Hennes Löhr 1942 – 2016 – Kurznachruf

Februar 29, 2016
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Vom Montag, 29. Februar 2016

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Hennes Löhr, geboren als Johannes Löhr am 5. Juli 1942 in Eitord, ist heute, 73-jährig, am 29. Februar 2016, in Köln gestorben. Löhr hatte in seinem Leben einige schwere Krankheiten, besuchte noch bis zuletzt die Heimspiele des 1. FC Köln, litt seit 2015 an einem Schlaganfall, an den Folgen er jetzt starb.

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Hennes Löhr war ein deutscher Erwerbs-Fußballspieler und -trainer. Er spielte allein für den 1. FC Köln, seit Beginn der eingleisigen deutschen Bundesliga, zwischen 1964 und 1978, 381 Bundesligaspiele.

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Löhr war ein überdurchschnittlich begabter Spieler, hauptsächlich als schneller Linksaußenstürmer, erzielte dabei 166 Tore, womit er noch heute den Vereinsrekord des 1. FC Köln hält, und er war für sein Zeit ein hochintelligenter Fußballer.

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Als zwanzigfacher Nationalspieler (fünf Tore) gewann er mit dem 1. FC Köln 1978 die Deutsche Fußballmeisterschaft und in den Jahren 1968, 1977 und 1978 den DFB-Pokal.

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Mit seinem 20. Länderspieleinsatz am 9. September 1970 in Nürnberg beim 3:1-Erfolg gegen Ungarn endeten seine internationalen Berufungen in der Nationalmannschaft. Er gehörte noch dem Aufgebot für die Europameisterschaft in Belgien 1972 an, kam aber nicht mehr zum Einsatz.

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Löhr absolvierte zudem mit dem 1. FC Köln internationale Spiele im Europapokal der Landesmeister (heute Champions League), im Europapokal der Pokalsieger und im UEFA-Pokal insgesamt 58 Spiele und erzielte dabei 30 Tore.

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Löhr hatte unter Lehrgangsleiter Weisweiler an der Sporthochschule in Köln bereits 1967 erfolgreich die Ausbildung zum Fußball-Lehrer durchlaufen – wurde zunächst Co-Trainer, dann 1980 Manager und 1983 nach der Entlassung von Rinus Michels selbst Trainer beim 1. FC Köln. Im Februar 1986 wurde er vom Management entlassen. Danach ging er als Trainer zum DFB, für den er lange Jahre die U-21- und die Olympia-Nationalmannschaft betreute. Mit 58 Jahren beendete er sein Sportstudium an der Deutschen Sporthochschule in Köln, wobei er das Thema „Das Bosman-Urteil“ und seine Auswirkungen auf die Einsatzzeiten junger Spieler“ bearbeitete.

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Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 14

März 22, 2014

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am 22. März 2014

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Der Kriminalfall des Prominenten Uli Hoeneß kann nicht als Sittenverfall oder Verpitbullung eingeschätzt werden. Der Fall Hoeneß ist kein repräsentatives Beispiel qualitativer Verschlecherung der gelebten Menschlichkeit im Großen, aus Sicht einer empirisch-sozialwissenschaftlichen Analyse beurteilt.

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Hoeneß ist auch als Einzelfall bzw. als Sonderfall kein ungewöhnlicher.

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Hoeneß hatte im sozialen Feld von Unterhaltung, Sport, Freizeit und Kommunikationswirtschaft die ihm zugewachsene Rolle des Spezial-Peers erworben. Sein Rang ist keine Selbstsignierung, sondern eine gesellschaftliche Zuweisung.

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Die sichtbar gewordene Straffälligkeit, die dabei angewendeten Mittel und die darin zum Ausdruck kommende Kampfmoral und Unmoral ist, genauer betrachtet, geradezu als normal einzuschätzen. So wenig Bildung,Tugendhaftigkeit oder soziale Verantwortung aus bürgerlichem Reichtum, aus wissenschaftlicher Eminenz, aus herausragendem Spezialgenie oder aus Abstammung automatisch folgt, so sind Regelbrecher und Leistungsschwache unter Spezial-Peers alltäglich.

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Dass mit dem Fall Hoeneß die quantitativ zählbaren Fälle misslingender Kriminalität und Versagen gegenüber einer Prominentenpflicht für vorbildliches öffentliches Verhalten als eine feststellbare prozessurale Verschlechterung, ein tendenzieller Wandel im Sinne sozialer Verhärtung wäre, trifft nicht zu. Kassandrarufe, Untergangssorgen, Werteverlust erscheinen vor dem Hintergrund der Geschichte nicht gegeben.

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Weder das alttestamentarische Babel noch der Tanz des auserwählten Volkes um das goldene Kalb muss uns im Fall Hoeneß alarmieren. Im Gegenteil – ein Fachjurist zur „Steuerehrlichkeit“ teilte der TV-Öffentlichkeit kürzlich in einer Unterhaltungsdiskussion mit: „BMW! – Bäcker, Metzger, Wirte! Alle haben Schwarzgeld und machen Schwarzgeschäfte. ALLE!“ Der Steuerkriminelle Uli Hoeneß ist Metzgerssohn, stammt aus einer Metzgerfamilie in Ulm und gründete und führte selbst die HOWE-Wurstfabrik in Nürnberg. Wer wollte überrascht sein? Nimmt man Hoeneß persönliche öffentliche Stellungnahmen zum Steuernzahlen, die er über viele Jahre durchgängig geäußert hatte.

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Der Fall hat einige kommunikative Besonderheiten, die lediglich als Varianten oder als Stilverschiebung gelten können. Aber weder seitens des Straftäters Hoeneß, noch seitens der ästhetischen Resonanz, noch seitens konkreter Auswirkungen auf moralische Stimmung oder Lebenszufriedenheit, sind „Moralverluste“ bewirkt worden.

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Wer den Fall aufmerksam beobachtet hat, z. B. Uli Hoeneß selbst, könnte daraus gelernt haben, in der heutigen sozialen Situation, weltweit, in Deutschland, in Bayern, in München, in anderen Städten oder in provinzielleren Lebenszusammenhängen, seine Geldspekulationen und Steuervermeidungsabsichten geschickter auszulegen, ohne diesen skandalösen Absturz zu erleiden. Alle Metzger, die nicht erwischt werden, machen das erfolgreicher.

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Fortsetzung folgt