Trini Lopez COVID 19 1937-2020 Kurznachruf

August 11, 2020

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am Mittwoch, 12. August 2020

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Trini Lopez wurde als Trinidad López III am 15. Mai 1937 in Dallas, Texas geboren und ist jetzt 83-jährig, am 11. August 2020 in Palm Springs, Kalifornien an Covid-19 gestorben. Trini Lopez‘ Musik ist eine ewige Legende – er war ein US-amerikanischer Pop-Sänger, Gitarrist und Schauspieler. Singing Star Who Mixed Musical Styles: jeder kennt die smash Hits IF I HAD A HAMMER, A-Me-Ri-CA und LA BAMBA. Mr. Lopez’s version of “If I Had a Hammer” shot to No. 1 in 36 countries and sold more than a million copies.

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Trini Lopez war nie verheiratet und hat keine Kinder, er sagte: “I’ve always been a loner,” nähere Informationen von Hinterbliebenen waren nicht verfügbar. Ein langjähriger Freund und Kollege, Joe Chavira, sagte, Trini Lopez sei am Dienstag im Hospital Rancho Mirage, Calif. an Komplikationen mit Covid-19 gestorben.

His blend of American folk, Latin and rockabilly music captivated listeners worldwide. His secret: arrangements that people could dance to. Später wurde die Live-Partystimmung auf den Studiosongs mit ebenfalls Welterfolgen von dem deutschen Bandleader James Last kopiert.

Lopez‘ Eltern stammten aus Mexico, ließen sich aber nach ihrer Heirat im texanischen Dallas nieder. Dort wuchs Lopez mit vier Schwestern in ärmlichen Verhältnissen auf. Er besuchte in Dallas die Grundschule und die N. R. Crozier Tech High-School. Da er seine Eltern finanziell unterstützen musste, brach er die High-School vorzeitig ab. Sein Vater, der als Sänger und Schauspieler gearbeitet hatte, brachte seinem Sohn das Gitarrespielen bei. Nach einer Zeit als Straßenmusikant gründete Lopez eine eigene Band und begann, in Clubs zunächst in Texas und später darüber hinaus als Sänger aufzutreten.

His first band, the Big Beats, performed at the upscale Cipango Club in Dallas. Mr. Lopez later attributed his drive to succeed in part to the prejudice he had endured growing up. “My problem was always being a Mexican in America,” he told the website For Elvis CD Collectors in 2008. “In Texas, we were treated worse than the Blacks. But I had big dreams.”

Mr. Lopez met Buddy Holly, a fellow Texan, in 1958 through local gigs. Holly recommended him to his producer, Norman Petty.“

1958 schrieb Lopez sich einen eigenen Song mit dem Titel The Right to Rock, den er bei der kleinen Plattenfirma Volk veröffentlichte. Er erregte damit die Aufmerksamkeit des Labels King Records aus Cincinatti, Ohio, das ihm einen dreijährigen Plattenvertrag anbot. Trini Lopez nahm zunächst vorrangig Coverversionen alter Countrysongs auf, die wenig Erfolg brachten. Erst der Wechsel zur Plattenfirma Reprise Records und dem Produzent Don Costa brachte Lopez 1963 mit dem von Pete Seeger geschriebenen Lied If I had a Hammer den Durchbruch. Der Titel erreichte in den Hot 100 des US-Musikmagazins Billboard den dritten Platz, die Single wurde weltweit vier Millionen Mal verkauft. Er wurde auch auf der Langspielplatte Trini Lopez at PJ’s veröffentlicht. Es wurde Lopez‘ erfolgreichstes Album mit Platz zwei in den US-Top 200. Bis 1968 konnte sich Lopez mit insgesamt 13 Titeln in den Hot 100 platzieren. Auch die Hitlisten in Großbritannien (5) und Deutschland (9) verzeichneten mehrere Trini-Lopez-Titel. Lopez‘ große Popularität in Deutschland veranlasste das deutsche Label, Ariola, 1965 auch zwei deutschsprachige Singles herauszubringen. Mit dem Titel Lebe wohl, Daisy Girl kam Lopez auf Platz 39 der Musikmarkt-Charts. Bis 1970, als er bei Reprise seine letzte Single veröffentlichte, hatte Lopez etwa 50 Singles besungen und über 20 Langspielplatten herausgebracht.

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Not only a singer, Mr. Lopez was an accomplished guitar player, leading the Gibson Guitar Corporation in 1964 to invite him to design two instruments, both of which became collector’s items. Decades later, star guitarists like Dave Grohl of Foo Fighters and Noel Gallagher of Oasis employed vintage versions of those instruments.

Several years later, after Holly, Richie Valens and J. P. Richardson, better known as the Big Bopper, died in a plane crash, a Liberty Records producer, Snuff Garrett, contacted Mr. Lopez about possibly replacing Holly as the new frontman of the Crickets. But meetings and auditions never panned out.

Mr. Lopez’s pivotal break came after he landed a steady gig with his trio at P.J.’s, a hangout for stars like Frank Sinatra and Steve McQueen. After catching his show several times, Sinatra sent Don Costa, the key producer for his record label, Reprise, to sign him.

Inspired by the energy of the shows, Mr. Costa had the notion to make Mr. Lopez’s first album a live work. Mr. Lopez punctuated many of his songs with joyous hoots and trills drawn from Mexican folk, emphasizing his ethnic heritage at a time when many Latin performers kept theirs hidden.

“By Popular Demand: More Trini Lopez at PJ’s.” One of its tracks was a cover of the Jerry Leiber-Mike Stoller song “Kansas City,” which went to No. 23 on Billboard’s pop chart.

He soon became a big draw on the Las Vegas circuit as well as in theaters and clubs around the world.

Mr. Lopez found his way into television in 1969, starring in a variety show special for NBC using the surf-rock group the Ventures as his backing band. The show also produced a soundtrack, “The Trini Lopez Show.”

Zum Ende der 1960er Jahre begann Lopez als Schauspieler eine neue Karriere. Nach ersten Rollen in TV-Serien verhalf ihm sein Sängerkollege, Schauspieler und Inhaber der Plattenfirma Reprise Frank Sinatra zum Einstieg in das Filmgeschäft. Gemeinsam mit Sinatra gab Lopez sein Filmdebüt in Marriage on the Rocks. Seine erste Hauptrolle erhielt er 1973 in dem Film Antonio.

By then he had branched out into acting, with limited success. His first role, in the 1965 film „Marriage on the Rocks“ – a comedy with Sinatra and Deborah Kerr, was a cameo in a nightclub, though a song he performed on the soundtrack, “Sinner Man,” reached No. 12 on Billboard’s adult contemporary chart.

He also appeared in the hit 1967 movie “The Dirty Dozen,” in a role that was meant to be large but that got cut down after Mr. Lopez left the shoot before it ended, frustrated by production delays. He had the lead role in “Antonio,” a 1973 movie about a poor Chilean potter who befriends a rich American (Larry Hagman) passing through his village.

Mr. Lopez continued to record albums through 2011, with the “Into the Future” album, for which he paid back Sinatra for his early break by covering songs associated with him.

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Von all seinen Erfolgen als internationaler Headliner mit besonderem Stolz bewertete Trini Lopez im Rückblick, dass er für einen besonderen Konzertauftritt im Jahr 1964 als Top-Act im namhaften Olympic Theater Paris, die Plakate gemeinsam mit den Beatles teilte, kurz vor ihrem amerikanischen Debut.

“I used to steal the show from them every night!,” he told The Classic Rock Music Report. “The French newspapers would say, ‘Bravo, Trini Lopez! Who are the Beatles?’”

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“I’m proud to be a Mexicano,” he told The Seattle Times in 2017.

Seine öffentlichen Auftritte im Showgeschäft setzt Lopez auch noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit großem Erfolg fort. Im Jahr 2000 schloss er mit Sony International Records einen Zweijahresvertrag über die Produktion mehrerer Compact Discs ab.

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Trini Lopez starb nun im August 2020, im Alter von 83 Jahren, an den Folgen von COVID 19.

 

Dietmar Moews meint:  If I had a hammer – das war das erste Lied, das ich als 12-Jähriger christlicher Pfadfinder inmitten meiner scharenweise erstgitarrenspielenden Mitpfadfindern spielen konnte. Wir hatten gute Laune, während die Fingerkuppen brannten. Dazu kam gleich La Bamba – ein beliebter Teenager-Tanz – auch als Polonäse (noch ohne Blankenese). Das schöne Lied America wussten wir leider nicht zu spielen. Dass es von Leonard Bernstein aus West Side Story ist, wussten wir auch nicht. Die Erleuchtung wurde dann bald, dass La Bamba von den Beatles als Twist and Shout gespielt wurde – ein Song, den beinahe alle britischen Bands 1963 in ihrem Repertoire hatten – keiner so begeisternd wie die Beatles. Dagegen ist Trini Lopez‘ La Bambe ebenfalls outstanding.


Norbert Blüm 1935 – 2020 Kurznachruf

April 24, 2020

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am Freitag, 24. April 2020

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Norbert Sebastian Blüm wurde am 21. Juli 1935 in Rüsselsheim, Hessen, geboren und ist jetzt 84-jährig in Bonn gestorben. Norbert Blüm war ein verdienter CDU-Bundes-Parteipolitiker und von 1982 bis 1998 Bundesminister für Arbeit und Soziales. Blüm starb infolge einer Blutvergiftung im Vorjahr und den akuten Schlaganfallwirkungen.

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Norbert Blüm hinterlässt Ehefrau und Familie.

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Ich möchte diesen Kurznachruf auf zwei Hauptaspekte begrenzen:

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EINS Norbert Blüm war ein herausragend verdienter und verlässlicher deutscher Berufspolitiker, mit theologischer und philosophischer Bildung. Blüms „die Rente ist sicher“-Diktum hat eine Umlage-Rentenfinanzierung vertreten, die vor wirtschaftspolitischen Schwankungen schützt.

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ZWEI Norbert Blüm kann auch weiterhin als ein Orientierungsbeispiel aus der ersten Bundesrepublik Deutschland für die Beitrittsdeutschen der ehemaligen DDR genutzt werden, die diese erste Bundesrepublik, vor 1990, nicht kennengelernt haben, sondern sich in den solipsistischen Fallen der zweiten Bundesrepublik nach 1990 völlig verirren.

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Es war auch Verdienst des CDU-Bundeskanzlers Helmut Kohl, diesen Bonner Norbert Blüm im Jahr 1982 zum Bundessozialminister in sein erstes Kabinett zu bestellen und ihn bis zur eigenen Demission, im Jahr 1998, jeweils bei jeder Regierungsneubildung neu zu berufen.

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Martin Böttcher 1927 – 2019 Kurznachruf

April 22, 2019

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am Dienstag, den 23. April 2019

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Martin Hermann Böttcher wurde am 17. Juni 1927 in Berlin geboren und ist jetzt 91-jährig, am 20. April 2019, nahe Rendsburg in Schleswig-Holstein gestorben. Böttcher war Musiker als Gitarrist, Film- später auch Fernsehspiele-Komponist, Dirigent und Arrangeur, besonders bekannt durch seine Musik für Arthur Brauners Karl-May-Verfilmungen, insbesondere die „Winnetou-Melodie“.

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Martin Böttcher hinterließ Frau Anneliese (86). Die Böttchers waren 64 Jahre verheiratet, hatten zwei Töchter. Betsy (61) und Schwester Rebecca starb 1991 mit 26 an Leukämie.

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Pseudonyme: Michael Thomas, Renardo, Böttcher verfasste in einem Zeitraum von über 60 Jahren die Musik zu mehr als 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen (Anm. DM verschiedene Quellen). Große Bekanntheit und Charterfolge erlangte Böttcher in den 1960er-Jahren durch seine Musik zu den Karl-May-Verfilmungen.

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Martin Böttcher war Urenkel eines Weimarer Hofkapellmeister und erwarb schon früh durch Klavierunterricht musikalische Kenntnisse. Zunächst wollte er indes Pilot werden. Knapp 17 Jahre alt, wurde er im Krieg bei der Luftwaffe ausgebildet. Zu einem Einsatz kam es aber aus Mangel an Treibstoff nicht mehr. Während der Kriegsgefangenschaft gelang es Böttcher, eine Gitarre zu organisieren und autodidaktisch das Gitarrenspiel zu erlernen. Wegen eines Unfalls mit Schädelbasisbruch und Gehörnerv-Quetschung war Martin Böttcher auf dem linken Ohr taub.

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Bis in die renommiertesten deutschen Bigbands spielte Martin Böttcher Gitarre – unter Alfred Hause und Franz Thon im von Willi Steiner neu formierten Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks, das selbst im Big-Band-verwöhnten England mit Hochachtung erwähnt wurde. Nebenbei eignete sich Böttcher sein musikalisches Rüstzeug bei Generalmusikdirektor Richard Richter und auf dem Gebiet der U-Musik bei Kurt Wege an. Auch spielte er in den kleinen Besetzungen von Kurt Wege und Günter Fuhlisch, bei Benny de Weile und Helmut Zacharias.

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Dank Produzent Artur Brauner debütierte Böttcher 1955 mit der Musik zur Militärsatire Der Hauptmann und sein Held. Seine zweite Filmmusik schrieb er zu einem Meilenstein des deutschen Films der Nachkriegszeit: Die Halbstarken (1956) von Georg Tressler, in der Hauptrolle Horst Buchholz. Es spielte seine eigens hierfür gegründete Formation Mister Martin’s Band, in der Musiker wie der Klarinettist Fatty George, der Vibraphonist Bill Grah, der Posaunist Ernst Mosch und, noch als „Hans Last“, der Bassist James Last mitwirkten.

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Für Hans Albers schrieb Martin Böttcher drei Lieder in 13 kleine Esel und der Sonnenhof (1958), ebenso die Musik für Heinz Rühmanns Pater Brown -Filme Das schwarze Schaf und Er kann’s nicht lassen. In Max, der Taschendieb fand die zuvor unter dem Pseudonym „Michael Thomas“ geschriebene und nach kurzer Zeit weltberühmt gewordene Melodie Hawaii Tattoo Verwendung, die später auch in die amerikanischen Billboard-Charts aufstieg.

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Daneben schrieb Böttcher Chansons für Francoise Hardy, Romy Schneider, Peggy March, Elisabeth Flickenschildt und andere.

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Unter namhaften Projekten komponierte Böttcher zu 13 Teilen der Serie Es muss nicht immer Kaviar sein mit Siegfried Rauch, 1994 zu 26 Teilen der Serie Air Albatross oder für diverse Episoden von Der Alte und Derrick, z. B. die Salzburg-Melodie aus der Derrick-Episode Ein Koffer aus Salzburg von 1975. Böttcher komponierte seither regelmäßig für Fernsehserien, zuletzt für Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer. Insgesamt schrieb Böttcher die Musik zu 56 Spielfilmen und rund 400 Fernsehspielen und -serien.

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Die Original Soundtracks wurden in den 1960er-Jahren bei Polydor herausgegeben und kosteten jeweils ein Heidentaschengeld. Jetzt gibt es die originalen fünf Polydor-LPs zu einem Bruchteil des Betrages, ohne Knistern und digital remastered auf drei CDs bei Universal.

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Die große „Karl May Soundtrack-Box“ mit dem Orchester Martin Böttcher enthält die Titel:

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Winnetou 1. Teil / Der Schatz im Silbersee (1963) im originalen MONO-Sound (da gibt’s leider nix anderes, seufz)
Unter Geiern / Winnetou 2. Teil (1964) Stereo
Der Ölprinz / Winnetou 3. Teil (1965) Stereo
Winnetou und das Halbblut Apanatschi / Old Surehand (1966) Stereo       und
Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1969) Stereo

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Martin Böttcher erhielt eine enorme Anerkennung durch Ehrungen und Orden.

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Okwui Enwezor 1963 – 2019 Kurznachruf

März 17, 2019

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am Montag, den 18. März 2019

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Okwui Enwezor wurde am 23. Oktober 1963 in Calabar, Nigeria, geboren und ist jetzt 55-jährig, am 15. März 2019 daselbst gestorben. Seine afrikanische Muttersprache war Igbo. Okwui Enwezor war als Prototyp der deutschen SALONPERSONNAGE, mit internationalen Bezügen, beliebig in den alles durchziehenden Kunstbetrieb als Pseudo-Künstler und Funktionär einzusetzen und auszutauschen – quasi ein geheimer Rat. Er musste nach etwa ein Jahr lang fortschreitender Krebserkrankung jetzt sterben.

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Diese Praxis, in das deutsche Betriebspersonal nicht Parteigänger zu plazieren, sondern internationales Personal, dass mit wundervollen Verbindungen und beruflichen Qualifikationen blenden.

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Bezeichnend ist der Nachruf auf Enwezor in der FAZ, wo NIKLAS MAAK behauptet:

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„Eine ganz neue Perspektive auf uns selbst. Wenige haben den Blick auf die Kunstgeschichte so verändert wie er: Zum Tod des Kurators, Documenta-Leiters Okwui Enwezor“.

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Enwezor ließ zur Biennale in Venedig den gesamten Augenstaub von dem karlmarxianischen „Das Kapital“ Seite für Seite vorlesen – hatte das Buch aber selbst nicht gelesen. Und er hat sich diesen endlosen Vorlesungen selbst auch nicht unterworfen. Eine Folge hat dieser Quatsch natürlich nicht gezeitigt. Folgenlos – das ist der „veränderte Blick“.

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Er hat also keinen Beitrag zur Kunstgeschichte geleistet, sondern meinen und deinen Blick auf die Kunstgeschichte verändert. Das wüsste ich aber.

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Neben Biennale Venedig, Documenta (Deutschland / Hessen / Kassel) und Haus der Kunst München, ferner weitere Kommissionstätigkeiten in Uganda, in Sevilla, Dakar usw. überall, wo diese Salonpersonnage in engen Bezügen zum Westkunstmarkt der Agenten, Auktionäre, Geldwäscher und Händler, ihre Interessen kommunizieren.

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Es gibt keine Kunst und keinen einzigen Künstler, die oder den Enwezor diesem staatlich allokatierten Wanderzirkus hinzugefügt oder entdeckt hätte.

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Alle, die in dieser Salonpersonnage ihren Platz haben, schreiben jetzt Nachruf-Elogen – doch stets ohne Argumente, die für Kunst etwas gelten könnten. Wie gesagt, Enwezor hat lediglich den Blick verändert, indem er Alles Mögliche an relevanten Künstlern ausgeschlossen hat.

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Ich finde seine schlechten Arbeitsproben im Münchner Haus der Kunst hier nicht genauer bemerkenswert – dass es Konkurrenten gab, die Enwezor als Kunstfachmann nicht beachtlich fanden.

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Jacques Loussier 1934 – 2019 Kurznachruf

März 8, 2019

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Vom Freitag, 8. März 2018

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Jacques Loussier wurde am 26. Oktober 1934 in Angers geboren und ist jetzt 84-jährig, am 5. März 2019, daselbst gestorben. Loussier war ein französischer Pianist und Arrangeur. Loussier war der Erfinder von Play Bach, um Bachtonsätze herum Jazz improvisativ live zu spielen.

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Ab dem Alter von zehn Jahren nahm Loussier Klavierunterricht. Stundenlang spielte er ein Präludium aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach – „und dann ist es passiert; ich habe kleine Änderungen ausprobiert, das Thema umspielt“. Diese Eigenart sowie die große Liebe zu Bach behielt Jacques Loussier auch bei, als er seine Geburtsstadt Angers verließ, um am Pariser Konservatorium bei Yves Nat zu studieren.

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Bekannt wurde er mit seinen verjazzten Interpretationen von Werken Johann Sebastian Bachs. Auf diese ungewöhnliche Kombination war Loussier 1959 während seines Studiums gestoßen und gründete dazu mit dem Bassisten Pierre Michelot und dem Schlagzeuger Christian Garros das Play Bach Trio. Schnell entstanden fünf Schallplattenalben, die sich allein bis 1999 sechs Millionen Mal verkauften.

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In den mehr als 50 Jahren seiner Karriere hat sich Jacques Loussier auch noch vielen anderen Komponisten unterschiedlicher Epochen im swingenden Stil gewidmet. Vivaldi, Händel, Beethoven, Chopin und Schumann, Debussy, Ravel und auch Eric Satie hat er interpretiert.

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Loussier komponierte auch für über 67 Filme und Serien den Soundtrack, unter anderem die Titelmusik für die populäre französische Serie Thierry la Fronde und die Musik für den britischen Kriegsfilm Katanga(1968).

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Am 5. März 2019 ist Jacques Loussier mit 84 Jahren gestorben.

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Werner Schneyder 1937 – 2019 Kurznachruf

März 3, 2019

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am Montag, den 4. März 2019

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Werner Schneyder wurde am 25. Januar 1937 in Graz, Österreich, geboren und ist jetzt 82-jährig, am 2. März 2019, in Wien gestorben. Er war ein österreichischer Kabarettist, Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter, Sportkommentator und Moderator des ZDF-Aktuelles Sportstudio. Schneyder starb am 2. März 2019 in seiner Wohnung in Wien.

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Werner Schneyder lebte in Wien und am Millstätter See in Kärnten. Erschütternd war für Schneyder der Krebstod seiner ersten Frau Ilse. Deren Leidensweg erzählte er 2008 im Buch „Krebs. Eine Nacherzählung“ auf drastische Weise. Das Buch geriet zur Anklage gegen die ärztliche Kunst. Die könne auch als Folter begriffen werden, meinte Schneyder. Sein Sohn Achim ist Autor und Journalist.

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Werner Schneyders Vater stammte aus Wien, die Mutter aus Karlsbad. Er wuchs in Klagenfurt „zwischen Fußballplatz und Stadttheater“ auf, studierte in Wien Publizistik und Kunstgeschichte. Daneben arbeitete er – wie schon zur Schulzeit – als Journalist und Barsänger. Nach der zeitungswissenschaftlichen Promotion schrieb er drei Jahre lang Werbetexte. Über die Annahme eines Theaterstücks wurde er als Dramaturg an das Landestheater Salzburg engagiert. Nach einem Jahr in Linz entschloss er sich zur Existenz als freier Autor. Er schrieb für den Hörfunk Features und Hörspiele, war auch deren Regisseur, schrieb Theaterkritiken und politische Tagesgedichte für Zeitungen.

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Werner Schneyder erhielt u. a. folgende PREISE, die auch annahm: den Johann-Nestroy-Ring“ der Stadt Wien (1981), den „Mostdipf-Preis“ (1983), den „Deutschen Kabarettpreis“, den „Bayerischen Kabarettpreis“ (Ehrenpreis, 2008), den „Stern der Satire des deutschen Kabarettarchivs“ (2008), den „Salzburger Lebensstier“ (2010), das „Große Verdienstzeichen“, den „Goldenen Rathausmann“, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2012) und das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten (2017).

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Arnulf Baring 1932 – 2019 Kurznachruf

März 3, 2019

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am Sonntag, den 3. März 2019

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Arnulf Martin Baring wurde am 8. Mai 1932 in Dresden geboren, und ist jetzt 86-jährig, am 2. März 2019, in Berlin gestorben. Baring war ein deutscher Publizist und Autor und emeritierter Professor an der Freien Universität Berlin.

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Seit 1986 war er in zweiter Ehe verheiratet mit der heute als Familientherapeutin tätigen, 1954 geborenen Gabriele Baring, geborene Oettgen. Baring war Vater von vier Kindern, die Töchter Juliane und Susanne entstammen der ersten Ehe Barings, die Kinder Anna und Moritz seiner zweiten Ehe.

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Baring war Angehöriger einer deutsch-britischen Großfamilie.

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Kurzfazit: Baring war privilegiert geboren, erhielt alle Zugänge und wurde durchgefördert, bis hin zu Kissinger/Harvard und Bundespräsidialamt, samt SPD-Mitgliedschaft seit 1952.Wer mal Jurisprudenz studiert hat, findet so ein Wanderstudieren in mehreren Fächern für unmöglich, wenn es stimmen sollte, was Baring bei Wikipedia angab: Hamburg, Berlin, Freiburg im Breisgau, New York, Speyer und Paris.

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Arnulf Baring besuchte das Gymnasium in Berlin-Zehlendorf. Von 1943 bis 1945 lebte er bei einer Großmutter in Dresden; dort überlebte die beiden Tage der Bombenangriffe auf die Altstadt, den vor allem britische Bomber im Februar 1945 verursachten. Nach dem Abitur studierte Baring Jura und politische Wissenschaft in Hamburg, Berlin, Freiburg im Breisgau, New York, Speyer und Paris. In dieser Zeit war er Stipendiat des Evangelischen Studierwerks Villigst (wieso bekam er als wohlhabender Student ein solches Stipendium?) 1957 erwarb er einen Master of Arts der Columbia University. Von 1956 bis 1958 war er Assistent am Institut für Staatslehre, Staats- und Verwaltungsrecht der Freien Universität Berlin, wo er 1958, mit seinem SPD-Ticket, auf Basis der Dissertation Der Vertreter des öffentlichen Interesses im deutschen Verwaltungsprozeß zum Dr. jur. promoviert wurde.

 

Anschließend war Baring, ehemaliger Schüler von Karl August Bettermann, Lehrbeauftragter an der Deutschen Hochschule für Politik. An der Fondation nationale des science politiques der Pariser Universität gastierte er von 1960 bis 1962. Von 1962 bis 1964 war er Redaktionsmitglied (Politik) des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln.

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Von 1976 bis 1979 war er im Bundespräsidialamt tätig. 1983 wurde Baring, weil er Hans-Dietrich Genscher im Bundestagswahlkampf unterstützt hatte, aus der SPD ausgeschlossen, deren Mitglied er seit 1952 gewesen war. Später stand er keiner Partei nahe; er unterstützte Stiftungen wie die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und war Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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Baring, der zuvor Sympathisant von Karl-Theodor zu Guttenberg gewesen war, kritisierte diesen aufgrund seiner plagiierten Dissertation und warf ihm charakterliche Mängel vor.Dafür beschimpfte er pauschal DDR-Wissenschaftler.

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Baring hat all die Jahre durch seinen Zugang zu der us-amerikanisch gestimmten Kulturindustrie mit affirmativen Hypothesen viel Entmutigung und Verwirrung gestiftet. Seine unsäglichen unzähligen Auftritte in TV-Diskussionsrunden des Staatsfernsehens haben stets das Gepräge von Propaganda und Vorurteilen gehabt. Er trat auf wie ein Vordenker, doch fehlte ihm dazu die Kapazität und Urteilskraft. Seine Klamaukpositionen reichten von Willy Brandt bis Auschwitz, Antisemitismus und Atomkraft.

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Ernst-Wolfgang Böckenförde 1930 – 2019 Kurznachruf

Februar 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8970

am Mittwoch, den 27. Februar 2019

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Ernst-Wolfgang Böckenförde wurde am 19. September 1930 in Kassel geboren und ist jetzt 88-jährig, nach längerer Gebrechlichkeit, am 24. Februar 2019 in Kassel gestorben. Er war ein deutscher Staats- und Verwaltungsrechtler sowie Rechtsphilosoph, hauptsächlich als Professor im Staatsdienst. Ab 1976 war er Mitglied der SPD, von 1983 bis 1996 war er Richter des Bundesverfassungsgerichts. Böckenförde zählte – im Sinne des Hegelianismus von Ritter – zur Ritterschule.

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Böckenförde lebte in Au bei Freiburg im Breisgau. Er war seit 1964 verheiratet und Vater dreier Kinder.

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Böckenförde hat zahlreiche Schüler im deutschen Staatsrecht ausgebildet, lehnte es aber ab eine „Schule“ zu akzentuieren, weil er bestimmte Bewertungen des juristischem Kanons und der wichtigsen juristischen Vorbilder, jedem Studenten selbst überlassen wollte – er prägte folgenden Satz:

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1964 habilitierte sich Böckenförde in Münster mit der Arbeit Die Organisationsgewalt im Bereich der Regierung. Eine Untersuchung zum Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Es folgten Professuren für Öffentliches Recht, Verfassungs- und Rechtsgeschichte sowie Rechtsphilosophie an den Universitäten Heidelberg (1964–1969), Bielefeld (1969–1977) und Freiburg im Breisgau (1977–1995, Emeritierung).

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„Der freiheitliche, säkularisierte Rechtsstaat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“

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Böckenförde war bis zu seinem Tod, als Fachmann, politisch aktiv: Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundesverfassungsgericht 1996 blieb Böckenförde in öffentlichen Debatten präsent: Unter dem Titel Juristenausbildung – auf dem Weg ins Abseits? hielt er 1996 einen Vortrag, der den Impuls zum sogenannten Ladenburger Manifest zur Reform der Jurostenausbildung setzte. Nachdem die katholische Kirche 1998/99 entschieden hatte, aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung (Schein) auszusteigen, gründeten Laien den bürgerlichen Verein Donum vitae; Böckenförde gehörte zu den Gründungsmitgliedern und war bis zu seinem Tod 2019 Mitglied im Kuratorium der Donum-vitae-Stiftung. In der Bioethik-Debatte der frühen 2000er Jahre wandte sich Böckenförde gegen Tendenzen, die Menschenwürde-Garantie des Grundgesetzes zu relativieren, besonders dezidiert in Auseinandersetzung mit Matthias Herdegens 2003 vorgelegter Neukommentierung von Art. 1 Abs. 1 GG im Maunz-Dürig. Anknüpfend an seine lebenslange Beschäftigung mit dem Themenfeld säkularisierter Staat und Religionsfreiheit sprach er sich entschieden gegen ein generelles Kopftuchverbot in der Schule aus. In seiner Rede Europa und die Türkei. Die europäische Union am Scheideweg? anlässlich der Verleihung des Hannah-Arendt-Preises (2004) wandte er sich gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Im Jahr 2009 publizierte Böckenförde vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise seit 2007 den kapitalismuskritischen Text Woran der Kapitalismus krankt, in dem er den modernen Kapitalismus im Anschluss an Hans FreyersTheorie des gegenwärtigen Zeitalters als sekundäres System beschreibt, vom „inhumanen Charakter“ des Kapitalismus spricht und dafür plädiert, die Katholische Soziallehre „aus ihrem Dornröschenschlaf auf(zu)wecken“.

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Papst Johannes Paul II. ernannte Böckenförde am 26. August 1999 zum Komptur des Päpstlichens Ritterordens des heiligen Gregors des Großen. Ehrendoktorwürden verliehen ihm die katholisch-theologischen Fakultäten der Universitäten Bochum (1999) und Tübingen (2005), sowie die rechtswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Basel (1987), Bielefeld (1999) und Münster (2001). Im Jahr 1978 wurde Böckenförde der Reuchlin-Preis der Stadt Pforzheim verliehen, 2004 der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken und der Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie in Bayern. Im Jahr 2012 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung. Am 10. Mai 2003 wurde Böckenförde die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg überreicht. Am 29. April 2016 verlieh ihm Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue das Große Verdientskreuz mit Stern und Schulterband.

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Hildegard Zadek 1917 – 2019 Kurznachruf

Februar 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8969

am Dienstag, den 26. Februar 2019

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Hildegard Zadek wurde am 15. Dezember 1917 in Bromberg, Provinz Posen, geboren und ist jetzt 101-jährig, am 21. Februar 2019 in Karlsruhe gestorben. Hildegard Zadek war eine deutsch-österreichisch-jüdische Opern-, Operetten-, Lied- und Konzertsängerin mit der Stimmlage Sopran und Gesangslehrerin in Karlsruhe und Wien.

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Ihre Jugendzeit verlebte Hilde Zadek in Stettin. 1935 verließ sie Deutschland wegen der nationalsozialistischen Verfolgung, der sie durch ihre jüdische Herkunft ausgesetzt war, und emigrierte nach Palästina. Dort absolvierte sie eine Ausbildung zur Säuglingsschwester und arbeitete u. a. im Hadassah-Spital in Jerusalem. 1939 flohen auch ihre Eltern, der Vater hatte bereits im KZ Sachsenhausen gesessen, und ihre beiden jüngeren Schwestern nach Palästina, für deren Nachzug sie sich unermüdlich eingesetzt hatte. Mit dem im elterlichen Schuhgeschäft zuverdienten Geld konnte die junge Frau ein Gesangsstudium am Jerusalemer Konservatorium bei der ungarischen Opernsängerin Rose Pauly absolvieren. Dies schloss sie 1945 mit Auszeichnung ab. Bei einem Stipendiatenaufenthalt 1945 in Zürich, wo sie Unterricht bei der Lied- und Konzertsängerin Ria Ginster nahm, wurde Hilde Zadek vom Direktor der Wiener Staatsoper Franz Salmhofer entdeckt. Nachdem er sie in der Wohnung seiner Patentochter hatte singen hören, lud er sie zur „Vorstellung auf Engagement“. Es dauerte noch bis Anfang 1947, ehe Hilde Zadek nach Österreich einreisen konnte. Dort arbeitete sie mit Elisabeth Höngen an der Vervollkommnung ihrer Stimme und ihres Repertoires. Obwohl ihre Familie nach dem Krieg in die USA auswanderte, blieb sie in Wien.

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An der Wiener Staatsoper debütierte Hilde Zadek am 3. Februar 1947 als Aida in der gleichnamigen Oper von Guiseppe Verdi. Gastspielreisen führten die Sopranistin an Opernhäuser in New York, Moskau, London, Rom, Berlin, München, Paris, Lissabon, San Francisco, Amsterdam. Sie war Gast bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh, Glyndebourne und beim Holland Festival. Ein besonderer Markstein ihres künstlerischen Wirkens war ihre Mitwirkung als Eurydice bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung (6. August 1949) von Cark Orffs Antigonae.

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Hilde Zadek gab außerdem Liederabende im In- und Ausland und wirkte solistisch bei Chor- und Orchesterkonzerten mit.

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Gus Backus 1937 – 2019 Kurznachruf

Februar 22, 2019

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am Sonnabend, den 23. Februar 2019

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Gus Backus, Taufname Donald Edgar Backus, wurde am 12. September 1937 in Southampton auf Long Island im Staat New York geboren und ist jetzt 81-jährig, am 21. Februar 2019, in Germering, in der Nähe von München, gestorben. Backus war ein US-amerikanischer Musiker und Industrie-Schlagersänger mit großen Erfolgen und Popularität im Deutschland der 1960er-Jahre. Er starb nach langer schwerer Krankheit zu hause, wie die Familie mitteilte (dpa).

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Backus war zweimal mit seiner Frau Heidelore verheiratet und Vater von vier Kindern und mehrfacher Großvater, sie lebten in Germering.

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Der Hobbymusiker Backus wurde Mitte der 1950er Jahre von der United States Army in Pittsburgh, Pennsylvania eingezogen. Dort schloss er sich der Doo-Wop-Gruppe The Del-Vikings an, die 1957 mit den Titeln Come Go With Me und Whispering Bells zwei Top-Ten-Notierungen in den US-Charts erreichten. Noch im selben Jahr, am 28. Juli 1957, wurde der GI Backus nach Wiesbaden in Deutschland verlegt. Dort gründete er die Vokalgruppe „Vidells“ und nahm ein Jahr später während eines Heimaturlaubs zwei eigene Lieder in Chicago auf. Im Jahr 1959 erhielt Backus einen Vertrag mit Plattenfirma Polydor. Es folgten einige Singles, die vorwiegend deutschsprachige Coverversionen amerikanischer und britischer Erfolgstitel, unter anderem von Elvis Presley, Paul Anka und Conway Twitty enthielten.

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Der Durchbruch gelang Backus 1960 mit den Titeln Brauner Bär und weiße Taube und mit Titeln wie Der Mann im Mond, Da sprach der alte Häuptling der Indianer und Sauerkraut-Polka verzeichnete er im Deutschland der 1960er-Jahre große Erfolge. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre folgten weitere erfolgreiche Singles sowie unzählige Auftritte in Musiksendungen und -filmen, mit denen Backus zu einem beliebten Unterhaltungskünstler im deutschsprachigen Raum avancierte, bis die britische Beatles-Mania, 1962 beginnend, auch die deutsche Schlagerindustrie erdrückte.

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