Lichtgeschwindigkeit 473

Juli 18, 2010

LICHTGESCHWINDIGKEIT 473

Keine TECHNISCHEN LÖSUNGEN für SOZIALE PROBLEME

& PIRATEN und Kommentar aus Sicht der IT-Soziologie zur

Medienlage von dem Künstlergelehrten Dr. Dietmar Moews –

live und ungeschnitten – muss auch immer die Werte der

Primaten berücksichtigen: Offenheit, Transparenz, Freiheit,

Piraterie und Rechtsstaatlichkeit, im Globus mit Vorgarten in

Berlin, am Sonntag, 18. Juli 2010, mit BILD Berlin/Brandenburg,

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Der Tagesspiegel, CCC.de, bild.de,

Piratenpartei Deutschland.de, RP.de, heise.de sowie Phoenix, ARD,

ZDF, DLF,

Piratenthema hier: Keine TECHNISCHEN LÖSUNGEN für SOZIALE

PROBLEME & PIRATEN hier an zwei IT-Beispielen:

BEISPIEL EINS: Virtuelle Kommunikation im LIQUID (473) und

BEISPIEL ZWEI: Service- und Pflegeroboter und die Grenzwertigkeit,

dessen, was irreführend Androiden und „sociable robots“ genannt

wird. ($/$) Es ist die Unfähigkeit der Technologen und Telematiker,

begreifen zu können, was das „Menschliche“ und was das „Soziale“

ist, im wesentlichen Unterschied zur verkörperten künstlichen

Intelligenz, dass „und wie wir es in den Maschinen mit uns selbst

zu tun haben“ (s. FAZ am 17. Juli 2010, Feuilleton, Helmut Mayer:

Androiden (475) wie wir)

Zugang, Teilnahme und Gleichheit sind unerlässliche Bedingungen

für unsere Demokratie. Heutige bürgerliche Öffentlichkeit basiert

auf der Organisation der Vermittlung ihrer Integration. Abkopplung,

Entmündigung und Entmutigung warten hinter jedem ungelösten

Problem. Deshalb muss die Organisation der Demokratie mehr als

nur normative und rechtliche Ansprüche postulieren. Demokratie

muss auf die soziale Wirklichkeit hin ausgelegt sein. Das Misslingen

und die Überforderung der sozialen Kräfte stehen im Mittelpunkt

der Politikmüdigkeit und Organisationsverdrossenheit. Direkte

Demokratie, Aufbegehren und Volksabstimmungen nehmen zu.

Was bedeutet das sozio-politisch? Was müssen die Piraten aus

Sicht der IT-Soziologie dazu bedenken?

Das Internetz, als ortsungebundenes Echtzeit-PtoP-Medium, macht

zusätzliche und vereinfachte Informationsbereitstellung möglich.

Bereitstellung darf nicht mit Kommunikation oder

Informationsaufnahme verwechselt werden. Der Datenumsatz

lässt zunächst nur eine Veränderung des Verhaltens der Internetznutzer

erkennen. Weder die Kompetenz des Schreibens, des Lesens, des

Denkens, der Urteilskraft, noch für die Anschlussfertigkeiten zu

wechselnden sozio-kulturellen Spielen werden durch das einsame

Keyboard gestärkt. Es stellen sich im Gegenteil Kälte, Demotivation

und Oberflächlichkeit ein bzw. es wird ersatzweise ein Spiel eines

oberflächlichen Hochbetriebs eingeübt. Verbunden damit sind

kritische Steuerungs- und Kontrollschwächen , kurz, Misslingen

der Kommunikation, Scheitern des Lernens.

Ein Tool ist lediglich ein Werkzeug, ein Roboter, es ist im Web 2.0

die Echtzeitmöglichkeit zu korrespondieren, wie das Telefon die

Echtzeitmöglichkeit ist, zu sprechen und zu hören. Die Virtualität

ist keine Eigenschaft des Tools, sondern entspricht der Szenerie

der Kommunikanten. Dabei ist sowohl die Uneinheitlichkeit des

Ortes wie die soziale Szenerie und Situation als Fernfuchtelei

eine Einbuße der alten Sinnlichkeit aus persönlicher Nähe.

Und es ist eine virtuelle Gegenwart, bzw. Abwesenheit eine Neue

Sinnlichkeit, mit allen Kontroll- und Interaktionsschwächen.

Produktion, Idee, Autor, Direktion, Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin;