Imperatives Mandat für Virginia Raggi Cinque Stelle in ROM

Juni 21, 2016

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Vom Dienstag, 21. Juni 2016

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BGH Karlsruhe: Ein SPD-Intellektueller als Schranze mit Schmerzensgeld – Verfassungsrichter geben die unabhängige Rechtspflege an die politischen Exekutiv-Repräsentaten zurück

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moVimento ***** 5 STELLE – schaut man die Webseite der italienischen FÜNF-STERNE-BEWEGUNG an, findet sich weder eine ästhetische Innovation der grafischen Aufmachung – es sieht eher aus, wie bei Hempels unterm Öko-Sofa.

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http://www.beppegrillo.it/movimento/ hat auch keine besondere Programmierung, die den Internetz-Benutzer begeistert oder irritiert oder zum Nachmachen herausfordert – es ist hausbacken.

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5 STERNE ist jetzt nach vielen Jahren eine „normale“ politische Partei in Italien, die mit ihren Kandidaten an den lokalen und regionalen Aufgaben um Wählerbindung und Basisnähe kämpft.

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Am vergangenen Wochenende wurde nun ein sensationeller Durchbruch für die 5STERNE-Partei erreicht:

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Die Bürgermeister-Kandidatin VIRGINIA RAGGI wurde in der Direktwahl zur Bürgermeisterin der italienischen Hauptstadt ROM gewählt.

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VIRGINIA RAGGI ist erst 37 Jahre alt, studierte Juristin, und kam als populistische Kritikerin der milliardenschweren Kommunalverschuldung Roms und der hoffnungslosen Verstrickung der etablierten Kandidaten der anderen Parteien an der geistigen und materiellen hauseigenen Vermüllung und Verpitbullung des niedergehenden römischen Kommunalwesens.

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Die römischen Wähler haben genau genommen gegen sich selbst und ihre eigene Schlampigkeit gewählt.

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Was kann VIRGINIA RAGGI erwarten. Wenn sie das Führungsamt antritt und das Mandat übernimmt, im versucht im Sinne des Wortes AUFZURÄUMEN?

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Screenshot DLF.de am Dienstag, 21. Juni 2016

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Dietmar Moews meint: Analoge Unmöglichkeit des neuen Mandates für die 5STERNE-Politikerin VIRGINIA RAGGI liegt auf der Hand:

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Sie hat von der römischen Wählermehrheit ein quasi „imperatives Mandat“ erhalten.

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Nun soll sie die explodierende Verschuldung ROMS stoppen und sanieren.

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Es sind aber die eingeschliffenen Alltäglichkeiten der Römer in Rom, in die eigene Hängematte zu springen, ohne diese auch zu halten, die das Scheitern der 5STELLE-Oberbürgermeisterin RAGGI unausweichlich macht.

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Ich sehe hier keine spezielle römische oder italienische oder südländische oder verkommene Ausprägung des schwächelnden Sozialwesens in Rom, im Vergleich mit anderen Weltgegenden.

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Ich sehe ähnliche Gemeinwesenverkommenheit überall, wo die Organisation der Politik von der ordentlichen Führung durch Verantwortungsentkoppelung praktisch „befreit“ worden ist. Rom ist nicht besonders verkommen:

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So wie ein Gemeinwesen eine schlechtgeführte Dienstklasse einsetzt, Delegierte und Stellvertreter einsetzt, müssen diese normwahrend kontrolliert und gesteuert werden. Rollenträger als „Dienstklasse in einer Organisation“, die für ihre Fehler nicht zur Verantwortung gezogen werden, sondern sich herausschummeln können, setzen jedes Gelingen eines Organisationshandelns in dem Maße aus, wie sie als einzelne egoistische Rollenträger regelwidrige Eigennutz verfolgen, statt Pflichterfüllung.

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Dann geht Alles schief, was überhaupt schief gehen kann, nämlich durch eine Multifunktions-Personnage des Eigennutzes – ob der Flughafen BER in Berlin-Schönefeld, ob VW-Abgasbetrug, ob Müll in Neapel oder die Verpitbullung der Milliardenschulden von Rom:

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Man stellt Schäden und Leistungsdefizite fest, aber kommt nicht zur konkreten Zurechnung, weil sich die „Bagage“ (Salonpersonnage) gegenseitig deckt und von Haftung freistellt.

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Die neue „Sauberfrau“ RAGGI kann also nicht konkret sparen, sondern wird auf Rechtswege und Zeitvertröstungen, auf Sabotage und von den Altparteien und deren Seilschaften in publizistische Fallen gelockt – kurz:

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Das imperative Mandat, das die Wähler Frau Raggi übertragen haben, gegen sie selbst ordnend und sanierend das römische Gemeinwesen zu verbessern, wird von jedem, der hierbei sein persönliches Verhalten ändern soll, unterlaufen werden. Der Misserfolg wird dann Frau RAGGI angelastet.

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Die Hitlerschlauheit eines verkommenen Gemeinwesens treibt Missbrauch, behauptet, gar nicht informiert und beteiligt zu sein („es sind immer die da oben – die machen, was sie wollen“. „Wir werden gar nicht informiert“.) und schiebt die Schuld und Verantwortung für die politische Misswirtschaft denen zu, die sie sich als „Sündenböcke“ gewählt haben. Immerhin erhält so eine Oberbürgermeisterin von Rom ein ganz schönes monatliches Schmerzensgeld bezahlt.

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Staatspräsident von Italien, Giorgio Napolitano, geht – ein Verlust

Januar 14, 2015

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vom Mittwoch, 14. Januar 2015

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Ein Europäer geht. Der 89-jährige Giorgio Napolitano tritt als Präsident Italiens zurück. Nur zögernd hatte er sich 2013 für eine zweite Amtszeit gewinnen lassen. Viele in Rom,allen voran Premierminister Matteo Renzi, fürchten den heftigen Wahlkampf, der nun auf das Land zukommt.“ (So schreibt Stefan Ulrich für die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch 14. Januar 2015, Seite 7)

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Der Kommunist Napolitano ist jetzt 89 Jahre alt. Seine Kräfte werden unter den schweren Arbeitslasten als Staatspräsident überfordert. Napolitano war über 60 Jahre lang in der Politik. War zuvor nicht in höchsten Ämtern tätig, hat aber als Staatspräsident der Republik Italien und den aufsessigen, an Politik nur hinterhältig interessierten Italienern ind der enormen Schuldenkrise und den damit verbundenen Personaldramen hervorragend gedient.

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Napolitano hat nacheinander, Berlusconi ins Abseits bugsiert, indem er ohne Neuwahlen-Theater, aus dem gewählten italienischen Parlament, die Premierminister Mario Monti, Enrico Letta und Matteo Renzi in die Verantwortung hievte, sowie auch am EZB-Präsident Draghi beteiligt war.

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So katastrophal die Finanzlage des „Fiskalstaates Italien“, mit extremer Überschuldung und damit Abhängigkeiten von der Europäischen Union als Bürgen, so vergleichsweise gut geht es den Italienern privat, hinsichtlich Kapitalbesitz. Sowohl Geldanlagen wie Immobilien, eigene Hausgrundstücke und Eigentumswohnungen und vielfältige Netze der Schattenwirtschaft erlauben den Menschen in Italien, den Staat mitleidig rechts liegen zu lassen.

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In so fern ist es für jeden Regierungschef unmöglich, eine Sanierung der Staatslage und einen Perspektivwechsel im Sündenbock-Geschehen der Italiener hinzukriegen: Wer weh tut, wird nicht gewählt – ganz einfach (Merkel ist schuld! Brüssel ist schuld! Die afrikanischen Flüchtlinge sind schuld! Usw.?

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Die Süddeutsche schreibt: „In Rom beginnt nun ein Countdown. Spätestens 15 Tage nach dem Rücktritt des Präsidenten muss die Wahlversammlung, die aus den nationalen Abgeordneten, den Senatoren und einigen Volksvertretern der Regionen besteht, zur Wahl eines neuen Staatscghefs zusammenkommen. Die 1008 Wahlmänner und -frauen werden also voraussichtlich von 29.Januar 2015 an versuchen, in geheimer Wahl einen Nachfolger Napolitanos zu bestimmen. In den ersten drei Wahlgängen ist eine Zweidrittelmehrheit nötig, vom vierten an reicht die absolute Mehrheit.“

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Ein Favorit ist nicht in Sicht. Der regierende Sozialdemokrat Renzi möchte natürlich möglichst zumindest funktional eine Art große Koalition mit der zweitgrößten Partei, Berlusconis Forza Italia, aggregieren. Dazu wäre eine Staatspräsidenten-Wahl eines Kandidaten, der beiden gefiele, der beste Weg. Nur gefallen Berlusconi Sozialdemokraten nicht – Renzi die Rechten nicht, weil ihm sofort der linke Flügel der eigenen Partei verloren gingen usw. – elend.

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Dietmar Moews meint: Ich würde an Ministerpräsident Renzis Stelle die Staatspräsidenten-Frage gar nicht weiter beachten. Renzi braucht Napolitano oder dessen Nachfolger momentan nicht.

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Renzi braucht auch keine Angst vor Neuwahlen zu haben – ihm könnte eine Regierungsmacht auf dem „Verwaltungswege“ genügen. Denn Italien ist durch die EU-Verträge weitgehend gebunden – so lange keine revolutionären Machtveränderungen dazu ausreichen würden, die EU-Pflichten aufkündigen zu können. Das ist nicht in Sicht.

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Folglich ist ein Schuldenabbau und damit Zinslastabbau für die staatlichen Kassen unumgänglich – das versteht jeder egoistische Idiot. Auch wenn die EZB Luftgeld-Euros ausspuckt und ungedeckte italienische Schuldscheine kauft,müssen die doch bedient werden. Sie werden fällig, samt Zinsen. Die bisherige Schulden-Verschuldungs- und Zinseszins-Spirale muss besser heute als morgen durchbrochen werden.

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Renzi hat es kapiert. Er hat junge Minister, die das auch verstanden haben. Nun wird die Frage sein, ob man den verdummten Berlusconi über den Modus der Eitelkeit nicht doch zum „Retter der italienischen Misere“ machen kann.

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Ulrich Beck 1944 – 2015 – Kurznachruf

Januar 4, 2015

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am Sonntag, 4. Januar 2015

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Der SPD-Professor Ulrich Beck starb am 1. Januar 2015 an den Folgen eines Herzinfarktes im Alter von 70 Jahren in München.

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Die Nachrufe bezeichnen Ulrich Beck als Soziologen bzw. sogar als „einflussreichsten Soziologen“, als einen der „meistrezipierten Soziologen“, als den „wohl bekanntesten meist gelesenen deutschen Soziologen“ und so weiter unentgeltliches Gesäusel: „Das Schlagwort der „Risikogesellschaft“ machte ihn berühmt“, schreibt der SPIEGEL.

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Im Deutschlandfunk brachte eine Elogistin das Tollste zustande:

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Nachdem also erst am 3. Januar Ulrich Becks Tod berichtet wurde, erschienen sofort Nachrufe. Im Deutschlandfunk verlas eine Elogistin folgenden GAG, sie sagte:

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Becks Theorie von der Risikogesellschaft, seinem wichtigsten Buch, wurde durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf eindrucksvolle Weise bestätigt.“

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Die Reaktorexplosion von Tschernobyl, bei Kiew in der Ukraine, fand am 26. April 1986 statt. Das besagte Buch „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne“, von Ulrich Beck erschien bei Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.

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Das klingt wie ein Nachruf auf E.T.A. Hoffmann: Er stand genau vor 200 Jahren auf der Augustusbrücke in Dresden und trank den Rest aus einer Flasche Rotwein und nahm damit den erst 100 Jahre später stattfindenden Ersten Weltkrieg vorweg.

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Die Risikogesellschaft wurde nicht bestätigt, schon gar nicht durch Tschernobyl antezipando, sondern es ist wie bei den SPD-Epigonalisten stets, erst kürzlich wollte Jürgen Habermas (auch der meistgelesenste und internationalistischste Soziologe usw.) in seinem berühmten Werk „Theorie und Praxis“ von 1971 die Gestell-Problematik von Heidegger und den späteren „Dialektik der Aufklärung“-Soziologen vorweggenommen haben, die bereits vorher Herman Kahn in „Ihr werdet es erleben“ (Original „The year 2000 – A frame-work of the next 30 years“ 1967) plünderten, um dem dann heute als der Zuvorderste entgegenzutreten (das Peinliche bei Habermas ist nun aber, dass er in „Theorie und Praxis“ nicht nur nicht der erste war, sondern – viel schlimmer – er hat die IT-Revolution eben nicht erkannt und nicht vorhergesagt, wie Kahn).

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Vorsicht – es ist immer noch mit einem Essay von Günter Grass zu rechnen (jetzt wo Siegfried Lenz tot ist und Duke Ellington, bleibt unsere letzte Kontrollhoffnung Martin Walser): Wer schreibt der bleibt.

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Es muss dem unvoreingenommenen Leser mitgeteilt werden, dass Ulrich Beck eine SPD-Parteikarriere vollführt hat, in der seine Aufgabe darin bestand, den einflussreichsten Soziologen zu geben – er war der SPD-Experte, der Gutachter, der Kenner, der Spezialist mit der Internationale im Horizont (ganz Ivy-League-Amerika reisst sich um wechselweise Habermas und Beck und Grass, Harvard, Yale, Stanford, UCLA, Johns Hopkins Baltimore).

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Diese Berühmtheit wird geführt, durch permanente großflächige Feuilletontexte von Beck in der Süddeutschen Zeitung, gut koordiniert mit den anderen SPD-Schranzen, die zu jedem Zaunpfahl eine Rede schrieben, nämlich Jürgen Habermas (auch als Goldener Doktortitelträger der Philosophie der FAZ) und, natürlich, Günter Grass.

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Alle drei SPD-Autoren haben geradezu austauschbare Echos ausgesendet, auf die Themen der Zeit, egal ob Vietnam, Studentenbewegung, Marxismus, 68er Generations-Konflikt, StaMoKap, Ökologie, Grenzen des Wachstums, Risikogesellschaft, Europa-Politik.

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Man kann also den „Butt“ oder „Die Rättin“ oder andere Feuilleton-Zeitthemen -Kompilationen von Grass, Beck oder Habermas, wie beim Scrabble, zu unsinnigem Augenstaub verwirbeln und es bleibt, was es immer war:

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Ungültiges Simulieren, ohne jegliche wissenschaftliche Methode oder Geltungsanspruch, ohne Empirie, ohne systematische Explorationen, stets nur auf ein sozialdemokratisches „So-Sein-Sollen“ eingesäuselt.

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Es klingt schon absurd, wenn jetzt engste Mitarbeiter oder Protegées von Ulrich Beck attestieren: Methode? Begriffsverlässlichkeit? Theoriearbeit? Feldarbeit? Empirische Systematik? – nein, das war nicht seine Leistung. Deshalb sei er ja auch vielseitig mehr beim Laienpublikum gut angekommen als unter Soziologen.

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Was sind das nur für peinliche Sprüche: „berühmt“, „gut angekommen“. Entscheidend sollte bei einem Wissenschaftler sein,

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welche wissenschaftlichen Fragen hat er generiert?

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Welche hat er beantwortet?

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Welche neuen Fragen oder Hypothesen sind dadurch entstanden?

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Hat er gut ausgebildet und leistungsstarke Schüler?

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Im Falle von Ulrich Beck war es einfach so, dass er in den SPD-orientierten Zeitungen und Zeitschriften permanent gedruckt wurde – auch in Übersetzungen, jedenfalls noch mehr als Oskar Negt und Alexander Kluge. Die SPD versuchte damit ihre Sprachregelungen und einen sozialdemokratischen Themenkanon zu etablieren:

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Er veröffentlichte kontinuierlich Essays in den großen europäischen Zeitungen: Der Spiegel, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, La Repubblica, El Pais, le Monde, The Guardian usw.

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Dietmar Moews, kurz nach Tschernobyl 1986, radioaktive Kunstaktion am Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof.

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Dietmar Moews meint: Als täglicher Bezieher der Süddeutschen Zeitung seit 1986 – etwa die Zeit in der Ulrich Beck von den Münchnern entdeckt wurde, nämlich als ich in München lebte (1986 bis 1995), sind mir die Beckmessereien von Beck, Habermas und Grass stets als schaurige Dummheiten erschienen.

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Für mich als Feldarbeiter im Fache der empirischen Soziologie, mit „harten“ soziologischen Verfahrensschritten und auf Gültigkeit zielender Vorgehensweise der systematischen Durchführung, war bei den Publikationen von Ulrich Beck nicht das Geringste zu lernen oder zu vergleichen oder als Anregung aufzunehmen: NICHTS war brauchbar. Beck schwadronierte und war nett.

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Die Nachrufer, die Beck heute als Soziologen preisen, wissen nicht was Soziologie ist. Und eines ist unerbittlich anzurufen (wie es Karl Popper verlangte): Wichtigste Qualität eines Wissenschaftlers ist die Wahrheit:

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Im Falle des zeitlichen Zusammenhanges von Tschernobyl und dem Buch Risikogesellschaft, von Ulrich Beck, bildet Beck das schlaumeierische Nachzucken. Aber was ist nun damit anzufangen? Was ist mit Fukushima? Was ist aus Kassandra geworden, Christa Wolf?

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Wer nun wirklich von der Schrift: „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne“, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, wichtige Orientierungsanregungen beziehen konnte, wird das selbst einordnen können: Weiterhin alles Gute.

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Es soll der Höhepunkt des publizistischen Werkes gewesen sein, auf seinem Weg: „Die Wandlungen der Grundlagen der modernen Gesellschaft“ zu erkennen.

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Mir sind solche Forschungen und Publikationen, wo auch nur eine einzige soziale Neuigkeit von Beck soziologisch aufgeschlossen worden sei, nicht bekannt. Wobei er ohnehin dahin neigt, eher politologisch zu extrapolieren und insbesondere materialistische, technische Veränderungen der äußerlichen Modernisierung zu beobachten und zu interpretieren, als soziale Beziehungen und deren etwaigen modernen Verhaltens-Wandel zu ergründen.

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Hart gesagt, bei Ulrich Beck wird kein sozialer Befund entdeckt oder systematisch gefunden und durchgeprüft. Becks Arbeit weist keine soziale Wandlung infolge von Modernisierung erkennbar aus. Und wären es nur Fragen der sozialen Modernisierung, – wie bedienen und benutzen Sozialpartner Maschinen, Technik, Apparate, aufeinander bezogen, modern gewandelt, also anders als früher? Wo sind die sozialen Erkenntnisse?

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Es ist darauf zu bestehen, dass sich die Soziologie einzig und ausdrücklich mit ihren eigenen sozialen Arbeitsfeldern zu beschäftigen hat: Mit dem Sozialen! Das ist Mensch zu Mensch, Mensch mit Mensch prozessural interdependierend, interaktiv, besonders, wie das Soziale aus dem Sozialen selbst entsteht. Auch wenn dabei modern gewandelte Maschinen im Erlebniszentrum von Individuen stünden, ist damit noch wenig über eine Wandlung „im Sozialen“ gesagt. Was bei den Individuen zur Anthropologie gehört, wäre erst unter Beforschung der sozialen Dimensionen Soziologie, nämlich: Anthropologie unter sozialen Prozessen, hier – in Zeitschnitten – auf etwaige Besonderheiten im Wandel modernisierender Technik bezogen.

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Hat jemals jemand bei Ulrich Beck, Habermas oder Grass eine Unterscheidung zwischen Zeitschnitt und prozessuraler Sozialaktivitäten gehört oder gelesen? Wohl kaum.

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Sorry Mister! Meiner Selbstverpflichtung folgend muss ich meine Kurznachrufe – insbesondere wenn es um die in Deutschland verhunzte Soziologie geht – so schreiben, dass Alphons Silbermann (1909-2000) Genugtuung dadurch erfährt, als lebe er noch unter uns. Der ja selbst nicht mehr schreiben kann – aber immerhin ich in seinem Sinne es tue.

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Prof. Dr. Alphons Silbermann held a reception to his 90th  day of births at the Excelsior Hotel Ernst Cologne near dome

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Wer in der Pferdekutsche reist, muss nicht zum Mitreisenden andere Sozialverhaltensweisen an den Tag legen, als ein Flugzeugpassagier oder ein Schiffspassagier. Welche Wandlungen hat er beobachtet? NICHTS da bei Ulrich Beck.

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Doch auch hierzu findet man gründliche Arbeit bei Friedrich Georg Jünger „Die Perfektion der Technik“ – nur, was verstand denn Ulrich Beck von Technik oder von Jünger oder von Alphons Silbermann?

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Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 2

März 11, 2014

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am 11. März 2014

Die heutige Fortsetzung des Steuerstrafverfahrens am Landgericht München gegen den Prominenten Uli Hoeneß ergibt folgendes Bild:

Die zum Auftakt am ersten Prozesstag zusätzlich vom Steuerkriminellen Hoeneß vorgebrachten erheblichen Selbstanzeigen sind entscheidend:

Geständnis der Straftaten,

Unwirksamkeit der Selbstanzeige von Januar 2013,

strafverschärfende ungeläuterte Einstellung zur rechtsstaatlichen Ordnung.

Hoeneß scheint dazu entschlossen, Kampfmoral und Unmoral vorzuführen.

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Hoeneß‘ Haltung ist in der rechtsstaatlichen Sachwürdigung der Anklage unwirksam. Der Mangel an Moral und Pietät und die unverfrorene Verpitbullung des Beklagten beeinflussen allerdings die Spielräume von Härte und Milde der Strafzumessung durch das Gericht, wenn es nüchtern urteilen will.

Man könnte fragen: Wechselt Hoeneß möglicherweise quasi für 27,2 (bislang 3,5 bzw. 18,5) Millionen Ablöse für fünf Jahre nach Bayreuth (an Stelle von Gustl Mollath bzw. nach Stadelheim)?

Sowohl die Unvollständigkeit der vormaligen Selbstanzeige wie auch nunmehr das überschießende Geständnis sowie die von der Verteidigung billig inszenierte beschränkte Reue erscheinen als Verwirrung stiftendes Zeitspiel.

Die staatsanwaltlichen Klagegründe einer nicht strafbefreienden Behelfsselbstanzeige wie auch das Zurückhalten wesentlicher relevanter Dokumente des Beklagten, statt tätiger Reue durch adäquate Mitwirkung, stellen diesen Steuerkriminalfall eindeutig ins Licht der unerbittlichen Verteidigungslinie, unter Verzicht auf Milde im Urteilsspruch.

Die Verteidigungsinszenierung der unglaubhaften Offenlegung der Straftatbestände wie auch des persönlichen Auftritts der Beteiligten sind vorgespielte Schwäche.

Hoeneß inszeniert im Laufe der Verhandlung Uneinigkeit mit seinem Anwalt, so als sei Hoeneß strategisch schlecht beraten.

Die Ehefrau, Susi Hoeneß, die sich nahezu vollkommen von der Promi-Öffentlichkeit fernhält, erschien persönlich im Publikum des öffentlichen Gerichtsverfahrens..

Hoeneß selbst ließ ankündigen, heute Abend im Münchner Stadion öffentlich beim Fußball zu erscheinen.

Die Einlassungen der Verteidigung zeugen von Salamitaktik und indem jede Kautele sachlich angezweifelt wird bzw. und aber, dass jede Formalität genutzt wird, entsteht sinnloses Geräusch.

Dem bisherigen Verlauf nach zu urteilen, wird ein Urteil nicht am Donnerstag verkündet werden können. Die anscheinende Eindeutigkeit der geklärten Lage zur Klageschrift wird möglichen diversen Unklarheiten, die das verspätet nachgereichte Material von Hoeneß enthalten kann, abzuklären sein, um Revisionsgründe auszuschließen. Offen ist noch, ob weitere Straftat-Sachverhalte des Steuerbetruges
hinzukommen werden. Schwarzgeld und Steuerhinterziehung sind Pflichtverletzungen. Die gleichzeitigen Verlustvorträge in Deutschland gegenüber Schwarzgewinnen in der Schweiz sind hier bislang nicht angeklagte, vermutlich nicht verjährte Betrugstaten.

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Die Vorhersage des Steuerkriminellen Uli Hoeneß, „er habe die dunkle Zeit abgeschlossen und wolle nunmehr so schnell wie möglich ungestört sein neues Leben beginnen“ wird praktisch nicht gelebt und ist deshalb unglaubhaft. Dagegen verlangen nunmehr FC-Bayern-AG-Vorstände letztinstanzliche Entscheidungen.

Der nachzuzahlende Schaden, und eine zu zahlende Strafe wie auch die Anwalts- Verfahrens- und Beratungskosten werden für Hoeneß‘ privates Auskommen gravierende Dimensionen haben. Interessant, die Festlegung von etwaigen Tagessätzen.

Es ist zu erwarten, dass die Verteidigung alle möglichen zeitaufwendigen Rechtsmittel bemühen wird, bevor ein rechtskräftiges Urteil in eine konkrete Gefängnisstrafe anzutreten wäre.

Die internationale Presse hat bislang überhaupt keine Notiz vom „Prozeß des Jahres“ genommen. Ausgenommen die deutschsprachigen Schweizer und Österreicher, wie NZZ, und heute erstmalig die französische  „Le Figaro“.

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Fortsetzung folgt