DLF macht Propaganda fürs deutsche Stiftungsunwesen

Mai 22, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4443

am 22. Mai 2014

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Dietmar Moews meint: STIFTUNGS-UNWESEN? Teil der inhaltlichen Programmarbeit staatlicher Medien ist es, die Öffentlichkeit durch Propaganda zu täuschen oder abzulenken.

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Stiftungen, Stiften und Stifter (Bundesverband Deutscher Stifter) erklärten heute, Stiftungskapital sei privates Geld, dass ein Stifter für einen gemeinnützigen Zweck über eine Satzung und eine ständige Aufsicht für die Gemeinschaft bindet, „stiften“.

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Die Formel „Stiften ist gemeinnützig“, stimmt nicht.

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Es gibt in Deutschland angeblich ca. 20.000 Stiftungen, die keineswegs alle den staatlichen Stempel „gemeinnützig“ tragen. Diese Stiftungen sind nicht gemeinnützig. Die nicht gemeinnützigen Stiftungen, die den Gemeinnützigkeitsstatus niemals erhalten würden, weil diese Stiftungen der Stiftungssatzung gemäß eigennützige Zwecke verfolgen, sind – anders als es Frau Lambsdorff mehrfach falsch behauptete – keineswegs gemeinnützig, sondern sie dienen den Zwecken des Stifters und dessen Eigennutz.

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Einer Stiftungspromoterin, Frau Alexandra Gräfin Lambsdorff, wurde heute im DLF stundenlang die Möglichkeit eingeräumt, den größten Unfug zum Thema „Stiften“ zu verbreiten, um die Öffentlichkeit irrezuführen. Ziel solcher Stifter ist, vom Eigennutz und Eigensinn, der durch das deutsche Stiftungsrecht ermöglicht wird, abzulenken.

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Versinnbildlich wurde diese in leierndem Sprachduktus – „da ist sogar manchmal ein richtiger, echter Professor dabei“ – schwadronierende Witzfigur, die sich als Gräfin Lambsdorff anreden ließ, in dem sie falsch behauptete, alle Stiftungen seien gemeinnützig.

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Sie behauptete außerdem, das Stiftungshandeln würde streng auf die Satzungszwecke überwacht und kontrolliert.

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In Wirklichkeit wird eine Stiftung vom Stiftungsgeschäftsführer geführt und nicht durch ein Kuratorium begleitend und nachträglich gesteuert. Das Kuratorium einer Stiftung steht auf dem Papier und lässt sich einmal im Jahr im obligatorischen Jahresbericht schriftlich erklären: Die Stiftung wird ordentlich geführt. Inhaltlich beobachtet und geprüft wird das nur, wenn jemand droht, den Staatsanwalt anzurufen.

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Alexandra Graf Lambsdorff ist keine Gräfin. Grafen und Gräfinen können, wie Freiherren und Freiinnen, Freifrauen und Burgfräuleins, mit Abschaffung des Adels vor Zeiten nur noch den normalen Familiennamen tragen, die Adelstitel sind abgeschafft worden.

Mit Abschaffung des Adels wurden den ehemaligen Adelsfamilien Privilegien gestrichen, die sie in der Geschichte allzusehr missbraucht hatten. Adelige hatten sich insgesamt als unfähig gezeigt, die tradierten Adelspflichten zu erfüllen – folglich heißt heute Frau Graf Lambsdorff „Graf“, ohne dass damit eine Geschlechtsbezeichnung gegeben sei. Ähnlich heißt Frau Schneider nicht „Schneiderin“ und Steffi Graf heißt nicht, Geschlechtsumwandlung.

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Mit Abschaffung des Adels in Deutschland, wurden Adelstitel beseitigt. Wer einer ehemals adeligen Familie abstammt, bzw. nach dem Namensrecht einen Adelstitel als Adelsnamen führt, darf den Namen weiter führen. Demnach heißen die früheren „Grafen von und zu Lambsdorff“ heute „Lambsdorff“ oder, wenn es denn sein soll „Graf von Lambsdorff“ oder Graf Lambsdorff. Der Name Graf Lambsdorff wäre demnach der Familienname und kein Titel und keine geschlechtsspezifische Titulierung. Herr Graf Lambsdorff heißt Graf Lambsdorff – er ist kein Graf.

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Die Frau Alexandra Lambsdorff im Deutschlandfunk trägt also den Familiennamen „Graf Lambsdorff: Frau Alexandra Graf Lambsdorff. Unsere DLF-Stiftungspropagandistin tritt als „Gräfin Lambsdorff“ auf. Unglaubhaft, dass ihr Vater den Familiennamen Adolf Gräfin Lambsdorff trug.

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Dietmar Moews meint: Aus Sicht der empirischen Organisationssoziologie sind „Stiftungen“ der kontrollschwächste Organisationsbereich im Rechtsstaat, anders als der Vollhafter, die GbR, die GmbH oder die Aktiengesellschaft, kontrollschwächer als der BGB-Verein (mit sagtzungsgebundener prinzipieller Basisdemokratie. In den deutschen Stiftungen findet verlässliche Bindung an die Stiftungszwecke, mangels gründlich durchgreifender Aufsicht, nicht statt.

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Stiftungskapital sowie Zustiftungen bekommen von den Stiftern selten vollversteuertes privates Kapital, das willkürlich auch für andere Lustzwecke ausgegeben werden könnte.

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Meist rührt Stiftungsgeld nach dem Stiftungsrecht aus Kapital, das gewerbliche Ertragsrechnungen oder privaten Reichtum zur Steuerersparnis mindert. Erträge werden vermindert – kleine Gewinne werden versteuert, versteuertes Kapital selbst wird steuerbegünstigt steuerbegünstigten Zwecken zugeführt. Stiftungskapital ist quasi Eigenmacht des Kapitalisten zur Subvention und Investition in kaum kontrollierte Verwendungszwecke der Stiftungs-Geschäftsführung (wer bestimmt Geschäftsführer-Arbeistverträge, Kuratotiums-Aufwandsentschädigungen, Reisekosten oder Beirats-Sitzungsgelder? Wer hat schon mal von einer Tiefenprüfung gehört, wenn der Geschäftsführer viele Jahre über die Stiftung zu privatem Nutzen beklaut?)

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DLF-Wirtschaftsprüfer bitte melden! – Was ist denn eine Stiftung e. V.?

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