Die Protokolle der Weisen von Zion< und Maurice Joly

Juli 27, 2021

Lichtgeschwindigkeit 10248

am Montag, 27. Juli 2021

>Die Protokolle der Weisen von Zion< und Maurice Joly von Sonntag, 2. August 2020 erneut bereitgestellt.

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Wenn man heute in Deutschland gelegentlich von „Protokollen der Weisen von Zion“ hört oder liest, handelt es sich fast immer um ein ekliges Zeugnis der Anti-Semitismus-Propaganda (also sowohl dafür wie dagegen) und – fast immer um Verdunklung statt nüchterne Aufklärung. Man sagt, „Die Protokolle der Weisen von Zion“ seien kollagierte Fiktion – dabei ist es ein Text, dessen verleumderischer Inhalt ohne Autorenangabe als „Berichte“ einer „jüdischen Tagung“ hingestellt worden waren, als Hasspropaganda verboten wurden und weiter gelesen wurden. Heute kann man eine kommentierte Ausgabe von der offiziellen Kulturindustrie – wenn auch lückenhaft kommentiert – legal beziehen.

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Wer diese angeblichen „Protokolle“ also unter diesem Titel verfasst hat ist unbekannt. Sie wurden ende des 19ten Jahrhunderts rausgebracht, so, als dokumentierten sie die Sitzungen einer umfänglichen Tagung eines „internationalen Judentums“ zur Konzeption einer jüdischen Weltherrschaft.

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Weder eine solche Veranstaltung noch deren etwaige Protokollierung haben stattgefunden und sind auch nicht irrtümlich belegt. Was an internationalem Judentum mit sich jeweils zu Rate gegangen sein mag, kann niemand ernsthaft weltpolitisch oder nationalpolitisch, rassistisch oder religiös in seine nichtjüdischen Interessen aufnehmen, wer sich nicht als angehöriger ISRAELS – als auserwähltes Volk – ansieht. Judentum ist jüdische Glaubenskultur – auf die ganze Welt besehen eine vergleichsweise kleine Religionsgemeinschaft.

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Der Text „Die Protokolle der Weisen von Zion“ enthält wenige sachliche und historische Bezüge, aber trägt das Gepräge von Hass auf Juden im Zeichen des jüdischen Volkes als auserwähltes Volk Israel. Eigentlich behandelt der Text alle Arbeitsfelder des Politischen, vollkommen ohne konkreten Bezug zum Judentum, indem ein ziemlich rüdes sozialdarwinistisches Realitätsprinzip (Machiavelli bleibt ungenannt) einem rechtsstaatlichen Geist des Montesquieu (der ebenfalls nicht genannt wird) gegenübergestellt wird.

Nun – aufgepasst – sind diese sogenannten Judenhetz-Protokolle immer wieder zum Propaganda-Stichwort gemacht worden, aber nicht, was es damit auf sich hat ist zu erfahren, wenn der Autor dieser Lichtgeschwindigkeit, Dr. Dietmar Moews über „Die Protokolle der Weisen von Zion“ aufklärt und dafür als Volksverhetzer in eine Schublade mit Antisemiten oder Neo-Nazis geworfen wird. So findet es gerade aktuell wieder statt, dass auf einer Corona-Demonstration in Berlin jemand ein Schild mit der Aufschrift trug: Protokolle der Weisen von Zion – es sich dabei eine Person im Kreise von Rechtsradikalen gehandelt haben soll – so die Presse.

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Jetzt zur Sache, neben den andauernden jüdischen Reklamationen gegen die angeblichen Protokolle, kurz: Es handelt sich an die 60% um konkrete Wort-, Satz-, und Sinnzitate, die einem Buch des französischen Rechtsanwaltes und Aufklärers MAURICE JOLY, erstveröffentlicht anonym in Brüssel im Jahr 1864 (Neuauflage mit Verfassername Maurice Joly 1868), entnommen worden sind. Das brachte ihm nicht nur 15 Monate Gefängnis ein, Duelle, Prozesse, Fehden, Krankheit, letztlich sein Selbstmord 1878.

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Dieser Maurice Joly hat mit dem Titel >Dialogue aux enfers entre Machiavel et Montesquieu ou la Politique de Machival au XIXe siécle par un conremporain> in verschiedenen deutschen Übersetzungen als „MACHT CONTRA VERNUNFT“ und „MACHT UND RECHT“ eine intelligente kritische Hypothesenprüfung durchgeführt und sauber aufgeschrieben, nämlich zur Frage: Wer setzt sich im politischen Kräftespiel durch, das pragmatische Realitätsprinzips Machiavelli (1469-1527) oder die etwa 200 Jahre später entwickelte rechtspflegerische Kultur von Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung des Charles Montesquieu (1689-1755), in der Schrift „ESPRIT DES LOIS“ („Geist der Gesetze“). Und – wer hätte es gedacht – Maurice Joly konfrontierte in seinem fiktiven Gesprächen Originaltexte von Machiavelli mit Originalzitaten von Montesquieu. Was also die sogenannten Protokolle der Weisen .. betrifft, die eben einfach Maurice Joly zusammenkleisterten, besteht also aus dem bereits vorangegangen Gekleistere des Maurice Joly.

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Unterschied, allerdings, ist, dass Maurice Joly seine beiden Quellen, Machiavelli und Montesquieum exakt zitiert und nennt, die sogenannten Protokolle aber weder MAURICE JOLY nennen, noch die Spuren zu Machiavelli und Montesquieu anzeigen.

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Ja, und was geschieht heute? Man unterschlägt Maurice Joly und dehnt das ausgelutschte Kaugummi des Antisemitismus-Semitismus sogenannter „Die Protokolle der Weisen von Zion“ bis sie selbst daran ersticken. Wohl bekomm’s.

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Dietmar Moews meint: 

Beim Versuch Schreibfehler im Post von 2020 zu verbessern fand ich, ähnlich wie bei manch anderem LICHTGESCHWINDIGKEIT-Text hier bei WordPress, dass ich meinen eigenen Beitrag weder durch das Suche-Display angezeigt bekomme, noch dass ich in den Bearbeitungsmodus umschalten kann. Also habe ich den Beitrag hier erneut hochgeladen und meine Fehlerkorrektur durchgeführt. So, well.

Ich selbst besitze die Buchausgaben „Macht contra Vernunft – Gespräche in der Unterwelt zwischen Machiavelli und Montesquieu““, 1968 bei DTV sowie „Macht und Recht“ – Machiavelli contra Montesquieu, Gespräche in der Unterwelt“, Verlag Felix Meiner 1948/2016.

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Nun ganz kurz: MAURICE JOLY, der Autor von 1864, hatte in seinem Buch, aus dem die angeblichen Protokolle sich später bedient haben, keine antisemitischen Kommentierungen zu diesem lustigen Fragespiel zur Gemeinschaftskunde im 19ten Jahrhundert, wo es ja um Republik, Ende der Aristokratie, Parlamentarismus und die Einlösung der Wertsetzungen der Französischen Revolution ging: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

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Maurice Joly zäumte also einen gewitzten fiktiven Streit zwischen Machiavelli, dem HARTEN, und Montesquieu, dem GEWALTENTEILER (Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz), auf, mit dem zusammenfassenden letzten Wort, das Joly dem Montesquieu in den Mund legt:

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„Machiavelli: … Jetzt fordern sie von Gott ihr Vaterland zurück …

Montesquieu: Ewiger Gott, und das hast du geschehen lassen! …“

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Und dazu abschließend: Der florentiner Machiavelli war kein Jude und kein Antisemit, wie dem unten angefügten Textauszug zu entnehmen ist. Während Montesquieu nun in seinem „Esprit de Lois“ nicht auf Gott oder Gottglauben reflektiert hatte.

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Herauskommt beim Wettstreit in der „Unterwelt“, dass Montesquieu – immer eng an seinen Schriften entlang – eindeutig gegen Machiavelli (Il Principe) den Kürzeren zieht und nur noch auf Gottes Hilfe hoffen kann.

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Florenz ist eine der schönsten Städte nicht nur Italiens, sondern Europas und jederzeit einen Besuch wert. Die massgeblich von der Familie Medici geprägte Zeit der Renaissance, Leonardo da Vinci, Dante Aligheri, Galileo Galilei, Benvenuto Cellini, Michelangelo Buonarroti, Niccolò Machiavelli und viele andere Architekten, Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Bankiers, Kaufleute und Politiker haben ein reiches Erbe hinterlassen, das bis heute jährlich Millionen Touristen anzieht. Als Schauplatz auch jüdischen Lebens erregt Florenz allerdings nur eher selten Interesse.

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So hat sich auch das Ghetto der Stadt in der historischen Forschung weniger Aufmerksamkeit erfreut als vergleichbare Einrichtungen in Rom und Venedig. 2016 stand die Lagunenstadt wegen der dortigen Etablierung des weltweit überhaupt ersten ständigen Ghettos genau 500 Jahren zuvor im Mittelpunkt der einschlägigen Aufmerksamkeit (Venedig nicht Florenz). Dieses an sich traurigen Jubiläums wurde mit Ausstellungen und zahlreichen anderen Veranstaltungen, darunter wissenschaftliche Konferenzen, und Publikationen gedacht.

Von den Anfängen zur Bildung einer Gemeinde

Einige wenige jüdische Geschäftsleute dürften bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Florenz präsent gewesen sein, als dieses auch und gerade dank seiner Textilproduktion und seines Bankwesens zu den grössten Städten Europas gehörte. 1428 lieh die jüdische Gemeinschaft von Florenz Papst Martin V. im Austausch für dessen Schutz Geld. Von einer dokumentarisch belegten signifikanten Anzahl von Juden in der Stadt kann um das Jahr 1437 gesprochen werden. 1434 war Cosimo de’ Medici der Ältere (1389-1464) aus einem im Jahr zuvor angetretenen Exil zurückgekehrt. Er (dessen eigene materielle Basis Bankgeschäfte waren, deren Effektivität er durchaus auch mit Bilanzfälschungen aufbesserte) brachte eine Gruppe jüdischer Geldverleiher nach Florenz; den christlichen Geldverleihern war diese unbeliebte Tätigkeit von der Kirche verboten worden. Die Leihanstalten waren dann über die ganze Stadt verstreut, da es (noch) keine Restriktionen für das jüdische Leben gab. 

Zahlreiche Dokumente aus Bibliotheken und Archiven in Florenz, aber auch anderen Städten bezeugen für weite Teile des 15. Jahrhunderts einen lebhaften intellektuellen Austausch zwischen jüdischen Gelehrten und humanistischen Kreisen. Das war zunächst auch unter Lorenzo de‘ Medici „il Magnifico“ („dem Prächtigen“), der 1469-1492 regierte, der Fall: Er rief jüdische Ärzte und Gelehrte, darunter den damals bekannten Abraham ben Mordechai Farissol, an seinen Hof. Doch 1472 wütete die Pest in Florenz, und die Juden wurden als Sündenböcke ausgewiesen. Als die Epidemie im Folgejahr abebbte, holte man die Juden zurück, da man ihrer Dienste als Geldverleiher bedurfte. Sie lebten dann unter dem Schutz des Senats (eines der wichtigsten kollektiven Leitorgane der Republik) von Florenz. Während der vorübergehenden Vertreibung der Medici (1494-1498) war der Bussprediger Girolamo Savonarola – ein Demagoge, den man heute möglicherweise als (katholischen) „Fundamentalisten“ bezeichnen würde – de facto der Herr der Stadt; er wies die Juden kurzerhand aus. 1512 kehrten die Medici an die Macht in Florenz zurück. 

1537 erreichte der aus Ferrara stammende sephardische Jude Jacob Abravanel bei Cosimo I. de’ Medici, dass sich Sepharden und Marranen (iberische Juden und deren Nachkommen, die unter Zwang oder Druck das Christentum angenommen hatten – oder jedenfalls so taten „als ob“) in Florenz und Pisa ansiedeln durften. Dabei spielten aber wieder weit weniger altruistische Motive – das Interesse, den Handel der Toskana mit der Mittelmeerregion zu beleben – eine Rolle. Auch italienische Juden kamen nach Florenz, so aus dem von den Spaniern kontrollierten Neapel sowie aus den vom Papst beherrschten Städten Rom und Ancona, wo 1555 Ghettos eingerichtet worden waren. Bis 1570 wuchs die jüdische Bevölkerung von Florenz auf ca. 700 Personen an.

Die politischen Differenzen zwischen den Medici und dem Papst gereichten den Juden insofern zum direkten Vorteil, als Erstere die explizit antijüdische Politik des Letzteren zunächst nicht mittrugen. Dann allerdings vollzog Cosimo I., für den der Kirchenstaat und Spanien immer mehr an aussenpolitischer Relevanz gewannen, gegenüber den Juden einen Kurswechsel: 1567 erliess er Kleidervorschriften speziell für sie, dann schloss er ihre Banken, und 1570 ordnete er die Schaffung von Ghettos in Florenz und Siena an. Schon 1569 war Cosimo zum Dank für seine Dienste von Papst Pius V. zum Grossherzog der Toskana erhoben worden. Machiavelli äusserte sich über Cosimo in seiner – allerdings nur bis zum Jahr 1500 reichenden – Geschichte von Florenz positiv. Die Juden kommen in diesem Buch freilich erst gar nicht vor.3 Michael Ledeen warf die – wohl nicht ganz ernst gemeinte – Frage auf, ob Machiavelli ein „geheimer Jude“ gewesen sein könnte.

1 Vgl. Klaus Samuel Davidowicz: Die Renaissance und das Judentum. David, Nr. 68, (http://david.juden.at/kulturzeitschrift/66-70/68-Davidowicz2.htm) (17.02.2017).

2 Vgl. David, Nr. 109 & 110.

3 Niccolo Machiavelli: Geschichte von Florenz. Gesammelte Schriften in fünf Bänden. 4. Band. München: 1925, S. 416.

4 Michael Ledeen: What Machiavelli (A Secret Jew?) Learned From Moses. Jewish World Review, 07.06.1999, (http://www.jewishworldreview.com/0699/machiavelli1.asp) (17.02.2017).

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Ich fasse zusammen: Die Diskussion zwischen Machiavelli und Montesquieu ist gelebte Gemeinschaftskunde, die ich jedem deutschen Grundschüler wünsche, damit er was verstehe.

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Es sind diese Texte keineswegs interessant als Propaganda für oder gegen Juden, auch nicht für oder gegen Dummheit und nicht für oder gegen rechte oder linke politische Grundeinstellungen geeignet.

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Man müsste nur sagen: MAURCIE JOLY: NICCOLO MACHIAVELLI: CHARLES MONTESQUIEU – und fertig ist die politische Bildung. Man kann auch noch in Hüttlers Buch „Mein Kampf“ finden, wo jener Machiavelli und nicht Montesquieu anspricht. Hüttler hielt also vom Geist der Gesetze wenig. Das hätten die Hüttler-Deutschen mal besser durchgelesen und gewusst. So ist auch das Verbot des Hüttler-Buches unintelligent und schädlich.

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Wer Lust hat, kann ja mal Hüttlers Ansagen in „Mein Kampf“ auf die heutige Politik von Netanjahu beziehen, der mit seiner heutigen Israelpolitik weder die Kibuzzim noch die Zionisten der ersten Stunde glücklich macht,

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