Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 29, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4466

am 29. Mai 2014

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…X,3

Die Spannung im Schönen ist die gleichgerichtete Wirksamkeit jener aufgestauten Zweckmenge an Bildkraft, die notwendig ist, um das Sinnfällige des Formguten herbeizuführen.

Durch lebendige Sorgfalt im Anwenden lauterer Wirkmittel wächst die Spannweite der sinnmehrenden Botschaft.

In geöffneten Wesen bewirkt solche Kunde kraft ihrer Liebheit Entspannung.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 13, 2014

 

Lichtgeschwindigkeit 4407

am 13. Mai 2014

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VIII,11

Der Warner im Schönen ist der unbestechliche Zuchtgeist angesichts des Formguten, der dem Missbrauch von Bildekräften und Entsprechungen entgegenwirkt.

Mit dem Siege über Willkür, Unmaß und Fürwitz gewinnt zeugerischer Werkwille die volle Bewährungsfreiheit.

Unwarnbarkeit führt durch Zuchtmangel zur Entartung der Könnerschaft.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 23, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4328

am 23. April 2014

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VII,2

Der Verstand im Schönen ist jener Merker des Zeugerischen, der dem vollbringenden Werkwillen durch Prüfsamkeit dienlich bleibt.

Mit solcher Hilfsbereitschaft erst verliert das Verstandesmäßige die vernünftlerische Torheit, die dem Schöpferischen zuwiderläuft, das Sinnzuwachs schenkt.

Gemeistertes entstammt und entspricht tiefstem Verstehen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 22, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4326

am 22. April 2014

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VII,1

Der Ursprung im Schönen ist jener Vor-Satz des Erheblichen der sinngebenden Kraft, mit dem sie sich hinwegsetzt über Widerstrebendes, um bestimmtes Inhaltswahres in entsprechendes Formgutes zu verwandeln.

Mit berückender Entschlossenheit ermutigt sinngeführtes Wittern das Zeugerische zum Gestalten von Unerwartetem.

Aus dem Baugesetzlichen wachsen dem Vollbringen wesentliche Werkzuchten, Prüfmittel und Handhaben zu.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979