Schoki-Test mit Neuhaus MILK CHOCOLATE FROM WEST AFRICA 32 % COCOA

September 10, 2017
Lichtgeschwindigkeit 7572

Vom Montag, 11. September 2017

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Dietmar Moews meint:

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Mag der Grieche seinen Ton

Zu Gestalten drücken,

An der eignen Hände Sohn

Steigern sein Entzücken;

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Aber uns ist wonnereich,

In den Euphrat greifen,

Und im Flüss’gen Element

Hin und wieder schweifen.

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Löscht‘ ich so der Seele Brand

Lied, es wird erschallen;

Schöpft des Dichters reine Hand,

Wasser wird sich ballen.“

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(Johann Wolfgang Goethe 1749-1832; aus „Westöstlicher Diwan“ Buch des Sängers, „Lied und Gebilde“, nach 1805)

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Ich probierte eine belgische Schokolade, Neuhaus MILK CHOCOLATE FROM WEST AFRICA 32 % COCOA – um mal wieder dem weit verbreiteten Vorurteil auf den Zahn zu fühlen, dass belgische Chocolatiers die Qualitätsspitze bilden würden. Diese Milchschokolade ..from West Africa .. wird für Neuhaus sa, Postweg 2, 1602 Viezenbeek, BELGIUM, produziert. Doch wo und von wem diese Neuhaus produziert wird, wird nicht mitgeteilt.

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Kurz vorab: Diese Vollmilch-Schokolade kann als durchschnittliche Industrie-Massenware angesprochen werden, also keineswegs BEAN to BAR. Hauptbestandteil ist ZUCKER. Reißt man die Packung auf, kommt ein angenehmer dezenter Schokolade-Geruch entgegen. Die klassische 100 Gramm-Tafel kauft man in einem NEUHAUS-LADEN in Köln. Das ist ja exklusiv, aber diese peinliche Qualität für 5 Euro 50 ist unverschämt zu teuer.

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Bereits im Jahr 1870 eröffnet Charles Neuhaus eine Schokoladenfabrik. Er lässt Namen Cote d’Or im Jahr 1883 als Marke eingetragen. Der Name ist eine Hommage an die Goldküste Westafrikas, dem heutigen Ghana, woher, der von Cote d’Or verarbeitete angeblich Kakao stammt.

Während des zweiten Weltkrieges war der Bezug des Kakaos der goldenen Küste nicht möglich. Neuhaus hat daher Kakao aus dem Kongo bezogen und diese Produkte dann in „Congobar“ umbenannt.. Einige Jahre lang produzierte das Unternehmen keine Schokolade von der Bohne weg und bezog die fertige Schokoladenmasse von Zulieferern. Mittlerweile wurde die Produktion von der Bohne weg wieder aufgenommen.“

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Das schreibt Georg Bernardini „SCHOKOLADE – DAS STANDARDWERK“, der Schokoladentester 2015“ Seite 305/306.

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Für mich als Schokoladen-Liebhaber ist eine Schokolade, die nicht zu hell, aber nicht ganz dunkel ist und Milch-Schokolade heißt, das Schönste von der Welt. Diese überteuerte NEUHAUS stimmt nicht, sie ist zu fett und talgig, sie enthält Sojalecithin, da liegt die Gentechnologie drin und ist dem Tester äußerst unangenehm. Die uneindeutigen Angaben auf der Verpackung legen den Schluss nahe, dass wir es mit Blend, also Kakaomischung, zu tun haben. Von Cote D’or ist hier nicht die Rede. Der Inhalt der 100 g Packung wirkt nicht wirklich frisch und ist wie eine Vollkonserve datiert (mindestens bis 28. 02. 2018 haltbar). Diese Datierung ist nicht besonders fair. Der Kunde kann nicht sehen, wann diese Neuhaus gemacht wurde. Das gefällt nicht.

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Die sinnliche Qualität und Wahrnehmung ist hochwertiig. Kakao, Schokolade, man schmeckt die VOLLMILCH und den KAKAO, doch der nicht besonders feine Auftritt ist hauptsächlich süß und fettig.

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Die 100 gr. Tafelpackung enthält die mittelbraune Süßstofftafel mit einem Bruchkanten-Relief oben, mit je vier quadratischen Teilen rechts und links und in der Mitte einen über die gesamte Breite laufenden Streifen mit dem vertieften Schriftzug NEUHAUS. Die Unterseite ist ganz glatt. Die Konsistenz und der Schmelz sind eher unfein. Man beißt ab. Das Knacken ist nicht bedeutend. So ein Abbiss löst sich zwar leicht auf, die Kaumasse ist ein klebendes Gemisch, wie es billige Produkte auf dem Kunstmarkt an sich haben. Insgesamt dominiert die Billigqualität, man schmeckt Aroma, natürliches Vanille. Cacaobutter und Milchpulver. Die Bezeichnung natürliches Aroma bezeichnet auch nicht die gentechnikfreie Einschränkung, die hier im Test angelegt wird. Diesem belgischen Chocolatier nehme ich die Bezeichnung „Bean to Bar“ nicht ab – weiß man doch nicht einmal, wer diese Neuhaus wo herstellt.

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Die sehr chice Packung ist aus Pappe und weiß und hat eine dekorative hellblaue Einrahmung. Das Neuhaus-Lable ist schön ROT und hat eine feine goldene Umrisslinie. Dazu werden geraspelte Schoki-Späne und ein Abbruchstück, etwas über lebensgroß, als Photo-Repro abgebildet. Da drunter in feinen Versalien der Helvetica in English: MILK CHOCOLATE FROM WEST AFRICA 32 % COCOA:

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Auf der Rückseite wird Französisch, Niederländisch, English, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch informiert (Kleinstschrift nur mit Lupe lesbar).

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Ferner: Nährwertangaben pro 100 g (durchschnittlich)

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Brennwert 2.261 kj / 540 kcal

Fett 32,6 g

davon gesättigte Fettsäuren 19,6 g

Kohlenhydrate 51,6 g

davon Zucker 50,4 g

Eiweiß 8,2 g

Salz 0,23 g

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Die Aufmachung kommt bei dieser Sorte einer 100 Gramm Tafelschokolade von Neuhaus mit mehreren Werbesymbolen: Sowas wie Fairer Handel, ökologischer Anbau – aber lediglich angetäuscht. Die Süßtafel selbst ist innen in eine luftdichte feine Silberpapier-Folie eingeschlossen, die angenehm wirkt und durchaus wiederverschließbar ist.

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Die Werbetexte in diversen Sprachen, erscheinen in viel zu kleinen Schrifttypen und Schriftgrößen, Schwarz auf Weiß, auf dem Außenkarton, und sind mit einer Lupe lesbar, die Bestandtteile und Nährwerte-Tabelle.

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Nicht immer liege ich in meinem Testurteil so nahe zu Georg Bernardini, wie hier:

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EMPFEHLUNG: Der Tester empfiehlt diese Schokolade probeweise, nicht gerne – sie ist ihm zu süß, qualitativ unfein und zu fett. Ich würde ebenfalls nur eine von sechs Kakaobohnen geben – Bernardini gab eine von sechs Kakaobohnen. Er stellt aber Neuhaus Cote d’Or Produkte vor, nicht die hier von Dr. Dietmar Moews getestete. Und für dieses 100 Gramm-Angebot sind 5 Euro 50 erheblich zu kostspielig.

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Eine Kennzeichnung BIO trägt diese Neuhaus nicht. Unter Umständen haben wir hier auch die anteilige Verwendung mit genmanipulierten und mit agrachemikalisch optimierten Rohstoffen, also Kakaobohnen, Zucker, Milcheiweiß, zu tun zu.

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Mit der Kennzeichnung FAIR TRADE haben wir es hier auch nicht und nicht mit einem sozialverträglichen Handelsprodukt zu tun. Zur Herstellung wird NICHTS mitgeteilt: Leider NEIN. Der Firmensitz von Neuhaus ist nicht der Herstellungsort.

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Aus BERNARDINIS Fazit (Seite 306):

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…Mit wenigen Veränderungen könnten die Produkte von einer zufriedenstellenden industriellen Massenwaren-Qualität sein. … Verzicht auf künstliche Aromen …das ist ein Traumgedanke, denn das wird in greifbarer Zukunft nicht passieren. Dabei bleibt es bei einer schlechten Gesamtqualität der Produkte.“

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Schoki-Test mit Venchi Sali del Mediterraneo Cioccolata al latte al gusto di mandarina con fior del sale e pepe

Februar 8, 2015
Lichtgeschwindigkeit 5334

vom Sonntag, 8. Februar 2015

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Dietmar Moews meint: „Schließlich verstehen wir Graugänse nur, weil wir uns selbst kennen und nicht umgekehrt.“

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Ich probierte eine italienische Milchschokolade mit Mandarinenaroma, Meersalz und Pfeffer, hergestellt von Venchi Italien CN 12040 Casteletto Stura.

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Kurzbemerkung: Schon interessant, aber nicht erstklassig.

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Diese Sorte von Venchi ist angeblich „Bean to Bar“ hergestellt. Der Hersteller wird bei Georg Bernardini in seinem Schokoladen-Almanach „Der Schokoladentester“ vorgestellt und kritisiert – jedoch nicht diese Sorte.

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Ich setze hinzu: Jeder Schokoladen-Liebhaber weiß wie Kakao schmeckt – dass Schokolade aber nach Schokolade und auch nach Kakao schmeckt, aber nicht wie Kakao. Diese Venchi schmeckt nicht nach Kakao und nicht wie Schokolade, sondern wie ein braunes Dessert mit Mandarinen-Aroma.

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Der Geruch dieser Venchi-Süßigkeit passt zur Verpackung: Orange.

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Doch leider ist die Verheißung „Sali del Mediterraneo“ zuerst ein Fettgebilde, dass auf den Reizeffekt und nicht auf Spitzenqualität zielt – und entsprechend trifft:

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Süß wie ein Mars oder Lions, etwa dass auch dem gesunden Genießer der kurze Blitzgedanke durchfährt: Sodbrennen. Die Fettigkeit bedingt beim Abbrechen der vorgestanzten dünnen Stückchen eher eine nougatähnliche Biegung als eine klare knackende Abbruchkante.

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Das angedrohte Meersalz macht die übersüße Masse ausdrücklich und nachhaltig salzig – als äße man ein Stück Schokolade beim Baden in der Nordsee.

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Hinzu kommt ein warenästhetischer Gag: Die feinstgeschroteten, angeblich roten Pfefferkörner, die eine pfeffrige Schärfe geben (ja, man kann sich auch auf Erdbeeren zu Creme fraiche mit der Pfeffermühle bemühen). Aber der Gag sind die Pfefferpigmente, die fein, aber sich hart wie Nordseesand klirrend beißen. Venchi Sali del Mediterraneo ist ein gelungener Gag.

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Dem Schokoladenfreund wird die Ideal-Schokoladen-Genusserwartung völlig enttäuscht, sei es nur, weil Milchschokolade draufsteht, vom Geschmack, Konsistenz, Gewürzen, Fettigkeit, Süßheit, Kakaoart, natürlich die Feinheit, Klebrigkeit, Mundgerechtheit – kann man Alles vergessen: Süß, salzig, gagig.

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Wie gesagt: Als sahniges Dessert, Süßes hinterher – wäre es mir willkommen. Als Schokolade ist es ein völliger Reinfall. Und ich trauere erneut der wunderbaren „Linkes Drittel SPRENGEL Orange“ nach, die Vollmilch mit kandierten Orangenflöckchen aus Hannover zur Weihnachtszeit, die es leider nicht mehr gibt. Und kein anderer Produzent ahmt das Rezept nach.

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Den Angaben auf der Verpackung zu Folge enthält die einfache Papierpackung, in nach innen weiß kaschiertes Silberpapier, eine 70g-Tafel die in zwei Reihen quadratischer Abbruchsegmente strukturiert ist – passende Stückchen.

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Venchi teilt folgende Zutaten mit: Milchschokolade Kakaogehalt 31,8% mindestens – Milch: 23,6% mind. Zucker, Vollmilchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse, Rosa Pfeffer (1%), Wasserfreies Milchfett, Emulgator (Soja-Lecithin), Meersalz (0,4%), natürliche Mandarin Aroma (0,2%), Schwarzer Pfeffer (0,2%), Natürliche Vanille Aroma.

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Keine Angabe zur Kakaosorte oder Herkunft: Haltbar bis 30.05.16 – also eine Dauerkonserve und, wer hätte es gedacht, nicht durch besondere Frische ansprechend.

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Der Preis ist unverschämt, da es kein Spitzenprodukt ist: 70 Gramm für 5,95.

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Alle Aufschriften stehen in italienischer, englischer, französischer und deutscher Sprache klein geschrieben drauf. Die hübsche Billigpackung lässt sich einfach öffnen und nicht wiederverschließen.

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Weder mit kleinem Nippen und Kosten, noch mit einer größeren Kaumenge wurde die gleichförmige Masse irgendwie angenehmer – zu süß, zu meersalzig und dazu dieser albern knackende Pfefferschrot. Es erinnert mich an eine 80 Gramm, 8 Euro-Tafel mit Pfeffer von PFUNDS Molkerei aus Dresden – eigentlich Nepp.

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Es gehört zur Standardauszeichnung, dass man Angaben zu Nutritional Values – also Nährwerte findet: Energie: 556 kcal; Fett: 35,4 Gramm; Kohlehydrate 51,4 Gramm; Proteine: 7,1 Gramm; Salz 0,7 Gramm.

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0,7 Gramm Meersalz anteilig – es ist zu salzig.

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Ich empfehle diese Venchi Sali del Mediterraneo con fior di sale e pepe nicht. Sie ist etwas besser als sie von Milka wäre.

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Georg Bernardini schreibt zu Venchi:

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… 1878 von Silvio Venchi in Turin gegründet, ist eines der traditionsreichsten Unternehmen der italienischen Schokoladenbranche, mit vielseitigen Spezialitäten im Produktangebot. Nach der Fusion mit der Firma Cuba im Jahr 2000, wurde das Unternehmen 2003 von Cuba Venchi wieder in Venchi umbenannt. Heute findet man sowohl Venchi- als auch Cuba-Produkte im, Handel. .. 1998 bis 2005 … enormes Umsatzwachstum von 1,6 auf 17 Millionen… „

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… Bei Venchi erlebt man ein Wechselbad der Gefühle: Mal bietet sich, zum Beispiel mit „Il Giandujotto“, ein besonderes Produkt, dann erlebt man, zum Beispiel mit dem Konfekt Tronchetto Nocciolato Ripieno oder auch mit der Sorte Tartufo al coco rapè, eine Enttäuschung. Eine etwas regelmäßigere Qualität wäre wünschenswert.

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…bei den veredelten Schokoladen heben sich die Sorten Minze und Absinth hervor. Leider werden jedoch wohl beide in Zukunft nicht mehr zu finden sein. …Aufgrund der schwankenden Qualitäten kann nicht pauschal von guten Produkten sprechen, man muss schon recht selektiv sein. Die guten Produkte lohnen sich aber.

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EMPFEHLUNG: Wer gerne italienischen Nougat oder italienischen Confiserie-Stil mag, ist bei Venchi gut aufgehoben. Für die Auswahl sollte man sich aber Zeit nehmen.“

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Schoki-Test mit Milka „Alpenmilch Schokolade TRAUBEN-NUSS

Januar 17, 2015

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vom Samstag, 17. Januar 2015

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Dietmar Moews meint: Im Frühtau zuberge wir zieh’n Vallera

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Ich probierte eine sehr gefragte MILKA-Süßigkeit, die ich anlässlich einer Lila Pause auf der wilden Alpenkuh aus Not ergriff, um mich festzuhalten. Hergestellt bei Mondelez in Bremen Deutschland.

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Dieser Schoki-Test muss desungeachtet – wie immer – verlässlich und seriös gemacht und vorgetragen werden, aber:

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Diese Milka wird nicht „Bean to Bar“ bei Georg Bernardini in seinem Schokoladen-Almanach „Der Schokoladentester“ vorgestellt und kritisiert – vollkommen zu recht:

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Die Milka TRAUBEN-NUSS ist keine Schokolade, sondern wird in der Form einer traditionellen 100 gr-Tafelschokolade angeboten, ist aber – allgemein gesagt – eine beliebte industrielle Fertigsüßigkeit zu einem niedrigen Kaufpreis.

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Den Angaben auf der Verpackung zu Folge enthält die taditionelle 100g-Tafel eine sehr süße hellbraune, in traditionelle Abbruchsegmente strukturierte Speisemasse mit – enthält keine Angabe eines Kakaoanteils, ebenso zu Haselnuss- und Rosinenanteil (18 %) heißt es Haselnussmasse, Alpenmich-Schokolademasse 30 %, Zucker, Magermilchpulver, dazu weitere Zutaten: Kakaomasse, Emulgator Sojalecithin, Butterreinfett, Süßmolkepulver (aus Milch), Haselnüsse (5%), Aroma.

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Die dunkelviolette kleine Schrift auf der mittelvioletten Plastikaußenfolie hat so wenig Grauwertkontrast, dass man nur die einzelnen in weißer Farbe gedruckten Buchstaben entziffern kann.

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Sehr witzig ist die große Aufschrift 100 % ALPENMILCH-SCHOKOLADE – denn zum Einen besteht die Schokolade nicht aus Kakao und das ist eine glatte Falschangabe, bei den hohen Zusatzgewichtsanteilen von „Rosinenmasse“ und „Nussmasse“.

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Weder die Rosinenmasse noch die Nussmasse besteht aus ganzen Rosinen oder ganzen Haselnüssen, wie sie außen auf der Packung lebensgroß in Farbe abgebildet sind, sondern diese „Masseanteile“ sind kleingehäckselt und so ist nicht zu schmecken, welche naturfremden Verarbeitungsmittel der „Rosinenmasse und der Haselnussmasse“ zugefügt oder sonstwie diese manipulieren – allein die Pauschalangabe „AROMA“, lässt Alles erwarten, was die Lebensmittel- und Haltbarkeitschemie kennt.

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Das lilaglänzende Plastik-Verkaufsgebinde trägt eine „Aufklapp-Anleitungs-Ikone“ – die luftdichte Tafel lässt sich in Längsrichtung aufklappen. Sie lässt sich also leicht – beim Autofahren oder auf dem Fahrrad – einhändig öffnen und verspeisen.

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Auf der Verkleidung werden weitere Texte und Bilder sichtbar:

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Nationalpark Hohe Tauern“ und die Einladung, Mitglied in der Milka Kuh-Munity zu werden „milka.de“. Die Milch kommt 100 % aus der Alpen-Region (dass der Begriff „Region“ hier gar nichts bedeutet, ist bekannt) und als Haltbarkeitsdatum stand auf meiner Schoki-Test-Packung 27.06.15. Einer Tabelle mit angeblichen NÄHRWERT-Informationen entnimmt man ferner Salz 1% (bei 100 g also 1 Gramm!), Energie: 4%, Fettgehalt 6% usw. – Energie nach Gewichtsprozenten?!?

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Mit der Milka Alpenmilch-Schokolade TRAUBEN-NUSS, wird keine Schokolade geliefert. Die Tafel hat in etwa die Farbe einer 30-prozentigen Vollmilchschokolade, schmeckt aber weder wie „Schokolade, noch schmeckt sie nach Kakao. Die Kaumasse ist ziemlich süß und fettig, auch salzig, andere Geschmacksempfindungen oder Aromen habe ich beim Verspeisen nicht wahrnehmen können.

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Diese Milka-Süßigkeit isst sich auch sehr anders, als man es von Schokolade kennt – ganz anders. Abbeißen, Abbrechen, sind nicht ganz so klar, wie man es erwartet, weil die Bruchstücke etwas miteinander verkleistert sind.

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Kauen und im Mund Auflösen geht angenehm schnell und jetzt kommt es:

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Diese Milka hat einen besonderen Designer-Kick – nämlich: Während sich die erste süße Auflösungsmasse schnell im Mund abschmilzt, bleibt dann eine kaubedürftige Restmasse, von der vermutlich das Rosinenmasse-Geschnetzel und die kleinen Nuss-Andeutungen eine Art Kaugummi ergeben, ein Kaubrei, wie man ihn bei Schokolade niemals hat, eher wie bei Süß-Riegeln, Mars, Lion, Twix.

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Natürlich verklebt dabei das Gebiss erheblich – aber warum auch nicht.

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Geht man davon aus, dass eigentlich sowohl Rosinen wie auch Nüsse gesund sind, kann man mit der Vorstellung: So eine Milka gegen den schnellen Hunger – sich durchaus einen Zuckerschock verpassen, während man eben, anders als bei echter Schokolade, an dem Rosinenbrei herumzubeißen hat:

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Kurz, man kann so eine Milka verschlingen oder als „Stulle“ aufessen – ein einzelnes Stück von dieser Tafel wird so leicht niemand als einen Hochgenuss empfinden, selbst nicht, wenn einen der „Hunger auf Süßes“ gepackt haben sollte, nicht.

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Der Kaufpreis hängt von sogenannten „Aktionspreisen ab“ – momentan bei REWE am Chlodwigplatz Köln-Südstadt kostet das Milka 1,09 Euro, beim Kiosk 1,65 Euro.

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Ich empfehle diese Milka „Alpenmilch Schokolade TRAUBEN-NUSS nicht – zu süß und fett.

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Schokitest mit TONKA ORANGE von BESCHLE

Mai 9, 2014

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vom 9. Mai 2014

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Dietmar Moews meint: Es gibt nichts Schöneres, als Köln in Friedenszeiten, wenn der Schokoladen der Schokoladen HERNANDO CORTEZ geöffnet hat.

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Heute war mal wieder eine Waffenpause, die Sonne schien in den Schützengraben herein. Es war mal wieder Zeit für einen Schokoladentest in Köln.

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Ich probierte von der Milchschokolade – bean-to-bar – aus Grand Cru Maracaibo Criolait Schokolade mit Schweizer Milch verfeinert mit dem Geschmack der Bohne des Tonka-Baums und einem Hauch von Orange.

Diese Sorte wird bei Hernando Cortez unter anderem als Tafel von 50 gr zum Preis von 4,80 Euro angeboten.

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Der Schokoladenspaß mit dem Chocolatier Suisse Beschle, einem der ältesten, seit 1898, und mit dieser Sorte war nun so: TONKA ORANGE ist perfekt, höchstfeine Schokolade, einigermaßen süß, nicht zu. Einigermaßen salzig, nicht zu. Der leise Orangeklang ist absolut getroffen, für eine Milchschokolade, die angeblich 38 % Kakaoanteile hat. Fein löst sie sich im Mund, lässt sich wunderbar schlucken und auch verschlingen, keine Fäden, keine Störungen, und schön frisch.

Ich lese auf der schlichten hellbraunen Packung: Zucker, Kakaobutter, Kakaomasse, Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Rahmpulver, Emulgator (Sojalecithin) Orangenschale (2%), Tonka (1%), Vanille.

Kurz: Es entsprach meiner Milchschokoladenlust – ohne zu wissen, was Tonka überhaupt ist, habe ich als Teil in zwei Schüben vollkommen vertilgt. Klasse Schokolade von Beschle – kostspielig, leider, wie immer.

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Empfehlung von Georg Bernardini

Herr Bernardini hat diese Sorte nicht in seinem Schokitest-Buch ausgewiesen, informiert aber eingehend über Beschle in Basel und resümiert dazu:

Die edle Aufmachung und die ansprechende Verpackung halten leider nicht, was sie versprechen, im Grunde waren alle Produkte eine Enttäuschung. Es ist nett, dass die Grand-Cru-Milchschokoladen mit Criollo-Bohnen aus Venezuela hergestellt wurden. Schade ist aber, dass man dies überhaupt nicht schmeckt … zumal es schon beinahe kriminell wäre, Criollo-Kakaobohnen zur Herstellung von Kakaobutter zu vergewaltigen … an vorletzter Stelle (hinter Soja-Lecithin) .. was ist denn richtig? … oder kennt Beschle die deutsche (oder vielleicht sogar europäische Gesetzgebung nicht? Alle eingesetzten Rohstoffe müssen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtanteils aufgeführt werden. Außerdem fehlt die Pflichtangabe der Menge der namensgebenden Zutat in Prozent …“ (zu „Beschle“ aus „DER SCHOKOLADENTESTER Georg Bernardini. Die besten Schokoladen und Pralinen der Welt. Was dahinter steckt und worauf wir gerne verzichten“

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Hier setzt Georg Bernardini harte Akzente – er spricht von „fast ein Desaster“ – die dem Schokoliebhaber Dietmar nicht wirklich den Geschmack verderben. Wenn man erst mal die Herkunft der Kakaobohnen unterscheiden kann – dem ist aber nicht so -, hat man es sicher schwerer.