Türkei tritt am 24. Juli 2015 in den ISIS-Krieg ein

Juli 24, 2015
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vom Freitag, 24. Juli 2015

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Mit öffentlichen Erklärungen des Staatspräsident sowie des Premiers Davutoglu ist die Türkische Republik heute per Proklamation und durch Kriegshandlungen in den Krieg in Syrien eingetreten.

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Jedenfalls hat das türkische Militär heute einige Luftangriffe mit Jagdbombern gegen ISIS durchgeführt.

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Gestern hatte die Türkei bereits dem US-Militär die militärische Nutzung von türkischen Flugplätzen für Kampfeinsätze gegen ISIS eingeräumt.

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Ferner gibt es offiziell Verabredungen zwischen dem türkischen Staatspräsident Erdogan und US-Präsident Obama über den nunmehr gemeinsamen Krieg – ohne staatliche oder geografische Fokussierung – gegen ISIS.

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Seitens der Türkei handelt es sich zunächst um die eigene Grenzverteidigung der etwa 900 km langen Grenze zu Syrien, gegen ISIS.

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Außerdem will Erdogan nicht hinnehmen, dass sich Kurdistan befreien kann, sofern es sich dabei um türkische und an der türkisch-syrischen Grenze lebende Kurden handelt.

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Bislang verhielt sich Erdogan zwar in diesem syrischen Bürgerkrieg durchaus auch gegen den syrischen Despoten Assad, dem also nunmehr durch Bekämpfung der ISIS quasi geholfen wird.

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Konkret wird der Bombenanschlag im südtürkischen Suruc an der türkisch-syrischen Grenze, nahe der Kurdenstadt Kobane, als Anlass für den türkischen Kriegseintritt benannt, auch wenn  der Anschlag mit 33 Todesopfern allerdings ISIS gar nicht nachgewiesen ist und auch nicht von ISIS zugegeben wurde. 

 

Nach Mutmaßungen seitens Kurden und Armeniern wird dieser Bombenanschlag als von Erdogan gegen die Kurden angestiftet angesehen, wozu auch in den vergangenen Tagen Demonstrationen in Istanbul gegen Erdogan stattfanden.

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dpa bei SZ sowie N24 und PHOENIX-TV werden als Quelle am 24. Juli 2015 angegeben:

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Zeitgleich mit den Angriffen auf Stellungen des Islamischen Staates in Syrien gingen türkische Sicherheitskräfte bei Razzien in Istanbul und anderen Städten massiv gegen mutmaßliche Anhänger des ISIS sowie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. In einer Erklärung beschuldigte die Regierung den ISIS erstmals offiziell, den Selbstmordanschlag in Suruc verübt zu haben. Der ISIS selbst bekannte sich nicht zu der Tat.).

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Dietmar Moews meint: In den türkischen Verteidiungsmaßnahmen sind auch seit zwei Jahren deutsche BUNDESWEHR-Einheiten mit Patriot-Rakeken beteiligt.

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Durch die Nato-Mitgliedschaft, sowohl der Türkei wie Deutschlands und den USA, bestehen nunmehr konkrete Kriegsverpflichtungen für Deutschland, auch wenn dazu einige nato-formale Schritte fehlen mögen und es sich weder um einen offiziell erklärten KRIEG noch um einen regulären Feindstaat, sondern um jetzt bekämpfte asymmetrische militante Organisation ISIS handelt.

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Erdogan verfolgt mit seiner Verteidigungsstrategie mehrere Kriegsziele, die nicht Angelegenheit der NATO sein können:

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Die Türkei hat nach den letzten Parlamentswahlen keine neue Regierung – die alte Davutoglu-Regierung mit den alten Erdogan-Mehrheiten regiert momentan noch kommissarisch, hat aber keine absolute Mehrgheit mehr und will durch diesen Kriegseintritt die eigenen Aussichten auf Neuwahlen verbessern.

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Ebenso sind die völkerrechtlich fragwürdigen Machenschaften ERDOGANS gegen die Kurden nicht demokratisch legitimiert.

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Immerhin hat die Türkei etwa zwei Millionen syrischer Kriegsflüchtlinge ins Land gelassen, die auf türkischem Boden von der Türkei geduldet und versorgt werden. Dabei wurde keine ausdrücklich ethnische oder religiöse Ausgrenzung gegen nichtsunnitische, etwa Christen oder Kurden getroffen.

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