Otto hilft immer

Juli 15, 2015
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vom Mittwoch, 15. Juli 2015

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Wenn die Überschuldungspolitik der EURO-Gruppe unter Führung der EURO-Nordstaaten schon in die splitterreiche Politikzone geführt wird – sei es aus Blödheit von Merkel und Gabriel, sei es aus blindem Nominalismus der Rechthaber – kommt niemand um die Frage: Was kommt dann? – herum.

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Als Soziologe sehe ich, wenn verschiedene Interessenten(gruppen) in Interessenkonflikten schwere Fehler und Schäden verursachen, allein schon, weil sie ihre Opponentengruppe nicht wahrnehmen (Empathieschwäche). Interessenten haben meist weitreichende Argumente für die eigene Lage und die eigene Wertverwirklichung. Aber ob, wie, was die Gegenseite will, und was die Gegenseite ihrerseits an der jeweils anderen Seite nicht versteht, sieht man kaum – das liegt an der Wahrnehmungsschwäche für das Soziale:

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Man sieht nicht das Ziel und die handlungsmotivationalen Gegebenheiten der Gegeninteressenten – man stellt folglich die eigene Sozialität nicht hinreichend auf vorhandene harte Fakten und Sachverhalte ab, die die Gegenseite bewegen, die man selbst nicht sieht und deshalb gar nicht verstehen kann.

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Verheerend ist also im Konflikt der Interessenten ein irrelaufendes Zielsystem, in dem die Beteiligten weder die eigenen sozialen Bezüge zur Gegenseite erkennen, noch stimmen kann, was dadurch an Interaktionen und in den wirklichen Interdependenzen erzeugt wird. Worüber wiederum beide Seiten zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen müssen:

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Weil es an Verständnis für das Soziale allgemein und für das empirisch-konkrete fallspezifische, handlungsmotivationale Soziale weitgehend gebricht.

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Es hilft dann nicht, wenn man sich als Mitleider oder Solidaritätsengel oder als geduldiges Meierlein (Gottfried Keller) und Kompromissler gibt, wo es zunächst nur mal um die empirische Erfassung der opponierenden Interessenlage und die opponierenden konkreten Interessenten.

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Mich sprechen die fortlaufenden Tagesgeschehnisse immer auch in spezieller Weise an. So wie ein Friseur einen Blick für die Haare hat, der Optiker als Brillenverkäufer sofort sieht, ob er dir ein neues Brillengestell aufreden kann, oder ein Pastor einen neuen Kirchenbesucher sofort auf verwertungsbedenkliche Nebennutzen absucht, so treten mir die Menschengeschichten immer auch als soziologische Mutmaßlichkeiten entgegen, die ich mit soziologischer Erfahrung schnell durchbrause, um soziale Dimensionen von Geschehensprozesse erkennen bzw. verifzieren oder falsifizieren zu können.

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EURO-Überschuldungs-Sanierung ist erwiesen: Sie saniert nicht, sondern verschiebt zeitlich eine dramatische Über-Überschuldung in den Untergang:

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Wir EURO-Staatler hängen inzwischen alle an der chinesischen WELT-GLÄÜBIGER-Notenbank von Xi Jinping. Es wird krachen – allein weil der an China überschuldete Fed-Bank-Dollar weiter Luftdollar druckt und verbreitet, wie irre – kein Zweifel.

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Der Grieche Tsipras erklärt: Wir haben Reformen gemacht, wir haben Austerität erlitten, wir steigen staatlich und ökonomisch weiter ab, Griechenlands Schulden sind längst EURO-Gruppen-Schulden. Und der EURO-Staat Griechenland sind nicht die armen und reichen Griechen.

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Der Überschuldungs-Schäuble – Vormann der schwarzen Nullen – sagt: Griechenland muss Reformen machen, Griechenland muss die Rosskur akzeptieren, Griechenland kann gar nicht demokratisch selbstbestimmen, es sei denn, zu verhungern.

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Dietmar Moews meint: In der Neuen Zürcher Zeitung lese ich folgenden Leserbrief unter der RUBIK „ZUSCHRIFTEN VON LESERINNEN UND LESERN, NZZ, Seite 18, vom Samstag, 11. Juli 2015:

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Als vor 170 Jahren die Türken aus Griechenland abzogen, war das Land ohne Regierung, ohne Justiz, Polizei, Armee usw. Da schickte Deutschland den König Otto, der alles wieder ordentlich aufbaute. Als Griechenland schlecht im Fußball war, schickte Deutschland König Otto (Rehagel), und Griechenland wurde Europameister. Jetzt ist Griechenland hoch verschuldet, und jetzt soll der deutsche „Otto-Normalverbraucher“ helfen. Otto hilft immer.

Michael Peuser, Sao Paulo (Brasilien)“

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Wer immer noch weiterlügt, dass die Rosskur (in Irland und Portugal und Spanien geholfen habe) die Lage Griechenlands und die Not der pauperisierten Griechen abhelfen könne und helfen solle, mag zwar auf die Milliarden Schwarzgeld rechnen, die jetzt in Einkaufstüten und Behelfsschuldscheinen am Verhungern hindern werden.

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Doch können die Schwarzen Nullen nicht länger ihr Scheitern kaschieren:

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Der überschuldete griechische Staat und die in Geiselhaft lebenden griechischen Geiseln haben längst keine EU-Staatsbürgerschaft mehr, haben längst keine EU-Lebensstandards mehr.

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So sieht die heutige EURO-Wirklichkeit der Schwarzen Nullen, die die transnationalen Banker auf Kosten der Geiseln durchmästen, aus.

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Das ist bereits gescheitert. Ob jetzt noch ESM-Kautelen geschummelt werden, ob jetzt noch EFSM-EU-Gesamthaftung zur Überbrückung eingesetzt wird bzw. ob die britische Forderung der Aussetzung der EFSM-Haftung für den Fall, dass der ESM regelwidrig zur weiteren Überschuldungs-Finanzierung griechischer Staatsfinanzen eingesetzt wird:

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Dies Alles ist schrecklicher Unfug. Dies Alles basiert längst nicht mehr auf Einhaltung von REGELN – und OTTO hat mit den Regelbrüchen angefangen und OTTO will damit weiterhin mit dem Kopf durch die Wände.

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Am Schlimmsten finde ich, dass die deutschen Hitlerschlauen weiterhin den Schwarzen Nullen in der Großen Koalition die Mehrheit verschaffen. Das muss aufhören.

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Anfangen sollen unverzüglich informelle private Hilfsanstrengungen von einsichtigen Deutschen zur Hilfe für notleidende Griechen in Griechenland: Care-Pakete hinschicken, Medikamente hinschicken.

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Keine weiteren SCHWARZEN NULLEN als Überschuldungskatapult in Europa. Die Deutschen müssen es vormachen, wie gesundgespart wird:

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Otto sollte sich jetzt mal mit den eigenen Methoden selbst helfen. Dann wüchse Vertrauen oder ein notwendiger Lerneffekt käme der sozialen Wirklichkeit mal näher. Der deutsche Finanzstaat muss unverzüglich die deutsche Überschuldung abbauen, anstatt weiter aus EURO-Kredit-Wucher EU-binnenwirtschaftliche Vorteile abzuzocken.

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Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 15

März 23, 2014

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am 23. März 2014
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Zum Fall Uli Hoeneß sind Fragen zur gesellschaftlichen Resonanz und zu Wirkungen auf das Wertverhalten der Menschen zu stellen. Die Antworten sind individuell und kollektiv sowie als soziales Geschehen zu fassen und zu interpretieren – nicht mit allgemeinen Statements wie, „kann ich nicht leiden“, „gehört sich nicht“, „die Sitten verkommen“ oder „Raubtierkapitalismus“ abzutun.
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Immer zur Hand und mehr oder weniger offen oder untergründig setzt sich die Anteilnahme an einem auffälligen Fall, wie es Uli Hoeneß geworden ist, nach einfachsten Mustern zusammen.

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Dabei spielen meist einfache Gleichheitspostulate mit, wie das Biblische, „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ und „wie du mir, so ich dir“ also Spielarten der Gegenseitigkeitsansprüche der „Goldenen Regel“.
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Entsprechend kommen Ausprägungen des „kategorischen Imperativs“ von Konfuzius über Christian Wolff und Immanuel Kant, Letzterer zuspitzte: „Jeder solle so handeln, dass danach allgemeine Gesetze geschrieben werden könnten“. Und Kant erklärte: handeln wie ein fürsorglicher Vater am Familientisch. Die europäische Aufklärung hat auf diesem Weg zu den drei Forderungen der „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gefunden. Der Preußenkönig Friedrich II. erließ das Rechtsstaats-Prinzip, indem für alle, auch für ihn selbst, Gleichheit unter dem Gesetz gelten sollte.

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Im Alltagsleben wird daraus dann leicht: „Was erlaubt sich dieser oder jener?“, „Was sich Jemand herausnimmt“, „da könnte ja Jeder kommen“, „Wer, glaubst du denn, der Du bist?“

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Es ist also das Interesse vorausgesetzt, dass sich Jemand mit Fragen und gegebenenfalls mit einer öffentlichen Auseinandersetzung zur Sittlichkeit befasst und einlässt. Dabei sind Augenmaß, Bildung und Nüchternheit nicht immer in der angemessenen Balance gegeben, weil Interesse meist mit Eigennutz oder Selbstschutz verbunden ist.

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Nur bei individuellem Interesse werden wertende Gedanken ausgesprochen, entweder der Ablehnung und Distanzierung zum Fall und zum Akteur oder der Identifikation mit dem Fall oder dem Akteur durch Solidaritätsbekundung oder durch Abstreiten, Bagatellisieren, Beschönigung und sonstige abschwächende Urteile.
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Dabei sind Auffälligkeit und Skandalisierung eines solchen Falles nicht gleich den etwaig daraus folgenden Beachtung und Wirkungen.
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Wer selbst einmal vorbestraft worden ist, kann leicht Mitgefühle haben. Ebenso ist möglich, dass ein solcher Gleichheitsaspekt dadurch Ausdruck bekommt, nachdem man selbst seine Suppe ausgelöffelt hatte, auch dem Hoeneß dessen Strafe zu gönnen. Ebenso kann auch über die „Schergen“ und den „Obrigkeitsstaat“, den „Polizeistaat“, die „Bluthunde“ gezürnt werden oder es zu einer Gegenattacke kommen: „wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein“.
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Bei genauerer Betrachtung auf der Suche nach Schäden an der Moral im Einzelnen und im Gesamten wird man jedoch sehen, bei aller Erregung und aller inszenierten Erregung, bei wirklicher oder künstlicher Betroffenheit, entstehen dem Individuum direkt kaum tiefgründige Verletzungen durch solche die Sitte verletzenden Regelverstöße wie beim Fall Hoeneß. Eher wird in sozialen Szenerien mit einem solchen Fallbeispiel im Dreieck hantiert, gedroht, getadelt oder gelobt, meist ohne große Sorgfalt wie und ob das Beispiel tatsächlich passt. Denn auf wen passt schon so ein Fall des prominenten reichen Provinzlers mit Weltgeltung, Uli Hoeneß?

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Anders liegt die Ambition für die „Goldene Regel“, wenn Menschen eine Verschwörung, einen Bund oder eine Genossenschaft bilden. Dann tritt man bei und wird aufgenommen, weil man wünscht, durch gemeinschaftliche Selbstverpflichtung Exklusivnutzen zu erlangen. Es ist hierbei widmungsgemäß nicht möglich, eigensüchtig Vorteile herauszunehmen, indem der Genossenschaft Schaden entsteht. Die Regelverletzung bedeutet Austritt und Verlust der Exklusivnutzen bzw. Fehlverhalten kann von einem Schiedsgericht nach der „Goldenen Regel“ geklärt verfolgt werden.

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Die Gesellschaft und der genossenschaftliche Zusammenhalt besteht anerkanntermaßen aus Triebverhalten. Wir erleben in Spielräumen der Sozio-Kultur Triebverwirklichungen neben Triebhemmungen und neben Triebverzicht. Damit hat jeder Mensch sein individuelles Päckchen zu tragen. Welche sozialen Gruppenbezüge mitspielen, ist in jedem Einzelfall anzuschauen und zu interpretieren. Wie konstant Sitten, Moral, Kampfmoral und Unmoral alltäglich oder ausnahmsweise vorkommen bzw. welchen Wandel wir dabei beobachten können, ist von hochrangiger politischer Bedeutung. Vorab ist aber gewissermaßen Entwarnung gegeben:

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Der Fall Hoeneß und die bedeutenden Erklärungen dazu, seitens des Landgerichts, seitens der Massenmedien und seitens der Bundeskanzlerin (Merkel: Respekt für die Hinnahme des Urteils) sowie wichtiger Rollenträger der Prominenz, hat als gerichtsnotorisches Beispiel Folgen im allgemeinen Ansatz von sittlichem Verhalten von Angeklagten in Strafprozessen. Wie respektabel ist eine Bundeskanzlerin, die anlässlich der Hinnahme eines Strafprozessurteils dem Straftäter dafür ihren ausdrücklichen Respekt öffentlich bezeugt. Oder, wie glaubhaft ist eine solche mutwillige Verbalattacke auf die moralischen Gepflogenheiten, wie dialektisch wird hier durch eine „Verpitbullung“ Mephisto angerufen, um das Gute zu bewirken?

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Wir bewegen uns also in Richtung ästhetischer Bewertungen von Sinn und Form –  die Reizsprache und die Mittel der Skandalisierung und Rücksichtslosigkeiten des investigativen Journalismus und der Publizistik werden wie eine leerdrehende Spirale weitergedreht, ohne dass wir damit Stoff und Träume wirklich treffen. Das spielt wohl stets an den Grenzen der Geschmacklosigkeiten, lässt sich aber bestenfalls als Stilwechsel der öffentlichen Kampfmoral, jenseits moralischer Qualität des Wertverhaltens der Individuen notieren.
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Schließlich müssen wir es für eine anthropologische Konstante anerkennen, dass stets in Gegenwart und Zukunft im menschlichen Wahlverhalten mit der „Macht des Schwertes“ und den Abwägungen des Mächtigen über die Anwendung von Gewalt zu rechnen ist. Zwar sind Rücksichtnahmen und Gerechtigkeit im Familiären üblich. Ansonsten vermeidet der Mensch aber Fairness und Gerechtigkeit, wenn es ihn kostet. Denn im sozialen Hintergrund handelt sich der Rücksichtsvolle den Verdacht auf Schwäche und Dummheit ein.
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Goldene Regel privat oder öffentlich
Als Vergleichsmaßstab des Verhaltens und des etwaigen Wandels werden zwei Hauptperspektiven – das private und das öffentliche Rollenverhalten – betrachtet, die prinzipiell gegensätzlich angelegt sind.
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Das informelle und private Individuum verhält sich egoistisch, zum eigenen Vorteil leistungsorientiert, selbstgerecht, gierig, rücksichtsvoll, empfindsam, sorgsam,  ehrgeizig u. ä.

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Das öffentliche Rollenverhalten der Individuen ist an gesetzten Verhaltensnormen auf Allseitigkeit wie Rechtsstaatlichkeit, Beamtenrecht, Marktgepflogenheiten, Freizeitspiele u. ä. auf Sitte und Alltagsgewohnheiten hin orientiert. Abweichendes Verhalten und ein gewisser Minderheitenschutz sind dabei üblich.

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Dazu verhalten sich Menschen privat-öffentlich in ihren Erklärungen gerne im Rahmen der „Goldenen Regel“: „Wie du mir, so ich dir“ bzw. „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu“. Dabei ist jeder seinen eigenen, möglicherweise inkonstant moralischen Verhaltensweisen und Orientierungen zugeneigt, die er dem anderen ebenfalls einzuräumen bereit ist. Das bezieht sich auf „Großzügigkeit“ hinsichtlich „kleiner Sünden“, Eigenlob, Fehlerverzeihen, Kavaliersdelikte, Heuchelei, Lügen, Unehrlichkeit – jeweils qualitativ seitwärts von Vorschriften und Rechtsnormen. Täuschen, Tarnen, Abfälschen, Abstreiten und Bullshit sind üblich.

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Dabei handelt es sich einerseits um zu erfassende verbale Einlassungen und die darin steckenden Erklärungsnormen, andererseits um praktisches Verhalten und die darin steckenden Verhaltensnormen. Gesucht und untersucht wird ein möglicher prozessuraler Verhaltenswandel. Das beginnt schon mit der Schwierigkeit, eine empirische Bezugslage zu erkennen und in einem nachvollziehbaren Verfahren qualitativ feststellen zu können: Wie moralisch, kampfmoralisch, unmoralisch oder verpitbullend war der anerkannte und praktizierte Moralitätspegel zum Zeitschnittpunkt vor dem Fall Hoeneß eingestellt? Wie konstant oder inkonstant? Was bedeuten dynamisierende soziale Kontrolleinflüsse für Lebensglück und Entfaltung? Was bedeuten verwilderte Spielräume? Anarchie muss jedenfalls bedacht werden. Schließlich wiederum muss in mehreren Zeitschnitten, während des Fallverlaufes, nach dem Urteilsspruch durch das Gericht und zu späteren Zeitpunkten – mit dem Blick auf Veränderungen in den gesellschaftlichen Moralspielen, zersetzende oder inspirierende Wirkungen oder weitreichende Indifferenz erfasst werden.

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Schließlich kann alsdann als wissenschaftlicher Befund zur Hypothese „der kommunizierte Fall Hoeneß trägt zur Verpitbullung der Gesellschaft“ bei, gesagt werden, ob, Was und wie bewirkt worden ist.

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Hauptsächlich sind dirigierte, regulierte, moderierte und freizügige Spiele zu unterscheiden. Rollenverhalten unterliegen organisatorischen Anforderungen von Standardisierung, Elastizität und Flexibilität. Deshalb sind die staatlichen, intermediären, privaten und informellen Rollen verschieden ausgelegt, als Stellvertreter, als multifunktionale öffentliche, als private und als informelle Rollen ist von Rollenträgern Rollentreue verlangt.

Das bedeutet, dass in der heutigen hochintegrierten Lebens- und Arbeitswelt durch ein hohes Maß an Regelbindungen, vorausgehenden, begleitenden und nachträglichen Kontrollen und Steuerungen kaum wesentliche Veränderungen der Moralität und Sitten ohne sofortige Sanktionen zustatten kommen können. Also etwaige Anmutungen durch den miterlebten, mitkommunizierten Beispielfall Hoeneß zunächst bestenfalls Verstimmung, Motivationswirkungen oder Lähmung bzw. Dynamisierung bewirken mag, ohne dass dadurch gleich eine Reformpolitik oder sonstige Ausbalancierung veranlasst werden würde. Man freut sich oder leidet, man meckert oder wendet sich verächtlich ab und stänkert in seinen Familien und Freundschaften
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Fortsetzung folgt