Deutsche Prominenz klärt auf: Verpitbullung der Gesellschaft

Juni 16, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4534

Vom 16. Juni 2014

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Denk mal. Jede Gemeinschaft hat ihre zeitgenössische Prominenz, die sie benutzt. Michael Schuhmacher liegt, sechs Monate nach seinem Freizeitunglück, nicht mehr im Koma. Boris Becker hat viele Schmerzen und außer Tennis spielen, weiß er sich nicht zu halten. Franz Beckenbauer spielt Geheimagent des westlichen Kapitals und glaubt, als Dauerflüchtling vor dem Finanzamt mit guten FIFA-Golf-Leistungen durchzukommen. Bundespräsidenten Köhler, Wulff und Gauck klären ihre Bürger nicht über die Finanzmachenschaften des Westens auf, während sie das Rüstungsgeschäft mittragen. Nur Papst FRANZ lässt mitteilen: Der heutige Kapitalismus sei ein Unheil.

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Dietmar Moews meint: Als Soziologiefachmann möchte ich auf die empirischen Einsichten hinweisen, wie sehr in unserer Medienresonanz-Welt Prominenz das Glauben, Hoffen und Werten, kurz, unsere Einstellungen und unsere persönliche Dynamik in Kraft und Richtung bestimmen.

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Wir können leicht erkennen, wie unsere Prominenz von uns gemacht wird. Der Prominente macht sich nicht selbst: Schuhmacher, Becker, Beckenbauer, Wilhelm Busch, Adolf Hitler, Goebbels, Köhler, Wulff, Gauck und Uli Hoeneß unterscheiden sich, jeder von jedem. Und jeder ist auch eine moralische Instanz, eine Autorität für die Fähigkeit erfolgreich zu leben. Die Verpitbullung der Gesellschaft läuft über Markenzeichen: Heino, der Typ mit der Brille.

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Vorbild, Peer, Leitbilder, Illusion, Wissen, Lernen, Tun, Hoffen – was nützen uns unerreichbare Prominente? Was schaden uns verschrumpelte Luschen und abstürzende Luftballons.

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Siehst Du, das kommt von das. Sagte Wilhelm Busch: Wenn einer, der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum, schon glaubt, dass er ein Vogel wär‘, so irrt sich der.

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Michael Schuhmacher ist ein vorbildlicher Steueremigrant – Uli Hoeneß hält sich zwangsweise im Gefängnis auf. Simone de Beauvoir (Bouvoir) ist vergessen. Hitler ist weg vom Fenster und Joseph Goebbels? – ehedem von Goebbels gebautes Anwesen „Bogensee“, nördlich von Berlin, steht zum Verkauf und Mick Jagger – stets Vorbild – hat Fotos mit Freundin.

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Moment – das war es ja, was hier gesagt werden sollte. Das postmoderne Vorbild hat ja Erleichterungswirkung. Es spornt nicht an, es macht keinen Leistungsdruck, keiner will Mick Jagger nachahmen, lieber beim Grillen besoffen ins Feuer stürzen, lieber mit Oliver Pocher lachen.

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Flaschenpost 19

September 23, 2009

Flaschenpost 19

Piratenthema: Führung und Fühlung aus der IT-Soziologie:


Frage: Was sagen die Piraten zu Führung und Fühlung?


Antwort: David Riesman hat gezeigt, dass wir uns auf drei unterschiedliche

Menschen-Typen in der Geschichte der Moderne im fortlaufenden Wandel

einzulassen haben, die die Aspekte von Führung und Fühlung berühren,

was eben auch bei den und aus Sicht der Piraten vollkommen heikel ist.

Aber auch im restlichen Deutschland wird bis heute nicht klar verstanden,

was zu wissen ist. Alle Menschen entfalten Orientierungsverhalten und

-vorstellungen, die im Miteinander und in den individuellen Möglichkeiten

liegen. David Friedman legt dar, dass wir Abendländer noch im

ausgehenden 19. Jhrdt.

1. die Menschen im Großen und Ganzen als von ihrem individuellen

Schamgefühl her als innegeleitete Typen vor uns hatten.

2. Der moderne Mensch des 20. Jhrdt. war weiterentwickelt innengeleitet

auf Ideen, Idealismen, Wertvorstellungen bezogen.

3. Der postmoderne Mensch tendiert zu außengeleiteten Verhalten, auf

Peers, auf Werbung, auf Status, und seit beginn des IT-Zeitalters ab

mitte der 1980er in zunehmendem Maße die Außenleitung von digitalen

Medien, der Virtualität und den systemischen und unmittelbaren

Orientierungseinflüssen veränderter Sinnlichkeit – neuer Sinnlichkeit.

Micro-Chips in der Prothetik, Sateliten-Maut, alle möglichen Vernetzungen

der Echtzeit- und Fernkommunikation, die Irritation durch nicht unmittelbar

sinnlich steuerbare und nicht kontrollierbare Vollüberwachung und

Profilierungssteuerung der Individuen durch Computer.

Jeder Mensch braucht Ligaturen (kulturelle Anbindungen) und kann

Anomien (Bindungslosigkeiten) nur begrenzt aushalten. Ob Selbstführung

oder in Anlehnung an Führungsrollenträger (Peers)– wir alle leben mit

interdependierendenund interagierenden Führungswirkungen,

Multirollenspielen und Rollenzuweisungen.

Entsprechend gibt es Menschen, deren sozial zugewiesene Rolle

Führungsaspekte hat. Und andere die mangels urteilskräftiger

Persönlichkeit einen individuellen wechselhaften Führungsbedarf

haben. Die Vernachlässigung der Führung/Führungskarriere

im Leben geht besonders in Deutschland auf Rechnung der

autoritären Mobgeschichten und deren herausstechenden

Hitlerei bis 1945 sowie der Führungskonzepte im Stalinismus,

in der Zeit bis 1989: Bevormundung= Entmündigung.

Die digitale Kommunikations-Evolution bringt nun

Gestaltungsstrukturen, deren Abschätzungen überhaupt

erst verstanden und eingeschätzt

werden müssen. Können sie aber noch nicht. Augen also auf:

Die Maschine übernimmt die Macht. Friedrich Georg Jünger:

Die Perfektion der Technik – hat dazu sein epochales Buch

geschrieben.

Günter Anders mit: Die Antiquiertheit des Menschen – liegt in

dieser Linie einer Neuen Sinnlichkeit bzw. der drohenden Entmündigung

durch systemische Wirkkräfte der Telematik. Der Turing-Test hatte

längst gezeigt, dass wir Menschen oft nicht mehr den Unterschied

zwischen menschlicher oder robotischer Aktion erkennen können,

aber dadurch nichtmenschlicher netzartiger Kulturveränderung

unterliegen, ohne unseren Anspruch auf Selbstbestimmung und

Offenheit zu wahren.


David Riesman 100 Jahre Heute ist der 100 Geburtstag des

us-amerikanischen Soziologen David Riesman, der zu dem gestern

angekündigten Thema „Führung und Fühlung“ aus soziologischer

wesentliches zu sagen hat. Hier sehen wir die Untermalung eines

Portraits, das ich von David Friedman male. Und wir sehen, dass

unser Thema Datenschutz und Überwachung, auch in der klassischen

Form der Stasi vertreten ist. Ich habe die Figur mit Ölfarbe auf einen

gemusterten Stoff aus dem Kaufhaus gemalt. Es ist kein Hinweis

auf Burkaträger in Afghanistan, sondern mehr Anspielung auf ein

Problem, dass heute im IT-Bereich nicht

gelöst, sondern eher verdeckt wird. Deshalb lege ich das Bild

aufs Gesicht.

s. http://www.dietmarmoews.com

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