Der Schlappekicker macht Frankfurter Feste mit Jürgen Grabowski

Dezember 29, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9864

am Montag, 30. Dezember 2019

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„Der Schlappekicker“ von Frankfurt am Main hilft seit mehr als 65 Jahren Sportlerinnen und Sportlern, die unverschuldet in Not geraten sind. Zudem fördern weitere Aktionen Sportvereine und -initiativen, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren.

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Im Jahr 1951 wurde die Initiative vom Sportchef der FRANKFURTER RUNDSCHAU, Erich Wick, gegründet, die sich im Laufe stark verändert haben.

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Frankfurter Rundschau, Seite 28/29, am 28. Dezember 2019, von Thomas Klichenstein und Harald Stenger:

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„Das sind immer Frankfurter Feste“

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Der große Mittelfeldregisseur Jürgen Grabowski über die Zukunft der Eintracht und sein Engagement für die Schlappekicker-Stiftung

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FR: …Adventszeit ist Schlappekicker-Zeit. Sie sind seit vielen Jahren Mitglied der Schlappekicker-Aktion. Wie kommt das?

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Jürgen Grabowski: Ich sage es immer wieder: Seit meinen ersten Tagen bei der Eintracht kenne ich die Schlappekicker-Sammlung. Das war schon zu meiner Zeit als Jungprofi eine Institution des Frankfurter Sports. Wir waren damals mit vielen bekannten Gesichtern regelmäßiger Gast bei der Weihnachtsfeier auf dem Henninger Turm. Das war für viele eine legendäre Feier. Und das gleich aus mehreren Gründen.

Zunächst fanden wir es wirklich stark, dass konkret vielen älteren Sportlerinnen und Sportlern, die eine knappe Rente hatten und nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen, geholfen wurde. Ihre Vereine meldeten sie als bedürftig, und alle Jahre wieder freuten sie sich auf die Einladung für die Weihnachtsfeier. Es gab hoch über den Dächern Frankfurts ein Päckchen mit Süßigkeiten für sie, und sie wussten außerdem, dass vier, fünf Tage später ein Geldbetrag auf ihr Konto überwiesen wurde. Einige freuten sich darüber, weil sie sich damit den einen oder anderen Einkaufswunsch für die Feiertage erfüllen konnten, und für andere war es eine willkommene Überweisung, um das Geld als Miet- oder Heizungszuschuss nutzen zu können. Es herrschte in den zwei, drei Stunden bei Kaffee und Kuchen eine sehr schöne, harmonische Atmosphäre, umrahmt von einem bunten Unterhaltungs-Programm mit Sketchen und Liedern von prominenten Frankfurter Künstlerinnen und Künstler, das unter der Regie von der einst als „Mama Hesselbach“ aus dem Fernsehen bekannte Liesel Christ und TV-Moderator Frank Lehmann und der als hessischer „Fernseh-Fassenacht-Sitzungspräsident“ allseits beliebte Karl Oertl in ihre Fußstapfen getreten.

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FR: Und dann waren neben den Bedürftigen auch viele prominente Sportler dabei …

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Jürgen Grabowski: Das war immer ein tolles Erlebnis und deshalb haben auch wir uns immer auf die Schlappekicker-Weihnachtsfeier gefreut. Denn das Wiedersehen mit vielen Weggefährten war stets herzlich und es gab unter uns viele gute Gespräche. Ob mit dem 54-er-WM-Kapitän Fritz Walter, Uwe Seeler, Bundestrainer Helmut Schön, der zunächst als Kicker-Talent begrüßte Rudi Völler, Bernd Hölzenbein und vielen anderen Eintrachtler. Interessant waren für uns Fußballer auch die Begegnungen mit Größen wie dem Sporthilfe-Gründer und mehrfachen Dressur-Goldmedaillengewinner Josef Neckermann, Eiskunstlauf-Prinzessin Marika Kilius, 100-m-Olympiasieger und -Weltrekordler Armin Hary, Radsport-Weltmeister Rudi Altig. Und vergessen dürfen wir auch nicht die Politiker, die gerne kamen. Allen voran die Frankfurter Oberbürgermeister von Rudi Arndt bis Walter Wallmann. Es war ein super Treffen der Sportlerfamilie, und alle hatten daran ihre Freude. Nicht nur wir jungen Eintrachtler, sondern auch Oldies wie Alfred Pfaff und Richard Kress aus der 59-er-Meistermannschaft oder Herbert Nuber als Kickers-Kapitän aus dieser Zeit.

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FR: Und wie wurden Sie Schlappekicker-Mitglied?

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Jürgen Grabowski: Der damalige FR-Sportchef und Schlappekicker-Vorsitzender Bert Merz hat mich irgendwann mal angesprochen. Ich habe überhaupt nicht gezögert und sofort gesagt: Dass ich gefragt werde, ist eine Ehre für mich. Se

 

Selbstverständlich bin ich gerne beim Schlappekicker dabei und stelle mich in den Dienst der guten Sache. Und seitdem verfolge ich Jahr für Jahre die Schlappekicker-Aktion mit großem Interesse … Die Unterstützung von unverschuldet in Not geratenen Sportlerinnen und Sportlern ist weiterhin eine Säule der Arbeit. Der alljährliche Höhepunkt von vielen Veranstaltungen ist heute in großer Runde im Römer die Auszeichnung mit dem Schlappekicker-Preis für Sportvereine, die sich über ihren Alltag hinaus gesellschaftlich besonders engagieren. Persönlich freue ich mich natürlich, dass inzwischen Karl-Heinz „Charly“ Körbel die Nachfolge von Fritz Walter als Schlappekicker-Schirmherr angetreten hat. Es ist ein Phänomen, das nicht hoch genug einzuschätzen ist, dass die Schlappekicker-Aktion seit bald 70 Jahren ihrem ursprünglichen Auftrag treu geblieben ist. Und dass sie wie eh und je von vielen großzügigen Spendern unterstützt wird, die ein Herz für in Not befindlichen Sportlerinnen und Sportler oder sich sehr vorbildlich engagierende Sportvereine haben.“

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Dietmar Moews meint: Mich hat gefreut in der Frankfurter Rundschau von der Aktion „Schlappekicker“ zu lesen und dazu eine aktuelle Nachricht von dem genialen Zehner der Eintracht und der Weltmeisterauswahl von 1974, Jürgen Grabowski, der jetzt 75 Jahre alt ist. Grabowski hatte als Fußballer den eigenwilligen Blick und den sehr feinen Fuß. Erst vor wenigen Tagen wurde die Nachricht publiziert, dass er schwer krank sei (hier heißt es Niereninsuffizienz). Ich wünsche Grabowski Glück und Geduld, diese Krankheit auffangen zu können.

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Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 13

März 21, 2014

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am 21. März 2014

 

Zum Fall des prominenten Steuerkriminellen Uli Hoeneß ist zu erkennen, wie eine Person einerseits als erfolgreich und leistungsstark hervortritt, andererseits strafrechtsbrüchig zu Heuchlerei und Selbstgerechtigkeit greift und dabei hemdsärmlig auf „political Correctness“ oder Verantwortung als Vorbild verzichtet. Ist hierin eine Verpitbullung zu erkennen und findet das Resonanz in der weiteren gesellschaftlichen Praxis von Moral, Kampfmoral und Unmoral und als Stimulans der Aktivierung der sozialen Dynamik und der individuell empfundenen Lebenszufriedenheit?

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Heute, am 21. März 2014, veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung München eine ausgiebige Stellungnahme des im Falle Hoeneß tätigen Staatsanwalts am Landgericht in München zu den offenen Fragen und dem kurzen Prozess.

Diese Darstellungen des Staatsanwalts sind nicht ganz dicht.

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Unter der Überschrift „Die Herkunft ist restlos aufgeklärt“, im Sportteil der Süddeutschen Zeitung aus München auf Seite 27, berichtet Annette Ramelsberger: „Die Münchner Staatsanwaltschaft verwahrt sich gegen den Vorwurf, sie habe im Hoeneß-Prozeß nicht alles so genau wissen wollen. Wir haben lückenlos recherchiert“, sagt Sprecher Heidenreich. Für den Vorwurf einer schwarzen Bayern-Kasse finden sich keine Belege…“

Jedoch hat Staatsanwalt Achim von Engel dabei seine sauber zugeschnittene Anklageschrift im Auge, um deren Klärung und Beurteilung es in dem vorgegangenen Strafprozess allein ging.

Es ging also nicht um verjährte Straftaten. Es ging auch nicht um möglicherweise in den verspätet vom Angeklagten dem Gericht vorgelegten Dokumenten verborgene Straftaten. Staatsanwalt von Engel verfuhr in sanfter Einmut mit dem Richter am Landgericht, Rupert Heindl, eben lediglich die Klagepunkte abzuklären.

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Insofern kam es dadurch, dass die über 50.000 Bank-Buchungs-Dokumente lediglich auf die vier vierteljährlichen Zwischen-Bilanzen über die sieben Steuerhinterziehungsjahre berechnet (per Komputer) und festgestellt worden sind, zu einer oberflächlichen Klage-und Beweisermittlung. Denn die Bankbelege enthalten, neben diesen Vierteljahres-Salden, erheblich mehr Tatsachverhalte und durch die hierzu mögliche persönliche Vernehmung viel weitere Aufschlüsse über die Nutzungszwecke und Praktiken im Umgang des Steuerkriminellen mit diesem Schwarzkonto. Das wurde unterlassen.

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Wir haben das Verfahren so geführt, dass wir uns nicht verstecken müssen, sagt die Staatsanwaltschaft München II. „Und wir wollten auch nicht mehr ein Jahr warten, in der Hoffnung, dass die Bank noch was liefert. Wir hatten schon ein Jahr gewartet. Und bestand für uns nicht die Möglichkeit, die Bank hierzu zu zwingen“ … Es hat hier keiner angerufen“, sagt Heidenreich: „Es gab keine politische Einflussnahme.“

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Dieser Aussage zu folgen, wäre die Landesregierung durch den Justizminister gehalten, die Staatsanwaltschaft auf die politische Relevanz eines solch extremen Kriminalfalles hinzuweisen. Denn es mangelt nun an Aufklärung der Steuerkriminalität des Prominenten Uli Hoeneß, der lediglich für einen Teil seiner Straftaten die dreieinhalb Jahre Gefängnis ohne Bewährung erhielt.

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Es fehlen Aufschlüsse über den Gesamtschaden durch Steuerhinterziehung und Schwarzgeschäfte. Aufklärung ist auch für den verjährten Zeitraum zu ermitteln. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie hoch der angerichtete Schaden ist. Allgemein und normaler Weise, kann wer Schulden hat dreißig Jahre dafür belangt werden – in diesem Prozess gegen Hoeneß fehlt zumindest die Ermittlung darüber.

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Das letzte Woche mit dem Urteil abgeschlossene Verfahren hat weiterhin einen Betrugsstraftatbestand ergeben, der nicht in der Klageschrift stand und der nun nicht berücksichtig worden ist: Uli Hoeneß hatte mehrere, weitere legal und illegal benutzte Bank-Konten, die er für seine Zielgeschäfte benutzte.

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Hierbei kam es zu erheblichen Verlustvorträgen bei einer Bank in Deutschland, die steuerrechtlich ordentlich ausgewiesen und steuermindernd geltend gemacht worden sind. Hoeneß hat seinen Steuerberater hierzu nicht von dessen Schweigepflicht entbunden. Hier ist nunmehr der Betrugstatbestand herausgekommen – eine Spielart des „Herstatt-Dattel-Komplex“ -, indem gleichzeitig unversteuerte Gewinne aus Zielgeschäften auf dem Vontobel-Schwarzkonten in der Schweiz erzielt worden sind.

Hoeneß hat also gleichzeitig auf dem deutschen Konto Verluste abgeschrieben, während er über die schwarze Bankverbindung Gewinne erzielte. Es hätte also nicht zu unsaldierten Verlustvorträgen beim Rosenheimer Finanzamt kommen dürfen. Das Gericht erklärte hierzu, es handele sich um unbedeutende, zu vernachlässigende Angelegenheiten.

Hier haben Staatsanwaltschaft und Landgericht im abgeschlossenen Prozess nicht ordentlich ermittelt.

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Wir werden abzuwarten haben, ob Verfahrens-Residuen solcher Art bei den Prüfungen der 50.000 Bank-Buchungs-Dokumente – über die Ermittlung der reinen Steuerpflicht hinaus weitere kriminelle Tatsachverhalte herausbringt oder das Ganze nun einfach deckelt.

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Die abschließende Erklärung des verurteilten Uli Hoeneß zu seiner Art von Anstand, nämlich keinerlei Aufschluss der weiteren Umstände seiner schwarzen Zockerei gegeben zu haben, ist die Farbe der Verpitbullung des nunmehr vorbestraften.

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Die Kommentare von Respekt und Anerkennung der persönlichen Größe, durch die Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und des bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sind blanker machiavellistischer Zynismus, wie er in der Politik gewöhnlich zu erwarten ist.

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Schlechte Vorbilder in dieser Anerkennung von Verpitbullung sind sozusagen gerichtsrelevante Maßstäbe für Moral und Sitte in der Öffentlichkeit von höchster Stelle – MERKE: „Quod licet Jovi, non licet Bovi“.

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Wie weit Unmoral und Kampfmoral die Basisdistanz zwischen dem wirklichen Geschehen der Steuerstraftaten und der rechtsstaatlichen Behandlung in diesem Fall Hoeneß verringern, ist sehr schwer qualitativ einzuschätzen. Hier sind Grenzen der qualitativen empirischen Soziologie erreicht, weil die Beteiligten in eigener Sache lügen und vertuschen dürfen.

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Es darf aber angenommen werden, dass das Wohlsein oder Unwohlsein der Bürger im regulierten Rechtsstaat prozedurale Nutzen und Schäden erzeugen. Es handelt sich um schwächende Kollektivkräfte, indem der Bürger schlecht informiert und draußen gehalten wird, fühlt er sich eventuell erleichtert, kann aber nicht teilnehmen. Er wird sich deshalb abwenden und nicht mitdenken und mitverantworten.

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Stärkende Wirkungen sind fraglos die Folge der Entkopplung und Erleichterung in der subjektiv empfundenen Lebenszufriedenheit, einerseits nicht individuell mit dem Gerichtsstreit und dem Ärger zu tun zu haben. Andererseits ist jeder individuell betroffen, wenn das Unwesen eines oberflächlich wegprozessierten prominenten Steuerkriminellen mit unguten Ausstrahlungen der Verpitbullung in der Gesellschaft belastet bleibt.

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Wir erleben im Fall Hoeneß ein aktuelles Beispiel für die Kritik der zynischen Vernunft (Peter Sloterdijk): Der Fortschritt und die Aufklärung belehrt auch den kleinen Mann, wie heutzutage beschissen werden kann. Reichtum im Jahr 2014 bringt weder Moral noch Bildung, sondern Rücksichtslosigkeit.

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Während früher der Papst öffentlich Wasser predigte und heimlich Wein soff und seine Töchter schwängerte, macht heute jeder Versicherungsfall Gelegenheit zum Betrug als Kavaliersdelikt: Verpitbullung der Gesellschaft durch Verpitbullung in der Gesellschaft.

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Fortsetzung folgt