Licio Gelli 1919-2015 – Kurznachruf

Dezember 17, 2015

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Vom Donnerstag, 17. Dezember 2015

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Licio Gelli, der neben Mario Andreotti berüchtigste politische Schattenmann des zwanzigsten Jahrhunderts der Republik Italien, ist tot. Gelli war Faschist, Verschwörer und Krimineller.

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Licio Gelli wurde am 21. April 1919 in Pistoia / Toskana geboren und starb jetzt am 15. Dezember 2015 im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in Arezzo / Toskana.

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Mit Licio Gelli sind derart besondere extreme Geschehnisse verbunden,die sich gar nicht kurz darstellen lassen. Er war zu Mussolinis Zeit italienischer Faschist und Verschwörer. Kämfte auf der Seite Francos im spanischen Bürgerkrieg und war später Verbindungsoffizier zum Nazi-Führer Hermann Göring. Ferner gibt es Hinweise auf CIA-Aktivitäten und dem militärischen Schatten-Projekt Gladio als NATO und CIA-Projekt in Europa. Geli war Gründer der 1982 aufgelösten, äußerst einflussreichen italienischen Freimaurerloge „Propaganda Due“ und dort Meister vom Stuhl , bis er und die Loge 1976 aus der Freimaurerei ausgeschlossen wurden. Gelli war außerdem Mitglied des Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Gelli hatte engste Verbindungen zum Personal der päpstlichen Kurie in der Vatikanstadt, wo er seit Papst Paul VI, Johannes Paul I., bis Johannes Paul II. Kontrolle und Einfluss sowie Geldwaschgeschäfte mit der angesehenen Vatikanbank (Banco Ambrosiano) und den einschlägigen Vatikan-Bankern, Erzbischof Paul Marcinkus und Robertio Calvi sowie Michele Sindona steuerte.

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der KÖLNER STADT-ANZEIGER hat am17. Dezember 2015 auf Seite 2, unter „Der Spieler ist tot“ folgende Notizen angemerkt:

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Licio Gelli war an Italiens größten Skandalen beteiligt. Er verkörperte die dunkelsten Geheimnisse der italienischen Nachkriegsgeschichte und stand im Zentrum der größten Politik-Skandale des Landes. …nicht nur in Italien, sondern auch internationale. 1981 war bei einer Hausdurchsuchung in Gellis Villa eine Liste entdeckt worden mit den Namen von knapp 1000 Parlamentariern, Industriellen, Bankiers, Militärs, Geheimdienstchefs, Staatsanwälten, Verlegern und Journalisten.. Unteranderem standen drei amtierende Minister und der Medienunternehmer und späterer Regierungschef Silvio Berlusconi drauf. Es stellte sich heraus, dass die Republik von Gellis Gefolgsleuten der P2 unterwandert war, dass ein Geflecht aus Politik, Hiochfinanz und Geheimdiensten existierte, mit dem Ziel einer schleichenden Machtübernahme. … Noch vor wenigen Jahren erklärte Gelli in einer Fernsehshow: „Ich bin Faschist und werde als Faschist sterben.“

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Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Argentinien und baute später in Italien eine Matratzen-Fabrik auf. Ab den 1960ern war er Freimaurer.

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Gegen Gelli liefen zahlreiche Verfahren. Er hatte unverhältnismäßig viele persönliche Kontakte in der Kurie um den Todesfall des 33-Tage-Papstes Johannes Paul I. im Jahr1978, der mit der Vatikanbank aufzuräumen begonnen hatte. Zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde Gelli wegen Irreführung der Ermittlungen zum Bombenanschlag am Bahnhof von Bologna 1980 mit 85 Toten, verübt durch rechtsextreme Terroristen. Auch in den Bankrott der Banco Ambrosiano war er verwickelt und in den rätselhaften Tod von Bankdirektor Roberto Calvi, der 1982 tot unter der Londoner Blackfriars-Brücke hing.

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Licio Gelli war ein besonderer Existenzialist, dessen Lebenswirklichkeit jeden Kriminalroman überboten hat.

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Rüstungsindustrie, Waffenhandel, Verschwörungstheorie

August 19, 2014

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am Dienstag, 19. August 2014

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Hier spricht der Soziologe – meist spricht er anthropologisch begründet: Wie ist der Mensch?

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Wo Krieg und bewaffnete Machtregelungen getrieben werden, sind Waffen. Ohne Waffen herrschen die Wölfe – und zwar die tollwütigen.

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Wer Krieg eindämmen und vermeiden möchte, darf keine Waffen an kriegsbegeisterte Menschen vergeben.

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Die deutsche Rüstungs- und Waffenindustrie, die nach Amerikanern und Russen (mit je über 30 Prozent Volumen an der Welt-Waffenproduktion und -export) steht mit etwa 7 Prozent Weltwaffenproduktion an dritter Stelle. Der Kreis der Waffenexporteure ist ohnehin auf diejenigen hochtechnisierten Industrien beschränkt, die international agieren und produzieren.

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Kurz gesagt: Deutsche Industrie kann gut PANZER, Handfeuerwaffen und unsichtbare U-BOOTE. Ansonsten können sie weder Air-BUS-Jagdflugzeuge herstellen, die sie dann selbst nicht kaufen und so weiter: Nix. Die Produzenten sind Mischkonzerne meist; Mercedes baut auch Autos, Rheinstahl baut auch Rolltreppen, dazu alle mögliche Elektronik und die Tradition der IG-Farben usw.

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Die Idee, dass das Waffengeschäft von den Pools großer international agierender Aktienhalter der großen Rüstungsindustrie durchgezogen wird, trifft zwar zu, ist aber für dieses dreckige Geschäft entscheidend. Ohne große nationalpolitische Bindung und Kontrolle rase die PEST des international vagabundierenden Casino-Kapitals durch die Kriegsgebiete – trifft ebenso wenig zu, wie es zutrifft, dass die deutschen Rüstungsfirmen Angst um die Arbeitsplätze hätten. Arbeitsplätze sind denen bestenfalls ein Kosten-und Einsparaspekt. Frieden und Verteidigung sind nicht entscheidend, sondern allein Absatzmöglichkeiten und Profit.

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Wir können, und wir müssen nur deutlich NEIN sagen:

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STOPP – wenn wir ein Waffengeschäft und einen Krieg nicht wollen:

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WIR WOLLEN DAS NICHT! Wir wollen nicht dass Deutschland das macht oder mitmacht.

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Aber – das müssen wir wissen: Mit ca. 200 000 beschäftigten Arbeitnehmern steht die Rüstungsindustrie mit nur 2 Prozent am gesamten deutschen Arbeitsmarkt so klar am Rande, dass man sie durchaus abschaffen und in andere Arbeitsfelder aktivieren könnte (Pflegeväter, Tagesmütter, Kindergärtner bzw, Ingenieure können auch Pumpspeicherwerke und Kläranlagen bauen).

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Dietmar Moews meint: Um eine Verschwörung durchziehen zu können, ist absolute (also unter Todesgefahr erzwungene) Solidarität und Diskretion unter den Beteiligten notwendig. Das gibt es im Big Business so wenig wie in Liebesehen – man teilt wichtige Geheimnisse aus Mitteilsamkeit oder aus Blödheit, indirekt, doch anderen mit, dass ein Geheimnis kein Geheimnis mehr ist – aber man wundert sich dann doch (für eine Petra-Mollath-Verschwörung sind die Leute zu dämlich – sie handeln aus eigenen Motiven, mit ähnlicher Wertverwirklichung), wenn ein Komplott vorher platzt. Wir müssen nachschauen, ob – wenn ein Komplott gelingt – es wirklich eine Verschwörung war oder die Motive und Ängste der Beteiligten ihr zielgerichtetes Verhalten bestimmten (Bei Mollath war es die Nürnberger Geldgesellschaft, die mit Bargeldpraktiken der Petra Mollath zu tun hatten, selbst solche Geschäfte laufen hatten, die Frau Mollath kannten oder Herrn Mollath als „alternativen“ Außenseiter ablehnten).

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Dagegen, Rüstungskapitalisten, Waffenhändler und Kriegstreiber sind natürlich hochbezahlte Geldspieler, Lobbyisten und Propagandisten, überall, wo kommuniziert wird, sind sie am Strippen ziehen und an Werbeformeln ersinnen. Ihre Aufgabe ist Marketing und jenen dem Markt vor- und nachgelagerten Bereichen Impulse zu besorgen, überwiegend der Kommunikation und Desinformation, gezielte Impulse zu geben. Allerdings auch brutale Personalentscheidungen, bis hin zur Ermordung von Alfred Herrhausen oder Siegfried Buback oder Barschel oder geheimdienstorganisierte NSU-Fanale, sind usus.

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In den Herzen der tumben Menschen kommt dennoch stets genug von Kriegskritik und politischer Relevanz an, dass sie ihren inneren Affen stets gern und süß gezuckert hätten, ansonsten faul wegschauen wie die Hitlerschlauheit es in die Wiege legt: Nichts wissen und nichts verstehen.

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Für Verschwörungen sind die meisten Angelegenheiten zu indiskret angelegt und die Verräter zu informell, als dass man sie wasserdicht kontrollieren könnte. Es lohnt sich also, statt ergeben alle Schweinereien hinzunehmen, von Fall zu Fall zu rufen: „Größere Schritte, Frank-Walter, und öfter!“

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Papst Franz kritisiert MAFIA

Juni 22, 2014

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Sonntag, 22. Juni 2014

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In verschiedenen Übersetzung soll der Katholik, Papst Franz, die italienische Mafia scharf kritisiert haben. Teilweise klingt es, als habe der Papst Mafiamitglieder und die Mafia insgesamt exkommuniziert.

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Andererseits, so steht es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und bei faz.net, klingt das etwas anders, faz.net 22. Juni 2014:

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Papst Franziskus hat Italiens Mafiosi als „Anhänger des Bösen“ bezeichnet. „Diejenigen, die den falschen Weg wählen, wie auch die Mafiosi, sind nicht in der Kommunion mit Gott. Sie sind exkommuniziert“, sagte der Papst am Samstag bei einem Besuch in der süditalienischen Region Kalabrien.

Wenn die Bewunderung für Gott durch die Bewunderung für das Geld ersetzt wird, dann öffnet sich die Straße der Sünde, der Eigeninteresse und der Unterdrückung“, sagte der Pontifex in Sibari vor tausenden Menschen. Er rief die Jugendlichen auf, den Versuchungen des schnellen Geldes zu widerstehen.“

Woanders steht: „Papst Franziskus hat die italienische Mafia scharf kritisiert. „Jene, die in ihrem Leben dem Pfad des Bösen in solch einerForm folgen wie es die Mafiosi tun, leben nicht in Verbundenheit mit Gott. Sie sindexkommuniziert”, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche am Samstag vor zehntausenden Menschen im italienischen Sibari.

Dieses Übel muss bekämpft werden, es muss aus dem Weg geschafft werden. Wir müssen „Nein” dazu sagen.” Die Kirche werde ihre ganze Kraft einsetzen, um Organisierte Kriminalität zu bekämpfen. …Papst Franz sagte bereits: …Mafiosi zur Umkehr auffordern: „Noch ist es möglich, der Hölle zu entkommen. Aber die wartet auf Euch, wenn ihr Euren Weg nicht ändert.“

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Viele Bereiche in Italien sind von der Mafia dominiert, Politiker werden bedroht. Die drei wichtigsten kriminellen Gruppen Italiens – die ‚Ndrangheta aus Kalabrien, die Cosa Nostra aus Sizilien und die Camorra aus Neapel – haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen zuletzt einen Umsatz von insgesamt 116 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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Dietmar Moews meint: Wenn man die Papstansprache versteht, wie das „auserwählte Volk“ der Bibel, wonach nur das Gott gemäß lebende Menschlein als auserwählt git, während die anderen in der Hölle schmoren werden.

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Nun, dann ist immerhin anzuerkennen, dass es eine bis heute von Klerikalen aufgetischte Erzählung gibt: Vom verlorenen Sohn! – die Sünder sind dem Herrn die liebsten.

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Also: Auf MAFIA! – werdet sündig. Sünde führt in den Himmel der Vergebung. Und versucht nicht, „gerecht“ zu sein. Die Gerechten gelten als selbstgerecht.


Brava ITALIA + Renzi

Februar 24, 2014

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am 24. Februar 2014

Die Republik Italien, einer der seltenen modernen Staaten in der Welt von 2014, die aufgeklärt, emanzipiert und zivilisiert konzipiert sind, hat eine sensationelle Stufe genommen.

Der italienische Staat hat unter dem hochbetagten Staatspräsidenten Giorgio Napolitano eine neue Regierung eingesetzt und dabei die Kabinettsliste radikal verjüngt. Damit haben die Italiener nicht – wie es unsinniger Gebrauch ist – den alten Mist gegen den neuen ausgetauscht, sondern es ist ein wirklicher Neuanfang geworden.

Der florentiner Bürgermeister Matteo Renzi ist erst 39 Jahre alt und kein „Erbe Berlusconis“, nicht aus den Bruderschaften des Vatikans oder der Logen und Mafias – so macht es jedenfalls momentan den Anschein.

Italien kann also ab sofort Republik spielen. Das heißt: Handlungsermächtige Stellvertreter sollen das runtergekommene Staatswesen Italien heilen und auf Schwung bringen.

Italien will – so scheint es momentan – den italientypischen Privattrip hin zu einer gemeinschaftlichen Ausbalanzierung neustimulieren. Italien will folglich den einzelnen Italiener belasten, das staatliche Leidwesen zu bessern – ja, Ministerpräsident Renzi kündigte es an – ausdrücklich: Italien wird durch Einschnitte „Hoffnung gegeben“.

Napolitano hat hier ab sofort nicht einfach den Generationswechsel im Generationsklüngel des Ersatzes der Weggestorbenen durch Einwechselspieler betrieben. Napolitano hat viel jüngere, neuorientierte Aufklärer und Klärer rangebracht. Wobei die erheblich anzahlmäßig verschlankte Kabinettsliste, halbe halbe Frauen und Männer, durch den Lokalpolitiker Renzi als Chef, eine basidemokratische Rückbindung erhält, die als grundsätzlich volks- und bürgernah die Möglichkeiten und die Falltüren des „ewigen Rechtsregionalismus’“ anzunehmen versuchen wird.

Italien macht sich selbst nun eine Zukunftstür auf und den Europäern Hoffnung, eine tragfähigere Stütze des EU-Meister-Triebwerks zu werden. Sollte der Weg praktisch einschlagen, rückt Italien mit der Regierung Renzi zweifellos in eine kulturelle Leitstellung eines neuen Europas.