Edathy – Machiavelli heute in Deutschland

Februar 11, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4117

täglicher Bonus von Dietmar Moews

am 11. Februar 2014

Dietmar Moews, Köln, 11. Februar 2014

Dietmar Moews, Köln, 11. Februar 2014

Edathy – Machiavelli heute in Deutschland

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (MdB), Innenpolitiker und Vorsitzender des NSU-Ausschusses, ist zurückgetreten. …“

… Wie man Städte oder Herrschaften regieren muß, die vor ihrer Eroberung nach ihren eigenen Gesetzen lebten (Anm. DM. etwa wie Deutschland seit 1945 durch die USA):

Wenn ein Staat, den man in der besprochenen Art erobert hat, gewohnt ist, nach eigenen Gesetzen und in Freiheit zu leben, so gibt es drei Möglichkeiten, seinen Besitz zu behaupten: entweder

  1. ihn zerschlagen oder
  2. dort seine Residenz einrichten
  3. ihm die eigenen Gesetze lassen, ihn aber tributpflichtig machen und eine Regierung von wenigen Bürgern einsetzen, die für eine freundliche Haltung der anderen garantieren. Da diese vom Eroberer eingesetzte Regierung weiß, daß sie ohne dessen Wohlwollen und Macht nicht bestehen kann, muß sie alles aufbieten, um diese zu halten. Es ist leichter, eine freiheitgewohnte Stadt mit Hilfe ihrer eigenen Bürger zu behaupten als auf irgendeine andere Weise, falls man sie nicht zerstören will. …“

Täglich belohnt mich meine Bildungstechnik mit Erkenntnis und Orientierungsmitteln. Wenn ich was nicht kenne, oder nicht verstehe, oder einfach noch nie gehört hatte, schlage ich nach.

Meist, schnell, Google-Suche – dann meist ein gezielter Griff in meine Büchersammlung. Was ich unmittelbar nachschlage, kann ich  meinem Wissen anschließen und dadurch leicht merken.

Heute, am 11. Februar 2014, heißt es: „Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (MdB/SPD), Innenpolitiker und Vorsitzender des NSU-Ausschusses, ist zurückgetreten. Gegen Edathy läuft ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren.“

Machiavelli – der Spezialist für römische Republikfragen im Florenz der Renaissance – erklärt, was mit Edathy los ist. Edathy war im deutschen Machtapparat integriert (leitender Mitdenker im NSU-Ausschuß des Deutschen Bundestags). Eine staatsanwaltliche Ermittlung gegen Edathy kann die Staatsmacht verhindern, wenn sie will. Insbesondere hätte man nicht die Tageszeitung zur Hausdurchsuchung in Bad Rehburg eingeladen. So lange Edathy den Schutz des Machtapparates genoß, war er quasi „immun“, mußte aber „mitspielen“. Edathys öffentliche Vorführung bedeutet, dass er den Schutz der Staatsmacht nicht bekommt, weil?

Schlicht nach Machiavelli verstehe ich heute mutmaßlich: Weil Edathy bei der staatsmachtseitigen Vertuschung und Verhinderung der Klärung der Rolle des vielgliedrigen föderalen Staats bei den NSU-Morden bzw. bei der staatlich inszenierten Taten- und Täterversion zulasten der drei Beschuldigten, stört, hat man Edathy nun „abgeschossen“. Die marktwirtschaftlichen, freien sowie die staatlichen Medien schlachten Edathy, wie es eine staatliche Propagandaverschwörung nicht besser könnte.

Auf der Hand liegt weiterhin, dass NSU staatlich organisiert und geistig wie materiell gesteuert worden ist, statt zu verhindern, dass sich selbstgenieverdächtige junge „DDR-Kinder“ in – aus ihrer Sicht – Freiheitskämpfe verschworen.

Folge dieses machiavellistischen Vorgangs, um den tatsächlich seit anfang Januar krankgemeldeten SPD-Abgeordneten Edathy, ist ganz einfach: Edathy ist raus aus der NSU-Aufklärung/Vertuschung des in dieser Weise kranken Rechtsstaats Bundesrepublik Deutschland. Hat er vielleicht nicht genügend die offizielle NSU-Sprachregelungen unterstützt? Hat Edathy im NSU-Ausschuß Zweifel und Fragen an der Einseitigkeit nicht weggedrückt? Die staatsseitigen Unregelmäßigkeiten sind in der föderalen Vielseitigkeit nicht allein Obliegenheit der Bundesregierung. Jedenfalls wird Edathy durch die jetzt ausgelöste Kampagne strafrechtlicher Vorwürfe gegen ihn nicht, wie man könnte, geschützt, sondern es wird sein Ansehen unnötig und verfrüht niedergemacht – schließlich wird ihn seine Partei irgendwo ins Abseits bugsieren und schlecht versorgen.

Merkel ist Machiavellis Stellvertreter des amerikanischen US-Eroberers nach Möglichkeit 3 zur Behauptung des eroberten Besitzes infolge des Zweiten Weltkriegs.

Bei Karzai, in Afghanistan, klappt es nicht, den Willen der USA gegen den Willen der Eroberten durchzusetzen. Die Eroberung ist nicht gelungen.

Bei Sadam Hussein hatten sich die USA explizit es so machivellistisch vorgestellt wie mit Hitler-Deutschland nach 1945. Doch auch der Irak war nicht wirklich erobert, Irak war lediglich zerschlagen. Und es fehlen den Irakern die abendländisch-kulturellen Organisationsgewohnheiten des „preußisch-etatistischen“ Mitspielens.

Deshalb erscheinen uns die meisten Merkel-Statthaltereien so unterwürfig bzw. meist agieren Bundesregierungen mit frommen Erklärungen, während das politische Verhalten vollkommen den Entscheidungen der USA-Mächtigen angepasst wird. Die „freie“ Medienwelt deckt das nicht auf, sondern schwingt locker mit: „Falsche Propheten“ dienen einer beschränkten Selbstbestimmung der Deutschen sowie ihrer Unmündigkeit bei auskömmlichem Lebenskomfort.

Lesehilfe hierzu: Machiavelli Der Fürst, zit. nach KAPITEL V in Krömer 235, Stuttgart 1963, Seite 18 f


Lichtgeschwindigkeit 168

Januar 21, 2010

Lichtgeschwindigkeit 168

KORRUPTION D täglicher Kommentar der Medienlage,

von dem Künstlergelehrten Dr. Dietmar Moews Dipl. Ing.,

Piratenpartei Deutschland, aus Sicht der Piratenbewegung,

am Mittwoch, 20. Januar 2010, Alphons-Silbermann-Zentrum,

Berlin-Pankow Niederschönhausen, mit der Freitag v. 14. Januar 2010,

THE NEW YORKER Jan. 11, 2010, BILD Berlin/Brandenburg,

Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung

vom 20. Januar 2010 sowie Bundeskanzlerin.de, BMI.de,

BBC.com, ard, zdf, DLF, dradio.de, Spiegel.de, bild.de,

heise.de, faz.net, piratenpartei.de,

Piratenthema hier: KORRUPTION D in Deutschland –

meint Dietmarmoews – untergräbt Korruption und

Unglaubwürdigkeit das vertrauen in die Regierung und in

den Staat. Kanzlerin Dr. Merkel nennt das Schuldenmachen

„eine Kunst“, die Kunst Staat zu machen. Bundesinnenminister

behauptet: In der Krise kann man nicht Sparen. Was irreführender

Unfug ist: denn es geht nicht um Sparen, sondern um

haushalterische Sparsamkeit. Kanzlerin Merkel redet von

der Überwindung der Wirtschaftskrise, während das

innerdeutsche Finanzdebakel der springende Punkt ist:

Aus Schulden ist kein Wachstum zu generieren. Der völlig

überforderte Herr Guttenberg sagt: Mehr Klarheit und mehr

Wahrheit. Er muss gehen.

Der Freitag Nr. 2 ergibt keine zielführende Pointe; Problem

scheint zu sein, dass die favorisierten GRÜNEN derzeit auf

allen Wertehochzeiten zu tanzen glauben. So gesehen ist der

Oppositions- und Kritikgeist hier nicht überzeugend, wie die

Bundestagsreden der GRÜNEN ebenfalls nicht.

BILD Berlin/Brandenburg titelt: DANKE an die Spender der

Geldsammlung für HAITI – wo weitere Nachbeben den

Untergang verschlimmern.

THE NEW YORKER Jan. 11. 2010 titelt mit einem schönen

Ski-Bild und kündigt den „acclaimed fortepianist“ Andreas Staier

für die Zankel Hall mit Haydn anniversary an. Andreas hatte

in Hannover studiert und anfang der 1980er zum Künstlerkreis

der Neuen Sinnlichkeit gehört.

Süddeutsche Zeitung titelt: Ist das Liberalismus? Die FDP und

ihre Hoteliers. Dabei wurde heute der Spendenempfang aus

entsprechenden Quellen für CDU und CSU bekannt.

Im Schreiber-Spenden- und Steuer-Strafprozess vertut sich

der Staat, indem er der eigenen staatlichen Doppelmoral einen

Sündenbock opfert.

Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt: Ein Viertel des Haushalts

besteht aus Neuverschuldung. Die Staatskunst der

Unverantwortlichkeit mit demokratischen Wahlergebnissen

im Hintergrund. FAZ-Kommentar von Manfred Schäfers:

Ohne Konzept: Finanzminister Schäuble.

FAZ Seite 6: UN: Die Korruption untergräbt Vertrauen in

Karzais Regierung. Sowohl Karzai wie auch die

Finanzzerrüttung des Afghanisschen Lebens wird aus

westlichen Kassen gespeist.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. Januar 2010, Seite 4:

Interviews von Reinhard Müller mit Präsident des

Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Hans Jürgen Papier

(ruhende CSU-Mitgliedschaft): … Der eminente Präsident

endet im Februar 2010 … Er sei kein einziges Mal seitens

einer Partei bedrängt oder dem Ansinnen der Beeinflussung

ausgesetzt worden, z. B. Lissabon-Verträge-Auslegung und

Datenschutz-Thematik haben wir eine unabhängige Judikative

in Deutschland erlebt. Dietmarmoews meint: das korrupte,

verlogene und intransparente Gemauschel der parlamentarischen

Klasse von Deutschland ist auf einer schiefne Ebene.

Die in vielen Themen kritische LINKE versagt als Vorbild in

der Opposition in der eigenen Praxis und den parteiinternen

Machenschaften

(freie Kommentarthreads auf LINKE-Foren? – such mal)

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews,

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin;

Musik: Spooky Tooth: Jubilation/Ceremony 1979


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Januar 21, 2010