Jacques Offenbach und die Jacques-Offenbach-Gesellschaft von Bad Ems

Februar 10, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8932

am Montag, den 11. Februar 2019

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Die Stadt Köln hat ein Offenbach-Jahr eröffnet. Vor 200 Jahren wurde der Kölner Preuße, Jacques Offenbach (1819-1880), einer jüdischen Musikerfamilie abkommend, geboren. Sein Vater war Kantor der Kölner Synagoge und auch Geiger, der seine Kinder zu Musikern erzog. Der 15-jährige Jakob Offenbach wurde in Paris zum Studium versetzt, wo er bald als virtuoser Cellist mit den besten Musikern der Welt professionell auftreten durfte sowie in diversen Pariser Ensembles mitspielte. Darauf wurde er zum Kompositionsstudium zugelassen und brachte bald eigene Kompositionen hervor, deren Aufführungen er mit Nachdruck und Erfolg zu organisieren verstand. In dieser Art „rasant“ verlief eine Weltkarriere.

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Ich studiere derzeit den Kölner Jubilar Jacques Offenbach, seine Lebenszeit, seine Gedanken und seine Werke. Dabei stieß ich heute darauf, dass die Kurstadt Ems an der Lahn, als Bad Ems bei WIKIPEDIA ins Alphabet eingereiht zu finden ist, daselbst unter der Prominenz dieser früheren Weltstadt der europäischen Kurgesellschaft Jacques Offenbach nicht genannt wird, während doch über Jahrzehnte Offenbachs Musik sowie er selbst als prominenter Kurgast sich gegenseitg die Ehre gaben.

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So fand ich die Bad Emser Jacques-Offenbach-Gesellschaft:

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Gründungstag der Jacques-Offenbach-Gesellschaft ist der 19. Oktober 1979. Dort schreibt man:

„Die Jacques-Offenbach-Gesellschaft hat ihren Sitz in Bad Ems, was sich dadurch erklärt, daß sich Jacques Offenbach zwischen 1858 und 1870 wiederholt zur Kursaison im Hochsommer an die Lahn begab. Erst in zweiter Linie der Erholung wegen. In erster Linie suchte und fand er dort sein Publikum, denn ein maßgeblicher Teil der Gäste stammte aus Frankreich, insbesondere Paris. So kam es, daß Offenbach sein eigenes Ensemble mitbrachte, als Dirigent seiner Werke in Erscheinung trat und an neuen Stücken für den Winter in Paris weiterarbeitete. Wesentliche Teile seines „Orpheus“ etwa sind in der entspannten Atmosphäre des mondänen Kurbads Ems entstanden. Zum Emser Stolz gehören auch die acht Werke, die im heute noch erhaltenen Marmorsaal ihre Uraufführung erlebt haben, darunter „Les Bavards“ (1862), „Il Signor Fagotto“ (1863), „Lischen et Fritzchen“ (1863), „Jeanne qui pleure et Jean qui rit“ (1864) und „Coscoletto“ (1865).

Die Jacques-Offenbach-Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Aufgabe verschrieben hat, das Werk Offenbachs bekannt zu machen, durch Aufführungen wie durch wissenschaftliche Forschung. Ist das nötig? Wird Offenbach nicht landauf landab gespielt? Schon, aber es sind fast immer dieselben Stücke. Der Werkkatalog von Jean-Claude Yon verzeichnet 110 Nummern. Aber wer kennt schon „Tromb-Al-Ca-Zar“ (1856), „Les Trois Baisers du diable“ (1857), „Mesdames de la Halle“ (1858), „Geneviève de Brabant“ (1859/67), „Le Fifre enchanté“ (1864/68), „Les Bergers“ (1865), „La Diva“ (1869), „Madame l’Archiduc“ (1874) oder „La Foire Saint-Laurent“ (1874)? Es gibt viel zu tun!
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1979, im Jahr vor der 100. Wiederkehr von Jacques Offenbachs Todestag, hatte der damalige Kurdirektor von Bad Ems, Heinz Wadepuhl, die Idee, eine Jacques-Offenbach-Gesellschaft ins Leben zu rufen. „Bad Ems als Sitz einer ‚Offenbach-Gesellschaft’ zu wählen, bot sich … an, weil diesem Ort noch immer der legendäre Ruf eines ‚Weltbades’ anhaftet, wobei festzustellen ist, daß die glanzvollen Tempi passati sich allenfalls noch in den Baulichkeiten aus der Blütezeit dieses Badeortes widerspiegeln.“ (Günther Obst) An historischer Stätte, also rund um den architektonisch bedeutenden Marmorsaal des Kursaalgebäudes, sollten Konzerte, Aufführungen und andere Veranstaltungen an den „Mozart der Champs-Elysées“ erinnern und anspruchsvolle Kultur in das einstmalige Weltbad bringen, das unter den verschiedenen Gesundheitsreformen zu kränkeln begann. Im Oktober 1979 unterschrieben im Marmorsaal 49 Emser Honoratioren den Gründungsakt, Ende 1980 waren es 200 Mitglieder, Mitte der 1990er Jahre 400. Kurdirektor Wadepuhl wußte auch, wen er mit der zu erwartenden Sisyphus-Arbeit betrauen mußte: Dr. Günther Obst (1922–2003), Studiendirektor am Bad Emser Goethe-Gymnasium, Kirchenmusiker vor Ort, aber promoviert über die komische Oper in Frankreich.

Von allem Anfang an mußte der Vorsitzende der Gesellschaft und Organisator der seit 1980 im Oktober stattfindenden „Festwochen“ den Spagat zwischen der Werbung für den Kurort Bad Ems und der Werbung für den Komponisten Jacques Offenbach zusammenbringen, mußte Kultur für die Menschen vor Ort und anspruchsvolle Arbeit an einem „verkannten Genie“ gleichzeitig geleistet werden. Die Programmhefte seit 1981 spiegeln beredt wider, wie beides manchmal nebeneinander herlief, aber mit der Zeit immer besser aufeinander zulief und in glücklichen Momenten an die Synthese des 19. Jahrhunderts heranreichte. Im Anhang zu diesem Text sind die diversen Aktivitäten zwischen 1980 und 2008 aufgelistet.

1991 expandierten die „Festwochen“ zum „Internationalen Festival“ mit ausgeweitetem Finanzvolumen und rückten terminlich in die witterungsmäßig attraktivere Frühsommerzeit, beginnend mit dem Pfingstwochenende. Die Stadt Bad Ems trat als Veranstalter auf und beauftragte die JOG mit der Durchführung. „… wer nicht in der Mittelmäßigkeit verharren will, die im übrigen nichts verändert, der muß etwas wagen, auch auf die Gefahr hin, Federn zu lassen“, war Günther Obsts Motto 1990. Dies funktionierte mit mal mehr und mal weniger Einvernehmen bis zum Ende der Amtszeit des Gründungsvaters 2001 über das Interim des Musikdirektors der Universität Koblenz-Landau, Dr. Jürgen Böhme (2001–2004) bis in die Anfangsjahre eines jungen Teams um den Frankfurter Hochschulprofessor Dr. Peter Ackermann (2004–2007). 2008 übernahm die Stadt das Festival in Eigenregie und kehrte zum Oktobertermin der Anfangsjahre zurück.

Die JOG unter dem Vorsitzenden Dr. Ralph-Günther Patocka (seit November 2008), Theaterwissenschaftler aus München, wird sich in Zukunft der Pflege des Offenbachschen Andenkens auf andere als die bisherige Weise zu widmen haben: mit wissenschaftlicher Arbeit und Koordination der so zahlreichen, aber auch so verstreuten Aktivitäten rund um ihren Lieblingskomponisten. „Die ‚Offenbach-Gemeinde’ ist insgesamt gar nicht so klein und unbedeutend, wie man gemeinhin annehmen könnte. … Die Offenbachianer sind nur weit verstreut in Europa und Übersee, so daß das eigentlich anstehende Problem in einer gezielten und wirkungsvollen Information über die kulturellen Aktivitäten der ‚Jacques-Offenbach-Gesellschaft’ steckt.“ So Günther Obst schon 1988. Die 1994 anvisierte Gründung eines Forschungszentrums zu Jacques Offenbach scheiterte an mangelnden finanziellen Ressourcen und damit auch an personellem Potential. Wir wollen die damals geäußerten Ideen unter geänderten Vorzeichen wiederbeleben.“

Quellen:
Günther Obst: La Sté Offenbach de Bad Ems, in: Opérette 82, 1992, S. 15-16
Günther Obst: Die Jacques-Offenbach-Gesellschaft e.V. Bad Ems, in: Rhein-Lahn-Kreis. Heimatjahrbuch 1995, S. 152-154
Günther Obst (Hg.): Betrifft: Gründung eines Forschungsinstitutes zu Jacques Offenbach in Bad Ems. Grußworte – Referate – Dokumente (= Bad Emser Hefte 142 / Offenbach-Reihe 15, hg. von Ulrich Brand), Bad Ems 1995

Peter Hawig: „Das Lahntal hat dem Meister Glück gebracht“. 150 Jahre Jacques Offenbach in Bad Ems, in: Rhein-Lahn-Kreis. Heimatjahrbuch 2008, S. 32-36
Programmhefte der Offenbach-Festwochen bzw. -Festivals 1981ff.

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Alphonse Silbermann, „Das imaginäre Tagebuch des Herrn Jacques Offenbach“; Berlin 1960 u. Piper München 1991

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Auch in Jacques Offenbachs Heimatstadt Köln wurde im Jahr 2015 eine

„kölner offenbach-gesellschaft.e.V.“ gegründet

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Dietmar Moews meint: Die meisten Menschen in unserer heutigen Welt kennen unvergessliche Musik, die Jacques Offenbach komponiert hat. Ich nenne nur die Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ und den „Can Can“ aus „Orpheus in der Unterwelt“.

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Was kann ein Musiker mehr erreichen? – außer die beste Musik zu erfinden und vorspielen und damit die Menschen begeistern.

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Z. B. der mehrfach verwendete Bach-Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“ – den kennt man – doch der ist durch viele Hände gegangen und geht auf Martin Luther zurück („Ein feste Burg ist unser Gott“) – Bach hat das „adaptiert“ – eine „normale“ Praxis in der Musik, die man dem Offenbach ankreiden zu können, meinte.

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Zu Offenbachs Zeit, Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, vor dem deutsch-französischen Krieg (1871) in Paris, war bereits der unversorgte Künstler ohne Nachfrage angesagt. Der preußische Jude aus Köln, Jakob Offenbach, konnte genialer Weise herausragend virtuos Cello spielen, sodass er mit den besten Pianisten jener Zeit, wie Rubinstein, Liszt und Mendelssohn-Bartholdy, ja dem Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy aus Leipzig, auftreten durfte. Offenbach konnte also als Erwerbs-Cellist und Cello-Lehrer, bereits als 15-jähriger Pendejo, sein trocken Brot verdienen.

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Offenbach hat ein permanentes und druckvolles Marketing aufgezogen, nachmittags in Cafés, abends in Salons und Gesellschaft, seine jüdische Kontakte, antichambrieren bei Damen, bei Soubretten und beim Adel, seine pausenlosen kleinen Kompositionen, seine eigenen Cellisten-Auftritte, seine kurze und ferne Korrespondenz, Verlegerkontakte bis in den Kurort Ems an der Lahn, optimierter Opportunismus, Bestechung auf allen Ebenen, intrigante Gespräche und selbstgeschriebene Elogen in allen möglichen Zeitungen im In- und Ausland. Er wurde Arbeitgeber für 67 Mitarbeiter gleichzeitig an seinen privatwirtschaftlichen Musiktheatern in Paris, hatte Frau und Familie, vier nachwachsende Kinder, letztlich Dirigate und Gastspiele von Paris, nach London nach New York, Wien, Berlin und Köln – mit Gicht und rheumatischen Behinderungen.

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Jacques Offenbach hat eine zeitgemäße politische Oper entwickelt. Es wurden über 600 Kompositionen. Seine Orpheus in der Unterwelt-Oper zählt noch heute zu den meistgespielten Stücken, ebenso das schließliche Meisterwerk zu ETA Hoffmann, Les Contes d’Hoffmann / Hoffmanns Erzählungen, das Offenbach bis zu seinem Tod, Oktober 1880, aufzäumte: Uraufführung 1881.

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