Ornette Coleman 1930-2015 – Kurznachruf

Juni 13, 2015
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vom Samstag, 13. Juni 2015

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Gestern starb der Saxophonist Ornette Coleman 85 jährig in New York. Der am 9. März 1930 in Fort Worth / Texas geborene Coleman, war in Jazzmusikkreisen außerordentlich geschätzt.

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Coleman spielte noch hochbetragt auf Festivals in aller Welt, meist in kleineren Jazz-Combos, die sehr schlagzeugbestimmt improvisierten bzw. in den Ausweitungen des FREE JAZZ, den Ornette Coleman selbst als Erfinder, Instrumentalvirtuose, Experimentator und Inspirator als einer der Vordersten miterfand.

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Er war aus der Rassendiskriminierung und Armut des Südens gekommen, „floh“ als Jugendlicher und lernte in Los Angeles Musik, Theorie und das Spielen, von wo aus seine Karriere startete.

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Die Kritik nennt Ornette Coleman in einem Atemzug mit Louis Armstrong, Charlie Parker, Miles Davis und den allerersten Namen des Jazz, als Neuerer und Virtuose.

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Colemans Sonderstellung bestand in seiner herausragend virtuosen Spieltechnik, überwiegend Alt-Saxofon, auch Tenor-Sax, Trompete und andere Tröten, dabei Solophrasen in Extremausformung, der Tonbildung, der Fingertechnik sowie der Lautstärken, dabei enorm einfühlsam im Zusammenspiel. Sein FREE JAZZ verlief tonartspezifisch atotal und aleatorisch, sehr perkussiv spielten alle Ensemblemitglieder gleichzeitig gleichrangig, wenig responsiv, gelegentlich werden traditionelle bekannte Motive angedeutet, aber nie ausgespielt oder kompositorisch verarbeitet.

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Legionen weltberühmter Partner in den zahlreichen Bands und Combos bezeugen die enorme Wertschätzung von Ornette Coleman in den Musikerkreisen.

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Dietmar Moews meint: Ornette Coleman wird in Form der vorhandenen Musikkonserven von seinem Saxophon-Solospiel weit in die Musikzukunft hinausragen. Der Hinweis auf loopartige Phrasen, wie heute in der Techno-Musik in Endlosschleifen erzeugt und gerne getanzt wird oder die rhythmischen Modulierungen bei Philip Glass, zeigen, welche Einflüsse bereits selbst in die Popmusik eingeflossen sind.

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Bremer Wahlergebnis 2015: RÜCKTRITT

Mai 11, 2015

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vom Montag, 11. Mai 2015

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Wenn Wahlen was verändern könnten, wären sie verboten“ – lautet ein subversiver Spruch. Bei Licht betrachtet ergeben die Bremer Wahlen einen gewissen Aufschluss dazu – bei hoch in die 40 Prozent Wahlbeteiligung:

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Geringe Wahlbeteiligung – Rücktritt des Wahlsiegers Jens Böhrnsen

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Die aktuellen vorläufigen Zahlen in Prozenten lauten:

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SPD 32,9 Prozent der Stimmen (-5,7 Prozentpunkte). Die Grünen als größte Verlierer bekommen 15,3 Prozent (-7,2). Gewinner sind die CDU mit 22,6 Prozent (+2,2), die Linke mit 9,2 Prozent (+3,6), die FDP mit 6,5 Prozent (+4,1). Die AfD erzielt nach der Hochrechnung 5,7 Prozent, BIW 1 Sitz.

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Daraus ergibt sich eine Sitzverteilung von 30 Sitzen für die SPD, 14 für die Grünen, 20 für die CDU, 8 für die Linke, 6 für die FDP, 4 für die AfD und ein Sitz für die „Bürger in Wut“.

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Demnach errang Bremens rot-grüne Regierung bei der Bürgerschaftswahl (Landtagswahl Bremen / Bremerhaven) eine Mehrheit. Die beiden Parteien bekommen demnach 44 der 83 Sitze in der Bürgerschaft. CDU, Linke, FDP und AfD ziehen der Hochrechnung zufolge ebenfalls ins Parlament ein. Auch die rechtspopulistische Gruppierung „Bürger in Wut“ (BIW) holte wieder ein Mandat. Die Hochrechnung beruht auf der Basis von 100 Prozent der Stimmzettel in Bremerhaven und 89 Prozent in Bremen. Das vorläufige Endergebnis wird erst für Mittwoch erwartet.

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Dietmar Moews meint: Die Verminderung der Stimmenanteile für die bisherige SPD / Grüne-Koalition hat dennoch die rechnerische Bestätigung durch den knappen Wahlsieg erhalten.

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Der SPD-Bürgermeister Jens Böhnsen hat das „historische“ Minusergebnis der Bremer SPD seit 1946 mit seinem Rücktritt quittiert.

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Damit haben diese Wahlen eine Veränderung gebracht – wenn man so will.

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Eine Veränderung im Sinne einer veränderten Politik durch diese Wahlen, zukünftig, ist nun noch nicht zu erwarten. Eher haben sich weitere Anpassungen an das Berliner Blockparteien-System der Großen Koalition angekündigt.

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Eine qualitative Veränderung wäre, wenn es eine Initiative zum Zusammenschluss der Länder Bremen mit Niedersachsen gäbe. Dadurch könnten wesentliche ökonomische Strukturen, die Bremen benachteiligen, ausgeglichen werden (Leute arbeiten in Bremen und zahlen in Niedersachsen Steuern).

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Aber Sowas wurde bislang aus keiner Bremer Ecke ernsthaft reklamiert.

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TWITTER TIEFROT klärt den Schwall der unsinnigen Fernfuchtelei

April 29, 2015

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vom Mittwoch, 29. April 2015

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Der IT-Markt, der NEUE MARKT, die Blasen, die Abstürze:

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TWITTERs Anleger wurden enttäuscht: Der Kurznachrichtendienst steckt weiterhin tief in den roten Zahlen. Die Aktie verlor am Dienstag rund 18 Prozent, zeitweise war sie um bis zu 22 Prozent eingebrochen.

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Natürlich ist die IT-Revolution eine unumkehrbare technische Welt- und Lebensveränderung, nebst allen in Profite verwandelbaren Wirtschaftsaktivierungen – aber nicht jeder Idee trägt über den ersten Hype wesentlich hinweg: so eben auch TWITTER.

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Das alte Telefon ist ein soziales Echtzeitmedium. Das Telefon überbrückt weltumspannend größte Entfernungen, in Echtzeit, und die kommunikanden kommen in Echtzeit zusammen. Das mobile Telefon ist noch einmal ein weiterer kleiner Ausweitungsfortschritt.

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Dagegen sind alle anderen, fälschlich „soziale Medien“ genannten IT-Vorkehrungen keineswegs das, als das es hingestellt wird:

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Weder Echtzeit noch Erreichbarkeit: Bereitstellung ist nicht Abholung.

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TWTTER ist ein Müll-Text-Massen-Aufgebot, das ermüdet und Zeit stiehlt. Nur, wer Wichtiges, Brandneues schnell als Tweed rausbringt, wird gebraucht. Doch der Schwall des viel zu Dünnen hat inzwischen dazu geführt, dass der Massenkonsum an TWITTER nicht wächst, sondern das Interesse sinkt, natürlich:

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Was mich nichts angeht, steuere ich nicht an.

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Dietmar Moews meint: Aus it-soziologischer Sicht muss man stets fein unterscheiden, zwischen Tatsachen der Technik und der technischen Statistiken und den tatsächlichen sozialen Vorgängen, die von der Techniknutzung leben.

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Nur, wenn die Technik, die sozialen Zwecke und Motive der Nutzer fördern, statt zu lähmen oder zu vernichten, nutzen die Nutzer auf Dauer so eine Technik. Andernfalls – siehe hier bei Twitter – wird der Hype der Neuigkeit verschwinden: was nichts nützt, schadet.

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Das große Werbegeld lässt sich auch durch die Joint-Ventures mit Google, Facebook und Tralala nicht steigern sondern eher mindern, wenn der Ballast zu groß wird.

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Im ersten Quartal gab es einen Verlust von 162,4 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 74 Prozent auf 436 Millionen Dollar. Twitter verfehlte damit aber sowohl die eigenen Vorhersagen als auch die Erwartungen der Analysten. Auch die Prognose für 2015 wurde gekappt.

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Die Twitter-Aktie verlor nach Auftauchen der Zahlen binnen weniger Minuten fast sechs Prozent. Danach wurde sie vom Handel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme stürzte sie ab.

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Dabei kündigte Twitter auch eine Übernahme und eine Partnerschaft mit Google an, um das Werbegeschäft in Schwung zu bringen. Der Konzern kauft die Firma TellApart, die auf Anzeigen-Dienste für Handelsunternehmen spezialisiert ist. Twitter-Chef Dick Costolo war ein früher Investor bei TellApart. Außerdem wird Twitter künftig Anzeigenplätze auch über Googles Plattform Doubleblick vermarkten. Das könnte großen Werbekunden entgegenkommen.

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Zwar ist die Zahl der aktiven Nutzer bei Twitter binnen drei Monaten von 288 auf 302 Millionen im Monat gestiegen. Rund 80 Prozent von ihnen greifen auf den Dienst von Smartphones und Tablets zu. Twitter gab außerdem eine Kooperation mit Googles Werbefirma Doubleclick sowie die Übernahme des Anzeigen-Spezialisten TellApart bekannt.

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Schon im Vorjahresquartal hatte Twitter knapp 132,4 Millionen Dollar verloren. Dass die Umsatzziele im Quartal verfehlt wurden und auch im gesamten Jahr nicht erreicht werden, erklärt der Konzern mit dem starken Dollar. Das lässt Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung niedriger in der Bilanz erscheinen.

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Staatskunst als Fliegenschiss

März 28, 2015

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vom Samstag, 28. März 2015

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Ein guter Lehrer ist verlässlich – also stets – vorbildlich. Ein guter Lehrer redet nicht schön, wenn nichts schön ist, lobt nicht, wenn lediglich nichts schlecht war, sondern versucht dem Schüler sehr deutlich zu sagen, wo aus Sicht des Lehrers die Möglichkeiten für den Schüler liegen können.

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Der deutsche Staat hat die Organisationsmacht über die Kultur (mit ca. 95% der Geldmittel im Bereich von Kunst und Kultur, vgl. Hummel 1988; vgl. Moews 2000).

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und über den zeitgenössischen Kunstprozess aus Kunstproduktion, Kunstbereitstellung, Kunstkonsumtion, Kunstpolitik und die Salonpersonnage (die Positionierung unechter Künstler anstelle echter Künstler über den Modus „Freiheit der Kunst“ und über die Verbändeorganisation im „Deutschen Kulturrat, Deutschen Kunstrat, Deutschen Musikrat, Gema usw. Künstlersozialkasse, Deutscher Künstlerbund, VG Bild-Kunst, Bundesverband der Galeristen, IG-Verdi im DGB, die Kirchen und Moralunternehnen u.v.a.m.).

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Die Glücksritter dieses bolschewistischen Salonpersonnage-Systems (das die Blockparteien – weitestgehend die SPD-unechten Künstler – unter sich aufteilen) behaupten:

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Dadurch, dass der Staat diese Art der verirrten Kunstorganisation allokatiert und gesetzlich organisiert und durch die parteipolitische Personnage mit unechten Künstlern als Salonpersonnage besetzt, haben diese die vollkommene Direktion und Kontrolle über Kunst und Kultur – und die wird durchgesetzt (selbst, wenn dadurch große Künstler vernichtet und verhindert werden).

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Dieses Salonpersonnage / unechten Künstler behaupten einfach (ohne das Verfassungsrecht auf „Pluralität“ zuzulassen): KEIN C-DUR!

 

Nur diese staatliche Organisation durch Staatsgeld ermöglicht eine unechte Kunst und verhindert jede echte Kunstproduktion außerhalb der eigenen Personnage, die die Gesellschaft durch die Kunstkonsumenten gar nicht hervorbringen würde (hier ist die Rede von heutigem Kunstschaffen, nicht von 1968 oder 1699).

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Was echte Künstler in informellen Nischen privat schaffen, wird nicht durch den staatlichen Publikationsapparat öffentlich bereitgestellt, sondern durch staatliche Abwertung vollkommen abgeblockt (120 Chinesen in NRW-Häusern und? – welches sind die Namen der deutschen „Kreativen“, die im Gegenzug in China auftreten? auf Staatsgeld).

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Der staatlich vorgehaltene Kunstbetrieb mit seinem Bewertungsfaschismus für zeitgenössische Kunst hat für vollkommene Ahnungslosigkeit des potenziellen Kunstpublikums gesorgt:

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Man stellt den Maler Claude Monet aus und behauptet: Bei Monet sähe man bereits die „Auflösung der Form“ (aktuelle Monet-Ausstellung in Frankfurt).

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Folglich werden Pseudokünstler der Form- und Geistlosigkeit Preisträger und Repräsentanten der Salonpersonnage, die sich selbst als hochkarätig labeln. (Gestern wurde in der Zeitung ganzseitig die Staatsschranze Markus Lüperz mal wieder als „Künstlerfürst“ gefeatured. Lüperz dirigierte viele Jahre die NRW-Professuren der Salonpersonnage der Kunstakademie Düsseldorf (und darüber hinaus) – und sein lachhafter Kleiderschrank der exklusiven Hochkarätigkeit wurde vorgeführt – Malerei war mal wieder nicht zu sehen, denn – das ist bekannt: Malen konnte und kann Lüperz so wenig wie Fußballspielen.

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Niemand darf glauben, Lüperz sei je mehr als eine NRW-Schranze der Salonpersonnage gewesen – seine Pseudokunst  geht allen am Arsch vorbei, selbst wenn sie in Fußgängerzonen oder auf Hoteldächern, gemeinsam mit der niedersächsischen Staatsschranze Siegfried Neuenhausen oder der Heidelberger in Berlin, Klaus Staeck, herumsteht – das sind die „SPD-Professoren“, die auch ohne Parteibuch den Schwur verwirklichen:

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Das bolschewistische „Modell Folgeförderung“:  …ein interner Ringeltanz: Man fasst sich an die Hände und sagt: Gut, dass wir uns gefunden haben, und wir lassen nicht mehr los. Ich muss dazu folgende Berechtigungsklausel abgeben: Wir haben gerade in unseren aktuellen Künstlerförderstätten Künstler, die eine Kunst machen, welche man mehr unter Inszenierung, unter Installation und Aktion fassen kann. Es gibt heute Kunstformen, die nicht unmittelbar zu kaufen sind …“ (A. 72, Gerd Grabenhorst im Niedersächsischen Min. f. Wissenschaft u. Kunst, in Klaus von Düring hrsg. WORPSWEDER BEGEGNUNGEN BARKENHOFF-SYMPOSIUM ZUR KÜNSTELRFÖRDERUNG MAI 1989)

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Denn die Gesellschaft hat eher folkloristische „anti-avantgardistische“ Konsumbedürfnisse – Alltags-Musikkonsumenten zahlen eher Kleingeld für tonale Popwerke als Großgeld für eine Avantgarde, die inzwischen 70 Jahre alt und überholt ist und Klang-Experimente von 1982 als NEU durchsetzen will – weil es sich für sie auszahlt – ganz vergessen, was avant garde bedeuten soll (s. Alex Ross THE NEW YORKER in Neue Sinnlichkeit 45).

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Gestern, Freitag, 27. März 2015, berichtete die Süddeutsche Zeitung, Feuilleton, Seite 11 vom „Fliegenschiss“:

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Fliegenschiss hinterm Komma. Dieter Gorny, der Schrecken der Piraten, berät nun die Regierung“.

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Der Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat angeblich Dieter Gorny zum „Beauftragten für Kreative und Digitale Ökonomie“ ernannt.

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Das Wort „Künstler“ ist nun weg – es heißt jetzt „Kreative“ – stattdessen werden „Kreative“ angesprochen, ja, und, worauf es ankommt – statt auf Kunst und Künstler überhaupt – die Ökonomie und die IT-Revolution, kurz:

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Die Kulturindustrie (die Industrie als industrieller Produzent und ist Konsument der Künstler) wurde an Stelle der handwerklichen Künstler, die Originale und Prototypen schaffen, gesetzt – die Mitwirkenden in der Kulturindustrie werden jetzt als „Künstler“ gezeichnet (Pseudo-Künstler) und dominieren sogar die Künstlersozial-VERSICHERUNG (KSV). Jeder, der am Computer herumdaddelt, zählt nun in der Künstler-Verbändeorganisation – weil er sich als „kreativ“ bezeichnen darf (ja, „kreativ“ ist Vieles – nur Kunst und Künstler sind etwas völlig anderes).

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Bernd Graff schreibt in der Süddeutschen also:

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Er schon wieder! Der Mann ist Medienmanager und Musiker, Professor ist er und Grimme-Preisträger. Medienmann des Jahres war er 1992. In Nordrhein-Westfalen ist er, Jahrgang 1953, seit den Achtziger Jahren eine dicke Nummer im Medien-Geschäft: die Musikmesse VIVA hat er gegründet. Und krempelte auch schon Essen zur Kulturhauptstadt Europas um. Der Tausendsassa Dieter Gorny, das ist der Mann, ist umtriebig und sehr präsent.

Nirgends machte er das bislang so deutlich wie im Amt des Präsidenten des „Bundesverband Musikindustrie“, der deutschen Abteilung der internationalen Tonträgerhersteller (IFPI). Als solcher ist Gorny nicht nur Musikalien-Anwalt, sondern – sorry – ihr fettester Lautsprecher. ..“

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Elsbeth Moser im WDR-Konzert Köln am 27. März 2015

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Hier wird eine Mär aufgebaut, „dass die Downloader dem Musikprozess und den Erträgen schaden“, während hier das Marketing und die Konsumenten-Kommunikationsintensität für die Musikindustrie kostenlos angekurbelt wird.

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(SZ weiter) „..Denn Gorny ist der Schrecken der Piratebay, der bissigste Feind des illegalen Downloads. Niemand kann so laut und so schön so dicke Krokodilstränen weinen wie Gorny, wenn es um Urheberrecht und die Überschlags-Berechnung der durch Raubkopien verlorenen Künstler-Tantiemen geht. Doch Gorny ist jetzt nicht mehr nur der alerteste Vorzeigelobbyist der Branche, er ist fürderhin auch Regierungsberater.“

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Der Wirtschaftsminister macht die Künstler zugunsten der Kulturindustrie mittels der irreführenden Kunstorganisation PLATT.

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(SZ weiter) „.. der ehemalige Pop-Beauftragte der SPD und jetzige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Dieter Gorny zum „Beauftragten für Kreative und Digitale Ökonomie ernannt… Der Impuls, die Kreativwirtschaft zu stärken, ist begrüßenswert. Aber er wird gleich im Keim erstickt, wenn die Unabhängigkeit nicht gewahrt bleibt. Die Bedenken sind angebracht und verständlich. Dennoch könnten die Kreativen und die Digitale Ökonomie kaum besser fahren als unter dem Segel des Lobby-Dickschiffs Gorny.

Die Herausforderungen, denen die Kreativbranche sich schon jetzt und erst recht in Zukunft zu stellen hat, sind gewaltig. Gornys ökonomische Gegner sind nun vor allem die größten Medien-Giganten des Silicon-Valley … im Ring stehen unter anderem: Apple, Amazon, Netflix, Spotify. Wer, wenn nicht Gorny, könnte hierzulande für einen lauteren Aufschrei gegen sie sorgen? Und wer wüsste das besser als die alten Piraten, gegen die Gorny bisher so viel Dampf machte? BERND GRAFF“

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DIETMAR MOEWS 1978 Ballhof-Galerie Hannover

DIETMAR MOEWS 1978
Ballhof-Galerie Hannover

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Dietmar Moews meint: Bernd Graff – der kleine kulturindustrielle Salonpersonnage-Beiwagen – was erzählt der hier für die SZ einen Mist!

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Alter Pirat? – das bin ich selbst. Und Fachmann der Verbändeorganisation ausgewiesen als ein Doktor der Organisationssoziologie, selbst Mitglied als Künstler in sämtlichen dieser Industrieverbände.

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Das ist die Tragik: Die Künstler haben von ihrer eigenen Erwerbsorganisation durch Industriepolitik keine Ahnung – leider leider.

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Die die Künstler entmündigenden unechten Künstler wie dieser SPD-Gorny machen Lobbying für die Musikindustrie und für die Kulturindustrie, aber nicht für die Künstler!

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Nicht für die Künstler lobbyiert Dieter Gorny, sondern für die Wirtschaftspolitik, gegen die Künstler. Gornys Einsatz für die GEMA wird ewig irreführend so hingestellt, als diene die GEMA den Künstlern.

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Nein, die GEMA und Gorny beuten die Künstler aus und machen dann anstelle der Originalgenies „ihre eigenen Kreativen“, die eigentlich selbst nur Kunstkonsumenten sind: GEMA ist Kunstkonsument – GEMA hilft nicht dem Kunstproduzenten, sondern unterdrückt ihn.

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Kurz, die Ernennung durch Gabriel (SPD) des Dieter Gorny zum Salonpersonnage- Obergespenst wird hier von der Süddeutschen Zeitung als „Dampfmacher“ gegen Silicon Valley hingestellt.

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Tatsache ist, dass die gesamte Kulturindustrie eine Honigsauger-Scheiße ist, die von den Künstler das Leben nimmt und noch die Kunstproduktion industriell abrichtet bzw. blockiert – stattdessen die eigene Profitsoße „formatgerecht“ einspeist.

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Die Künstler brauchen den Vertrieb ihrer Kunst und nicht die Zensur durch Gornys Zensor-Industrie. Apple, Google, Youporne usw. stellen einen neuen Direktvertrieb für die Künstler – Gorny ist ein Honigsauger und muss gestrichen werden:

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Schluss mit der „Verirrten Kunstorganisation in der Bundesrepublik Deutschland“ – so der Titel der Dissertation von Dietmar Moews, publiziert im Jahr 2000 von der Universität Bremen.

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Youtube bringt Künstler und Kunstkonsumenten unvermittelt zusammen (leider zockt Youtube die Rechte und die Folgerechte ab –

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nur dagegen brauchen wir nicht den alten Rechte-Abzocker Gorny für die Industrie, sondern kluge IT-Juristen).

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DIETMAR MOEWS 2008 Lingner Schloss Dresden

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Klaus-Jürgen Bruder über Schlafwandel und Verpitbullung

März 22, 2015
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vom Sonntag, 22. März 2015

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Klaus-Jürgen Bruder, Psychoanalytiker und Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin, hat im „neuen deutschland“ vom Freitag, 20. März 2015, Seite 3, in einem Interview mit Christa Schaffmann unter der Überschrift:

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Schlafwandeln und Aufwachen. Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder über die sozial-psychologische Mobilmachung im Zeichen der Ukraine-Krise“

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seine interessanten Erlebnisse aus dem politischen Medienalltag zusammengestellt und darauf eine folkloristische Zeitgeschichtsdeutung abgestellt, kurz, er glaubt:

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Wir erleben eine militärische Zuspitzung in der Ukraine, die große Gefahren birgt. Die deutschen Medien zögen die Berichterstattung und Kommentierung dramatisierend zur Feindbildverschärfung gegen Russland und Putin auf.

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Er glaubt: Gleichzeitig unternimmt der militärische Westen erhebliche Militärverstärkung und Vortrieb auf die russischen Grenzen – während die deutschen Politiker entgegengesetzt zur Medienführung eine Besänftigungs-Fühlung öffentlich aufführen.

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Er glaubt: Wer hinschaut kann hervorragend erkennen, wie VERHALTENSNORM (Scharfmacherei und Aufrüstung) und ERKLÄRUNGSNORM (Putin ist irre. Wir versuchen zu besänftigen) vollkommen auseinanderklaffen, ja, zuwiderlaufend geführt werden.

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Klaus-Jürgen-Bruder bezieht auf seine Sicht dieser Entwicklungen den Schluss, die heutige deutsche Meinungsöffentlichkeit sei in etwa mit SCHLAFWANDELN gut bezeichnet. Aber mit dem UKRAINE-Crash sei nun ein ungemütliches AUFWACHEN verbunden.

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Klaus-Jürgen Bruders Argumentation ist derart unempirisch, lässt alle tatsächlichen Kriegs- und Katastrophenereignisse einfach weg – von Tschernobyl zu Fukushima, von 9/11 zu MH 17, von 9. November 1989 zu 51-Tage-Israel-Massaker in Gaza, von Grosnij zu Südossetien usw. usf.,

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nur um auf seinen SCHLAFWANDEL hin zu kommen (wenn das Schlafwandel war, dann ist jetzt auch kein Aufwachen).

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Die Deutschen haben Verharrungskräfte, Eigensinn, Solidarität – zur Not auch ohne den Rechtsstaat.

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Dennoch sind einige Argumente von Klaus-Jürgen Bruder beachtlich und wert, hier noch einmal aufgeführt zu werden – es liest sich wie eine PEGIDA-Erklärung, wenn er laut „neues deutschland“ behauptet:

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Wir werden getäuscht, aber wir lassen uns auch täuschen. Kritisches, differenziertes Denken bedeutet, psychische Arbeit gegen den Sog des Mainstreams auf sich zu nehmen. Es bedeutet, dem Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Großgruppe und der Sehnsucht nach Übereinstimmung mit den Mächtigen zu widerstehen. Dieser Wunsch führt bei vielen bis zur Verleugnung widersprüchlicher Wahrnehmungen. Die Medien sind nicht zum ersten mal in der deutschen Geschichte in dieses Täuschungsmanöver eingebunden. „Invalide waren wir durch die Rotations-Maschinen, ehe es Opfer durch Kanonen gab“, schrieb Karl Kraus bereits über den Ersten Weltkrieg. Was durch sie verkrüppelt wird, indem sie den Gegner zum Feindbild dämonisieren, ist die Fähigkeit zur Empathie und zum Perspektivwechsel, durch den man einen Konflikt wie jetzt in der Ukraine auch mit den Augen des Gegners betrachten könnte…“

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Dietmar Moews meint: Mir schwant, Autor Klaus-Jürgen Bruder gibt Ideen heraus, wie sich PEGIDA selbst ausmacht, in ein vernünftiges öffentliches Kollektiv eingeht – also keineswegs als HASS HASS HASS oder Wut und Zorn bagatellisiert werden kann.

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So weit stelle ich Bruder hier als ernsthaft aus – seine Argumentation nimmt aber keine wirkliche Rücksicht auf die Empirie. Die Tatsachverhalte sind ihm nicht von Gewicht, wenn sie nicht seiner Theorie Sinn verleihen.

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Wir können konstatieren, dass wir unbemerkt in die IT-Revolution übergegangen sind. Dass wir im modernen Westen von der Moderne zur Postmoderne zur IT-Revolution vollkommen neue Lebenstrukturierungen benutzen müssen (und fleissig üben).

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Dass gleichzeitig die deutsche Nachkriegszeit in eine psychologisch greifbare VORKRIEGSZEIT, im Bewusstsein der Wähler, als „Interessenpolitik“ statt „Friedenspolitik“ sich gewandelt hat – und,

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dass wir in Deutschland eine allgemein geduldete HITLERSCHLAUHEIT (wir haben nichts gewusst – wollen aber auch nichts wissen) und eine VERPITBULLUNG (Versicherungsbetrug? Kavalliersdelikt mit Vorsteuerabzug) etabliert haben, sodass von wirklich gravierendem sozio-kulturellem Wandel gesprochen werden muss, nimmt man die soziologischen Kategorien zur Hand: TRADITION, VERÄNDERLICHKEITEN, ABHÄNGIGKEITEN und sieht:

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Ein Psychoanalytiker, der statt einer Analyse seine angelesene Folklore einspielt – wer ist nun Christopher Clark? Als Schlafwandlungstheoretiker des Ersten Weltkrieges? – Clark der ZDF-Spaßvogel mit britischem Ampelmännchen-Kick.

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Ja, toll, Herr Bruder, you can call me brother, nur, was soll das Gelabere? Hatte Karl Kraus damals die 2015er Merkel-Ukraine-Offensive erklärt?

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wo ist der konkrete empirische Bezug, wo der Befund, wo die Analyse, wo die Interpretation? – (ich gebe schon mal selbst (D. M.) die Antwort:

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Natürlich ist beim „neuen deutschland“ immer die Interpretation entscheidend, nicht der Befund, nicht die empirische Feldarbeit – so ist es eben beim MEGA-MARX – lauter Klimbim, gutmenschelnd gemeint und genau nichts wert.

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Und genau „neues deutschland“ fällt es der Interviewerin, hier Christa Schaffmann, nicht ein, dem Apodiktiker, der ja hier mit „Schlafwandeln und Aufwachen“ keine Psychoanalyse vorlegt, auf den empirischen Zahn seiner Vorurteile zu fühlen.

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Fraglos ist Karl-Kraus-Kennen immer viel wert.

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DIETMAR MOEWS Sportflagge  Ukraine Bodenturnen

DIETMAR MOEWS
Sportflagge
Ukraine Bodenturnen

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… Die Ukraine-Krise ist von einem massiven Rückfall in Kalte-Kriegs-Rhetorik begleitet, in der alte Feindbilder vom bedrohlichen, unberechenbaren Russen Hochkonjunktur haben. Dabei wird die eigene Aggression in Form der Osterweiterung der NATO auf Russland projiziert, und Moskau werden einseitige Expansionsbestrebungen unterstellt. Dieses Feindbilddenken beruht auf De-Humanisierung und Dämonisierung des Anderen. Oft wird dabei der Feind in seinem Führer personifiziert. Das war auch bei Saddam Hussein so, bei Gaddafi und Assad, und geschieht nun mit Putin. So soll eine reflexhafte Bereitschaft zum Krieg erzeugt werden. Gleichzeitig erfolgt damit präventiv schon mal die Schuldzuweisung, falls dieser tatsächlich ausbrechen sollte.“

 

Krieg bricht aus? – Nein, Herr Bruder: Krieg wird zum Ausbruch gebracht.

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Auch hier erzählt Professor Bruder Geschichten, die nicht zur Sache tun: Was hat Assad mit Putin in Grosnij oder Südossetien zu tun? Was sind konkrete materiale Übergriffe und wo ist die empirische Trennlinie unseres wissenschaftlichen Befundes von unseren geliebten Vorurteilen? – Der andere ist der Böse, ja? – im Zweifel sind Putin, Assad, Obama, Bush usw. die Anderen.

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Frage für uns ist allerdings – Schlafwandeln und Aufwachen – welche Orientierung gibt uns der Wissenschaftler im „neuen deutschland“, Bruder, mit seinen folkloristischen Bezugnahmen? er sagte weiter:

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… Ich weiß aber, dass der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, unmissverständlich gesagt hat, der Kampf zwischen Russland und dem Westen müsse vom militärischen Feld wieder zurück auf das ökonomische gebracht werden (dieser Ischinger wird dafür bezahlt, aber keineswegs gewählt – also!)

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Unabhängig davon wurde von den NATO-Verteidigungsministern im Februar in Brüssel aber die Schaffung einer neuen Elitetruppe aus etwa 5.000 Soldaten beschlossen … Jean-Claude Juncker sagte … eine gemeinsame Armee der Europäer würde Russland den Eindruck vermitteln, dass wir es ernst meinen. …“

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…Arbeitsteilung … So schufen die Medien für die Politiker die Chance, den Friedensfreund zu mimen, der eine militärische Lösung völlig ausschließt und weiter auf Verhandlungen setzt. Die Medien hetzen, während die Politiker die Moderaten geben, weit entfernt von der Ungeduld der Presse, deren Rhythmus die Politik nicht folgen könne, wie Außenminister Steinmeier es ausdrückte.

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Selbst die angeblich seriösen Medien schüren den Krieg, indem sie gebetsmühlenartig den Gegner als Kriegstreiber darstellen. Wir wissen ja, wie geduldig eine Bevölkerung ist, wenn man sie allmählig an etwas gewöhnt, kennen das Wegsehen, Ohrenverschließen und Schweigen beispielsweise angesichts von Staatsterrorismus, Demokratiezerstörung, Menschenfeindlichkeit, SOZIALER Stigmatisierung und Exklusion.

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Irgendwann hält eine Mehrheit Hartz-IV-Empfänger für Sozialschmarotzer, fürchtet Flüchtlinge, weil sie in Deutschland angeblich das Sozialamt der Welt sehen oder unterstellt Russland, es wolle ganz Osteuropa heim ins russische Reich holen.“ … noch immer Klaus-Jürgen Bruder:

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…Man erzählt uns in Anlehnung an Christopher Clarks Buch „Die Schlafwandler“ über den Ersten Weltkrieg die Europäer einschließlich der Deutschen seien schlafwandlerisch in diesen Krieg getaumelt … Vielleicht können wir uns darin wie in einem Spiegel als Menschen erkennen …?

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Und so weiter, die geballten Vorurteile des Marxismus, der Wiederspiegelung, der Optikerlehrlinge, die die gespiegelte Seele mit den physikalischen Gesetzen zu verstehen suchen – wieso redet Putin von Groß-Russland? Wieso muss er die verlorenen UDSSR fokussieren? Wieso argumentieren die russischen Konfligierer rassistisch?

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BOTHO STRAUSS „Herkunft“ – Dahergerede-Prosa zu Weihnachten

Dezember 19, 2014

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am Freitag, 19. Dezember 2014

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Die Feuilletons hoben ein neues, weil rares, Prosabändchen hervor. Das autobiografische „Herkunft“ 96 Seiten bei Hanser, München 2014, von Botho Strauss, der kürzlich 70sten Geburtstag hatte.

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Ich bringe einige kurze Textbeispiele, die zeigen, weshalb ich den Autor Strauss für einen nur zweitklassigen Prosatexter halte, der er ist.

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Viel schlimmer als sein locker dahergeschriebenes Versatzstücke-Panoptikum seines Elternhauses Römerstraße 18 in Ems an der Lahn, ist, wo sich die Qualität eben scheidet: BOTHO STRAUSS „Herkunft“ – Dahergerede-Prosa:

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Dichten, nicht vom Denken kommend und Form, die vom Sinn herzukommen hätte, ohne die es eben Gehäckseltes ist.

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Nun ist Botho Strauss angeblich der heute in Deutschland meistgespielte Theaterautor – wie weit ihm dabei die Regie-Regisseure oder das Abonnementpublikum entgegenkommen – wer weiß?

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Herkunft“ – das ist als Buchtitel zunächst mal für die vorgelegten oberflächlichen Kapitel völlige Übertreibung oder Maßlosigkeit – ergibt aber wirklich keinen Sinn, wollte man damit auf den hier autobiografischen Autor irgendwie hinkommen.

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Wie öde ist Strauss, wenn man das sprachlich tief durchgearbeitete und auf reine Empfindung der Selbstwahrnehmung ehrlich und treu durch geprüfte „Mein Vaterland war ein Apfelkern“ von Herta Müller liest (ebenfalls jetzt im Weihnachtsgeschäft mit autobiografischen Mitteilungen) – wie sie „beim angsterfüllten Kühe hüten“, „an diesen wilden Tagen war ich verzweifelt, ich lernte im Laufen weinen und im Weinen laufen“.

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Herta Müller teilt uns aus ihrer Kinderzeit in Rumänien mit: „…Drei Kühe, aber jede Kuh ist ein Riesending und nicht so gutmütig, wie sie aussieht, sondern wild und kräftig wie ein Traktor, sehr stur und jähzornig …“.

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Da weiß man, was sie hatte – Angst.

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Zur Abschreckung für das Versatzstück-Stakkato „Herkunft“ hier von Seite 93, Botho Strauss:

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„…Aber war da nicht noch etwas mehr? Wozu sonst so viele Male O’Neill im Leben …! „Strange interlude“ noch im alten Börsensaal in Frankfurt am Main mit Canninenberg und Müthel. „A touch of a Poet“ mit Hans Söhnker im frühen Fernsehen, „Hughie“ bei den Salzburger Festspielen 1960, verspätete Uraufführung mit Werner Hinz und Hans Putz, „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ in München mit Holzmann als Sohn, später in Hamburg, Regie Noelte, mit Quadflieg und Wimmer … „Der Eismann kommt“ – o wie wer kam. …“

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Botho Strauss, was soll das? Das überbietet jeder Pendejo mit der Aufzählung der Beatles-Song-Titel, „Please please me 1963“, Love me do 1963“, „She loves you 1964“, „I want to hold your hand 1964“, „A hard days night 1964“, „Help 1965“ … „Penny Lane 1966“ … „I am a walrus 1967“ … „Mean Mr. Mustard 1969“ – welch unsinniges Name-Dropping!

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Strauss meint (Seite 39), „Gewöhnliche Hände, am gewöhnlichsten überhaupt, wenn sie auf die Tasten der Schreibmaschine hackten.“   Jemand „hackte in die Schreibmaschine“ –  sein Vater.

Das geht nicht. Das ist entweder die Mitteilung nicht wert oder es ist „Trivialroman“. Die gesamte „Herkunft“ ist die Aneinanderreihung eines „was mir gerade so einfiel, wenn ich an mein Elternhaus dachte“. Kein Satz ist wirklich sprachlich wertvoll – kein einziger Satz. Metaphern oder Wortverwendungen, die aufhebenswert wären, hat er gar nicht.

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Am schwerwiegendsten finde ich persönlich, dass dieser Botho Strauss, der vom Hanser-Verlag als eher sinnlicher Pol in der 68er Mischpoche plaziert worden ist, über kein poetisches Vermögen verfügt, seinen Proklamationen Taten in Prosa folgen zu lassen.

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Da schreibt (Seite 45) – (Anm. DM wirklich besser wäre stattdessen Schulmädchen-Pop von „Supertramp“) – Botho Strauss:

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– „….Frühmorgens, bevor ich zur Schule ging, sah ich häufig den Ruderer im Einer auf dem Fluß. Er pfeilte zwischen den Brücken abwärts in schnellen Stößen. Auf der Straße vom Rad rief der Trainer durch seine Kommando-Tröte. / Was ist vorbei? Vorbei war’s gleich. Aber nun ist es fern, so lange her. Wer schwindet mehr – dies Bild oder der es in sich trägt? Es entrückt mich, es wärmt mich. Ich denke ihm nach und finde, daß blaue Ferne am schönsten ist, wenn sie weit hinter uns liegt. / Es gehört ja nicht zu solchen Bildern, die man aus dem Kino kennt, auch nicht zu Kunstwerken, die an den Wänden hängen. Vielmehr handelt es sich um ein Implikat, eines jener zeugenden Bilder, die Stammzellen sind eines bestimmten Sehens, Empfindens, Begreifens. Bilder, die in unserem Leben ein eigenes Wachstum haben, indem sie sich selber niemals ganz der Wahrnehmung öffnet. …“

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Botho Strauss erlaubt sich wirklich übelstes Gewichse:  „Bilder“, Bilder Bilder – wo denn?

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Es scheint als hätte er die Poesie, die poetischen Potenziale von „zeugenden Bilder, die Stammzellen sind eines bestimmten Sehens, Empfindens, Begreifens.“ irgendwo programmatisch abgeschrieben, ohne zu wissen, welche Herausforderung damit für einen Dichter verbunden ist.

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Und ich setze im nächsten Absatz die Trivialbeschreibung im Zitat fort („Herkunft“ Seite 46): „…Wer wäre heute der Wächter vor den ungeernteten Bäumen, den reifen Früchten im Überfluß? Weder Kriegswitwe noch Häusler noch Strolch, die hierher zum Plündern kämen. Die Früchte verderben in großer Fülle und stehen in grauer Verlassenheit, so daß sie nicht einmal mehr die Stare anlocken. Sie schwellen und lasten am Zweig wie uneingestandene Wörter der Liebe. Sie bieten den traurigen Anblick, Mißgeschenke der Erde zu sein.“

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Ja, lieber Lichtgeschwindigkeitskunde – wollte man als Dichter was schreiben, von Traurigkeit oder von Liebe, dann müsste das traurige Bild gegeben werden, dann müsste Liebe stattfinden. Aber, wie hier Botho Strauss, zu behaupten, Irgendwas sei traurig – das ist weder traurig, noch kann der Leser aus diesem Satz heraus in eine eigene Extrapolation zur Traurigkeit den Lesetext verlassen, um dann zu lesen:

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Und dann kam ein Witz und dann muss der Leser lachen. Und dann predige ich die Liebe und?

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Der Leser wird Prediger. Ich kann mir diesen „Herkunfts“-Weihnachtsflop vom Hanser-Verlag nur vorstellen, weil ich vergangenes Jahr einen Vortrag von Michael Krüger (dem langjährigen, für Strauss verantwortlichen, Verlagschef) zu Friedrich Schiller im Marbacher Deutschliteratur-Archiv miterlebte: Man verliert bei solchen Flachzangen den Glauben daran, dass Dichten von Denken kommt.

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Ich schließe, bevor ich mich langweile („Herkunft“ Seite 90), mit einem Zitat, wie sich der Dichter Strauss seine Anthropologie vorstellt, völlig unpoetisch in technischer Prosa hier:

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„… Aber so ist es im Alter mit den Erinnerungen – sie versetzen uns in einen geradezu erhitzten Zustand, es drängt uns, das Verlorene mit anderen zu teilen, ja wir drängen es sogar Wildfremden auf, doch niemand, niemand kann da mit hinein! Die Kugel mit dem Einst-Weltlein bleibt rundum dein und unzugänglich für jeden anderen. / Vielleicht weil ich nie ein fröhlicher Waisenknabe der Rebellion war, der den Vater los sein wollte und dem sein Lebtag der Wutschweiß ausbricht, wenn ihm Macht als Machtperson begegnet, neige ich zu der Ansicht, daß Macht vielen, die sie nicht besitzen, das Leben besser sichert als Macht, in die sich viele teilen. Aber das sagt jemand, dem Autorität, Meisterschaft und Anführung selbstverständlich waren und den sie immer nur gefördert und niemals unterdrückt haben.“

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Nun, Meisterchen, gerade werden sie von der Autorität ihres eigenen Trivialgedenkes und Trivialgeschreibsels erdrückt. Und dann haben wir wohl vielmehr den simplen Befund, dass Sie zwar unterdrückt sind – es nur gar nicht merken. Als sei „Selbstverständlichkeit“ eine Eigenschaft der poetischen Dinge – nein, Ihnen als Kundschaft der Welt müssten die Dinge gönnen, dass Sie die selbst verstehen, ohne dass man noch eine Gebrauchsanweisung beifügen müsste.

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Die Behauptung, Ohnmacht sei vorteilhaft gegenüber sozialer Teilhabe, sei Ihnen unbenommen. Ich halte das für erheblich dummes Zeug und für leichtfertig, insbesondere da Sie es lediglich auf Ihre hier vorgeführte „Kleinmeisterlichkeit“ abstützen zu dürfen meinen.

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Es ist weder gedacht noch gesprochen treffend, wenn Sie „uns“ sagen, wo Sie lediglich um „Ihren“ eigenen mutmaßlichen Bauchnabel kreisen.

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Was wäre denn bei Führung und Fühlung an sozialem Miteinander beachtlich, außer ihr persönliches Vorurteil über Ohnmacht oder Autoritätserlebnis von Meisterschaft?

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SOCIAL FREEZING – Ein sozialer Fortschritt

Oktober 18, 2014

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am Samstag, 18. Oktober 2014

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Wer Design designed, muss eher sprachschöpferisch überzeugen, als durch seine geringen Fähigkeiten, wirkliche Neuigkeiten erfinden oder entwickeln zu können, erfolgreich in die Vorstellungsorientierung hineinzukommen.

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Social Freezing“ ist so ein Design-Fliegenschiss. Die Technik haben bereits vor vielen Jahren Naturwissenschaftler entwickelt. „Sozial“ ist daran rein gar nichts, was im Sinne der Sache „Freezing“ fraglich wird.

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Aus soziologischer Sicht lassen sich soziale Mutmaßungen betrachten:

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Welche Auswirkungen haben die Möglichkeiten der gekühlten Lagereier? Warum thematisiert man nicht die sozialen Dimensionen, der geschlechterspezifischen Abkopplung von Mann und Frau, mit Blick auf die eingeschlechtlichen Klon-Fortpflanzungstechnik?

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So, wie bereits längst Samenbanken zeugungsfähiges Sperma horten und käuflich anbieten (Kühllagerung kostet),

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so können nunmehr zeugungsfähige Eier ebenfalls ins ewige Leben vorgehalten werden (Kühllagerung kostet) – das aktuell von Sprachdesignern ins Gerede gebrachte „social freezing“ wird momentan von der betriebswirtschaftlich-marketingseitigen Nutzung hochgespielt, ist bekanntlich nicht mehr brandneu.

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Unbemerkt meist, manchmal auch zur Schlagzeile gemacht, arbeitet die abendländische Wissenschaftsmaschine in den Naturwissenschaften Tag für Tag in die Breite, manchmal eine Schicht tiefer. Wirksam wird der wissenschaftliche Fortschritt immer, wenn es zu einer herausragenden neuen Anwendung und dann zur massenhaften industriellen Verwertung kommt.

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Während das die Menschengeschichte durchziehende zweigeschlechtliche Fortpflanzungsdrama zwischen Frauen und Männern, Kulturantriebsmodus, wackelnder Bau der Triebpyramide aus Triebverwirklichungen, Triebhemmungen und Triebverzicht kennzeichnete, ist das nun – Alles vorbei: der Saurier ist tot, aber seine Hüften zucken noch.

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Mit Entwicklung der eingeschlechtlichen Klon-Zeugung im Reagenzglas – in Vitro Fertilisation – kann sich jedes menschliche Individuum selbst technisch Clonen lassen – ein Ei und eine Austrägerin sind bis jetzt noch Teil der Produktionskette. Liebesromane werden zukünftig andere Schwerpunkte finden müssen: Romantik der Eigenliebe – ich habe schon was anderes vor.

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Dietmar Moews meint: Den Fortschritt und die Kultur, das Verhalten täglich neu zu integrieren ist eine schöne Freiheit, die jede neue Generation entfalten muss. Wie stark dabei Erbe, Tradition und Abhängigkeiten die Veränderungen oder Bräuche pflegen, ist Aushandlung und Praxis.

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Zwei schwerwiegende Veränderungen kommen in meinen persönlichen Blick, die mich belustigen:

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EINS: Die Gepräche, die ich auch heute nicht mit all den Frauen führe, die für nichts sonst so tiefangebundene Motivation zur geistigen Auseinandersetzung haben als über ihre Abkömmlinge, werde ich auch zukünftig nicht über die eingefrorenen Eier mitmachen.

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ZWEI: Wie infolge der versprochenen Emanzipationswirkungen durch Googles „Social freezing“ zusätzliche Tob-Jobs entstehen, kann man genüsslich abwarten. Es werden die Karrierefrauen (nebst „Freezing background“) zukünftig den Wettbewerb auf die Karriereposten erhöhen.

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Wir werden jetzt schon die soziale Veränderung ansagen: Auch andere Wettbewerber werden den härteren Wettbewerb mit eigenen Eistechniken verschärfen. Die Haifische werden technokratisches Quoten-Monitoring und Flash-Netzwerke ins Spiel bringen.

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Ich freue mich schon auf die Partnervemittlung bei LOVERTY usw. „Kassandra mit 4 guten Eiern im Kühlschrank und hoher Pension sucht Sie oder Ihn“; (es meldet sich sie, ebenfalls mit mehreren Eiern auf Lager).

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Das Beste wird sein, die verkrampften Rennhühner werden mit Blick auf die Haifischgesellschaft inspirierter und ideenreicher, dynamischer und effizienter – mit Ei in der Kühlkammer. Wer’s glaubt, wird selig: SEXUS NEXUS.

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