEBNISSES steht (wenn man es bereitstellt: 400 neue Videos in Berlin 2015).

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Das FILMKUNST-ERLEBNIS steht in der Mitte des sozialen Prozesses, in dem Publikum als Konsumenten, sämtliche Filmschaffende als Konsumenten, die Künstler und die vor- und nachgelagerten Aktiven als Produzenten, ein Werk erleben und zum Wertbestandteil des filmkulturellen Geschehens wird. So etwa sehen Filmfestspiele aus Sicht der empirischen Filmwirtschafts-Soziologie aus.

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Ich möchte damit nur verdeutlichen, welche Einordnung die Künstler in der Produktion des filmindustriellen Werkes erleiden – ob Schauspieler, Literaten, Musiker, Dramaturgen, alle künstlerischen Techniker am Set und im Studio, alle Technikentwickler der Aufnahme, der Verarbeitung, der Wiedergabe, Regiepersonal, Juristen, Kulturpolitiker, Salonpersonal, Geldorganisatoren und Publizisten:

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Was schert es eine verknitterte Logopädin, ob die Schauspielschülerin mal über einen roten Teppich stolpern darf?

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Wie ambitioniert ist die Kostümschneiderin, wenn kurz vor der Premiere ein Strassteil aus der Uniform fehlt?

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Auch Taxifahrer können stimmungsvoll sein, wenn der Fahrgast ein Schauspieler ist, der gar nicht anderes kann, als immer zu spielen, egal, was er gerade macht: Fahrgast, Schauspieler, Modell, Partylöwe, Bankkunde … er spielt den Bankkunden, bis er die Nerven verliert CUT!

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Diverse alljährlich wiederkehrende Filmfestivals sind MARKT und MESSE für alle, die auf die FILMINDUSTRIE reflektieren – so die 65. BERLINALE 2015.

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Kurz: Als Teil der deutschen Wirtschaft in meist internationaler Arbeitsteilung und dem Distributions-Markt hat die föderal organisierte deutsche „Filmförderung“ den Aspekt der „Freiheit der Kunst“ keineswegs im Auge:

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Deutsche Filmförderung versteht sich satzungsmäßig stets als INVESTITION, nicht als SUBVENTION. Es wird im Fund-Matching WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG betrieben. Wer Quote erzielt, darf wiederkommen.

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Immerhin ist es über viele Jahre inzwischen gelungen, eine deutsche Produktionswirtschaft anzufüttern (Babelsberg, München, Köln), die in Deutschland tätig ist.

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Das betrifft große Projekte von deutschen Filmindustriellen/TV-Filmschaffenden, die für den nach wie vor US-Amerikanisch-Englischsprachigen Fernsehabsatz gemacht werden, und – zumindest ästhetisch – auch in Kinos vermarktet werden. Die aber durchaus auch als Fernseh-Serien für andere internationale TV-Sender abgesetzt werden können – Indien, China, Europa, Südafrika, Russland.

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Das betrifft aber für die deutschen Filmmodells und Autoren auch mittels regionaler Filmförderungs-Fonds den Berufsstart zu schaffen, sich auf kleinen Festivals zu bewerben, letztlich auf allen Ebenen der Kulturwirtschaft anzugreifen.

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Wer zur Berlinale-Eröffnung persönlich gehen darf, hat zumindest Zugang. Welche Formen der zukünftigen Teilnahme daraus folgen ist letztlich immer von „ENTSCHEIDERN“ abhängig – wie eben so Entscheidungen getroffen werden:

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Die Kulturindustrie und die Filmindustrie sind vorrangig ein „Markt der Ideen“ des Selbstmarketings und des integrierten Projekt-Managements:

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Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die Chefsekretärin eines Siemens-Vorstandes für eine Film- oder Serienrolle besetzt wird, während eine reife Frau, als junge Erfolgs-Schauspielerin, immer weniger ihren PR-Postkarten-Abbildern entspricht und deshalb auf TV-Brüll-Talk-Shows, Dschungel-RTL oder Chanson mit Liebeslyrik für Bank-Jubiläen ausweicht.

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Dietmar Moews meint: Natürlich muss der Berufsarschkriecher den Gebern angenehm erscheinen und funktionieren.

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Kosslicks Auftritt zur Eröffnung war abgehalftert. Müde, aber immerhin im sicheren Gefühl, dass Berlinale 65. in der Reihe der Berlinalen – zwischen Redundanz und Innovation – mit dem Stichwort „erzählerische Kraft des Fernsehens“ erneut das sinnlose Ufer des an Wiederholung und Wiedererkennbarkeit inter-essierten Publikums erreicht hat.

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Die Luftnummer Anke Engelke war erneut zum Kindeln aufgeboten, schlechte Tagesform ständige Textunsicherheit und unprofessionelle Versprecher – angeblich war sie aber genau für Gedankenlosigkeit bestellt worden – ich finde es muss Esprit her – auch wenn jemand nur Guten Tag sagt. Wer hätte sie für einen Zweiminutendiskurs über Testosteron- und Östrogenschwankungen im mittleren Alter gerügt? – Herta Müller hat ja auch beschrieben, wie sie beim Weinen laufen gelernt hatte und beim Laufen weinen.

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Eine Unverschämtheit war dann die Kulturstaatsministerin Grütters, die eine unerwünschte schädliche Kompetenz-Anmaßung des Bundeskanzleramtes ist – wann wird der Posten endlich gestrichen?

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Was soll jetzt die Frauenquote bei der Darstellung von Frauen oder Männern, wenn die Schwätzerin von der Kunst rein gar nichts weiß?

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Was soll die Frauenquote im Kanzleramt oder in der Malerei? – Grütters? schlimmes Gerede vor einer FILM-Wirtschafts-Klientel zur Bienale-Begrüßung, die dazu brav clacqueurt.

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Besser wäre mal ein richtiges Aufgeld für Wim Wenders und Peter Handke – die Brisanz, die in der staatlichen Soßen-Produktion durchaus geeignet ist, Ästhetik und Qualität konkret von wirklichen Meistern anzuklagen, wie es sich gehört:

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Wir sind gerade in einer Kriegsvorbereitung, die über die staatlich geführte Massenkommunikation eingebettet wird in eine hitlerschlaue Konsumentenhaltung:

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Das hätte ich gerne mal aus dem Mund eines Film-Förderungsempfängers Wim Wenders, Werner Herzog oder des Persers Jafar Panahi gehört – wie ist es mit Video on demand, mit Netflix und Amazon zu Katzenvideos im Smartphon? –  wo sich die neue Kreativität einen neuen Weg der Zerstreuung und der Massenteilnahme sucht.

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Den Bundeszuschuss zur Film-Wirtschaftsförderung kann man Jahr für Jahr ohne eine solche Grütters-Camouflage hergeben.

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Zumindest hätte Frau Grütters was Wahres und Sinnvolles sagen müssen.

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Während mit dem im Munde gefrierenden „Freiheit der Kunst“ dem Thema „Deutsche Filmförderungs-Organisation“ weder Aufklärung, noch Information, noch Interpretation aus Sicht des machiavellistischen Staatswesens mit Blick nach USA, gegeben hat.

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Ja, Staats-Kultur – was soll das sein? Was macht dann die Kunst, die zur Staatskultur gemacht wird? Was wird aus der Staatskunst in der Staatskultur? – welche künstlerischen Aspekte werden denn abgeriegelt und vernichtet, wenn der Staat mit seinem Funktionärs-Personal eine Selbstorganisation aufzieht, an deren Türen dann alle drängen und rummachen müssen?

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Ich habe nichts gegen kommerzielle Angebote auf einem frei zugänglichen Markt.

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Was macht also der freischaffende Schauspieler mit den Ansagen einer solchen Kultursoldatin? Wird dann noch mal von Kunst, von Können, von Ausstrahlung, von Dramaturgie, von Darstellung, von Gefühl und Einfühlung, von Buch und Drehbuch, von guter und schlechter Besetzung gesprochen?

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Womit kommt der Gitarrist in die Massenmedien? – wenn er die Gitarre auf der Bühne kaputtkloppt, wenn er Löcher in der Nasenscheidewand hat oder überall nervt. Wenn Mike Reinhardt ein grandioses „Lady be good“ spielt, aber Paco de Lucia berühmt wird, ist die Kunst des Künstlers auf sein Erfolgsmarketing auf dem roten Teppich eingetrocknet.

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Von „Freiheit der Kunst“, die ja aus Sicht der Künstlerin gelten muss, nicht aus Sicht der Bundesregierung oder der Profitwirtschaft, weiß Frau Grütters nichts zu sagen. Dabei hat das unendlich vielfältige lebenswichtige Bestimmungen und Ambitionen.

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Und was hat der Dauerfex Koschnick gesagt?

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Immerhin hat der Regierende Bürgermeister Müller das Filmwirtschaftstreffen 2015 in Berlin organisieren lassen und das notwendige Metierwissen auf eine Aktualität gebracht, der man zwar die Peristaltik anmerkt, die aber dennoch in Maßen zu Stuhle kommt. Keiner verlangt für Berlin die erste LIGA – andere Messeplätze rangieren davor. Immerhin hat Müller nicht den blödelnden Wowereit zu geben versucht.

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Was Müller nicht kann, ist die Zeichen der Zeit zu lesen und Filmkünstler herauszufordern. Wir etablieren die Entfremdung, die Fernfuchtelei und die IT-Revolution hemmungslos. Müller müsste von Kosslick Kunstqualität fordern, statt lediglich auf den Standort- und Wirtschaftsfaktor und die große Zahl des Massenmarktes mittels beschleunigter Klein-Bild-Chaotik mitzusurfen.

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Diese Berlinale hat mit Kosslick einen Fex, der mit dem Fluss ins Meer schwimmt, dabei nett und konditionsstark herumlächelt und von einer Software ersetzt werden könnte:

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Online-Bewerbung – und Aiweiwei kommt mit seinem neuesten Film – jetzt auch als TV-Serie Online.

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Von den vielen Sponsoren der 65. Berlinale und von den neuen Filmen kann ich hier zur Eröffnungs-3Sat-Übertragung wenig Vernünftiges sagen.

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Und? Hatten Sie interessante Gespräche? Angenehmes Wiedersehen mit Kollegen? Saßen die Haare? Ach – jetzt haben Sie ein Problem mit den Haaren?

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