Neue Sinnlichkeit 66 – Erfolgskinder

Juni 9, 2015

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vom Dienstag, 9. Juni 2015

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Kurzvorstellung des Blattes Neue Sinnlichkeit 66, das im April 2015 im 36. Jahrgang in Köln erschien und nach wie vor von Dietmar Moews verantwortlich herausgegeben wird.

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Zum Geleit

Anregen und Stillen – das gefällt mir als Leitmotto, liebste Leserin und lieberer Leser.

Ich sehe darin durchaus eine akzeptable Anknüpfung bei meinen Lesern und Abonnenten auf Lebenszeit – kann es guten Herzens für mein fortlaufendes Leben versprechen: Mein Arbeit war Leben.

Zwang antun möchte ich mir eigentlich nicht mehr, als es immer die Kunst selbst forderte:

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Blätter für das witzige Gefühl fälschlich zu fühlen. Da staunt selbst die Katze.

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Ich bin frei, beginne ganz frei ein Werk herzustellen, es übernimmt immer mehr die Gewalt über das auf eine Vollendung hinausgehende Schaffen und wird letztlich im Selbstzwang vollendet – „frei“ würde ich ein Werk fertigzustellen nicht nennen. Denn ganz konkret ist das ein mächtiges Gesetz der gesetzmäßigen Vollendung, wenn man ein Werk als Meisterwerk angelegt hat.

Nun habe ich als Herausgeber und Autor dieser Blätter in den Jahren eine Arbeitsweise eingespielt, die von außen betrachtet ziemlich wild erscheinen mag. Jedenfalls ist das nicht gleich der thematischen Engführung sonstiger Arbeit bzw. Insonderheit bei Dienstleistungen hat man Termine und Abstimmungen einzugehen, von denen ein freischaffender Maler, Wissenschaftler, Student und Schriftsteller frei ist (wenn er frei ist).

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Und diese Schaffensweise greift ständig Alles an, auch was neu und zusätzlich entgegenkommt. Vieles Halbfertige oder nur Skizzierte oder Riesenwerke, die unabgeschlossen da stapeln – kurz: Alles ist auch Last, Druck und ein Hypertrophie-Gleichnis, das manchmal zu überdrehen droht, bringt auf diese Weise eine schöne freie unendliche Geschichte hervor: Der Maler steht inmitten seiner vielen angefangenen, unfertigen Bilder und freut sich wie Oskar, wenn doch eines nach dem anderen wie ein „frisches Brötchen“ duftend und von innen leuchtend fertig wurde.

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Dietmar Moews Zusatz-Werklinien, seit dem Jahr 2009, Lichtgeschwindigkeit, als Videos bei Youtube und als Blogbeiträge bei Word-Press als PROJEKT Globus mit Vorgarten, haben diese Textwerke für die Blätter Neue Sinnlichkeit veränderte Redaktionskriterien gebracht – zahlreiche akute Themen und Meinungsbeiträge fließen mehr in die Blogs, weniger in diese ERFOLGSKINDER.

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Doch was soll man hadern? Wer sich nicht weiterverändert, wird durch die Tageserrungenschaften dazu gestoßen, sich überwältigenden Veränderungen zu unterwerfen.

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Dass nun Franz Kopp (1937-2015) starb, ist für mich ganz furchtbar schrecklich. Von Franz erhielt ich ganz lebendige Antworten und Kritiken und Inhalte, die ich aufnehmen konnte, wenn ein neues Blatt erschien: IN DER KUNST GIBT ES KEINE PAUSEN.

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Inhalt

Inhalt

Umschlag: aus einem Architektenfamilien-FILMPlakat                               1

Zum Geleit                                                                                                    2

Inhalt                                                                                                             3

IMPRESSUM 3

ERFOLGSKINDER 4

FRANZ OTTO KOPP: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews 29

FRANZ OTTO KOPP und LAYOS DAYATOS VOLXWEYßHEIT L. D. 21

FRANZ OTTO KOPP DINTENUNIVERSUM L. D. Faksimile-Briefe + Karten 22

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO 23

FRANZ OTTO KOPP Die Theorie zum Schreitmobile für Hängebetrieb 34

FRANZ OTTO KOPP Leibniz funktioniert doch – mit zwei Korrekturen:

Zehnerüberträge der Leibniz-Maschine von Franz Otto Kopp 49

FRANZ OTTO KOPP Calculemus! Neue Hannoversche Funktionsmodelle zu Leibniz 53

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in allgemeinverständliche Klarheit; Fortsetzungen XVI. Teil 57

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: Franz Otto Kopp 60

Die Kinderseiten der Epoche: Der schließliche Tod des Franz 61

Auflösung Qualitätsrätsel 65: ARTHUR SCHOPENHAUER

QUALITÄTSRÄTSEL 66: Wer hats geschrieben? 63

Impressum: Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln http://www.neuesinnlichkeit.com; Verlagsanschrift:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, 50678 Köln ISSN 1432-5268

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Erfolgskinder

Willkommen, liebste Leserin und lieberer Leser, im neuen Blatt für Kunst und Kultur.

Es ist Numero 66.

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Ein Autor der Neuen Sinnlichkeit ist gestorben: Franz Otto Kopp 1937-2015.

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Hatte noch ich Neue Sinnlichkeit 65 als Blätter für die Knechtschaft der Freiheit getauft, begann es, um mit grauen Gedanken aufzuräumen, über „Lügen am offenen Grab …muss man im seltenen wichtigen Fall allerdings ganz nach vorne gehen, selbst am Grab das Wort anheben und der Differenz mit dem Toten das Wort leihen – wer’s kann.“

Dass es kommen kann, war klar – dass es jetzt schon am 21. Februar zur Aussegnung meines guten Freundes im Nikolaifriedhof am Nordstadtkrankenhaus in Hannover für mich selbst eintraf – was soll ich sagen?

Mir drängt sich auf, dass die Aussegnungsphilosophie aus Numero 65 Grund sein könnte, dass ich nun im Ungewissen bleiben werde, was zu seinem Tod am 9. Februar 2015 geführt hat. Hätte ich über Daisy, die Gänseblume oder die tropistischen Sonnenblumen geschrieben, hätte er in unserem sehr engen, langjährigen Freundschaftsverhältnis den Zaun der Zähne gebrochen – Franz der nie klagte (es sei denn, um nörgelig zu quängeln, wenn er in Laune war – er, der vom ersten Lochstreifen bis zum 3D-Print die IT-Revolution kannte), möglich mehr als die Andeutungen mitzuteilen, die ich zuletzt von ihm bekam. Während er meinen Brief nicht mehr aus seinem Briefkasten hat nehmen können – woher ich das unbekannte Sterbedatum anders schließe, als es in der Urkunde eingesetzt („12.2.15“) oder vom Nachlassgericht („zwischen 6. und 12. Februar 2015“) worden ist. Ich werde seine letzten unserer Dinten-Briefe weiter hinten faksimiliert drucken – sie waren privat. Doch es wirft auf den Absender, der jetzt überraschend weg ist, ein bemerkenswertes Sternenleuchten. Ich weiß nicht – aber es kommt mir vor, als hätte er extreme Schmerzen gehabt und möglich angesichts einer nicht mehr verhandelbaren Krankheit, nicht mehr wollen. Franz war klug und nüchtern – er schmiss schlechtem Geld kein weiteres gutes freiwillig nach.

Wir können hierbei Zeuge des neuen Menschen sein – weiter sozialpsychologisch unabhängig als bisher üblich. Franz war jeglichem Pathos-Heuchelei-Spagat abholt. Er lebte reine Menschlichkeit. Ich zeige das Neue hier allerdings nur als Impression von den Todesumständen her. Nichts ist peinlich. Alles ist offene Gestalt des Tief- und Hochgeistes – wer macht, bestimmt, ohne kategorische Imperative. Franz Kopp war ein praktischer Philosoph, kein Metaphysiker.

Deshalb trägt das Blatt den auf meinem nachzurufenden lieben gestorbenen Franz Otto Kopp – der etwa am 9. Februar 2015, in seiner Wohnung gestorben, am Abend des Donnerstag, 12. Februar 2015, etwa um 23 Uhr von der Feuerwehr gefunden, in Hannover nun doch tot war – den Untertitel: NEUE SINNLICHKEIT 66 Blätter für den stimmigen Winkel oder besser für das witzige Gefühl fälschlich zu fühlen – erstaunlich.

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Carpe Diem – nutze den Tag: Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass der heutige Mensch nicht die Krönung der Schöpfung ist, sondern der Neandertaler von morgen. Und wenn wir in einer Entwicklung schöpferischen Sinn sehen, ist die Frage: gibt es den Sinn? – grundsätzlich beantwortet – nämlich: Es ist ein Sinn, der auch dein Sinn ist – was ist mein Sinn? Zu helfen.

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Jedenfalls gibt es Weiterentwicklung in der Gerechtigkeit. Darin liegt sinnvolle Übung seiner Fähigkeiten, sich für andere einzusetzen: Nutze den Tag. Franz und ich genossen die Konsonanz unserer Gemüter, betreffs der Begeisterung für sinnvolle Arbeit. Das Wort „Workoholic“ oder „Managerkrankheit“ – für das eigene tätige Leben, stand uns niemals im Sinn. Wer kann Freizeit schöner finden als intensiven Gebrauch der eigenen Zeit für die ureigenen Aktivitäten als Künstler.

Franz war ein geniales Unicum, ein Künstlergelehrter, Konstrukteur und Maler. Mit einmaliger Lebensentscheidung war er zu Zeiten als Universitätsangestellter „beim Staat“ in Dienst getreten, wo er als Wissenschaftler und Hochschullehrer seinen Grunderwerb holen konnte. Seine hohe edle Brücke war der Getriebeprofessor Gerd Kiper, der in einer entscheidenden Phase das soziale Maß für alles Weitere darstellte. Darüber hinaus war Franz frei. Familie hatte er nicht, wollte er nicht. Soziales war ihm zwanglose Gelegenheit der Liebe. Darunter gab es nichts. Er figurierte mit anderen „Zombies“ als „Layos Dayatos“ bzw. „Lajos Dayatos“, dem immer wieder unsterbliche Worte nachgesagt werden, wie dieses, das Franz und Dietmar besonders verband: „Der Winkel muss stimmen“. Dabei mussten die Winkel von gelegentlichen Berührungsstimmigkeiten passen, Gesinnungsgemeinschaft war seitens Franz unerachtlich, eigentlich unerwünscht. Desungeachtet nutzten alte vertraute Freunde in der ungeduldigen Kommunikation den gemeinsamen genialen Kanon: knapp, kompetent, neugierig, fragend, witzig, dynamisch und – der Winkel, auch im Genuss, muss stimmen.

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Das ANDERSSEIN als MENSCHENRECHT galt. Der Erziehungsrüsselknoten prägte das „Vereinswappen“ unserer Gruppenstiftungen: Die Hunde, der Lügenverein als Bananenverein, Die 7 OPQ kapitalistischer Realismus usw. – stets galt der Mensch vor allen Machenschaften und Gestellen.

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Franz hatte tiefe Abneigung gegen Macht und Herrschaft, gegen Denunziation und Indiskretion, gegen Intoleranz und Normative. Solche des Geldes und der Jurisprudenz vermied er – keine Bindungen für einen freien Menschen!

Respekt im vollsten Sinn, Anknüpfung durch Inter esse, Zusammenwirken bei guter Laune. Diskurs auf geduldigem, aber kurzem Wege, immer Sinn im Zweifelsfall vor Form.

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Natürlich kann es aus Sicht eines Konstrukteurs nur und unweigerlich sein, dass jeweils der Winkel stimmen muss. Es ist aber auch für den Tortentester, der immer auch ein Tortenbohrer und ein Tortentester ist, die Prüfung von Höhe und Tiefe. Und wie immer eine Torte beschaffen ist, zuallererst und nicht zuletzt muss der Winkel stimmen, in dem jedes Stück auch auf den Bezahlpreis zugeschnitten wird.

Machen wir uns nichts vor: Auch das Torten Testen ist Arbeit. Es ist gut, wenn man arbeiten kann, wenn man fähig ist, zu arbeiten. Es ist schlecht, wenn man nicht arbeiten kann. Es ist schlecht, wenn man nur arbeitet, damit man aufhören kann mit arbeiten. Als strebe man mit der Arbeit nach Freizeit, danach, nicht zu arbeiten. So sehe ich das.

Menschen, die nicht arbeiten, sind öde – sie öden mich an. Ich gehe ihnen aus dem Weg.

Fraglos schreibe ich hier von meinem Trost bei diesem Abschied nur, was für den Leser neu und erhellend ist, wenn ein Leser sich auf Neues anschickt.

Meine Gedanken über den Tod eines ganz nahestehenden Menschen haben viele Denkrichtungen. Jeder erlebt es in seinem Leben. – Sehr oft ist es so schwer, dass das ganze bisherige Leben beschlossen ist und das neue doch nicht allein im Erinnern bestehen kann. Vieles davon ist „normal“, konventionell. Es besteht aus Zwang, Ruption und Verlust. Wie man damit umgeht – nennen wir zusammengefasst Trauer – ist ganz individuell, sozial eingerahmt und gestützt oder individuell vereinsamend äusserst traurig.

Hier ist aber was Neues zu berichten.

Der Tod von Franz Kopp besteht einerseits in dem besonderen Stern, der jetzt untergeht. Als Franz das erste Mal in seinem Leben ICH sagte, entfaltete sich eine neue Sozialität, eine besonders entkopppelte Persönlichkeit, die zur Ausprägung der großen Begabungen vergleichsweise viel Zeit für sich brauchte. Für das herkömmliche Gruppenleben hatte er keine Zeit – aber er brauchte keine aufwendigen Beschwörungen der sozialen Rituale. Er ging in leuchtender Weise alleine. Wer in seinem Leben mal in einer Spitzenrolle war, kennt die dünne Luft.

Sein Tod hat diese neusonderpostmoderne Pathosfreiheit als entsprechend besonderes Ausscheiden aus dem sozialen Geschehen repräsentiert. Als nahestehender Freund habe ich davon bemerkenswerte Einzelheiten miterlebt, teils ausgelöst und mitgestaltet, die ich hier bezeugen kann. Vermutlich hat niemand das vollständige Bild davon.

Andererseits besteht es in einer Entwicklungsqualität einer Vorstellung, die einen Bogen beschreibt:

Nehmen wir die pauschale Vorstellung des menschlichen Aufklärungsverlaufs im Sinne einer eigenen Geschichte, der man eine kollektive Geltung zuweist. Lassen sich diese Worte aufreihen: MODERNE, POST-MODERNE, heutige SONDERMODERNE.

Immanuel Kant verließ seine Geburts- und Heimatstadt nur ganz selten und nur einige Meilen – Franz Kopp, der mit der gesamten Wissenschaftswelt in Verbindung stand, wurde Nienburger-Str. / Ecke Herrenhäuser Kirchweg im Jahr 1937 geboren, wurde zwar durch den Krieg und die Nachriegszeit von Bayern nach Britannien geworfen, arbeitete aber sein Leben lang nur einige hundert Meter vom Geburtsort entfernt im TU-Hauptgebäude, der heutigen Leibniz Universität Hannover, und er wurde wiederum nur wenige hundert Meter entfernt, im Nikolaifriedhof, gegenüber dem alten Nordstadtkrankenhaus, nun am 21. Februar 2015, bestattet.

Den nicht etablierten Begriff Sondermoderne nehme ich im Sinne von „Eklektizismus“. Sondermoderne gehört zum Bild des Entwicklungsfortschrittes in der ablaufenden Zeit. Damit werden nicht Aufstieg, Abstieg, Bewahrung, Veränderungen ästhetisch oder moralisch bewertet.

Dennoch sind „Sonderimpressionismus“, „Sonder-Epochen“, kultursprachliche Begriffsausprägungen einer Art, wie es sie schon früher gab, zur späteren Zeit, ohne dass dabei im lebendigen Sinn Anknüpfung oder Fortsetzung des schon mal angesagten gemeint ist, sondern eben eine Sondersituation in der Art eines historischen „Déjà Vus“. Scheingleichheit einer anderen Zeit, taucht als Morphologie auf, ohne in der „genetischen Erbfolge“ zu stehen.

Der Tod, von dem hier als Ereignis des Jahres 2015 geredet wird, ist in folgendem Verständnis neu:

Franz Kopp wurde einige Tage, bereits übers Wochenende, von verschiedenen Bekannten vermisst. Dann klingelten sie an der Wohnung, dann riefen sie sich gegenseitig an, am Donnerstag abend dann holte die Polizei die Feuerwehr, weil beim Dr. Ing. die Wohnungstür verriegelt, die dann den Weg über eine Feuerwehrleiter in den vierten Stock durchs Fenster den im Bett Gestorbenen am 14. Februar, spät abends fand.

Polizei und Arzt protokollierten, ein normaler Tod wurde testiert, das Sterbedatum vom Arzt geschätzt.

Am Freitag abend hatte ich Franz meinen Antwortbrief in Köln in den Briefkasten gesteckt. Franz freute sich auf Post von mir. Dieser Brief ist höchstwahrscheinlich am Montag in Hannover in Franz‘ Briefkasten gelandet – er hat ihn nicht mehr empfangen können. Das wäre dann der 9. Februar – frühestens und spätestens – der Arzt fand den Toten nach Augenschein etwa zwei Tage vorher verstorben – dann aber hätte er meinen Brief noch bekommen und geöffnet. Bzw. wäre es ihm so schlecht gegangen, dass er nicht mehr an den Briefkasten gekonnt hätte, hätte er doch einen Freund um Hilfe angerufen.

Der aus meiner Einschätzung etwa am 9. Februar 2015 in Hannover gestorbene Franz Kopp war ein ganz ungewöhnlicher Mensch – ein devianter Mensch.

Stelle man sich einen Wolfsmenschen als einen besonders naturgebundenen unkultivierten Wilden vor – einen Archaiker -, so war Franz Kopp ein universell Hochgebildeter, dessen Wesen als Künstlergelehrter auch darin bestand, sein gesamtes Reproduktionsleben, so weit möglich, auf sich selbst und sein eigenes Alltagslebensdesign zu stellen, etwa der Art, wie Georg Christoph Lichtenberg von den Meublen im Haus sprach: Was er nicht selbst hineingetragen hatte, dafür solle man ihn nicht in Anspruch nehmen (er wirft es aus dem Fenster). Dieser so nicht ganz, lebte in der Südstadt einer deutschen Landeshauptstadt, aller Kommunikationstechniken fähig. Er nannte sich www.frokati@net.de und nutzte Mobile.

Dieses Selbstdesign bezog sich auf alle verfügbaren Dispositive physischen und metaphysischen Belangs. Und ich will hier nicht eine Gesamtbiografie ausarbeiten, sondern nur an das Neue im Tod des Franz Otto Kopp hinführen, weil es mich tröstet:

Unweigerlich stehen am Lebensende Formalien, wie Entsorgung des Kadavers, Abwicklung vorhandener Verpflichtungen und Ansprüche, Nachlass- und Erbregelungen, letzte Willesbekundungen allgemein und besonders die Bestimmung eines Organisationsbetreuers, zu – möglicherweise – einer sozialen öffentlichen Bekanntgabe des Ablebens an der amtlichen vorbei, Anberaumung einer privaten Trauerversammlung, Kosten, Kommunikation, Ort – wer kümmert sich um was, wenn sich der Tote nicht mehr wehren kann.

Es beginnt aber lange vorher, wenn der zuletzt Tote an und bei sich merkt, dass und wie er sich verabschieden muss, weil er nicht mehr der ist und nicht sein kann, als der er seine sozialen Bezüge gelebt hat – als Schöpfer von neuen Lebensformen, Genosse, Sozialpartner, Kooperateur, Ratgeber und Zeuge. Wenns nicht mehr geht, dann nicht mehr will.

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Wenn ein Zeuge vergesslich wird, verliert er seinen Zeugenrang. Wenn soziale Symmetrien verschoben werden, weil die Kräfte nicht mehr reichen, mitzuhalten, wenn etwa Schwächen hinzukommen, die man gerne verdeckt und deshalb passiver wird. Wenn die soziale Sonorität verhuscht und flauer wird. Wenn das bisherige Tempo Unlust und Beschwernis wird, Verlangsamung aber soziale Risse erzeugt. Wenn man nicht mehr reisen kann. Wenn man nicht umstandslos fremde Klos benutzen kann. Wenn die soziale Dynamik ersatzweise aufgefangen wird, aber nicht im angemessenen Maß erwidert wird. Wenn man nicht E-Mail und Internetz in Echtzeit nutzt und erwidert, sondern das gute alte Telefon bevorzugt, aber keiner mehr ohne Anrufbeantworter, Mailbox oder Abwimmeltechniken erreichbar ist, stattdessen andauernd unerwünschte Werbeanrufe einlaufen. Wenn man oberflächlicher oder gründlicher, lustiger oder ernster, leichtsinniger oder gleichgültiger wird. Wenn man seine Selbstveränderungen nicht gerne thematisiert, man sich dadurch aber unbeabsichtigt ausklinkt. Wenn man neue Dinge neu beurteilt und zu seiner bestehenden Wertegemeinschaft auf Distanz geht. Wenn Liebe zugunsten dringender Eigenliebe geschwächt wird. Wenn man auf die letzten Stunden, die man irgendwie ahnt, seien es die letzten Jahre, das letzte Jahr, der letzte Geburtstag, das letzte Gespräch, der letzte Brief – all diese eigenen Selbstwahrnehmungen durchaus auch esoterische Qualität haben, die in den exoterischen Symbolen keine Ausdrucksform, keine stummen Botschaften erkennen lassen. Wenn man sich also entfernt, ohne den nächsten Menschen diesen starken Distanzprozess ausdrücklich zu benennen.

Wenn es schließlich ans Letzte geht und der Sterbende bewusst seine sonderhochmoderne Lebenskomposition in Formen bringen muss, für die er nicht in die konservative Praktik – wie man stirbt, wie der Ivan Ilitsch starb – zu fallen bereit ist, sondern eine höhere Qualität ausprägt. Wie? So? sollten letzte Handlungen Pflicht sein? statt frei?

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Franz Kopp hatte alles Konventionelle mit Vertrauten besprochen. So weit war klar, dass auch er auf einen unbestimmten Tod rechnete, ohne groß zu rechnen oder doch:

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Hier beginnt das Neue – zu Tode zu kommen, wie man vom ersten Ich-Erwachen her gelebt hatte: deviant und eigenartig frei.

Franz stellte für sich ungewöhnlich hohe, man kann sagen in Alles und Jedes absolute Selbstbestimmungs-Lebenspraktiken. Diese an Solipsimus und Autismus grenzende Sturheit und Stärke war unbrechbar. Wer mit ihm im Vertrauen solche Risse ansprach, sah, wie sehr es ihn verletzte, überhaupt diese Eigenart anzusprechen oder Rechenschaft zu erfragen. Dann wurde er unwirsch, wechselte in die dritte Person oder sagte: Das hätte man anders … das kommt ja gar nicht in Frage … Ich ändere das nicht. Wer die Freundschaft belasten konnte und nachsetzte, erfuhr selbst in logischen oder überlegenen Einsichten zwar widerwillig Zustimmung aber ausdrücklich keine Verhaltensänderung: „Ich habe bisher so gelebt – jetzt ändere ich das nicht mehr“ erleichterte sich Franz, nachdem alle möglichen Krebsursachen erörtert waren und auch der Lebenswandel, die Lebensunterhaltung auf den Prüfstand kam: hatte man denn das gute Leben als gesundes Leben ausgefaltet oder waren da Nachlässigkeiten zu Gewohnheiten geworden, die kosten? (Jetzt habe ich schon so viel gekostet, den Rest kann ich mir auch noch leisten).

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Jetzt komme ich zu den letzten Lebenszeichen, die ich in Köln lebend, persönlich von Franz erhalten habe. Ich spüre die neue Neuheit dieses Todes „by Design“. Franz war „Designer“ als „Künstlergelehrter“.

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EINS Franz mochte nicht klagen und jammern, weil er auch zuerst mal keine Lust hatte, andere jammern zu hören. Er nahm nur ganz schwach, wenn überhaupt weithin unsichtbar, am Ungemach des Anderen teil. Ich erinnere mich an seine fürsorglichen Posten, als mir in einer Münchner Privtatklinik eine heftige Hämorrhoide beseitigt worden war. Für ihn selbst, wenn er sich einließ, kam ein gelebtes Beispiel, wie er so etwas selbst handhabte, nämlich möglichst übergehen, ignorieren: Mit Goldener Regel, Gegenseitigkeit, soziale Symmetrien, Mitgefühl – usw. – damit wollte Franz nichts zu tun haben, nicht selbst bemitleidet werden, selbst nicht wahrnehmen und einstellen auf was andere erlitten.

Dabei fälschte er unter Umständen die Tatsachen und Zusammenhänge – z. B. als seine hochgeschätzte hannoversche Leibniz-Universität den Promotionsskandal der Geschichtsfälschtung zu dem Hochstapler Göbel aus Springe und den Hochstaplern einer unakzeptablen „Doktorpromotion“ daselbst, auch Franz Kopps Ehrgefühl verletzten, wollte er es nicht wahrhaben – es hat viele Jahre gedauert, bis ihm selbst der hochstaplerische Professor Stein die Drahtmaschinen abräumte und die Leibniz-Vierschrittmaschine als eigene Leistung weltweit publizierte. Hier war nun auch das Wort „Honigsauger“ nicht mehr akzeptabel – es war ein Betrüger, BETRÜGER die eben sowas machten.

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Das Beispiel Göbel-Promotion, indem Franz mich gewissermaßen lieber allein lassen wollte und das Beispiel Stein-Drahtmaschinen-Leibniz-Kalkulator, wo ich Franz beistand, hat Franz stark erschüttert. Er, der dann ausholte und über Hobbes oder John Lockes Universalien und die politischen Extrapolationen des „Leviathan“ nur Missbilligung übrig hatte, diese Philosophen wollen einen regeln: Franz ist nicht regelbar außer Selbstregelung.

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Da wurde ihm sein „kleines Prinzdasein“ einen kurzen Moment peinlich. Und er setzte plötzlich alle Energie dafür ein, dass der böse Brief an den Rektor der Universität eine bekömmlichere Sprachform erhalten sollte, als ich ihn abgefasst hatte – Franz kämpfte.

Das war der Abend, an dem wir am Lindener Markt, wie so oft bis 2007, beim „Spanier“ aßen und Alles durchnahmen – er hatte seine schockierende Krebsdiagnose neu, teilte es mir nicht mit, doch ich sah es.

Als im Sommer 2007 meine alte Mutter vor Hitze, Trockenheit und Gartenarbeit plötzlich Tod war, telefonierten Franz und ich – „ja,“ sagte er, anbetracht meiner abrupten Lage, „mich hat es auch getroffen ..Krebsdiagnose.. Chemo .. und ein Segen, es kostet ein Vermögen, dass ich es mir leisten kann“. Franz sprach von 70.000 Euro eigene Zuzahlung – ist das möglich? Um Gottes Willen, wie geht das weiter? Franz wollte sich erholen, um dann den chirurgisch angeratenen Umbau seines gesamten Dickdarms anzuberaumen: Er machte keine Reklame davon und teilte nicht Genaueres mit. Als ich ihn aufsuchen wollte, traf ich ihn nicht telefonisch und fand ihn dann, Ende 2007, auf der Intensivstation im Henriettenstift auf der Marienstraße – rücklings gestreckt, Augen geschlossen, wie Tote liegen – er hörte Richard Wagner durch Kopfhörer, bot mir Zeit, seine Installation abzuschätzen, künstlicher Abfluss – jedenfalls gab mir der Bettnachbar Zeichen, dass mein Todesschreck verfrüht, und Franz bald meinen Besuch bemerkte. Es war ein guter Besuch – es ging auch Hoffnung von der Situation aus. Später schrieb er mal in einem Brief (faksimiliert hier im Heft), wohin sein Zug gegangen war.

Im Jahr 2014 konnte der seit 2007 schwer therapierte Franz sogar allein mit der Eisenbahn für einige Tage nach Köln kommen, wir haben endlich mal wieder „getagt“. Er könne Alles essen usw. sah nun invalide aus. Leiden der Auszehrung und der natürliche Altersfortschritt – es erübrigt sich. Auch da wurde übers Nachsorgen und Kümmern diskutiert: Franz war durchaus im Bilde, wenn er auch mit der eigenen Todessorge keine Nerven und Kapazitäten auszugeben geneigt war: wenn es kommt, ist es egal.

So ähnlich ist es jetzt gekommen.

Wer stirbt und bis dahin gerne gearbeitet hat, ist mit der Trauerbekundung von Hartmut Andryczuk, dem Buchbastler aus Barsinghausen am Deister (in Berlin-Friedenau „Hybrid-Verlag“) nicht unflott nachgerufen: „Das ist schade“, schrieb mir Hartmut, als ich ihm Franz‘ Tod mitteilte.

Arbeiten ist nicht Puppe sein. Ich bin nicht eine Puppe, in der etwas ganz anderes verpuppt ist. Ich hänge auch nicht von einem Puppenspieler ab. Ich bin keine Marionette. Ich hänge an keinen Strippen. Bei mir zieht niemand Strippen. Hier komme ich in eine begriffliche Grauzone.

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Jeder Mensch ist sozial und hat sozialen Umgang. Jeder hat lebendige Beziehungsinien zu anderen Menschen. Nennt man das „Strippen“, kommt man in ein systematisches Strippengeziehe – auch wenn niemand zieht, sind da eben nichtgezogene Strippen. Wer sich durchwegs sträubt, wenn seine Strippen gezogen werden, wird aus der Puppensammlung entfernt oder landet in der Ecke.

Ich bin niemandens Strippenpuppe. Aber ich arbeite. Manchmal treffe ich Menschen, deren Arbeit es ist, mich zu treffen und meine Arbeit auf eigenen Nutzen hin zu beschauen und zu prüfen. Manchmal fällt jemand auf, dass er meine Arbeit für sich nutzen kann.

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Formen lösen sich auf bei Monet – „Beginn der Moderne“ – behauptet ein Salonpersonnage-Mob im Deutschlandfunk. Wieder so ein Bolschewik, an dem man unter Umständen mal vorbeikommt – dabei ist Claude Monet ein großer Meister der Malerei-Meisterwerke und nicht „Auflöser der Kunst“. Monets neue Malereiart – was wir heute „Impressionismus“ und „Prima-Malerei“ und „Pleine air“ nennen, ist keineswegs Formauflösung, sondern extrem treffende Formgebung (wie augenlos sind nur diese Staatsschranzen im heutigen Staats-Salonbetrieb).

Ich war dumm, wie alle jungen Leute“, erklärte die alte Marlene Dietrich.

Ich habe gearbeitet, so gut ich konnte“.

Ist es nicht komisch? – spricht man Leute auf politische Probleme an, hört man häufig und heute häufiger: SS-Ideen und SA-Ideen – als rechtsstaatlich-liberale Orientierungs-Formulierung.

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Darauf habe ich ein Lied gedichtet.

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Es heißt „So einfach ist das nicht“:

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Ich denke nur ein bisschen nach

so einfach ist das nicht

so einfach ist das nicht

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In Unterhose jagt man nicht

so einfach ist das nicht

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Am Ende

ist die Zeit sehr kurz

so einfach ist das nicht

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Der Mensch er wird als Mensch geboren

so einfach ist das nicht

Die Frau wird auch als Mensch geboren

Man weiß wie schwer das ist

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Da fehlt manchmal

die Fröhlichkeit

das lachende Gesicht

Als Kind findest du das unnormal

so einfach ist das nicht

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Erst fühlt er was,

dann schmeckt er was

so einfach ist das nicht

.

Dann hört er was

Dann sieht er was

so einfach ist das nicht

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Dann sucht er was

Dann träumt er was

und irgendwann

dann sagt er was

so einfach ist das nicht

.

erst denkt er was

jetzt will er was

so einfach ist das nicht

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Dann liebt er was

dann liebt er was

dann treibt ihn was

mal schlendert er

und taumelt er

und stürzt er ab“

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Franz Otto Kopp mochte die Neue Sinnlichkeit, mochte Dietmar Moews und schrieb für die Neue Sinnlichkeit, die er auf Lebenszeit abonnierte.

Als der vierundzwanzigjährige Dietmar Moews im Jahr 1975 mit ersten Texten die Ansätze zu den Blättern für Kunst und Kultur und ein Manifest für seine eigene KUNST formulierte, war dabei in zahlreichen Galeriebesuchen der Schriftsteller und ARD-Rundfunk-, Fernseh-Redaktionsleiter August Friedrich Teschemacher sein Gesprächsfreund, der sich wünschte: es möge Dietmar Moews mit seiner Kunst und seinem Galerieprogramm seine Zeitschrift in der Art der FACKEL des Karl Kraus anlegen.

Der Vorschlag war auch Ausdruck von Hoffnung und Wertschätzung, wie sich Dietmar Moews in der Hannoverschen Wüste Wärme erzeugen möge. Und es war Ermutigung, sich ein großes Projekt zuzutrauen. Und es war Etwas in und an diesem Karl Kraus, das einige Wesenszüge trug – Selbstvertrauen, Witz, überdurchschnittliche Mehrfachbegabtheit, Devianz, Selberdenken, Mut und klare Schnelligkeit, Vitalität und natürliche soziale Dynamik – die Dietmar Moews hoch schätzte und zu seinen eigenen individuellen Merkmalen anzuerkennen hatte.

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August Friedrich Teschemacher -bei der Herausgabe der Neue Sinnlichkeit 5, 1980 in Hannover - schrieb als A.F.T.in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und ließ sich von Dietmar Moews ein IBIZARERA malen, nachdem das erste Bild verkauft worden war.

August Friedrich Teschemacher -bei der Herausgabe der Neue Sinnlichkeit 5, 1980 in Hannover – schrieb als A.F.T.in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und ließ sich von Dietmar Moews ein IBIZARERA malen, nachdem das erste Bild verkauft worden war.

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August Friedrich Teschemacher, 1981,

Hannover, Grünewaldstraße 6,

Neue Sinnlichkeit 5 HERAUSGABE

Doch fand Dietmar Moews die Anlagen von Karl Kraus doch altmodisch und auch die Damen im Schlafzimmer eines Germanisten störten Moews nicht – war er doch auch mehr Maler im Schlafzimmer als Germanist.

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Künstlergruppe 7 OPQ trifft sich am 5. Mai 2014 bei SMEND Gallery Cologne, hier Dietmar Moews und Franz Otto Kopp mit der Neuen Sinnlichkeit

Künstlergruppe 7 OPQ trifft sich am 5. Mai 2014 bei SMEND Gallery Cologne, hier Dietmar Moews und Franz Otto Kopp mit der Neuen Sinnlichkeit

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Karl Kraus hat zeitlebens polarisiert. Dem entsprach seine Erscheinung: sein Bewusstsein der eigenen Bedeutung war immens und dieser Polarisierung zweifellos förderlich. Dieses Selbstbild entbehrte nicht jeder Grundlage: die Hörer seiner Lesungen waren von der Persönlichkeit des Vortragenden fasziniert. Seine Anhänger sahen ihn als unfehlbare Autorität an, die allen, die er förderte, jede Unterstützung zukommen ließ, um sie ins rechte Licht zu rücken.

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Karl Kraus, Wien

Elias Canetti (der hier in der Neuen Sinnlichkeit verpönt wird) hörte von Kraus erstmals über Bekannte, die ihn wie folgt schilderten:

Das sei der strengste und größte Mann, der heute in Wien lebe. Vor seinen Augen finde niemand Gnade. In seinen Vorlesungen greife er alles an, was schlecht und verdorben sei. […] Jedes Wort, jede Silbe in der Fackel sei von ihm selbst. Darin gehe es zu wie vor Gericht. Er selber klage an und er selber richte. Verteidiger gäbe es keinen, das sei überflüssig, er sei so gerecht, dass niemand angeklagt werde, der es nicht verdiene. Er irre sich nie, könne sich gar nicht irren. […] Wenn er daraus [aus den Letzten Tagen der Menschheit] vorlese, sei man wie erschlagen. Da rühre sich nichts im Saal, man getraue sich kaum zu atmen. […] Wer ihn gehört habe, der wolle nie mehr ins Theater gehen, das Theater sei langweilig verglichen mit ihm, er allein sei ein ganzes Theater, aber besser, und dieses Weltwunder, dieses Ungeheuer, dieses Genie trug den höchst gewöhnlichen Namen Karl Kraus.“

Elias Canetti: Die Fackel im Ohr, Fischer Verlag, Frankfurt/Main 1982, S. 66 f.

Für seine zahlreichen Gegner, die er sich durch die Unbedingtheit und Leidenschaft seiner Parteinahme schuf, war er hingegen ein verbitterter Misanthrop und ein „armer Möchtegern“ (Alfred Kerr), der sich in hasserfüllten Verurteilungen und Erledigungen erging:

Hinter Karl Kraus steht keine Religion, kein System, keine Partei, hinter Karl Kraus steht immer wieder immer nur Karl Kraus. Er ist ein in sich geschlossenes System, er ist eine Ein-Mann-Kirche, ist selbst Gott und Papst und Evangelist und Gemeinde dieses Bekenntnisses. Er spricht in eigenem Namen, in eigenem Auftrag und ohne Rücksicht auf Resonanz. Er haßt das Publikum seiner Leseabende und haßt die Leser seiner Zeitschrift, er verbittet sich jede Zustimmung… und hier setzt schon der erste unauflösliche Widerspruch ein; denn zugleich hängt er am Beifall des Auditoriums, für den er danken kommt und den er voll Stolz registriert, zugleich druckt er ausführlich zustimmende Referate der Zeitungen ab… Will man nach seiner seelischen Disposition fragen, wird man mit den naheliegenden Oberflächenkategorien ‚Eitelkeit‘ oder ‚Größenwahn‘ nicht viel anfangen können… Ich glaube, daß zwei Erkenntnisse am ehesten den Weg zum Verständnis der Einzigartigkeit des Phänomens Karl Kraus eröffnen und daß sie, aufeinander bezogen, seine Entwicklung und seine Besonderheit erklären… Karl Kraus… hat als junger Mann von fünfundzwanzig Jahren verwirklicht, wovon jeder kluge, selbständige Unzufriedene jeder Zeit träumt: er hat sich ein Forum geschaffen, um ohne Rücksichten und Hemmungen, jenseits aller Cliquen und Bindungen in absoluter Freiheit seine Meinung zu äußern, zu kritisieren, anzuklagen, zu kämpfen… Er hat von seinem fünfundzwanzigsten Jahr bis zu seinem Tod nur getan, was er wollte. Und er hat, zweitens, ein einziges, das er wollte, und das, wie ich glaube, seine restlose und letzte Erfüllung gewesen wäre, nicht zu tun vermocht und war darum verurteilt, es sein Leben lang auf Umwegen zu umkreisen und nur indirekt, behelfsmäßig zu verwirklichen. Er war im Grund seines Herzens Schauspieler, besser Theatermensch; und er konnte nicht zum Theater. So… mußte ihm, was vielleicht nur Nebenbei gewesen wäre, zur Hauptsache, und, wo immer denkbar, dem Theater angenähert werden: ‚Wenn ich vortrage, so ist es nicht gespielte Literatur. Aber was ich schreibe, ist gedruckte Schauspielkunst.‘ Und: ‚Ich bin vielleicht der erste Fall eines Schreibers, der sein Schreiben zugleich schauspielerisch erlebt.‘“

Hans Weigel: Karl Kraus oder die Macht der Ohnmacht, S. 9

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Thomas Mann über Karl Kraus’ Vorleseabend am 29. März 1913 in München:

Seine geistliche Art, Jean Paul zu lesen, fesselte mich sogleich sehr innerlich. Und die geistreiche Leidenschaft, mit der er, in seinen eigenen so scharf und rein stilisierten Schriften, die großen Grundsachen des Lebens, Krieg, Geschlecht, Sprache, Kunst, gegen Schändung und Verschmockung, gegen die Welt der Zeitung, gegen die Zivilisation verteidigt,– auch sie hat etwas Geistliches, etwas Religiöses, und wer den Gegensatz von Geist und Kunst, von Zivilisation und Kultur irgendwann einmal begriffen hat, der wird sich von dem satirischen Pathos dieses Antijournalisten nicht selten sympathisch mitgerissen fühlen.“

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Ernst Krenek über Karl Kraus:

Er kam nie von der Meinung zum Wort, sondern unmittelbar vom Ursprung, vom Gedanken. Darum konnten seine Meinungen einander zu widersprechen scheinen. Und davon hatte er die Autorität, über jene zu richten, die die Sprache nur benützen, um die Meinungen zu äußern, die sie aus den widersprechenden Situationen dieser Welt beziehen.“

Paul Schick: Karl Kraus in Selbstzeugnissen und in Bilddokumenten,

Rowohlt Verlag, Hamburg 1982, S. 153

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Und so liegt auf der Hand, dass Dietmar Moews eine eigene Vorstellung von Liberalität und nicht, wie Karl Kraus, antiliberale Strenge lebte.

Damit wäre auch eine namentliche Bezugnahme auf Karl Kraus‘ Fackel eher irreführend, wenn doch solche Eigenarten wie Misanthropie als Leitbild galten – Dietmar Moews dagegen eher leben lassen möchte, allerdings dabei auf die Seite oder nach Vorne geht.

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Karl Kraus war finanziell unabhängig und musste keine Rücksichten nehmen. So war Die Fackel allein sein Werk; es wurde darin ausschließlich gedruckt, was er für richtig hielt. Die letzte Nummer, erschienen vier Monate vor seinem Tod, endet mit dem Wort Trottel.

Kraus’ Selbstbewusstsein war ungemein, seine Misanthropie legendär. Eine im Januar 1921 in der Fackel veröffentlichte Notiz kann beinahe als Manifest seines Wirkens bezeichnet werden:

Ich // lese keine Manuskripte und keine Drucksachen, // brauche keine Zeitungs-ausschnitte, // interessiere mich für keine Zeitschriften, // begehre keine Rezensionsexemplare und versende keine, // bespreche keine Bücher, sondern werfe sie weg, // prüfe keine Talente, // gebe keine Autogramme […] // besuche keine Vorlesungen außer den eigenen […] // erteile keinen Rat und weiß keinen, // mache keinen Besuch und empfange keinen, // schreibe keinen Brief und will keinen lesen und // verweise auf die völlige Aussichtslosigkeit jedes Versuchs, mich zu irgendeiner der hier angedeuteten oder wie immer beschaffenen, schon in ihrer Vorstellung meine Arbeit störenden, mein Missbehagen an der Außenwelt mehrenden Verbindungen mit eben dieser bestimmen zu wollen, und habe nur noch die Bitte, die auf alle derlei Unternehmungen vergeudeten Porto- und sonstigen Kosten von jetzt an der Gesellschaft der Freunde Wien I, Singerstraße 16, zuzuwenden.“

Karl Kraus: Die Fackel

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So erscheint jetzt eine Neue Sinnlichkeit als das Blatt Numero 66 Neue Sinnlichkeit Blätter für den stimmigen Winkel im 36sten Jahrgang aus Köln mit einigen Beiträgen von Franz Otto Kopp, die er selbst ausdrücklich dafür gedacht hat.

Dazu sitze ich hier unter meinem reichen Schatz, im Schatten all der Jahre und möchte den Lesern und den neuen Abonnenten, die den genialen Künstler, Erfinder, Konstrukteur und Oberingenieur noch nicht kennen – und habe dabei die Qual der Wahl aus wirklich reichen Gaben.

Der Todesnähe des Lebens halber Anschauungsmöglichkeit zu verleihen, stelle ich einige Handschriften als Faksimile herein, die mit etwas Geduld doch leicht zu entziffern sind.

Franz Kopp hatte nach unseren Gesprächen und Briefwechseln zuletzt geschrieben: Ich esse meine Pille nicht – lch lasse es auswachsen.“

So überschreibe ich das Bündel ausgewählter kleiner Liebestaten, die hier Zeugekraft hatten, mit unserem gemeinsamen Pseudonym Layos Dayatos:

DINTENUNIVERSUM L. D.

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Dintenuniversum war seine Antwort auf meinen schönen Montblanc-Füller, nachdem es ihm mehr Freude machte, von Schreibmaschine nicht zum Computer zu wechseln, sondern ebenfalls zum Tintenfüller. Franz Otto Kopp war hier mit den Schnittmengen unserer zentrischen Kreise bis zuletzt inspiriert und beherzt tätig.

Sehr gerührt mich, den anmaßenden Professor Stein zu stoppen, Franz Leistung zu Leibniz anzusaugen (s.hinten)

NUN: Schöne Frokati@-Bastelstunden: Im DINTEN – UNIVERSUM L. D

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UND EINE NAVIGATION ZUM DLA-Marbach

Die neue elektronische Navigation im Deutschen Literaturarchiv Marbach macht jetzt die Zeitschrift >Neue Sinnlichkeit – Blätter für Kunst und Kultur< über das Internetz zugänglich:

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http://www.dla-marbach.de/?id=12

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http://www.dla marbach.de/opac_kallias/bibliothek/index.html

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Dietmar Moews meint: Die besondere lose Erscheinungsfolge der Blätter Neue Sinnlichkeit für Kunst und Kultur und die von Ausgabe zu Ausgabe wechselnden Untertitel haben den Literaturpflegern des DLA Aufmerksamkeit abverlangt.

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Und jetzt findet jeder Interessent Nachweise und Bezeugung der seit 1979 erscheinenden Blätter und deren zahlreichen Künstlern und Autoren.

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Neben dem DLA-Marbach sammeln auch die Bayerische Staatsbibliothek in München, die Sächsische Staatsbibliothek in Dresden, die Deutsche Universalbibliothek Frankfurt am Main /Leipzig, die Niedersächsische Landesbibliothek, das Hannoversche Stadtarchiv, das Stadtarchiv Springe, die Nordrhein-Westfälische Landesbibliothek die Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur, ISSN 1432-5268 seit 1979 aus Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln.

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zu Händen Dr. Dietmar Moews

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KÖLN SÜD offen! 2015: Der fliegende Holländer

April 24, 2015

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vom Freitag, 24. April 2015

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Bildschirmfoto vom 2014-07-15 16:12:59

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Dieses ist unsere Einladung zum Besuch anlässlich des diesjährigen KÖLN SÜD offen! 2015

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Am Samstag, den 25. April 2015 und am Sonntag jeweils ab 12 Uhr bis 19 Uhr gilt bei uns: MAINZER STRASSE 28 D-50678 KÖLN Südstadt.

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In der Kunst geht es immer weiter – in der Kunst gibt es keine Pausen

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Gezeigt wird der großformatige „Fliegende Holländer“ von Dietmar Moews und das Bananenobjekt „DU DEUTSCHE BANANA“ von Franz Otto Kopp, aus der Sammlung Dietmar Moews

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Dietmar Moews „Der fliegende Holländer“ DMW 680.2.13 ist 190cm / 190cm, Öl auf Leinwand, wurde im Jahr 2013 in Berlin gemalt; VK Euro 7.200.-

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Der fliegende Holländer ist ein Sage. Die Sage vom Fliegenden Holländer handelt von einem Kapitän, der durch einen Fluch dazu verdammt worden ist, bis zum jüngsten Tag mit seinem Gespensterschiff auf dem Meer umherzuirren, ohne in einen Hafen einlaufen oder Erlösung im Tod finden zu können.

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Die Ursprünge der Legende sind nicht bekannt. Die frühesten schriftlichen Versionen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde der Sagenstoff von zahlreichen Autoren aufgegriffen. Eine der bekanntesten Gestaltungen ist Richard Wagners Oper Der Fliegende Holländer, die 1843 in Dresden uraufgeführt wurde.

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Dass die Legende in der mündlichen Überlieferung der Seefahrer wurzelt und somit eine Art Seemannsgarn darstellt, wird angenommen.

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Kern der Legende ist ein Kapitän, der durch eigene Schuld einen Fluch auf sich lädt. Dieser zwingt ihn dazu, bis zum Tag des Jüngsten Gericht weiter zu segeln, falls er nicht durch einen besonderen Umstand Erlösung findet. Zwischen der Figur des Kapitäns und dem Schiff wird häufig kaum unterschieden, es ist also unklar, ob der Kapitän „Fliegender Holländer“ genannt wird oder ob es der Name des Schiffes ist.

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In konkreten Gestaltungen ist es ein niederländischer Kapitän des 17. Jahrhunderts, der beim Versuch, das Kap der Guten Hoffnung zu umschiffen, schwört, bis zum Jüngsten Tag zu segeln, wenn es sein muss. Dies tritt darauf auch ein.

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Erweitert wird die Geschichte durch die Möglichkeit der Erlösung: Alle sieben, zehn oder hundert Jahre darf der verfluchte Kapitän an Land. Wenn er dort eine Frau findet, die ihn aufrichtig und treu liebt, so würde er Erlösung finden. Das hat zunächst den Charakter einer unmöglichen Bedingung, die den Kapitän zu ewiger Irrfahrt verdammen soll. Erst in späteren Gestaltungen wird das Motiv (vor allem bei Wagner) zentral und die Erlösung durch Liebe verwirklicht: der Fliegende Holländer findet eine treue Seele von Frau, die sich für ihn opfert, und darf mit ihr in den Himmel aufsteigen.

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Ein Sondermotiv stellen die Briefe dar: Manchmal lässt der Fliegende Holländer ein Beiboot zu Wasser und eine Geisterhand überstellt Briefe, die − wie sich später herausstellt − sich alle an längst Verstorbene richten. Die Briefe muss man besonders behandeln (an den Mast nageln, verbrennen etc.), weil sonst ein Unglück geschieht. Überhaupt gilt die Begegnung mit dem Fliegenden Holländer als äußerst düsteres Omen und kündet den Untergang des Schiffs oder wenigstens ein bevorstehendes großes Unglück für seine Mannschaft an.

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Das Schiff selbst soll unglaubliche Fähigkeiten besitzen. So soll es gegen den Sturm, bei absoluter Flaute oder auch rückwärts segeln können. Es erscheint in der Luft schwebend oder taucht plötzlich aus den Tiefen des Meeres auf. Die Segel sind blutig rot oder erscheinen rot wie von Glut angestrahlt, oder es tanzen Elmsfeuer geisterhaft um den Mast und der Rumpf ist schwarz wie die Hölle. Von der Besatzung ist niemand zu sehen oder man sieht ihre Leichen an Deck oder sie besteht aus lebenden Toten.

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Als Kapitän des Fliegenden Holländers wird konkret Bernhard Fokke genannt, ein niederländischer Ostindienfahrer des 17. Jahrhunderts. Er war damals bekannt für die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der er von den Niederlanden nach Java fuhr. Er legte die Strecke regelmäßig so schnell zurück, dass man ihm schon einen Bund mit dem Teufel nachsagte. Als er von seiner letzten Fahrt nicht zurückkehrte, ging man davon aus, dass er nun als Fliegender Holländer im Auftrag des Teufels die Meere kreuzen müsse.

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Auch die anderen aus der Überlieferung bekannten Namen des Fliegenden Holländers sind typisch holländisch: Vanderdecken, Tyn van Straten, van Diemen, van Evert, van Halen. In Zusammenhang mit der Lokalisierung am Kap ergibt das auch Sinn, da die Niederländer im 17. Jahrhundert die Seefahrt zu dominieren begannen und sich bedeutende Kapitel der niederländischen Geschichte am Kap abspielten. 1652 wurde dort die niederländische Kapkolonie gegründet, 1806 endete die niederländische Herrschaft, das Kap wurde britisch, und etwa zur gleichen Zeit tauchte auf See der gespenstische Holländer auf. Der Zusammenhang zwischen dem Niedergang holländischer Herrschaft und dem Erscheinen des Holländers wurde übrigens von Washington Irving explizit hergestellt und auf das Ende der Niew Nederland in Nordamerika analog übertragen.

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Im „Fliegenden Holländer“ von Dietmar Moews erscheint die Besegelung in weißer Farbe und der Mast

in brauner Farbe – dadurch wird der treuen Betrachterin ihre Hoffnungslosigkeit leichter erkennbar.

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Anders im Bananenobjekt von Franz Otto Kopp – hier sind die Bananen nicht rot, weil kein vernünftiger Mensch gern genmanipulierte Bananenfarbe sehen will.

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Bananenobjekt „DU DEUTSCHE BANANA“ von Franz Otto Kopp, aus der Sammlung Dietmar Moews

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FRANZ OTTO KOPP "du deutsche banana" bemaltes Textil/Draht-Objekt und Malerei 1985

FRANZ OTTO KOPP
„DU DEUTSCHE BANANA“
bemaltes Textil/Draht-Objekt und Malerei 1985

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Dietmar Moews und Franz Otto Kopp in der Galerie SMEND Köln Süd offen! 2014

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NEUERSCHEINT: Neue Sinnlichkeit 66 Blätter für Kunst und Kultur trägt den Untertitel Blätter für das witzige Gefühl, fälschlich zu fühlen. Die Zeitschrift erscheint im 36. Jahrgang in loser Folge, in Köln, und wird direkt vertrieben. Ein Einzelheft kostet zur Zeit 12.- Euro.

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Herausgabe am 25. April 2015 durch den Herausgeber persönlich

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Das Abonnement auf Lebenszeit kostet zur Zeit den einmaligen Betrag von EURO 500.-

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Der Künstlergelehrte Dietmar Moews zeigt neue Bilder und berät Interessentinnen und Interessenten, was ihnen den Weg zur Kunst und zum Kunsterwerb ermöglicht.

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Dietmar Moews ist als Künstlergelehrter INGENIEUR und KUNSTORGANISATIONS-Soziologe. Moews ist seit 1973 in Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin und seit 2012 in Köln, freiberuflich als Maler, Wissenschaftler und Publizist tätig und gibt gerne Auskunft zu den professionellen Aspekten der heutigen Kunst als ein menschliches und ästhetisches Phänomen und zu den hineinwirkenden Kräften staatlicher Kunstorganisation.

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Es sind Galerie M, Ballhof-Galerie Hannover, U – Hannover, Pandora Kunst Projekt München, Büro für Erdangelegenheiten Leipzig, Büro für Wasserangelegenheiten Magdeburg, Diesseits von Gut und Böse Dresden sowie Globus mit Vorgarten in Berlin und Köln.

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DIETMAR  MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

DIETMAR MOEWS
„Mexikano“ DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

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Inzwischen hat Dietmar Moews als Autor und Realisator mit 5.532 Video- und Text-Blogbeiträgen auf Youtube und bei WordPress als dietmarmoews LICHTGESCHWINDIGKEIT etwa 1.000.000 (eine Million) Clicks.

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Franz Otto Kopp 1937-2015 – Kurznachruf

Februar 19, 2015
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vom Donnerstag, 19. Februar 2015

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Der geniale hannoversche Franz Otto Kopp, Konstrukteur, Maler, Sammler und Homme de Lettres ist kürzlich gestorben.

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Geboren am 8. Januar 1937, gestorben am 9. Februar, tot aufgefunden am 12. Februar 2015 in Hannover war Kopp ein deutscher Ingenieur und ab 1976 Dozent am Fachbereich Design und Medien an der Fachhochschule Hannover. Als Oberingenieur an der früheren Technischen Hochschule, dann technische Universität, heute Leibniz Universität Hannover konstruierte er unter anderem den sogenannten Hannoverschen Nachbau der Vier-Spezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz.

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Kopp studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule Hannover und dissertierte 1973 am Fachbereich Maschinenwesen zum „Dr. Ing.“ unter dem Titel „Ein Beitrag zur Struktursynthese von Mechanismen“. Schon zuvor war er seit 1966 am (heutigen) Institut für Getriebetechnik im Maschinenbau der heutigen Leibniz Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Ing. Gerd Kiper tätig, zuletzt bis 2002 als Oberingenieur.

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Das Faszinierende an der (ersten) Rechenmaschine der Welt – konzipiert und realisiert von dem Hannoveraner Hofwissenschaftler Leibniz und der handwerklichen Ausführung durch zahlreiche aus Paris nach Braunschweig bzw. Wolfenbüttel auf Leibniz‘ persönliche Rechnung verpflichteten französischen Instrumentenbauern – war für Franz Otto Kopp die Frage, ob die Leibnizsche Konstruktion, die niemals gerechnet hatte, überhaupt in den beabsichtigten Rechenschritten laufen könne (ab Mitte der 1990er Jahre). Im Rahmen eines Forschungsauftrages der Deutschen Forschungsgemeinschaft konnte Kopp in zwei wesentlichen Schritten die Aufgabe eigenständig lösen:

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EINS Kopp rekonstruierte die vorhandene „Originalruine“ in ihren mechanischen Strukturen (Systemanalyse /Struktursynthese),

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ZWEI Er baute das konstruktive Konzept in einem präzisen Systemnachbau aus Metallen nach, ohne die ornamental verzierte Originalanmutung – Chassis, drehende Teile, Getriebe, Hebel, Schieber, Stellschrauben, Arretierungen.

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Dieser sogenannte Hannoversche Nachbau der Vier-Spezies-Rechenmaschine von Leibniz aus dem frühen 18. Jahrhundert in Hannover, von Franz Otto Kopp, lieferte den Beweis, dass Leibniz‘ Konstruktionskonzept wirklich funktionierte. Lediglich die Manufaktur des Leibniz-Originals war in vielerlei Hinsicht mangelhaft und unvollendet. Justierungen passten nicht usw. Die durch Kopps Forschungsgeist und sein enormes eigenes metallhandwerkliches Geschick schließlich funktionierende Rechenmaschine wurde erstmals 2006 in einer Leibniz-Ausstellung in der Orangerie von Hannover Herrenhausen (wo Kopp geboren ist) der Öffentlichkeit präsentiert.

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Kopps Leibniz-Maschine wurde anschließend in der historisierenden Orignialmimik von anderen Professoren geschickt und in Originalmetallen nachgebaut und publiziert.

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Kopp war einer der letzten handwerklichen Konstrukteure von Mechaniken und Getrieben. So trat er bis zuletzt als „artist ètoile“ auf den alljährlichen VDI-Tagungen auf. Er konnte aus zweidimensionalen Bewegungsmodellen dreidimensionale Getriebe konzeptionieren und begleitend in mathematischen Ansätzen „errechnen“. Kopp musste noch erleben, wie Studenten, ohne noch die Konstrukteurskünste erlernen zu wollen auf Konstruktions-Software und starke Computer umstiegen, sodass in den 1990er Jahren sehenden Auges eine hervorragende Kulturtechnik abstarb. Noch zuletzt diskutierten wir die 3-D-Laserdrucktechnik zur Werkzeugmacherei.

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Kopp hat zahlreiche technische Patente angemeldet und Gebrauchsmuster erarbeitet. Viele seiner Konstruktionen – vom „Autotür-Fensterheber zum Photoapparat-Verschluss“ liefen im Namen seines Universitäts-Instituts.

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Außer der Erwerbstätigkeit als Konstrukteur und Hochschullehrer war Kopp Künstler:

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Er bezeichnete sich selbst auch als Konstrukteur und Maler und hatte über sein gesamtes Leben hin Bilder gemacht. Dazu entwickelte er eigene, teils von mathematischen und konstruktiven Techniken hergeholten und ausvariierten Bild- bzw. Darstellungstechniken. Er skizzierte aber auch und zeichnete, collagierte und baute dreidimensionale Kunstobjekte, machte Siebdrucke, die teils gegenständlicher Natur waren, teils der reinen Formgebung des persönlichen ästhetischen Gefühls, oft auch dem bildnerischen Witz folgten, bis hin zu den sogenannten „Mail Art“ Kunstpostkarten.

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Diese eigenartige Postkartenkunst, die er mit anderen Künstlern in Brief(Postkarten)wechseln des Hin und Hers entfaltete, bestand aus „Einzelwerken“ oder aus korrespondierenden Sequenzen. Dabei waren es sowohl Bildergeschichten, auch Bildersequenzen durch Fotokopie und Bearbeitung der Vormail, teils politische Aktualitäten oder einfach die Ausreizung der Frage, welche künstlerisch gearbeitete Kunstpostkarte beförderte die damalige Post noch fürs einfache Porto? und wann kam eine Wellpappe oder ein ausgeschnittenes Vampirmaul als nicht normgerecht zurück? (auch, wenn oft der Absender gar nicht draufstand – teilweise waren auch „Privatbotschaften für die Postzusteller“ draufgeschrieben). Kopp baute für die Kunstpostkarten kleine A6-Rahmen aus Doppelglas zur Ausstellungsaufhängung mit eigens designten Drahtecken, die gleichzeitig als Halter und Aufhänger dienten, ohne die Betrachtung von Vorder- und Rückseiten der Postkarten zu stören.

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Franz Otto Kopp nahm seit den 1970er Jahren an öffentlichen Kunstausstellungen, Performances, Lesungen, Diskussionen und Aktionen teil, überwiegend in Hannover, auch in München, Magdeburg, Leipzig, Dresden, Springe, Laatzen, Berlin, Köln. In Hannover beteiligte er sich an den Kunstszenerien der Werkstatt Odem (Gesine Weise), Ballhof-Galerie Hannover und Spielplatz der Künste und Kunstmarkt Hannover (Dietmar Moews), dem VVK am Schwarzen Bär, in der Leibniz Universität Hannover sowie zuletzt noch im FAUST Hannover Linden.

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Franz Otto Kopp beteiligte sich außerdem an Gemeinschaftswerken aller möglichen Kunstformen. So war er im Jahre 1992 Mitgründer des „Verein zur Förderung der Wahrheit durch die Kunst des Lügens als Devianzkultur zwischen zweckrationaler, liebender und irrationaler Kommunikation“, kurz „Lügenverein“ (er war mehr für „Bananenverein“). Ebenso sang er viele Jahre in dem hannoverschen Männergesangsverein Lätitia Hannover. Typisch auch seine Signatur „FoKopp“ und seine E-Mail-Adresse „frokati@…de“.

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Franz Otto Kopp war auch Fotograf mit besonderem „Auge“. Hat eine heute noch nicht gesichtete Fülle von photographischen Aufnahmen angefertigt, wozu er eine erhebliche Sammlung verschiedener hochwertiger Photographierapparate gesammelt hatte. Nicht nur experimentelle Super-8-Schmalfilme – es gibt auch ein eigenes umfangreiches Genre von „Polas“, oft weiterbearbeiteter Polaroid-Aufnahmen.

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Als Schriftsteller beherrschte Kopp verschiedene Schreibtechniken, neben den bürokratisch-formalen Textarten, machte er Sprachspiele, schrieb Essays, schrieb Kurzgeschichten und viele davon waren zum Vortrag vor Publikum angefertigt und von ihm selbst mit großem Erfolg vorgetragen (zuletzt noch für die Schlaraffen in Hannover).

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Auch teilte er mit mehreren Schriftstellern das Pseudonym „Layos Dayatos“, der später zum „Professor für Ästhetik“ avancierte.

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Kopp las in vielen Sprachen. Noch in den letzten Jahren studierte er die russische Sprache an Hand von russischen Romanen. Ebenso las er Französisch, Englisch war seine Stiefvaterssprache usw. unfassbar, wenn er aus einem Gitarrenkasten ein 64-saitige Laute nahm und Bach-Klänge hervorzauberte (während das Ding wirklich stimmte).

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Er engagierte sich in der alternativen Kunstavantgarde, bei „Künstler für den Frieden“, unterstützte Anti-Atomkraft-Aktionen und die Alternativbewegung der 1970er und -80er Jahre.

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Franz Kopp war viele Jahre als Autor der „Neuen Sinnlichkeit, Blätter für Kunst und Kultur“ beteiligt, die er auf Lebenszeit abonniert hatte (was hiermit leider beendet wird, sofern er das Abonnement nicht testamentarisch vererbt hat), war Mitglied in der hannoverschen Künstlergruppe 7 OPQ – Kapitalistischer Realismus (Kopp, mit Moews, Crogier, von Velde).

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Seine dreidimensionalen Stift- und Draht-Handzeichnungen, die große Variationsreihe der sogenannten „Schreitmobile“ aus Draht – in Wirklichkeit lauter einzelne patentreife Entwicklungen einschließlich dazugehörigen Patentschriften -, konkret über eine Welle angetriebenen Kopplungs-Getriebe (mit Kardan, Kurbelwelle, verschiedenen Kopplungsgestängen, Handkurbel oder Elektromotor über Polaroidbatterie) oft auf selbsttragenden oder über bewegliche Rahmen oder Chassis laufend, wo er selbst die Ein- und Ausschalter als kleine abgefederte Kippschalter herstellte – Alles aus Drähten handgerödelt, keine Schrauben, keine Nieten, Löt- oder Schweißverbindungen.

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Ein patentiertes „Hängeschreitchen“ namens „Obac“ (jedes Drahtgetriebe trug ein blechernes Namensschild) wurde STAR der Uraufführung des Lustspiels von Dietmar Moews „Der zarte (harte) Nietzsche“ 1993 in der Seidl-Villa München.

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Auch im Raschplatz-Nachtensemble trat Kopp als Schausteller auf. So bei „Die Hunde“ von Dietmar Moews im Jahr 1985, in der Rolle des „Großinquisitors, Kardinals von Sevilla“.

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Als Sammler begeisterte sich Kopp für Musikinstrumente, Schallplatten, besondere Vorlieben für Anton Bruckner, J S Bach, Franz Schubert, Richard Wagner, Wilhelm Furtwängler, aber auch Beatles, Talking Heads und Tuxedo Moon, mit Malerei und Objektkunst, mit originellen Fahrrädern und noch manchem Alltagsdesign, hochwertigster Küchen- und Kocheinrichtungen, MacIntosh-Möbeln, dem legendären Büffelleder-Sofa, wie auch eine bedeutende ausgewählte Bibliothek. Ferner schneiderte und designte er sein Kleidung weitgehend eigenhändig, ob Unterwäsche oder Mützen, Leggins und Badeshorts. Er besuchte die edelsten Konzerte in Philharmonien und die Off-Kultur-Szene – er reiste mit Eisenbahn und Klappfahrrad zu einem Hauskonzert bei Thomas Schmidt-Kowalski in die Eichendorffstraße von Oldenburg in Oldenburg oder freute sich über Beatmusik im U-Spielplatz der Künste, der Künstlergruppe 7 OPQ am Raschplatz von Hannover. Man traf sich beinahe täglich im „Büro“ (dem Italiener „Piazza Navona“ oder an den Ricklinger Teichen, wo Kopp von April bis Oktober zum Schwimmen hinradelte).

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Franz Otto Kopp rauchte leidenschaftlich Tabakspfeife, trank bei Gelegenheit edlen Bordeaux, liebte den britischen Tee, Ritter Sport Vollmilch Nuss und estimierte hübsche sportliche Burschen und Gleichgeschlechtliche. Er engagierte sich in den 68er Jahren für Emanzipation im Allgemeinen und im Sinne des dann abgeschafften Paragraphen 175 speziell. Franz Kopp lebte allein und unverheiratet. Sein Lieblingssatz lautete:

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„Nach dem Ehe-Ja kommt das Ehe-Joch“.

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Doch war Kopp kein Frauenverächter und hatte des ungeachtet eine bedeutende Auswahl von persönlichen auch lebenslangen Freunden und Freundinnen, Künstlern, Ingenieuren, Schwimmern an den Ricklinger Teichen und verrückten Sammlern.

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Im Frühjahr des Jahres 2007 erhielt Franz Otto Kopp die Diagnose einer schweren Krebserkrankung, die seinen Darm befallen hatte. Es folgte dann eine Verschlechterung und schließlich eine äußerst kostspielige Chemo-Therapie und ein erheblicher chirurgischer Eingriff. Mit schweren Handicaps konnte der Rekonvaleszent sein selbstständiges tätiges Rentnerleben wieder aufnehmen. Im vergangenen Jahr 2014 erlebte er noch die prächtige Buchausgabe seiner Rechenmaschine – mit seinem 78sten Geburtstag ergriffen vielseitige Schmerz-Beschwerden seine Persönlichkeit, dass er schrieb:

 

“ … einen Chemiebomber .. sodass ich auf Heilung durch Auswachsen setze – Physiotherapie. Es gilt: „Ich esse diese Suppe nicht, nein diese Suppe ess‘ ich nicht!“

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In der vergangene Woche wurde er vermisst. Die Polizei öffnete seine Wohnung und fand da Kopp gestorben, bereits einige Tage tot – mehr ist momentan nicht bekannt.

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Franz Otto Kopp, der als Schüler in Illertissen/Ulm und Hannover, als Jugendlicher, nach dem Krieg, mit seinem britischen Stiefvater und seiner Mutter in England lebte, war sehr an seiner Heimatstadt Hannover und seiner Heimat-Universität gelegen. So hat er vielfältige Angebote, ordentlicher Professor in einer anderen Stadt werden zu sollen, immer wieder verschoben und letztlich abgelehnt. So hat er viele Jahre glücklich in Kirchrode ein Haus mit Garten, unglaublicher Werkstatt mit Filigran-Drehbank und Photolabor bewohnt, von wo er täglich bei Wind und Wetter mit Fahrrad 15 Kilometer durch den Stadtwald und wieder zurück in die Ostfeldstraße radelte, während sein knattergelber Mini-Cooper als Laubfänger vor der Tür parkte.

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Man kann gespannt sein, was noch in der Zukunft, jetzt, nach seinem Tod, an Franz Otto Kopp-Werken bekannt werden wird. Der Verlust lässt die Heide zittern.

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Die öffentlich freie Trauerfeier findet am 4. März 2015 um 13 Uhr im Versammlungsraum des Neuen Nikolai Friedhofs An der Strangriede 41 in Hannover statt.

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Es wurde eine anonyme Urnenbestattung veranlasst, d. h. die Urne wird nicht im Beisein der Trauergemeinde beigesetzt und es wird keine örtlich definierte persönliche Grabstelle mit Namenskennzeichnung geben.

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Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

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Heft 27 von 1993 war Franz Otto Kopp gewidmet.

Es wird in Kürze ein Franz Otto Kopp Heft 66 rauskommen.

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FRIEDRICH NIETZSCHE 170: „Gott ist tot“ im Kölner Stadt-Anzeiger

Oktober 15, 2014

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am Mittwoch, 15. Oktober 2014

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Heute feiert der Kölner Stadt-Anzeiger, die Haupt-Tageszeitung der rheinischen Freiheits-Kultur, in einer kleinen Randbemerkung den Geburtstag des Philosophen Friedrich Nietzsche, geboren im Jahr 1844 in dem Dorf Röcken, bei Lützen, bei Leipzig, gestorben im Jahr 1900 in Weimar.

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Der Kölner Stadt-Anzeiger brachte auf Seite 13: „FRAGE DES TAGES: Wer war Nietzsche?“ und erklärt auf der Kinderseite: „Er wurde schon mit 24 Jahren zum Professor ernannt, was sehr selten ist: Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 geboren – vor genau 170 Jahren. Bis heute zählt er zu den wichtigsten Philosophen weltweit. Ein Philosoph denkt sehr genau über die Welt, das Leben und sich selbst nach. Nietzsche machte den Spruch berühmt „Gott ist tot“, weil zu seiner Zeit Kirche und Glaube für die Menschen nicht mehr so wichtig waren wie früher… „

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Dietmar Moews meint: So geht es dahin. Erfährt das zeitungslesende Kind mal was, was das Straßenkind ohne Buch nie hört – dann so ein Mist: „Gott ist tot“. Wer so will, kann Nietzsches Kulturkritik unter anderem auch darauf bringen – aber bitte erst, nachdem Wichtiges anzusprechen wäre:

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Nietzsche ist der erste sozialphilosophische Tiefbohrer, der Kants Frage, „Was ist der Mensch?“ auf eine höhere Stufe gehoben hat, die Farbigkeit des Individuums und der Aktivitäten als Kunst des Lebens.

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Und so also die Nietzsche Philosophie, als Vorstellungstechnik, die Lebensbedrohung und alles Mögliche Böse durch eine Technik der Umarmung des Schicksals zu meistern: „Der Mensch wird Herr über den Stoff durch die Kunst der Lüge“.

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Nietzsche meint nicht Unwahrheit, Lüge und Zeugnisfälschung. Sondern es geht um den Menschen, der seine menschliche Wirklichkeit zu einer Lebenskunst machen kann. Das Leben als Kunst (das ist in Etwa, was Joseph Beuys bei Nietzsche entnommen hat, ohne den Meister Nietzsche zu nennen).

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In aller Kürze hieße es dann nicht „Gott ist tot“, sondern „Sei wer du bist“.

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Wäre das für Kinderleser im Kölner Stadt-Anzeiger zu schwierig? – Sei wer du bist!

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Landtagswahlen SACHSEN 2014

August 31, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4838

am Sonntag, 31. August 2014

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Die ersten Informationen zum Wahlergebnis aus Dresden haben die Erwartungen exakt bestätigt:

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Ministerpräsident Tillich (CDU) wird erneut eine Regierung bilden können.

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Die FDP als Regierungskoalitionspartner wird abgewählt.

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SPD und LINKE bleiben in der sozialistischen Geschichte verfangen, die kaum ein Sachse ernsthaft in betracht zieht: Genau so sterben die LINKEN so langsam weg und die Sozialdemokraten (SPD Ü 10) wählen CDU.

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Die neue neo-liberale anti-EURO-Partei AfD erhielt auf Anhieb ca. 10 Prozent – das kann man nur Durchbruch nennen. Damit kommt die AfD sogar rechnerisch für eine Regierungskoalition in betracht. Doch ist der AfD-Erfolg als Kritik an der CDU zu gewichten.

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In einem ähnlichen Stimmenanteil werden sich die Grünen einfinden müssen. Die Grünen kommen immer noch als „Alternative“ erste neue Partei nach dem Beitritt der DDR-Bevölkerung zur Bundesrepublik heraus. Und die Spitzenkandidatin Antje Hermenau ist eine freche bauernschlaue Dekoration der Mediokratie, die kein Tillichwähler ertragen könnte.

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Piraten sind in Sachsen da, wo sie hingehören – in ihrem eigenen Internetz-Forum, im Piraten-Liquid Feedback und in ihrer eigenen Flaschenpost. Solange es den Piraten nicht einfällt, dem CCC gefallen zu wollen, werden sie auch zukünftig nicht mal bei der „Freiheit statt Angst“ genannt werden.

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Snoopy + Dietmar 1980  in Kirchhorst

Snoopy + Dietmar 1980 in Kirchhorst

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Dietmar Moews meint: Solange die Dresdner erfolgreich wirtschaften, werden sie sich nicht um diejenigen kümmern, denen es schlecht geht. Ob Krieg oder Merkel-Sprechblasen – den Sachsen bewegt lediglich, wie er besser stehen könne als Bayern, ohne nach Bayern auswandern zu müssen; denn in Dresden ist es dem Dresdner am Schönsten.

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Es wäre wirklich zu viel verlangt, zu erwarten, dass nun gerade die Leute mit DDR-Geschichte die deutsche Demokratie verzieren sollten.

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MOTHER NATURE’S SON – Low Budget

Mai 19, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4427

am 19. Mai 2014

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MOTHER NATURE’S SON, der wunderbare Song von Paul McCartney, auf dem BEATLES WHITE ALBUM von 1968, hat im Original den typisch stumpfsinnigen Text. Mit „Scrambled eggs, oh Baby I love your legs“ – (Vater geworden, Gitarre genommen, Lied gedudelt) war es hier nicht getan. Aber humorlos wie „obladi, life goes on“ schwächen solche Texte die Freude am Singen und Mitsingen.

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Dietmar Moews hat sich eine kleine Personnage von drei Naturburschen entworfen – OHWO, YIBBEE und ein KLEINER HUND – die als MOTHER NATURE’S SONS in einer kurzen Bildsequenz auftreten.

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Bild

YIBBEE aus MOTHER NATURE’S SON

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OHWO aus MOTHER NATURE’S SON

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KLEINER HUND aus MOTHER NATURE’S SON

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MOTHER NATURE’S SON – OHWO und YIBBEE: Low Budget“,

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Bildsequenz von Dietmar Moews, Leipzig 1997

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Low Budget Bild 1

Low Budget Bild 1

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Low Budget Bild 2

Low Budget Bild 2

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Low Budget Bild 3

Low Budget Bild 3

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Low Budget Bild 4

Low Budget Bild 4

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ZUENDE


1914 Die Avantgarden im Kampf /41

März 15, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4214

Dietmar Moews, am 15. März 2014

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ZUGINSFELD 41 entsteht in Köln

ZUGINSFELD 41 entsteht in Köln

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ZUGINSFELD – Malereizyklus von Dietmar Moews zu dem Gedicht von Otto Nebel: Täglicher Bonus zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle „1914 Die Avantgarden im Kampf“ (8. November 2013 bis 23. Februar 2014)

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„Zur Ächtung des Krieges und der Gesellschaft, die ihn hervorbringt“ setzt der Maler Dietmar Moews der staatlichen Veranstaltung „1914 Die Avantgarden im Kampf“ – staatliche Veranstaltung in der Bundeskunsthalle Bonn den Malerei-Zyklus ZUGINSFELD hinzu. In täglichen Lichtgeschwindigkeit-Folgen – hier Folge 41 – erscheint hier ZUGINSFELD, zusammen mit Otto Nebels expressionistischem Gedicht aus dem Jahr 1918.

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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck

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http://www.youtube.com/watch?v=HT5zc_D5C3Y

Die deutsch-französische EU-Partnerschaft lässt auf friedliche Militärpartnerschaft hoffen

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ZUGINSFELD gemalt von Dietmar Moews
Zuginsfeld, expressionistische Dichtung zur Ächtung des Krieges
(insgesamt XIII Abteilungen); aus Kriegsgefangenschaft 1918,
geschrieben von Otto Nebel (1892-1973), 181 Seiten lang

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ZUGINSFELD 40

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ZUGINSFELD 40 gemalt von Dietmar Moews in Berlin 2011, Öl auf Leinwand 190/190cm

ZUGINSFELD 40 gemalt von Dietmar Moews in Berlin 2011, Öl auf Leinwand 190/190cm

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„.,..

Katastrophe wird geübt

Nur markiert

Genau wie im Ernst

Markierter Feind

(Weiß Bescheid)

Markierte Verluste

(Sind unterrichtet)

Tote markieren

Wer tot ist, nimmt die Mütze ab

Hut ab

Sie sterben grinsend

Helm auf

Sie leben wieder auf

Unterm Helm

Sie freuen sich halbtot

Sie leben wieder

Das heißt eine Welt

Was

Das ist Taktik

Denn Lebende markieren immer

Sie vergehen mit der Zeit

Tick

Tack

Zeit geht um

Irrlichtzauber

Freilichttheater

Fertig

Freilich

Angriff Schema Eff

Normalangriff

NORMAL

Hört hört

Schemen

Schemata

Taa-ta-ta-ta

Immer ran!

Aufbleiben!

Anschluß!

Keine Müdigkeit!

Raa.ta-ta-ta Raa-ta-ta-ta

Hornist!

Geht weiter vor!

Immer mit der Ruhe

Tick tack

Maschinengewehre ran!

Tacktack-ta-raa-ra

Tartaren kommen

Brutto

Darita-rira

Seitengewehr pflanzt auf!

Messer aufpflanzen

Pflanzen abmessern

Lange Messer

Beckmesser

Entfernungsmesser

Hinlegen!

Schpruuung

Daritarira

Tacktack tarara

Raatatata

Tuck tuck

Mein Hahn

Jeder legt noch schnell hoch an

Piffpaff, eiei

Wer hat noch nicht

Wer will noch nicht

Wer will noch eine Platzpatrone

Platz da!

Die Toten kommen

Dummer Patron, wo ist deine Mütze!

Bin tot, Herr Oberst

Er merkt nichts

Schafskopf! Tote sollen sich am Kirchhof sammeln!

Jawoll, Herr Obest

O Bestie

Tote gehen zu weit

Sterben macht Spaß

Krieg macht ihnen Laune

Angriff geht vorwärts

Vorwärts, Kerle!

Hurrah

Raaah

Haha

Hu

Hunger

…“Image


1914 Die Avantgarden im Kampf /37

März 11, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4201

Dietmar Moews, am 11. März 2014

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ZUGINSFELD – Malereizyklus von Dietmar Moews zu dem Gedicht von Otto Nebel: Täglicher Bonus zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle „1914 Die Avantgarden im Kampf“ (8. November 2013 bis 23. Februar 2014)

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„Zur Ächtung des Krieges und der Gesellschaft, die ihn hervorbringt“ setzt der Maler Dietmar Moews der staatlichen Veranstaltung „1914 Die Avantgarden im Kampf“ – staatliche Veranstaltung in der Bundeskunsthalle Bonn den Malerei-Zyklus ZUGINSFELD hinzu. In täglichen Lichtgeschwindigkeit-Folgen – hier Folge 37 – erscheint hier ZUGINSFELD, zusammen mit Otto Nebels expressionistischem Gedicht aus dem Jahr 1918.

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ZUGINSFELD Ausstellungsplakat Deutscher Kirchentag 1997 in Halle Georgenkirche

ZUGINSFELD Ausstellungsplakat Deutscher Kirchentag 1997 in Halle Georgenkirche

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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck

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ZUGINSFELD gemalt von Dietmar Moews
Zuginsfeld, expressionistische Dichtung zur Ächtung des Krieges
(insgesamt XIII Abteilungen); aus Kriegsgefangenschaft 1918,
geschrieben von Otto Nebel (1892-1973), 181 Seiten lang

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ZUGINSFELD 36

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ZUGINSFELD 36 gemalt von Dietmar Moews in Berlin 2008 Öl auf Leinwand 190/190cm

ZUGINSFELD 36 gemalt von Dietmar Moews in Berlin 2008 Öl auf Leinwand 190/190cm

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36 „Das Heldenmotiv“

Held honoris causa

Ehrenhalber bleibt er

Bleibt halber Held

Ehre deckt

Ehrliche nehmen vollere Deckung

Das Heldenmotiv

Hilfe heult nun der Held

Jeder Berg hat seinen Hang

Steilhang

Horsten Hütten am Hang

Kühle Keller erkriecht kühnliche Kraft

Sieh da: Stabreim

Ungereimtes zum Brigadeheim

Brigadestabreim

Tiefstabler arbeiten unterirdisch

Kellerasseln

Alles unterkellert

Vonwegen Tapferkeit

Untergraben Dörfer, Städte, Straßen, Staaten

…“


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 10, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4199

am 10. März 2014

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III,6

Das Helle im Schönen ist das Erleuchtende des Inhaltswahren, dem das Formgute einer vollentsprechenden Gefüge-Einheit sinnfällige Gestalt verleiht.

Ohne ein Innewerden der übersinnlichen Lichtquelle im Inhaltswahren kann sich das Helle im Schönen eines sinnerfüllten Gestaltbefundes nicht als solches auswirken.

Schau gehört somit nicht nur zum Erfinden, Schaffen und Vollenden, sondern auch zum Sinnspüren, Empfangen und Ermessen.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


1914 Die Avantgarden im Kampf /36

März 10, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4198

Dietmar Moews, am 10. März 2014

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ZUGINSFELD – Malereizyklus von Dietmar Moews zu dem Gedicht von Otto Nebel: Täglicher Bonus zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle „1914 Die Avantgarden im Kampf“ (8. November 2013 bis 23. Februar 2014)

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„Zur Ächtung des Krieges und der Gesellschaft, die ihn hervorbringt“ setzt der Maler Dietmar Moews der staatlichen Veranstaltung „1914 Die Avantgarden im Kampf“ – staatliche Veranstaltung in der Bundeskunsthalle Bonn den Malerei-Zyklus ZUGINSFELD hinzu. In täglichen Lichtgeschwindigkeit-Folgen – hier Folge 36 – erscheint hier ZUGINSFELD, zusammen mit Otto Nebels expressionistischem Gedicht aus dem Jahr 1918.

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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck

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ZUGINSFELD auf dem Odeonsplatz München, Freilichtausstellung von Schwabing Extra zur Wehrtagung

ZUGINSFELD auf dem Odeonsplatz München, Freilichtausstellung von Schwabing Extra zur Wehrtagung

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ZUGINSFELD gemalt von Dietmar Moews
Zuginsfeld, expressionistische Dichtung zur Ächtung des Krieges
(insgesamt XIII Abteilungen); aus Kriegsgefangenschaft 1918,
geschrieben von Otto Nebel (1892-1973), 181 Seiten lang

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ZUGINSFELD 35

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ZUGINSFELD 35 gemalt von Dietmar Moews, Berlin 2008, Öl auf Leinwand, 190/190cm

ZUGINSFELD 35 gemalt von Dietmar Moews, Berlin 2008, Öl auf Leinwand, 190/190cm

 

35 „Der Artilleriebeobachter“

Vorne alle durchgebrannt

Der Artilleriebeobachter.

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Was mich liebt, das neckt euch

Was mich hasst, das reimt sich was ein

Reim ist Zufall

Es gibt keinen Zufall

Reim ist Absicht

Wie reimt sich das

Machen Sie sich keinen Vers daraus

Daraus wird keiner klug

Keiner wird klüger

Macht den Garaus

Lüger reimen Krieg

Rosa, tünche nicht

Taucht tief ins Blut die Federn

Man muss das Zeug zur Dichtung haben

Stoffe sind Nebensachen

Mit euch mache ich nicht viel Federlesens

Herr Gangkleffer

Herr Hasenhofer

Toller Unfug

Werden Sie spitz

O, unbedeutende Höcker

Vorübergehende Störungen

Keine Ullsteine in den Weg legen

In hundert Jahren spricht kein Mensch davon

Aber wie reimt sich Berg auf Held

Stellen Sie sich Berge vor

Halten Sie sich nah vor Berge

Ferne

Nahe Berge

Bergeketten

Gipfel

Kuppen

Edelweiß

Schnee und Schatten

Zackenschründe

Wolkenkratzer

Wolkendecken

Wolken drücken

Wetterwolken

Hitze drückt

Und Drückeberger

Sehen Sie, es reimt sich schon

Held, ein verhinderter Drückeberger

EHRENHALBER

…“