OFFENER BRIEF an 1. FC Köln betreff Platzerweiterungen des Fußballvereins Köln-Sülz-Müngersdorf

August 20, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9476

am Mittwoch, 21. August 2019

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Absender: Dietmar Moews, passionierter Fußballer, Köln

OFFENER BRIEF

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Sehr geehrte Damen und Herren, die an Plänen und Organisation von Erweiterungs- und Ausbauten der Sportanlagen des international bekannten Fußballvereins 1. FC Köln freiwillig oder pflichtgemäß beteiligt sind.

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Ich antworte hiermit auf den FC-Sprecher, Alexander Wehrle. Herr Wehrle aufforderte (KStA vom 19. u. 20. August 2019) die FC-Köln-Freunde, jetzt direkt an die Oberbürgermeisterin zu schreiben. Ich antworte mit meinem OFFENEN BRIEF, allen, die mitwirken, besonders den Kampagnenführern beim Kölner Stadt-Anzeiger, des Weiteren den politischen Parteien von Köln, auch der hohen Stellvertreterin der Kölner, Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie dem imaginären Wunschbild des 1. FC Kölns im Weltfußball.

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Kurz:

1. Kölner Grüngürtel als Weltvorbild

2. Ein ordentliches Antragsverfahren für Bauherren

3. Der Zeitgeist der Erwerbsfußball-Immobilien und Sportanlagen

4. Gleichbehandlung marktförmiger Bauprojekte vor dem Gesetz und Legitimationsdruck durch die öffentlichen Allgemein-Interessen

5. Der 1. FC Köln unterschlägt entscheidendes Planungswissen über die Kommunikationsqualitäten im Grüngürtel im Vergleich zu besser erschlossenen Orten für die zahlende Kundschaft der Erwerbsfußball-Abteilung

6. Die aktuelle 1. FC Köln-Profi-Führung klientelisiert, durch den Sprecher Alexander Wehrle, alle Mitglieder des DFB-e.V.-Clubs. Der DFL-Sprecher tut so als träten alle Vereinsmitglieder für den aktuellen Grüngürtel-Erwerbs-Fussball-Bebauungs-Plan ein. Dem ist nicht so

7. Der 1. FC Köln und auch die verantwortlichen Behörden erwarten Gerichtsverfahren, wenn im Grüngürtel die Kettensägen und Bagger kommen. So langfristig wird niemand – weder im Rathaus, noch im FC Köln-Management – verantworten können, was hier angezettelt werden soll

8. Ich erwarte einen IDEAL-Entwurf, wie man einen solchen überall auf der Welt in ähnlichen Bedarfssituationen braucht, damit all die fußballbegeisterten Laien und Fans mal gezeigt bekommen, was da Alles möglich ist, wenn man nicht länger den GRÜNGÜRTEL strapaziert

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Ich plädiere für eine systematische Erfassung aller Planungsgrundlagen für Köln. Ich bin entschieden für die Unversehrtheit des Grüngürtels, der in den Stand eines „Weltkulturerbes“ gehört, wie folgt in acht Punkten:

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1. Der heutige Kölner Grüngürtel, der die historisch gewachsene Stadtanlage umgibt, kann von niemandem in der Welt in seiner Schönheit, Nützlichkeit und Einzigartigkeit bestritten werden. Man erlebt, wie Geist Stadt ist, aber nicht mit Kunststoffrasen im Grüngürtel.

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2. Ein Bauprojekt im heutigen DFL-Erwerbsfußball muss ordentlich im gesetzlichen Rahmen aufgezogen werden. Der 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA muss dafür nicht über Klimawandel oder Volksgesundheit durch Sport schwadronieren, sondern das gewünschte Investitions- und Subventions-Projekt besser vorbereiten und dann bekanntgeben und dafür werben.

Grundsätzlich ist der heutige DFL-Erwerbsfußball in vielen Dimensionen erwünscht und legitimiert. Er wird dafür auch mit vielfältigen sozio-kulturellen und politischen, nichtfußballerischen Lasten der sozialen Reproduktion und Integration täglich behelligt. Das ist der Rang des Fußballs und die Breitenwirkung unserer heutigen Kulturindustrie.

Es liegt ein Wunschkonzept des 1. FC Köln vor. Es läuft ein formales Planungs- und Antragsverfahren. Es muss finanziert werden. Es muss der aus Sülz kommende EFFZEH, über Müngersdorf und Werbe-Arena, weiterhin in der Kölner Tradition seine geistige und sinnliche Fortsetzung finden können. Damit ist das heutige Geißbockheim im westlichen Grüngürtel ein zweifellos sinnvoller Ort – leider nicht für den Ausbau.

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3. Auch in anderen berühmten Fußballorten wurde und wird ausgebaut. Die Kölner sollten hingucken, welche Möglichkeiten anderswo genutzt werden. Der frühere FC war fußballerisch internationale Spitzenklasse, spielte in Müngersdorf, trainierte im Grüngürtel. Es gibt alle bekannten Argumente, warum besser Alles in einem Ort vereint sein muss. Wir wissen auch, dass tatsächlich die meisten Fußball-Sportler sehr beweglich, ortsuntreu und je nach Lage ihre Geschäfte äußerst resilient ausüben. Die Berufsfußballer lernen sehr früh, welche Rolle ihre Geldwünsche spielen und dass sie sich dafür beinahe nach jeder Decke strecken müssen. Der heutige FC leidet an seinem Genieverdacht gegen sich selbst. Die meist sehr begabten eingekauften Entscheider  werden nach Kölscher Art integriert; herauskommt Identitätsschwund durch soziale Abwertungsspiele für den Kölner 1. FC-Fußball und sportliche Kümmernisse einer Drittklassigkeit, nämlich zwischen erster und zweiter Bundesliga. Zunächst geht das allen anderen Profi-Sport-Veranstalter nicht anders, nämlich den Herausforderungen mit einem Königsweg zu antworten, anstatt mit irrlaufenden Wünschen die Ziele zu verpassen.

Bei Fußball-Mailand leben und arbeiten die Sportler nördlich, auf dem Land, und reisen zu ihren Heimspielen zum Stadion, inmitten einer unsäglichen Stadtumgebung.

In München betrieben die beiden Großvereine jahrelang Aus- und Umbauideen des Olympiastadions, weil man sich überhaupt keine Alternative vorstellen konnte zu dem sensationellen Olympiapark mit Autobahnanschluss, Stadtnähe, Baukosten, landschaftliche Ausgestaltung usw. Ich war damals als Münchner intensiv an den Diskussionen beteiligt. Viele Argumente von damals gaben auch beim Abriss des alten Müngersdorfer Stadions in Köln den Ausschlag – man kann eben nicht aus der örtlichen Mitte heraus wachsen. München hat sich dann neben die größte Münchner Müllhalde begeben, nach Fröttmanning, wo die Arena neben den Abgasen von Freimann hinköchelt – ähnlich die Bayarena von Leverkusen.

In Hannover wurde das Niedersachsen-Stadion weggerissen und eine Arena gebaut, die direkt neben vorhandenen Bundesleistungszentrum und Stadionsporthallen eine ideale räumliche Nähe in der Stadtmitte hinterm Maschsee für Hannover 96 bietet.

In Sinsheim hat man mit weitreichender Planungsfreiheit geplant und gebaut und hat inzwischen sogar ein Hoffenheim-Heimpublikum.

Köln hat seine eigene Tradition. Dazu gehören auch Fortuna und Viktoria – „Man muss auch gönnen können – ich bin auch sonst nicht schlecht, nee ich bin brav …“. Wo also heute schärfste Töne eine unangenehme Stimmung um den Baubedarf verbreiten, wird die Kölner Mentalität bald munter einstimmen, sobald sinnvollere Pläne ausgedacht werden, als im Inneren Grüngürtel weiter Platz abgreifen zu wollen.

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Grüngürtel – Anlage der Kölner Zukunft

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4. Es wurde von einer respektablen freiwilligen „Kölner Grün Stiftung“ eine Vision entwickelt, die den Sinn des Adenauerschen „Inneren Grüngürtels“ durch einen „Außeren Grüngürtel“ in eine Zukunftsgestaltung formt, wozu es bereits einen Beschluss des Kölner Stadtrates und eine Charta gibt (Greven Verlag Köln 2013).

Ohne die Fußballfreunde in höhere Vorstellungswelten locken zu wollen, sehe ich keine Argumente für die Betreiber des 1. FC Köln. Eine Platzgreifung im Grüngürtel, durch Profi-Fußballer als mögliche Spezialinteressenten, die den alle Kölner berührenden Grüngürtel niederstimmen könnten, sind eine extrem legitimationsarme Minderheit, auch gegenüber allen Amateurfußballern und Fußball-Fans in Köln.

Man muss nicht erst alle erdenklichen gewerblichen Bauträger anrufen, die auch noch gerne hier und da eine kleine Begradigung oder Sonderbaugenehmiging im Inneren Grüngürtel zugeschlagen bekämen.

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5. Wer eine Vertragsfirma der massenmedialen Profi-Fußball-Organisation ausbauen will, muss diverse Bedingungen berücksichtigen, die den Sport und das Gemeinwesen erheblich belasten. Die Kulturindustrie der kommerziellen Freizeit-Event-Übertragungs-Wirtschaft stellt Bedingungen, die in der Maximierung der Publikumszahlen ihr stärkstes Ziel sehen, die weder auf die Fußballfreunde noch auf die Sportler Rücksicht nehmen – sondern allein die massenmediale weltweite Vermarktung der Produktwerbung und der Folgerechte fokussieren. Hier zählen nicht nur Quoten, sondern ganz konkrete Wirkungsforschung und Zielberührungen.

Dafür müssen Stadien während der Show brodeln und kochen – Liverpools Mersey-Gesänge auch in Dortmunds Hexenkessel – müssen also Menschenmassen optimal herantransportieren und abtransportieren. Der 1. FC Köln unterschlägt entscheidendes Planungswissen über die Kommunikationsqualitäten im Grüngürtel, im Vergleich zu besser erschlossenen oder erschließbaren Orten für das reale Publikum des Erwerbsfußballs bei jedem Wetter. (Wer nennt Zahlen der Anfahrtkilometer und der genutzten Medien (Bahn, Auto, Fahrrad, Flugzeug ..?)

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6. Die aktuelle 1. FC Köln-Profi-Führung und der Sprecher Alexander Wehrle klientelisieren die Normal-Mitglieder des 1. FC Köln. Wehrle tut so, als fänden alle Vereinsmitglieder den aktuellen Grüngürtel-Bebauungs-Plan wünschenswert. Dieses ist eine unlautere Aussage. Wehrle will alle ihm gar nicht zustimmenden FC-Fans davon abhalten, eine abweichende Meinung zu sagen, so, als sei man gegen den eigenen Verein -. Dabei rufen die Umstände jeden Mitdenkenden, den aktuellen Eintagsfliegen in der PROFI-Abteilung, wie Herr Wehle, nicht zuzutrauen, eine solche Zukunftsentscheidung überhaupt entwerfen und organisieren zu können. Wehrle täuscht Kompetenz vor, während die Kölner und die Kölner Institutionen und kommunalen Entscheider professionellere Ideen sehen wollen.

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7. Zeitverschleppung durch rechtsstaatliche Klageverfahren liegen auf der Hand. Der Grüngürtel von Köln, der zweitausend Jahre alten Siedlung am Niederrhein, kann für ein „Weltkulturerbe“ erhoben werden, anstatt mit Verwertungsbedenken eines speziellen Gewerbeunternehmens der Unterhaltungsindustrie anderen mediokren Bauherren-Modellen nachzufolgen.

Die Akteure einer heutigen Bedarfsentwicklung für die zukünftigen Profi-Fußballer des 1. FC Kölns müssen auch Zukunftsbedarfe vorbereiten – dazu gehört der Gesamtkomplex der Kommunikation von sinnlich teilnehmendem Publikum wie also die heute schon ungenügende Arena in Müngersdorf ebenfalls.

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8. Ich fordere einen IDEAL-Entwurf. Einen echten visionären Zukunftsentwurf, der zur Vision des „Äußeren Grüngürtels“ passt. Ich vermisse eine relevant-systematische sorgfältige Erkundungsphase (alsdann einen abgewogenen Entwicklungsplan mit schrittweisen Bauten). Dafür ist zunächst ersteinmal die Kölner Bucht, zu beiden Seiten des Rheins, von oben anzuschauen und zu verstehen zu suchen, was die Eifel oder das Bergische Land, was die Auflösung von Bayer Leverkusen und vom Flughafen Köln-Wahn zu halten ist. Diese systematisch-strukturale Vision kann dann jede politische Partei der Kölner Kommunalpolitik nachdrücklich aufnehmen und vertreten.

Wie man es überall auf der Welt in ähnlichen Bedarfssituationen braucht, damit all die fußballbegeisterten Laien und Fans mal gezeigt bekommen, was da Alles möglich ist, sollen die FC-Verantwortlichen ein IDEAL entwerfen und finanzieren. Man sollte nicht länger den GRÜNGÜRTEL strapazieren (München hatte es auch sehr schwer, das Olympiazentrum aufzugeben – in Fröttmanning neu zu bauen: Autobahn, Parkplätze, Flughafen, S-Bahn; in Liverpool ist die Profi-Showabteilung in einem integrierten Campus angesiedelt – das geht gut).

Welches wäre also das beste Fußball-Paradies der Erwerbsfußball-Welt für Köln? Auch der Geißbock hat sein Heim längst im Zoo.

Der 1. FC Köln sollte darunter nichts rausbringen. Und dann wird jede analoge Abstimmung, jede Konkretion auf den zukünftigen Ort auf das Idealkonzept, zur „BEST PRACTICE“.

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Es dürfte den Politikern leicht fallen, dafür dann die Weichen zu stellen. Es dürfte der Medien-Hauptstadt des Westens, Köln, leicht fallen, hierfür Gazetten und Sendeminuten einzusetzen. Es gibt tatsächlich Stadionbesucher, FC-Mitglieder, die alle zwei Wochen aus Berlin-Pankow die „Heimspiele“ in Köln bereisen: „FC Kölle you’re the number One – da simma dabei“.

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Eine Diskussion sollte jetzt beginnen.

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Mit besten Wünschen,

Dietmar Moews

Dietmar Moews mit Alphons Silbermann – 1999 im Excelsior Köln

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