Bauhaus 1919 und heute als Qualitätskunst der modernen Welt

Januar 8, 2019

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am Mittwoch, 9. Januar 2019

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1941: Julius Ralph Davidson (geb. 1889 Berlin) baute Pacific Palisades für Thomas Mann in Los Angeles.

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Bauhaus 100 JAHRE – so labelt die angemaßte völlig überflüssige deutschistische Bundeskulturgestaltungsmacht eine überhaupt nicht nationale oder nationalistische Leistung mit modernem Menschbild.

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Das Bauhaus genannte Gestaltungsschulprinzip wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar ausgerufen – Gropius war Architekt.

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Wer heute eine alberne Hypothese in den Raum stellt, nur um sie dann umzuwerfen, diskutiert aktuell die deutsche SALONPERSONNAGE und all die überflüssigen Dienstklassenkünstler an Universitäten und der massenmdialen Kulturindustrie gerne das Wort BAUHAUS, worin BAUHÜTTE anklingt, wo folglich Arts and Crafts drinsteckt, schließlich PURISMUS bis BRUTALISMUS genannter amorpher Stahlbetonbau.

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Dabei ist das Bauhaus eine sehr einfache Zündkraft, die zahlreiche hochbegabte Leute aus aller Herren Länder zusammenkommen ließ.

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Die Unsinnsthese lautet:

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Das Bauhaus ist keine neue Idee, sondern das Bauhaus geht aus aller Vorgeschichte, von Russland bis Holland, von Schweiz, Österreich, Frankreich, Indien bis über USA wieder zurück und noch in Lehmbauten Nordafrikas hervor; dazu Texte und Labeling im Kontrast zur eisenhölzernen Teakholzvelours-Meubleage der Kaiserzeit an deutschen Akademien.

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Dass es zu einer „zweiten Moderne“ kam, besonders in der Architektur, auf die Bauhaus-Gründer Gropius so Wert legte, war eine internationale Erscheinung, die mit den aufkommenden bautechnischen Möglichkeiten des amorphen Betonbaus und des Stahl- und Spannbetonbaus aufkam: Art Brut (auch Brutalismus) entspringt nicht dem Weimarer Bauhaus.

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Das Bauhaus ist eine sozio-künstlerische, marktwirtschaftlich orientierte Schulabteilung an der längst bestehenden konventionellen Kunstschule Weimar, die vom Möbeltischler zur Tänzerin, vom Filmregisseur zum Photographen, vom Maler zum Architekt und Kunst-Prosaist, zum Gärtner und Glasbildhauer, hochbegabte ehrgeizige junge Meister und dazu begehrliche Scharen von Bauhaus-Schülern anlockte.

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Herauskamen Meisterwerke der Kunstmoderne, die inzwischen als Klassiker historisch fortdauernden Rang haben. Das sind einzelne Stile, das sind moderne Werkstoffe, das sind dialogdemokratische Sozialideale, das meist durchaus spirituell angehauchte Paganen, die keine Auftraggeber bei den christlichen Kirchen suchten – dennoch solche ausführten.

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Also: Der Hinweis auf das Zugewachsene von Überall, natürlich Traditionen, natürlich Abhängigkeiten, aber auch Sezession und Veränderlichkeiten, Neuerungen. Schließlich wurde die Manufaktur der Bauhäusler sehr bald zu maschineller Ästhetik, von Art Deko bis Freischwinger-Sitzelemente, von Holzbau zu Betonbau, von Konfektion zu Prototyp.

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Dietmar Moews meint: Ich kann ein Potpourrie von höchst interessanten und fruchtbaren Unikaten der Bauhausmeister aufzählen, wo immer eines stimmt:

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das Genie zum Planziel.

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Doch wer nicht Le Corbusiers Gebäude und des Aachener Mies von der Rohes Weißenhofsiedlung, des Bremers Hans Scharoun mit der Siedlung Onkel Toms Hütte in Berlin oder Joseph Hoffmanns Jugendstilmöbel oder die MacIntosh-Stühle oder El Lissitzky und Alexander Dorner oder Oscar Niemeyer in Brasilia, László Moholy-Nagy aus Ungarn als essentielle Leistungen dieses „modernen Aufbruchs“ sieht, hält dann ein abgespecktes bzw. armes Walter Gropius-Wesen für eine BAUHAUS-EPOCHE.

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Der Begriff BAUHAUS trägt nicht, wenn man die internationalen Neuigkeiten des angehenden 20sten Jahrhunderts subsumieren möchte. Piet Mondrian war keine Folge von Walter Gropius. Alexander Dorner war keine Folge von El Lisitzky.

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Wer über die Ziele diskutieren möchte, sollte das tun.

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Wer mit Bauhaus eine deutsche Anmaßung feiern will, macht sich lächerlich.

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Wer nicht anerkennt, dass Bauhaus eine aus allen erdenklichen Gewerken zusammenkommende Sezession gegenüber Historismus und sogenannter klassischer Geschosshöhen, Renaissance im reaktionären Geist, ist, wo sich Junge von den Etablierten absetzte, verirrt sich in Vielfalt und Gleichzeitigkeiten. Wo die Königliche Kunst-Akademie Dresden noch den Reichstagsarchitekten Paul Wallot und den expressiven Sekundärarchitekturmaler Otto Gussmann als maßgebliche Führer etablierten, kniffen sich handgemachter Jugendstil und bauhäusliche Zweckform als Art Deko. Man sieht, dass Rechthaberei nur dumm ist.

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BAUHAUS ist so sehr international wie seine Spitzenkünstler. Bauhaus ist so wenig Stilismus, dass eine Reihe, mit Romanik, Gothik, Renaissance, Barock, Rokoko und dann vielleicht auch noch als Zeitgeist, Philosophie, Architektur, Kunst, Musik, Literatur, nicht zu fokussieren ist.

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Auf die Bauhausmusik warte ich heute noch – etwa Talking Heads oder Tuxedo Moon? – dass die Malerei der Neuen Sachlichkeit so wenig Bauhaus ist, wie die Farbkästchen-Aquarelle von Paul Klee oder Gotthard Graubner bis Mark Rothko – aber die neue Sinnlichkeit von Dietmar Moews, dem Deutschen Künstlergelehrten, die besorgt es den Brotkünstlern und Philistern der Salonpersonnage ganz eindeutig, denn:

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Daniil Trifonov Genieklavier

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Es geht um großartige Kunst – etwas durchaus Elitäres.

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Es geht nicht um JeKaMi, wie angeblich bestimmte Salonkommunisten es mit Joseph Beuys mal vorstellten, Kunst sei, was Beuys (oder jeder andere, etwa Wilfried Schmickler) dazu erklären.

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Dietmar Moews meint: Warum will man nicht den Schulnamen von 1919, Bauhaus Weimar feiern?

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Davon versteht doch die angemaßte Bundeskunst-Staatssekretärin Monika Grütter nichts.

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Ich kann Farbtafeln von Otto Nebel wie von Gertrud Grunow ebenso studieren, wie rassistische Papiere von Johannes Itten; kann die Werke von Bruno Taut und seine sozialen Wohnsiedlungen, in Berlin-Onkel Tom und Magdeburg-Crakau, loben. Ich kann auch Gartenhofhäuser am Stuttgarter Killesberg oder Tessenows Siedlungen und die Festspielanlage von Dresden -Hellerau feiern. Ob da jetzt Arts and Crafts aus London, De Styl aus Niederlande oder Suprematismus aus Moskau, ob Konstruktivismus oder Betonbrutalismus von Le Corbusier, ob expressionistischen Tanz der Hannoveranerin Mary Wigman beim Bauhaus preisen, was Vorurteile relativeren will.

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Das ist Alles weder kommunistisch noch großkapitalistisch, nicht kleinbürgerlich noch militärisch oder christlich – Bauhaus ist nicht einmal orthodox.

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Ob also Drahtstühle von Herman Miller oder Charles Eames, oder das erste ausgeweißte Bildermuseum mit Petersburger Hängung und brokatbespannten Farbwänden von Alexander Dorner erstmalig im Hannoverschen Landesmuseum mit einem „abstrakten Kabinett“ „modern“ eingerichtet wurde, nährte und veranlasste in der Folge die ganze moderne Welt zur Nachahmung. Der moderne Impetus, gab den aufkommenden Talenten ihre Vision von Freiheit und Vorurteilskritik – wie man bei MARTIN HEIDEGGER vom „Gestell“ lesen kann (und was der Salonpersonnage des heutigen Moderne-Spießertums stinkt):

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„Das Dasein steht hinaus in das mögliche Sein.“

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Dietmar Moews – GALERIE SMEND Köln: Ausstellung mit Stoffbildern (Mai 2014)

Mai 19, 2014

AUSSTELLUNG VERLÄNGERT BIS ENDE JUNI

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am 19. Mai 2014

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Galerie Smend

Mainzer Straße 31 . 50678 Köln
tel ++49 / 221 / 312 047
smend@smend.de

Öffnungszeiten: Di – Fr 10-13 und 15-18 Uhr, Samstag und Montag geschlossen

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Nach der Vorstellung der Ölmalerei und den in Ölfarbe bemalten Textilbildern

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Künstlergruppe 7 OPQ trifft sich am 5. Mai 2014 bei SMEND Gallery Cologne, hier Dietmar Moews und Franz Otto Kopp mit der Neuen Sinnlichkeit

Künstlergruppe 7 OPQ trifft sich am 5. Mai 2014 bei SMEND Gallery Cologne, hier Dietmar Moews und Franz Otto Kopp mit der Neuen Sinnlichkeit

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von Dietmar Moews, anlässlich der KÖLN SÜD OFFEN 2014, werden zur Zeit weitere neue Textilbilder gezeigt und zum Kauf angeboten.

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Die Ausstellung bringt lebensgroß gemalte Faltenwürfe als verhüllte Figuren. Hinzugekommen sind mehrere kleinere Armformate, den Esprit im Umgang mit einem gewählten Vorwurf aufführend. Wie Dietmar Moews zeigt, was er meint mit: Alles weglassen, was weglassbar ist. Einfache klare Sache. Das Bild muss wie ein frisches Brötchen wirken.

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Kunstgespräch am 6. Mai

Kunstgespräch am 6. Mai

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Sie finden folgende Werke in der Ausstellung

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Der Philosoph DMW 401.2.88 73cm / 100 cm Öl auf Polytextil in München gemalt

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Erholungsbild mit Rotwein DMW 469.1.92 140 cm / 140 cm Öl auf Polytextil in München gemalt

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Erholungsbild mit Rotwein DMW 471.3.92 140 cm / 140 cm Öl auf Polytextil in München gemalt

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Zebrafigur

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Tigerfigur DMW 583.23.0 135 cm / 135 cm Öl auf Polytextil in Dresden gemalt Verkaufspreis Euro 4.000.-

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Staunende Katze DMW 605.6.3 140 cm /140 cm Öl auf Polytextil In Dresden gemalt

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Hit and Run DMW 517.9.97 140 cm / 140 cm Öl auf Polytextil 1997 in Leipzig gemalt Verkaufspreis Euro 5.000.-

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Drei Stiere fressen in der Arena DMW 432.10.89 73 cm / 100 cm Öl auf Polytextil in München gemalt Verkaufspreis 3.700.-

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DIETMAR MOEWS DMW 329.29.81 "Wasserschloß bei Gewitter vor Gebirge", Öl auf Kunstfaser, 73 cm / 100 cm

DIETMAR MOEWS DMW 329.29.81
„Wasserschloß bei Gewitter vor Gebirge“, Öl auf Kunstfaser, 73 cm / 100 cm

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DIEMAR MOEWS DMW 433.11.89 73 cm / 100 cm, Öl auf Leinwand, 1989

DIETMAR MOEWS DMW 433.11.89 73 cm / 100 cm, Öl auf Leinwand, 1989

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DIETMAR MOEWS DMW 322.22.81 "Do it legal do it with a lawyer", 73 cm / 100 cm, Öl auf Kunstfaser

DIETMAR MOEWS DMW 322.22.81 „Do it legal do it with a lawyer“, 73 cm / 100 cm, Öl auf Kunstfaser

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DIETMAR MOEWS DMW 401.2.88 "Philosoph mit Hündchen", 73 cm / 100 cm, Öl auf Kunstfaser

DIETMAR MOEWS DMW 401.2.88 „Philosoph mit Hündchen“, 73 cm / 100 cm, Öl auf Kunstfaser

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Der Mexicano DMW 567.7.0 140 cm /140 cm Öl auf Polytextil im Jahr 2000 in Dresden gemalt Verkaufspreis Euro 12.000.-

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Wir freuen uns über Ihren Besuch.

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https://www.youtube.com/watch?v=xotmrWmtsLw&feature=youtu.be

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Informationen auch unter dietmarmoews.com und Dietmar Moews‘ Blog bei wordPress sowie E-Mail dietmarmoews@gmx.de


Filmkritik: DIE WIRKLICHKEIT KOMMT – 15. Mai 2014, Uraufführung des Dokumentarfilms von Niels Bolbrinker in der FILMPALETTE Köln

Mai 16, 2014

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am 16. Mai 2014

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Niels Bolbrinker hat geschrieben, gefilmt und organisiert und stellt seine Arbeit öffentlich vor.

Die Filmpremiere von DIE WIRKLICHKEIT KOMMT fand am 15. Mai 2014 in Raum 1 in der Filmpalette, Köln, Hansaring, statt.

Mit einem Kurztext hat der Autor dem Publikum die Stichworte zugeworfen, Dokumentation, Mind Controll Victims und die politische Brisanz der IT-Revolution durch NSA:

Wer sich früher von unsichtbaren Strahlen verfolgt und am Telefon überwacht fühlte, galt als paranoid. Wer heute ein Lebenszeichen von sich gibt, wird registriert. Doch das ist erst der Anfang. Die Forschung geht weiter, die Wirklichkeit kommt.

Im Spiegel der Gedankenwelt von sogenannten Mind Controll Victims unternimmt der Film eine Reise zu den Labors und Rüstungsfirmen, die sich mit der Analyse, Überwachung und Steuerung von allen möglichen menschlichen Regungen und Ausdrucksformen befassen.


Es wird klar: jenseits des abstrakten Big Data Wahns, wird sich bald ein konkretes Netz an vorbeugender körperlicher Totalerfassung über unsere Wirklichkeit legen, während gleichzeitig die Neurowissenschaften mit der Optimierung unserer Gehirnströme beschäftigt sind.“

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Kritik von Dietmar Moews: Der Film läuft sehr gut durch, die Schnittsequenz ist vom Beginn zum Schluss hin in jedem Belang maßvoll gemeistert – im Erleben des Kritikers.

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Bolbrinker bietet ausgesprochen gediegene Bilder, die er einem klassischen Fotografenblick verdankt. Die ausgewählten Locations und Landschafts- und Architektureinstellungen (für die Berliner Filmförderung) sind wertvoll schön, ohne zum Schlöndorf-Kitsch abzurutschen. Unerhörte Musik, die Aufsprecher, der ganze Ton gediegen.

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Meisterlich ist auch das Ergebnis der Führungsarbeit von Niels Bolbrinker mit den verschiedenen Protagonisten, die als schauspielerische Laien einerseits, mit hoher Motivation als Poser, nicht von selbst beliebig „funktionieren“. Er nutzt seine Multirollen – als Regisseur, Autor, also Stichwortgeber, Kameramann und Aufnahmeleiter – die jeweils notwendige Intimität am Set vorzuhalten. Die als von staatlichen Strahlen verfolgten, leidenden Zeugen und Opfer der mind controll können sich zwanglos zur filmischen Dokumentation vorstellen. Sie hantieren mit Geigerzählern, berichten von ihren Selbsthilfe-Aktivitäten, Plakate und Wandzeitungen, Scrafitti und I-Phone-Fotos, Treffen und Beratung zum Erfahrungsaustausch mit anderen, die auch Stimmen hören, die Schlafstörungen kennen, die sich medizinischen Apparate-Untersuchungen anvertraut hatten. Alles ernsthaft, unspektakulär – was den Autor auszeichnet, denn ein Leichtes, daraus Klamauk und Lächerlichkeit werden zu lassen.

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Der Film bringt also Selbstdarsteller, die sich, Feinströmen und Mikrowellen ausgesetzt, selbst erleben. Zu bemerken sind biografische Aspekte dieser Protagonisten, die scheinbar alle Stalinismus und falsche Prophetie erlebt haben. Wer jahrelang mit Radio Free Europe gearbeitet hat, kennt alle Gerüchte der Mind Games, die auf dem Markt sind.

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Mit diesen poetischen Berichterstattern öffnet sich dem Filmbenutzer ein Kunstwerk mit authentischen Zutaten und Akteuren. Die reden über sich selbst, in dem sie ihre Sonderlichkeit in Alltagssprache erklären, sodass der Zuschauer kein Vorwissen benötigt, um selbst emotional angesprochen zu sein. Wer hätte nicht auch schon mal Kopfschmerzen gehabt oder unerklärliche Formschwankungen, kennt nicht die kleine Hypochondrie oder den Aufwach-Angsttraum?

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In einer zweiten thematischen Linie stellt Niels Bolbrinker auf solche Mind Controll Victims die harte positivistische Linie der einerseits instrumentalisierbaren Neuro-Mythen und den Kontroll- und Überwachungstechniken der Microchips, der Nanokünste, der Telematik und der algorithmischen Eingriffe – kurz, was wir heute den Begriffen NSA-Überwachung, Virtualität,Cyber War und Big Brother-Steuerung zuordnen.

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Hier stimmen die poetische Exposition und die harten Tatsachen, denen das Filmpublikum gewissermaßen zugespielt wird, nicht zueinander.

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Während die Poesie esoterisch versinkt, eskaliert die Robotik in Profitmaximierungen.

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Wo wirklich Herrschaft und Entmenschlichung stattfinden, die den Telematen, den CCCler, den Hacker oder Darth Vader vollkommen begeistern und auf Technikperspektiven abfahren lassen, kommen in diesem Film keine sozialen Lösungen in den Blick.

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Während sich die Mind Victims immerhin im Real-Life (im Film dokumentiert) treffen und miteinander austauschen, also eine politisch bedeutende Sozio-Kultur entfalten, lässt Bolbrinker die empirische NSA mit dem Neurologen und mit Constanze Kurz als unausweichlichen Albtraum zurück.

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Niels Bolbrinker hat in der Publikumsdiskussion (ca. 40 Besucher in der Filmpalette) zur Uraufführung von DIE WIRKLICHKEIT KOMMT erklärt, dass die Produktion ca. über drei Jahre sich erstreckte, während dann die Edward Snowden-NSA-Veröffentlichungen dem zunächst poetischen Thema einen erhöhten Realitätsdruck und politische Brisanz aufdrückten. Darauf wurden zusätzlich Auftritte der CCC-Sprecherin Constanze Kurz nachgedreht und der gesamte abgedrehte Befund neu geschnitten.

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Die Telematin Kurz trägt die technische Seinsbindung auf dem heute bekannten neuesten Stand der IT-Manipulations-Praxis der Datenfresser vor (nach). Sie berichtet von zu erwartenden Zukunftsanwendungen und knüpft zu recht die politische Herrschaftsfrage an. So schwarz / rosa demnach die IT-Revolution weiter explodieren mag, so unbedarft ist dann das soziale Verständnis. Wer sagt denn, dass das amerikanische Google-Monopol eine sichere Zukunft hat? Die zivilen Anwender verfügen über sozial-kulturelle Optionen, die sich mit:

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Und wenn du denkst, du hast das Glück, dann zieht die Sau den Arsch zurück – jederzeit vollkommen umorientieren können. Die User müssen keine Chipträger werden. Sie können vom Car sharing zum Name sharing übergehen. Und jeder, der etwas von sich hält, möchte nicht mit kindischen Elektrogeräten am Körper auf der Straße erwischt werden: KuckucksUse – und die gesamte Massendatensammlung ist nicht mehr personifizierbar.

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Die Filmförderung hat hier mit DIE WIRKLICHKEIT KOMMT dem Markt der Freizeit und Unterhaltung ein seriöses Kunstwerk finanziert, wofür dem Autor zu danken und zu gratulieren ist. Betrachtet man das Lebenswerk von Niels Bolbrinker, muss er zu den größten heutigen Autorenfilmern gezählt werden, die wir haben, ein Meister der Filmkunst, auf der Höhe der Fragen des eingehenden 21.-Jahrhunderts. Bolbrinkers Bildfindungen sind wirksam gelungen: poetisch und phänomenologisch genial. Seine Bilder kommen weitreichend ohne erklärende Texte aus. Seine Protagonisten ebenso.

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Niels Bolbrinker, geboren 1951 in Hamburg, war nach seinem Fotografiestudium und seinem Abschluss im Fachbereich Visuelle Kommunikation seit Mitte der 1970er Jahre als freier Kameramann und Regisseur tätig. 1976 gehörte er zu den Gründern der Wendlandischen Filmkooperative, einem im Landkreis Lüchow-Dannenberg angesiedelten Zusammenschluss von Dokumentarfilm-Regisseuren. Für seine Arbeit als Kameramann und Cutter bei der Kurzdokumentation „Tue recht und scheue niemand“ wurde er 1977 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Zu seinen weiteren, zahlreichen Arbeiten als Kameramann gehörte unter anderem Rolf Schübels Dokumentation „Nachruf auf eine Bestie“ (1985), über den berüchtigten Triebtäter Jürgen Bartsch.

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Als Regisseur (meist in Co-Regie mit anderen Filmemachern) und Kameramann realisierte Bolbrinker im Lauf der Jahre eine Reihe gesellschaftskritischer Dokumentarfilm-Projekte, so etwa „Schade, dass Beton nicht brennt“ (1981) oder „Alles unter Kontrolle. Notizen auf dem Weg zum Überwachungsstaat“ (1983), in dem unter anderem Hark Bohm und Ben Becker zu Wort kommen. Für seinen Film „Zwischenzeit“, über den Widerstand gegen die Errichtung atomarer Anlagen im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wurde Bolbrinker 1986 mit dem Preis der Filmkritik ausgezeichnet.

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1995 begann bei dem Dokumentarfilm „Original Wolfen. Aus der Geschichte einer Filmfabrik“, seine Zusammenarbeit mit Kerstin Stutterheim. Gemeinsam realisierten die beiden in den folgenden Jahren eine Reihe von Kino-Dokumentarfilmen, darunter „Bauhaus – Mythos und Moderne“ (1998) und „Die Thuranos – Leben auf dem Drahtseil“ (2003), über die gleichnamige Artisten-Dynastie. Daneben war Bolbrinker weiterhin als Kameramann für Kino und Fernsehen tätig. So zeichnete er unter anderem für die Bildgestaltung bei Thomas Tielschs „Neubau“ (1999-2004), über den Bau eines VW-Werks in Dresden, „Tanz mit der Zeit“ (2007), über die Rückkehr gealterter Tänzer auf die Ballettbühne, oder „Die Frau mit den fünf Elefanten“ (2009), über die berühmte Dostojewskij-Übersetzerin Swetlana Geier, verantwortlich.

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Mit „Fliegen und Engel“, einem filmischen Porträt des einflussreichen russischen Künstler Ilya Kabakov, realisierte Bolbrinker 2009 als Regisseur (erneut in Zusammenarbeit mit Kerstin Stutterheim) einen weiteren Kino-Dokumentarfilm.

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Fürs Fernsehen realisierte Bolbrinker die Kurzdokumentation „Mit Licht gebaut – Ein Lebensschiff von Hans Scharoun“ (2012), über ein dampferähnliches, 1933 errichtetes Wohnhaus des Architekten Hans Scharoun. Als Kameramann war Bolbrinker parallel dazu an „Klänge des Verschweigens“ (2013) beteiligt, einem Dokumentarfilm über den Musiker Willi Heckmann (1897-1995), der auf Grund seiner Homosexualität von den Nazis verfolgt wurde.

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Beim DOK.Fest München 2014 feierte dann Niels Bolbrinkers nächster Kino-Dokumentarfilm Premiere: In „Die Wirklichkeit kommt“ verbindet er Porträts von psychotischen Menschen, die sich wahnhaft vom Staat verfolgt fühlen, mit einem Blick hinter die Kulissen der modernen Überwachungsindustrie.

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Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 11, 2014

 

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am 11. Mai 2014

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VIII,9

Der Zeuge im Schönen ist der geläuterte Zweckwille bei gewissenhafter Anwendung der formzeugenden Kraft auf bestimmtes Erfindegut.

Mit dem Siege über das Übelwollen erreicht das vernünftige Vermögen im Willen, dass beseeltes Werkgut als Sinnsage wahrgenommen werde.

Der Wille als Nutzwirker wird zum Zeugen seines Vollbringens.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 11, 2014

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am 11. April 2014

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VI,2

Die Weisheit im Schönen ist die Sinndichte des Inhaltswahren einer Gefüge-Einheit: also die Herrschaft des Geistwerks über die Wirkmittel.

Mit dem Erfinden des Erfüllbaren beginnt die Klugheit des Gestaltens; mit dem Sinnmehren im Formguten beginnt die Weisheit des Erfüllens.

Unweise Bewirktes kann nicht zur Vollendung gedeihen.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979



Wilhelm Busch – Wertewandel und Verlustgeheule

Januar 31, 2014

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am 31. Januar 2014
c. Dietmar Moews 2014

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Nur nach häufiger familiärer Unterredung gerade über diesen Gegenstand sowie aus innigem Zusammenleben (Platon, 7. Brief).

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Dieser Vlog-Beitrag betrifft Verinnerlichung von Wertorientierungen, Haltungen, Widerstand bei Versuchungen und Verlockungen, Werte und Würde in Texten, Textbildern und Bildern von Wilhelm Busch. Im Spannungsfeld von Gewinn und Verlust stehen heute in der Wertorientierung zwischen Meinungen und Diskurs Wertäußerungen in Konjunktur, die von unerwünschten Wertverlusten durch Entfremdung (Habermas) und Wertrelativismus (Papst Benedikt XVI.) verlaufen.

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Was bei Wilhelm Busch als Wertbildner der Kunst dazu hervorgebracht worden ist, hält sich weniger mit Verlustgeheule, als mit Wertverwandlung und einer nicht zu verachtenden Lebenstechnik auf. Wilhelm Busch umarmt das Schicksal mit Elastizität, Augengeist und Humor. Buschs Vorschlag lautet – diesseits von Gut und Böse – die Lebensfairnisse mit einer Portion alltagspolitischen Selbstbetrugs zu umarmen. Augengeist ist der sprachliche Zugriff auf eine Neue Sinnlichkeit inmitten der virtuellen Fernfuchtelei und Knöpferdrückerei.

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Im Kern des Vortrags stehen die ständig erklärten

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>idealen Werte/Werteverlust<.

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Wir beobachten aber bei der überwiegenden heutigen Menschlichkeit in Deutschland wie die wirklich „gelebten Werte“ zwischen mehr oder weniger geschmeidiger Umarmung des Schicksals und dem ergebenen Erleichterungsbedarf durch Selbsterleichterung hingeschusselt werden.

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Dietmar Moews meint: Kurz, was Texte und Bildtexte betrifft, zeigt Wilhelm Busch uns, wie sowohl die Buben Max und Moritz böse sind, die Opfer übel spießig, Busch selbst, als bornierter Eiferer, aus einer eigentlich unsympathischen Werthaltung – eben des bornierten Eiferers – heraus uns Buschkunden über seinen Buschhumor in Verbindung mit seiner Buschkunst auf seine Seite bringt. Das ist nicht einfach Schadenfreude oder Galgenhumor. Sondern es ist der sinnliche Genussmensch, der ohne Askese zeigt, wie eine skeptische bis pessimistische Grundhaltung als Wertorientierung – zwischen cool und kalt – verkörpert, welche soziale Freundlichkeit für unser Alltägliches – mit Busch – zu haben ist. Natürlich ist Buschs eigenes konkretes Werteleben viel mit Alkohol verbunden, wie bei Jesus, der aus Wasser Wein machte.

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http://www.youtube.com/watch?v=pVHdj86PjNQ

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„Das Lied vom versimpelten Junggesellen“ Text von Wilhelm Busch Musik von Dietmar Moews 2013.

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Busch bringt uns mit seinem Werteprogramm vor Augen, wie aus Übeln und Minderwertigkeiten eine Werteverwandlung zur schmunzelnden und lachenden Konsonanz der Gemüter im alltäglichen Diesseits von Gut und Böse möglich ist – wie er den tragischen Widerspruch zwischen Mensch und Würde mit Witz verzaubert.

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Bei seinen Bildern, insbesondere wenn es Wilhelm Busch um die Kunst der Malerei gegangen ist, kommen wir nicht umhin, zu erkennen und anzuerkennen, dass es ihm zweifellos um das „Wahre, Gute, Schöne“ eines Malerschaffens ging.

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Das bedeutet, wenn man nicht der Beliebigkeit heutigen Umgangs mit Kunst im Kunsterlebnis im Kunstbetrieb, das sinnliche Anliegen der Malerei, wie sie vom Maler hergebracht wurde, opfert, haben wir als „Kunden von Wilhelm Busch“, der die Kunst zu seinem persönlichen wie sozio-kulturellen Gegenstand inmitten des Kunsterlebnisses stellen will, es mit einem echten zu Herzen gehende Malwerk zu tun. Busch stellt die Kunst zu seinem persönlichen wie sozio-kulturellen Gegenstand inmitten des Kunsterlebnisses.

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Buschs Kunst ist vollkommen zweifelsfrei Ausdruck eines hingebungsvollen leidenschaftlichen Idealismus‘, eines guten Auges und großen Könnens, worum es dann hinsichtlich dieser Wertedebatte auch zu gehen hat.

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Betreffs seiner Malerei und seiner Zeichnungen und Skizzen war das Genie Wilhelm Busch ein Spitzenmaler seiner Zeit. Seine „Sonder-Prima-Malerei“ kann mit den idealen Begriffen „Sonder-Expressionismus“ und „Sonder-Impressionismus“ sinnvoll umrissen werden.

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Insofern hat es keinen zweckvollen Sinn, auf die Fortschrittlichkeit oder den Konservativismus von Wilhelm Busch und das Achtel Lorbeerblatt von Duchamp oder Joseph Beuys zu bestehen, etwa um sich einem großen Künstler modernistisch anzubiedern.

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So gesehen kann zukünftig getrost die Rede vom heutigen Wertkampf im Multirollenspiel unserer Gesellschaft, zwischen den modernen Wertproklamationen und den spießigen Verhaltensnormen aufgenommen werden. Und, wer glaubt, dass davon Wilhelm Buschs Werke nicht zeugen – dass er ein Vogel wär‘, so irrt sich der.

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Lichtgeschwindigkeit 184

Februar 5, 2010

LICHTGESCHWINDIGKEIT 184

100 TAGE UNGLAUBWÜRDIGKEIT

täglicher Kommentar zur Medienlage von

dem Künstlergelehrten Dr. Dietmar Moews,

Piratenpartei Deutschland, aus Sicht der Piratenbewegung –

live und ungeschnitten – muss auch immer die Werte

der Piraten berücksichtigen: Offenheit, Transparenz,

Freiheit, Piraterie und Rechtsstaatlichkeit. Kritik am

Kunstbetrieb fällt da meist aus, aber hier:

am Donnerstag 4. Februar 2010, Alphons-Silbermann-Zentrum,

Berlin-Pankow Niederschönhausen in Lichtgeschwindigkeit,

mit BILD Berlin/Brandenburg, Märkische Allgemeine mit

Potsdamer Tageszeitung, Neues Deutschland und Frankfurter

Allgemeine Zeitung von Donnerstag. 4. Februar 2010 BMF.de,

Bundeskanzlerin.de, BMI.de, BBC.com, ard, zdf, DLF, dradio.de,

Spiegel.de, bild.de, heise.de, piratenpartei.de, Derwesten.de,

Ksta.de, RP-online.de

Piratenthema hier: 100 TAGE UNGLAUBWÜRDIGKEIT

BILD Berlin/Brandenburg titelt: Heizung, Strom, Schneeräumen:

Das kostet uns der Bibber-Winter! BILD titelt: mit Sonnenbrille!

Horst Cooler in Indien! BILD Nachrichten: „Mein Kampf“ im Handel?

BILD Seite 2: Die Bild-Bilanz der schwarz-gelben Regierung

100 Tage, 10 Flops: Flop 1: Hotel-Steuer!Flop 2: Maut-Ärger!

Flop 3: Kabinetts-Umbildung! Flop 4: Posten-Vermehrung!

Flop 5: Gesundheitszoff! Flop 6: Afghanistan Debakel

Flop 7: Hilflose Entwicklungshilfe! Flop 8: Mehr Beamte!

Flop 9: Endlose Steinbach-Debatte! Flop 10: Keine Vision!

Dietmarmoews meint: BILD verpasst, das Wichtigste:

Ein 100 Tage-Vergleich ist unangebracht, denn die Finazkrise

ist unvergleichbar, die politische Situation ist katastrophal schlecht.

Andererseits: Der ruhige Politikstil von Merkel und Müntefering

und folglich Steinmeier in der vorherigen Großen Koalition hat

der CDU und Frau Dr. Merkel die Wiederwahl am 27. September 2009

gebracht. Für die SPD war der ruhige Koalitionstil der Absturz

am 27. September. Nun setzt die Kanzlerin den bewährten Stil

in der schwarz-gelben Koalition fort. FDP-Westerwelle folgt

nicht Steinmeier. Westerwelle zielt aggressiv auf Wahlkampfeffekte

durch Streit. In NRW zeigt sich bereits, dass Merkels Stil dem

Westerwelles überlegen bewertet wird: Die FDP stürzt ab.

Märkische Allgemeine mit Potsdamer Tageszeitung titelt:

Bundeswehr fliegt Urlauber aus. MAZ titelt: Gemischte

Bilanz nach 100 Tagen Schwarz-Gelb: Bundesregierung

Schonfrist beendet: Viel Kritik an der Koalition.

Neues Deutschland titelt: 100 Tage Schwarz-Gelb: Die

Koalition sieht sich auf gutem Wege – die Opposition fällt

ein vernichtendes Urteil. ND: 8-12-37,50. Kassenlotterie:

Krankenkassen kündigen immer höhere Zusatzzahlungen an.

ND Seite 15, Liane Kotsch schreibt: Das Leiden des

Künstlers/Museum Burda un Kunsthalle Baden-Baden:

Retrospektive Georg Baselitz. Dietmarmoews: Angesichts

der brachialen Holzfigur ist die öde Qualität dieses Staatskünstler

zu sehen: Baselitz kann nicht bildhauen und nicht mit der

Kettensäge arbeiten. Es wird Zeit, dass der Staatskunst die

Steuergelder gestrichen werden.

Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt: Hundert Tage Koalition:

Vor hundert Jahren wurde das Brettspiel Mensch-ärgere-Dich-nicht erfunden.

FAZ Seite 31: Wie hat er das bloß gemacht? Dirk Schümer

berichtet über den genialen Maler Jan Vermeer van Delft

und sein Bild in Wien. Seite 34: Jordan Mejias schreibt:

Die Macht der feinen Linie: Überraschungsgast im

New Yorker Metropolitan Museum: Bronzino.

FAZ Seite 35: Frank Zöllner schreibt: Einer toten Mutter lächeln

für den Sohn? Über Roberto Zapperis Interpretationen zu

Leonardos Moa Lisa. Dietmarmoews: Die Kunstbetriebler

von heute werden diese Berichte nicht lesen. Sie interessieren

sich nicht für das Sehen und die Kunst der Malerei,

sondern für das Weinglashalten im Foyer. FAZ Beilage:

4 Februar WELT-KREBSTAG: Krebs wird nicht beherrscht.

Wer Krebs hat, kann sein Leben ändern.

Hoffnung kommt von Solidarität und Veränderung.

Produktion, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin,

Musikwerbung: Paul Hindemith aus

Streichquartett Minimax: Die beiden lustigen Mistfinken


Lichtgeschwindigkeit 184

Februar 5, 2010


Lichtgeschwindigkeit 158

Januar 12, 2010

Lichtgeschwindigkeit 158

DAS BERLINER MANIFEST Abspann,

Grundsatzprogramm oder Parteiprogramm?

Kernsätze zur Piratenpartei Deutschland von Dr. Dietmar Moews,

Piratenpartei Deutschland, im Globus mit Vorgarten,

Berlin-Pankow Niederschönhausen,

aufgenommen am Montag, 13. Januar 2010.

Ich lade wissenschaftlich Interessierte ganz herzlich ein,

mit mir das BERLINER MANIFEST auf die nächste qualitative

Stufe zu höhen. Es ist die Gründung einer freien Piraten-Universität.

Dazu werde ich mit PIRATEN besprechen, wie wir beginnen.

Das Berliner Manifest enthält verschiedene Ambitionen:

Es ist Strategie-Debatte; es ist Theorie-Diskussion;

es ist Marxismus-Streit;

es ist Abgrenzungs-Streit gegenüber anderen Parteien;

es zielt auf Chancen beim Wähler;

es berücksichtigt die Piraten-Personnage, also wie, wer und

was, welche Menschen, sind Pirat.

Ich bin ein Künstlergelehrter. Hier spreche ich als Pirat

und IT-Soziologe.

IT-Soziologie ist eine Bindestrich-Soziologie, die auf

das Soziale gerichtet ist, das in der äußeren sozialen

Welt das IT-Erlebnis feststellt und analysiert.

Das IT-Politik-Erlebnis setzt sich zusammen aus den

sozialen Beziehungen der Produzenten und Konsumenten

und ihren Kollektiven, in deren prozessuralen Interaktionen

und Interdependenzen die IT-Politik und deren Benutzung

den Erlebnismittelpunkt bildet. IT-Politik, nicht gleich IT.

Die IT-Soziologie beginnt bereits damit, dass der Soziologe

die Höhe des Forschungsstandes beachtet und das soziale

Feld systematisch beobachtet.

Forschungsstand und Systematik sowie Publikation sind

Verflichtung jeder Wissenschaft.

Die weltweite IT-Bewegung braucht eine Gesellschaftstheorie

und einen integren Handlungsstil dazu. Hierzu gehört für

jede Piratenpartei die Selbsterkenntnis der eigenen politischen

Lage. Das Bewusstsein der eigenen gesellschaftlichen

Totalität ist horizontal, in allen Arbeitsfeldern und Teilbereichen

von Produktion, Konsumtion, Information und Distribution,

und vertikal, von lokalen Eigenarten hin zu regionalen und

weltkulturellen Unterschieden, wo immer Piratenwähler leben,

am aktuellen empirisch-wissenschaftlichen Forschungsstand

zu integrieren. Ausgehend von den selbstgesetzten Werten

der Piraten in der jeweils geltenden Parteisatzung gilt die

gesellschaftspolitische Lage in Deutschland aus IT-soziologischer

Sicht. Im Themenbaum finden sich die Strukturbaustellen der Piraten.

Motto

>Infolgedessen gehört alles, wozu man weder durch

Belohnungen noch durch Drohungen gebracht werden kann,

nicht in die Rechtssphäre des Staates< Spinoza

Baruch Spinoza: 1663/1871 Abhandlung vom Staate, S. 197:

Vom Recht des Staates, 3. Kap. § 8,

BERLINER MANIFEST

Berliner Piraten-Manifest als Denk- und Diskussionspapier

für die IT-Bewegung

Wohlverstanden, dass je präziser ein Parteiprogramm

ausgelegt wird, desto weniger Mitglieder stellen sich

dahinter, um es zu vertreten. Im Manifest geht es also um

Grundwerte, die alle miteinander verbinden, Piraten,

Piratenbewegung, IT-Bewegung, Gesellschaft.

Anlass war das schrittweise von digitalen Neuerungen

wandelnde Alltagsleben und neue Restriktionen:

Pirate Bay, kulturindustrielle Monopole der Verwerter und

Verteiler von Originalleistungen. Eine wirkliche Internationale

war konstituiert, ohne, dass die kollektivbildenden

lebensverändernden Kräfte in den politischen Folgen

angesprochen wurden. Auch die Wissenschaft schlief.

Die profitorientierte Wirtschaft blieb mit Blick auf die

finanzierenden Militärinteressen erstaunlich witzlos und

stumpf. Erst Sun Valley und Leute wie Bill Gates begriffen,

welche zivilen Aufgaben der IT-Entwicklung und einer

darauf bezogenen IT-Politik gestellt sind.

Die IT-Bewegung hat mit der weltweiten Piratenbewegung

ihre zivile Avantgarde gebildet: Das heißt: Nicht Zivilsten

haben eine revolutionäre Partei konzipiert. Sondern eine

totale Zeiterscheinung, die digitale Robotik und Telematik,

mit den virtuellen, der sinnlichen Kontrolle entkoppelten

Seinsweisen, zwingt den intelligeneren Teil der teilnehmenden

Menschheit dazu, sich politisch zu formieren.

Dem stehen die Traditionen, Abhängigkeiten und

machtbegehrlichen Dispositionen der Gegenwartswelt in

vielerlei Hinsicht entgegen. Wo ein weltweites Problem

auf lokale und regionale Menschen stößt, sind weltweite

naturwissenschaftliche Konzepte noch nicht die sozio-politischen

Lösungen. Deshalb müssen die bürgerrechtlich-liberal

angesprochenen PIRATEN jeweils kulturspezifische

Programme und Ausprägungen herstellen. Bürgerrechtler

in USA, wie Martin Luther King hatten andere Aspirationen

als Sacharow in Gorki. Heinrich Heine hatte andere als

Ralf Dahrendorf. Die europäische Revolutionsgeschichte

hat zwar Nationen in der europäischen Union zusammengebracht.

Doch man achte auf die sehr verschiedenen Ausprägungen,

sowhol der Staatlichkeiten wie der Arbeitsteilungen oder des

Liberalismus, wie in Frankreich anders als in England anders

als im 1. Deutschen Reich, im Zweiten deutschen Reich,

im Dritten Deutschen Reich und noch mal völlig verschieden

in der ersten Bundesrepublik.

Bis heute wird kaum beachtet, dass die Deutschen der

ehemaligen russisch besetzten deutschen Ostzone,

der späteren DDR, bis 1989, niemals vorher eine republikanische

Freiheit erlebt hatten. Deshalb haben die Deutschen heute ein

besonderes Problem mit Dienstklassenmentalität und

Unverständnis des Liberalismus. Die historisch völlig

verbrauchten Begriffe von Recht und Ordnung, Autorität und

Führung, bedingen, besonders unter den DDR-Ostdeutschen,

eine Ideologie eines vermeintlich dialektischen Verhältnisses

von Freiheit und Sicherheit. Freiheit als Bedrohung von

Sicherheit. Dem gegenüber steht ein idealistisch-utopistischer

Irrglaube, der sich, abgekürzt, mit dem Bild des

Kapitalismus-Vampirs. Im christlich-ideologisch geprägten

Hintergrund bietet die Erlösungshoffnung auf „Kommunismus“

den wirklichkeitsfremden Spielraum der politischen

Erleichterung. Das atheistische Heidentum der DDR-Deutschen

wirkt auch deshalb so nachhaltig, weil es die allzumenschliche

Tradition der Realitätsflucht und Erleichterung fortsetzt.

Unfreiheit, Unterwerfung, Inunrechtsetzung, Restriktionen, Bestrafung.

Es bedarf einer geistigen und einer sozialen Anstrengung,

eine Partei zu entfalten. Es ist keine Kunst, aus einem

Freiluft-Schwarm eine Caféhausgemeinschaft zu machen.

Man wartet auf einen Regenschauer und öffnet die Tür.

Mit einem Stichwort, Freiheit, Maté, Kaffee, Bier, Joint oder Ficken,

findet sich der Common Sense. Zur Aktivierung wird einfach

nach den Gegeninstanzen gerufen: Unfreiheit, Kein Saufen,

kein Rausch, kein Sex.

Aufklärung bei Immanuel Kant:

Die Kritik der Urteilskraft: Die Gemeinschaft muss sich auf

sprachlich gefasste Sätze

verständigen, die sich auf eindeutige Wertbestimmungen

und Wertverwirklichungsstrategien festlegen lassen.

Es geht um das in Geltung Setzen der Sprache. Es geht um

das Denken der Sprache vom Wissen um ein Können vom

Handeln.

Ich bin als freier Mensch geboren.

Die vier Fragen:

Was kann ich wissen?

Was muss ich tun?

Was darf ich hoffen?

Wie ist der Mensch?

Die Entzauberung des marxistischen Irrlaufs.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Werte der

Französischen Revolution.

Triebverwirklichung, Triebhemmung, Triebverzicht:

das Drama des inneren und äußeren Schweinhunds.

Die Weltgeschichte integriert ein Wunder – mit oder ohne

uns Menschen. Es gibt eine neue Sinnlichkeit infolge der

sexuellen und der digitalen Kommuni-kations-Revolution.

Sämtliche Ligaturen unserer individualen und sozialen

Traditionen sind geschwächt und im Wandel. Die

menschliche Fortpflanzung ist nicht mehr an die Paarung

von Mann und Frau in traditionellen Familien gebunden.

Die IT-gestützte virtuelle Sozio-Kultur schafft Umgangsformen

ständig wechselnder Kollektive, die keine sinnliche Ortsbindung

aufweisen und damit die gegenseitige soziale Kontrolle

auflösen. Zwischen der alten Leiblichkeit und der virtuellen

An- bzw. Abwesenheit entstehen die neuen Lebensformen

der Dynamisierung, der Lähmung, der Irritation, der neuen

Ligaturen und Anomien. Das Manifest ist auf die geltende

Satzung der Piratenpartei Deutschland bezogen und wahrt

deren Werte und Normen.