Argentinien hat einen USA-Präsident-Besuch von Barack Obama

März 24, 2016
Lichtgeschwindigkeit 6405

Vom Donnerstag, 24. März 2016

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Bildschirmfoto vom 2016-03-06 23:48:55

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Es ist beeindruckend, wie großflächig und wie reich das Land Argentinien tatsächlich ist. Die USA sind als Vereinigte Staaten nach Größe, Vielfalt und Morphologie mit Argentinien vergleichbar.

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Allerdings ist die „Kolonialgeschichte“ verschieden entwickelt:

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Während die christlichen Europäer Nordamerika gewaltsam übernommen hatten und in die weltweite Militär-Moderne geführt haben, haben die christlichen Eroberer Südamerikas irgendwie die Kurve nicht gekriegt.

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Während die Vernichtung und Unterwerfung der Ureinwohner noch ähnlich verlief – in Nordamerika gibt es nur noch Menschenzoo-Reservate für Ureinwohner, in Südamerika blieben die Ureinwohner in die schwerer zugänglichen Landschaften zurückgedrängt frei – gelten im Jahre 2016 klare weltpolitische Rangverhältnisse.

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Die Gesellschaften „Latein“-Amerikas wurden vielfältig unter die Militär- und Finanzgewalt der USA gezwungen.

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Bis heute gibt es keine wirklich hochentwickelten Staatsgebilde in Lateinamerika, weil überall in den Zentren und Großstädten die Eliten den westlichen Reichtum anbeten und die eigene gesellschaftliche Entwicklung rückständig blieb.

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Die elitäre und brutale Nomenklatura in Buenos Aires macht bis heute Währungs-, Handels- und Militärpolitik in Abstimmung mit USA-Einflüssen auf allen Ebenen.

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OBAMA in BUENOS AIRES?

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Diese Nachricht von heute wurde in den zeitlichen Ablauf zum friedlichen Auftritt OBAMAS in Havanna gestellt, während in Argentinien doch noch andere Uhren ticken.

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Dietmar Moews meint: Noch kürzlich wurde Argentinien durch IWF-Machenschaften und Zinserzwingung zugunsten der USA noch in die Insolvenz getrieben, hätte nicht die neue BRICS mit Kreditbürgschaft helfen können.

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Gerade „feiern“ Argentinier noch ihren „VIERZIGSTEN“, die nicht bis 1981 aus Flugzeugen in den Atlantik geschmissen oder, wie die junge Deutsche Elisabeth Käsemann, von der Militär-Junta General Videlas in Folter-Stücke geschossen worden waren.

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Da kann US-Präsident Barack Obama nun weder wie der Befreier noch wie der gute Freund sich hinstellen, während noch die von den Kirchners amnestierten argentinischen Mördergeneräle ihre Rente genießen.

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Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder“ – das muss man kennen: In Argentinien gibt es private Estancias, die von USA-Anglern per Privatflugzeug zum Lachsforellenfangen angeflogen werden – da ist die Elite schön Erste Welt, während Buenos Aires ein Flickenteppich von Gated Aereas mit Mörderbusfahrern bildet.

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Ich lege eine kleine Meisterleistung aus dem gestrigen neuen deutschland ein, für die ich sonst keine Verwendung habe – die soll man aber lesen: Gratulation dem Autor TOBIAS RIEGEL:

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neues deutschland Seite 15 am Mittwoch, den 23. März 2016:

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„KUBA, die Menschenrechte und die Medien

Liegt Guantanamo in Florida? Von Tobias Riegel …wenn mit den USA der aktuell gravierendste Verletzer der Menschenrechte selber mit dem moralischen Finger auf die Insel zeigt – denn das karibische Eiland ist nicht nur Schauplatz schlimmer US-Verbrechen (Guantanamo), sondern wurde auch selber deren Opfer – etwa durch ein unmenschliches Sanktionsregime und eine versuchte Invasion der CIA in Kooperation mit dem US-amerikanischen Organisierten Verbrechen.

Die „Thüringer Allgemeine“ sieht in Sachen Menschenrechte Kubas „hässliche Fratze“, laut „Südwestpresse“ „belohnen“ die USA Kuba nun für die Einschränkung der Bürger- und Menschenrechte“, Medien vom „WDR“, über „Reuters“ bis zum Deutschlandfunk“ fordern dieser Tage, dass US-Präsident Barack Obama mit Kubas Präsident Raul Castro „über die Menschenrechte“ spricht. Wie darf man sich das wohl vorstellen? „Du Raúl, es wäre schön, Kuba würde sein Folterzentrum in dem von Kuba besetzten Zipfel Floridas räumen, wir wollen auch keine kubanischen Truppen mehr in Irak und Afghanistan, wir lehnen es ab, dass der kubanische Geheimdienst die Welt bespitzelt und wir finden es nicht OK, dass die kubanischen Sanktionen die US-Bevölkerung aushungern.“

Seine Kuba-Kritik ist Obama hoch anzurechnen. Die politisch-gesellschaftlichen Defizite Kubas sind nicht zu leugnen. Dass der US-Präsident in Havanna Menschenrechtsfloskeln aussprechen muss, ist selbstverständlich. Und man merkt diesem klugen aber tragisch machtlosen US-Präsidenten (den man – nicht nur als Kriegstreiber – schon sehr bald schmerzlich vermissen wird) an, dass ihm die Leere dieser Phrasen sehr wohl bewusst ist. Die Kritik richtet sich also nicht gegen einen US-Präsidenten, der in bekannter Propagandaroutine die Interessen seines Landes vertritt – sondern gegen die Kuba-Berichterstattung vieler deutscher Medien, die diese Propaganda einfach übernehmen. So sind zahllose aktuelle Kuba-Berichte hierzulande geprägt von einem naiven US-Zentrismus und einer historischen Ahnungslosigkeit. Wäre es nicht Aufgabe der Kommentatoren, die unvermeidlichen Floskeln des US-Präsidenten zu enttarnen, was sie sind – gerade wenn man immer so viel von „Einordnen der Nachrichten“ redet?

Die USA, die sich im Inland eine schöne Verfassung gönnen, deren edle Inhalte sie aber dem Ausland allzu oft vorenthalten, hatten einst viel Einfluss in Kuba – und haben die Insel damals zum Bordell und zum Kasino für den reichen Norden degradiert. Nicht einmal die hoffnungslos verknöcherten Sozialisten brauchen sich also moralisch zu verstecken im Vergleich mit den heutigen US-Kriegstreibern oder mit den einstigen US-Statthaltern Kubas, die die Insel der Cosa Nostra einfach überlassen hatten.“

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Venceremos.

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1914 Die Avantgarden im Kampf Lichtgeschwindigkeit 4106, Dietmar Moews, am 3. Februar 2014 Täglicher Bonus zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle von Dietmar Moews und Otto Nebel – 8. November 2013 bis 23. Februar 2014

Februar 3, 2014

1914 Die Avantgarden im Kampf Lichtgeschwindigkeit 4106, Dietmar Moews, am 3. Februar 2014
Täglicher Bonus zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle von Dietmar Moews und Otto Nebel – 8. November 2013 bis 23. Februar 2014
c. Dietmar Moews 2014

Dietmar Moews, Köln, am 3. Februar 2014

Dietmar Moews, Köln, am 3. Februar 2014

„Was wäre die moderne Kunst ohne den Ersten Weltkrieg? Eine wunderbar spekulative Ausstellung in Bonn“ – mit solchen Sätzen haut die heutige Salonpersonnage auf die Kacke der medialen Anschlusshöhe, in der Annahme, es wird kein Geschundener jener Kriegszeit mehr dazu kommen, diesen Schmierfinken in die Fresse zu hauen. Wunderbar? Hybris der von sich selbst besoffenen Mediokristen des Salons, die sich selbst wunderbar finden.

Mit der Ächtung des Krieges, die dem Maler Dietmar Moews stets eine Einstimmungsaufgabe zur Kunstkauflust ist, seit den 1970er Jahren mit der „Künstler für den Frieden“- Ausstellungen und jetzt zu „1914 Die Avantgarden im Kampf“ die Ächtung des Krieges und der Gesellschaft, die ihn hervorbringt – ZUGINSFELD – Malerei von Dietmar Moews mit ZUGINSFELD von Otto Nebel, dem expressionistischen Gedicht aus dem Jahr 1918.

Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. 70 Millionen Soldaten standen in Europa, Afrika, Asien und auf den Weltmeeren unter Waffen, 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Die prägenden Jahre von 1914 bis 1918 waren Endpunkt und Neubeginn zugleich. Mitten in den Auseinandersetzungen kämpften auch die Künstler, und die Ereignisse hinterließen in ihren Werken deutliche Spuren. Während vor dem Krieg die europäischen Avantgarden einen engen Austausch untereinander pflegten, zerstörte der große Krieg dieses fruchtbare Zusammenspiel auf brutale Weise. Bei Kriegsende waren die Weichen für die richtungsweisenden Strömungen des 20. Jahrhunderts gestellt. Die Ausstellung präsentiert die künstlerischen Aktivitäten dieser dramatischen Zeit anhand herausragender Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von Nebel, Beckmann, Dix, Kandinsky, Kirchner, Klee, Lehmbruck, Macke, Malewitsch, Marc, Picasso, Schiele, Moews und weiteren Künstlern.

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ZUGINSFELD Kirchentag alle 1997 Mitteldeutsche Zeitung

ZUGINSFELD Kirchentag Halle 1997 Mitteldeutsche Zeitung

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Otto Nebel war Weltkriegssoldat und entkam im Jahr 1918 der Gefangenschaft aus dem englischen Colsterdale, wo Nebel das Zuginsfeld aufgeschrieben hatte.

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ZUGINSFELD auf dem Odeonsplatz München, Freilichtausstellung von Schwabing Extra zur Wehrtagung

ZUGINSFELD auf dem Odeonsplatz München, Freilichtausstellung von Schwabing Extra zur Wehrtagung

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Der Maler Dietmar Moews ist seit den 1970er Jahren einer derjenigen Künstler in Deutschland, die überhaupt stets anderen Künstlern Möglichkeiten gab, zu publizieren. Kataloge, Zeitschriften-Beiträge, Funk, Fernsehen, jetzt das Internetz, insbesondere große Veranstaltungsreihen, wie 1983 bis 1985 „Künstler + Frieden“, wo alle Gewerke, vom Komponist bis zum Maler, Schriftsteller und Philosophen, den Krieg diskutierten.

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Kriegs Schau Platz 2003 München Odeonsplatz

Kriegs Schau Platz 2003 München Odeonsplatz

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Es lag Moews auch daran, zu zeigen, dass auch Einzelgänger der Kunst, die in der Gesellschaft nämlich wie alle anderen als eine Berufsgruppe gesehen werden, zur Ächtung des Krieges öffentlich Stellung beziehen können, ohne dabei künstlerisch in billigen Gut/Böse-Kitsch fallen zu müssen.

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ZUGINSFELD 18 bei Kriegs Schau Platz 2003 München

ZUGINSFELD 18 bei
Kriegs Schau Platz 2003 München

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Oder, was vielen Künstlern wichtig ist – nicht mit ästhetisch gering Geschätzten auf einer Bühne zu erscheinen. Hier lautete die gemeinsame Werthaltung:

ÄCHTUNG DES KRIEGES UND DER GESELLSCHAFT DIE IHN HERVORBRINGT

«Ich bin innerlich zerrissen und geimpft nach allen Seiten, aber ich kämpfe, auch das in Kunst auszudrücken.» Ernst Ludwig Kirchner
Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn untersucht das Schicksal der modernen Kunst in ihrem Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg, allerdings unter der einäugigen Kunst-und Künstlerauswahl der heutigen Salonpersonnage. Stets unter Ausgrenzung derjenigen unabhängigen Künstler wie Otto Nebel oder Dietmar Moews.

Während vor dem Krieg die europäischen Avantgarden einen engen Austausch untereinander pflegten, zerstörte der große Krieg dieses fruchtbare Zusammenspiel auf brutale Weise. Schon vor 1914 kamen in Deutschland und Österreich bedrückende Endzeitgedanken auf, andererseits finden sich vielfach Kampfmotive. Zahlreiche Künstler gingen zunächst mit Begeisterung in den Krieg – aus durchaus unterschiedlichen Gründen. Das eigentliche, das tragische Ereignis für die Moderne war der Zusammenbruch des internationalen Zusammenwirkens der Künstler: Viele von ihnen zogen aus dem Atelier ins Feld, manche von ihnen fielen. Während einige Künstler die avantgardistische Formensprache bei der militärischen Camouflage einsetzten, fertigten andere patriotisch-volkstümliche Bilderbögen.
Durch die völlig neuen, existenziellen Erfahrungen des Leidens und der Zerstörung fanden zahlreiche Maler und Zeichner noch in diesen Kriegsjahren zu bewegenden neuen Themen und bildnerischen Verfahren.

Schon während der Krieg wütete, versammelten sich in der neutralen Schweiz emigrierte Kriegsgegner (wohin auch Weltkriegssoldat Otto Nebel später wegen der Nazis emigrieren musste) und gründeten 1916 Dada als internationale Protestbewegung, spätere Surrealisten forderten einen „esprit nouveau“ als Inbegriff der von allem Alten sich befreienden Kultur, wieder andere Künstler näherten sich der vollständigen Abstraktion. Bei Kriegsende waren die Weichen für die richtungsweisenden Strömungen des 20. Jahrhunderts gestellt.
Die facettenreiche Ausstellung präsentiert diese dramatische Zeit anhand von über 300 herausragenden Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen sowie dokumentarischen Fotografien von 60 der wichtigsten Künstler aus ganz Europa, darunter Otto Nebel, Max Beckmann, Otto Dix, Wassily Kandinsky,  Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Pablo Picasso, sowie des nachgeborenen Dietmar Moews und vielen anderen, wie des Schirmherren der Ausstellung, Bundespräsident Joachim Gauck, und den nachgeborenen Kustoden dieser Ausstellung.

http://www.ganz-muenchen.de/artculture/2003/moews_ausstellung/zuginsfeld_feldherrenhalle.html

Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft von SCHWABING-EXTRA
ZUGINSFELD gemalt von Dietmar Moews
Zuginsfeld, expressionistische Dichtung zur Ächtung des Krieges
(insgesamt XIII Abteilungen); aus Kriegsgefangenschaft 1918,
geschrieben von Otto Nebel (1892-1973), 181 Seiten lang

Der Gemeine
DMW 286.35.80, 240/240cm
Öl / Leinwand, Schlagmetall-Vergoldung,
Sept 1980 Hannover Grünewaldstrasse 6 gemalt
Wehrkraft im Geiste
Wer
Der Mann
Pflicht gibt ihm Zwang und nimmt ihm Kraft
Zwang gibt ihm Waffen und nimmt ihm Wehr
Nimmt er das Gewehr über
Übernimmt
Und
Untergibt es ihn
Untergebener
Überlieferter
Der Mann ist geliefert
Vorgesetzter
Zurückgesetzter
So wird der Mann versetzt
Verstellt
Verrückt
Stehen Sie still, Sie!
Rührt Euch
Kopf hoch
Finger lang
Langfinger
Brust raus
Linkes Ohr tiefer
Kinn an de Binde
Augen rechts
Beine raus
Kopf ab
Es ist rührend
Keiner rührt sich
Dieser Stillstand
Wird der Mann gerührt
Brei ist rührig
Der Mann wird gedient
Gedienter Mann wird Bediener
Bedienter Narr ist Herr
Es ist verkehrt
Ganze Abteilung kehrt
Ganz verdreht
Maulhalten
Unterordnen
Ordnung muß sein
Es geht außerordentlich schneller
Geöffnete Ordnung
Geschlossene Unordnung
Unordentliche ordentlich hochnehmen
Ist alles in Ordnung
In Keinem ist sie
Im Kerne nie
Im Keime kaum
Von Untergebenen wird sie verlangt
Gelungen
Hinlegen!
Setzen!
Auf!
Knieen!
Über den Zaun
Auf die Bäume!
Unter die Räder!
Über
Und
Unter Wasser marschmarsch
Um auf die Bäume zu klettern
Um an den Wänden hochzugehn
Es ist ER
Der wahre Staat
Made in Germany
Muster ohne Wert
Gesetzlich geschützt
Schützt er den Mann
Er schützt ihn vor
Finster ist er
Kerkerfenster hat er
Schwedische Gardinen
Keine Luft bekommt er
Stinkkaverne
Stunkkaserne
Kasematte
Kantschukeller
Schilderhaus vor Katakomben
Bombastburg an Schinderschuppen
Zuchthaus hinter Baßtrompeten
Zeughaus
Tollhaus
Dummes Zeug
So verdummt ein Land
So verdummt ein Volk
Wehrmann ist kein Schutz
Schutzmann ist kein Mann
Vordermann ein Hinterhalt
Hintermann kein Unterhalt
Untermensch kein Mensch
Kein Halt
So verkommt ein Volk im Staat
So verkommt im Nichts die Saat
Gehen die Völker vor die Hunde
Und vergehen
Gehen Hunde vor den Völkern
Höllenhunde
Und Vergehen
Und Verbrechen
Brechen Völker in die Kniee
Und verröcheln unter Rädern
Unter Protzen
Ungeschützte
Unter Mordgeschützen
Vorgehetzte
Reiten Schemen vor den Wesen
Flieg die Urkraft hoch
Verpufft
Zu Was
Zu Wasser
Zugrunde
Wer steigt dem Staat auf das Dach
Ach
Zwang entmannt
Entmannter Mann ist gemeint
Der Gemeine

ZUGINSFELD gemalt von Dietmar Moews
Zuginsfeld, expressionistische Dichtung zur Ächtung des Krieges
(insgesamt XIII Abteilungen); aus Kriegsgefangenschaft 1918,
geschrieben von Otto Nebel (1892-1973), 181 Seiten lang

Der Gemeine
DMW 286.35.80, 240/240cm
Öl / Leinwand, Schlagmetall-Vergoldung,
Sept 1980 Hannover Grünewaldstrasse 6 gemalt