Der ISLAM gehört zum deutschen Schwachsinn

März 14, 2015
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vom Samstag, 14. März 2015

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Es hat keinen Zweck, die Sprache zur Verwirrung zu gebrauchen, außer sprachliche Verwirrung zu stiften und unsere Sprache für alle Fälle zu zersetzen, sollten wir mal unsere Kommunikation wirklichen Notwendigkeiten stellen müssen.

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Was soll bedeuten?

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Der Islam gehört zum Islam.

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Das Wort „Islam“ wird für sehr unterschiedliche Benutzungsbedeutungen von ganz unterschiedlichen Sprachgruppen benutzt. Die Aussage: „Der Islam gehört zum Islam“ ist deshalb eindeutig falsch, unzutreffend, widersprüchlich. Man nehme nur den ISLAM eines iranischen Schiiten und den ISLAM eines Bonner Salafisten – dann ist die Aussage: „Der Islam ist Teil des Islams“ Unsinn.

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Will man also die Sprache zur gemeinsamen Verständigung gebrauchen, muss man Sprecher und Hörer, Schreiber und Leser auf eine gegenseitig anerkannte und anerkennbare Sprachbedeutung (Semantik) abstimmen.

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So wäre dann die Aussage: „Die deutsche Geschichte ist Teil Deutschlands“ beinahe redundant. Denn eine sinnvolle Bedeutung von „Deutsch“, „Deutschland“ „das Deutsche“ lässt sich ohne die deutsche Geschichte gar nicht bedeuten und gar nicht verstehen.

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Wir stellen das Wort „Deutsch“ in die Gebrauchs-Zusammenhänge von Sätzen. Erst im Satz des Sprachgebrauchs wird „Deutsch“ überhaupt aus der überlieferten und erlebten Vergangenheit in die Gegenwart, in die Zukunft verständlich. Die deutschen Menschen waren und sind gemeinschaftlich von den geschichtlichen Geschehnissen betroffen und kommen geschichtlich daher. Siehe: Ludwig Wittgenstein „Das blaue Buch“

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Das Deutsche gehört zu Deutschland“ – heißt sogar, „das Deutsche definiert Deutschland“.

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Man kann durchaus sagen: „Das Türkische gehört zur Türkei“ – das stimmt und ist verständlich.

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Sagt man: „Der Islam gehört zur Türkei“, so kann man verstehen, was gemeint ist. Gemeint ist sunnitische Tradition türkisch-osmanischer Ausprägung, die auf den arabischen Koran bezogen wird. Es wäre widersinnig, würde man „Der Islam gehört zur Türkei“ abstreiten, weil das Schiitentum sich als der „ISLAM“ versteht, die Osmanen und Türken aber nicht schiitisch ausgerichtet waren und sind.

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So kommt man mit dem Satz: „Die türkische Geschichte gehört zur Türkei“ zu einer deutlichen verständlichen Aussage, angesichts von Geschichtstatsachen der Vorgeschichte der heutigen Türkei.

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Man kann auch sagen: „Die islamische Geschichte gehört zur Türkei“ – dazu sind spezielle Geschichtskenntnisse nötig, zu verstehen ob und was damit gesagt sein kann.

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Man kann sagen „die türkische Geschichte gehört zum Islam“ – muss sich aber gut mit der islamischen Geschichte auskennen. Denn manch Indonese oder Jemenit oder Saudi-Araber wird den eigenen ISLAM nicht in Zusammenhang mit der türkischen Geschichte verstehen mögen.

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Mit einer entsprechenden Satzaussage: „Die Türkei gehört zu Deutschland“ verliert der Satz konkrete Verstehbarkeit und wird vieldeutig. Ebenso geht es mit „die türkische Geschichte gehört zu Deutschland“. Sinnvoller wäre die Ansage „Es gibt Schnittmengen von deutscher und türkischer Geschichte“.

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So kann man sagen: „Die Schnittmengen türkischer und deutscher Geschichte gehören zu Deutschland“. Es wird dadurch allerdings deutlich, dass damit eine Allfälligkeit, aber keine Sinnfälligkeit zur Definition des „Deutschen“ im engeren Sinn ermöglicht wird.

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Dietmar Moews meint: Die Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“ ist semantisch UNFUG. Die Behauptung, „der Islam gehöre zur deutschen Geschichte“, ist ungeeignet, zu verstehen, was mit dem aus der Geschichte kommenden, gegenwärtig angängigen „DEUTSCHEN“ los ist:

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Die islamische Geschichte gehört zu Deutschland“ – hier muss man die Gesetzmäßigkeiten unserer Sprache anerkennen:

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Wenn ich mir auf dem Sklavenmarkt einen Sunniten zu Eigentum erwerbe, kann ich sagen: Der „Islam, in Form dieses sunnitischen Sklaven, gehört (zu) mir.“ Aber darum geht es doch nicht bei folgender staatlichen Aussage:

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Der Bundespräsident Wulff gehört zur deutschen Geschichte“ – Ja, so ist es.

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Der Bundespräsident Wulff hat gesagt, „Der Islam gehört zu Deutschland“. – So war es nicht, so ist es nicht. Und diese Episode eines überforderten Bundespräsidenten und seiner Ansagen ist zwar Teil der deutschen Geschichte geworden. Dennoch wurde dadurch der Islam nicht Teil der deutschen Geschichte.

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Diejenigen Publizisten, die sagen und schreiben „Der Islam gehört zu Deutschland“ – so wie heute Thomas Kröter im KÖLNER STADT-ANZEIGER, Seite 4, sind Propagandisten. Thomas Kröter benutzt die Sprache als Sprachgewalt bzw. als Sprachvergewaltigung.

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Dieses ist ein schönes Beispiel dafür, wie ich den Begriff „LÜGENPRESSE“ benutze – wenn jemand die Sprache zum Zwecke der Bedeutungsbeugung oder Bedeutungsverschiebung missbraucht.

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KÖLNER STADT-ANZEIGER Seite 4, 14. März 2015

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Ich spare mir hier jetzt die Weiterungen, die in der Literatur, in der Poesie der Sprache oder als Sprache zur Sprachverwirrung vorkommen. Und ich verweise einfach auf die Sprache als ein fortwährender Sprachwandel durch Gebrauch zur Verständigung, zur Orientierung und zur Täuschung – beides.

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Doch kommen wir über den Wandel-Modus ebenfalls nicht zur Aussage: „Der Islam gehört zur deutschen Geschichte“ – will man sagen, dass Zuwanderer nach Deutschland ad hoc zu Deutschland gehören:

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Die Zuwanderer nach Deutschland gehören zu Deutschland.“ was bedeutet dann „gehören“, “gehört“, „hören“?

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Filmkritik: DIE WIRKLICHKEIT KOMMT – 15. Mai 2014, Uraufführung des Dokumentarfilms von Niels Bolbrinker in der FILMPALETTE Köln

Mai 16, 2014

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am 16. Mai 2014

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Niels Bolbrinker hat geschrieben, gefilmt und organisiert und stellt seine Arbeit öffentlich vor.

Die Filmpremiere von DIE WIRKLICHKEIT KOMMT fand am 15. Mai 2014 in Raum 1 in der Filmpalette, Köln, Hansaring, statt.

Mit einem Kurztext hat der Autor dem Publikum die Stichworte zugeworfen, Dokumentation, Mind Controll Victims und die politische Brisanz der IT-Revolution durch NSA:

Wer sich früher von unsichtbaren Strahlen verfolgt und am Telefon überwacht fühlte, galt als paranoid. Wer heute ein Lebenszeichen von sich gibt, wird registriert. Doch das ist erst der Anfang. Die Forschung geht weiter, die Wirklichkeit kommt.

Im Spiegel der Gedankenwelt von sogenannten Mind Controll Victims unternimmt der Film eine Reise zu den Labors und Rüstungsfirmen, die sich mit der Analyse, Überwachung und Steuerung von allen möglichen menschlichen Regungen und Ausdrucksformen befassen.


Es wird klar: jenseits des abstrakten Big Data Wahns, wird sich bald ein konkretes Netz an vorbeugender körperlicher Totalerfassung über unsere Wirklichkeit legen, während gleichzeitig die Neurowissenschaften mit der Optimierung unserer Gehirnströme beschäftigt sind.“

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Kritik von Dietmar Moews: Der Film läuft sehr gut durch, die Schnittsequenz ist vom Beginn zum Schluss hin in jedem Belang maßvoll gemeistert – im Erleben des Kritikers.

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Bolbrinker bietet ausgesprochen gediegene Bilder, die er einem klassischen Fotografenblick verdankt. Die ausgewählten Locations und Landschafts- und Architektureinstellungen (für die Berliner Filmförderung) sind wertvoll schön, ohne zum Schlöndorf-Kitsch abzurutschen. Unerhörte Musik, die Aufsprecher, der ganze Ton gediegen.

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Meisterlich ist auch das Ergebnis der Führungsarbeit von Niels Bolbrinker mit den verschiedenen Protagonisten, die als schauspielerische Laien einerseits, mit hoher Motivation als Poser, nicht von selbst beliebig „funktionieren“. Er nutzt seine Multirollen – als Regisseur, Autor, also Stichwortgeber, Kameramann und Aufnahmeleiter – die jeweils notwendige Intimität am Set vorzuhalten. Die als von staatlichen Strahlen verfolgten, leidenden Zeugen und Opfer der mind controll können sich zwanglos zur filmischen Dokumentation vorstellen. Sie hantieren mit Geigerzählern, berichten von ihren Selbsthilfe-Aktivitäten, Plakate und Wandzeitungen, Scrafitti und I-Phone-Fotos, Treffen und Beratung zum Erfahrungsaustausch mit anderen, die auch Stimmen hören, die Schlafstörungen kennen, die sich medizinischen Apparate-Untersuchungen anvertraut hatten. Alles ernsthaft, unspektakulär – was den Autor auszeichnet, denn ein Leichtes, daraus Klamauk und Lächerlichkeit werden zu lassen.

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Der Film bringt also Selbstdarsteller, die sich, Feinströmen und Mikrowellen ausgesetzt, selbst erleben. Zu bemerken sind biografische Aspekte dieser Protagonisten, die scheinbar alle Stalinismus und falsche Prophetie erlebt haben. Wer jahrelang mit Radio Free Europe gearbeitet hat, kennt alle Gerüchte der Mind Games, die auf dem Markt sind.

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Mit diesen poetischen Berichterstattern öffnet sich dem Filmbenutzer ein Kunstwerk mit authentischen Zutaten und Akteuren. Die reden über sich selbst, in dem sie ihre Sonderlichkeit in Alltagssprache erklären, sodass der Zuschauer kein Vorwissen benötigt, um selbst emotional angesprochen zu sein. Wer hätte nicht auch schon mal Kopfschmerzen gehabt oder unerklärliche Formschwankungen, kennt nicht die kleine Hypochondrie oder den Aufwach-Angsttraum?

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In einer zweiten thematischen Linie stellt Niels Bolbrinker auf solche Mind Controll Victims die harte positivistische Linie der einerseits instrumentalisierbaren Neuro-Mythen und den Kontroll- und Überwachungstechniken der Microchips, der Nanokünste, der Telematik und der algorithmischen Eingriffe – kurz, was wir heute den Begriffen NSA-Überwachung, Virtualität,Cyber War und Big Brother-Steuerung zuordnen.

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Hier stimmen die poetische Exposition und die harten Tatsachen, denen das Filmpublikum gewissermaßen zugespielt wird, nicht zueinander.

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Während die Poesie esoterisch versinkt, eskaliert die Robotik in Profitmaximierungen.

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Wo wirklich Herrschaft und Entmenschlichung stattfinden, die den Telematen, den CCCler, den Hacker oder Darth Vader vollkommen begeistern und auf Technikperspektiven abfahren lassen, kommen in diesem Film keine sozialen Lösungen in den Blick.

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Während sich die Mind Victims immerhin im Real-Life (im Film dokumentiert) treffen und miteinander austauschen, also eine politisch bedeutende Sozio-Kultur entfalten, lässt Bolbrinker die empirische NSA mit dem Neurologen und mit Constanze Kurz als unausweichlichen Albtraum zurück.

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Niels Bolbrinker hat in der Publikumsdiskussion (ca. 40 Besucher in der Filmpalette) zur Uraufführung von DIE WIRKLICHKEIT KOMMT erklärt, dass die Produktion ca. über drei Jahre sich erstreckte, während dann die Edward Snowden-NSA-Veröffentlichungen dem zunächst poetischen Thema einen erhöhten Realitätsdruck und politische Brisanz aufdrückten. Darauf wurden zusätzlich Auftritte der CCC-Sprecherin Constanze Kurz nachgedreht und der gesamte abgedrehte Befund neu geschnitten.

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Die Telematin Kurz trägt die technische Seinsbindung auf dem heute bekannten neuesten Stand der IT-Manipulations-Praxis der Datenfresser vor (nach). Sie berichtet von zu erwartenden Zukunftsanwendungen und knüpft zu recht die politische Herrschaftsfrage an. So schwarz / rosa demnach die IT-Revolution weiter explodieren mag, so unbedarft ist dann das soziale Verständnis. Wer sagt denn, dass das amerikanische Google-Monopol eine sichere Zukunft hat? Die zivilen Anwender verfügen über sozial-kulturelle Optionen, die sich mit:

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Und wenn du denkst, du hast das Glück, dann zieht die Sau den Arsch zurück – jederzeit vollkommen umorientieren können. Die User müssen keine Chipträger werden. Sie können vom Car sharing zum Name sharing übergehen. Und jeder, der etwas von sich hält, möchte nicht mit kindischen Elektrogeräten am Körper auf der Straße erwischt werden: KuckucksUse – und die gesamte Massendatensammlung ist nicht mehr personifizierbar.

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Die Filmförderung hat hier mit DIE WIRKLICHKEIT KOMMT dem Markt der Freizeit und Unterhaltung ein seriöses Kunstwerk finanziert, wofür dem Autor zu danken und zu gratulieren ist. Betrachtet man das Lebenswerk von Niels Bolbrinker, muss er zu den größten heutigen Autorenfilmern gezählt werden, die wir haben, ein Meister der Filmkunst, auf der Höhe der Fragen des eingehenden 21.-Jahrhunderts. Bolbrinkers Bildfindungen sind wirksam gelungen: poetisch und phänomenologisch genial. Seine Bilder kommen weitreichend ohne erklärende Texte aus. Seine Protagonisten ebenso.

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Niels Bolbrinker, geboren 1951 in Hamburg, war nach seinem Fotografiestudium und seinem Abschluss im Fachbereich Visuelle Kommunikation seit Mitte der 1970er Jahre als freier Kameramann und Regisseur tätig. 1976 gehörte er zu den Gründern der Wendlandischen Filmkooperative, einem im Landkreis Lüchow-Dannenberg angesiedelten Zusammenschluss von Dokumentarfilm-Regisseuren. Für seine Arbeit als Kameramann und Cutter bei der Kurzdokumentation „Tue recht und scheue niemand“ wurde er 1977 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Zu seinen weiteren, zahlreichen Arbeiten als Kameramann gehörte unter anderem Rolf Schübels Dokumentation „Nachruf auf eine Bestie“ (1985), über den berüchtigten Triebtäter Jürgen Bartsch.

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Als Regisseur (meist in Co-Regie mit anderen Filmemachern) und Kameramann realisierte Bolbrinker im Lauf der Jahre eine Reihe gesellschaftskritischer Dokumentarfilm-Projekte, so etwa „Schade, dass Beton nicht brennt“ (1981) oder „Alles unter Kontrolle. Notizen auf dem Weg zum Überwachungsstaat“ (1983), in dem unter anderem Hark Bohm und Ben Becker zu Wort kommen. Für seinen Film „Zwischenzeit“, über den Widerstand gegen die Errichtung atomarer Anlagen im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wurde Bolbrinker 1986 mit dem Preis der Filmkritik ausgezeichnet.

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1995 begann bei dem Dokumentarfilm „Original Wolfen. Aus der Geschichte einer Filmfabrik“, seine Zusammenarbeit mit Kerstin Stutterheim. Gemeinsam realisierten die beiden in den folgenden Jahren eine Reihe von Kino-Dokumentarfilmen, darunter „Bauhaus – Mythos und Moderne“ (1998) und „Die Thuranos – Leben auf dem Drahtseil“ (2003), über die gleichnamige Artisten-Dynastie. Daneben war Bolbrinker weiterhin als Kameramann für Kino und Fernsehen tätig. So zeichnete er unter anderem für die Bildgestaltung bei Thomas Tielschs „Neubau“ (1999-2004), über den Bau eines VW-Werks in Dresden, „Tanz mit der Zeit“ (2007), über die Rückkehr gealterter Tänzer auf die Ballettbühne, oder „Die Frau mit den fünf Elefanten“ (2009), über die berühmte Dostojewskij-Übersetzerin Swetlana Geier, verantwortlich.

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Mit „Fliegen und Engel“, einem filmischen Porträt des einflussreichen russischen Künstler Ilya Kabakov, realisierte Bolbrinker 2009 als Regisseur (erneut in Zusammenarbeit mit Kerstin Stutterheim) einen weiteren Kino-Dokumentarfilm.

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Fürs Fernsehen realisierte Bolbrinker die Kurzdokumentation „Mit Licht gebaut – Ein Lebensschiff von Hans Scharoun“ (2012), über ein dampferähnliches, 1933 errichtetes Wohnhaus des Architekten Hans Scharoun. Als Kameramann war Bolbrinker parallel dazu an „Klänge des Verschweigens“ (2013) beteiligt, einem Dokumentarfilm über den Musiker Willi Heckmann (1897-1995), der auf Grund seiner Homosexualität von den Nazis verfolgt wurde.

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Beim DOK.Fest München 2014 feierte dann Niels Bolbrinkers nächster Kino-Dokumentarfilm Premiere: In „Die Wirklichkeit kommt“ verbindet er Porträts von psychotischen Menschen, die sich wahnhaft vom Staat verfolgt fühlen, mit einem Blick hinter die Kulissen der modernen Überwachungsindustrie.

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