Luigi Colani 1928 – 2019 Kurznachruf

September 16, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9551

am Dienstag, 17. September 2019

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Luigi Colani wurde am 2. August 1928 in Berlin-Friedenau geboren und ist jetzt 91-jährig, am 16. September 2019, in Karlsruhe gestorben. Colani war ein deutscher Künstler. Sein Metier war die Entwicklung und Herstellung von Prototypen von Industriedesign der Weiterbearbeitung von kantigen Zweckformen. Colanis Werke gehören der „Bildhauerei“, also der Plastik, an.

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Er starb nach schwerer Krankheit in Begleitung seiner langjährigen Lebenspartnerin und Managerin, der Chinesin Yazhen Zhao, in seinem Wohnort Karlsruhe. Colani hinterlässt aus erster Ehe zwei Söhne.

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Die biografischen Angaben zu Luigi Colani gehören zum Thema Selbstmarketing – Colani führt den Namen angeblich seit 1957, nachdem er sein Erwerbsleben als Angestellter beendete und als „Free Lancer“ und Selbstvermarkter seine Entwürfe und Prototypen zur Zusammenarbeit mit der Großindustrie anbot. Colani blieb stets Autodidakt und Dilettant; zum Industriedesigner fehlten ihm Ingenieurwesen und Maschinenbau-Technik, als Fernsehprominenter mit dem Salvatore Dali-Oberlippenbart wurde Colani „sendefähig“ – das liest sich bei Wikipedia so :

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„… Mit vier Jahren konnte der junge Colani schon löten und bastelte aus den verschiedenen Werkstoffen, ob nun Holz, Eisen, Gips oder Ton, seine Flugzeuge, Schiffe oder Autos. „Ich war mit fünf Jahren schon ein begnadeter kleiner Bildhauer.“ Noch während seiner Schulzeit hatte er „für die Frauen in der Umgebung [sowie der] Familie Schuhe gemacht und für sich selbst Kleidungsstücke umgeändert.“ Colani studierte 1946 Bildhauerei und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und brach das Studium ab, weil „mein Professor in der Bildhauerei mir nichts mehr beibringen“ konnte. Von 1949 bis 1952 studierte er Aerodynamik und Ultraleichtbau an der École polytechnique in Paris und danach Analytische Phislosophe an der Pariser Sorbonne.1953 arbeitete er für ein Jahr beim kalifornischen Flugzeughersteller Douglas Aircraft Company als Leiter der Materialforschung im Bereich New Materials. Ab 1954 gestaltete er in Frankreich Kunststoffkarosserien für die Autoindustrie (Simca) und setzte dies ab 1955 in Berlin fort. Bei der angesehenen Karosseriebaufirma Erdmann & Rossi in Berlin erlernte er von Grund auf das Handwerk des Automobilbauens. …“

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Colani studierte angeblich an der Sorbonne in Paris, deren Gebäude man ohne Voraussetzungen zu erfüllen nicht einmal betreten darf – er gestaltete Kunststoffkarosserien für Simca, erlernte erst danach Karaosserienbauen in Berlin – Besuch der Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin, die nach dem Krieg 1945 gebildet worden ist (seit 1975 „Universität der Künste“), brach der 17-jährige Colani im Jahr 1946 ab …

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Colanis Werkstoffe waren Zeichentisch, Entwurfspapier und Buntstifte, Polyester und plastische und dauerplastische Kunstmaterialien für verlorene Formen sowie Gips.

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Colani nannte seine Werke „ seine aerodaynamische, biomorphe Formen für Autos, Flugzeuge und viele weitere Gebrauchsgegenstände. Seine organische Formensprache bezeichnete er als Biodesign und definierte dies als eine „Humanisierung der Nahtstelle Mensch-Maschine“ durch die „Ergonomie und Kenntnis neuster Materialien“. Sein universale Anspruch sollte zu einer Optimierung nahezu aller gestaltbaren Objekte führen.

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Colanis Markenzeichen war der runde Schwun
g, die strömungsgünstige Ei-Form. Er entwarf auch Möbel, Geschirr, Brillen, Kameras, Fernseher und Kleidung. Colani reklamiert selbst etwa rund 4000 Werke, von denen 80% als Ideen und 20% als Prototyypen von ihm hergestellt werden konnten. Darunter sehr beeindruckende Groß-LKW-Verkleidungen, die Raumschiffen ähnelten. Er hasste eckige Formen, rechte Winkel und harte Gradlinigkeit. Stattdessen gestaltete er neben seinen vielen aerodynamischen Fahrzeug-Prototypen rundleibige Fernseher, dickbäuchige Kugelschreiber, geschwungene Stühle, sanftförmige Brillen oder ovalschwebende Klos – kein Gebrauchsgegenstand war ihm zu banal. Eine von ihm entworfene Kugelküche sah aus.

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Von 1972 bis 1981 hatte Colani sein Designatelier auf Schloss Harkotten in Westfalen. Die Zeit der Designfactory auf Schloss Harkotten wurde zur intensivsten Schaffensperiode von Colani. Seine Schöpfungsfreiheit, die die Mimik eines Objektes bestimmte, erreichte meist nicht die industrielle Anwendbarkeit – zu teuer, unpraktisch, zu Gunsten er äußeren Morphologie wichtige Aspekte vernachlässigend – oft Kitsch, wie den Ruderschiff-Pokal für Karl Adam, ein abgerundetes Wikingerboot aus Bronze.

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Colanis Erwerb war prinzipiell der Lizenverkauf auf eigene Rechnung, wozu Großindustrie oder durchschlagende Ideen fehlten. Mit einer Colani-Zahnbürste ließen sich pro Stückabsatz weltweit keine großen Sprünge machen.

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Colani knüpfte bei allen Mainstream-Entwicklungen an, von der Stromlinie, zur Öko-Bewegung, Energiesparen und noch in der IT-Revolution. 1995 verlagerte er seine Tätigkeit nach China, wo für die Insel Chong Mingh im Jangtsekiang-Delta nahe Shanghai, er seit 1995 sein „Lebenswerk und Vermächtnis“, die Eco-City (früher Bio-City), in Form und Funktion dem menschlichen Körper entwarf – eine Wissenschaftsstadt für 50.000 Wissenschaftler, die einen auf dem Rücken liegenden menschlichen Körper darstellt und konzipiert ist als ein lebendiger Organismus mit „grüner Lunge“, einem Kraftzentrum in der Mitte und Verkehrswegen als Blutbahnen. Die Stadt werde die „Lebensbedingungen des 3. Jahrtausends definieren“, extrem energiesparend sein und keine fossile Energie verwenden.

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Das großmundige Projekt wurde vorübergehend zurückgestellt, da „die Chinesen dort alles verbaut hätten“. Sicher verdankte Colani seiner chinesischen Frau interessante Reisen nach und in China.

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