Gerd von Paczensky 1925 – 2014 Kurznachruf

August 2, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4738

am Sonnabend, 2. August 2014

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Der Publizist und Fernsehredakteur Gerd von Paczensky ist am 1. August 2014 in Köln gestorben. Er stand als eine der demokratischen Persönlichkeiten seine verantwortliche öffentliche Rolle stark und vorbildlich durch.

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Die altersbedingte Vollendung seines Verschwindens ist nicht zu ändern, aber ein großer Verlust, während die Putinisten und Verpitbuller den verkommenen Nachwuchs bilden – kaum noch ein Promi, von Beckenbauer über Boris Becker, Christian Wulff oder Dieter Bohlen, Karl Theodor Guttenberg oder Volker Kauder, Schavan oder Uli Hoeness, der sich vorbildlich zu benehmen weiß. Gerd von Paczensky konnte frei seine Haltung behaupten – und er nahm erhebliche Abstrafungen und Abrichtungen hin.

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Der ganz junge Gerd von Paczensky war von 1942 bis 1945 Nachrichtensoldat im Hitlerkrieg.

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1946 begann er seine journalistische Tätigkeit als Reporter der Deutschen Allgemeinen Nachrichtenagentur (DANA) in Stuttgart, wurde später Redakteur der DANA-Zentrale in Bad Nauheim und leitete anschließend den Berliner Stadtdienst der DANA. Von 1947 an arbeitete er für Die Welt (Korrespondent in London 1949–1952, in Paris bis 1957, dann Ressortchef „Außenpolitik“). Ab 1960 arbeitete er für den NDR wo er 1961 zusammen mit Rüdiger Proske das Fernsehmagazin „Panorama“ gründete. Wegen zahlreicher regierungskritischer Berichte in dieser Sendung (z. B. über Franz Josef Strauss im Zusammenhang mit der Fibag-Affäre und der Spiegel-Affäre wurde sein Vertrag beim NDR 1963 nicht mehr verlängert.

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Paczensky war 1963/1964 stellvertretender Chefredakteur des Stern. Ende 1965 gründete er gemeinsam mit Bernt Engelmann in Hamburg einen Verlag, in dem ab Anfang 1966 die Zeitschrift Deutsches Panorama erschien (1967 wegen finanzieller Probleme eingestellt). Paczensky war kurzzeitig 1969/1970 und dann wieder seit 1973 Chefredakteur bei Radio Bremen, wo er auch zeitweise als Co-Moderator in der Talkshow 3 nach 9 tätig war. Von März 1972 bis August 1973 war er Leiter des Referats „Grundsatzfragen, Inneres und Justiz“ des Bundespresseamtes, wohin ihn Conrad Ahlers auf Zeit berufen hatte. Auf dem Saarbrücker Kongress des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) wurde er in den Bundesvorstand gewählt, dem er von 1984 bis 1987 angehörte.

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Seit 1950 behandelte er Probleme der „Dritten Welt“ in Artikeln, Rundfunksendungen, Fernsehfilmen und Büchern und schrieb vor allem in den 1970er-Jahren mehrere Bücher, die sich kritisch mit Kolonialismus und wirtschaftlicher Ausbeutung beschäftigten. 1994 klagte er erfolgreich vor dem Oberlandesgericht Hamburg gegen die Charakterisierung als „linker Antisemit“ durch den Publizisten Hendry M. Broder.

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Paczensky schrieb auch beliebte und einflussreiche Restaurantkritiken. Als Mitarbeiter der Zeitschrift essen & trinken berichtete er mehrere Jahrzehnte lang aus der deutschen und französischen Spitzengastronomie und setzte sich für die Verbesserung der Esskultur in deutschen Landen ein. In dieser Phase habe er – so ein Kenner der Szene – „die Restaurantkritik zur schönen Kunst erhoben“. Seine Bücher über Cognac und Champagner wurden international zu Standardwerken. Seit 1985 war er Ehrenbürger der Stadt Cognac. Er war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschlands.

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Dietmar Moews meint: Ich hätte gerne mal mit Gerd von Paczensky eine strittige Diskussion gehabt, weil er nüchtern und stark, fähig und bereit war, Argumente hinzunehmen und darauf zu erwidern. Wer kann das heute schon?

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Gedenken an diese Vorbildperson ist hiermit verordnet – welch Auftritte mit Gerd von Paczensky und Wolfgang Menge bei „3 nach 9“ in der Radio Bremen-Talk-Show! Die waren fähig, eine Diskussion derart ins Schwimmen zu bringen, dass der rote Faden zerfaserte oder in der Höhe bzw. Flachheit verschwand und plötzlich wieder in einer anderen Farbe präsent war – einfach virtuoses intelligentes Schweben, manchmal bis in ein Schweigen, während alle, auch das 3 nach 9 Publikum zu hause, in innere Monologe abglitt, ohne abzuschalten.

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Mich hat Paczenskys Nähe zu Stasi-Leuten wie Bernt Engelmann gestört.

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Es zählt aber vielmehr der aufrechte Gang und die geistige Kraft, die deutsche Weltgeschichte in der Rolle des leidenden Kritikers so weitreichend auszufüllen.

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Wie leicht ist es angepasst herumzujubeln, wie Volker Kauder oder die Kinder der Konrad Adenauer-Stiftung oder der Friedrich Ebert-Stiftung, die opportunistisch bis über die Ohren und zum Bundesverdienstkreuz unterworfen und durchgereicht werden.

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Gerd von Paczensky war sensationelles großes Live-Fernsehen – wie traurig dagegen vor einigen Tage das Biologie-Rätsel-Spiel mit Frank Elstner und Ranga Jogeshwar.

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Lichtgeschwindigkeit 196

Februar 10, 2010

LICHTGESCHWINDIGKEIT 196

VERTUSCHEN VERTUSCHEN,

täglicher Kommentar zur Medienlage von dem Künstlergelehrten

Dr. Dietmar Moews, Piratenpartei Deutschland, aus Sicht der Piratenbewegung –

live und ungeschnitten – muss auch immer die Werte der Piraten

berücksichtigen: Offenheit, Transparenz, Freiheit, Piraterie und

Rechtsstaatlichkeit. Kritik am Kunstbetrieb fällt da meist aus,

aber hier: am Mittwoch 10. Februar 2010, Alphons-Silbermann-Zentrum,

Berlin-Pankow Niederschönhausen in Lichtgeschwindigkeit,

mit BILD Berlin/Brandenburg, DIE WELT und Frankfurter Allgemeine

Zeitung vom 10. Februar 2010, ferner netzpolitik.org, wikipedia.de, ccc.de,

taz.de, pressanzeiger.de, BMVG.de, spiegel-online, BMF.de,

Bundeskanzlerin.de, BMI.de, BBC.com, ard, zdf, DLF, dradio.de,

Spiegel.de, bild.de, heise.de, piratenpartei.de, Derwesten.de,

Ksta.de, RP-online.de

Piratenthema heute: Vertuschen Vertuschen: Es wird nicht nur nicht

die Wahrheit gesagt; es werden Tatsachen vertuscht und es wird

die Aufklärung von Vertuschung verhindert. Sowohl SWIFT, das

morgen im Strassbourger EU-Parlament zu Abstimmung ansteht,

ob die USA freie Verfügung über alle Banktransferdaten vom

SWIFT-Datenbank in Brüssel nehmen dürfen. Wir finden in den

Zeitungen dazu heute gar nichts. Das andere ist: Es wurde vor der

Bundestagswahl von der Großen koaltion Merkel/Steinmeier nicht

gesagt worden: Wir sind im Krieg. Wir führen euch in den Krieg.

Deutsche, wollt ihr in den Krieg geführt werden? Deutschland hat

Schulden wie nichts und macht Krieg. Vertuscht wird so auch die

Kundus-Affäre und die Frage: Die Deutschen wollen in den KRIEG

geführt werden?

Die USA und ihre Verbündeten, darunter die Deutschen in der

vordersten Front, wollen Ausbilder schicken und damit einen Einsatz

beenden, der zu Hause immer unpopulärer wird. Doch kann dieser

Ansatz wirklich gelingen? Afghanistans Armee hat vor mehr als

20 Jahre aufgehört zu existieren, seither üben Warlords die Macht

aus. Mehr als 70 Prozent der Rekruten sind Analphabeten, nach

acht Jahren Krieg gegen die Taliban gibt es keine afghanische

Brigade, die ohne ausländische Unterstützung einsatzfähig wäre.

Es gibt kaum Offiziere, ganz zu schweigen von logistischer

Unterstützung, ohne die keine moderne Streitkraft funktionieren kann.

Allenfalls halbherzig ist der Ansatz, aussteigewilligen Taliban-Kämpfern

eine Prämie zu zahlen und dabei zwischen „Moderaten“ und „Radikalen“,

zwischen Guten und Bösen zu unterscheiden.

BILD Berlin/Brandenburg titelt: Rückt Löw von Bierhoff ab? Die

DFB-Datensammelbank Präsident Theo Zwanziger ist immer noch

nicht zurückgetreten. BILD titelt: Richter kippekn Gesetz: Alles neu

bei Hartz IV. Wer bekommt mehr Geld? …

Dietmarmoews: Die Entscheidung des BVG von gestern wird

dem BILD-Leser nicht vernünftig mitgeteilt. Denn die Entscheidung

weist nicht mher Geld“ aus. BILD: Piraten geben Frachter frei (vor Somalia).

DIE WELT titelt: Eva Braun: Wie politisch war Hitlers Frau?

DIE WELT: Karlsruhe muss Hartz IV neu berechnen. Alte Methode

verfassungswidrig. DIE WELT, Kommentar von Andrea Seibel: Arbeit

wäre sozial DIE WELT: USA streben jetzt neue Sanktionen gegen

den Iran an DIE WELT: Opel verlangt von Deutschland 1,5 Milliarden

Euro Starthilfe DIE WELT: Griechenland kann auf Hilfen der Euro-Länder

hoffen DIE WELT: Bier geht in die Knochen. Dietmarmoews:

DIE WELT bringt auf dem Titel nichts zu SWIFT und nichts über

Vertuschen des Vertuschens von KRIEG und UNGLAUBWÜRDIGKEIT.

DIE WELT Seite 6: Kopfnoten von Torsten Krauel:

Ein Jahr mit Karl Theodor zu Guttenberg (Lothar Matthäus)

Dietmarmoews: Völlig unseriös, also demagogisch, geht die WELT

über den Unglaubwürdigungsprozess eines jungen unerfahrenen

Verteidigungsministers hinweg, der unfähig in den Krieg führt.

Die Bundeswehr hat nicht mal ein Flugzeug, Soldaten aus Afghanistan

abzuholen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt: Regelsätze für Hartz IV -Empfänger

verfassungswidrig. FAZ: Mit Wut in die Woche. Die FDP fühlt sich von

Merkel gedemütigt. FAZ Seite N1 Natur und Wissenschaft: Der Klimarat

kommt auf den Prüftstand, von Ottmar Edenhofer. FAZ SeiteN3:

Allbewegt. Selbststeuerung in ogistik, von Thomas Thiel. FAZ seite N4:

Kanon und Literaturkritik 2.0, von Kathleen Hindebrand. FAZ S N5:

das kulturelle Erbe im digitalen Zeitalter, von Katherina Teutsch.

Dietmarmoews: Herr Prof. Kaube! Diese Ausgabe ist völlig missglückt:

Postmodernes Unterschreiten des geordneten Durcheinanders zur

IT-Revolution. Kritiker muss dringend verreisen.

Idee, Produktion, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin,

Musikwerbung: 4 BEADS 8 Days MP3 gratis Download von dietmarmoews.com


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Februar 10, 2010