Pistorius im Mordprozess – Südafrika Prothesenläufer erschoß Freundin

April 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4278

7. April 2014

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Die sonderbare Prominenz des Behindertensportlers Oscar Pistorius schlägt sich auch in der weltweiten Berichtersttattung über den Mordprozess nieder.

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African athlete on trial for the killing of his girlfriend Reeva Steenkamp

Der südafrikanische Athlet steht in Südafrika vor Gericht, weil er seine Freundin Reeva Steenkamp umgebracht hat. Die Tat selbst steht nicht in Zweifel. Das Gericht muss klären, welcher juristischen Kategorie die Tötung zugeschlagen werden muss. Ob Mord, Totschlag oder fahrlässige Tötung, muss sich aus den Vernehmungen des Täters, der möglichen Zeugen und Gewährspersonen und der sozialen Sachlage herausfragen lassen. Danach richtet sich dann das Gerichtsurteil und die Strafzumessung für Oscar Pistorius.

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Kritiker sagen immer wieder: Hätte Pistorius eine Schwarze umgebracht, würde kein Hahn danach krähen. Man bewertet die publizistische Aufmerksamkeit für den Mordprozess in Südafrika auch als Ausdruck der Rassendiskrimierung bzw. der Ungleichbehandlung zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika.

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Es ist wohl lediglich nüchtern festzustellen, dass es verschiedene Rassen gibt. Dass es überall Traditionen verschieden tradierter Macht in der aktuellen Leitkultur gibt. Dass die Unterschiede zwischen Rassen sehr beachtlich sind, aber maßgeblich für das Zusammenleben unterschiedlicher Menschen sind die allgemeinen Menschenrechte. Es sollte in jedem Staat der Welt im Sinne der UN-Menschenrechts-Charta so sein, dass alle Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, Religion usw. nach dem Gesetz vor dem Gesetz gleich sind und Gleichbehandlung verlangen können.

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Im Fall Pistorius muss nicht auf Ungleichheit vor dem Gesetz reklamiert werden. Denn das besondere Merkmal der Unterschiede in diesem Fall, sind die heute aktuell in Südafrika gelebten sozialen Unterschiede. Dabei sind soziale Diskriminierungen an einer Trennungslinie von arm und reich greifbar. Während man schon feststellen muss, dass z. B. schwarz und arm oder weiß und arm unterschiedliche Chancen finden. Wenngleich die Gegensätze von schwarz und arm und schwarz und reich ebenfalls unüberbrückbar scheinen.

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Es ist jedenfalls ein beachtlicher Zwischenruf: Hätte Pistorius eine Schwarze umgebracht, würde man den Prozess nicht beachten. Dabei ist stets fraglich ob diese Omnibus-Methode, an einem Fall, wo es um Mord geht, ein anderes Problem zu versuchen mit zu transportieren – die Rassenthematik in Afrika – wirklich erreicht oder ob dadurch der Emanzipation Schaden zugefügt wird?

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Ob und wie fern im Fall Pistorius konkret infolge von Rassismus (Weißer bringt Weiße um) Farben der Rechtsbeugung zu erkennen sind, wird nicht reklamiert. Natürlich wird ein weltweit beachteter Gerichtsprozess auch auf höchster politischer Ebene beachtet. Man wird also aufpassen, ob politischer Einfluss auf den Prozess genommen wird.

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Südafrika verzeichnet, seit dem institutionalisierten Ende der Apartheid, riesige Fortschritte in den überlieferten Rassengegensätzen. Die Aufklärung hat den rassistisch Benachteiligten in Südafrika viele Verbesserungen und große Chancen eröffnet. Frage wäre also, wie, ob, kann man Was noch weiter verbessern?

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Mag sein, dass die Bereitschaft zu politischen Verbesserungen mit Öffentlichkeitsarbeit und Klagen beginnt, wenn man ein parlamentarisches System, wie in Südafrika, bewegen wollte. Folglich wäre auch das Omnibus-Surfen auf anderen Reizthemen, politisch legitim.