Deutscher Kunst-Fußballmeister 2014 FC Bayern München

März 26, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4249

am 26. März 2014

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Rekordmeister FC Bayern AG

Mit dem 3:1 Erfolg bei Hertha BSC errang die internationale Berufsfußballmannschaft der FC Bayern München Aktiengesellschaft bereits am 27. Spieltag die Deutsche Meisterschaft des DFB. Es ist bereits die 24. Meisterschaft in 51 Bundesligajahren. Es ist auch die Titelverteidigung als amtierender Meister der Vorsaison. Es wird voraussichtlich noch zu einem Punkterekord einer Spielsaison werden.

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Fußball als Idealkunst

Fußball ist eine Kunst für Jeden, der Mindestkenntnisse hat, selbst mal Fußball spielte und versteht, was in einem Spiel erreicht werden soll und wie das versucht wird.

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Das Irre an der Fußballkunst ist, dass sie als ein mimetisches Vermögen zum Aufführungs-Werk wird, das – ohne gelingen zu müssen – den begeisterten Fußballkunstliebhaber dennoch begeistert. Jeder erlebt mit, wie es kommen müsste und mit welchem Geschick die Spieler das versuchen. Immer wird nach taktisch-systematischen Plänen in der spontanen Zufälligkeit des Spielverlaufs und auf das Geschick der Gegenspieler bezogen der Ball gespielt.

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Das laufende Kunstwerk der Spielenden, mit all ihrem Gefühl, Ehrgeiz und Hingabe, Virtuosität, Tagesform, Kraft, Ausdauer, Wind, Wetter, Platzzuständen, der Spielleitung und der Publikumsresonanz, erscheint in jeder erdenklichen Ausprägung im unmittelbaren Aufscheinen der gespielten, mitgespielten und zugeschauten Kunst, die entweder genial aufgeht oder doch immer zeigt, wie sie genial aufgehen sollte. Beim erfolgreichen zuende Spielen eines Spielzuges wird deutlich, dass ein Fußballkunstwerk stets als Variante gemeistert werden kann.

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Meisterfußball der großen Kunst mit Guardiola

Glücklich, wer Ahnung von Fußball hat und die derzeitige Ausprägung des von einer Münchner Aktiengesellschaft zusammengekauften Mannschafts- und Trainerkaders miterleben kann. Dabei stehen verschiedene Aspekte heraus:

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Wirklich teilhaben an den Aufführungskunstwerken können nur Zuschauer, die im Stadion auf den Tribünen dabei sind. Zu reden ist aber dennoch auch von den elektronischen Bild/Tonübertragungen, meist im Fernsehen, bei denen der Betrachter nur Surrogate des Fußballs gezeigt bekommt.

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Man überträgt Großaufnahmen, Beine, Ball, Einzelbewegungen, Kollisionen, Regelverstöße, Verletzungen. Das Kunstwerk in den den Spielerfolg bedingenden Elementen kann der Fernsehzuschauer oft nicht sehen, meist nur ahnen, selten auch sehen, was abseits des laufenden Balles entscheidend zu sehen sein müsste. Denn dazu müsste ein totales Bild, eine Draufsicht gegeben sein, damit alle Spieler in jeder Situation den Ballführenden oder die mit Balleroberung beschäftigten Spielern beobachtet werden könnten. Man müsste sehen können, wie bewegen sie Augen und Körper im jeweilig varianten Spielsystem. Ob, Was wie gelingt? und welche Fehler oder Aussetzer werden gemacht? können ausgebügelt oder ausgenutzt werden? bilden die Kunstqualität?  immer auch bei schlechten Spielen.

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Wir brauchen die Sinnlichkeit in der analogen Erfahrung. Noch in der digital-virtuellen Übermittlung ist eine beschränkte Ersatzsinnlichkeit geboten, hinreichend teilzunehmen.

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Wer allerdings weitere Elektronik einbauen will, hat keine Ahnung von den sinnlichen Bedingungen der sozialen Dimension. Nur wer den Fußball kennt, der da unten läuft, geht auch hingebungsvoll mit. Wer Karaoke daraus macht, hat nicht begriffen, wie Teilnahme sinnlich bedingt ist. Und wie Unterhaltungstechnologie durch Radar-Torlinien und wie bereits Kopfhörer-Gegensprechanlagen für Schiedsrichter mehr Abkoppeln als durch Scheinbarkeiten Anteilnahme ermöglichen.

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Die neue Dimension der diesjährigen Meistermannschaft von Bayern, besteht in dem Trainer Guardiola.

Er kann mehrere Spielsysteme spielen lassen.

Er kann im laufenden Spiel mittels kurzer Anordnungen das System wechseln oder ändern.

Er kann auf Veränderungen der gegnerischen Mannschaft oder Umstellungen sofort durch Coachen von außen reagieren.

Er greift fortlaufend ins Spiel derart ein, dass einzelnen Spielern mitgeteilt wird, was sie in ihrer Spielbeteiligung verbessern können.

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Entscheidend für diese Kunstfußball-Exzellenz des Jahres 2014 sind die kostbaren Spieler

Wir können und sollten uns von der außergewöhnlichen Exzellenz dieser Meisterequipe inspirieren lassen. Eine solche Ansammlung kann nur eine gut organisiertes finanzierungsstarkes Management zusammenkaufen und durch hohe Bezahlgelder unterhalten.

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Der Sportjounalist Michael Horeni schrieb in der FAZ: „Denn jede Blüte ist vergänglich.“

Der Trainer Guardiola sagte nach dem Sieg in Berlin: „Wir können noch besser spielen“ – und man kann sich vorstellen, was er meint, nämlich auch seine eigenen Wirkungskräfte, ein noch eingespielteres Verständnis Aller und ein noch tiefergegründetes Verständnis jedes einzelnen Spielers für die jeweiligen Eingriffe bzw. Appelle des Trainers während eines Spieles. Kein Spieler kann, selbst auf dem Spielfeld, die gegnerische Mannschaft so gut einschätzen und Kleinjustierungen einzelner Spieler so gut verstehen, wie es Guardiola von außen kann. Spieler müssen also oft „blind“ den Anweisungen des Trainers vertrauen, auch wenn sie selbst betroffen, gefühlsmäßig nicht völlig überzeugt sind. Kurz, die Konsonanz der Gemüter kann noch besser werden.

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Nicht bedeutend sind Mäkeleien der Art, die Meisterschaft ist langweilig geworden, die Gegner sähen sich selbst nicht mehr als ernstzunehmende Konkurrenten, ergäben sich eher als Unterlegene einer unbesiegbaren Macht. „Ganz so, als ob man es in dieser Saison mit einer Invasion von Fußball-Aliens aus dem Weltraum und nicht mit einer Fußballmannschaft“ FAZ) aus München zu tun hätte. Dabei scheint etwas ganz Entscheidendes aus dem Blick zu geraten: Die Kunst.

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Es werden also Stimmen im Fußballgeschäft laut, als ob sich neun Monate nach der Geburt des Guardiola-Fußballs in Deutschland hierzulande bereits Überdruss breitgemacht hat über einen Fußball, den die Bundesliga nie zuvor in fünfzig Jahren erleben durfte; so leicht und präzise, so verspielt und zielstrebig, so ausgeklügelt und improvisierend, so anregend und aufregend. Mit Thomas Müller haben die Bayern eine Weltsensation der spontanen Körperbeweglichkeit dabei, der zudem über eine einsatzfreundliche Mentalität so optimal verfügt, dass selbst seine verbalen Akzente überragend mit hineinwirken. So nah war man hierzulande der Kunst noch nie gekommen. Mario Götze wird vermutlich als das größte lebende Fußballkuntswerk aller Zeiten herausspringen, dessen jeweils neunzigminütigen Performances voller Exzellenz zur Künstleranbetung auswachsen wird. Was Götze mit Ball umsetzt, ist bei allen Störungen in einem Wettkampf auf engstem Raum, unfassbar. Seine schnellste Auffassungsgabe, seine unvergleichliche Ballbehandlung und Ballkontrolle, seine Antizipation der Möglichkeiten der Mitspieler, sein Mut und seine blitzartige Abschlussfähigkeit – man muss es sehen. Es lässt sich nicht sporttabellarisch abhaken.

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Hoereni schreibt in der FAZ: „… die ästhetischen Aufführungen der Bayern, ihre ballethaften Choreographien und Verschiebungen auf dem Feld, die virtuose Ballfertigkeit bei höchstem Tempo und härtesten Zuspielen, die sich stets erneuernden und verändernden Kräfte eines freien Ensembles hinter einem bloßen statistischen Wust: eine ganze Saison ungeschlagen. Die meisten Siege. Rekordpunktzahl. Die wenigsten Gegentreffer. Die meisten Tore. Die leuchtenden Augen von David Alaba. Der größte Abstand zum Zweiten – und das sagt noch nichts über die poetische Kraft, die in diesem Fußball liegt, vor der im ehemaligen Land der Rumpelfüßler eigentlich das Herz hüpfen müsste …“.

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Volkssport Kunst

Der Volkssport hat viele Möglichkeiten zwischen Bolzplatz und Hochkunst. Die Legionärsversammlung der FC Bayern AG bietet sogar durch virtuelle Videos die Anteilnahme an der puren Freude der Kunst und des Glücks.

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Wer mit einem so jungen und intelligenten Weltspitzentorwart von hinten her den Geist aus der Flasche lassen kann, der dazu im Zweifelsfalls sagt: „Ich wollte es spielerisch lösen (der Torwart Manuel Neuer sagt das!!), der wird sich dem traumwandlerisch sicheren Pass- und Positionsspiel und den wirkungsvollen Ein- und Auswechselungen nicht entziehen, sondern zur Fußballkunst rufen müssen: es ist angerichtet! Nun kommet und freuet Euch alle – pur und easy. Mein Leben ist ein Fest.