Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 31, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4471

am 31. Mai 2014

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…X,4

Die Folgerichtigkeit im Schönen ist die Lenkweise der Beseelkräfte unmittelbaren Innewerdens, das jenseits des Begrifflichen waltet, wettet und wägt.

Nur durch Schau zeugerischer Zusammenhänge nämlich entsteht dank zuverlässigem Können eine Gefügeordnung im Geiste sinnmehrender Ganzheit: eine Gestalt-Einheit.

Folgerichtig im Vorstellen und Vorschnellen, überspringt Ursprüngliches begriffliche Hindernisse und Schranken.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4382

am 7. Mai 2014

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VIII,5

Der Richter im Schönen ist der Meister-Entscheid des sinnmehrenden Könnens, Erschaffenem jeweils zuinnerst Wertrang und Unanfechtbarkeit eines Endurteils zu sichern.

Mit Vollzugsbeispielen erster Ordnung klärt und schirmt Werkweisheit vorsorglich die Wirkbereiche des Vollbrachten.

Im Maßgeblichen waltet die Überlegenheit allgültigen Entsprechens.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 26, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4246

am 26. März 2014

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IV,9

Der Drang im Schönen ist der sinngezügelte Eigenwille einer Gefüge-Einheit, ihr Inhaltswahres durch ihr Formgutes nutzwirkend zu offenbaren.

Ohne stete Sinnfolgschaft im Erfinderischen werden die Kräfte des Formwillens aus der Zielbahn des Nutzwirkens abgedrängt.

Wohlweislich hütet sich schöpferische Weitsicht davor, den zweckgerichteten Eigenwillen werdender Sinngefüge des Schönen durch menschliches Wollen zu bedrängen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 9, 2014

 

Lichtgeschwindigkeit 4195

am 9. März 2014

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III,5

Das Holde im Schönen ist das Gebärdenscheue des Anmutleisen einer Gefüge-Einheit aus Inhaltswahrem und Formguten.

Ohne solches Beharren des Sinnreinen im Verhaltenen und des Gestalthaften im Beseelten kann holdes Schönes nicht erblühen.

Verbindet sich Maßvolles mit Seltenem im Erfinderischen, so können wirkstarke Gebilde von überlegener Sinnwürde entstehen.

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Bild

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979