Beltracchi + Giacometti Kunstfälscher

Juli 2, 2015

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vom Donnerstag, 2. Juli 2015

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Der Absturz der irregeführten Künstler durch verirrte Kunstorganisation und durch Falschkunst für Hochpreise:

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Engel bringt Gewünschtes“.

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Dem Leser dieses (kunstsoziologischen) Bezuges zum Stichwort „Beltracchi“ oder zum Reizwort „Kunstfälschung“ – dahinter stecken dann Anmutungen von Betrug, Kriminalität, Schattenwirtschaft – anhand einer aktuellen Meldung „Giacometti-Fälscher: Millionen ergaunert“ (dpa am 1. Juni 2015),

 

folgt hierzu folgende wertende Fachmeinung des Malers, Künstlergelehrten und Organisationssoziologen, Dr. Dietmar Moews – die Nachricht lautet in Kürze:

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Wegen Hunderter gefälschter Giacometti-Skulpturen steht seit Mittwoch ein Bildhauer vor Gericht. Der 56-Jährige gilt als künstlerischer Kopf einer Bande, die mit wertlosen Metall-Skulpturen in Deutschland Millionen gemacht hat. Laut Anklage geht es um einen Schaden von acht Millionen Euro. Es habe Pläne gegeben, mit Fälschungen weitere 50 Millionen Euro zu erzielen.

Werke des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti (1901-1966) werden auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt. Seine Bronzefigur „Zeigender Mann“ wurde im Mai für rund 141,3 Millionen Dollar versteigert und stellte damit einen Rekord der teuersten je versteigerten Skulptur auf.

Das Landgericht Stuttgart hat in dem Fall bereits fünf Urteile gefällt: Die beiden anderen Köpfe der Bande erhielten Haftstrafen von jeweils mehr als sieben Jahren. Der Bildhauer war in Thailand untergetaucht. Das Landgericht hat sieben weitere Termine terminiert.“

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Was ist nun also mit der Kunst?

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Was ist mit den Künstlern?

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Was ist mit den Kunstkonsumenten?

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Wie hängt Kunstinteresse, Kunstgeschäft und Kunstqualität zusammen?

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Dietmar Moews ist selbst Berufskünstler und Künstlergelehrter.

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Im Fremdbild, mit Blick der Gesellschaft auf Dietmar Moews, gehört Dietmar Moews der Berufsgruppe „Künstler“ an – das ist eine fiskalische Zuordnung.

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Zugleich gehört Dietmar Moews im Fremdbild der Gruppe „zeitgenössische Künstler“ an, deren Kennzeichen die anerkannte Produzentenrolle im gesellschaftlichen Kunstprozess ist.

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Betrachtet man nun den empirischen zeitgenössischen Kunstprozess, so liefern Künstler, in der „Produzentenrolle“, in den zeitgenössischen Kunstprozess hinein, „Kunstwerke“. Die „Kunstwerke“ stehen im Mittelpunkt des „Kunstprozesses“, den die Kunstproduzenten, hauptsächlich durch eine dirigistische Salonpersonnage“ den „Kunstkonsumenten“ zum Kunstgebrauch bereitstellen.

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Durch die Kunstwerke im „Kunsterlebnis“ stehen Kunstkonsumenten (Publikum) und Kunstproduzenten (Künstle) in einer sozio-kulturellen Beziehung – im „Kunstprozess“.

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Es ist zweifellos leicht zu erkennen, dass es dabei um unterschiedliche Rollen im Kunstprozess geht –

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um Produzenten und um Konsumenten.

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Und es geht also eindeutig um einen durchaus sozialen „Werkbereich“, unterschieden vom „Wirkbereich“, der Kunstwerke im Kunsterlebnis.

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Wie sind diese greifbaren Sachverhalte einzuorden, wenn es auf möglichst freie lebendige Kunsterlebnisse, sowohl der Kunstkonsumenten wie der Kunstproduzenten, ankommen soll? Jedenfalls sind dies die Werte „Freiheit“, „Pluralität“, „Zugang und Teilnahme“, „Demokratie“, „Zivilität“, „Selbstbestimmung“, „staatliche Bildungsorganisation“, Einsicht durch Poesie, Poesie der Einsicht, und „Kulturhoheit der Bundesländer“, „Kulturgestaltungsmacht des Bundes“ und „Allzuständigkeit der Städte und Gemeinden“ – der Kompetenz-„Generalklausel der Basisdemokratie“, der Lokalpolitik, der „Selbstbestimmung“ und der „Dezentralität“.

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Man muss diese sämtlichen Werte dem Alltagsmenschen, der nicht Staatswissenschaftler ist, mal versammelt vor Augen führen, um die Bedeutung aufleuchten zu lassen, wenn es einfach heißt „Freiheit der Kunst“ (§ 5 GG).

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Dietmar Moews meint: Ich versuche das gegenwärtige „Beltracchi / Giacometti“-Thema – durchdrungen und auf die soziale Wirklichkeit von uns allen entschlüsselt – auf den entscheidenden Punkt zu bringen und stelle das zusammenfassende FAZIT hier voran:

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Entscheidender FEHLER – wenn wertoriert kultiviert entschieden werden sollte – ist:

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Solange unechte Werke von professionellen Artmen (Salonpersonnage) zu echten Werken erklärt werden –

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solange unechte Künstler (Salonpersonnage) als echte Künstler durch den Kunstbetrieb gehyped werden –

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Kopie ist eine Studienmalerei, keine Fälschung

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solange also nicht die Kunstqualität eines jeden Werkes an dem Werk objektiv abgelesen wird (obwohl das möglich ist, wer Augen hat), tritt der längst obsolete Blödheits-Effekt ein: „Des Kaisers neue Kleider“.

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Wir wissen, der Kaiser ist nackt – alle Menschen heucheln Lob über neue Kleider, die der nackte Kaiser gar nicht trägt: Nur ein Kind sagt: Der Kaiser ist ja nackt.

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Es hat also keinen Sinn, gegen teuere Versteigerungslose oder hohe Kaufpreise von Kunstbetriebs-Ware zu sein.

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Es hat also keinen Sinn, wenn ein Kunstinteressent ein DALI kaufen will. Er wendet sich an seinen Agenten oder Händler. Der sucht die bekannten Sammler, die aktuellen Auktionskataloge, das Insiderwissen ab, wo wer, ob da jemand DALI verkaufen möchte – man habe einen potenten Kaufinteressenten an der Hand. Und wenn dann jemand nach dem Motto

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Engel bringt Gewünschtes“ (Hans Platschek) ein DALI-Ölbild zum Kauf bringt, dann sind schließlich alle froh. Wer wollte dagegen was haben? (Dietmar Moews hat sehr viele DALI-Gemälde und unzählige Grafiken gesehen und sagt: NEIN DANKE – es sind meist schlecht gemalte linkische Leinwände, oft langweilige unechte Blätter) – aber, was geht es mich an, wenn sowas jemand gerne kaufen möchte.

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Ob die DALIs im Dali-Museum in Figueras echte oder unechte Dali-Gemälde sind, ändert es nichts daran, dass es leicht erkennbar überwiegend schlecht gemalte Bilder sind. (Wer im James Ensor-Haus in Ostende nicht erkennt, dass dort Photo-Tapeten an den Wänden hängen, hat keine Augen im Kopf und kann Kunstqualität nicht beurteilen):

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Urteilskraft des Betrachters ist allerdings Voraussetzung, Kunst erkennen zu können.

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Wer das nicht kann, ist außerhalb der Kunsterlebnisses – derjenige ist vielmehr im Selbsterlebis seiner Unfähigkeit (das kann ja auch ganz schön sein, sagt der Autist zum Solipsist).

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Das Drama setzt konkret bei der miesen Qualität schlechter unechter Künstler an. (Wenn Schrubber-gerakelte 6-Meter-Flachware von Gerhard Richter nicht vom Estrich einer Messebau-Firma im Akkord sich unterscheiden lässt).

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Sowohl Wolfgang Beltracchi bringt lediglich schlechte Namen, deren schlechte Malerei er „sinngemäß“ variiert.

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Ob sich Wolfgang Beltracchi, der eigentlich eine harmlose Pinselei zu Geld macht und dabei in gepflegtem Metier Bilderbücher durchblättert, noch über die aufgespießten, verfaulenden bzw. vertrocknenden Kartoffeln in der POLKE-ALIBI-Ausstellung sich freut? – Ob sich Beltracchi mit seinen Sonja Delauney-Varianten als Seitenzweig der „Verirrrten Kunstförderung“ erkennt? Vermutlich sitzt er lieber in der Sonne.

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Ob sich ein heutiger Kunststudent der Düsseldorfer-Quatsch-Akademie als Teil dieser „Verirrten Kunstorganisation“ erkennt? Welche Chance hätte er, über die Malerei-Helfer in der Immendorf-Produktion („Schröders Affen-Portrait“) zu diskutieren und eine aktuelle selbstbestimmte Kunstdebatte, frei und demokratisch über den engen Rahmen der Akademie-Öffentlichkeit hinaus anzuregen?

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Mit wem sollten die denn wohl diskutieren?

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Mit den eigenen sogenannten „Professoren“, die ja auf diesem Wege ihr Monatsgehalt erdienen, lässt sich die „Verirrte Kunstorganisation der Bundesrepublik Deutschland“ und die „Salonpersonnage“ nicht diskutieren. (Oft sind diese „Salon-Professoren“, wie Tony Cragg, Ausländer und interessieren sich nicht für die deutsche demokratische Republik – ja, sie wissen dazu fast NICHTS, kassieren nur das Staatsgeld monatlich.

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Man wird von Beltracchi keinen bedeutenden „Picasso“ oder „Matisse“, Monet oder Manet sehen, sondern nur all das Gesoße, das bei der Galerie Thomas aus München noch frischklebrig auf den Kunstmessen erscheint – einer bei Thomas sogenannten „Klassischen Moderne“, große Namen, unbekannte schlechte So-wie-Gemälde im preisgünstigen Geldwasch-Segment (sehr beliebt „Jawlenski“, „Blauer Reiter“, „Max Beckmann“, schlechte „Liebermanns“ (Max Liebermann war ein sehr guter Maler), Delauney, Emil Nolde, Seifert-Watenphul, Campendonck. –

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Ja natürlich – schon die Geschwister von Alberto Giacometti haben bereits zu seinen Lebzeiten den eigenen Ausbau der schlechten Figuren-Fälschungen ins Geschäft gebracht. Nebenbei gesagt sind „Giacometti-Figuren aus Bronze natürlich keine Skulpturen (Bildhauerei vom Material heruntergeschlagen), sondern es sind Güsse, Abgüsse, Schmiedetechnik und Bronze-Güsse Plastiken über verlorene Formen.

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Allerdings – wer wollte es Anbietern und Käufern verhindern: Die Giacometti-Lieferanten wie auch Wolfgang Beltracchi-Foto-Moderne liefern, was Käufer wünschen.

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Der Kunstbetrieb und die riesige Schar unechter Künstler, diese „interessierten“ Akteure, die Kunst von Pseudokunst gar nicht zu unterscheiden wissen – die auch nur auf dieser billigen Schiene selbst als „Künstler“ im Kunstbetrieb und in der Künstlersozialversicherung und in den Künstlerverbänden und sogar schon bei den Studienbewerbern herumhängen (Immendorfs Studenten im Stundenlohn, die solchen Quatsch produziert haben, sind der harte Grund dafür, dass es heutzutage möglich ist, schlechte Kunstfälschung billig zu produzieren (Kunststudenten) überhaupt irgendwo am Markt ab- und durchzusetzen.

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Der Clou sind die Artmen und Salonpersonnage, die oft als studierte „Kunstwissenschaftler“ keine Kenntnisse aber Verwaltungsposten und Parteiengschaftlhuber kennen: Denn diese setzen sich gegenseitig in die sogenannten „hochkarätigen“ Kunstgremien hinein.

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Diese unechten Künstler sorgen dafür, dass unechte Kunst hochgepreist und in die staatlichen Kunstbezeugungs-Plätze, Biennale, Documenta, Museum Ludwig, „Guggenheim usw, durch die WESTKUNST-Welt gekurbelt wird. (Wer so was sehen will, schaue nur die aktuell abgelaufene „Polke-Ausstellung“ „ALIBIS SIGMAR POLKE – RETROSPEKTIVE 14. März 2015 bis 5. Juli 2015 (die noch bis Übermorgen läuft), mit unzähligen belanglosen Nonsense-„Polkes“ im Kölner Museum-Ludwig an: In dieser „Polke-Schau 2015 ist die Werkqualität so schlecht, dass es egal ist, ob es echte schlechte oder gefälschte schlechte Bilderrahmen sind.

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Dann – hoch gelabelt, hochgepreist, in die wichtigsten Museen geliehen und geschenkt (der schlechte ERNST WILHELM NAY) – kaufen Investoren „Wandaktien“ , deren Werthaltigkeit der syndikalisierte Markt des „ersten Kunstmarkts“ – die Verkäufer –  garantieren (einschließlich Rückkaufoptionen / s. Achenbach).

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Schluss: Nicht Beltracchi oder Giacometti machen was falsch – sondern der Staat organisiert eine verirrte Kunstorganisation, in der „Werkqualität nicht beachtet und Kennerschaft ignoriert werden.

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Das nennt man dann „Demokratie“ in der Kunst (jeder Kunstkonsument ist Künstler):

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Im Kunstberuf können heute in allen Belangen Laien und Nichtskönner die begehrliche Mehrheit als Salonpersonnage im Kunstprozess bilden.

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Während Früher Salonkunst dazu diente, dass vor den Werken gesellschaftsrelevante Abendveranstaltungen stattfinden konnten – Salonkünstler dienten zur Belustigung da („der röhrende Hirsch“ – den musste immerhin jemand malen können) – kümmert man sich heute in der verirrten Kunstorganisation eben um die Qualität der gemalten „Hirsche“ nicht (warum auch).

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Sondern heute hat man statt Salonmaler oder Salonkünstler nunmehr (professionelle Salonpersonnage), die sich als unechte Künstler mit unechten Machwerken im Kunstbetrieb verankert haben bzw. verankert wurden.

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Darüber stimmt nun die steuerzahlende Wählermehrheit täglich ab:

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Wenn die lustigen 1,30 min Kunstklamauk in der Tagesschau kommen, wo Gerhard Richter sagt: „Ich finde die Preise sehr hoch“ – oder Schlingensief sagt „Ich bin wichtig“ oder Beltracchi sagt: „Ich kann jeden Maler“ – kann man das prüfen:

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Beltracchi kann leider nur die grobe Schlechtware liefern (Beispiel seine grottenschlechte „Primavera-Variante“ nach Botticelli – egal, wenn dazu „Gutachten“, „Expertisen“, „Provenienz“ mitgeliefert, wenns gekauft wird) und für Giacometti fehlt Beltracchi die Kundschaft – das könnte Beltracchi sicher auch hinkriegen.

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Was sollte Dietmar Moews dagegen haben, dass jemand Giacometti sofort erkennt, unmittelbar nach betreten der neuesten Kunstmesse? Was spricht dagegen, dass jemand anderes sofort Micky Mouse und Donald Duck erkennt? Dafür hat Walt Disney ja gearbeitet. Disney hat völlig legitim seine Kundschaft beliefert.

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Von Kunst hätten wir mit Beltracchi, Giacometti und dem neuen Kölner Kölner Ludwig-Leiter Yilmaz Dziewior nichts zu reden. Und mit dem ganzen Beuys-Gerümpel auch nicht.

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Dass der Biennale-Leiter von Venedig, Okwui Enwesor, nicht „Das Kapital“ von Karl Marx, als staatlicher Kunstbetrieb, vorlesen ließe, von vorne bis zur letzten Seite – aber er selbst hat von dem Inhalt keine Ahnung. Und niemand wird sich die Vorlesung monatelang anhören. Wird Sowas gerade der Belanglosigkeit halber durchgezogen, wie die MEW-Bände ungelesen in den Grüften der SED-Haushalte unaufgeschnitten vergammelt waren, so wird es jetzt in Venedig laut vorgelesen (egal, wer da zuhört – egal, ob Qualität).

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Von denen wird permanent gegen das Gute, Schöne, Wahre, polemisiert – sie sagen, das Gute ist nicht gut, das Schöne nicht schön, das Wahre nicht wahr, das Gute ist nicht schön, das Wahre nicht gut und bis sie schwindelig sind, kommen sie dann damit heraus, dass das Unschöne das Wahre sei, das Böse usw. usf.:

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Was nur hat das mit deren Begehrlichkeit zu tun, von Wahr oder Unwahr, von Schön oder Hässlich auf Kunst oder Nichtkunst zu schließen?

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Wieso ist das Hässliche Kunst?

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Wie ist das Schöne nicht Kunst? – etwa, weil es schön ist?

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UNSERE WOHLHABENDE GESELLSCHAFT verzichtet auf die sistierfähige Übernahme der Verantwortung dafür, heute, als „Demokratie“, die jetzt anstelle der historischen Vorgänger, Kunstbesteller, Kunstentscheider (auch der Kirche und Kulturreiter anderer Kulturherrschaften) die Kunstqualität zu sichern hätten.

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Sie versagen vor der Pflicht, echte Künstler zu berufen, die hochbegabt sind und das Billige, Zufällige und Chaotische vom menschengemachten Wunder unterscheiden können.

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DIETMAR  MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

Dietmar Moews „Mexicano“ DMW 567.7.0; 140cm / 140cm, Öl auf Dekostoff, in Dresden im Jahr 2000 gemalt, VK Euro 9.500,.

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Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi macht Christoph Waltz bei 3Sat

Dezember 20, 2014

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am Samstag, 20. Dezember 2014

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Der als Kunst- und Urkundenfälscher verurteilte und eine Gefängnisstrafe absitzende Maler Wolfgang Beltracchi (61) wurde erneut gezeigt, wie er für eine TV-Kleinserie ein Modell in Essig und Öl auf Leinwand portraitiert: Das Kulturindustrie-Modell Christoph Waltz Richtung Max Beckmann, – na, ja.

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Wolfgang Beltracchi hat die Möglichkeit als Portraitmaler für Endemol und 3Sat als Hauptdarsteller mitzuwirken angenommen und so ist es geworden:

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Der Maler Wolfgang Beltracchi und der Schauspieler Christoph Waltz treffen sich im Ostberliner Ballhaus. Sie werden nicht warm – legen aber auch keinen Wert darauf. Waltz macht freundlich mit. Beltracchi redet seine inzwischen bekannten Unverfrorenheiten: „Darf ich Sie was fragen, Herr Waltz? Ihre Mutter hat bei Fernand Léger studiert? – Das ist ja Wahnsinn, dass ich den ausgerechnet gemalt habe“ (wieso ist das Wahnsinn?).

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Wer aufpasst und Augen im Kopf hat, wird bei Begrüßung bemerken, wie Beltracchi unvermittelt und als Erstes den Waltz auf dessen Schnauzbart anspricht. Nach etwa 25 Minuten wird klar:

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Während Maler-Modell Waltz einen Schnauzbart trägt, hat der Beltracchi-Photorealismus versehentlich ein Photo-Modell-Waltz ohne Bart vorgearbeitet. Nun – da ja Beltracchi gar nicht portraitiert, sondern die heimlich vorgezeichneten Linien der Photovorlage auf die Leinwand abpinselt, kann der Maler mit dem Schnauzbart vor Augen nichts anfangen.

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Dem ebenfalls mit forscher Folklore hervortretendem Schauspieler Waltz („Mumpitz, sehr viel Mumpitz“), der dann auch noch sagt: „Man muss die Kunst nicht erklären – jeder soll selbst sehen!“ Sieht sich also auf Beltracchis Tableau als bärtig Portraitierter – nur, ohne Bart und merkt bzw. bemerkt das nicht (während Beltracchi dieses Problem bereits beim Hereinkommen des lebendigen Christoph Waltzt sogleich merkte, dann aber auch nichts dazu sagte, außer: Die Hände).

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Erster Maltag: Ein bereits ohne Publikum abgemaltes Max-Beckmann-Gemälde (Armformat) wird von Beltracchi auf seine Staffelei gestellt und mit einem indigoblauem Tuch verhängt (damit das Modell Waltz nicht sieht, was da bereits längst vorher „portraitiert“ worden war).

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3Sat zeigt, wie der als „Meisterfälscher“ bezeichnete Beltracchi dem Modell (Waltz) Einen vom Pferd erzählt, indes nicht, wie das Portrait auf der Malfläche entsteht.

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Im Bildzentrum der „Beckmann-Fälschung“, in die nun das Gesicht von Waltz noch eingefügt werden soll, ist die Hauptfigur noch gesichtslos – aber bereits mit einem Boluston grundiert.

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Und, schaut man nun genau hin, während der Maler Beltracchi mit seinen Flachpinseln die für Beckmann typischen schwarzen Konturen in das noch nicht ausgemalte Gesicht hinpinselt, ist am Fernsehschirm zu hause zweifellos zu erkennen, dass bereits eine fotorealistische Stiftzeichnung des Waltz-Gesichts, von vorne gesehen, unter der Grundierung der Freifläche durch den Bolus hindurchscheint.

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Glauben wir, dass wir mit 3Sat Zeuge des ersten Maltermins der Portraitssitzung sind, dann hat man also die Portrait-Vorzeichnung schon vorher, ohne das Portrait-Modell Waltz, hergestellt – wie denn? wer denn? – wir sollen glauben, Wolfgang Beltracchi sei der „Gesichtsfälscher“ gewesen, vermutlich nach einem Foto. Nur wird das dem Fernsehzuschauer vorenthalten. Es handelt sich nämlich um den Zaubertrick dieses „Beltracchi-Foto-Realismus“, dass da immer schon nach Foto vorgearbeitet ist, wenn sich Meister und Modell an die anscheinende Arbeit machen.

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Wenige Minuten Malschnitte zeigen nun, wie Beltracchi diese ziemlich realistische Vorzeichnung hinsichtlich der Portraitgenauigkeit nachzieht.

Der Kritiker muss hier einwenden: Was entsteht ist fotogenauer als es bei Beckmann normaler Weise der Fall ist. Und es ist „totgemalt“ – es wird zu viel Farbtubenfarbe vermalt. So dicke Aufstriche haben Beckmanns Original-Bilder manchmal in den hastigen Pinselzeichnungs-Umrissen, eigentlich aber nie in den Flächen (sowas Dickes findet man mehr bei Rembrandt).

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Es wird dadurch weniger ein Waltz-Beckmann-Portrait – wie die gesamte restliche Darstellung in diesem Beckmann-Beltracchi-Bild, das ein Waltz-Portrait werden sollte, aber bereits mit einer Beckmann-Kopie überzogen fertig dasteht.

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Aber Beltracchi möchte dem Laienblick der 3Sat-Zuschauer und damit der Referenz des Modells Christoph Waltz vorgreifen, das zwar sagen darf „Beckmann gefällt mir nicht“ („die Hände sind schlecht“, meint Beltracchi). Aber keiner sollte an der Portraitgenauigkeit der Portrait-Kunstfertigkeit Beltracchis zweifeln, wenn er dieses 3Sat-Machwerk sieht.

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Es ist eigentlich witzig: Der 3Sat-Zuschauer  soll glauben, es würde gezeigt, wie Beltracchi fälscht. Nur, das wird gar nicht gezeigt.

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Was immer als „Beltracchi“ hier vorgeführt wird, entsteht nicht vor Augen der Zuschauer.

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Ja, wir wissen nicht mal, ob das abgebildete Gemale irgendein namenloser Zahntechniker oder Gebrauchsgrafiker herstellte und was dabei Beltracchi selbst zu tun hatte.

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Mit dieser Trickübung zeigt Beltracchi, dass er ein Beckmann-Vorbild aus dem Bilderband irgendwie reproduzieren kann (er zeigt aber nicht, wie er und seine Frau das machen – ob sie malen).

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Ein Beckmann-Portrait von Waltz hat er nun nicht vorgemacht. So gesehen hätte Beltracchi-3Sat besser einen Foto-Siebdruck von Andy Warhol mit Christoph-Waltz-Automaten-Foto vormachen sollen.

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Bei dieser Christoph Waltz-Arie wird nun dem 3Sat-Publikum gar nichts mehr mitgeteilt, was mit Malen, Portraitieren oder Fälschen zu tun haben könnte. Beltracchi teilt mit, dass man gerne ins Beckmann-Museum oder ins Museum Ludwig Köln oder ins Städel Frankfurt gegangen wäre, aber die lassen keine Beltracchi-3Sat-Darstellung in die seriösen Gemächer der Museums-Gemälde.

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Alle Museums-Chefs hätten abgelehnt.

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Man bringt leider keinen der Staatskunst-Beltracchi-Ablehner vor Mikrofon und Kamera.

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3Sat möchte offensichtlich die Beltracchi-Mache unerklärt vors 3Sat-Fälscher-Publikum bringen. So könnte deutlich werden, wie urteilsschwach ein jeder Fernsehzuschauer ist, sobald sich noch ein berühmter Oscar-Schauspieler Waltz dafür hergibt.

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Dabei hatte der Christoph Waltz weder mitgeteilt, warum gerade á là Max Beckmann „portraitiert“ werden sollte. Und er enthielt sich – außer den halblauten Aufschrei, nachdem er nach mehreren Sitzungen das erste Mal das fertige Gesamtbild sehen durfte – vollkommen jeder Wertäußerung und auch jeder Sympathiebekundung für Wolfgang Beltracchi, der dann ganz einfach sich selbst auf die Schulter klopfte und sagte:

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„Jetzt muss ich mir mal selbst auf die Schulter klopfen – es ist wirklich gelungen, mehr Beckmann kann es nicht sein“.

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Der Off-Sprecher behauptet: Die Beltracchis treffen sich – fertig.

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Beltracchi sagt: Es sind über hundert Fachleute – der verschiedenen Maler, die ich nachgeahmt habe – die alle versagt haben, meine Bilder als Fälschungen zu erkennen. Das Ehepaar blättert Beckmann-Fotobände durch.

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Zweiter Maltag mit Waltz: „Langweilen Sie sich?“ Waltz meint: „Nein überhaupt nicht“.

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Ich glaube, die Hände von Beckmann – viel besser kann man das nicht mehr machen, jedenfalls nicht als Beckmann“, suggeriert Beltracchi seinem Publikum – denn Waltz, zu dem Beltracchi vor der Kamera spricht, der ja keinen einzigen Blick auf die Malgänge werfen durfte, lässt sich gar nicht ein – wie auch, wenn er nichts sieht.

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Dietmar Moews (als Berichterstatter hier) hat sehr viele Bilder – eigentlich alle Hauptwerke von Max Beckmann –  in zahlreichen Wanderausstellungen und an Originalplätzen in aller Welt sehen können: „Ich schätze Max Beckmann nicht, verabscheue die schwarzen „spanischen“ Konturen, – finde sogar die Bilder, die er nach seiner Übersiedlung nach New York malte, wirklich schlecht“.

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Hier, für Wolfgang Beltracchi, ist das unerachtlich – es ist mehr die Frage: Ist dieses hier von 3Sat zelebrierte Portrait eine gelungene „Fälschung“ des Bild- und Malstils von Max Beckmann, wie angekündigt?

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Und hier lautet meine Beurteilung, anders als die Selbstbezeugung Beltracchis: Gerade bei der Christoph-Waltz-Gesichtsdarstellung im Beltracchi-Beckmann von 3Sat ist erheblich mehr Farbe vermalt worden, als bei Beckmann-Bildern sonst. Das Waltz-Gesicht hat viel mehr pastose Farbmasse als hier bei dem im Waltz-Portrait dem Beckmann nachempfundenen Arsch, den Beltracchi so lobt.

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Beltracchi wagte nicht, das Waltz-Portrait so zügig zu „abstrahieren“ wie es Beckmann Portraits gewöhnlich sind. Ich denke da an die zahlreichen Selbstbildnisse von Max Beckmann.

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Sollte Beltracchi doch mal ein Beltracchi-Selbstportrait vorlegen, das im Beckmann Stil „gefälscht“ worden ist (ich will gar nicht überprüfen, wie er es malt, nur  sehen, was er irgendwie im Beltracchi-Foto-Realismus fabriziert.)

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Was löst das Bild bei Ihnen aus (Christoph Waltz)? fragt der 3Sat-Off-Sprecher-Filmer aus dem Off.

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Antwort Waltz: „Jetzt muss man das Bild erstmal Bild-Sein-lassen – ich würde Ihnen sowieso nicht sagen, ob und was mich berührt.“

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Dietmar Moews meint: Diese Meisterfälscher-Folge wurde schlicht langweilig. Kaum vorzustellen, dass hier jetzt Harald Schmidt, Gloria von Emmeran oder Max Helge Achenbach Spaß daran hätten, die hohle Angeberei anzuschauen. Wolfgang Beltracchi kündigt an: Bald gehen wir wieder nach Frankreich, in die Heimat. Da haben wir ja immer gelebt. Da haben wir alle unsere Freunde. Wo man seine Freunde hat, ist die Heimat. Oder?

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Christoph Waltz hat Heimat mit Beltracchi-Freunden so anscheinend nicht – er kann die Heimatdefinition Beltracchis nicht bestätigen.

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Beltracchi meint auch, in Deutschland gibt es hundertausend Vorschriften – in Frankreich ist Alles erlaubt.

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Klar, dass auf solchen Prämissen nicht „Heimat“ sondern eher „Hemdsärmligkeit“ diskutierbar wäre – und das wäre hier zum Fälscher-Künstler und seinen Kenntnissen und Qualitätsbegriffen ein Einstieg. Doch das war nicht Absicht dieser 3Sat-Mistsendung in mehreren Folgen – aber, neuer Rekord: 39 mal das Wort Beltracchi in einem Beitrag und damit ganz klar 3Sat geschlagen.

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