PHILHARMONIE de Paris im Parc de la Villette eingeweiht

Januar 22, 2015

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vom Donnerstag, 22. Januar 2015

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Blick unter die neue Philharmonie-Segeldecke von Paris

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Öffentlicher Raum des „hohen Klanges“ des Architekten Jean Nouvel (geb. 1945) mit vielfach nutzbarem Konzertsaal – ein Brückenkopf zum armen Osten – direkt am Boulevard Périphérique – eine neue Philharmonie als das „erste Gebäude von Groß-Paris – für die Öffnung der Stadt zur Metropolregion.

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Man hat die besten Akustiker der modernen Bauwelt rangelassen: Harold Marshall und Yasuhisa Toyota – und es entstand ein Klangkörper mit ganz justierbarem Raumhall für Orchestermusik, Chor, große Orgel, Kammermusik – Alles was das metropolitane Bürgertum gewohnheitsmäßig verlangt.

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Aber es gibt auch eine extrem ausgefuchste Halldämmung durch variable Segel im Klangraum für laute Rockkonzerte und Popmusik, sodass von der Hoch- und Exklusivkultur bis zu Populär-Musik-Events, nebst allen möglichen Multifunktionsräumen – jede Musik gemacht werden kann und wird.

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Es ist ein zentralstaatlicher Wurf, wie er im städtebaulich und kulturpolitisch vertrackten Deutschland zum doppelten Preis in Hamburg nicht fertig wird. Und der auf sinnvolle Weise ins vorhandene kulturelle Umfeld eingebettet ist, zusammen mit dem 1995 eröffneten Gebäude von Christian de Portzamparc, Teil der „Cité de la Musique“, das Conservatoire sowie etliche Bibliotheken und kleinere Bühnen umfasst.

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Gleich fünf Orchester („Klangkörper“), darunter das Orchestre de Paris, das Ensemble Intercontemporain und Les Arts Florrissants, werden in der neuen Philharmonie „wohnen“.

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Tatsächlich kann man die neue Philharmonie vom Eiffelturm aus nicht sehen. So weit ist das vom Zentrum entfernt (außer man schaut von oben, bei klarem Himmel – im 19. Arrondissement /Ost)

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Unsere Tage einer schwimmenden Zeitgenossenschaft hadert mit Traditionen und hadert mit Bindungslosigkeit, mit „schrecklichen Kindern“ (Sloterdijk) und schrecklichen Eltern (vorbildunfähige Pflichtvergessenheit). Hier wird Musik von den Wurzeln der Geschichte bis in die Gegenwart für Alle gespielt, gepflegt und gelernt werden.

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Staatspräsident Francois Hollande hat zur Eröffnung gesagt, dass auch angesichts großer Betroffenheit durch die Anschläge am 11. Januar und die Bedrohungslage, eine Basis in der Besinnung auf die kulturellen Grundlagen unserer Zivilisation der einzig gangbare Weg sei. Ausgehend von Präsident Mitterand und vom Kulturstaatsminister Jack Lang hat es hochpolitische Prozesse geben müssen, damit jetzt ein Sozialist im Elyssée – nach der Errichtung der bürgerlichen Bastille-Oper – diesen „Kronjuwel der Musikstadt Paris“ übergeben konnte.

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Dietmar Moews meint: Leider konnte ich zum Eröffnungskonzert nicht in Paris weilen und das Gebäude bislang nur auf Bilddarstellungen studieren.

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Ich finde, man hat einen wunderbaren Bauplatz investiert, der auch als Park am See im 19. Arrondissement eine hervorragende Qualität bildet. Aber es hat sich gelohnt. Der eigenartige Solitär gibt mit einer eigentlich etwas maßstabslosen amorphen Baukörperform durch Bezug zum Parc de la Villette (auch wenn Heinrich Heine zum Grün meinte: Was interessieren sie die grünen Bäume?) einen psychologischen Hort – eine Kulturstätte. Und über die Stadtautobahn, von Deutschland kommend, ist man auch gleich da.

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Das Eröffnungskonzert wurde bei arte-TV übertragen.

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Die Fernsehdarbietung durch Kamerapositionen, Licht- und Tontechnik empfand ich hervorragend – ohne jetzt Vergleiche anderer Auslegungen zu kennen. Der Totalblick auf die sehr große Spielebene, weitgehend auf Augenhöhe des nach hinten leicht ansteigenden Sitzreihen-Möbliars – dazu gegliederte Emporen.

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Natürlich war der Saal voller Gäste. Das große Orchester spielte französische Kompositionen des 20sten und 19ten Jahrhunderts. Zentrales Stück im Programm war das Klavierkonzert Ravel G-Dur, gespielt von der virtuosen Klavieristin (Steinway) Hélène Grimaud – irgendwie gegen den Rücken des Conducteurs, des Chefdirigenten des Orchestre de Paris, Paavo Järvi. Unbegreiflich, was der sich gedacht hatte bzw. er schien sich mit seinem Orchester einig zu sein, die Dramaturgie der Aufführung bestimmen zu wollen – während die Solistin dadurch, statt unterfüttert zu werden, teils ankämpfen musste, damit es nicht auseinanderfiel. Ich hätte das Konzert als Solist abgebrochen und hätte den Dirigenten aufgefordert, selbst zu spielen: welch eine Scheiße.

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(Anschließend sendete arte-TV (vermutlich zum Kontrast, wie es gehen muss), Lang Lang:

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Tschaikowski-Klavierkonzert: Lang Lang agogisierte oder retardierte stellenweise übertrieben. Durch seine göttliche Virtuosität und Highspeed-Passagen entstand dennoch ein unglaubliches Erlebnis eines Stückes, dass man in hunderten verschiedener Meisteraufführungen, -einspielungen bereits kennt. Aber das Orchester ging genial mit – der Conducteur strengte sich einfühlsam an (geübt hatten sie dieses extreme Tempozusammenspiel offenbar auch vorher) – so wurde es was Neues.

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Egal – auch eine schlechte Kopie ist sehenswert. Auch ein Stressstück übt gewaltig. Während also Ravel und Hélene geknechtet wurden, kamen die anderen Werke und Musikanten – Henri Dutilleux und Auszüge aus Gabriel Faurés, Edgar Varese und Renaud Capucon mit den teils exzentrischen Komponistenallüren zu perfekten Ausführungen.

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Das Einweihungskonzert war wirklich eine edle Aktion. Ich schlage vor, demnächst: Neil Young und seine Crazy Horse Combo mit „Rockin`in a free world“.

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Bambi Burda Berlin

November 14, 2014

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am Freitag, 14. November 2014

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Gestern übertrug das deutsche Fernsehen die Bambi-Verleihung 2014.

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Es trafen sich 1.500 geladene Gäste im Kino am Potsdamer Platz in Berlin.

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Der Auslober Hubert Burda-Verlag, Bunte Illustrierte, Focus u. a. Hatte namhafte Juroren und namhafte kurante Preisträger gefunden, die bereit waren, die Bambi-Preisfiguren anzunehmen.

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Die Preisverleihung war als bunter Fernseh-Unterhaltungsabend in Live-Übertragung dargestellt. Es wirkte, als sei gelungenen, was sich Autoren und Realisatoren ausgedacht hatten: Leichte Musikchoreografie mit ungeschickten Rednern gemischt, viele Gesichter.

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Dietmar Moews meint: Ich finde den Pianisten Lang Lang allemal sehenswert, wenn er Klavier spielt. Hier war es „A la Turka“ – das bekannte Mozart-Scherzo: furios, extrem laut, musikalisch na ja, extrem schnell – großes Staunen bei Kennern, Kurzweilstimmung bei den Laien. Lang Lang erhielt Bambi 2014 – und die längliche Veranstaltung hatte damit einen Höhepunkt am Schluss, sodass das Abschalten aufgehalten werden sollte.

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Ebenso scheint ein Namedropping als „kapitalistisches Symbol“ zu verstehen, wenn der Steuerflüchtling Michael Schumacher, 7-facher Formel EINS Fahrerweltmeister und inzwischen Unfallopfer im Privatleben. Man ging nicht so weit, den Schwerkriminellen Steuerbetrüger Uli Hoeness vom FC Bayern München als Laudator für die Fußballspieler oder den Ober-Bestecher Bernie Ecclestone einzuladen – als Freigänger zur Rehabilitation und Resozialisation.

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