Gründungsmythos der GRÜNEN und wie es wirklich war

August 21, 2014

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am Donnerstag, 21. August 2014

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Was manchmal so komisch wirkt, wenn man in der Zeitung liest, was man persönlich miterlebt hat.

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Ich lebte beim Superhochwasser im Jahr 2002 in der Dresdener Neustadt. Bei uns im Haus Louisenstraße 89 stand das Grundwasser im Keller. Die nachbarliche Prießnitz war im Gemeinschaftshaus Oostende, gegenüber, bis zum Erdgeschoss Hochwasser. Im Diakonissenkrankenhaus, über der Bautzener Straße war Land unter. Die Feuerwehr pumpte das Wasser stundenlang im Kreis, aus den Kellern in die Keller. Im Zwinger stand der Innenhof von Wasser bedeckt – ja, das kam von der durchgebrochenen linkselbischen Weißeritz, nicht aber, wie es in den Medien verbreitet wurde – das Elbehochwasser sei in Semperoper und Zwinger gestiegen – nein da fehlte noch einiges, zwei drei Meter Wasserstandhöhe. Aber egal.

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Was ich sagen wollte:

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Als die GRÜNEN gegründet wurden, hatten sie sich längst sozio-kulturell gesettet – und hier kommt mein Protest gegen das neue deutschland v. 20. August 2014, Seite 15, Feuilleton: „Das waren die Grünen (Foto mit Petra Kelly)“ – Ankündigung einer Einsfestival- TV-Sendung von 2013 der Autorin Annette Zinkant.

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Der neues-deutschland-Artikel ist nicht eindeutig gekennzeichnet. Er wirkt, wie ein zusammengeschustertes Schreibsel auf Begleitmaterial, jedenfalls heißt es dann:

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…Denn viel weiter als momentan kann sich die Partei inhaltlich kaum von ihrer Mitbegründerin, der Pazifistin Petra Kelly (Foto), entfernen – etwa in der Ukraine-Krise. Die Partei, die aus der Friedensbewegung hervorging, legitimierte den Kosovo-Angriff und überholt mittlerweile rechts die CDU…“.

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Ich kannte Petra Kelly persönlich – sie war Amerikanerin und hatte gar nicht die starke soziale Einbindung bei der alternativen grünen deutschen Bewegung und den jahrelangen Bürgerinitiativen aus der 68er Studentenbewegung.

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Wer schreibt nur so einen unbedarften Unfug über die GRÜNEN und über die Entstehung der Grünen? Wie kann das nur sein?

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Dietmar Moews meint: Ich erkläre schwerpunktmäßig Zweierlei – denn ich war persönlich dabei und konkret involviert.

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EINS Die Grünen entstanden aus der retardierenden Psychologie-Situation nach dem Tod Jimi Hendrix‘ – nach 1969, wie folgt. Mit der Beatlesmania explodierte eine Nachkriegskonsumgeneration nach dem modernen Geheiß von „Höher, Schneller, Weiter“. Diese Jugendmusik endete ästhetisch und psychologisch quasi mit Flower Power, Vietnamdebakel und – sinnbildlich – mit HENDRIX‘ Tod, ein Jahr nach Woodstocks Stars and Stripes bangled banner.

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Dieses ist auch der Endpunkt des modernen Fortschrittsglaubens.

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Dieses ist so gesehen das Ende der Moderne und das Ende des 20sten Jahrhundert.

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Es kam die Postmoderne – der überall aufblinkende Grundzweifel, dass Höher, Schneller, Weiter, nicht mehr geglaubt wurde. Dass dafür Autofahrverbot und Ölkrise, braune Nadelbäume von Waldsterben, Dioxin im Trinkwasser usw. kurz: Zweifel und Zersetzung des schwarz-weiß / rechts-links Denkens trieben die strahlende deutsche Jugend von Werner Enke („Nicht fummeln Liebling“) weg.

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Stattdessen  haderten die mit dem Ende des Wachstums und Aufbaus einer Vorkriegssituation – es klärten sich die Zeichen für das Ende der Nachkriegspsychologie in eine Vorkriegspsychologie.

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Es wuchs die Kohorte der Unschuldigen, die mit dem Generationskonflikt zwischen den „68ern und deren Nazieltern“ nichts zu tun haben wollten.

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Es entstanden also Nachbarschaftshilfen, Bürgerinitiativen, Selbstverwaltung, neue Kunstvereine wurden gegründet, Kinderläden, Atomgegner, Rüstungswahn – und man muss es klar sehen, es handelte sich auch banal um einen Generationswechsel.

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Die GRÜNEN waren ein postmodernes Ereignis.

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Die Grünen waren ein kollektiver Impuls, der Alternativen aus verschiedenen Wertebereichen zusammenführte, manifestierte sich jeweils als Ausdruck lokaler Politikorganisation: Es waren junge Leute, es waren Kirchenleute, es waren orthodoxe Menschen, die den abgebrühten „Tauben im Gas“-Parteien-Stil satt hatten, es waren Kriegsdienstverweigerer, es waren Feministinnen, es waren alle Ordnungskategorien der Nazi-Dreiecksträger, Baldur Springmann der Auswahlzüchter war Sonderling, Thomas Ebermann verlor die kommunistische Lust,  es waren alternative, es war grundsätzlich Kritik am Herrschenden, es waren Kiffer und Hippies, es waren nur wenige Unterwanderer aus anderen Parteien, also kaum Ostermarschierer aus der DDR-getriebenen DKP, es war sicher ausreichend Verfassungsschutz.

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Kurz: die Behauptung, die Grünen seien aus der Friedensbewegung hervorgegangen ist Unfug.

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Noch stärker: eine nennenswerte Friedensbewegung hat es Mitte anfang der 1970er Jahre, außerhalb der DKP-Ostermarschierer und dem Gewerkschaftsbund in der ersten Bundesrepublik gar nicht gegeben. Gerade diese Ostermarschierer und DKPler waren aber nicht Gründer der Grünen. Denn es war eben keine bundespolitische Koordination, sondern die GRÜNEN wurden als lokale Gruppierungen und Lokalwahl-Listen aus den lokalen Bürgerinitiativen, auch im Demonstrationsmillieu der Universitäten, gegründet: GAL in Hamburg, Gabl in Hannover, AL in Berlin wieder anders die Grüne Alternative Liste usw.

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Erst im Jahr 1978 wurde das überfällige politische alternative Millieu auf dem Gründungs-Bundeskongress in Karlsruhe quasi losgelassen: Die GRÜNEN als Alternative zu den etablierten Parteien. Und als alternativ waren geradezu rechte orthodoxe Naturphilosophen genauso dabei wie kropotkineske Trotzkysten oder eben die US-Amerikanerin Petra Kelly, die hervorragende Medienkompetenz verkörperte (und – wie immer – der Marina-Weißband-Fotografen-Kick)

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Deutsche Friedensbewegung oder Friedenspartei waren die Grünen nie – sie waren in der Nachrüstungsdebatte allerdings die außerparlamentarische Kraft beim Raketenzählen:

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Ich war dabei: Künstler für den Frieden,

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Sportler für den Frieden – (ich war auch Mitglied der GRÜNEN),

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aber die Friedensbewegung waren nicht „Die GRÜNEN“. Sie waren dann schon der innerparlamentarische Organisations- und Sammelverein für Apo und alternative basidemokratische Anliegen – so recht das, was Willy Brandt mal mit seiner leeren Versprechung „mehr Demokratie wagen“ ausgesprochen hatte, versuchten die GRÜNEN der ersten Bundesrepublik – und daraufhin wurden die GRÜNEN mit allen Mitteln medial zersetzt bzw. offizial kriminalisiert (das wird mit den Piraten auch gespielt: Zersetzung – besonders von Innen).

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Die Behauptung im neuen deutschland, die GRÜNEN seien aus der Friedensbewegung hervorgegangen ist völliger Mist.

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P. S. Ebensolcher Mist ist übrigens, was die Doofpiraten Lauer, Höfinghoff und Delius in Berlin erzählen: Die Piraten wiederholen die Gründungsprobleme der GRÜNEN?

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Nein – genau völlig falsch verstanden: Die Grünen hatten sich längst an den lokalen Orten gefunden und über Umweltschäden und untransparente Gutsherrenpolitik formiert, für Umweltschutz und Angst vor den geschlossenen Technologien.

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Während das Problem der Piraten war und ist, zunächst aus einer gemeinsamen file-sharing Betroffenheit – aber im virtuellen Internetz, keine sinnliche lokale Sozialbindung zustande zu bringen. Das wurde durch die E-Mail, Chat-Foren, Kommunikations- und Abstimmungs-Tools (das nie sozial funktionierende LIQUID FEEDBACK) der Piratenpartei noch zusätzlich erschwert.

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ATOMKRAFT – Nein Danke! und die von mir gemalte Sonnenblume waren die Gründungssymbole, nicht Picassos Friedenstaube – die Taube kam viel später, erst im Jahr 1983 –

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auch an der Gestaltung der Embleme der Friedenbewegung war ich als Maler beteiligt.

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Alle Piraten wissen inzwischen, dass ihre sozialen Formen von gemeinsamem Wahlkampf und Treffen herrühren. Dass Tragfähigkeit innerparteilicher Emergate überhaupt nicht mit Twitter und Facebook ergoogelt werden können. Liquid Feedback ist deshalb immer eine sozio-kulturelle Unmöglichkeit und keine Codierer-Problematik der Piratenpartei.

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ZWEI Als wissenschaftlicher Berater der Grünen Fraktion im Deutschen Bundestag (im Wasserwerk, Fraktionsführer Joschka Fischer) habe ich im Jahr 1994 das erste „Militärpolitische Konzept“ für die Grünen verfasst, die bis dahin insofern ohne Militär- oder Verteidigungspolitik gar nicht regierungs- bzw. koalitionsfähig waren. Denn die erste Bundesrepublik unterlag ja Alliiertenzwängen zur Militär- und Nato-Mitwirkung. Insofern trifft die Behauptung eines Gründungsmythos‘ a la Friedensbewegung, Pazifismus usw. nicht Kern der Alternativ-Ideologie und der Ökologie-Konzeption.

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Wenngleich die weichen Lösungen oder eine Kompromisslosigkeit in ökologischen Fragen und die kapitalistischen Strukturen der Intransparenz, in den GRÜNEN einen innerparteilichen personellen Ausleseprozess kennzeichnen, bei dem noch zuletzt bei den ersten Regierungsbeteiligungen enttäuschtes Gründungspersonal die Grünen verließ.

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Die Balkankriegsbeteiligung und andere Zeichen wären rückblickend bei der Gabl in Hannover oder bei der GAL in Hamburg, im Jahr 1976 undenkbar gewesen. Ob Thomas Ebermann oder Baldur Springmann, Herbert Gruhl oder Robert Junck oder der Trittbrettfahrer Josef Beuys, sie alle waren keine Pazifisten. Dietmar Moews war und ist ebenfalls kein Pazifist.

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Aber eine Friedens-Nischenpartei, die dann zur Vollprogramm-Kriegspartei wurde, waren die GRÜNEN nicht und sind sie heute, aber als Bündnis 90/ GRÜNE noch nicht. Die Unfugsdarstellung im neuen deutschland soll vermutlich den LINKSPARTEI-Kunden gefallen (weil die Linkspartei auch nicht pazifistisch daherkommt).

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JAKOB AUGSTEIN der lustige Mollath-Verbrater im SPIEGEL

August 20, 2014

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am Mittwoch, 20. August 2014

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Im SPIEGEL des Verlegers Jakob Augstein und dessen ideologischer Brechstange Blome steht in Heft 34 auf Seite 16, ein Kommentar zu MOLLATH (meinungsfreie Autorenbezeichnung Beate Lakotta):

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Weil Jakob Augstein gerne sein Kapital lebendig erhalten will und Augstein gleichzeitig eine selbstauferlegte Sportlichkeit im Sinn führt, „auch“ ein guter Blattmacher sein zu können, muss der SPIEGEL in Weiterführung eines Leitmedium-Anspruches ständig finden, was da Anschluss finden kann bei einer rasant veränderten Konsumentenkultur:

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Dietmar Moews meint: Die lesen nicht viel – die sind schmerzbefreit – die wechseln ihre hitlerschlauen Erleichterungstechniken wie nix, die belohnen keineswegs Verlässlichkeit einer journalistischen oder publizistischen oder politischen Ausrichtung eines Holzmediums – man sieht es an der Qualitätslosigkeit von SPIEGEL-Online – das bunte Durcheinander von erfundenen Stories und Skandalen.

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Dafür eignete die Affäre Mollath sich nicht.

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Ein Maverick bindet nicht genug Identifikation. Und ein Staatskrisen-Bashing ist zu moralisch bzw. zu wenig exklusiv für den Ritt des wöchentlichen SPIEGELS, der ja kaum noch Informationsquelle als vielmehr Erregungsbetrieb zu sein sucht.

Jedenfalls ist die Linie Jakob Augstein (auch Herausgeber des „Freitag“) verantwortlich für eine Kommentatorin dieser infamen Qualität: Beate Lakotta.

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Ich zitiere Heft 14, S.16: „…Es gibt ein untrügliches Zeichen medialer Skandalisierung: Abweichende Einschätzungen werden nur noch niedergemacht. Fakten ignoriert. Dieser Punkt war erreicht, als öffentlicher Druck einen Untersuchungsausschuss erzwang, doch dessen Ergebnisse – keine Verschwörung, kein Schwarzgeld – in den Medien keine Resonanz fanden …“

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Dietmar Moews meint: Wie idiotisch und ohne Kenntnis! Wie journalistisch unredlich und wissenschaftlich vollkommen unakzeptabel:

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Es wurde nirgends auf Verschwörung und nirgends auf Schwarzgeld angeklagt, prozessiert, untersucht oder verhandelt.

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Wir haben eine Farce eines Wiederaufnahmeverfahrens erlebt, das nur einen Zweck zu erfüllen suchte, die Staatskrise der CSU und des Ministerpräservativ Horst Seehofer zu retten.

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Die Farce ist, wenn erst ein Untersuchungsausschuß des Landtages – als eine parlamentarische Institution vollkommen legal und legitim – eine bis zur letzten Sekunde evident lügende Justizministerin zum Rücktritt bewegt, dann aber noch nach einem Jahr (nach Mollaths Entlassung) keinerlei strukturelle Reformkonzeption auf den parlamentarischen Weg gebracht worden ist, gemäß der, ab sofort eine solche justizielle Dysfunktion, wie in der Affäre Mollath, zukünftig strukturell ausgeschlossen würde (dass es eben nicht sein darf, dass ein Mensch für siebeneinhalb Jahre im kurzen Prozess auf die Seite gebracht werden kann), dann hat die politische Führung die Staatskrise nicht begriffen, dann wird sich nichts bessern – dann muss Seehofer gehen.

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Es kann doch aber nicht der Untersuchungsausschuss, in dem die CSU Bayerns einen Abschluss verhinderte, hier dem um sein Leben kämpfenden Gustl Mollath angehängt werden, wie die Spiegel-Autorin hier pöbelt.

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Sondern es ist das – ja geradezu von allen rechtsstaatlichen Institutionen beantragtes – Wiederaufnahmeverfahren, die fragwürdige Nichtuntersuchung der entscheidenden Glaubhaftigkeit von Beschuldigtem und seiner Beschuldigerin, und als Ergebnis das Urteil: Freispruch und Entschädigung durch den bayerischen Staat.

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Dann allerdings, Jakob Augstein und Beate Dingsbumms, steht also das Urteil auf dem Prüfstand, ob das, so wie gesprochen, einen erforderlichen Rechtsfrieden herstellt.

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Wenn aber nach Auffassung des SPIEGEL und seiner Demonstrantin dem Gericht mit diesem Urteil Fehler, Falschdarstellungen oder Untersuchungsversäumnisse, bis hin zu Revisionsgründen, vorzuwerfen sind oder solche notorisch geworden sind, dann – liebe Schmierfinken im Off des gesellschaftlichen Interesses – dann müssen Fakten auf den Tisch, also:

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Welche Fakten wurden ignoriert?

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Inwiefern hat der freiheitsberaubte, völlig entrechtete Gustl Mollath illegitime Selbstverteidigung oder unwahre Behauptungen ausgebracht, welche, was?

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Was wurde Mollath widerlegt? wurde eine Verschwörung widerlegt? wurde das geschlossene Auftreten einer spezifischen Nürnberger Personengruppe (Rotary-Club / Günther Beckstein CSU?) zugunsten der lügenden Geldtransporterin Ex-Frau Petra Mollath, vom Spiegel nicht erkannt?

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Die Untersuchung zur Glaubhaftigkeit des Angeklagten Gustl Mollaths hat das Gericht erneut versäumt wie auch exakt in dieser Frage der Geldgeschäfte die Befragung der die Wahrheit verleugnenden Beschuldigerin Petra Mollath unterlassen:

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Aussage gegen Aussage, aber Mollath sagte die Wahrheit (die er übrigens mit gültigen Dokumenten belegte und belegen kann) und die widersprechende Frau Mollath sagte und beharrt weiterhin auf die Unwahrheit.

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Und welches Geheimwissen hat die Beate Bumms von Geldtransport, Bargeldtransport, Nummernkonten, Steuererklärungen und Schwarzgeld? bzw. wie und wo hat der SPIEGEL Gegenbeweise?

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Hat der SPIEGEL nicht, sondern haut lediglich in die Kacke.

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Meine Güte, sind Sie zum Kotzen, wenn weder der Verstand noch Mitleid oder Solidarität auf ein rechtsstaatliches Gelingen bei Ihnen mitschwingt – es müsste maßgeblich sein. Aber was?

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Es ging, wie der Oberstaatsanwalt abschließend erklärte, um „Aussage gegen Aussage“. Und folglich ging es um die Glaubhaftigkeit? – nein, was heißt Glaubhaftigkeit, wenn jemand widersprüchliche Beschuldigungen amtlich dokumentieren lässt, wie Frau EX-Mollath es getan hat. Dann geht es darum, was jemand glaubt und nicht um die Glaubwürdigkeit oder Glaubhaftigkeit. Was und warum das Gericht behauptet zu glauben, was proklamiert worden ist, ist sicher deshalb unwahr, weil es widersprüchlich ist. Richterin und Oberstaatsanwalt aber keine Idioten sind.

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BUCHTITEL Die Affäre Mollath der Mann der zu viel wusste

BUCHTITEL
Die Affäre Mollath
der Mann der zu viel wusste

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So kann im Sinne „Aussage gegen Aussage“ das Glauben oder, das mehr oder weniger Glauben, doch allein auf die Vorträge und die Beweislage von Klage und Verteidigung bezogen werden.

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Der Königsmacher für den Psychiater der Forensik war laut Gutachten „Wahnverhalten“ des Angezeigten / Angeklagten über wahnhafte Geldtransporte, die entweder stattfanden oder nicht stattfanden. Hier steht also Aussage gegen Aussage? Nein, das wurde auch im Wiederaufnahmeverfahren nicht untersucht. Stattdessen konnte man darauf bequem weiterhin die fragwürdige Glaubhaftigkeit, ja etwaige Unzurechnungsfähigkeit des Beschuldigten zur „Tatzeit“ ihm andichten.

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Und nun – hinten dran ganz leise – der SPIEGEL mit Beate Trumm und Jakob Augstein: „Mollath war gewalttätig“.

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Diese Behauptung ist eine Verleumdung, Rufmord – Schadensersatzklage wird für den SPIEGEL in dem Moment draus, wie Bernie Ecclestone sich mit seinem Taschengeld mal eine Scherz erlauben möchte. Schließlich fuhr die Ex-Frau, heute Petra Maske, im roten Ferrari des Millionärehemannes Gustl durch die Gegend.

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AUSSAGE gegen AUSSAGE.

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Welch billige Niedermache gegen einen von Apparatschiks Geschändeten. Und der SPIEGEL als Hetzgazette scheißt ohne Gefahr oben drauf.

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Ja, Herr Jakob – ich hatte eine freundschaftliche Beziehung zu Ihrem Onkel Joseph, Strafverteidiger in Hannover, – Format ist was anderes, als ihre Blome-Session mit dem Holzspiegel.

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Künstler + Frieden? – Jede Berufsgruppe kann sich bemerkbar machen, nicht nur die Rüstungsschmiede

Juli 4, 2014

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am 4. Juli 2014

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ZUGINSFELD 27 "Man kann ja nie wissen" DMW 548.2.99, 198cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt

ZUGINSFELD 27 „Man kann nie wissen“ DMW 548.2.99, 198 cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt, auf der Mainzer Straße, Köln Südstadt am 3. Juli 2014

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Die Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ – Ein Beispiel für allgemeinpolitisches Engagement im Sport.

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Im Jahr 1983 rief ich als bekannter Künstler und Galerist in Hannover alle Künstler an, sich unabhängig ihrer künstlerischen und ästhetischen und geschäftlichen Ambitionen, gemeinsam als EINZELGÄNGER in den RÜSTUNGSWETTLAUF und die ATOMRAKETEN-Verrücktheiten einzumischen.

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Man muss einfach wissen: Die überwiegende Zahl der in Deutschland aufgestellten Atombomben und Trägerraketen hatten lediglich eine Flugreichweite von 20 bis 130 km. Man muss kapieren, dass die US-amerikanische Atombeschützung von Büchel oder sonstwo, technisch dazu eingerichtet ist, in Deutschland, auf deutschem Gebiet, ohne Rücksicht auf die Deutschen, eine US-amerikanische Verteidigung durchzuführen. Ein unfassbarer Wahnsinn und Zynismus. Pershing und SS-20? ALLES in Deutschland.

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DIETMAR MOEWS in der Mainzer Straße der Kölner Südstadt

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Dietmar Moews meint: „Last not least“ – diese Formel gilt oft entschuldigend dem Letzten. Ich möchte dazu auffordern, aktiv zu werden, sich gedanklich auf die absurden Militärfortschritte einzulassen.

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Wenn es, nach Erich Kästner, nichts Gutes gibt, außer dass man es tut, dann wird es auch Frieden in der Kunst, durch Kunst, durch Künstler, wie im Sport, durch Sport, für den Sport nur geben durch die Tätigkeit der vielen Überzeugten.

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Welche Möglichkeiten es gibt und was man tun kann, das soll das Beispiel meiner Initiative ZUGINSFELD in der Mainzer Straße (nördlich Eierplätzchen) Köln Südstadt und der früheren Aktivitäten Künstler + Frieden 1983-1985 und die große internationale Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ zeigen.

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Wir erkennen den Entstehungszusammenhang solcher Initiativen und aufzeigen und beleuchten ihre Aktivitäten. Einige Schlussfolgerungen daraus gibt es heute schon zu ziehen.

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Die Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ – Ein Beispiel für allgemeinpolitisches Engagement im Sport

von Margret Beck / Peter Langkopf / Horst Meyer

zit. S. 222 nach Sven Güldenpfennig / Horst Meyer (Hrsg.) „Sportler für den Frieden“, Köln, Pahl-Rugenstein 1983

Last not least“ – diese Formel gilt oft entschuldigend dem Letzten. Der letzte Beitrag dieses Buches versteht sich tatsächlich „not least“. Er will all diejenigen einladen und auffordern, aktiv zu werden, die sich gedanklich auf die vorstehenden Artikel eingelassen haben. Wenn es, nach Erich Kästner, nichts Gutes gibt, außer dass man es tut, dann wird es auch Frieden im Sport, durch Sport, für den Sport nur geben, durch die Tätigkeit der vielen Überzeugten. Welche Möglichkeiten es gibt und was man tun kann, das soll das Beispiel der Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ zeigen.

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Wir wollen in unserem Beitrag den Entstehungszusammenhang der Initiative aufzeigen und ihre Aktivitäten beleuchten. Einige Schlussfolgerungen daraus gibt es heute schon zu ziehen.

1. Einige Bemerkungen zur Geschichte

Zunächst wäre die Frage zu klären, inwieweit der Sport überhaupt eine Legitimation hat, in gesellschaftliche Fragen einzugreifen. Während heute innerhalb der Sportbewegung häufig die Auffassung vertreten wird, dass Sport von Politik zu trennen ist, wurde diese Frage zu Beginn der deutschen Turn- und Sportbewegung eindeutig anders beantwortet: Friedrich Ludwig Jahn, der Begründer der Turnerbewegung und noch heute als deren geistiger Vater geltend, verstand die Turner immer als politische Kraft in enger Verflechtung mit historischen Zeiterscheinungen wie Nationalbewegung und Romantik.

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Die durch den „Demokratischen Turnerbund“ getragenen politischen Auseinandersetzungen fanden schließlich Eingang in die Beratungen des Gründungsausschusses der späteren deutschen Turnerschaft. 1861 bei seiner Tagung in Gotha und bei den Hanauer Turntagen wurde durch die Mehrheit der Delegierten die Legitimation für allgemeinpolitische Fragen mit der Feststellung festgeschrieben:

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Der einzelne Turner müsse sich mit der Politik befassen, eine Parteinahme der Turnvereine müsse jedoch unterbleiben.“

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Neben der Aufforderung zum politischen Engagement an den Einzelnen zeichnete sich also auch hier bereits die Forderung nach politischer – mindestens parteipolitischer – Enthaltsamkeit der Organisationen ab. Dass damit jedoch für die Zukunft auch allenfalls noch die Rechtfertigungsideologie der deutschen Turnerschaft beschrieben war und nicht ihre reale Politik, zeigte z. B. ihre weitere Entwicklung und ihre Reaktion auf die Entstehung der Arbeitersportbewegung. Im Rahmen der nationalistischen, konservativ bis reaktionären Haltung setze, mit denen die Reichsregierung unter Bismarck die legale Tätigkeit der Sozialdemokratie verbot – war für radikaldemokratische, sozialistische… Kräfte kein Platz. Sie wurden ausgeschlossen bzw. verdrängt und organisierten in der Folge ihre eigene Sportbewegung …“

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Auch historisch und organisatorisch lassen sich demnach die beiden Positionen festmachen, die heute noch diskussionsbestimmend sind: zum einen die Forderung nach politischer Enthaltsamkeit der Sportorganisationen, die in der Praxis dazu führt, dass die jeweilige Regierungspolitik kritiklos nachvollzogen wird, zum anderen die Position, die fordert, dass sich der Sport in allen ihn betreffenden politischen Fragen eine eigene Position erarbeitet und damit notwendigerweise auch in Opposition zu herrschenden politischen Strömungen geraten und Anschluss an parlamentarische Oppositions- und Protestbewegungen erlangen kann.

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Wenn Bundeskanzler Kohl in seiner Festrede zur Eröffnung des Deutschen Turnerfestes 1983 am 26. 6. 1983 in der Frankfurter Paulskirche die Friedensbewegung – wobei er in gezielter Verfälschung der Tatsachen einige Chaoten für das Wesentliche der Friedensbewegung ausgibt – mit ihrer“ Gewalt auf der Straße“ den Turnern gegenüberstellt, die Lebensfreude und Gemeinschaft demonstrieren, dann verweist dies genau diesen Punkt: Die Sport- (in diesem Fall die Turn-)bewegung hat entweder die Chance, sich zur Friedensfrage als der brennendsten gesellschaftlichen Frage zu äußern. Oder sie tut es nicht; dann wird sie von Politikern wie Bundeskanzler Kohl vereinnahmt gegen die Friedensbewegung.

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Die deutsche Sportbewegung tat sich nach Beendigung des zweiten Weltkrieges außerordentlich schwer, sich politisch zu artikulieren, obwohl sie als größte Personenvereinigung der Bundesrepublik mindestens im gesellschafts- und sozialpolitischen Bereich wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft übernommen hatte. Die Erfahrung des ungeheuerlichen politischen Missbrauchs des Sports im deutschen Faschismus, dem seitens der bürgerlichen Sportbewegung kein nennenswerter Widerstand entgegengesetzt worden war – im Gegenteil: viele der damaligen bürgerlichen Sportführer hatten das Terrorregime begrüßt und unterstützt -, hatte dazu geführt, dass die alte Legende vom unpolitischen Sport nach 1945 neue Hochzeiten erlebte. Nicht die Notwendigkeit demokratischen Engagements wurde als Konsequenz formuliert, sondern die Forderung nach Politikfreiheit des Sports.

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Trotz aller gegenteiligen Wünsche und Absichtserklärungen stand der Sport aber u. a. durch die ungeheuere Popularisierung des internationalen Hochleistungssports im Brennpunkt hochbrisanter politischer Ereignisse, von denen nur einige genannt werden können: Die Auseinandersetzung um die nationale Einheit bzw. Spaltung Deutschlands setzte sich in das Terrain des Sports hinein fort (z. B. gemeinsame Olympiamannschaften von BRD und DDR bis in die 1960er Jahre hinein); die Olympischen Spiele wurden zum Aktionsfeld von Protestaktionen gegen Rassendiskriminierung (Montreal 1976), von Studentenunruhen (Mexiko 1968), von Terroranschlägen (München 1972); Moskau 1980 wurde durch einige Länder boykottiert; Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen in Argentinien gab es anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1978.

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Mit einem eigenen Aufruf warb die Initiative unter Sportlerinnen und Spotlern sowie Funktionären, Pädagogen, Übungsleitern, Trainern und Wissenschaftlern für den Krefelder Appell an die Bundesregierung, die Zustimmung zur Stationierung von Pershing II und Cruise Missiles zurückzuziehen, indem sie die besondere Betroffenheit des Sports wie folgt skizzierte:

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Sportler gegen Atomraketen

Sport, vor allem internationale Sportbeziehungen, sind ohne Frieden undenkbar. Die Entspannungspolitik der letzten Jahre hat für uns Sportler viele neue Beziehungen, Kontakte und auch Wettkämpfe gebracht.

Die ständig steigenden Rüstungsausgaben wirken sich schon heute direkt auf den Sport aus: Sie greifen tief in unseren Sportbetrieb ein, wie es sich in den Kürzungen der Sportetats des Bundes, der Länder und Gemeinden ausdrückt.

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Der Atomtod bedroht uns alle – keine Atomraketen in Europa“ – das ist die Forderung der Initiativen des „Krefelder Appells“: Gerd Bastian, Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Bechert, Petra Kelly, D. Martin Niemöller, Prof. Dr. Helmut Ridder, Christoph Strässer, Gösta von Uexküll, Josef Weber.

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Wir, aktive und ehemalige Sportler und Sportfunktionäre, schließen uns darum dem Krefelder Appell an die Bundesregierung an, „die Zustimmung zur Stationierung von Pershing-II-Raketen und Marschflugkörpern zurückzuziehen“.

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Ich schließe mich dem Aufruf an: …Unterschriften

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Es mutet heute, dreißig Jahre später, seltsam an, zu lesen, welches gedankliche Niveau der Meinungsstreit damals hatte, in dem es normal war, dass Sportler und Künstler mit Politikern diskutieren konnten. Denn alle hatten das Wissen und Verständnis für die Gesamtproblemstellungen wie für Details sowie für Organisationsdurchblick und Kommunikationsnotwendigkeiten. Was wir damals organisierten wurde quasi ohne großes Geld gemacht. Ich habe meine Ballhof-Galerie Hannover und später den Spielplatz der Künste 7 OPQ am Raschplatz Hannover wochen- und monatelang zu Kommunikations- und Aktionsveranstaltungen eingesetzt und dafür erhebliche Zeit eingesetzt. Und ähnlich taten das viele andere, jeweils mit ihren Mitteln. Dabei waren die Sportler durchdringender als die Künstler, bei denen das Einzelgängertum oft hinderlich war. Und heute, Juli 2014?

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ZUGINSFELD 40 DMW 674.1.11 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

ZUGINSFELD 40
DMW 674.1.11
190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

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Nachdem nun vor dem Viertelfinale in Brasillien die chilenischen und brasilianischen Spieler bei der Aufführung der Nationalhymne ein unheimliches Mitbrüllen ausbrachten und noch nach Ende der Musik weitere Strophen als Beschwörungs-Kampfgeschrei nicht enden wollte, respondierten die Brasilianer ebenfalls, mit tausendfacher Verstärkung durch das einheimische Publikum.

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Auch die brasilianische Schwung-Musikalität verkalkte bei der Nationalhymne in grobes hysterisches Gebrüll. Und auch die Brasilianer flippten wie die Chilenen nach Schluss des eingespielten Orchesters weiter und weiter aus, die Spieler schrien mit angeschwollenden Halsschlagadern und herausquellenden Augen.

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So erinnere ich also an die deutschen Maler Franz Marc, August Macke oder Heinrich Vogeler, die dem Irrlauf im Krieg zum Opfer fielen – um Eigennutz und Undank bei jedem Einzelkämpfer anzusprechen

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